Die Audio Exklusiv Elektrostaten P 3.1 und P 6.1 gefielen mir im Test ausnehmend gut. Nun steht der P 8 CD-Spieler mit USB-Hochbit-Wandler in meinem Musikzimmer. Ich bin gespannt.

Wen interessieren heute noch hochpreisige CD-Spieler? Dieser hier kostet immerhin stattliche 5500 Euro. Für ähnliches Geld oder sogar weit weniger gibt´s erstklassige D/A-Wandler. Und Computer-HiFi ist nach Meinung Vieler zudem komfortabler und klanglich überlegen. Andererseits gibt es viele, und dazu zähle auch ich, die die CD dem gerippten Pendant eindeutig vorziehen. Grundsätzlich möchte ich behaupten, dass gute CD-Spieler, wie zum Beispiel der von Jörg Schimmel getestete Icos Fado oder auch mein eigenes Primare-Antelope-Set der Wiedergabe von preislich vergleichbaren Rechner-Wandler-Kombinationen überlegen sind, und zwar wegen ihres mitreißenden Timings und Rhythmus-„Gefühls“. Da ist einfach mehr Verve zu spüren und entsprechend größer ist die Faszination. Dies gilt wohlgemerkt für geripptes CD-Material, keineswegs aber für hochaufgelöste Musik. Und genau diesem Gedanken entspricht das Konzept des Audio Exklusiv CD-Player / Wandlers. Der P-8 ist so aufgebaut, dass seine Digital-Analog-Wandler Stufe auch für den Zugang digitaler Signale von außen offen ist. So befindet sich an seiner Wandler-Platine die Verbindung zum USB-Eingang ebenso wie zu einem koaxialemEingang. Der hochbitfähige USB-Wandler erlaubt die Wiedergabe von PCM mit einer Auflösung bis 192 Kilohertz. Bei Verwendung einer entsprechenden Player-Software auf Ihrem Rechner wie dem sehr vielseitigen und leicht zu bedienenden Audirvana Plus können Sie auch DSD-Files über die Umwandlung von DSD auf PCM wiedergeben. Dies lässt sich leicht einstellen ebenso wie die Begrenzung auf 192 kHz. Über den SPDIF Eingang – er kann ebenfalls 24bit/192 kHz verarbeiten – lassen sich weitere digitale Quellen wie TV-Receiver oder DVD- oderBlu-ray-Player klanglich aufwerten.

Der Audio Exklusiv P 8 besitzt eine mit vier ECC 802 Röhren bestückte Analogstufe und vor allem dies macht mich neugierig auf seinen musikalischen Charakter. Zwei dieser vier ECC 802 arbeiten, ganz schwach gegengekoppelt, als direktgekoppelte Anoden-Kathodenschaltung. Die zwei anderen dienen der Impedanzanpassung. Das verbaute Laufwerk ist das hoch angesehene Philips CD-Pro2LF. Dieses gilt neben den Riemen-getriebenen Laufwerken von CEC oder BMC, beides Firmen in denen Carlos Candeias für die Ingenieursleistungen verantwortlich war oder ist, oder dem Accuphase-Transport als hervorragend und klanglich als eine der bestmöglichen Lösung. Leider hat Philips die Produktion eingestellt. Aber Andreas Schönberg, Chef und Vordenker bei Audio Exklusiv, hat für den unwahrscheinlichen Fall eines Defekts vorgesorgt, so dass auch längerfristig kein Grund zur Sorge besteht. Schließlich ist Audio Exklusiv kein Massenhersteller, dem die Funktionsfähigkeit nach Ablauf der Garantiezeit gleichgültig wäre. Ganz im Gegenteil. Schon der äußere Eindruck des P 8 macht klar, dass hier musikalischer Anspruch auch mit besonderem Aufwand an Material und Verarbeitung gepaart ist. Mit einem Gewicht von 17,6 Kilogramm ist der CD-Player ein absolutes Schwergewicht. Und diese Massivität resultiert nicht allein aus der schieren Masse der Marmorfront, die bekanntermaßen Audio-Exklusiv-Geräte optisch deutlich von Mitbewerbern abhebt. Mein Testexemplar hat eine Front aus Carrara Marmor, kombiniert mit verchromten Bedienelementen. Die Website von Audio Exklusiv gibt Auskunft über diverse Variationsmöglichkeiten von Stein und Bedienelementen. Seit wenigen Monaten wird neben den Fronten aus Marmor oder Granit auch gebürstetes Aluminium, hell oder schwarz eloxiert angeboten. So passt dann auch ein Audio-Exklusiv-Baustein homogen in das Gesamtbild vorhandener Komponenten anderer Provenienz.

Egal ob schlichte, massive Aluminium-Front oder edler Stein, die Fassade wirkt nicht durch Bedienelemente überladen. Der P 8 gliedert sich in nur drei Segmente: Links der verchromte Drehschalter für die Stromversorgung mit den Stufen „Mute“ und „On“. Die Stellung Mute hält die digitale Abteilung und das Laufwerk unter Strom, bei „On“ wird die mit Röhren bestückte Analogstufe zugeschaltet. Hierzu symmetrisch angeordnet befindet sich rechts ein optisch identischer Stellknopf für die Auswahl der Quelle, nämlich S/PDIF, CD, oder USB. In der Mitte der Front, über dem Logo mit Firmen- und Gerätebezeichnung liegt das Display und das Bedienfeld des Players. Es ist schwarz und im Betriebszustand geben die blauen Lettern Auskunft über Titel-Nummer und Zeit. Dies geschieht auch, wenn der P 8 als reiner USB- oder S/PDIF Wandler arbeitet.

Mit insgesamt fünf dezenten Tastern kann das Laufwerk gesteuert und die Illumination gedimmt werden. Haben sie die richtige Helligkeit für sich gefunden, können sie eigentlich diese Bedienelemente komplett vergessen. Auch die beiden haptisch sympathischen großen Schalter links und rechts brauchen Sie nicht wirklich. Denn die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung ermöglicht alle weiteren Bedienungen inklusive des Versetzens in den Standby-Modus. An dieser Stelle kann ich mich der Kritik nicht enthalten: Die Fernbedienung funktionierte in meiner gesamten dreimonatigen Test-Zeit perfekt, aber sie ist gemessen an der Wertigkeit des P 8 selber diesem gegenüber unwürdig. Wer sich allerdings Gedanken darüber macht, wie die Preise einer so anspruchsvollen Manufaktur wie Audio Exklusiv zustande kommen, der weiß, dass eine in ihrer Haptik adäquate Fernbedienung unverhältnismäßig stark zu Buche schlagen würde. Dies ist bei vielen anderen Nobelmarken auch nicht anders. Also verzeihen wir diese Schwäche, zumal Andreas Schönberg mir versicherte, man denke über eine angemessene Lösung nach, da man sich dieses Mankos absolut bewusst sei. Aber ganz klar steht für die Entwicklung im Hause Audio Exklusiv die musikalische Qualität, Solidität und Funktion der Geräte im Vordergrund.

Wie solide im Detail gearbeitet wird, sehen Sie beispielsweise an den Verschraubungen vor allem unten am Gerät, das auf vier transparenten Acryl-Füßen steht, die unten mit weichem Filz beklebt sind. Beim Umgang mit dem P 8 wird die massive Verarbeitung beim Einlegen jeder neuen CD demonstriert. Der Toplader erfordert das Abheben eines großen, runden, schwarzen Deckels, der es in sich hat. Darunter befindet sich der Philips-CD-Pro-typische Puck zur magnetischen Arretierung der CD. Also: CD einlegen, Puck aufsetzen – die Magnetkraft macht dies komfortabel – und dann den schweren Deckel auflegen. Erst dadurch wird dem Laufwerk per Sensor kundgetan, dass es jetzt einzulesen hat, was es nach kurzer Zeit durch die entsprechenden Titel- und Zeit-Informationen im Display bestätigt. Dann bitte Platz nehmen und per Fernbedienung starten. Die direkte Titelanwahl funktioniert perfekt.

Wenn es losgeht, werden Sie sofort hören, warum der P 8 teuer ist. Seine Musikalität wird vom ersten Takt an deutlich. Da spielt es auch keine Rolle, welches Genre Sie mögen. In den drei Monaten habe ich mich kreuz und quer durch meine CDs gehört und keine Sekunde irgendeine Art von Unzufriedenheit empfunden oder den Drang gespürt, auf ein anderes Medium wie etwa Analog zu wechseln. Der P 8 nervt kein bisschen. Sein Klangbild ist sehr weiträumig, vor allem in den tiefen Lagen ordnet er wunderschön im Vergleich zu meiner ähnlich teuren Player/Wandler Kombi. Er stellt die Instrumente klar und griffig an ihren Platz. Besonders bei der Staffelung in die Tiefe, verbunden mit einer ungewöhnlichen Plastizität unterscheidet er sich auffallend positiv von anderen. Der Obertonbereich ist nie aufdringlich, aber gleichzeitig in keiner Weise stumpf. Farbenfreude, Plastizität und Durchhörbarkeit sind die Stärken des Audio Exklusiv.

Der Stings HiFi-Messen-Dauerbrenner „Walking on the Moon“, packend interpretiert vom Yuri Honing Trio, ist ein Genuss in puncto Klangfarbe, Dynamik und musikalischem Fluss. Bei Mahlers fünfter Sinfonie in der Denon-Einspielung mit Eliahu Inbal strahlt die Fanfare des Trauermarsches farbenreich metallisch mit viel Energie. Meine Primare-Antelope-Kombi, miteinander verbunden über die AES Schnittstelle, bildet eindeutig plakativer, großflächiger ab. Der P 8 überzeugt hingegen durch seine Unaufdringlichkeit, Ruhe, Tiefenstaffelung und musikalische Glaubwürdigkeit. In meiner Player-Wandler-Kombi macht es einen riesigen Unterschied, welches Kabel ich zwischen die Geräte schalte, beispielsweise ob Vovox oder Mogami. Der Audio Exklusiv dagegen bildet eine stimmige Einheit. Was will man mehr?

Schrauben Sie doch einfach mal den P 8 auf und schauen hinein. Sauberer Aufbau, Liebe zum Detail, insgesamt hochwertig. Da kann man den Preis abnicken und fühlt sich auch im Hinblick auf den Materialeinsatz fair behaldelt. Das Gehäuse aus zwei Millimetern Stahlblech wird mit Schwermatten resonanzarm gehalten. Eigene Resonanz-Absorber-Technologien werden zur Befestigung der Platinen und in den Abstandshaltern angewandt. Strikt getrennt sind Steuersektion, digitaler und analoger Bereich. An wichtigen Stellen findet man zusätzliche Bedämpfungen und die Lagerung der Gruppen ist durch ausgesuchte Materialirn akustisch optimiert. Dies gilt insbesondere für die mit Schwerfolie beidseitig bedämpfte Basis aus Acryl, auf der das Laufwerk ruht. Verschraubt ist es mit Kunststoff-Messing-Elementen, gelagert auf Nylonbuchsen und Filzpads.

Ein ausgesprochen groß dimensioniertes Netzteils mit entsprechender Störsignal-Filterung spricht für sich: Die drei 80-Watt-Ringkerntrafos in Kombination mit 120.000 Mikrofarad Siebkapazität und aufwändiger Spannungspufferung im Digitalbereich stellen eine überaus solide Stromversorgung. dar. Auf den Leiterplatinen verlaufen 105 Mikrometer dicke Kupferbahnen. In der Wandler-Stufe, die Audio Exklusiv selber konzipierte, verrichteten der Samplerate-Converter ADA 1896 von Analog Devices und ein DA-Wandler-Chip CS4398 von Crystal ihren Dienst. Beide sind die Top-Modelle der jeweiligen Marken und bei Fachleuten längst als hervorragende Exemplare ihrer Art angesehen. Selbstverständlich werden zur Minimierung des Jitter alle Signale neu getaktet. Um an dieser musikalisch ungeheuer wichtigen Stelle zukunftssicher zu sein, wurde zur aktuell implantierten Clock mittels einer zusätzlichen Platine die Installation einer künftigen Superclock vorbereitet. So wird man den P 8 künftig upgraden können, wenn´s beliebt. Die vier in der Analogstufe verwendeten ECC 802 sind Gold-Pin Varianten und selbstredend selektiert. Zusätzlich werden sie mit Dämpfungs-Ringen von außen ruhig und mikrofoniearm gehalten. Audio Exklusivs MKP-Kondensatoren sorgen im Verbund mit Ölpapier-, Glimmer- und Styroflexkondensatoren für eine optimale Filterung des Analogausgangs. Interessant ist der Phasendetektor an der Geräterückseite. Eine rote LED zeigt die richtige Phasung am Netzanschluss an. Das ist vorbildlich.

Die Beschreibung des P 8 als DA-Wandler in Kombination mit meinem Apple Rechner muss ich Ihnen leider schuldig bleiben. Auch nach Installation diverser Treiber vom Audio Exklusivs Partner M2Tech blieb der Wandler stumm. Momente arbeitet man in Italien ein einem neuen Treiber für Apple. Sollte dieser zur Verfügung stehen, ist ein Nachtest nicht unwahrscheinlich. Denn beim Können des P 8 als CD-Spieler ist mein Erwartungshaltung im Hinblick auf seine Leistungen als Wandler von Hochbit-Dateien ausgesprochen hoch.

|
Gehört mit
| |
|---|---|
| CD-Player | Primare DVD 30 |
| Wandler | Antelope Zodiac Plus |
| Vorverstärker | T+A P-10 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern |
| Equalizer für Bass | LA-Audio EQ 231G |
| Endstufen | Primare A-32 (2 x) für Bass, Spectral DMA 100 S mit Enacom-Cinch für Mittelhochton oder Air Tight ATM-3 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern |
| Lautsprecher | Triangle Magellan Grand Concerto sw2 (Bi-Amping) |
| Zubehör | Inakustik Black&White NF-1302, Mogami 2549, Vovox Vocalis, QED Genesis Silver Spiral mit Enacom LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Raum-Absorber |
| Möbel | Creaktiv Audio mit Absorberböden |
|
Herstellerangaben
Audio Exklusiv P 8
| |
|---|---|
| Frequenzgang | 20 Hz bis 20 kHz (-0,25 dB) |
| Geräuschspannungsabstand | 97,8 dB |
| Fremdspannungsabstand | 93,5 dB |
| THD+N | 0,079 % ( CD/PCM) |
| Kanalgleichheit | 0,1 dB |
| Ausgangsspannung | 2,2 Volt |
| Leistungsaufnahme | 38 Watt |
| Abmessungen (B/H/T) | 480/135/455 mm |
| Gewicht | 17,6 kg |
| Preis | 5500 Euro je nach Ausführung |
|
Hersteller/Vertrieb
Audio Exklusiv
|
|
|---|---|
| Anschrift | Andreas Schönberg Sudetenstrasse 11 63691 Ranstadt |
| Telefon | +49 6041 9624217 |
| Fax | +49 6041 9624218 |
| info@audioexklusiv.de | |
| Web | www.audioexklusiv.de |
|
Hersteller/Vertrieb
Audio Exklusiv
|
|
|---|---|
| Anschrift | Andreas Schönberg Sudetenstrasse 11 63691 Ranstadt |
| Telefon | +49 6041 9624217 |
| Fax | +49 6041 9624218 |
| info@audioexklusiv.de | |
| Web | www.audioexklusiv.de |
|
Hersteller/Vertrieb
Audio Exklusiv
|
|
|---|---|
| Anschrift | Andreas Schönberg Sudetenstrasse 11 63691 Ranstadt |
| Telefon | +49 6041 9624217 |
| Fax | +49 6041 9624218 |
| info@audioexklusiv.de | |
| Web | www.audioexklusiv.de |
Klangbibliothek.
| Tonabnehmer | Linn Asaka vdH |
| Tonarm | SME V |
| Verkabelung | Forceline |
| Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (300 Ohm) |
| Musik | „How Deep Is The Ocean“ |
| Downloadgröße | 108 mb |
| Recorder | Nagra VI |
Klangbibliothek.
| Tonabnehmer | Linn Asaka vdH |
| Tonarm | SME V |
| Verkabelung | Forceline |
| Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (300 Ohm) |
| Musik | „Duet“ |
| Downloadgröße | 125 mb |
| Recorder | Nagra VI |
Klangbibliothek.
| Tonabnehmer | Linn Asaka vdH |
| Tonarm | SME V |
| Verkabelung | Forceline |
| Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (300 Ohm) |
| Musik | „Griff“ |
| Downloadgröße | 152 mb |
| Recorder | Nagra VI |
Der Wunsch des Kollegen Jung ist mir Befehl: Hier können Sie hören, wie das von van den Hul aufgearbeitete Linn Asaka klingt – auch wenn die letzten drei Beispiele ebenfalls von einem van-den-Hul-Abtaster stammen.
Das Alter der Konstruktion zeigt sich an einem recht unbedeutenden Detail: Für die Montage des Asaka benötigt man Schrauben und Muttern. Mit beidem in der Nähe der gerade frische eingesetzten Nadel zu hantieren, kann einen schon ein wenig nervös machen. Aber schließlich hängt das System wohlbehalten im SME V. Da verwöhnen einen die modernen Tonabnehmervarianten mit den ins Gehäuse eingeschnittenen Gewinden schon. Dabei geht es gar nicht um den Komfort. Sie bieten einfach mehr Sicherheit vor Beschädigungen des empfindlichen Abtasters. Eine weitere Besonderheit des Linn sind sein ungewöhnlich dünnen Anschlusspins, die es nötig machen, die Gegenstücke am Kabel mit einer Pinzette soweit zusammenzudrücken, dass ein sicherer Kontakt gewährleistet ist. Ein wenig Kraft in der Nähe eines filigranen Systems anzuwenden, macht mich üblicherweise nicht besonders unruhig. Wie ich jetzt beobachten konnte, ist das beim Testobjekt eines Kollegen doch ein bisschen anders. Ich bin jedenfalls froh, Ihnen die Files anbieten zu können, ohne das Linn vorher wieder zu Herr van den Hul zur Reparatur schicken zu müssen.
Auch in diesem Herbst veranstaltet HiFi Linzbach wieder die Westdeutschen HiFi-Tage und zwar am Samstag, den 4., und Sonntag, den 5. Oktober. Wie gewohnt findet die Messe im Maritim Bonn statt.
Wenn es um die Interessen der potentiellen Kunden geht, machen seit einigen Jahren zwei Regionalmessen der High End heftig Konkurrenz, die sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einem internationalen Event für Fachbesucher entwickelt hat. Vorreiter für kundenorientierte Hifi-Präsentation waren die Norddeutschen Hifi Tage in Hamburg, die Wolfgang Borchert, der Inhaber der Hifi Studios Bramfeld initiierte. Zum fünften Mal öffnen in diesem Jahr aber auch schon die Westdeutschen Hifi-Tage in Bonn ihre Pforten. Veranstalter sind hier Benno Salgert & Christian Breil von Hifi Linzbach. Sie kündigen an, dass in diesem Jahr über 80 Hersteller und Vertriebe den interessierten HiFi-Freunden mit Rat und Tat zur Verfügung stehen und Neuheiten, Raritäten aber auch altbekannte, renommierte HiFi-Komponenten gezeigt und vorgeführt werden. In zwei Sälen, elf Salons, 14 Suiten und über 40 Hotelzimmern werden Fachleute umfassend Produkte präsentieren, die jedem HiFi-Freak das Herz höher schlagen lassen sollen. Auch CD- und Vinyl-Freunde werden nicht zu kurz kommen, denn Da Capo wird wieder mit einem Vinyl-Sortiment anwesend sein und Sieveking CDs und LPs anbieten. Ein besonderes Schmankerl gibt es für Foto-Interessierte: Die Firma Foto Brell, Bonn, wird an einem eigenen Stand über die neuesten Trends informieren.
|
Veranstaltung
Westdeutsche Hifi-Tage 2014
| |
|---|---|
| Adresse | Maritim Bonn Godesberger Allee 53175 Bonn Zufahrt über Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 1 |
| Öffnungszeiten | Samstag, den 04.10.2014, von 10:00 bis 18:00 Uhr Sonntag, den 05.10.2014, von 11:00 bis 17:00 Uhr |
| Eintritt | (natürlich wieder) frei |
| Info und Ausstellerliste | www.bonnaudio.de/westdeutsche-hifi-tage |
PS: Wer es selbst nicht nach Bonn schafft, braucht sich nicht allzu sehr zu grämen. Bert Seidenstücker wird wie im letzten Jahr ebenso umfassend wie kenntnisreich in Hifistatement von den Norddeutschen Hifi Tagen berichten.
Die Version 3.0 der bewährten Amarra Audio-Player-Software bietet neben einer Menge anderer Features nun auch die Möglichkeit, DSD-Dateien abzuspielen. Im Folgenden werden vor allem die klanglichen Leistungen des Programms im Vordergrund stehen

Ich weiß nicht, ob Amarra die erste Software war, die für einen besseren Klang aus dem Computer sorgen sollte. Das Programm, dass aus dem Sonic Studio Engine genannten Wiedergabemodul der professionellen Mastering-Software soundBlade hervorging, hat mich jedenfalls begleitet, seit ich begonnen habe, anfangs noch sehr skeptisch Sounds aus dem Rechner über meine Anlage zu hören. Damals war Amarra, das ich Ihnen erstmals im Jahr 2010 vorstellte, in der Mac-Welt ziemlich konkurrenzlos, aber auch entsprechend teuer. Dann traten Mitbewerber in Form von Pure Music und Audirvana auf den Plan und brachten Sonic Studio in Zugzwang: Es gab nun auch abgespeckte, erschwinglichere Varianten, und die Top-Version wurde um weitere Features erweitert. Heute verleihen Amarra Symphony parametrische Equalizer mit Presets für einige hochwertige Kopfhörer und verschiedene Musikstile sowie die Impulse Response Correction (iRC) gleich zwei Alleinstellungsmerkmale.

iRC bietet die Möglichkeit, unter Zuhilfenahme eines Messmikrofons die Beschaffenheit des eigenen Hörraums zu analysieren und mit vom Programm errechneten Filtern gezielt zu verbessern. Dass solche digitalen Korrekturen bei ungünstigen akustischen Verhältnissen für deutliche Verbesserungen sorgen, konnte ich schon vor mehr als einem Jahrzehnt beim Test eines Tact Millenium im für die Musikwiedergabe nicht gerade optimalen Wohnzimmer erleben: Die Korrekturen von Frequenzgang und Laufzeiten brachten eine deutlich überzeugendere räumliche Darstellung und eine stabilere Abbildung. Und damals steckte die Digitaltechnik im Vergleich zu heute beinahe noch in den Kinderschuhen: Von Abtastraten mit 192 Kilohertz etwa wagte man damals nicht einmal zu träumen.

Wer seinen akustisch problematischen Raum mit der im Vergleich etwa zu einem Tact ausgesprochen preiswerten Software-Lösung in den Griff bekommen will, muss allerdings eine prinzipielle Entscheidung treffen: Er hat sich auf den Genuss von Musik-Dateien und CDs zu beschränken oder Schallplatten oder gar Tonbänder zuvor oder auch während des Abspielens zu digitalisieren, damit man auch bei ihnen in den Genuss der Raumkorrektur kommt. Die Möglichkeit, über ein mit dem Computer verbundenes Laufwerk CDs abzuspielen, hatte ich ja schon im Bericht über Amarra v2.0 erwähnt und erfolgreich ausprobiert. Ich bin mir recht sicher, dass jemand, der die Segnungen der Raumkorrektur einmal erlebt hat, nicht wieder ohne hören möchte, aber auch, dass wahre Platten- oder Tonband-Fans die Digitalisierung ihrer Tonträger nicht einmal in Erwähnung ziehen werden. Wer hauptsächlich digitales Material hört und vielleicht mal auf eine mit Pure Vinyl oder Amarra Vinyl aufgearbeitete Scheibe zurückgreifen will, zählt zur Zielgruppe für Amarra Symphony 3.0 mit IRC v3.0. Wer ohne die Raumkorrektur auskommt und nur auf die möglichst gute Wiedergabe seiner Files Wert legt, ist schon mit dem Kauf von Amarra v.3.0 für 158 Euro gut bedient – bis auf eine Kleinigkeit, die mich allerdings bewog, Ihnen hier vor allem aus optischen Gründen die Symphony-Variante zu präsentieren: Nur die Top-Version bietet die „Precision Level Meters“, die Pegelanzeigen, die nun aber leider nicht mehr wie in der vorherigen Version in die Vertikale verschoben werden können und auch ein wenig kleiner dargestellt werden. Dennoch wirken die Screen-shots mit der Pegelanzeige attraktiver. Und wenn man häufiger die Konfiguration von Amarra ändert oder verschiedene Wandler anschließt, ist es auch hilfreich zu sehen, dass die Software ein Signal ausgibt. Außerdem gefallen mir die Anzeigen ganz einfach.

Kommen wir endlich zur wohl wichtigsten Neuerung, der Fähigkeit, nun auch DSD-Files wiederzugeben. Wer hin und wieder einmal einen Blick auf die Grundlagen-Artikel in Hifistatement und hier besonders auf die über DSD (hier ein Link zu http://www.hifistatement.net/grundlagen/item/1020-dsd-ein-format-mit-zukunft-erster-teil) wirft, wird wissen, dass Lautstärkeänderungen und erst recht Frequenzgangbeeinflussungen auf DSD-Ebene unmöglich sind. Für die Filter und die Raumkorrektur von Amarra würde das bedeuten, dass sie beim Abspielen von DSD-Files nicht verfügbar sind – vorausgesetzt man möchte im DSD-Format bleiben. Jon Reichbach und sein Team haben sich entschlossen, dem Besitzer von Amarra die Annehmlichkeiten der Pegelregelung und der raumbezogenen Frequenzgangoptimierung auch für DSD-Dateien zur Verfügung zu stellen. Und das funktioniert nur, wenn man DSD zuvor in PCM umwandelt. Welche Datenrate dafür gewählt wird, entscheidet Amarra je nach angeschlossenem Wandler selbst.
Beim Young DSD sind es beispielsweise 352,8 Kilohertz, das höchste Vielfache von 44.1 Kilohertz, das der Wandler zu verarbeiten in der Lage ist. Die Wandlung von DSD findet dabei in Echtzeit statt: Es gibt keine wahrnehmbare Verzögerung, mit der die Wiedergabe einsetzt. Auf ein ähnliches Verfahren, beim dem DSD vor der Digital/Analog-Wandlung zu PCM konvertiert wird, setzt übrigens auch Daniel Weiss bei seinem Netzwerk-Player. Auch der Profi-Ausrüster zieht die bequeme Lautstärkeregelung der Wandlung von nativen DSD-Dateien vor.

Darüber kann man natürlich trefflich streiten. Auch wenn ich persönlich in den meisten Fällen die Wandlung von DSD der von PCM vorgezogen habe, muss ich zugeben, dass Amarras Argumentation, dem Anwender unabhängig von Format immer dasselbe Ergebnis – inklusive tonaler Anpassung an den Kopfhörer oder Raumkorrektur – bieten zu wollen, in sich schlüssig ist. Meiner Erfahrung nach favorisieren vor allem tief im Analogen verwurzelte Hörer DSD-Formate. Amarra verarbeitet übrigens auch klaglos DSD-Dateien mit 5,6 Megahertz. Wem also hervorragender Klang von digitalen Formaten – hier ist und bleibt PCM ganz gewiss in der Mehrheit – selbst bei akustisch widrigen Umständen ein Hauptanliegen ist, der wird weder die für Analoges nötige Digitalisierung noch die Wandlung von DSD in PCM als Argument gegen Amarra Symphony verstehen. Viel wichtiger als die eigentlich schon überholt geglaubte, ideologisch befrachtete Analog/Digital-Debatte ist schließlich, ob die Version 3.0 besser klingt als die vorhergehende und wie DSD über PCM sich im Vergleich zur nativen DSD-Wiedergabe mittels Audirvana schlägt.

Da nach meinen bisherigen Erfahrungen zwei unterschiedliche Versionen von Amarra nicht auf einem Computer laufen, verglich ich Amarra 2.6 auf dem iMac mit 3.0 auf dem MacBook Pro, wobei in beiden Fällen alle nicht benötigten Programme wie iTunes ausgeschaltet waren. Ja, es gab Unterschiede, doch waren diese recht klein. Die Version 3.0 konnte mit einem etwas größeren Raum, einer nochmals leicht verbesserten Durchzeichnung und einer noch differenzierteren und stabileren Positionierung der Instrumente überzeugen. Wie gesagt handelte es sich hierbei um eher kleine Verbesserungen, die über eine hoch auflösende High-End-Kette gut wahrzunehmen sind, bei einer ordentlichen Anlage aber nicht unbedingt ins Gewicht fallen. Aber das beweist andererseits ja nur, auf welch hohem Niveau Amarra bisher auch schon arbeitete.
Eher noch geringer sind die klanglichen Differenzen zwischen Amarra 3.0 und Audirvana bei der DSD-Wiedergabe: Hier kostet die Umwandlung in PCM bei Amarra einen Hauch Luftigkeit und lässt Becken ein wenig silbriger klingen. Bei Audirvana besitzt das Blech einen eher goldenen Glanz. Da sind die Unterschiede zwischen Wandlern ein und derselben Preisklass gewiss deutlich stärker ausgeprägt.

|
Gehört mit
| |
|---|---|
| Computer | iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.9.1 MacBook Pro 2.53 Ghz Intel Core 2 Duo,4Gb, OS X 10.9.4 |
| Audioplayer | Amarra Symphony 2.6, Audirvana. Pure Music |
| D/A-Wandler | M2TECH Young DSD und Van der Graaf, Mytek 192-DSD-DAC |
| Vorverstärker | EAR Yoshino 912 |
| Endstufe | Ayon Epsilon mit KT 150, MSB Technology Platinum Mono 203 Amplifier |
| Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
| Kabel | Swiss Cables, Göbel Statement, Sunwire Reference, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S, Audioquest Diamond |
| Zubehör | PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty, Harmonix Real Focus, Franc Audio Slim Foot, bfly Basen und Füße, High End Novum PMR Premium |
|
Herstellerangaben
Amarra Symphony 3.0 mit IRC v3.0
| |
|---|---|
| Amarra Symphony 3.0 | • spielt die Formate WAV, AIFF, FLAC, ALAC, MP3 und mehr • unterstützt 64 und 128 DSD-Formate • verwendet ein hochentwickelte Echtzeit-DSD-zu-PCM-Wandlung • enthält parametrische Equalizer in Mastering-Qualität mit Presets für hochwertige Kopfhörer wie beispielsweise Audeze, KEF, Grado, Nuforce und andere • verfügt zusätzlich über einen 4-Band-Mastering-Equalizer • bietet einzigartige Cache- und Playlist-Betriebsarten • arbeitet mit iTunes oder stand-alone • erlaubt die Installation auf zwei Macs • ermöglicht mit iRC (Impulse Response Correction) eine Korrektur der Raumakustik • beinhaltet die Amarra sQ Audio-Processor-Anwendung für streaming-Inhalte • kostet 658 Euro |
|
Vertrieb
digital-highend Higoto GmbH
| |
|---|---|
| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | +49 201 832 5825 |
| info@digital-highend.com | |
| Web | www.digital-highend.de |
|
Hersteller
Sonic Studio LLC
| |
|---|---|
| Adresse | 330 Sir Francis Drake Blvd. Suite A San Anselmo CA 94960-2552 |
| Internet | www.sonicstudio.com/amarra/ |
Haben Sie Kinder? Nein? Sie verpassen was! Mein Jüngster kann mit zweieinhalb schon Fußball spielen. Einen Ball schießt er Ihnen aus fünf Metern Entfernung gezielt volley aus der Hand vor den Kopf. Etwas kritisch wird es dann, wenn der begabte Nachwuchs einen mittelgroßen Gummiball unter die Decke donnert und dieser durch die spontan wirkende Schwerkraft von oben auf einen spielenden Plattenspieler befördert wird.
Der Schaden ist beträchtlich. Bekennende Analog-Hörer benutzen ja bekanntlich keine Haube auf ihrem Wiedergabegerät, und so setzte der Korpus des Tonabnehmers unter Verlust des Nadelträgers mit einem wirklich hässlichen Geräusch einmal auf der LP auf, um dann zur Mitte über das Label eskortiert zu werden. Ein kleines Klicken beim Überfahren des Mitteldorns, und dann war es plötzlich ganz still...

Das Linn Asaka ist sicher kein aktuelles Tonabnehmersystem und wandert auch bei mir nur noch ab und zu unter den Tonarm. In diesem Fall übrigens ein Rega RB-300 aus den Anfangsjahren, der die Aktion weitestgehend unbeschadet überstanden hat. Mechanisch in Ordnung hatte lediglich ein Kanal leichte Aussetzer. Die abgespielte LP hat übrigens keinen Schaden genommen, warum auch immer. Den Arm schickte ich am nächsten Tag zu Mario Grözinger von highend-online, wo dieser zum erträglichen Kurs von 145,90 Euro komplett neu durchverkabelt und überholt wurde. Die Arbeit und Materialwahl überzeugen mich immer wieder, auch wenn man manchmal etwas Geduld mitbringen muss.
Aber da war ja noch der Tonabnehmer. Bei dem Linn, das schon sehr lange bei mir ist, mochte ich immer den etwas prominenten Bassbereich, die substantiellen farbigen Mitten und den eher zurückhaltenden Hochton, der aber nicht zu sanft war. Eine prima Sache, um der ganzen analytischen Moderne mal einen Moment den Rücken zuzukehren. Ganz nebenbei finde ich das Ding auch noch richtig schick. Und jetzt Totalschaden, ärgerlich das. Irgendwie hat es mich auch nicht losgelassen. Sicher haben im Laufe der Zeit diverse Systeme bei mir das Leben mit Nadelbruch ausgehaucht, aber das waren immer eher die kleinen Kaliber. Ich erinnere mich an ein Denon DL-110, ein AKG P8ES Nova vdHII, ein Ortofon X3MC, und die waren eh schon am Ende ihrer Laufzeit gewesen.
Da gibt es die Möglichkeit des Retippens, also den defekten MC-Abtaster mit einer neuen Nadel beziehungsweise einem Nadelträger versehen zu lassen. In der Regel wird dabei der alte Nadelträger abgeknipst und ein neuer aus Aluminium samt Abtastdiamant darauf geschoben und verklebt. Derartiges habe ich mal mit einem Accuphase AC3 machen lassen und war über das Ergebnis, trotz Shibata-Schliff, nicht besonders erfreut – besonders dann nicht mehr, als im Bekanntenkreis eines im Originalzustand zum Vergleich zur Verfügung stand.
Die Option der Inzahlungnahme beim Kauf eines neuen Abtasters ist auch eher nichts, wollte ich doch keinen neuen Linn-Abtaster, sondern mein altes Asaka erhalten. Ganz nebenbei sind die aktuellen MC-Modelle preislich etwas außerhalb meiner Reichweite angesiedelt, ich muss ja jetzt ganz viele neue Bälle kaufen. Wobei, wenn sich das fußballerische Talent meines Sohnes so weiter entwickelt, vertickere ich ihn mit 15 für 80 Millionen an den FC Barcelona, dann habe ich das ganz schnell wieder drin.
Als dann ein paar Tage später ein Monk-Übertrager vom bt-vertrieb, den ich mal zum Ausprobieren mit dem Linn angefragt hatte, kam, habe ich Stefan Becker, dem Geschäftsführer von bt die Geschichte erzählt, weil ich ihm das Gerät nun zurückschicken würde, ohne es gehört zu haben. Seine Anregung war, das System an Altmeister A. J. van den Hul zur Überarbeitung zu schicken. Den hatte ich in diesem Zusammenhang ganz vergessen und verdrängt, dass er auch einen Reparaturservice anbietet. Andererseits hat das System schon einige Jahre auf dem Buckel und van den Hul nimmt bei Bedarf Systeme komplett auseinander und wickelt sogar die Spulen neu, wenn dies möglich ist.
Nun ist der Schliff eines Tonabnehmers nicht unerheblich für den Gesamtklang verantwortlich und der alte elliptische Schliff sicher nicht unbeteiligt am etwas gemütlichen Charakter des Asaka. Das sollte man sich überlegen. „Schick's einfach her und wir geben es weiter, mehr als kaputt sein kann es ja nicht.“ Das leuchtete mir irgendwie ein. Auf die Frage nach dem Preis wurde mir erläutert, dass es keine festen gäbe. Das System wird erst mal gemessen und bei Bedarf auseinandergenommen und in Abhängigkeit vom Schaden der Preis kalkuliert. Zehn Tage später bekam ich die Nachricht, dass das System intern nichts abbekommen habe und elektrisch wie neu sei. Empfohlen wurde mir die Instandsetzung mit Bornadelträger und (natürlich) vdH-Nadel für 371,34 inklusive Versand. Das ist im Verhältnis zur Inzahlungnahme bei Neukauf extrem günstig, dafür gibt es nicht mal eine Ersatznadel für ein höherpreisiges Magnetsystem. Dazu kommt das gute Gefühl, dass da jemand mit tiefgreifender Ahnung und Erfahrung in der Materie zu Werke geht. Ganz nebenbei gelten die Diamanten von van den Hul als außerordentlich langzeitstabil. Also habe ich nicht lange nachgedacht und das Angebot bestätigt.

Knappe drei Wochen später erreichte mich ein Päckchen vom Vertrieb. Außen auf der Verpackung des Linn klebte ein van den Hul Aufkleber, auf dem System vorne auch, sowie eine feine, eingeritzte Signatur an der Rückseite. Der sehr dünne Nadelträger sitzt absolut gerade, der Abtastdiamant mit etwas viel Klebstoff daran befestigt. Der neue massive Bohrstab, auf dem der vdH1 Diamant thront, ist wohl von vorne in das alte Aluröhrchen geschoben worden.
Schnell in den zwischenzeitlich genesenen Rega eingebaut, Pi-mal Daumen einjustiert und an den inzwischen bei mir etablierten iFi Phono angenabelt. Keine Angst, ich habe später mein „Reinschätzen“ mit einer Schablone überprüft und tatsächlich die Nullpunkte des Rega-Arms genau getroffen – es gibt Momente, da fühlt man sich einfach gut!. Ganz nebenbei wird die Gefährlichkeit scharfer Nadelschliffe, in diesem Fall einer mit 3 x 85 µM Verrundungsradius, in meinen Augen überschätzt. Da gibt es immer drei Schablonen in der Schublade mit unterschiedlichen Nullpunkten, und die stimmen dann auch nur an zwei Stellen auf der Platte. Also keine Panik.

Die Einspielphase gestaltete sich erfreulich kurz und unkompliziert, nach zwei LP-Seiten passierte nichts Bemerkenswertes mehr. War das jetzt noch mein altes Asaka? Nein. Aber die häufig kolportierten Horrorgeschichten, dass der Charakter eines Systems komplett zerstört werde und man hinterher ein van den Hul-System hat (immerhin!), bewahrheitet sich nicht. Geblieben ist die Substanz, Farbe und der Schub untenrum. Dazu gekommen ist eine ausgeprägte Souveränität und vor allem unglaubliche Sauberkeit im Hochtonbereich. Die befürchtete Betonung oberer Frequenzen bleibt völlig aus, und es fügt sich ein Mehr an Information harmonisch in das Klangbild ein. Die Abtastgeräusche sind kaum noch wahrnehmbar, die Töne kommen aus einer bisher nicht bekannten Tiefe vor einem nicht vorhandenen – gern als schwarz bezeichneten – Hintergrund. Ist das System besser? Im Sinne des Erfinders, der aufgrund der Stellung im eigenen Programm – darüber rangierte noch das Karma – einige Limitierungen eingebaut hatte, sicher nicht. Insgesamt auf jeden Fall. Das Asaka ist im Vergleich zu vorher einfach ein richtig kompletter Abtaster geworden. Vielleicht stellt Dirk Sommer ja noch mal ein paar Klangbeispiele in die Klangbibliothek, damit sich jeder ein Bild davon machen kann.
Die Frage, ob sich das gelohnt hat, stellt sich nicht. Davon abgesehen, dass ich für das Geld heutzutage nicht mal in die Nähe eines adäquaten neuen Tonabnehmers käme, ist mein altes Schätzchen gerettet, was an sich unbezahlbar ist, und sollte mir noch auf Jahre hinaus Freude bereiten – solange kein Ball von oben kommt. Dass es auch noch besser klingt als vorher, nehme ich dabei durchaus gerne in Kauf.

|
Gehört mit
| |
|---|---|
| Analoglaufwerk | Thorens TD-321, Technics SL-151/II |
| Tonarme | Rega RB 300, Roksan Tabriz |
| Tonabnehmer | Goldring G-1022GX, Linn Asaka v.d.H. |
| Phonopre | AMR ifi iPhono |
| Verstärker | music hall a15.2 |
| Lautsprecher | Rogers Studio1, Heissmann-Accoustics Cinetor, RFT BR25E |
| Kabel | TaraLabs, RG142, Vovox, Sommer, Oehlbach, Baumarkt, Funk-Tonstudiotechnik, Supra Cable |
|
Tonabnehmerreparatur van den Hul
| |
|---|---|
| Hersteller/Vertrieb | B&T hifi vertrieb GmbH |
| Adresse | Hauptstr. 14, 40699 Erkrath |
| team@bthifi.com | |
| Web | www.bthifi.com |
|
Tonarmrevision
| |
|---|---|
| Hersteller/Vertrieb | Highend-Online, Mario Grözinger |
| webmaster@highend-online.eu | |
| Web | www.highend-online.eu |
|
Vertrieb
audioNEXT GmbH
| |
|---|---|
| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | 0201 5073950 |
| info@audionext.de | |
| Web | www.audionext.de |
Ein Streamer, der mit einer Vielzahl von digitalen Ausgängen gesegnet ist, aber dennoch ohne eigenen D/A-Wandler auskommt? Zugegeben, die Infos zu Auralics neustem Produkt haben mich zuerst etwas befremdet. Ohne integrierte Wandlung schien so ein Gerät seiner Kernkompetenz beraubt zu sein. Und genau hier beginnt der Irrweg
In vielen hochklassigen Musiksystemen arbeiten bereits kompetente D/A-Converter, die ihren Nutzern eine Menge Freude bereiten. Auralics Aries Streaming Bridge öffnet in diesen Setups die Tür zu allen Vorzügen, die eine Vernetzung bietet. Musikdateien die im heimischen Netzwerk auf einem Rechner oder auf einem Network Attached Storage (NAS gleich netzgebundenem Speicher) liegen, können via Netzwerkverbindung über die „Brücke“ im D/A-Wandler verarbeitet werden. Online-Streaming-Dienste wie WiMP oder Qobuz mit ihrem riesigen Musikarchiven werden komfortabel mittels iPad & Co. erreichbar und über das vorhandene Equipment adäquat wiedergegeben und, und, und…
Aber es ist nicht nur der Zugriff auf die vielfältigen Möglichkeiten – Auralic hat mit seinem Produkten zudem den Anspruch, eine überragende klanglich Performance zu bieten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde nicht einfach um ein Streaming Modul eines x-beliebigen Herstellers eine angepasste Peripherie aufgebaut.

Nein, die beiden musikbegeisterten Firmengründer Xuanqian Wang und Yuan Wang beschritten den beschwerlichen Weg, sie entwickelten ihr eigenes Board. Ein schneller Prozessor mit viel Rechenleistung, ein umfänglicher Puffer, ein schlankes Betriebssystem und der doppelte Einsatz von Auralics Waffe gegen Jitter, die famose Femto-Clock, sind die wohlfeilen Zutaten der Eigenentwicklung. Technisch formuliert: ARM Cortex-A9-1GHz-Prozessor, 1-GB-DDR3-Hauptspeicher kombiniert mit einem 4GB großen internen Massenspeicher.

Geballte Elektronik – und sei sie noch so leistungsfähig – benötigt heute nicht mehr viel Platz und so sind die Abmessungen der Streaming Brigde entsprechend kompakt. Das umgebende Kunststoffgehäuse ist zudem mit seiner wellenförmigen Oberseite ausgesprochen attraktiv gestaltet. Bis auf das schlanker ausgestattet Grundmodell Aries LE nimmt zur Zeit kein weiteres Gerät der Auralic-Produktfamilie diese eigenständige Designsprache auf, aber das muss ja so nicht bleiben. Schalter sucht man auf der Front vergebens, hier dominiert ein großes über alle Betriebszustände informierendes Display. Gedrückt und geschaltet wird entweder über die beiliegende Fernbedienung oder auf dem nicht beiliegenden Tablett. Auf der Rückseite befinden sich die digitalen Ein- und Ausgangspforten, sowie der Anschluss für das ausgelagerte Netzteil. Alle Buchsen sind von hoher mechanischen Güte, die gewählten Abstände bieten auch üppigen Kabelquerschnitten ausreichend Platz. Einen harten Netzschalter am Gerät gibt es nicht, der befindet sich am üppig dimensionierten Kraftspender. Und wie so oft gilt auch hier: Wohlklang vs. Abschalten.

Im Inneren verborgen ist die W-LAN Antenne, die auch die richtig dicken Päckchen empfangen kann. Traditioneller hingegen die kabelgebundene LAN-Verbindung, die einen mit ausreichend Bandbreite ausgestatteten zuverlässigen Kontakt herstellt. In welcher Verpackung die Datenpakete Auralics Jüngsten erreichen spielt in der Praxis keine Rolle – salopp gesagt versteht er eigentlich alles. So kann der Datenfluss sowohl aus DSD- wie auch aus PCM- Inhalten bestehen, daneben werden alle gebräuchlichen und etliche außergewöhnliche Audioformate unterstützt. Differenzierter sieht es ausgangsseitig aus, wobei die Grenzen nicht durch den Aries gesetzt werden. DSD64 respektive DSD128 wird originär über den USB-Anschluss ausgegeben, viele D/A-Wandler verstehen diese Sprache. DoP (DSD over PCM) kultiviert die S/PDIF bzw. AES/EBU Ausgänge und macht sie damit prinzipiell DSD tauglich. Leider funktioniert das nicht ohne Einschränkungen, denn DoP verhüllt die DSD-Daten im PCM-Datenstrom und nur wenige Converter können zur Zeit diese Verkleidung umkehren. Aufgrund der Bandbreitenbegrenzung wird die Rate zudem bei DSD64 gedeckelt.
Und noch etwas gilt es zu beachten, nicht jedes NAS-Laufwerk ist DSD tauglich. Vor einer umfänglichen DSD-Shopingtour auf den einschlägigen Plattformen (zum Beispiel www.highresaudio.com) sollte eine Kompatibilitäts-Abfrage stehen. Weitaus gebräuchlicher ist die Übertragung im PCM-Modus, der an allen Schnittstellen bis maximal 384 kHz mit 32 Bit abgegriffen werden kann (S/PDIF und AES/EBU bis maximal. 192 kHz mit 24 Bit).

Als Steuerungssoftware für den Auralic steht Lightning DS kostenlos im Apples App-Store zum herunterladen bereit. Android Anwender finden ab dem Spätsommer ein entsprechendes Angebot auf ihrer Download-Plattform, zum Jahresende sind die Desktop-Varianten avisiert. Lightning DS macht nicht nur die Bedienung der Bridge leicht, in dessen Menü werden auch die grundlegenden Geräte-Einstellungen für den Aries vorgenommen. Hilfreich ist dabei die perfekt eingebundene Online-Bedienungsanleitung, die mit einem „Tastendruck“ erreicht wird. Alle Funktionen werden dort in englischer Sprache anschaulich erläutert. Die eigene Musikbibliothek, in der Testkette der Medienserver Minim, wird schnell als Quelle identifiziert. Daneben stehen je nach gewählter Betriebsart (OpenHome, uPnP oder AV) in der „Sidebar“ die (Online-)Streaming-Dienste, Radio, WiMP oder Qobuz, AirPlayTM und Songcast zur Verfügung.
Gradlinig ist der Zugriff auf die einzelnen Dienste. Augenblicklich müssen allerdings beim Internet-Radio die Stationen noch händisch eingegeben werden: Das geht auch komfortabler. Jedoch wird die App kontinuierlich weiterentwickelt und stetig aktualisiert, einer Nachbesserung steht damit nichts im Weg.
Apropos Update: Sobald die Aries Streaming Bridge mit dem Netz verbunden wird, sucht auch sie nach Aktualisierungen. So folgte auf die erste Inbetriebnahme meines Testgerätes eine größere Revision der Firmware. „Wir werden zukünftig regelmäßig kostenlose Online-Upgrades bereitstellen, um die Performance und Kompatibilität laufend zu verbessern sowie neue spannende Funktionen hinzufügen wie etwa Local-Storage-Playback, DSD-Upsampling, Raumkorrektur und Mehrkanal-Audio“ so Firmengründer Xuanqian Wang. Aus dem zitierten Update-Fahrplan möchte ich Local-Storage-Playback herauspicken, da hier die Bestimmung eines bisher unbeschriebenen USB-Eingangs liegt. Mittelfristig kann dort ein Speichermedium Anschluss finden, dessen musikalischer Content durch den Aries ausgelesen und zur Verfügung gestellt wird.
Da Auralic die gleiche OpenHome-Struktur nutzt wie der schottische Hersteller Linn, werden entsprechend spezifizierte Endgeräte problemlos erkannt und als mögliche Ausgabegerät ausgewiesen. Umgekehrt funktioniert es gleichfalls: Die Linn´sche Steuerungssoftware Kinsky kooperiert stressfrei mit dem Aries, wenn auch mit eingeschränkten Funktionsumfang. Lightning DS hat sich alle für die Musik relevanten Daten geholt, die Cover der Alben erscheinen auf dem iPad, der Auralics Aries sowie der Linn werden als potentielle Abspielstationen aufgelistet. Es kann losgehen!
Für gewöhnlich versuche ich, hastig durchgeführte Vergleiche zweier Komponenten zu vermeiden, zu schnell wird das Bekannte als das Bessere beurteilt. Bei der Streaming Bridge konnte ich allerdings der Versuchung nicht widerstehen, zu sehr brannte ich darauf zu erfahren, ob ein scheinbar so untergeordnetes Modul wie eine Streaming-Einheit wirklich klangrelevant ist. Beide Streamer bekamen einen drahtgebundenen Zugang zum Router, vom Auralic ging es dann via Digitalkabel zum Wandler des Sparringspartners. Schlechtere Voraussetzungen hat damit der Aries, da sein Signal längere Wege sowie eine zusätzliche Steckverbindung überwinden muss.
Achtziger Jahre Pop steht ganz oben auf der Playlist, „Famous last word“ von Tears for Fears. Der Sennheiser lässt in meinem Kopf eine mächtige künstlich erzeugte Weite entstehen, Synthieklänge und der pathetische Sprechgesang Roland Orzabal füllen die Sphäre. Bevor das Schlagzeug zu seinem Einsatz kommt, steht fest, Streaming-Boards können sehr verschieden klingen!
Emiliana Torrini folgt mit ihrem eindringlichen Stück „Lifesaver“ auf In our sleep, das Laurie Anderson mit ihrem Lebensgefährten Lou Reed intoniert: Das Ergebnis verändert sich nicht. Empfängt der Aries die Datenpakete vom NAS, entsteht ein größerer Raum, die Musiker wirken gelassener, die Aufnahme gewinnt an Ausstrahlung. Befeuert die Endstufe die Schallwandler, wird der Zugewinn an Räumlichkeit noch fassbarer: Die virtuelle Bühne weitet sich „sichtbar“ hinter der Lautsprecherebene. Die Tonalität verändert sich indes kaum, hier dominiert offenkundig der Einfluss des Wandlers.

Befragt man die sympathischen Macher von der deutschen Auralic-Dependance nach dem Warum, dann steht der Terminus Jitter – Wikipedia erklärt: …engl. für „Fluktuation“ oder „Schwankung“, bezeichnet das zeitliche Taktzittern bei der Übertragung von Digitalsignalen – im Zentrum der Antwort. Dies klangabträglichen, umfassbar kleinen Stolpersteine, die den kontinuierlichen Datenstrom aus dem Takt bringen, sollen von den eigens entwickelten Schaltungen des Auralic aus dem Weg geräumt. Die Kombination aus Aries und dem hauseigenen Wandler Vega soll diesen Ansatz weiter untermauern. Beiden gemein sind die patentierten ActiveUSB Anschlüsse, die mit ihrem speziellen Protokoll ebenfalls in den Kampf gegen den Jitter ziehen. Dies passiert einerseits mit einer größeren Daten-Pufferung, anderseits durch eine verbesserte Synchronisation dank der außerordentlich präzisen Femto-Clock. Diese Maßnahmen haben übrigens keine Bedeutung für die Kompatibilität mit „gewöhnlichen“ USB-Buchsen.

Wenige Takte reichen, um die Überlegenheit der Auralic-USB-Verbindung zu erkennen. Mehr Akkuratesse, Ruhe und Natürlichkeit begleiten den Wechsel von S/PDIF zu USB. Damit wäre die Kabelfrage geklärt, dem weiteren genussvollen Streifzug durch die Musikbibliothek steht nichts im Weg. „Since I´ve been lovin you“ live von Led Zeppelin: Eine fette Gretsch-Bass-Drum in Kombination mit einem ekstatischen Sänger und einer Les Paul, die zwischen Rohheit und Genialität pendelt. Oder Rory Gallaghers Irish Tour: Der Mann ging mit seiner Stratocaster vermutlich ins Bett. Gemeinsam erzählen sie in „A million miles away“ eine Geschichte. Und mit jeder gespielten Note wird mir klar: Kollege Wolfgang Kemper hat in seinem Test völlig zu Recht die musikalischen Qualitäten des Vega gerühmt. Als Direct-Stream-Digital-Datei liegt mir das Album Night von Holly Cole vor: Wie immer bei der kanadischen Jazz-Interpretin sind die gecoverten Songs perfekt produziert. Erstmalig werden damit in meiner Kette Daten in Töne verwandelt, die dem für die SACD entwickelten Datenstrom entsprechen: Im Zusammenspiel weben Aries und Vega aus den 2,8224 Millionen Datenbits, die pro Kanal und Sekunde nativ zugespielt werden, ein feines extrem stabiles, räumliches und entspanntes Klanggespinst. Chapeau! Hollys Interpretationen über die dunklen Stunden des Tages stehen im Mittelpunkt der Darbietung, alle anderen Aspekte der Reproduktionen treten hingegen in den Hintergrund. Zum aufkeimenden – nach meinem Dafürhalten völlig überflüssigen – Formatstreit soll dies ausdrücklich kein Beitrag sein, denn die alternativ gehörten hochaufgelösten Datenströme im PCM-Modus klangen ebenso souverän. Auralics Duo geht mit der Formatvielfalt ganz pragmatisch um. Egal was kommt, egal wie es kommt, Aries und Vega holen immer das Beste heraus.

|
Gehört mit
| |
|---|---|
| Computer Audio | NAS-Laufwerk Qnap TS 109, Minim Server, Router Speedport W 723 V |
| Streaming Server | Minimserver |
| Steuerung | UpnP Kontroll Auralic Lightning-DS App für Apple iPad (eine App für Android steht voraussichtlich im Herbst 2014 bereit), Linn Kinsky (eingeschränkter Funktionsumfang), Apple iPad Mini |
| D/A-Wandler | Auralic Vega, Linn Majik I DS |
| Netzwerkspieler, Vorverstärker | Linn Majik I DS |
| Endverstärker | Linn Majik 2100 |
| Lautsprecher | Audio Physic Sitara 25+ |
| Kopfhörerverstärker | Lake People G 100 |
| Kopfhörer | Sennheiser HD 800 |
| Kabel | Monster Cable LAN, Linn NF, Naim Audio Lautsprecherkabel, Netzleiste Music Line |
| Möbel | Phonosophie Tripod |
|
Herstellerangaben
AURALiC ARIES Wireless Streaming Bridge
| |
|---|---|
| Typ | Streaming Modul (das ist eine „Brücke“ zwischen Musikdateien im Netzwerk respektive. Online Streaming-Musikdiensten und einem D/A Wandler |
| Digitale Eingänge | Ethernet (LAN), USB 2.0, WLAN (IEEE-802.11n-Standard) |
| Digitale Ausgänge | S/PDIF Toslink (Lichtleiter), S/PDIF (RCA), AES/EBU (XLR), USB |
| Auflösung/Datenstrom | Eingang: PCM bis 384 kHz / 32 Bit (DXD), DSD64, DSD128 Ausgang: PCM via USB (max. 384 kHz / 32 Bit), S/PDIF & AES/EBU (max. 192 kHz / 24 Bit) Ausgang: DSD originär via USB, via DoP in Verbindung mit vorbereiteten Wandlern über S/PDIF & AES/EBU bis DSD64 |
| Audioformate | AAC, AIFF, ALAC, DIFF, DSF, FLAC, MP3, OGG, WAV, WV, WMA |
| Online-Streaming-Dienste | Radio, WiMP & Qobuz (weitere sind in Vorbereitung) |
| Streaming-Dienste | AirPlayTM (AirPlay is the trademark of Apple Inc.), Songcast |
| Stand der Firmware | August / September 2014 |
| Abmessungen (H/B/T) | 70/250/200mm |
| Gewicht | 0,8 kg ohne Netzteil |
| Preis | 1500 Euro |
| Lieferumfang | Externes Linearnetzteil, Fernbedienung, Netzkabel |
|
Vertrieb
audioNEXT GmbH
| |
|---|---|
| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | 0201 5073950 |
| info@audionext.de | |
| Web | www.audionext.de |
Im zweiten Teil des Bericht über das 94. Treffen der Krakauer Musik- und Hifi-Fans geht um eine Weltpremiere von Ayon Audio und den Vergleich des Klanges von HiRes-Files mit dem von CD
Im Folgenden lesen Sie, wie die Anwesenden die Qualität ein und desselben Songs beurteilen, der über denselben Wandler einmal als hochaufgelöste Musik-Datei und einmal von einer MFSL-Gold-CD-R, abgespielt auf einem Ayon CD-T, erklang.
Wiktor
Um ehrlich zu sein, der Unterschied war nicht so groß. Wir hatten mehr Micro-Informationen und ein wenig mehr Glanz bei den Audio-Files. Dennoch haben sie mich nicht überzeugt. Für mich war der entscheidende Moment der, in dem das Serpent einsetzt. Ich dachte bei mir: Wow, der Typ ist verdammt gut. Deshalb ziehe ich die CD vor. Sie klingt für mich ehrlicher, selbst wenn sie im Vergleich zur Datei ein paar Details vermissen lässt.
Bartosz G.
Die harmonischen Obertöne der Instrumente hörte man bei den Dateien besser, den Körper der Instrumente bei der CD. Aber ich muss zugeben, dass mich der Sound der CD umgehauen hat. Er war wie aus einem Guss, wirklich fantastisch!

Janusz
Ich bin seit langer Zeit ein Anhänger der Compact Disc und werde das vermutlich auch bleiben. Die Aufnahme wirkte als Datei lauter, auch wenn das in Wirklichkeit nicht so war. Wohl, weil man die größere Menge an Details als höhere Lautstärke interpretiert. Aber ich liebe die CD. Warum? Wegen ihrer wunderschönen Weichheit und Fülle des Klanges. Der Unterschied war nicht groß, nach einigem Nachdenken würde ich jedoch sagen, da gab es irgend etwas zusätzliches bei der Musik-Datei, das auf der CD nicht vorhanden war. Ich meine etwas „hinter“ dem Klang, was ihn glaubwürdig macht. Wenn ich wählen müsste, würde ich mich daher für die Datei entscheiden.
Ryszard B.
Jesus Maria – die Musik-Datei ist es. Punkt.
Ryszard S.
Ich verstehe, was ihr sagt und bin auch mit allem einverstanden. Lasst mich aber wiederholen, dass wir über geringe Unterschiede reden. Ich würde die CD wählen, wegen ihrer Geschmeidigkeit und ihres Flusses. Das kompensieren die zusätzlichen Details der Datei nicht.
Jarek
Ich stehe immer fest hinter der CD. Aber diesmal nicht. Ich kann kein Gefühl im Klang der CD erkennen, wenn ich sie mit der Datei vergleiche. Als ich die CD hörte, hätte ich nicht sicher sagen können, welche Saite zu welchem Instrument gehört. Dieses Problem hatte ich mit der Datei nicht, wegen der besseren Differenzierung des Raumes und der Klangfarben.

Andrzej
Der generelle Eindruck, den die Datei nach dem Abspielen bei mir hinterließ, war der von Ruhe. Ein sehr positiver Eindruck. Das war nach meiner Meinung die Art von Darbietung, bei der etwas geschieht. Die CD klang angenehm und flüssig, war aber selbstzentriert und weniger sensibel gegenüber der Aufnahme an sich.
Wiciu
Ich bin über diese Meinungen überrascht, weil ich im Gegensatz zu meinen Vorrednern glaube, dass die CD deutlich besser klingt. Sie bietet mehr von allem, zuerst wären da mal die Obertöne, woraus ein in sich voller Klang und eine bessere Tonalität resultiert. Der Fluss des Klanges war einfach brillant. Der Vergleich erinnerte mich an die Unterschiede zwischen Schallplatten, die zwischen 1950 und 1960 hergestellt wurden und in diesem Fall das Äquivalent zum Klang der CD sind, und heute veröffentlichtem Vinyl, das der Musik-Datei entspricht. Ich ziehe erstere vor, denn ich hasse letzteres.
Marcin
Ich habe keine Idee, warum das so ist, aber für mich klangen die Dateien besser. Folglich mag ich eine Menge Details und, dass alles klarer ist.
Tomek
Nachdem ich fünf Sekunden lang die Aufnahme als File gehört hatte, fing ich an, nach etwas im Klang zu suchen, das seine Überlegenheit beweisen könnte. Das ist üblicherweise ein verräterisches Zeichen dafür, dass etwa falsch ist. Wenn etwas besser ist, ist es einfach besser und man muss nicht speziell danach suchen. Aber nach einer Weile habe ich losgelassen und nur noch auf die Musik gehört. Ich kann ehrlich sagen, dass ich auf dieser Basis den Klang der CD vorgezogen habe. Bei der Datei konnte ich mehr Details hören, aber das bedeutete für mich nicht „mehr Musik in der Musik“. Genaugenommen beeinträchtigten so viele Detail sogar mein Musikhören; es war unnatürlich.
Janusz
Dazu sage ich Amen.
Bartek P.
Ich bestätige, was Tomek sagte: Die Datei war detailreicher, und das lässt sich nicht wegdiskutieren. Aber die Details wurde auf eine so grobe Art rübergebracht, dass sie einem die Freude am Hören nahmen. Zumindest im Vergleich mit der CD, die tiefer, kohärenter und natürlicher klang.

Das neue Gerät, das Gerhard mit nach Krakau brachte, war das erste und bis dahin auch einzige dieser Art in der Welt. Bald werden aber alle Ayon Player diese Funktion an Bord haben: Ich spreche über die Fähigkeit, DSD-Dateien direkt abzuspielen, ohne dass die DSD-Audio-Daten in PCM-Container gepackt und als PCM-Datenstrom verkleidet werden, was die Idee hinter dem zur Zeit verwendeten DoP-Transfer-Protokoll ist (DSD over PCM).
Sony führte zusammen mit Philips das SACD-Format ein, das waren optisch abzutastende Scheiben zur Speicherung von DSD-Daten. Das Ziel, das auch schon den Start der CD begleitete, war es, soviel Geld wie möglich mit dem neuen Format zu machen, und zwar sowohl direkt als auch durch den Verkauf von Lizenzen. Das ist eine ebenso normale wie effektive Geschäftspraktik. Nur, dass Sony es damit übertrieben hat, die Geheimnisse für sich zu behalten, wie aus heutiger Sicht deutlich wird. Die SACD kam mit so vielen verschiedenen Kopierschutzmethoden und die DSD Signalbearbeitung auf dem Computer wurde so schwer gemacht, dass die meisten Plattenfirmen und Label gefolgt von den Endverbrauchern sich von diesem Format abwandten. Inzwischen sind wir im 21. Jahrhundert angekommen, in dem Musik-Dateien jedermann zugänglich sind und er damit machen kann, was er möchte. Aber selbst die Verfügbarkeit von DSD-Dateien zum Download, die Linn zuerst eingeführt hat, änderte die Situation nicht.
Eines der größten Defizite des Formats – zumindest aus Sicht des Audio-Perfektionisten – ist die Tatsache, dass es nicht möglich ist, DSD-Daten aus dem SACD-Player herauszubekommen. Es ist nun für Audio-Enthusiasten selbstverständlich, externe Wandler zu benutzen. Zwar gewährte man Esoteric und Accuphase, den wohlbekannten japanischen High-End-Herstellern, eine Lizenz, um mit dem Signal ihre eigenen Wandler zu speisen, sichere Protokolle, die mit allem anderen nicht kompatibel sind. Das hat das Schicksal des Formats besiegelt.

Das ist Grund dafür, dass die Audio-Firmen so viel Zeit benötigten, um einen Weg zu finden, DSD-Daten aus dem Computer zu streamen. Die Lösung erwies sich als relativ einfach, schien es aber nicht zu sein, bevor man darauf kam. Andreas Koch von Playback Designs, Andy McHarg von dCS und Rob Robinson von ChannelID entwickelten eine neue Vorgabe, die sie DSD-over-PCM (DoP) nannten. Die Idee ist, DSD-Daten in PCM-Container zu packen und diese über USB zu senden. Das DSD-Signal wird nicht verändert und bleibt natives DSD, aber während der Dauer und zum Zweck des Transportes wird es als etwas anderes verkleidet. Sehr schnell haben andere Firmen den Standard für sich übernommen, denn DoP ist ein offener Standard, und damit begonnen, DSD-fähige Wandler zu produzieren. Momentan erlebt der Markt die Einführung von Komponenten, die DSD256-Signale mit 11,2 Megahertz, dem Vierfachen der DSD-Sampling-Frequenz, verarbeiten können. Ayon Audio war weltweit die erste Firma, die einen Music-Player mit einer Röhren-Ausgangsstufe vorstellte, der DSD wiedergeben konnte, und dann auch die erste Firma, die einen Röhrenwandler entwickelte, der DSD-Signale akzeptiert. Wie ich schon gesagt habe, war das nicht genug für Gerhard. Er kannte DSD-fähige D/A-Wandler aus dem professionellen Audio-Bereich und wusste, dass der Prozess des Ein- und Auspackens der DSD-Daten das Signal signifikant beeinträchtigt. Daher entwickelte er zusammen mit den Ingenieuren von Stream Unlimited etwas, was der Durchbruch sein könnte: eine direkte DSD-Übertragung unmittelbar von einem NAS-Drive per Ethernet-Kabel. Wir waren die ersten, die den überarbeiteten S-5 Network-Player sehen und hören durften und die Möglichkeit hatten, damit PCM-24/192- und DSD-Dateien zu vergleichen, DSD128 inklusive. Die Dateien hatte Dirk Sommer vom selben analogen Mastertape erstellt.
Wir hatten uns für einen Blindtest entschieden, bei dem die Teilnehmer nicht wussten, welche Datei sie hörten. Sie sagen dann, was sie bevorzugten, begründeten ihre Meinung und erfuhren erst am Ende der Befragung, wofür sich sich entschieden hatten. Zehn Personen zogen PCM-Dateien vor und fünf von uns, mich eingeschlossen, stimmten für DSD. In den nächsten Absätzen zeigt der Buchstabe hinter dem Namen die Wahl der jeweiligen Person, wobei A für DSD steht und B für PCM.

Janusz [B]
Das Tempo war bei der ersten Darbietung nicht gleichmäßig, und das ist der entscheidende Faktor bei dieser Aufnahme. Alles, was kein konstantes Tempo hält, ist für mich fehlerbehaftet. Es passierte mehr bei der zweiten Aufnahme, sie war lebendiger. Ich habe daher die zweite Darbietung vorgezogen. Aber bisher waren die Unterschiede nie so gering wie hier.
Ryszard B. [B]
Die zweite Darbietung brachte mehr Informationen, war klarer und lebendiger. Die Durchzeichnung, die Abbildung und die Differenzierung schien beim zweiten mal besser zu sein. Aber die Unterschiede waren sehr gering.
Ryszard S. [B]
Als ich A hörte, mochte ich es wirklich sehr. Aber dann hörte ich Beispiel B, und das schien mir besser zu sein. Und dabei blieb es auch, als wir noch einmal zu A zurückkehrten. Als ich B hörte, fiel mir die bessere Differenzierung der Saiten und der Raumakustik auf.
Jarek [B]
Ich stimme dem zu, was Rysiek sagte: B besaß eine bessere dynamische Differenzierung, das heißt, man konnte leichter hören, was die Musiker beabsichtigten und wie sie miteinander zusammenspielten. Bei B waren auch Tempo und Dynamik besser abgestuft. Ich hörte einen klaren Unterschied wie den zwischen Meister [B] und Lehrling [A].
Gerhard [A]
Als Hersteller habe ich eine Menge Geld in DSD investiert und das mit gutem Grund. Deshalb habe ich A gewählt, denn ich wusste es war DSD. Aber damit das alles Sinn macht, muss das Signal direkt übertragen werden, so wie das in diesem Fall war. DoP nivelliert die Unterschiede.

Wiktor [A]
In diesem Fall waren die Unterschiede weniger gut wahrzunehmen als zuvor, denn wir bewegen uns hier auf einem wirklich hohen Niveau. Die Darbietung B hatte einen satteren Sound, doch A war auf einen grundlegenderen, musikalisch Level ansprechender. Es mag weniger Details gehabt haben, aber was man gehört hat, war schlüssiger.
Wiciu [B]
Die Unterschiede waren minimal. Ich wähle B aus der Notwendigkeit heraus, etwas aussuchen zu müssen und nicht, weil ich völlig überzeugt bin.
Andrzej [A]
Die Darbietung B brachte uns mehr Informationen, die waren aber eher hervorgehoben als allgemeingültig. A war ruhiger, glatter und dunkler. Für mich klang A viel besser.
Bartek P. [B]
Die Unterschiede waren minimal und es ist eigentlich lächerlich, sich für eine Version zu entscheiden. Weil ich es aber muss, wähle ich die Darbietung B.
Wojtek Pacuła [A]
Ich habe ich mich entschieden, meine Meinung zum Schluss auch zu äußern, weil dieser Vergleich für mich besonders wichtig ist. DSD hat ein riesiges Potential. Die Version B kam mir stark euphonisch vor, hier wurden gewisse Teile des Frequenzspektrums betont. Was aber wichtiger ist: Mir schien, dass die Enden des Spektrum verrundet wurden. A, von dem wir nun wissen, dass es DSD war, wirkte natürlicher, glatter und klang mehr wie das, was wir von der Nagra gehört hatten. Und im High-End-Audio sind es die kleinen Verbesserungen, um die wir kämpfen. In Anlagen auf Einsteiger-Niveau würden diese Kleinigkeiten keinen Unterschied machen.

Fazit
1. Tape rulez.
2. Die Unterschiede zwischen dem Tonband und der LP sind sehr groß, zum Vorteil des Bandes.
3. Die Unterschiede zwischen der LP und der CD sind deutlich, aber die Zustimmung ist fast gleichmäßig verteilt, abhängig davon, welche Aspekte der Darbietung für den Hörer wichtig sind.
4. Audio-Files und die CD sind zwei unterschiedliche Welten, aber nicht notwendigerweise zum Vorteil der Dateien. Mir scheint, dass wir noch eine Weile warten müssen, bevor wir eine verbindliche Einschätzung treffen können.
5. Die Unterschiede zwischen PCM und DSD sind gering und die meisten Hörer schienen PCM zu bevorzugen. Aber man sollte bedenken, dass es oft die kleinen Unterschiede sind, die im High-End-Audio große Bedeutung besitzen.
|
Die Anlage für die Hörvergleiche
| |
|---|---|
| Quellen | |
| Bandmaschine | Nagra IV-S auf Acoustic Revive RAF-48H Luft-Isolationsbasis |
| Plattenspieler | Thales TTT-Compact auf Thales LEVIBASE mit Thales Easy Tonarm und Kuzma CAR 40 |
| Phonoentzerrer | RCM Audio THERIAA |
| CD-Laufwerk | Ayon Audio CD-T |
| File-Server | Aurender X100L |
Wiedergabekette |
|
| Vorverstärker/DAC | Ayon Audio Stratos |
| Endverstärker | Accuphase A-70 |
| Lautsprecher | Dynaudio C4 Signature |
| Kabel | Acrolink (LS), Oyaide (Netz) |
PS: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hierzulande nicht ähnliche Hifi-Zirkel gibt. Allerdings finden deren Aktivitäten – von Foren mit ihrem manchmal auch recht rüdem Ton einmal abgesehen – leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wenn Sie möchten, können wir das gern ändern: Berichten Sie doch einmal von Ihren Treffen in Hifistatement.