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VPI Prime Scout 21

29.03.2022 // Dave Marras Grünwalds

VPI Industries aus New Jersey stellen mit Ihrem optimierten Model Prime Scout den Übergang aus Ihrer Einsteiger- in die Production-Serie vor. Ob der Plattendreher mit dem findigen Namen nun eher ein „Optimus“ Prime ist oder doch ein Pfadfinder, der sich im Audiodschungel verlaufen hat, gilt es herauszufinden.

Googelt man die Abkürzung VPI ploppen die unterschiedlichsten Antworten auf: Angefangen vom Vapor Phase Inhibitor (einem Isolierungsschutz) über den Verbraucherpreisindex, die Verkehrspolizeiinspektion bis hin zum falsch geschriebenen Kürzel VIP. Da frage ich doch lieber beim deutschen Vertrieb Audio Reference nach und erhalte innerhalb von wenigen Sekunden des Rätsels Lösung: Vinyl Precision Instruments. Doch wer verbirgt sich dahinter? Es begann im Jahre 1976, als der Gründer von VPI, Harry Weisfeld, seinen Namensvetter Harry Pearson, seines Zeichens Entrepreneur von The Absolute Sound, in dessen berüchtigter Villa in Sea Cliff, New York besuchte. Mr. Pearson führte dem anderen Harry eine Schallplattenreinigungsmaschine des englischen Unternehmens Keith Monks vor und er war nach einigen Vorher-Nachher-Demonstration derart begeistert, dass er beschloss, sein Wissen als Ingenieur und Blecharbeiter in die Konstruktion und Entwicklung eigener Zubehörprodukte wie Plattengewichte zu stecken. Nach ausgiebiger Entwicklung stellte Harry Weisfeld den Prototyp seiner Reinigungsmaschine Harry Pearson vor und dieser befand sie auf anhieb besser als die Keith Monks. Getauft wurde der Vinyl-Cleaner auf den Namen HW-16 und wird unter der Bezeichnung HW-16.5 noch immer mit einigen Upgrades produziert.

Hoher Fertigungsstandart in der Klasse bis 5.000 Euro. Das innovative Design integriert perfekt den separaten Motor
Hoher Fertigungsstandart in der Klasse bis 5.000 Euro. Das innovative Design integriert perfekt den separaten Motor

Im Jahr 1980 begann Harry mit seiner Frau Sheila den internationalen Vertrieb ihrer Produkte und 1983 war es soweit, dass das Ehepaar sich Vollzeit ihrer Firma VPI Industries widmen konnte. Der erste Plattenspieler des Unternehmens, der HW-19, wurde über viele Jahre hinweg produziert und mit den Versionen MK.2, 3 und 4 modernisiert. Ein Markenzeichen des HW-19 sowie der nachfolgenden VPI-Produkte ist die Aufrüstbarkeit der einzelnen Modelle. Der Kunde erhält damit die Möglichkeit sein erschwingliches Einsteigerprodukt nach und nach auf die Qualität nahe der Referenzklasse zu optimieren. Nach dem Vormarsch der CD in den 80ern und 90ern Jahren stiegen viele Unternehmen aus dem analogen Sektor aus und richteten Ihre Firmenstrategie auf den digitalen Sektor aus. Doch VPI Industries blieben bei Ihrer Philosophie und somit wuchs stetig der Anteil am damaligen schrumpfenden Markt. Als der Absatz bei Vinyl wieder stieg, wie es in den letzten zehn Jahren der Fall war, war das Unternehmen mit einem bekannten Namen, seiner Geschichte technischer Innovationen und langlebigen, aufrüstbaren Produkten gut positioniert – und das Geschäft boomte.

Sohn Mat stieg im Jahr 2012 nach dem Tod von Mitbegründerin Sheila in das Familienunternehmen ein und feierte bei der CES im selben Jahr seinen Einstand. Kurze Zeit später wurde Mat von seinem Vater zum CEO der Firma ernannt und Harry begab sich in den Ruhestand, was Ihn aber nicht davon abhielt, den massiven 20 Kilogramm schweren Titan zu entwickeln. In den letzten Jahren hat Mat Weisfeld eine ganze Reihe neuer Modelle auf den Markt gebracht und mit dem Avenger, Nomad, Player, Prime und Traveler seinen ganz eigenen Stil entwickelt. Hierzu zählt auch mein Testobjekt der Prime Scout, der sich mit meinem Klassiker den Technics 1210 MK II messen darf.


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