tests/25-06-03_cooltech
 

CoolTech revisited: -180 Grad für SSDs

03.06.2025 // Dirk Sommer

Beim zweiten Test-Track wird dann schon klarer, wo die Unterschiede zwischen behandelter und unbehandelter Festplatte liegen: Bei Mahlers Symphonie Nr. 3 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons bringt der Wechsel zur Kryo-Version die Illusion von mehr Tiefe, aus der die Blechbläser erklingen. Aber dabei wirkt der Raum nicht nur tiefer, sondern die Instrumentengruppen werden auch schärfer fokussiert und besser voneinander getrennt. Die Pauken und Becken besitzen einen Hauch mehr Energie. Auch die Reflexionen an den Wänden des Saales sind klarer zu vernehmen. Überhaupt die Feinzeichnung: Nun schafft es hier ein kräftiges Atmen, da ein leichtes Ächzen eines der Beteiligten mehr über die Wahrnehmungsschwelle. Während ich in Gedanken schon formuliere, dass die Unterschiede zwar marginal, sie dem Musikgenuss aber dennoch ausgesprochen zuträglich sind, habe ich noch einmal die Wiedergabe von der unbehandelten Disk gestartet. Wie immer, wenn man die bessere Variante noch im Ohr hat, erscheint die Rückkehr zur weniger guten Version doch bedeutender als beim ersten Wechsel in die umgekehrte Richtung: Jetzt wirkt die Reproduktion von der Nicht-Kryo-Disk etwas langweiliger und sie lässt einen Tick Druck vermissen. Sie spricht mich emotional einfach weniger intensiv an.

Die drei SD-Cards
Die drei SD-Cards

Ich mache mit einer kleinen Besetzung weiter, dem Tord Gustavsen Trio, seinem Album Changing Places und den beiden ersten Tracks „Deep As Love“ und „Gracefull Touch“: Von der Kryo-Festplatte klingen die Besen auf der Snare noch feiner durchgezeichnet und plastischer. Die einzelnen Schläge werden ebenso wie die Anschläge auf der Klaviatur des Flügels feindynamisch besser differenziert, und dennoch betört die Melodie durch einen intensiveren Fluss. Man hört tiefer in die inneren Strukturen des Spiel der drei Akteure hinein, ohne dass man von den zusätzlichen Informationen vom Wesentlichen abgelenkt würde. Zudem erklingen die Instrumente in einem minimal größeren imaginären Raum. In dieser Version stehen sich intensive musikalische Spannung und die immense Ruhe vor einen tiefschwarzen Hintergrund nicht als Gegensätze gegenüber. Das alles sind gewiss Kleinigkeiten, aber wenn man sie einmal wahrgenommen hat, möchte man sie einfach nicht mehr missen.

Nachdem der Eversolo DMP-A10 noch einmal so etwa 30 Betriebsstunden sammeln konnte, gönne ich mir „Raijin“ von Album Mira des Arild Andersen Trios, das mich immer wieder vor allem mit dem Dialog zwischen Pauken und einer Flöte in einen großen Raum in seinen Bann zieht – die unterschwelligen elektronischen Störgeräusche zu Beginn sind da schnell vergessen. Das beides klappt natürlich in der jetzigen Anlagenkonfiguration auch sehr gut, wenn das File von der unbehandelten Disk gelesen wird. Die Kryo-Version begeistert mit einem noch tieferen virtuellen Raum, der Hall wird besser in den Gesamtklang eingebettet, die Klangfarben wirken ausdrucksstärker und die Anblasgeräusche der Flöte und die einzelnen Schläge auf die Felle variieren in ihrer Intensität stärker als in zuvor von der anderen Disk. Dank der zusätzlichen Einspielzeit für den Eversolo sind die Vorzüge der behandelten Festplatte nun einfacher wahrzunehmen und zu beschreiben.

Die beiden SD-Karten und die beiden Festplatten wirken in der Truhe zur Kryo-Behandlung fast verloren. Da sie nur wenig Volumen beanspruchen, bleibt der Preis für die Anwendung sehr überschaubar
Die beiden SD-Karten und die beiden Festplatten wirken in der Truhe zur Kryo-Behandlung fast verloren. Da sie nur wenig Volumen beanspruchen, bleibt der Preis für die Anwendung sehr überschaubar


  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026
  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.