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Transrotor TRA 9

03.11.2020 // Dirk Sommer

In den USA übertraf der Verkauf von LPs kürzlich wieder den von CDs: Leben wir in goldenen Zeiten für Analoges? Nicht wirklich: Jelco stellte die Tonarmproduktion kurzfristig ein und auch die Arme eines Britischen Traditionsherstellers sind nicht wie gewohnt verfügbar. Doch ein Lichtblick kommt aus Bergisch Gladbach: Transrotor fertigt den TRA 9.

Und das wäre auch in Zeiten ohne Probleme bei der Verfügbarkeit von Armen anderer Hersteller eine ebenso überraschende wie positive Nachricht: Im nächsten Jahr wird Transrotor-Gründer Jochen Räke das 50. Jubiläum seiner Firma, der Räke Hifi / Vertriebs GmbH, feiern können. Er entwirft und baut anfangs allein und seit geraumer Zeit mit seinem Team Laufwerke, die nicht nur klanglich überzeugen, sondern auch durch ihr Design aus der Masse der Mitbewerber herausragen, wovon auch eine Vielzahl von Auftritten seiner Kreationen in deutschen Film- und Fernsehproduktionen zeugt. Bisher beschränkten sich Jochen und Dirk Räke, der seit etwa einem Dutzend Jahren mit seinem Vater die Geschicke von Transrotor lenkt, allein auf Schallplatten-Laufwerke. Ab Werk statteten sie diese unter anderem mit Armen der beiden oben erwähnten Hersteller aus, die auch spezielle Varianten für Transrotor fertigten. Aber nicht nur im täglichen Umgang mit diesen Armen sammelten die beiden eine Menge Erfahrungen. Dirk Räke, der auf Kundenwunsch weltweit den Aufbau und die Justage der Topmodelle Artus FMD und Argos – deren Preise bewegen sich übrigens im sechsstelligen Bereich – übernimmt, hat auch schon eine Menge ebenso exotischer wie extrem kostspieliger Tonarme in Händen gehabt und sie auf den entsprechenden Transrotor-Modellen installiert. Darunter befinden sich so einige Raritäten, mit den auch der Autor gerne ein wenig gespielt hätte…

Der Lagerblock besitzt oben eine große plane Fläche, so dass man eine Libelle zur Justage auflegen kann. Die beiden Gewindestangen dienen während der Justage der feinfühligen Höheneinstellung
Der Lagerblock besitzt oben eine große plane Fläche, so dass man eine Libelle zur Justage auflegen kann. Die beiden Gewindestangen dienen während der Justage der feinfühligen Höheneinstellung

Als die Herren Räke vor etwa zwei Jahren erkannten, dass es zumindest mit einem ihrer Tonarm-Lieferanten schwierig werden könnte, beschlossen sie, einen eigenen Arm zu konstruieren. An praktischen Erfahrungen mit den besten Armen des Weltmarktes mangelte es – wie erwähnt – dabei ebenso wenig wie an einschlägigen Kenntnissen und dem Zugang zu modernsten Fertigungsmethoden. Jochen Räke schrieb leichte Bedienbarkeit, einfache Justierbarkeit und eine gewisse Masse ganz oben ins Pflichtenheft. An der Entwicklung des Arm hat neben Vater und Sohn Räke auch Lars Hornung einen nicht unbeträchtlichen Anteil. Der Konstrukteur war – wie seine drei damaligen KollegInnen – übrigens schon im Februar 2001 bei meinem ersten Besuch in Bergisch Gladbach für Transrotor tätig. Fluktuation von Mitarbeitern scheint es hier nicht zu geben.

Nach dem Lösen der oberen Rändelschraube lässt sich das Gegengewicht mittels der mittigen Schraube so fein bewegen, dass die Auflagekraft auf die zweite Nachkommastelle genau eingestellt werden kann. Die verchromten Messinggewichte können bei Bedarf gegen solche mit unterschiedlichen Massen getauscht werden
Nach dem Lösen der oberen Rändelschraube lässt sich das Gegengewicht mittels der mittigen Schraube so fein bewegen, dass die Auflagekraft auf die zweite Nachkommastelle genau eingestellt werden kann. Die verchromten Messinggewichte können bei Bedarf gegen solche mit unterschiedlichen Massen getauscht werden


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