Ein Besuch bei Kaiser Acoustics

24.10.2014 // Jürgen Saile

Als Schallquelle dient das mittlere Lautsprechermodell Vivace, hier in der Ausführung Lamborghini orange. Diese Farbe hatte sich seinerzeit ein Kunde gewünscht. Kaiser hatte sich zunächst nach der Farbzusammensetzung erkundigt und diese dann entsprechend anmischen lassen. Allerdings war das Ergebnis nicht so zufriedenstellend, dass man den Lautsprecher in der Form ausliefern wollte. Was nun? Schließlich kam Weber auf die Idee, bei einem vor Ort arbeitenden Oldtimerrestaurator nachzufragen. Dieser hatte dann die Originalfarbe von damals verfügbar, so dass sich Vivace nun nicht mehr von einem Miura unterscheidet. Zumindest farblich. Die Farbe soll im UV Licht noch wesentlich intensiver leuchten, hatten wir aber nicht zur Verfügung.

Die beiden schwarzen Kästen neben dem Lamborghini sind die Rechner, links unten der reine Musikrechner, daneben hochkant der Computer für die Steuerung. Schick sehen auch die Elektronik-Komponenten der Firma Thrax aus
Die beiden schwarzen Kästen neben dem Lamborghini sind die Rechner, links unten der reine Musikrechner, daneben hochkant der Computer für die Steuerung. Schick sehen auch die Elektronik-Komponenten der Firma Thrax aus

Momentan arbeitet Weber an einem neuen, größeren Lautsprechermodell mit hohem Wirkungsgrad. Hierfür wurden bereits etliche Chassis ausprobiert, favorisiert werden momentan Treiber, die speziell für Kaiser in Deutschland hergestellt werden. Es bleibt spannend!

In der Mitte thront ein riesiger Kuzma Stabi XL4 Plattenspieler, allerdings auf einer Basis stehend, die ich so noch nie gesehen habe. Dies ist eine Sonderanfertigung für den Stabi, basierend auf den Leadingedge Basen, erklärt Weber. Kaiser Acoustics gilt ja als Spezialist für die Verarbeitung von Panzerholz, man trifft dieses Material mit metallähnlichen Eigenschaften bei den eigenen Modellen fast überall an. Das Holz hat übrigens eine so hohe Dichte, dass es im Wasser untergehen würde.

Ein Teil des Innenaufbaus des größten Modells Classic, natürlich aus Panzerholz
Ein Teil des Innenaufbaus des größten Modells Classic, natürlich aus Panzerholz

Als Digitalquelle dient ein Doppel-Computersystem, wie ich es in der Form noch nirgends gesehen habe. Dabei übernimmt einer der Rechner die eigentliche Audiofunktion, wobei der andere zur Ansteuerung des ersten dient. Dieser ist nämlich von den übrigen Funktionen her soweit heruntergefahren, dass er ohne fremde Hilfe nicht mehr laufen könnte. Die Hardware wurde ebenfalls verändert, sämtliche Schaltnetzteile wurden durch lineare Netzteile oder an manchen Stellen auch durch Akkus ersetzt. Dazu noch etliche andere Maßnahmen, die für den Hausgebrauch eher weniger empfehlenswert sind.

Jetzt wollen wir doch auch einmal wissen, wie sich das alles anhört. Als Elektronik dient eine Vor-Endkombi der bulgarischen High-End Firma Thrax und ein DA Wandler derselben Firma. Der erste Eindruck ist: spektakulär und dennoch mit einer unglaublichen Ruhe im Klangbild. Wie groß nun der Anteil der Raumakustik am Klangergebnis ist, kann ein Außenstehender natürlich nicht beurteilen, allerdings war eine Sache sehr bezeichnend: Während einer Pause wurde eines der Oberlichter gekippt und zum weiteren Musikhören dann vergessen wieder zu schließen. Bereits diese Veränderung war deutlich in einer Verschlechterung der Stimmwiedergabe zu hören! Alles relativ gesehen, natürlich.

Der Kunstkopf hört auf den Namen Alois und guckt nur so finster, wenn ihm irgendetwas nicht so passt. Könnte man zumindest meinen. Jedenfalls handelt es sich um ein professionelles Modell mit allen erdenklichen Einstellmöglichkeiten. Damit entsprechen die Messergebnisse eher dem, wie es der Mensch auch hört. Und das ist ja das einzig Entscheidende. Im Hintergrund wieder ein QRD-Diffusor
Der Kunstkopf hört auf den Namen Alois und guckt nur so finster, wenn ihm irgendetwas nicht so passt. Könnte man zumindest meinen. Jedenfalls handelt es sich um ein professionelles Modell mit allen erdenklichen Einstellmöglichkeiten. Damit entsprechen die Messergebnisse eher dem, wie es der Mensch auch hört. Und das ist ja das einzig Entscheidende. Im Hintergrund wieder ein QRD-Diffusor


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