tests/25-09-12_wireworld
 

WireWorld Aurora 10, Electra 10 und Silver Electra 10

12.09.2025 // Wolfgang Kemper

Der Kabelspezialist WireWorld bietet über die gesamte Breite seiner neuen Serie 10, die Ende des vergangenen Jahres vorgestellt wurde, wieder einmal klangrelevante Innovation im Aufbau. Wir haben hier drei Stromkabel zum Test, die zudem auch preislich gefallen können.

Ich gestehe, dass eine Bewertung gerade bei Netzkabeln mir immer wieder Probleme bereitet, da hier häufig kompensatorische Effekte gegen eine objektive Einschätzung stehen. Ich begrüße es, wenn mir ein Hersteller ausreichend Exemplare zur Verfügung stellt, um alle Geräte meiner Anlage damit auszustatten, wie es unlängst beim Test des Audio Exklusiv Reference Power Cord der Fall war. Denn diese ganzheitliche Betrachtung lässt am ehesten das musikalische Vermögen von Stromkabeln beschreiben. Hinzu kommt das Problem der Kabellänge, da hieraus möglicherweise hörbare Unterschiede resultieren können. So ist auch auf der Website von WireWorld zu lesen, dass mit zunehmender Länge die Vorteile der FluxfieldTM Technologie deutlich würden. Doch letztlich macht bei der Auswahl die Orientierung an der Praxis Sinn. Weil ich überwiegend Netzkabel von 1,5 Meter Länge benutze, und zwar sowohl von Audioquest als auch von MudraAkustik, sollte dies auch die Länge der drei WireWorld Testkandidaten sein. Da es sich in diesem Test auf Wunsch von Phonar, dem deutschen WireWorld-Vertrieb, durchaus um einen vergleichenden Bericht handeln darf, werden mindestens jeweils drei Exemplare je Typ etwas zu viel des Guten gewesen, und ich bescheide mich also hier mit jeweils nur einem, welches ich aber an unterschiedlichen Gerätearten einsetzen werde. Das wird selbstverständlich ein leistungshungriger Vollverstärker sein, aber auch eine analoge sowie eine digitale Quellkomponente. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Empfehlung, wie man sie bei WireWorld lesen kann, sinnigerweise das höherwertige Kabel am ersten Gerät der Kette einzusetzen und dies mit gleicher oder absteigender Güte bis zum Verstärker fortzuführen. Auf diese Weise spielte ich die drei Kabel eine Woche lang ein, ohne irgendwas umzustecken.

Das neue 10-er Sortiment der Stromkabel besteht aus fünf Qualitätsstufen mit Schuko-Netz- und C13-Kaltgeräte-Steckern, von denen hier nun die drei mittleren zum Test anstehen. Die fünf Varianten heißen Stratus 10 mit einem Preis von 130 Euro bei einem Meter Länge, Aurora 10 für 190 Euro, Electra 10 für 310 Euro, Silver Electra 10 für 525 Euro und Platinum Electra 10 für 2400 Euro bei einem Meter. Darüber hinaus bietet das Portfolio die zwei Modelle Mini Stratus und Mini Electra mit geräteseitigen C7 Steckern. Unsere Test-Kabel sind also ein blaues Aurora 10, ein goldbraunes Electra 10 und ein silbergraues Silver Electra 10. Im Vergleich zu meinen soliden Mudra Leitungen ist schon das Aurora beinahe dreimal so teuer, gemessen an meinen Audioquest Hurricane Source und HC ist sogar das Silver Electra um ein vielfaches preisgünstiger. Allen sieben WireWorld 10 ist der technische Aufbau gemeinsam. Der Unterschied liegt ausschließlich im Aufwand beim Leitermaterial und der Optik der Ummantelung.

Die drei Stromkabel unterscheiden sich sichtbar durch die Farbe ihrer Ummantelung. Unsichtbar hingegen sind die verschiedenen Leitermaterialien bei identischem technischen Aufbau
Die drei Stromkabel unterscheiden sich sichtbar durch die Farbe ihrer Ummantelung. Unsichtbar hingegen sind die verschiedenen Leitermaterialien bei identischem technischen Aufbau

Den Test will ich folgendermaßen durchführen: Mein PS-Audio Directstream DAC mit Bridge II bezieht seine Musik vom Antipodes Oladra Server in meiner großen Anlage, der per Mash-WLan verbunden ist und über Roon die Bridge II anspricht. Der Directstream DAC hat eine zweifache Stromzufuhr. Das interne analoge Netzteil versorgt den digitalen Part des DACs, ein externes Plixir Elite Balanced Netzteil versorgt die analoge Sektion mit Strom. Vom D/A-Wandler geht’s per WireWorld Eclipse 8 an den Soulnote A2 Verstärker. Ich nehme zuerst die drei eingespielten WireWorld 10 wieder aus dem Setup und höre mir alle drei Komponenten mit den Mudra-Kabeln an. Selbstverständlich wird bei allen Anschlussänderungen penibel auf die korrekte Phase geachtet. Dieser erste Wechsel von der Einspielkonfiguration mit den drei WireWorlds auf meine Mudras offenbarte schon eine Menge, denn das Klangbild verlor erheblich an Raum und Lebendigkeit und bewegte sich bedenklich in Richtung Langeweile. Das war schon mal ein vielversprechender Indikator für das, was mich erwarten sollte.


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