tests/23-04-26_iotavox
 

IOTAVX AVXP 2-840

26.04.2023 // Finn Corvin Gallowsky

Der Name der Endstufe verrät es bereits: Zweimal 840 Watt an vier Ohm bei einem Nettogewicht von 30 Kilo sind alles andere als alltäglich. Insbesondere in ihrer Preisklasse ist die AVXP 2-840 eine Ausnahmeerscheinung. Da beeindruckende technische Daten aber noch kein gutes Produkt machen, fühle ich dem Kraftpaket auf den Zahn.

Dafür gilt es zunächst, das Monstrum in meinen Hörraum zu schaffen. Inklusive Versandkarton bringt die Endstufe stolze 34,4 Kilogramm auf die Waage. Der Lieferant kommentierte die Paketübergabe einzig mit dem Wort „schwer“. Vor einigen Jahrzehnten galt dies noch als allgemeingültiges Qualitätsmerkmal von Endstufen. Für Class-A- oder -A/B-Konzepte gilt diese Prämisse noch immer, leistungsstarke Ringkerntrafos und großzügig dimensionierte Siebkondensatoren können nach wie vor nicht einfach beliebig klein ausgeführt werden. Insbesondere wenn hochwertige Bauteile zum Einsatz kommen sollen, resultiert dies unweigerlich in Masse. Da die AVXP 2-840 als Doppel-Mono-Endstufe aufgebaut ist, verfügt sie über einen wirklich enorm großen Ringkerntrafo pro Kanal. Beide gemeinsam können bis zu 2.640 Watt umsetzen. Die Siebkondensatoren für beide Kanäle gemeinsam verfügen über eine Kapazität von 160.000 Mikrofarad. Mit diesen Werten lässt die Endstufe nicht nur Mono-Blöcke sämtlicher Preisklassen alt aussehen, sondern auch moderne Class-D-Endstufen, die meist mehr Leistung als ihre Class-A oder -A/B Pendants bei gleichen Abmessungen liefern können.

Die Front der Endstufe wirkt schlicht und unaufdringlich
Die Front der Endstufe wirkt schlicht und unaufdringlich

Ihr Einsatzzweck dürfte damit eigentlich klar sein. Vornehmlich dient die AVXP 2-840 dazu, wirkungsgradschwachen Lautsprechern Leben einzuhauchen. Selbstverständlich können auch weniger anspruchsvolle Lautsprecher von viel Leistung profitieren, wenn sie in großen Räumen insbesondere bei Live-Pegeln gefordert werden. Auch in Heimkinoumgebungen dürfte sich die IOTAVX wohlfühlen und sich bestens darauf verstehen, den meist größeren Dynamikumfang von Kinoton souverän umzusetzen. Meine Lautsprecher sind mit 93 Dezibel pro Watt und Meter angegeben, und selbst, wenn diese Angabe nicht gänzlich akkurat sein mag, gehören sie ohne Zweifel zum fast schon ungewöhnlich empfindlichen oberen Ende der Skala. Über einen großen Raum verfüge ich auch nicht und als ausgesprochener Lauthörer bin ich regelmäßigen Lesern meiner Artikel ebenfalls nicht bekannt. Was also soll ich mit einer Endstufe, die über 800 Watt pro Kanal liefert? Nun, obwohl besonders leistungsstarken Endstufen der Ruf anhaftet, raubeinig und ungeschliffen aufzutreten, ist es meiner Erfahrung nach oft ganz anders. Durch ihre enormen Leistungsreserven bieten sie feinen Details umso mehr Raum, sich zu entfalten, da sie ihr gesamtes Potential eben nicht schon darauf verwenden müssen, den lauten Tönen gerecht zu werden.

Die Rückseite ist ähnlich überschaubar
Die Rückseite ist ähnlich überschaubar


  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026
  • Soulnote A-2 ver.2

    Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett? Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also…
    14.04.2026
  • Unison Research Unico PRE v2 und Unico DM v2

    Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn. Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der…
    07.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.