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Ayon Iris Signature Streamer

01.09.2026 // Roland Dietl

Auch in den Höhen zeigt sich die gelungene Abstimmung. Bei Dave Brubecks „Take Five“ (Take Five – Qobuz 16/44) werden Besenarbeit und Beckenspiel fein aufgefächert, Anschläge und Ausklingvorgänge präzise nachgezeichnet. Bemerkenswert ist, dass diese hohe Auflösung nie analytisch oder scharf wirkt. Der Iris spielt offen und detailreich, bleibt dabei aber stets angenehm geschmeidig. Ein schönes Beispiel dafür, wie gut der Iris all diese Eigenschaften zu einem homogenen Ganzen verbindet, ist Nils Lofgrens „Keith Don't Go (Live)“ (Acoustic Live – Qobuz 16/44). Die akustische Gitarre besitzt eine beeindruckende Präsenz, gleichzeitig bleiben die vielen kleinen Informationen der Live-Aufnahme erhalten: das Rutschen der Finger über die Saiten, das Klopfen auf den Gitarrenkorpus und das Echo des Konzertsaals weit hinter den Lautsprechern. Nichts davon wirkt aufgesetzt oder effekthascherisch – der Iris vermittelt vielmehr einen ausgesprochen glaubwürdigen Eindruck von Raum und Live-Atmosphäre.

Album-Ansicht der Ayon App
Album-Ansicht der Ayon App

Besonders beeindruckt hat mich die Qualität der räumlichen Abbildung bei guten Orchesteraufnahmen. In ihrer langjährigen Zusammenarbeit haben Charles Mackerras und das Scottish Chamber Orchestra einen unverwechselbaren und äußerst gelungenen Stil entwickelt, der das Beste aus moderner und historischer Aufführungspraxis vereint. Wie wirkungsvoll diese Mischung sein kann, zeigen die hervorragenden Einspielungen von Mozarts letzten vier Sinfonien (Mozart: Symphonies Nos 38-41 - SCO/Mackerras – Linn Records 24/88). Die auch klanglich sehr gelungene Aufnahme fordert Dynamik, Übersicht und eine überzeugende Tiefenstaffelung. Und genau hier glänzt der Iris. Er bildet das Orchester mit großer Tiefe und glaubwürdiger Staffelung weit hinter den Lautsprechern in einen imaginären Raum ab, ohne mit einer spektakulär aufgeblähten Bühne Eindruck zu schinden. Zusammen mit der ausgeprägten Körperhaftigkeit entsteht ein ausgesprochen realistischer, dreidimensionaler Eindruck. Spannend ist schließlich die Möglichkeit des Iris, PCM-Material per DSP in DSD umzuwandeln. Gerade beim Streaming in CD-Qualität, etwa über Qobuz, empfinde ich sie als reizvolle Option. Dabei geht es für mich weniger um die Frage, ob DSD grundsätzlich besser klingt als PCM, sondern vielmehr darum, welche Variante dem persönlichen Geschmack und der jeweiligen Aufnahme am besten entspricht.

Player-Ansicht mit ausgewähltem Titel der Ayon App
Player-Ansicht mit ausgewähltem Titel der Ayon App

Bei Mozarts Violinkonzert Nr. 3 mit Iona Brown als Solistin und dem Orchester Academy of St. Martin-in-the-Fields (Mozart: Violinkonzerte Nr. 3 & 4 - Qobuz 16/44) verleiht die DSD128-Konvertierung der Wiedergabe für meine Ohren mehr Geschmeidigkeit und Glanz. Die Solovioline wirkt in den oberen Lagen weniger angestrengt bei gleichzeitig mehr natürlicher Strahlkraft und Intensität. Gleichzeitig gewinnt die Abbildung des Orchesters deutlich an räumlicher Tiefe. Die direkte PCM-Wiedergabe bleibt dagegen für mich einen Hauch detailreicher und unmittelbarer. Bei DSD256 und DSD512 entfernt sich der Charakter zunehmend vom ursprünglichen Ausgangspunkt in PCM. Die Wiedergabe bleibt geschmeidig und gewinnt noch weiter an räumlicher Tiefe, wirkt für mich aber auch kompakter und verliert etwas von Direktheit und Detail. DSD128 ist deshalb mein persönlicher Sweet Spot – gerade bei gestreamtem CD-Material kann diese Einstellung dem Klang das gewisse Extra verleihen.


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