
Bei der Beurteilung der Unterschiede kann ich mich selbstverständlich nicht nur auf ein File verlassen. Gerade bei oft über Lautsprecher gehörten Sequenzen wie dem Anfang des ersten Satzes von Mahlers Symphonie Nr.3 mit Mariss Jansons ist es aufschlussreich, sie einmal über Kopfhörer zu erleben: Der auch beim Tragen einer Brille angenehm sitzend Core verwöhnt mit ebenso vielen Details wie Schallwandler vom Kaliber einer Børresen T5 SSE oder Acapella Hyperion. Auch die Klangfarben des Orchesters und die Dynamik lassen keine Wünsche offen. Das ist auch beim Noire X nicht anders. Der wirkt allerdings nicht ganz so frisch, lebendig, offen und schnell, punktet jedoch mit einem minimal sonoreren Bassbereich und einem Hauch mehr Dramatik. Ich kann bisher keine klaren Vorteile für eines der beiden Modelle erkennen. Da kann nach sorgfältigem Vergleichen nur der eigene Geschmack entscheiden.
Mit dem Lotoo Mjölnir ist der Aeon Core über das zum Lieferumfang gehörende DAC-DUMMER-Kabel mit 6,3-Millimeter-Klinkenstecker verbunden, das als Ersatzteil zu einem Preis von 120 auf der Website des deutschen Vertriebs audioNEXT angeboten wird. Von der internen SD-Card spiele ich noch einmal den Anfang des ersten Satzes von Mahlers Symphonie Nr. 3: Die Pauken werden mit mehr Wucht reproduziert als beim HUGO 2 und die Instrumente und Instrumentengruppen stehen ein wenig plastischer, ja dreidimensionaler auf der nun etwas weiter in die Tiefe reichenden Bühne. Für die Ausgangsspannung ist die zweithöchste Stufe, „High“, gewählt und mit dem teilvergoldeten Poti-Knopf ein Pegel von 88 eingestellt. Auch wenn ich zuvor mit dem HUGO nichts vermisst habe, steigert der Mjölnir den Genuss doch noch ein bisschen.
Wenn ich herausfinden möchte, wie positiv sich eine symmetrische Ansteuerung des Aeon Core bemerkbar macht, komme ich nicht umhin, vorher ein wenig mit Kabeln zu experimentieren, denn ein solches mit vierpoligem XLR-Stecker habe ich nur in der höheren VIVO-Qualität zur Hand. Also höre ich den Beginn von Keith Jarretts „God Bless The Child“ vom Album Standards, Vol. 1 erst mit dem Standard-Kabel: Wie erwartet entwickelt schon das Piano-Intro mit wenigen Tönen, dem Geräusch des Pedals und dem Fußstampfen des Pianisten einen packenden Groove. Gary Peacocks Bass treibt knarzend mindesten ebenso unwiderstehlich wie die recht fette Bass Drum, die Snare und das High Hat: einfach immer wieder schön! Der Wechsel zum VIVO-Klinkenkabel lässt den Raum größer erscheinen, die Klangereignisse beim Intro werden besser gegeneinander abgesetzt, es fällt noch schwerer, die Füße ruhig zu halten, und es gibt mehr Feininformationen zum High Hat. Spätestens, wenn die Erneuerung des Standard-Kabels ansteht sollte man die höhere Ausgabe für die Vivo-Variante nicht scheuen. Der Aeon Core hat es verdient – zumindest wenn ein Verstärker von der Qualität des Mjölnir für Leistung sorgt. Mindestens ebenso groß wie beim Wechsel vom DUMMER zum VIVO mit Klinke ist der klangliche Zugewinn von der unsymmetrischen zu symmetrischen Anschlussart. Erst jetzt zeige der Aeon Core, zu welchen Leistungen er wirklich fähig ist. Wer ihn unsymmetrisch mit einem einfachen Kabel betreibt, verschenkt jede Menge Wohlklang. Symmetrisch angesteuert verwöhnt einen der DCA mit mehr Details, einem intensiveren Swing, mehr Spielfreude, noch besserer Durchzeichnung und satteren Klangfarben. Großartig.

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