tests/26-04-21_westminsterlab
 

WestminsterLab Omne

21.04.2026 // Thomas Heinemann

Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht.

Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort auf die Frage, was geschieht mit einer kompromisslos gedachten Verstärkerarchitektur, wenn man sie in einem einzigen Gehäuse verdichtet. Das gesetzte Ziel formulierte er klar: Die Entwicklung soll „das ganze WestminsterLab Erlebnis“ in einem einzigen Gerät bündeln, ohne die Architektur zu vereinfachen, die Stromversorgung zu verkleinern oder die Kanaltrennung zu verschlechtern. Wer WestminsterLab kennt versteht, wie hoch und kompromisslos dieser Anspruch ist. Vom Entwicklungsstart bis zur Marktreife hat es dann auch fast drei Jahre gebraucht. Es wundert also nicht, wenn Angus Leung die Entwicklung als das bislang ambitionierteste Projekt von WestminsterLab bezeichnet. Mit dem Omne bringt das Unternehmen nun nicht einfach einen Vollverstärker auf den Markt, er ist die Umsetzung einer bereits klar umrissenen klanglichen und konstruktiven Unternehmensphilosophie in konzentrierter, kompakter Form.

Das typische WestminsterLab-Design wurde auch beim Omne konsequent umgesetzt
Das typische WestminsterLab-Design wurde auch beim Omne konsequent umgesetzt

Will man die bemerkenswerte Haltung und Philosophie von WestminsterLab besser verstehen, lohnt ein Blick auf die Menschen und die Entwicklung des Unternehmens. WestminsterLab wurde 2007 in London gegründet und hat sich bis heute zu einer Marke mit international hohem Ansehen, heute mit Sitz in Hongkong, entwickelt. Der Weg begann nicht gleich mit dem Bau von Verstärkern, sondern mit der Entwicklung von Kabeln und dem ersten USB-Kabel speziell für die Audioanwendung. Erst später folgte die Elektronik, beginnend mit der Endstufe Unum, die auf der Münchner High End 2015 vorgestellt wurde, 2020 der Mono-Endstufe Rei, der Vorstufe Quest und 2023 die separate Phonostufe Monologue. Wer sich mit diesen Geräten beschäftigt, erkennt eine klare Linie sowohl in der Entwicklung als auch in der Arbeitsweise von WestminsterLab. Es ist ein Denken, das kontinuierlich auch Bewährtes in Frage stellt, ohne den Kern und die Philosophie der Marke aus den Augen zu verlieren. Die Geräte variieren schon deshalb nicht im Wesen und ihrer substanziellen Qualität. Dabei geht es WestminsterLab um die Reinheit der Signalführung, um Reduktion auf das Essentielle, um saubere Energieversorgung, oder um die mechanische und elektrische Ruhe. Letztendlich geht es aber im Kern darum, Musik als Ganzes und ohne irgendeine Präferenz zu vermitteln. Alles, was getan und gedacht wird, folgt somit glaubhaft dem Leitmotiv und Arbeitsansatz des Unternehmens „Rediscovering your music“.

Im Zentrum dieser Philosophie steht Angus Leung. Er ist Gründer, Gestalter und Entwickler und sichtbar die prägende Figur hinter der Marke. Dass er in Großbritannien Architektur studiert hat, ist mehr als eine biografische Fußnote. Es erklärt vielleicht sogar den Kern dessen, was WestminsterLab so anders und aus meiner Sicht so besonders macht. Angus Leung denkt und entwickelt in Zusammenhängen und versteht Elektronik, Gehäuse, Fertigung und ästhetische Wirkung als eine zusammenhängende Disziplin. Er schafft so eine stimmige und sichtbare innere Ordnung, die auch das Äußere bruchlos in eine klare Form bringen lässt. Man sieht es seinen Komponenten an, dass hier jemand am Werk ist, der Gestaltung nicht nur als äußerliches Marken-Stilmittel versteht. Bei der Weltpremiere des Omne in Hamburg beschreibt Angus genau diese Synergie, die sein architektonisches Verständnis in die Produktarchitektur und dem Produktdesign einfließen lassen. Sowohl seine Arbeitsweise als auch die Ergebnisse erinnern mich schon deshalb an das Bauhaus von Walter Gropius, das ohne Grenzen verschiedenste Disziplinen zu einem neuen Denken und zu neuen Formen gebracht hat. Oder an Dieter Rams, der in den 60-er Jahren für Braun Elektrogeräte in eine moderne Form gebracht hat. Heute sind sie allesamt Klassiker, die in den Museen der Welt zu sehen sind.


  • Spendor A1.2

    Spendor hat seinen Klassiker A1 verfeinert. Der wichtigste technische Unterschied ist eine zusätzliche Verstrebung, die jetzt direkt hinter dem Tiefmitteltöner sitzt und über eine Sorbothane-Dämpfung mechanisch gekoppelt ist. Dadurch sollen störende Resonanzen reduziert werden. Wir haben uns die Evolutionsstufe A1.2 angehört. Einleitend möchte ich kurz auf meine persönliche Perspektive zu diesem Lautsprecher eingehen. Denn was um Himmels Willen interessiert einen Hochwirkungsgrad-Junkie eine kleine Regalbox mit bescheidenem Wirkungsgrad? Tatsächlich habe ich mir diesen Lautsprecher selbst für…
    02.06.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    The first, rather lengthy article about Wilson Benesch' Prime Meridian system dealt solely with the turntable unit, consisting of the OMEGA Drive, ALPHA Drive, the FrACTal damping system in which the motor and tonearm are mounted, and the R1 Rack. Now, in addition to introducing the tonearm and cartridge, we finally turn to the sound of the turntable. The fact that the Prime Meridian system's turntable is driven by a motor with one and a…
    29.05.2026
  • Galion Audio TS34

    Der kanadische Hersteller Galion Audio hat seinen KT88-bewehrten Vollverstärker TS120 SE als Basis für die Entwicklung eines günstigeren Modells mit EL34-Röhren genommen, den TS34. Ein interessantes Feature ist die Möglichkeit, zwischen Class A und Class AB umzuschalten, was ihn von vielen anderen EL34-Designs unterscheidet. Mir war Galion Audio bis zum Test des Röhrenvorverstärkes „Navy“ im Herbst des letzten Jahres noch nicht bekannt. Das junge Unternehmen aus Québec in Kanada wurde von Thomas Tan gegründet, der…
    26.05.2026
  • XACT N1 Switch

    Manchmal dauert es etwas länger, bis ein Test zustande kommt. Nicht immer ist ein Testgerät auf Hersteller- oder Vertriebsseite für Hifistatement verfügbar und dann müssen bei uns auch noch die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden sein. Doch nun hat endlich alles geklappt und ich kann Ihnen den XACT N1-LAN-Switch vorstellen. XACT ist die jüngste Marke von Marcin Ostapowicz, der seit 2010 in der High-End-Audio-Branche tätig ist und sich von Anfang an auf die Streaming-orientierte digitale Audiowiedergabe spezialisiert…
    22.05.2026
  • Aavik I-288

    Im dänischen Aalborg befindet sich eine Hifi-Schmiede der Extraklasse. Hier produzieren Michael Børresen und sein Team Produkte, die nicht nur elegant aussehen, sondern auch mit außergewöhnlichen technischen Features ausgestattet sind – wie der Vollverstärker Aavik I-288, den uns die Audio Group Denmark zum Test geschickt hat. Wenn man sich in der Hifi-Welt umsieht, könnte man meinen, dass die Audio Group Denmark zu den jüngeren Unternehmen in der Szene gehört. Doch man sollte sich nicht täuschen…
    19.05.2026
  • Scansonic HD M15.2

    Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle…
    15.05.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.