Sonntag, 13 November 2011 01:00

klangBilder 2011 – Wien ist voller Überraschungen

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Auch wenn die klangBilder in Teilen einem – überraschend harmonischen – Familientreffen der Hifi-Szene ähneln, gibt es doch wieder die ein oder andere Überraschung – meist eher an Peripherie unseres Kernthemas. Mitten im Zentrum steht allerdings die Superbox Sonus Faber Fenice, die nur nach Voranmeldung mit Eintrittskarte bei Audio Tuning in geschlossenen Vorführungen zu erleben waren. Das krasse Gegenteil waren Lautsprecherböxlein zur Aufwertung von Mini- und Midianlagen – mit durchaus audiophilem Anspruch bei Martina Schöner.

Wien ist voller Überraschungen
Wien ist voller Überraschungen
Dass dieser Bericht vom Samstag statt in der Nacht erst im Laufe des Sonntags online geht, liegt an sonor wines: Weinen, die während der Gärung mit Musik beschallt wurden. So interessant die Verkostung am Freitag sein mochte, ein endgültigen Urteil mag sich der wissbegierige Audiophile natürlich erst nach dem allfälligen A/B-Vergleich bilden. Und den haben wir am Samstagnachmittag organisiert. Mehr Informationen zum Verfahren und die Ergebnisse des Vergleichs werden Sie in nicht allzu ferner Zukunft an dieser Stelle finden.

 

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Freitag, 11 November 2011 01:00

klangBilder 2011 – Wien bleibt Wien

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Größere Überraschungen blieben aus – und das war gut so. Wir hatten ja schon im Vorbericht bekannt, dass die klangBilder unser Favorit unter den Messen sind.

Wien bleibt Wien
Wien bleibt Wien
Das änderte sich auch im elften Jahr ihres Bestehens nicht: Der Service im Hilton, die kompetente Messeorganisation, eine Vielzahl von Ausstellern mit spannenden Produkten und reger Zuschauerzuspruch ab dem Mittag des ersten Tages sorgten überall für zufriedene Gesichter. Teil eins der Messeimpressionen finden im Anschluss, der zweite soll dann morgen folgen – vorausgesetzt die Arbeit am Stand und Workshops zu neunen Produktionen von Edel und sommelier du son lassen uns die Zeit dazu.

 

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Donnerstag, 03 November 2011 01:00

M2TECH Young und Squeeze-upgrade Netzteil

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Haben die – nun glücklicherweise überwundenen – Wirren um Hifistatement die Redaktion aus dem Takt gebracht? Oder wie lässt es sich sonst erklären, dass der Young hier zum Thema wird, obwohl er andernorts schon mehrfach positiv besprochen wurde? Soweit ich weiß, war das Squeeze-Netzteil bisher nie Gegenstand der Betrachtung. Und das grenzt an Fahrlässigkeit!

M2TECH Young und Squeeze-upgrade Netzteil
M2TECH Young und Squeeze-upgrade Netzteil

Eine Fahrlässigkeit, der ich mich selber zeihen muss, denn der Young steht geraume Zeit in meinem Hörraum und wechselt sich mit dem Prototyp eines später einmal deutlich teureren D/A-Wandlers dabei ab, die Daten aus dem Mac und ganz selten einmal die aus dem Wadia-Laufwerk in Musik zu übersetzen. Zwar hatte Carsten Hicking, Mitinhaber des deutschen M2TECH-Vertriebes dem – wie man neudeutsch wohl sagt – stylischen Konverterkästchen bald ein Netzteil von recht ansehnlichen Abmessungen hinterher geschickt. Aber dessen schwarzes Plastikgehäuse und der für den Anschluss an den Young unvermeidliche simple Netzteilstecker waren nicht in der Lage, auch nur eine Spur von audiophiler Experimentierfreude bei mir zu wecken.

Der Young bietet fünf Eingänge für digitale Signale, symmetrische Analogausgänge darf man in dieser Preisklasse nicht erwarten. So bleibt nur ein Wunsch: eine hochwertigere Verbindung für die Stromversorgung
Der Young bietet fünf Eingänge für digitale Signale, symmetrische Analogausgänge darf man in dieser Preisklasse nicht erwarten. So bleibt nur ein Wunsch: eine hochwertigere Verbindung für die Stromversorgung

Auch wenn ich seit einiger Zeit davon überzeugt bin, dass man mit einem gutem Wandler, einem entsprechenden Computer und einem adäquaten Media Player mindestens eine ebenso überzeugende Wiedergabe digital gespeicherter Musik erreichen kann wie vor Jahren allenfalls mit Boliden vom Kaliber eines dCS, Burmester oder Wadia, wünscht man sich doch manchmal in vergangene Zeiten zurück, in denen man ein Gerät, das seine Energie aus einem Steckernetzteil bezog, nicht einmal eines Blickes gewürdigt hätte. Damals war die Welt für die schreibende Zunft noch in Ordnung: Man konnte hinter Zentimeter dicken Frontplatten nach riesigen Trafos, edlen Kondensatoren, massiven Kupferschienen, schnellen Gleichrichtern oder mechanisch aufwändig gelagerten Laufwerken fahnden oder sich an die meist spannenden Schaltungsbeschreibungen von Herstellern und Vertrieben halten. Zum Young ließ sich lediglich in Erfahrung bringen, dass er mit Burr Brown PCM 1795 Wandlern, speziellen, eigens für diese Anwendung geschriebenen und auf einen programmierbaren Logik-Baustein hinterlegten Oversampling-Filtern sowie klangoptimierten Minimum-Phase-Filtern arbeitet. Die Daten ruft er im asynchronen USB-Modus ab – aber dass dies die bessere, weil weitaus jitterärmere Variante ist, war nicht nur in Hifistatement schon des häufigeren zu lesen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Mitbewerbern dürfte allerdings der von M2TECH selbst entwickelte Treiber für den USB-Ausgang des Computers sein, der eine Datenausgabe mit 32 Bit bei 384 Kilohertz erlaubt. Um die darin verarbeiteten Erkenntnisse vor der Konkurrenz zu schützen, verzichten Marco Manunta und sein Team sogar darauf, neben den Windows- und Apple-Treibern einen solchen für Linux-Betriebssysteme anzubieten.

Das Innere des Young: Kürzeste Signalwege und noch recht viel Platz dank Auslagerung des Netzteils
Das Innere des Young: Kürzeste Signalwege und noch recht viel Platz dank Auslagerung des Netzteils

Bei der Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, Songs mit der genannten maximalen Auflösung zu speichern, verlässt man sich am besten auf die Aussagen von Spezialisten: Wie mir erfahrene deutsche und schweizerische Digitalentwickler aus der professionellen und Heim-Hifi-Szene versicherten, klingen Aufnahmen mit 192 Kilohertz nicht per se besser als solche mit der halben Abtastfrequenz. Das deckt sich erfreulicherweise mit eigenen Erfahrungen: Bevor ich meine digitalen Sicherungskopien von Aufnahmen mit einer Nagra LB machte, war ein Alesis MasterLink mit 96 Kilohertz für mich das Maß der Dinge. Besser klang es allerdings, wenn ein externer dCS-Wandler samt Masterclock die Umsetzung in die digitale Welt bewerkstelligte – obwohl er nur mit 48 Kilohertz arbeitete. 


Dass ich nun bei der Nagra doch hin und wieder mit 192 Kilohertz aufzeichne, liegt allein daran, dass ich eine spätere Verwendung der Aufnahmen in einem Download-Shop nicht ausschließen möchte. Und da zählt, wenn es um Preis und Attraktivität geht, vor allem die höhere Zahl. Das war zu den Anfängen der Digitalfotografie nicht anders. Da gab allein die Menge der Megapixel bei der Kaufentscheidung den Ausschlag. Die Qualität der Optik oder die Schnelligkeit des Autofokus wurden hingegen sträflich vernachlässigt. Ich kann also durchaus verstehen, dass M2TECH mit den 384 Kilohertz wirbt, sind diese doch beinahe noch ein Alleinstellungsmerkmal. Über die klanglichen Qualitäten sagt die Zahl aber so gut wie nichts aus. Da kommt man ums Hören einfach nicht herum. Fast ein Paradoxon: Je hoch technisierter die zu betrachtenden Geräte werden, desto mehr gewinnt die rein subjektive Einschätzung an Gewicht.

Wohl selten habe ich eine Komponente länger gehört als den Young, bevor ich darüber geschrieben habe. Leider machte ich – Stichwort Fahrlässigkeit – fast alle Erfahrungen mit dem serienmäßigen Netzteil. Daher ist es auch kein Wunder, dass beispielsweise der PS Audio Perfect Wave DAC, als er mit der Bridge im März diesen Jahres ein zweites Mal in meinem Hörraum zu Gast war, in puncto Detail und Luftigkeit ein bisschen mehr zu bieten hatte als der Young. Was den M2TECH aber so attraktiv macht, ist seine klangliche Stimmigkeit: Dass man im direkten Vergleich mit mehrfach teureren Wandler immer wieder die ein oder andere Disziplin finden wird, in der mit mehr Aufwand noch ein wenig mehr geht, ändert nichts daran, dass einem rein gar nichts fehlt, solange man den Young allein hört: Die Wiedergabe fließt, ist frei von jeglichen lästigen Artefakten und fasziniert mit Dynamik und Klangfarben. Stundenlanger, stressfreier Musikgenuss ist garantiert – selbst wenn die nachfolgende Kette wie die meine absolut keine Fehler verzeiht und jegliche Unstimmigkeit einer Quelle voller Stolz auf dem Silbertablett präsentiert. Da der Young sich in diesem Umfeld behaupten kann, wird ihm dies mit Gewissheit auch in den allermeisten anderen Anlagen gelingen.

Dank ebenso cleverer wie aufwändiger Beschaltung entlockt M2TECH dem Burr Brown PCM 1795 die Fähigkeit, Signale mit 32 Bit und 384 Kilohertz zu wandeln
Dank ebenso cleverer wie aufwändiger Beschaltung entlockt M2TECH dem Burr Brown PCM 1795 die Fähigkeit, Signale mit 32 Bit und 384 Kilohertz zu wandeln

Im Vergleich mit dem Wandler-Prototypen, dessen Identität ich erst enthüllen kann, wenn das Seriengerät verfügbar ist, macht der M2TECH ebenfalls eine gute Figur, obwohl jener mit einer noch großzügigeren Raumdarstellung und ein paar zusätzlichen Details auftrumpfen kann. Als ich während des Sommers so viel Zeit im Ruhrgebiet verbringen musste, dass ich währenddessen auf einen digitalen Arbeitsplatz nicht verzichten wollte, vertraute ich auf den Young, den iMac und ein Pärchen aktiver Adam Audio A5. In dieser eher untypischen Kombination zeigt der M2TECH ebenfalls seine Stärken: Die damit bearbeiteten Musikstücke vermochten auch über die hochauflösende Kette im heimischen Hörraum völlig zu überzeugen. Für den Einsatz im professionellen Umfeld wünschte man sich allenfalls noch symmetrische Ausgänge für den Young: Ein Forderung, die angesichts seines moderaten Preises allerdings ein wenig unverschämt wirken könnte.

Noch vor ein, zwei Jahren musste jede Komponente, die erstmals auf einem der Pagode-Racks im Hörraum zu stehen kam, eine kurze Tuning-Prozedur über sich ergehen lassen: Sie bekam ein HMS- oder Audioplan-Netzkabel und durfte auf verschiedenen Füßen mit dem Rack in Kontakt treten, bis die optimale Ankopplung gefunden war. Beim Young war das anders: Das mitgelieferte Steckernetzteil vereitelte Experimente mit der Stromversorgung, und teure Füße unter ein so schickes und im besten Sinne preiswertes Teil zu stellen, erschien mir widersinnig. Ich erinnere mich noch gut daran, welches Unbehagen mir beim Test der AudioQuest USB-Kabel das preisliche Missverhältnis zwischen den ebenso kostspieligen wir wirkungsvollen Edelkabeln und dem Young verursachte. Da ich das klangliche Potential des M2TECH aber ausschöpfen wollte, verdrängte ich den Gedanken an den Preis eines längeren Stücks AudioQuest Carbon, so dass der Young seine Daten auf einem der bestmöglichen Wege beziehen konnte.

M2TECH programmiert die Oversampling-Filter selbst und speichert die Algorithmen in sogenannten FPGAs – field programmable gate arrays
M2TECH programmiert die Oversampling-Filter selbst und speichert die Algorithmen in sogenannten FPGAs – field programmable gate arrays

Erst für den abschließenden Hörtest kam dann das Netzteil von Squeeze-upgrade mit ins Spiel. Es trägt den nicht gerade griffigen Namen „Best Of Two Worlds Solution‟ und stellt dem Young aus einem soliden Transformator, einem Gleichrichter mit Shottky-Dioden, sechs Rubicon 2200-Mikrofarad-Elkos sowie einem Spannungsregler die benötigten 15 Volt zu Verfügung. Kurz vor dem Stecker für die Netzteilbuchse ist ein sogenannter SBooster, den Squeeze-upgrade auch einzeln anbietet, um dem Strom von einfachen Schalt-Steckernetzteilen zu säubern, ins Anschlusskabel integriert. In Verbindung mit dem geregelten Netzteil soll der SBooster für eine nochmalige Stabilisierung und Säuberung des Stroms direkt vor der Eingangsbuchse des Verbrauchers sorgen. Squeeze-upgrade weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim SBooster nicht nur um ein passives Tiefpassfilter handeln soll – leider ohne dezidiert zu sagen, was der SBooster denn nun wirklich ist.
 


Wie dem auch immer sei, sobald der Young mit dem großen Netzteil musizierte, kam spontan richtig Ärger auf – nämlich über mich selbst, weil ich aus Gleichgültigkeit über so lange Zeit auf eine Menge mehr Musikgenuß verzichtet habe: Die heilsame Wirkung der Best Of Two Worlds Solution entfaltete sich nämlich exakt in den Disziplinen, in den der M2TECH bisher noch kleinere Wünsche offen gelassen hatte: Dank der sauberen und stabileren Stromversorgung ging der Young jetzt noch deutlich filigraner zu Werke. Feininformationen traten deutlicher hervor, wobei besonders diejenigen, die Auskunft über die räumliche Beschaffenheit der Aufnahmeumgebung geben, das Hörvergnügen ganz enorm steigerten. Die Verbesserung erweist sich als so signifikant, dass es keines Hin- und Hersteckens zwischen den Netzteilen bedarf, um zu einen sicheren Urteil zu gelangen: Das Netzteil von Squeeze-upgrade hievt den Young auf ein deutlich höheres Nievea – und das für gerade einmal 135 Euro! Ich wüsste nicht, wo man eine größere Klangverbesserung zu diesem Schmunzelpreis bekommt.

Das serienmäßige Netzteil und die Best Of Two Worlds Solution, bei der der SBooster im Kabel integriert ist
Das serienmäßige Netzteil und die Best Of Two Worlds Solution, bei der der SBooster im Kabel integriert ist

Nach dieser so ungemein positiven Tuning-Erfahrung mit dem Netzteil werfe ich alle guten Vorsätze über Bord und spendiere dem Young drei Nordost Pulsar Points in Alu und anschließend ebenso viele Audio Exklusiv d.C.d. Feet. Ob es mir – oder Ihnen – passt oder nicht: Auch die Aufstellung des M2TECH macht einen nicht unerheblichen Unterschied. Mit den Pulsar Points gerät die Wiedergabe prickelnder, lebendiger und emotionsgeladener. Die Tiefe der räumlichen Abbildung nimmt zu, insgesamt wirkt das Klangbild größer und luftiger. Die c.D.c. Feet bewirken sehr ähnliche Klangveränderungen, es gibt aber ein bisschen weniger überbordende Spielfreude, dafür mehr Kontrolle und Durchzeichnung. So eindeutig die Klangverbesserungen durch die bessere Ankopplung sind, so marginal sind die Unterschiede zwischen den beiden Konzepten: Weder spielt der Young auf den c.D.c Feet mit gebremsten Schaum, noch auf den Pulsar Points nervös oder gar unkontrolliert. Ich belasse es aber erst einmal bei den c.D.c. Feet und konfrontiere den so getunten M2TECH noch einmal mit dem Prototypen, der schon seit geraumer Zeit auf Pulsar Points ruht, allerdings solchen aus Titan: Ich habe mich nicht getäuscht, der Young hat durch die Tuning-Maßnahmen wirklich ungemein zugelegt und spielt nun in einer Liga mit meiner Referenz. Im M2TECH steckt jedenfalls eine Menge mehr klangliches Potential, als er auf den ersten Blick offenbart. Gut behandelt, entwickelt er sich zum wahren Favoritenschreck!

 

STATEMENT

Der M2TECH bietet deutlich mehr Wohlklang, als man üblicherweise zu diesem Preis erwarten darf. Dennoch – oder gerade deshalb – sollte man unbedingt noch die überschaubare Ausgabe für das große Netzteil mit einkalkulieren. Hier gilt: Je mehr man investiert, desto besser wird das Preis/Genuss-Verhältnis.
GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
D/A-Wandler Prototyp
CD-Laufwerk Wadia WT3200
Audioplayer Amarra 2.3
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors, Adam Audio A5 (aktiv)
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Coffee (USB), Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren,
Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus
HERSTELLERANGABEN
M2TECH Young
Eingänge 2 x S/PDIF (RCA und  BNC), 1x AES/EBU (XLR),
1 x optisch (Toslink), 1x USB (Type B)
Abtastraten 44,1, 48, 88,2, 96 kHz
176,4, 192 kHz (alle Eingänge außer Toslink)
352,8, 384kHz (nur USB)
Auflösung 16 - 24 bit (S/PDIF, AES/EBU, optical)
16 - 32 bit (USB)
Ausgänge 1 x unsymmetrisch (Cinch)
Ausgangspannung 2,65Vrms (7,5Vpp @ 0dBFS)
Frequenzgang 0-90 kHz +0.1/-0.1dB (384 kHz)
Fremdspannungsabstand 121 dB (A bewertet, 192 kHz, 24 bit)
Stromversorgung Steckernetzteil 15-18 Volt, 240 mA (15V)
Maße (H/B/T) 50/200/200 mm
Gewicht 1 kg
Preis 1100 Euro
HERSTELLER
M2TECH Srl
Anschrift Via Giuntini, 63 -
Incubatore Polo Tecnologico
I-56023 Navacchio di Cascina (PI)
Italy
Telefon +39 (0)50 7519600
Fax +39 (0)50 754707
Internet www.m2tech.biz
HERSTELLERANGABEN
Squeeze-Upgrade Best of 2 Worlds
Maße (B/H/T) 88/64/124 mm
Gewicht 1 kg
Preis 135 Euro
HERSTELLER
Squeez-upgrade
Internet www.sqeeze-upgrade.com
VERTRIEB
digital-highend
Anschrift Higoto GmbH
Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon +49 201 832 5825
E-Mail info@digital-highend.com
Internet www.digital-highend.de

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Samstag, 29 Oktober 2011 02:00

Rocky Mountain Audiofest 2011

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Jedes Jahr im Oktober hat man das Gefühl, es wäre schon Weihnachten. Und das Gefühl trügt nicht, trifft man doch auf eine Menge Freunde und kleine Aufmerksamkeiten. Denvers Rocky Mountain Audiofest entwickelte sich zum Ziel von Hifi-Fans aus der ganzen Welt. Im achten Jahr hat sich diese Zusammenkunft der wichtigsten Vertreter der Industrie de facto zum Audio-Ereignis des Jahres entwickelt, woran auch die CES und T.H.E Show – sowie ihr Ableger in Newport Beach im Juni – nicht ändern kann. Denn während sich die CES mehr ans Fachpublikum wendet, geht es in Denver und Newport vor allem um die Konsumenten.


Rocky Mountain Audiofest 2011
Rocky Mountain Audiofest 2011
Der großartigen und cleveren Gastgeberin Majorine Baumert ist es zu verdanken, dass sich auch die diesjährige Messe – wieder einmal – als die bisher größte erwies: Die Zahl der Industrievertreter und der Ausstellungsräume erreichten Rekordzahlen. Die Besucherbeteiligung schienen minimal geringer zu sein als im letzten Jahr, was aber an meiner Einschätzung liegen kann: Offizielle Zahlen liegen noch nicht vor. Was könnte man auch an Denver nicht mögen? Ein beeindruckendes Herbstpanorama, vorzügliches Essen und überbordende Gastfreundschaft fast überall, wohin man sieht.

Bisher gab es in jedem Jahr jemanden, der etwas wirklich Besonderes präsentierte: Diesmals war es das Team von Chad Kassem, James Guthrie und Kollegen, die allen anderen mit ihrer Live-Vorführung der heiß erwarteten Mehrkanal-SACD von Pink Floyds Wish You Where Here die Schau stahlen. Die Scheibe lief auf einem passenden Playback Designs-Laufwerk und dem Mehrkanal-DSD-Wandler MPS-5 – für mich die beste Digitalquelle, die es gibt –, und das klangliche Ergebnis war schlicht überwältigend. Wish You Where Here ist vielleicht dasjenige Pink Floyd-Album, das es am ehesten verdient, in Surround Sound neu abgemischt zu werden: Mit seinen bezaubernden Klanglandschaften und den mächtigen Kompositionen scheint es von Anfang an für Surround Sound prädestiniert zu sein. Es steht zu hoffen, das Chad und sein Team die Plattenfirma EMI überzeugen können, das Projekt mit weiteren SACD Mehrkanal-Veröffentlichungen – oder besser noch DSD Downloads! – aus Pink Floyds enormen klassischem Katalog fortzusetzen.

Á propos DSD: Es scheint gemeinsame Anstrengungen zu geben, die Musikindustrie insgesamt dazu zu bewegen, DSD Downloads auf den Weg zu bringen. Die Pionierarbeit von Playback Designs Andreas Koch und Jonathan Tinn, DSD-Wiedergabe über USB (!) zu ermöglichen, bringt nichts weniger als eine Offenbarung: Sie stellt jede PCM-High-Resolution-Wiedergabe, die ich kenne, in den Schatten. Die einzige Einschränkung: Wirklich native DSD-Files sind ziemlich rar, da sich die meisten Studios damit zufrieden gaben, Hoch-Bit-PCM in einen 1-Bit-Datenstrom zu konvertieren – und das, obwohl Firmen wie Korg superb klingende DSD-Recorder wie den MR-2000 entwickelt haben, die jeden High-Resolution-PCM-Recorder ihrer Klasse überstrahlen.

Computer-basierte Audioquellen gab es in fast allen Räumen, oft mit Pure Musics neustem iTunes-Add-On Software-Decoder. Natürlich konnte man auch in vielen Zimmern Amarra entdecken, aber ich persönlich ziehe es vor, meine Musik mit iTunes zu verwalten statt in irgendeiner anderen Umgebung. Offensichtlich sind wir in der Zukunft angekommen und die Wiedergabe hochaufgelöster Dateien – sei es nun PCM oder DSD – ist nicht wieder wegzudenken.

Selbstverständlich wurde auch analog vorgeführt: Viele Aussteller hatten Plattenspieler für das geliebte Vinyl mit gebracht. Eines der beeindruckendsten war Luxmans neues Laufwerk mit Jelco-Arm, dass über 40 Pfund auf die Waage bringt und respektable 6500 Dollar kostet. Viele Transrotors, Clearaudios und andere feine Laufwerke bewiesen nachdrücklich, dass das Vinyl-Revival so stark ist, wie eh und je.

Alles in allem war die Show ein gutes Beispiel dafür, wie man feines Hifi so präsentiert, dass die Besucher eine Wiedergabequalität erleben konnten, die weit über die der allgegenwärtigen Mehrkanal-Heimkino-Anlagen und beliebten iPhone/iPad/iPod-Anwendungen hinausgeht. Bleibt zu hoffen, dass immer mehr Konsumenten diese Qualitäten nicht mehr missen möchten.

Anmerkung der Redaktion

Nicht nur wir haben uns beim Reaktivieren der Seite während des Analogforums ein wenig unter Druck gesetzt. Der Kollege in den USA bekam die Folgen des raschen Wiedereinstiegs ebenfalls spüren. Unsere Bitte um einen Bericht vom Audiofest erreichte ihn vor Ort: Er war bereits in Denver, seine Spiegelreflexkamera in L.A. Als Apple-Repräsentant vertraute er aber einfach auf die Qualitäten seines iPhone 4 und lieferte uns eine ganze Reihe interessanter Fotos, die zwar nicht immer den Ansprüchen Helmut Baumgartners genügen, nach der Bearbeitung mit iPhoto aber einen recht guten Eindruck des Geschehens beim Rocky Mountain Audiofest vermitteln. In Zukunft kann es nur besser werden, meint Danny – nicht zuletzt wegen seines neuen 4S!


 

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Sonntag, 23 Oktober 2011 02:00

Analog Forum Krefeld 2011

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Dieses Jahr ist es soweit: Das Analog Forum ist am Ende – am Ende der Kapazität des Mercure Hotels in Krefeld angekommen. Alle Räume, die sinnvollerweise zu belegen waren, wurden gebucht.


Analog Forum Krefeld 2011
Analog Forum Krefeld 2011
Einige Aussteller gingen gar Kooperationen ein und teilten sich ein Zimmer, nicht um zu sparen, sondern um überhaupt auf dem Forum vertreten zu sein. Und das, obwohl zur gleichen Zeit Messen in Zürich und Eindhoven stattfanden, die für deutsche Hersteller gewiss auch attraktiv waren. Die Messe im nahen Holland führte bis zum Sonntagmittag, an dem diese Zeilen geschrieben wurden, auch nicht zu einem spürbaren Besucherrückgang. Die perfekte Messeorganisation trägt natürlich auch zum positiven Gesamteindruck bei, der selbst durch den bestenfalls mediokren Service im Hotel nicht beeinträchtigt wurde. Bleibt uns nur noch, der Analogue Audio Association zum  20. Jubiläum zu gratulieren.

 

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Samstag, 16 Juli 2011 02:00

Accustic Arts Player ES

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Mit dem Player ES will der deutsche Hersteller Accustic Arts den Beweis antreten, dass auch für ein relativ vernünftiges Investment von der CD und aus MAC und PC wie aus jeder sonstigen per SPDIF-Schnittstelle zugänglichen digitalen Quelle verdammt viel Musik gezogen werden kann. Unser Schweizer Autor ist diesem Anspruch nachgegangen.

Auf der Frontplatte herrscht strenge Symmetrie, wobei das Doppel der Lade links sich rechts als Blende wieder findet
Auf der Frontplatte herrscht strenge Symmetrie, wobei das Doppel der Lade links sich rechts als Blende wieder findet

Uns Schweizern sagt man gerne nach, wie hätten einen Humor so trocken wie Bündner Fleisch und einen Geschmack so bieder wie, na ja, sagen wir es freundlich, der ein wenig geradeaus gerichtet, eben eher schlicht ist. Wie bei allen Vorurteilen steckt auch in diesen ein Körnchen Wahrheit. Vielleicht gefällt mir deshalb – um mich auf den nachgesagten nationalen Geschmacksaspekt zu beschränken, da ich meinem Humor lieber nicht selber werten möchte – dieser Player aus dem Schwabenland schon rein optisch auf Anhieb so gut. Da gibt es keine Schnörkel und nichts Überflüssiges und Protz ist diesem Player ohnehin total fremd. Da wiederum tut sich offenbar eine Gemeinsamkeit zwischen dem Deutschschweizer im nördlichen Teil der Eidgenossenschaft und dem Schwaben auf. Weiter vertiefen wollen wir die Gemeinsamkeiten der beiden Volksstämme, wie etwa Sparsamkeit und Tüchtigkeit lieber nicht, um nicht auf weitere Vorurteile zu sprechen kommen zu müssen. Widmen wir uns lieber dem Hersteller und seinem Produkt.

Im Innern bleibt reichlich Platz zwischen Laufwerk, Netzteil, und den beiden Platinen für digitales und analoges Signalmanagement
Im Innern bleibt reichlich Platz zwischen Laufwerk, Netzteil, und den beiden Platinen für digitales und analoges Signalmanagement

Vor vierzehn Jahren realisierten Fritz, Martin und Stefan Schunck, die leitend hinter Accustic Arts – genauer hinter der SAE Schunk Audio Engineering GmbH & Co. KG –  stehen, die bereits seit längerem gehegte Idee, das mit der Fertigung von elektronischen Bauelementen gewonnene Know-How mit ihren Erfahrungen aus professioneller Musikproduktion zu einer High End Schmiede zu verschmelzen und diese unter Accustic Arts segeln zu lassen. Das Projekt startete vielversprechend mit wenigen allseits hoch gelobten Produkten und nahm über die Jahre beträchtlich an Fahrt auf und auch der Zuspruch der einschlägigen Presse fehlte nicht. Zahlreiche internationale Auszeichnungen künden vom Erfolg des Herstellers aus dem Neckartal nahe Stuttgart, der stolz auf das Made in Germany ist, so etwa jüngst die Auszeichnung „Produkt des Jahres 2010‟, verliehen durch Hong Kongs HiFi Review für den Verstärker Accustic Arts Power ES.

In die analoge Welt ab CD geht es per Cinch, ab Computer per USB und ab sonstiger externer Quellen per Cinch-SPDIF
In die analoge Welt ab CD geht es per Cinch, ab Computer per USB und ab sonstiger externer Quellen per Cinch-SPDIF

Von Anfang an gerade in Sachen Digitales auf der highendigen Spur mit dem Ziel, das Machbare auch zu leisten – Tube-DAC und Drive künden in der Referenz-Serie davon bereits in der zweiten Generation –, gibt es jetzt in der ES-Serie, gewissermaßen auf dem Einstiegsniveau der Schwaben einen CD-Player mit für externe digitale Quellen zugänglichem D/A-Wandler, schlicht Player ES genannt. Eingeflossen sind in den Neuen die Erfahrungen mit Drive und Tube-DAC, auch wenn beim Player ES keine Röhren Dienst tun. Vom Drive wurde die Erkenntnis übernommen, dass man Jitter am Besten nicht nur elektronisch bekämpft, nachdem er aufgetreten ist, sondern vorab schon mal mechanisch durch ein vibrationsentkoppeltes High-End-Schubladenlaufwerk, das laut Accustic Arts eigens für Audiozwecke konzipiert wurde, was heutzutage nicht mehr trivial ist, weil es von der Stange fast nur noch für Audiozwecke nahezu immer suboptimale DVD-Laufwerke gibt, die auch in Laufwerke und Player der High-End-Klasse mangels verfügbarer Nur-Audio-Laufwerke Eingang gefunden haben. Dieser Ansatz macht meines Erachtens – ungeachtet der Jitteraspekts –  schon unter dem Aspekt Langlebigkeit Sinn. Dazu passt auch die bedämpfte und nicht nur in dieser Preisklasse ungewöhnlich hochwertig aus Aluminium anstatt Kunststoff gefertigte Schublade, die an zwei Metallstangen geführt ist. Früher einmal ein ursprüngliches Kennzeichen eines High-End-CD-Players oder -Laufwerks im Gegensatz zur Plastik-Massenware ist dieses Unterscheidungsmerkmal im Laufe der Jahre weitgehend verschütt gegangen. Schön, dass es jetzt wieder prominent auftaucht und damit den ursprünglichen Ansatz von High End stützt, demnach das Haptische und Langlebige ein wesentlicher Bestandteil des Produkts sein sollen. Jedenfalls gibt diese Wertigkeit Anlass für ein Lob des Herstellers. Dessen offenbar hoher Anspruch findet sich im übrigen auch anderweitig, wie zum Beispiel in der Verarbeitung des Vollmetall-Gehäuses. Hier bekommt man jedenfalls ordentlich Gegenwert für sein Geld. Das weiß sicherlich nicht nur der Schweizer zu schätzen.


Schnelles Netzteil dank Kondensatorbank mit einem Trafo, der als eher seltene Ausnahme unter High End Playern einmal nicht überdimensioniert ist
Schnelles Netzteil dank Kondensatorbank mit einem Trafo, der als eher seltene Ausnahme unter High End Playern einmal nicht überdimensioniert ist

Nur von Mechanischem lebt ein CD-Player natürlich nicht. Ganz ohne Elektronik geht es nicht. Die Entwickler von Accustic Arts setzen auf einen D/A-Wandler, der das eher magere 16 Bit und 44.1 Kilohertz-Signal, das der Laser des Laufwerks aus der CD ausliest, auf 24 Bit und 192 Kilohertz hochrechnet. Extern zugeführte digitale Musiksignale empfängt der Player ES entweder per Cinch oder USB 2. Damit der Wandler optimal arbeiten, das Laufwerk die CD präzise in Drehung versetzen und die analoge Ausgangsstufe ungestört von digitalem Störnebel arbeiten kann, ist das Netzteil in vier sorgfältig getrennte Sektionen unterteilt. Im Zusammenspiel mit dem  resonanzgedämpften Gehäuse sollten Laufwerk und Elektronik aus technischer Sicht eine Player-Wandler-Kombination ergeben, die aus jedem digitalen Zaubertrank Musik und nichts als Musik destilliert. Und so ist es denn auch. Ab CD macht der Player ES ganz genau so Musik, wie er ausschaut: geradeaus, ohne Schnörkel und frei von heißer Luft. Auf hohe Jitterarmut möchte ich zurückführen, dass ihm jegliche Nervosität fremd ist, dass er feine und feinste Details nicht verschmiert und den Aufnahmeraum detailreich abbildet. Aus schlankem klanglichen Ansatz baut er unterschiedliche Klangbühnen überzeugend realistisch auf und vermittelt so glaubwürdig den Unterschied zwischen der samtigen Opulenz des Amsterdamer Concertgebouw und der golden schimmernden Akustik des Musikvereinssaals in Wien. Enorm schnell folgt der Player ES Tonfolgen und Dynamikänderungen und lässt Klangfarben auch im wildesten Getümmel eines groß besetzten Orchesters wie  Wetterleuchten aufblitzen. Klarheit und Durchsichtigkeit haben stets Vorrang vor dunkler und verdunkelnder Einfärbung des Klanges. Der Detailreichtum verhindert jedoch nicht die Integration einzelner Klangereignisse in ein Ganzes, in Musik. Eine recht beeindruckende Leistung.

Digitale und analoge Schaltzentralen
Digitale und analoge Schaltzentralen

All das gilt auch für den Fall, dass der Player ES als D/A-Wandler für WAV, FLAC und Co. ab Computer eingesetzt wird. Nur schade, dass der Wandler maximal 48 Kilohertz Signaltaktung über die USB-Schnittstelle akzeptiert, während er über die SPDIF-Schnittstelle immerhin eher praxisgerechte 96 kHz verarbeitet. Wer also höher als 48 Kilohertz aufgelöste Musikdateien ab Rechner ins analoge Diesseits fördern und nicht nur hochgerechnet hören will, muss sich entweder nach einen anderen Wandler umsehen oder einen Umsetzer von USB auf SPDIF an den Cinch-Eingang des Player ES anschließen. Für mich ist daher ganz klar, dass der Player ES in erster Linie als CD-Player Karriere machen wird.

STATEMENT

Nicht nur wegen seines für High-End-Ansprüche moderaten Preises vermag der Player ES den anspruchsvollen Highender zu entzücken. Nein, er erhebt zu Recht den Anspruch, unabhängig davon in der Phalanx klangkompetenter CD-Player unabhängig vom Preis ein gewichtiges Wörtchen mitreden zu können. Er ist deshalb ein starkes Stück. Meine Empfehlung als kompetente Musikmachmaschine für das Medium CD hat er jedenfalls.
HERSTELLERANGABEN
Accustic Arts Player ES
Abspielbare Medien CD, CD-R, CD-RW; WAV, FLAC etc.
Ausgänge analog 1 x unsymmetrisch (Cinch)
Eingänge digital 1 x SPDIF; koaxial (Cinch)1x USB 2.0 (Typ B)
Eingangsdatenformat bis 24 Bit/96 kHz (Cinch) bis 24 Bit/48 kHz (USB)
D/A-Wandler 24 Bit/192 kHz (Upsampling)
Gesamtklirr (THD +N) 0,0015%
Übersprechdämpfung 120 dB bei digital 0 dB
Maße 48 x 10 x 37 cm (Breite x Höhe x Tiefe)
Gewicht 7 kg
Garantiezeit 2 Jahre
Preis 2990 Euro
HERSTELLER
SAE Schunk Audio Engineering GmbH & Co. KG
Anschrift Hoher Steg 774348 Lauffen am Neckar
VERTRIEB
SAE GmbH & Co. KG
Anschrift Hoher Steg 774348 Lauffen
Telefon +49 7133 974 770
E-Mail info@accusticarts.de
Internet www.accusticarts.de

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Dienstag, 28 Juni 2011 02:00

SPL Phonitor

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Kopfhörer sind nicht meine bevorzugten Schallwandler. Aber manchmal kommt man an ihnen einfach nicht vorbei – sei es kurz vor dem Einschlafen beim Hören alter Rocksongs oder beim Mischen von Aufnahmen, wenn während eines Konzerts keine noch so kleine Kammer zur Verfügung steht, die als „Kontrollraum‟ dienen könnte. Hier hilft der Phonitor, der Kopfhörerverstärker für Lautsprecher-Hörer.

Es gibt übrigens keine Redaktionsrichtlinie, den Leser in diesem Sommer mit selbstkritischen Geständnissen zu inkommodieren. Wir sind aber ein Autorenmagazin, und darum blieb es Amré Ibrahim auch unbenommen, in seinem Bericht über den Lektor CDP-7 TL seine frühere Einschätzung einer früheren Version des Gerätes mit einem Anflug von Bedauern zu revidieren. Da Hifistatement glücklicherweise nicht in Rom, sondern in Gröbenzell beheimatet ist, erlaube ich es mir nun ebenfalls, eine frühere Erkenntnis zu widerrufen. Und dabei wären wir wieder beim Phonitor: Kurz nach seinem Erscheinen – damals war ich noch für ein Printmagazin tätig – hat mich das leicht nostalgische Erscheinungsbild mit den VU-Metern derart fasziniert, dass ich umgehend ein Exemplar zum Test bestellt habe. In bester, puristischer Hifi-Manier habe ich dann selbstverständlich alle Klangbeeinflussungsmaßnahmen ausgeschaltet und den Phonitor mit einem ebenfalls von SPL entworfenen Vierfach-Kopfhörerverstärker von Grapevine verglichen, der statt mit 1600 Euro gerade mal mit etwas über 200 Euro in der Preisliste stand. Die zweifelsohne vorhandenen klanglichen Vorteile des Phonitors mögen für einen Kopfhörer-Fan zwar über Gut oder Böse entscheiden, für einen Ignoranten auf diesem Gebiet – wie mich – schien die dafür erforderliche Mehrausgabe aber in keinem rechten Verhältnis zum zusätzlichen Genuss zu stehen. Mit dieser für mich ernüchternden Einsicht meinte ich damals, die Leser nicht behelligen zu müssen.

CROSSFEED- und SPEAKER· ANGLE-Eistellungen lassen sich mit einen Schalter aktiveren. Das erleichtert die Beurteilung ihrer Wirkungsweise
CROSSFEED- und SPEAKER· ANGLE-Eistellungen lassen sich mit einen Schalter aktiveren. Das erleichtert die Beurteilung ihrer Wirkungsweise

Inzwischen habe ich aber bei den Aufnahmen für die Hifistatement-Downloads in unserer Rubrik Statements From Birdland, für sommelier du son und für andere Label so viel Zeit unzufrieden unter Kopfhörern verbracht, dass ich noch immer – oder schon wieder – nach einer überzeugenden Lösung suche – allerdings fast ausschließlich auf Seiten der Schallwandler und nicht bei der Elektronik. Die einzige Ausnahme bildete bisher der auf der Swiss High End entdeckte und von Audio-Import vertriebene Smyth Realiser, der mit jeder Menge DSP-Power jedem guten Kopfhörer die Illusion der Lautsprecher in den heimischen vier Wänden entlocken soll. Ein erster kurzer Check war vielversprechend, aber noch nicht völlig überzeugend – und als Mitbetreiber eines Analog-Labels ist mir auch nicht sonderlich wohl dabei, klangliche Entscheidungen auf Grundlage von immensen digitalen Rechenoperationen zu treffen.Zwischenzeitlich schien mir dann der Stax 4070 samt Röhrenspeiseteil aus dem Fundus des Hifistatement-Herausgebers die Lösung zu sein. Der Stax ist zwar ein Muster an Feinzeichnung, weist letztlich aber auch eine Bassüberhöhung auf und klingt in den Höhen unnatürlich gebremst, so dass ich zwischendurch immer wieder zum Beyerdynamic DT 660 wechsele, den ein zweimal 15-Band-Equalizer auf den Frequenzgang meiner Lautsprecher im Raum zwingt, so dass ich zumindest während der Aufnahmen nicht mehr zu viel Bass vorgaukelt bekomme und mit einem deutlich unterbelichteten Tieftonbereich auf den Mitschnitten nach Hause komme.

DIM steht für eine Absenkung des Pegels um 20 Dezibel und hat nichts mit der Helligkeit der Anzeigeninstrumente zu tun, die entweder im VU- oder PPM-Modus arbeiten
DIM steht für eine Absenkung des Pegels um 20 Dezibel und hat nichts mit der Helligkeit der Anzeigeninstrumente zu tun, die entweder im VU- oder PPM-Modus arbeiten

Für die Demonstration der klanglichen Meriten von sommelier-du-son- und Statement-In-Sound-Produktionen auf dem Hifistatement-Stand auf der diesjährigen High-End habe ich mir dann bei einem unserer Standnachbarn SPL – oder in voller Länge: Sound Performance Lab – einen Kopfhörerverstärker ausgeliehen, nicht ohne SPL-Chef Hermann Gier nach seinem Schallwandler-Favoriten zu befragen. Im Laufe des Gesprächs, in dem in kürzester Zeit die Elektronik in den Mittelpunkt rückte, lernte ich dann, dass der Phonitor konstruiert wurde, um einen guten Teil der Probleme beim Monitoring per Kopfhörer zu lösen, die auch mir zu schaffen machen. Da wäre zu aller erst einmal der Frequenzgang: So führte Hermann Gier überzeugend aus, dass der Winkel zwischen den Lautsprechern und die Reflexionen beispielsweise des rechten Signals von der linken Seite des Raumes – oder schlicht: das akustische Übersprechen zwischen den Lautsprechern – zu einer weniger intensiven Wahrnehmung des Tieftonbereiches führten, als wenn der Schallwandler eines Kopfhörers das Bass-Signal direkt auf das Ohr abstrahlt. Mit dem CROSSFEED-Regler lässt sich lautstärkeabhängig der Einfluss verschiedener Räume auf den wahrgenommenen Frequenzgang nachbilden. So wird also beispielsweise im Bassbereich bei Aktivierung des CROS./SPK.-Schalters weniger Tieftonenergie an den Kopfhörer geliefert als bei der linearen Betriebsart ohne Korrekturschaltung.

Im Studio-Betrieb lässt das Anschlussfeld keine Wünsche offen. Für die Benutzung mit der Hifi-Anlage wäre ein zusätzlicher unsymmetrischer Eingang wünschenswert
Im Studio-Betrieb lässt das Anschlussfeld keine Wünsche offen. Für die Benutzung mit der Hifi-Anlage wäre ein zusätzlicher unsymmetrischer Eingang wünschenswert

Während die CROSSFEED-Schaltung also vorrangig den Frequenzbereich beeinflusst, variiert die SPEAKER ANGLE-Einstellung hauptsächlich die Laufzeitunterschiede eines Signals auf den beiden Kanälen. Mit beiden Reglern zusammen soll es dann möglich sein, ein Klangbild zu simulieren, das dem der Lautsprecher im heimischen Hörraum recht nahe kommt. Dazu muss man allerdings auch noch den Pegel eines virtuellen Mittensignals feinfühlig absenken, da dies durch die beiden anderen Korrekturen ansonsten ein wenig zu laut wahrgenommen werden würde. Das Zweitbeste nach der Möglichkeit zur Raumsimulation ist bei all diesen Schaltungen, dass sie in bester SPL-Manier rein analog aufgebaut sind. Das Grundkonzept des Phonitors dürfte so gut wie einmalig sein: Um bei jeder Leistungsanforderung genug Spannung und Strom liefern zu können, setzt SPL auf sogenannte SUPRA-OPs, von Chefentwickler Wolfgang Neumann entworfene, diskret aufgebaute Operationsverstärker, die ihre Energie aus einer 120-Volt-Stromversorgung beziehen. Sie bieten einen Signal-Rauschabstand von 116 Dezibel und eine Übersteuerungsfestigkeit von 34 Dezibel. Bei einem Dynamikumfang von 150 Dezibel ist eine völlig unangestrengte, fließende, von jeglichen Verzerrungen so gut wie freie Wiedergabe garantiert.


Für diesen Material- und Fertigungsaufwand erscheint der Preis des Phonitor ausgesprochen moderat
Für diesen Material- und Fertigungsaufwand erscheint der Preis des Phonitor ausgesprochen moderat

Neben seinem Alleinstellungsmerkmal, den vielfältigen Korrekturen zur Annäherung an Lautsprecher im Raum, bietet der Phonitor selbstverständlich auch alle Schaltungen, die beim Betrieb des Kopfhörers als sogenannte „akustische Lupe‟ sinnvoll sind: Man kann nur das Signal eines Kanals hören (Solo), dieses auf beide Kanäle legen, die Summe aus beiden Kanälen bilden (Mono) oder einen der Kanäle invertieren und so sein Signal von dem des zweiten subtrahieren (Phase). Während diese Einstellungen wohl nur für den Profi bei der Arbeit interessant sein dürften, steigern die CROSSFEED, SPEAKER ANGLE und CENTER LEVEL Einstellung auch schlicht den Hörgenuss. Schon bevor ich eine Justage gesucht habe, die den Lautsprechern in meinem Raum möglichst nahe kommt, probierte ich den Phonitor mit den vor Hermann Gier vorgeschlagenen Werten aus: CROSSFEED 3, SPEAKER ANGLE 30 Grad und CENTER LEVEL -0,9. Dazu nehme ich noch einen Kopfhörer, der von seiner Bauweise keinerlei Gefühl von Beengung aufkommen lässt, den Ergo 2, der aus der dynamischen Variante des Jecklin Float entwickelt wurde: Diese Kombination verwöhnt mich denn bei der digitalen Sicherungskopie des Hifistatement-Paul-Kuhn-Albums Live At Birdland auch mit einer stimmigen, lockeren und luftigen Wiedergabe, wie ich sie zuvor mit Kopfhörern nicht erlebt habe. Das liegt zu einem guten Teil daran, dass die bei der Kopfhörerwiedergabe ansonsten extrem weit aufgespannte Stereobasis nun deutlich stärker an das erinnert, was man auch über stimmig in den Raum integrierte Lautsprecher geboten bekommt.Auch bei den bisher bis auf einen Song in unseren Downloads unveröffentlichten Aufnahmen des virtuosen Gitarrenduos Helmut Kagerer und Helmut Nieberle, bei denen die beiden Gitarren mit dem Panorama-Regler des Mischpultes voller Absicht nicht auf extreme Rechts-Links-Positionen geschoben wurden, sorgen die Klangbeeinflussungen des Phonitor dafür, dass die Instrumente nicht am Ohr zu kleben, sondern luftig im Raum zu schweben scheinen. Schon jetzt steht für mich fest, dass der SPL-Verstärker mit den klanglichen Manipulationen des Signals die Kopfhörerwiedergabe nicht nur von jeder Lästigkeit befreit, sondern gleichzeitig auch eine realistischere Vorhersage dessen erlaubt, was man über seine Lautsprecher zu hören bekommt.

Im Phonitor sind insgesamt neun dieser sogenannten SUPRA Operationsverstärker verbaut. Die diskret aufgebauten OPs werden mit 120 Volt gespeist
Im Phonitor sind insgesamt neun dieser sogenannten SUPRA Operationsverstärker verbaut. Die diskret aufgebauten OPs werden mit 120 Volt gespeist

Beim Versuch, mit den drei entsprechenden Reglern den Klang des jeweiligen Kopfhörers an den des Hörraums anzugleichen, merkt man, wie subtil die Schaltungen das Klangbild beeinflussen: Von Raumsimulation zu schreiben, wie ich es oben getan habe, wird den feinfühligen Eingriffen in den Klang, die mit dem Phonitor möglich sind, nicht unbedingt gerecht. Er erlaubt es ,mit kleinen Veränderungen an der räumlichen Perspektive, Schallquellen so im Stereopanorama zu verteilen, dass die virtuelle Bühne auch beim anschließenden Hören über Lautsprecher noch stimmig erscheint. Einmal im Hörraum ermittelte Werte gelten selbstverständlich nur für den Kopfhörer, den man beim der Einstellung verwendet. So empfinde ich beispielsweise beim Ergo und beim Beyerdynamik T5p, bei denen die Schallwandler in einem spitzen Winkel zu den Ohren stehen, einen CROSSFEED-Wert von 3 als völlig ausreichend, während ein DT 660, dessen Wandler direkt auf die Ohren zielen, mit einen Wert von 4 besser klingt. Letztlich führt also kein Weg daran vorbei, den eigenen Kopfhörer am Phonitor auszuprobieren. Dennoch lehne ich mich ein wenig aus dem Fenster: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Headphone-Amp gibt, der ihrem Hörer mehr Musikgenuss entlockt – vorausgesetzt, die Wiedergabe über Lautsprecher in einem geeigneten Raum ist Ihr Ideal. Wenn Sie aber lediglich etwas mehr über die speziellen Features des SPL erfahren möchten, brauchen Sie sich nicht einmal zu Ihrem Händler zu begeben: Hier finden Sie ein Video, das beim Anhören über Kopfhörer einen guten Eindruck von den Möglichkeiten des Verstärkers vermittelt – selbst wenn der Kopfhörerausgang Ihres Laptops nicht unbedingt mit einer 120-Volt-Stromversorgung arbeitet.

STATEMENT

Wer einmal selbst gehört hat, wie groß der Unterschied zwischen einem guten, in Profikreisen verbreiteten Kopfhörerverstärker und dem Phonitor mit seinen Korrekturen zur perspektivischen Wahrnehmung ist, der wird sich so leicht nicht wieder mit der zweidimensionalen Darstellungsform üblicher Verstärker zufriedengeben. Für die Arbeit an Aufnahmen erscheint mir der Phonitor schlicht unverzichtbar. Dem engagierten Kopfhörer-Fan bietet er bisher ungeahnten Genuss: High End aus der Profiszene!
GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
D/A-Wandler M2TECH YOUNG, Prototyp
CD-Laufwerk Wadia WT3200
Audioplayer Amarra 2.2
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Wild Blue Yonder, Wildwood, Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

HERSTELLER
Sound Performance Lab
Anschrift SPL electronics GmbH
Sohlweg 80
41372 Niederkrüchten
Telefon +49 (0) 2163 98340
Fax +49 (0) 2163 983420
Internet www.spl.info

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Sonntag, 12 Juni 2011 02:00

Lector CDP-7 TL

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Oftmals weiß man erst dann wirklich etwas zu schätzen, wenn man es verloren hat: Vielen dürfte die Situation nicht fremd sein, sich mit der Absicht einer klanglichen Verbesserung von einer Komponente zu trennen und dies anschließend zu bereuen. Dass auch sogenannte High End Redakteure nicht vor Irrungen gefeit sind – davon will dieser Bericht erzählen.

Über Geschmack lässt sich nicht streiten – der Lector CDP-7 TL ist ein würdiger Repräsentant von Bella Italia
Über Geschmack lässt sich nicht streiten – der Lector CDP-7 TL ist ein würdiger Repräsentant von Bella Italia

Meine ersten 300B-Monoblöcke haben mich nicht nur viel Zeit gekostet, sondern auch jede Menge „Lehrgeld“. Das Experimentieren mit unterschiedlichen Treiber-, Gleichrichter- und Leistungsröhren auf der Suche nach der optimalen Kombination, führte schlichtweg ins Uferlose … und letzten Endes zur werksseitigen Röhrenbestückung zurück. Seitdem ist nun wirklich viel Wasser den Rhein heruntergeflossen und ich glaubte mich gegen Irrungen ähnlicher Art gefeit. Denkste!Bereits vor drei Jahren machte ein Lector CDP-7 MK1 für längere Zeit Station in meinem Hörraum. Die italienische Schönheit, mit schwarzer Acryl-Frontblende, Kirschholzwangen und den großen grünen Augen nahm mich sofort für sich ein. Auch aus klanglicher Sicht spielte sie zu meiner vollen Zufriedenheit auf. Eine Spur zu wenig Kontrolle im Bassbereich hinderte mich allerdings daran, ihr das Zeugnis „zur vollsten Zufriedenheit“ auszustellen.  Innerlich hatte ich mich bereits darauf eingestellt, die CD-Player-Thematik endgültig abzuschließen, es kam jedoch ganz anders. In meinem Freundeskreis kursierte ein CD-Player, der durch  aufwendige Netzteilmodifikation und dank besserer Bauteilebestückung zu einer Art Überflieger hochstilisiert wurde. Und ich wurde von der mich umgebenden Euphorie erfasst: Erste A-/B-Vergleiche waren durchaus beeindruckend, der Lector schien in allen Disziplinen unterlegen. Man schmiss mit allerlei Superlativen und Begrifflichkeiten aus der High-End-Sprache nur so um sich, wobei man den Eindruck gewinnen konnte, dass die „Auflösung“ der heilige Gral der Musikwiedergabe ist. Hätte man an jenem Tag, jedem im Hörraum Anwesenden Zettel und Bleistift in die Hand gedrückt und in Schulmeistermanier die Aufgabe gestellt, den Begriff „Auflösung“ zu definieren – man hätte fünf völlig unterschiedliche Beschreibungen erhalten. Sei's drum, die italienische Schönheit musste weichen, das „Auflösungswunder“ durfte bleiben.

Doppelt clever – Streulicht wird durch eine spezielle Struktur der Inneroberfläche, Vibrationen durch eine zweiachsige Neodym-Magnet-Stabilisierung des Pucks bekämpft
Doppelt clever – Streulicht wird durch eine spezielle Struktur der Inneroberfläche, Vibrationen durch eine zweiachsige Neodym-Magnet-Stabilisierung des Pucks bekämpft

Es dauerte beinahe zwei Jahre bis mir vollends klar wurde, dass mein Über-Player keine finale Lösung für mich darstellen konnte. Bläser, Streicher, E-Gitarren: Je mehr die hohen Frequenzbereiche gefordert waren, desto anstrengender wurde das Hören, mitunter sogar nervtötend. Prefab Sprouts Steve McQueen, eine Aufnahme, die sich trotz hervorragender Abmischung nahtlos in die ewig lange Reihe schwachbrüstiger und dünner 80er-Jahre-Produktionen einreiht, gehörte seit jeher zu meinen Lieblingen und wurde dank meines Fehlgriffs nahezu ungenießbar. Manu Katchés Third Round wird bereits ab dem vierten Takt zur Qual: Tore Brunborgs Saxophon fräst sich, vor allem bei hohen Lautstärken, so aufdringlich in mein Ohr, dass es mir selten gelingt „Swing Piece“ zu Ende zu hören ohne einen Tinnitus zu fürchten. Alle Überredungskünste in Form von anderen Strom-, NF-Kabeln oder Sicherungen, etwas Milde in der Wiedergabe walten zu lassen, waren zwecklos. Auch konnte ich keinen anderen Sündenbock in meiner Kette ausmachen. Jede Platte die ich auflegte, führte mir die CD-Misere aufs Neue vor Ohren – der Spaß am Musikhören über CD war weg. Der Prozess zu dieser Erkenntnis verlief schleichend und nicht ohne ganz ohne Reue: Es ist schwer zuzugeben, einen Fehler gemacht zu haben. Aber jetzt konnte ich mich wenigstens wieder auf die Suche nach einem neuen CD-Player machen; einem Player, der in der Lage ist, den Unterschied zwischen Platte und CD versöhnlich zu präsentieren, Allround-Tugenden hinsichtlich unterschiedlichster Musiksparten mit sich bringt und natürlich auch in mein Budget passt. Seitdem durchliefen einige Player meinen Hörraum, unter denen auch einige Schmankerl zu finden waren, doch entweder scheiterte die ersehnte Anschaffung an einem der genannten Kriterien oder ich fand etwas anderes an ihnen zu mäkeln.

Hübscher als ihre Vorgängerin – aber noch nicht ganz auf dem Design-Niveau des CDP-7 TL
Hübscher als ihre Vorgängerin – aber noch nicht ganz auf dem Design-Niveau des CDP-7 TL

Als ich neulich zu einer Hörsession eingeladen wurde, in der neue Verstärkerelektronik im Fokus stand, griff der Vorführer zu einer CD, die ich sehr schätze, die aber aufgrund des Nervfaktors nur noch sporadisch das Licht meines Lasers erblicken durfte – zu strapaziös hallten Martin Tingvalls zum Teil recht impulsive Klavieranschläge auf „Vattensaga“ durch meine Gehörgänge. Über den Lector CDP-7 TL, absichtlich erkorenes Quellgerät der Vorführung, wurde die Dynamik dieser Anschläge in eindrucksvoller Weise wiedergegeben, jedoch ohne den leisesten Anflug digitaler Härten. Während meine Erinnerung an jenen verhängnisvollen Abend wieder zurückkehrte, löste sich mein Konzept von „um Auflösung dreht sich alles“ auf. „Mehr“ oder „besser“ schienen mir unzureichende Beschreibungen für dieses Phänomen zu sein, stattdessen schwirrten plötzlich Begriffe wie Tonstruktur oder Amplitude durch meinen Kopf. Der Lector schien Töne anders  aufzulösen als mein Player und vor allem: vollständiger.


Die Erkenntnisfährte, die ich aufgenommen hatte, beruhte jedoch auf reiner Spekulation, hörte ich den Lector doch an einer Kette, die sich gänzlich von meiner unterschied. Nichts lag jetzt näher, als bei Preference Audio die neuste Variante des Lector CD-Players anzufragen. Peter Schmitz, seines Zeichens Geschäftsführer von Preference Audio, war so freundlich, mir ein bereits eingespieltes Vorführmodell zur Verfügung zu stellen, das mich bereits kurze Zeit später in meinem heimischen Rack mit schwarzen Plexiglaswangen und blauem Display anstrahlte.

The Deep Blue – die schwarze Frontblende des Lector CDP-7 TL gibt sich spartanisch und prägnant
The Deep Blue – die schwarze Frontblende des Lector CDP-7 TL gibt sich spartanisch und prägnant

Kaum im Rack wurde der Lector CDP-7 TL sofort an die Kandare genommen, ich war in Sachen Handling und Aufbau schließlich bestens mit ihm vertraut. Seit der MK1-Version durchlief der Lector verschiedene Evolutionsstufen, der Grundaufbau blieb aber im Prinzip derselbe. Da im Netz ohnehin detaillierte Informationen in Hülle und Fülle über die Technik des Lector CDP-7 zu finden sind, will ich mich diesbezüglich kurz fassen: Alle Versionen des CDP-7 werden mit einem separaten Netzteil, dem PSU 3T ausgeliefert, indem drei beträchtlich große Ringkern-Transformatoren hausen. Die schwarze Plexisglas-Frontblende des Netzteils wartet mit 3 Kippschaltern für getrennte Stromkreise auf: Hauptschalter und jeweils einer für die analoge und digitale Sektion – ein bauteile- und röhrenschonendes Konzept, das in seiner Preisklasse nahezu einzigartig sein dürfte.

Luxus – das externe Netzteil PSU 3T wartet mit 2 getrennten Stromkreisen für die analoge und digitale Sektion auf
Luxus – das externe Netzteil PSU 3T wartet mit 2 getrennten Stromkreisen für die analoge und digitale Sektion auf

Ein Heim für Ringkerntrafos – der Größte zeichnet für Hauptstromversorgung und Verteilung an die kleineren Brüder verantwortlich
Ein Heim für Ringkerntrafos – der Größte zeichnet für Hauptstromversorgung und Verteilung an die kleineren Brüder verantwortlich

Das Innenleben des Lector CDP-7 offenbart penible Sorgfalt und eine auffällig massive Laufwerkskonstruktion auf Philips-Basis, die Motorvibrationen effizient minimieren soll. Des Weiteren tun zwei Burr-Brown PCM 1704 Wandlerchips ihre DAC-Pflicht. Was oberflächlich betrachtet als solide Wandlertechnologie anmutet, birgt eine Besonderheit, die mit für die klanglich herausragenden Tugenden des Lector CDP-7, zu denen ich gleich kommen werde, verantwortlich zeichnet: Das gewandelte Signal durchläuft weder Transistoren noch einen integrierten Schaltkreis, sondern wird auf  kürzestem Weg an die Röhrenausgangsstufe weitergeleitet. Auch bei dieser setzt der Lector nicht auf die herkömmlichen Schaltungstopologien der derzeit erhältlichen Röhren-CD-Player. Statt die üblichen Verdächtigen der 6NP-Familie zu verbauen, kommen 12AT7-/ECC81-Doppeltrioden zum Einsatz, auf eine Gegenkopplung wird bewusst verzichtet – weitere, klangcharakterprägende Ingredienzien des CDP-7. Es sollte nicht unerwähnt bleiben – und dies ist beileibe kein Branchengeheimnis –, dass man im Hause Lector Audio nach Gehör abstimmt.

Gegen den Strom – Lector Audio setzt auf eine Röhrenausgangstufe mit ECC81-/12AT7-Doppeltrioden. Das vom DAC gewandelte Signal wird direkt dorthin geleitet
Gegen den Strom – Lector Audio setzt auf eine Röhrenausgangstufe mit ECC81-/12AT7-Doppeltrioden. Das vom DAC gewandelte Signal wird direkt dorthin geleitet


Doch zurück zu den Spekulationen, von denen ich mir insgeheim erhoffte, dass sie tatsächlich neuen Erkenntnissen Platz machen würden. Third Round von Manu Katché wurde in den Toploader gesetzt und Herr Brunborg durfte wieder einmal mit seinem Sopransaxofon ran. Meine Freude hätte nicht größer ausfallen können: keine Tinnitus-Gefahr! Doch die Freude entspingt keinem schmeichlerischen Quell; der Lector spült weder weich, noch kaschiert er durch oberflächliche Schönmalerei. Die Andersartigkeit der Auflösung des Lector gegenüber meinem Player liegt in seiner Fähigkeit, Töne und Klangereignisse in ein gefühlt richtiges Verhältnis zu setzen, diesen natürliche Klangfarben zuzuordnen und untereinander realistisch zu gewichten. Sagen wir es mal so: Auf einer imaginären Bühne hustet der Bassist, der Trompeter atmet beim Luftholen schwer. So höre ich mit meinem Player das Atmen so klar, auch begünstigt durch dessen helle Timbrierung, dass mein Verstand sich dem Sezieren hingibt  – das Luftholen und der anschließend in der Entstehung befindliche Ton erwecken den Anschien, zwei voneinander getrennte Klangereignisse zu sein. Der Lector stellt den gleichen Vorgang anders dar: Atmung und Tonentstehung werden zu einem, unzertrennbar miteinander verknüpften Klangereignis. Die natürlichere Timbrierung, ich verzichte in diesem Zusammenhang bewusst auf „dunklere Timbrierung“, nimmt der Wahrnehmung nichts an Klarheit, jedoch dem Gehirn die Tendenz zur Analyse. Halbwegs verständlich?Exakt die gleiche Fähigkeit trifft nicht nur auf Klangereignisse zu, sondern auch auf die nächste Schicht der Zwiebel – den Kern beziehungsweise den Ton, der angeblich die Musik macht. Der Lector vermag die Abbildung der Tonstruktur quasi aus einem Guss zu präsentieren – ohne sie akustisch zu zerlegen: Das Verhältnis von Grundton zu Obertönen ist stimmig, die Klangfarben sind natürlich. Betrachtet man das ganze Zwiebelfeld, und hier kommt unser Bassist ins Spiel, transportiert der Lector CDP-7 MK3 die Mikro-Ordnung bruchlos in die übergeordnete Makroebene: Man nimmt das Hüsteln wahr, aber nicht losgelöst von den einzelnen Ereignissen, sondern korrekt im Drumherum eingebettet und verwoben … und dies alles im Kontext einer großen, scharf umrissenen und beeindruckend tiefen Bühne. Dass das Thema Dynamik jetzt nicht weiter erläutert werden muss, versteht sich eigentlich von selbst, denn alle Schilderungen hinsichtlich der organischen und absolut stimmigen Performance des Lector wären augenblicklich hinfällig, würde der Lector hier etwas missen lassen. Er ist eben ein waschechter Italiener und ist Italien nicht auch das Land mit den meisten Dynamikanweisungen von Komponisten? An dieser Stelle sollte übrigens nicht unerwähnt bleiben, dass der CDP-7 MK3 recht sensibel auf die NF-Verkabelung reagiert: Während meine Klangschilderungen auf den ersten Versuchen mit Bastanis Epilog Verkabelung gründeten, konnte ich feststellen, dass eine Verkabelung mit Gregg Straleys Reality Cables zu einer noch tieferen und stabileren Raumabbildung führte.  Das mag unter anderem auch daran liegen, dass sowohl im Lector als auch in Reality Cables sauerstoffarme Kupferkabel verwendet werden, wogegen Bastanis in den Epilog-Kabeln hauptsächlich Silber als Leiter nimmt.

Minimalismus – nur 2 RCA-Eingänge tun der Klangmagie des CDP-7 TL keinen Abbruch
Minimalismus – nur 2 RCA-Eingänge tun der Klangmagie des CDP-7 TL keinen Abbruch

Ich wäre nicht ich, wenn ich trotz aller Euphorie nicht noch ein paar Wermutstropfen suchen und auch finden würde: Betrachtet man diese Schönheitskönigin und wirft dann einen Blick auf die Plastikfernbedienung, stellt sich das Gefühl ein, dass diese etwas weniger Designerliebe abbekommen hat. Der leichte, nicht wirklich störende, mechanische Brumm des Netzteils fällt ebenfalls unter die Kategorie „muss das sein?“. Einen wirklich wichtigen Schönheitsfehler, der mich damals allerdings hinderte das Prädikat „zur vollsten Zufriedenheit“ auszustellen, hat Herr Romagnoli ausgemerzt: Der damals für meinen Geschmack etwas zu schlank und einen Tick zu nervös geratene Bass ist einem souveränen, definierten und satten Bassfundament gewichen – gut gemacht! In puncto Rhythmus und Timing vermag der Lector CDP-7 MK3 eh ein beachtliches Feuerwerk abzubrennen. Gerald Claytons kürzlich veröffentlichtes, zweites Album Two Shade gerät mit dem Lector zum akustischen Spektakel. Selten habe ich über einen CD-Player so satte, voluminöse und doch konturierte Tom-Toms gehört. Gleichzeitiges Anschlagen auf Rim und Snare hat so viel Attacke und jagt dermaßen kernig durch meine Lautsprecher, dass ich Angst bekomme, der Stick fliegt gleich durch meine Membran. Wussten Sie, dass Herr Romagnolis erstes Produkt ein Tonarm war? Irgendwie einleuchtend … Nun, derzeit jage ich eine CD nach der anderen durch den Lector; ich habe meine Freude am Hören von CDs wiederentdeckt. Den CDP-7 TL gebe ich diesmal nicht wieder her, basta!

STATEMENT

Noch nie ist es mir so leicht gefallen, die von der Chefredaktion vorgegebene Zeichenzahl für das Statement zu unterschreiten: Grandiose Performance!
GEHÖRT MIT
Vorverstärker Tubeguru Professional Preamp
Endstufen Tubeguru EL156 SE-Monoblöcke
Kabel NF Reality Cables, Bastanis Epilog
Kabel LS Reality Cables
Netzkabel Bastanis Reference
Lautsprecher Bastanis Atlas mit Chrystal Upgrade
Zubehör Schallwand Biophotone, Little & Big Foot, Steinmusic Harmonizer H2, Naturals & Magic Diamonds, Millennium M-Blocks, Fast Audio Absorber, Acoustic System Resonator
Racks Taoc AS-3
HERSTELLERANGABEN
Lector CDP-7 TL
Ausgangsstufe 2 x Doppeltrioden 12AT7/ECC81
DAC Burr-Brown Dual PCM 1704
Ausgänge analog 1 x Cinch
Abmessungen CD-Player (H x B x T) 440 x 850 x 310 mm
Abmessungen Netzteil (H x B x T) 200 x 850 x 310 mm
Gewicht CD-Player 9 kg
Gewicht Netzteil 5 kg
Fernbedienung ja
Preis 3350 Euro
Garantie 2 Jahre

VERTRIEB
Preference Audio
Anschrift Peter Schmitz
Sommerstrasse 34
81543 München
Telefon +49 (0) 89 47077691
Fax +49 (0( 89 47077692
E-Mail schmitz@preference-audio.de
Web www.preference-audio.de

Weitere Informationen

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Auf der Suche nach dem aktuell auch am Mac oder PC bestklingenden Wandler stieß ich letztes Jahr im Sommer auf den DAD AX 24, einen Wandler, der in Studiokreisen seines Klanges wegen hoch geschätzt ist. Da er weder über eine Mac-freundliche Firewire- noch eine PC-freundliche USB-Schnittstelle verfügt, bedurfte es einiger Verrenkungen, bis dieser Wandler in meine Abhörkette integriert werden konnte.

Starkes Trio mit Dänischem Wandler, Schweizer Digitalschnittstellen-Umsetzer und Holländischem Masterclock-Generator
Starkes Trio mit Dänischem Wandler, Schweizer Digitalschnittstellen-Umsetzer und Holländischem Masterclock-Generator

Ganz ehrlich, so schlimm war es auch wieder nicht mit den Verrenkungen. Holger Brinkmann von ProAudioGear, der einen Onlineshop mit edler Studiogerätschaft betreibt und unter anderem die kürzlich bei Hifistatement getesteten USB- und Firewirekabel von Oyaide vertreibt, stellte mir alles zusammen und zur Verfügung, damit ich den DAD AX 24 auch an meinem Mac optimal Testhören konnte. Zu dem Rundumsorglospaket von Holger Brinkmann gehörte nicht nur der Wandler, der auch mit einer A/D-Strecke kam, sondern auch der Weiss AFI1, seines Zeichens ein Digital-Schnittstellen-Interface mit Firewire-Eingängen zur Kontaktaufnahme mit meinem Mac und AES-EBU-Ausgängen zur Kontaktaufnahme mit dem DAD-Wandler. Damit nicht genug, enthielt das Paket als spezielle Überraschung auch den Masterclock-Generator in Gestalt des CC1 von Grimm Audio, den ich unbedingt ausprobieren müsse, da er der Kombi aus DAD AX 24 und Weiss AFI1 klanglich noch ein ganz spezielles Glanzlicht aufsetze. Damit auf dem Weg vom Mac bis zum Wandler auch nicht die kleinste Feininformation auf der Strecke bleibt, waren den drei digitalen Hardwarekomponenten Verbindungskabel von Oyaide, einschließlich BNC-Silberkabel  für den Clocksignal-Transport  beigepackt, so dass sich der Warenwert (ohne A/D-Karte) alles in allem auf um die achttausend Euro belief. Nicht gerade wenig, wenn man daran denkt, was heutzutage ein sehr guter USB-Wandler (ohne Masterclock) kostet, aber auch nicht das Maximum des Möglichen, wenn man sich vergegenwärtigt, was ein entsprechendes Paket von dCS mit Scarlatti-DAC und Puccini-U-Clock kostet.

Auf der Front des Wandlers findet sich nur eine Zustandsanzeige. Eingestellt wird er per PC oder MAC.
Auf der Front des Wandlers findet sich nur eine Zustandsanzeige. Eingestellt wird er per PC oder MAC.

Mit technischen Einzelheiten ihrer Technologie hält sich Digital Audio Denmark (= DAD) im Eigentum der NTP Technology AS bis auf die Tatsache, dass der AX24 auf einem Multibitwandler mit einem 5 Bit Delta-Sigma-Modulator basiert, der eine A/D- und D/A-Wandlung im PCM-Format bis zu 352,8 kHz erlaubt, recht bedeckt. Wer möchte, und das sind vor allem Studioleute, vielleicht aber auch der eine oder andere High Ender, der seine LP-Schätze gerne auf höchstem Niveau digitaliert, kann den AX24 nicht nur als PCM-Wandler, sondern auch in einer zusätzlichen DSD- und DXD-Ausführungsform beziehen, und natürlich mit mehr als zwei Kanälen und mit feinen Mikrophonvorverstärkern, von denen die Studiogemeinde weltweit schwärmt und mit denen die Abbey Road Studios und der NDR Hamburg unter anderen bestückt sind. Wie gesagt, braucht es für den Anschluss eines mit einer Firewireschnittstelle ausgerüsteten Mac oder PC den Weiss AFI, der aus dem Firewiresignal ein digitales AES-EBU-Signal errechnet. Einen entsprechenden Umsetzer von USB auf AES-EBU gibt es meines Wissens nicht, so dass der Weiss hier das Mittel der Wahl ist, wenn auch ein Mittel, das mit seinen insgesamt vierundzwanzig Kanälen ein wenig etwas von einem Overkill an sich hat. Zumindest muss man sich keine Sorgen über die Qualität der digitalen Umsetzung des Firewiresignals machen, gilt die Schweizer Firma doch nicht nur in Studiokreisen als Garant für höchste Klanggüte.

Eingestellt wird der Masterclock-Generator an der Frontplatte über winzige Drucktaster
Eingestellt wird der Masterclock-Generator an der Frontplatte über winzige Drucktaster


Damit wären wir beim Masterclockgenerator angelangt, der kein Muss ist, um den DAD AX24 auch über einen Mac oder PC zu betreiben, sondern laut Holger Brinkmann das Tüpfelchen aufs i der DAD/Weiss-Kombi.  Der CC1 ist ebenso wie der Weiss und der DAD ein Studiogerät, das naturgemäß nicht nur ein oder zwei Geräte mit einem super jitterarmen Taktsignal zwischen 44.1 und 192 kHz synchronisiert, sondern bis zu sechzehn Geräte, also eine komplette digitale Studioeinrichtung. Zusätzlich dazu kann er beispielsweise einen CD-Player, der eher selten über einen Clockanschluss verfügt,  über dessen AES-ABU-Digitalausgang zu einem externen Wandler per Re-Clocking synchronieren. Der niederländische Hersteller Grimm Audio, der auch Wandler baut, nimmt für sich in Anspruch, mit dem CC1 nicht zuletzt dank eines diskret realisierten Quarzoszillators über einen der stablisten und genauesten Masterclocks auf dem Markt zu verfügen.  Interessant ist, welche Wirkung Grimm einem Masterclockgenerator zuschreibt: “Ausgiebige Forschungsarbeit bezüglich der Korrelation zwischen Jitter und Klangqualität brachte ans Tageslicht, dass die emotionale Reaktion auf Musik weit stärker auf Jitter anspricht, als man das bislang angenommen hat, weshalb das Rezept lauten muss, den Masterclock so stabil wie irgend möglich zu machen.” Emotion beim Musikhörer soll sich demnach nur einstellen, wenn der zeitliche Bezug zwischen Klangereignissen gewissermaßen auf mikroskopischer Ebene exakt gewährleistet ist, was zumindest dafür sprechen würde, dass unser Gehör Präzision des Gehörten direkt in Emotion umzusetzt, ganz abgesehen davon, dass sich daraus nebenbei erklären würde, weshalb soviele Hörer zumindest während der ersten etwa zwanzig Jahre seit Einführung des CD-Players digitaler Sound emotional kalt gelassen hat.

Von oben nach unten: Der Grimm taktet entweder über BNC-Ausgänge oder er führt ein Re-Clocking per AESEBU Schnittstelle durch. Der Weiss vermittelt zwischen AES/EBU, ADAT und Firewire (hier nicht sichtbar). Der DAD-Wandler empfängt Digitalsignale über eine AES-EBU-Schnittstelle und gibt Analogsignale symmetrisch aus.
Von oben nach unten: Der Grimm taktet entweder über BNC-Ausgänge oder er führt ein Re-Clocking per AESEBU Schnittstelle durch. Der Weiss vermittelt zwischen AES/EBU, ADAT und Firewire (hier nicht sichtbar). Der DAD-Wandler empfängt Digitalsignale über eine AES-EBU-Schnittstelle und gibt Analogsignale symmetrisch aus.

Zurück zum DAD AX 24. Dessen Grundeinstellung, wie die gewünschte Abtastrate, muss über einen externen PC oder Mac erfolgen. Dieser Wandler ist also kein Stand Alone Gerät, was den heutigen High Ender allerdings kaum noch erschüttern kann, hat er doch bereits gelernt, dass hochaufgelöste Muskdaten in der Regel ohnehin vom Computer kommen, der somit dauerhafter, zumindest aber vorübergehender Bestandteil seiner Anlage ist. Angesichts der zahlreichen Anschlüsse und Funktionen von DAD, Weiss und Grimm ist es zunächst gar nicht so trivial, die Kombi zum Laufen zu bringen und es dauert schon eine ganze Weile, bis man weiß, wie man sich behelfen muss, wenn sie aus dem Ruder läuft – hier war mir der nahezu rund um die Uhr erreichbare Holger Brinkmann des öfteren sehr behilflich. Das Motto “der Weg ist das Ziel”gilt für das Musikhören eben nur sehr eingeschränkt, wenn es getreu dem digitalen “null oder eins” bei null nichts zu hören gibt, weil beispielsweise der Wandler taktmäßig nicht einrastet. Das fühlt sich komplett anders an als der Anschluss und das Einstellen eines analogen Laufwerks, bei dem man zumindest recht bald zuverlässig Musik hört, und bei dem es dann nur noch darum geht, den Tonarm und Tonabnehmer zu optimieren und Brumm zu beseitigen.

Diese Ansicht der Geräterückseiten zeigen beim Grimm die beiden Firewireschnittstellen und beim DAD die analogen Eingänge der A/D-Wandlersektion
Diese Ansicht der Geräterückseiten zeigen beim Grimm die beiden Firewireschnittstellen und beim DAD die analogen Eingänge der A/D-Wandlersektion

Zunächst aber geht es um den Soloauftritt des vom digitalen Ayre Laufwerk per AES/EBU-Schnittstelle über ein Sun Audio Reference Kabel gespeisten externen Wandlers mit einem im Vergleich zum laufwerkseigenen Wandler helleren, farbenfroh funkelnden und basskräftigeren Klangbild bei vergleichbarer dynamischen Staffelung und in seinen Ausmaßen, vor allem in der Tiefe reduziertem Klangraum. Kommt der Grimm als Re-Clocker ins Spiel, weitet sich der Klangraum auf, und zusätzliche Luft umgibt Soloinstrumente und Stimmen, deren Ortbarkeit und Umrisschärfe über das hinausgeht, was der bordeigene Wandler zur Verfügung stellt. Das farbenfrohe Funkeln , also der Obertonreichtum ist jetzt beinahe mit Händen greifbar, will sagen, es kann den einzelnen Instrumenten und Instrumentengruppen ähnlich einer Aura zugeordnet werden. Der Grimm Audio CC1 bringt also ab CD eine deutliche Portion Ordnung und Durchhörbarkeit ins Klanggeschehen. Wenn man möchte, kann man das auch als Zugewinn an Emotion aufgrund mehr feinstofflicher Information bezeichnen. Eine gelungene Vorstellung des AX 24 im Alleingang und vor allem gemeinsam mit dem CC1, die ich so deutlich angesichts der vorzüglichen Wandlersektion des Ayre-Players nicht erwartet hätte.


Das kann doch mit höher aufgelösten 24 Bit Digitaldaten vom Mac per Amarra zugespielt nur noch besser werden. Jetzt kommt der Weiss, zunächst wieder ohne den Grimm, als Umsetzer der per Firewire angelieferten Daten ins AES-EBU-Format ins Spiel, ohne den hier nichts geht, weil der DAD-Wandler PCM-Daten über die Firewire-Schnittstelle ja nicht versteht. Um bei aller Hochachtung vor Schweizer Ingenieurskunst sicherzustellen, dass der Weiss AFI1 uns nicht in die Suppe spuckt, liefert der Mac zunächst dieselben, sorgfältig gerippten Daten an, die im Ayre-Player direkt von der CD augelesen über den DAD-Wandler ohne Grimm einen kleineren Klangraum aufspannen, dafür jedoch mit mehr Obertönen glänzen. Die glänzenden Obertöne gibt es auch von den gerippten Daten ab Mac. Erstaunlichweise ist nun mehr Ordnung im Spiel, ganz so, als ob ein kleiner Grimm seine Hand im Spiel hätte. Noch erstaunlicher ist, dass von einem kleineren Klangraum in dieser Konfiguration keine Rede sein kann.  Damit gehört dem Weiss unser volles Vertrauen, da er offenbar ungeachtet seiner Umsetzerfunktion keine Engstelle für den Datentransport bildet, wobei ich den Zugewinn an Klangraumgröße und Ordnung den gerippten Daten im Mac und der Auslesung  dieser Daten aus dem Festplattenlaufwerk zuschreiben möchte.Kommt jetzt der Grimm zum Zug, sind wir ganz nahe an dem, was ich bislang nur von 24 Bit Daten und einer höheren Abtastrate als 44.1 kHz gewohnt bin, das heißt neben dem dem Grimm ab Ayre-Laufwerk geschuldetem Mehr an geordnetem Funkeln und zusätzlicher Luft um Instrumente, einem deutlichen Zugewinn an Emotion, sprich Musikalität des Gebotenen. Ein Tusch für die holländischen Entwickler des Grimm Audio CC1 ist spätestens jetzt  angebracht, und natürlich ein Hoch den dänischen Entwicklern des AX 24, die diesen Wandler so transparent gemacht haben, dass die Leistung des Grimm und die überlegene Datenwiedergabe ab Mac deutlich hörbar wird.

Ein Blick in den DAD AX 24 zeigt von links nach rechts die A/D-Wandlersektion, die analoge Ausgangsstufe, die D/A-Wandlersektion und die Wordclock- und Fernsteuerungssektion
Ein Blick in den DAD AX 24 zeigt von links nach rechts die A/D-Wandlersektion, die analoge Ausgangsstufe, die D/A-Wandlersektion und die Wordclock- und Fernsteuerungssektion

Das muss man sich im Munde zergehen lassen: Bisher bewegten wir uns in den Niederungen niedrig aufgelöster 16 Bit Daten, die in gerippter Form vom Mac bereits zu Musikgenuß mit hohem Emotionspotential führen. Das Rezept für Besitzer einer größeren CD-Sammlung kann also nur lauten: rippt Eure CDs und überlaßt das Musikmachen dem Weiss-Grimm-DAD-Trio.Jetzt will ich es wissen. Überspringen wir 88.2 und 96 kHz Material und stoßen wir an die aktuelle Grenze zu (echten) 192 kHz in Gestalt Mahlers Sechster von Acousense mit den formidablen Duisburger Philharmonikern unter Jonathan Darlington vor. Schlagartig hat hier jede Diskussion über Klangraumgröße, Obertongehalt und Luft um Instrumente ein Ende, gibt man sich doch nur noch dem puren Genuß des Musikhörens hin. Nur unter Protest höre ich analytisch hin und stelle außer der viel strapazierten Aussage “unheimlich nahe am Live-Ereignis” eine geradezu überbordende Dynamik und das fest, was im englischen Sprachraum unter “sweet sound” gehandelt wird. Analoger geh's wohl nimmer, schon gar nicht von der LP, eher schon vom analogen Band.Was ich noch sagen wollte: Das Firewire-Kabel von Oyaide ist auch in dieser Kombi ein absolutes Muss. Und noch etwas: die A/D-Wandlerkarte des DAD AX 24 ist kein kleinerer Hammer als sein D/A-Wandler. Beide in Reihe geschaltet (A/D - D/A) winken das vom Telefunken Magnetophon 15a gelieferte Analogsignal ab 96 kHz unbeschadet durch, gerade so, als ob es vom Bandgerät direkt in die Vorstufe gelaufen wäre. Das nenne ich Transparenz. Eine hochwertige Speicherung von LPs und Tonbändern mittels AX 24 auf Festplatte kann ich uneingeschränkt empfehlen. Hätte diese Möglichkeit unseren Rundfunkanstalten rechtzeitig zur Verfügung gestanden, bevor diese aus heutiger Sicht Analoges verlustbehaftet digitalisiert hatten, wäre es zu verschmerzen, dass analoge Bandoriginale massenhaft gelöscht und Platten weggeworfen wurden.

STATEMENT

Dieser dänische Wandler ist aus klanglichen Gründen der Geheimtipp für den High Ender aus der Studiobranche schlechthin. Im Verbund mit dem Schweizer Weiss-Umsetzer macht er jeden Mac und PC mit Firewire-Schnittstelle zur audiophilen Quelle der Wahl, und das ab 44.1 kHz, von höher aufgelösten Musikdaten ganz zu schweigen. Für mich absolut unverzichtbar ist dabei der holländische Masterclock von Grimm Audio, der Klangräume auch im größten Klanggetümmel luxurös ausleuchtet und stets für den notwendigen Überblick sorgt.
GEHÖRT MIT
  Ayre KX-R Vorstufe
  Ayre MX-R Endstufen
  Multiplayer Ayre C-5xe MP
  Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB mit Amarra 2.1
  Weiss DAC2 D/A-Wandler
  Lautsprecher Revel Voice2, SW30
  Kubala Sosna Emotion Netz,- NF- und Lautsprecherkabel
  Oyaide Firewire-Kabel NEO
  HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Resonatoren, Finite Elemente Resonator 1000, Audio Exklusiv d.C.d Base, Feet und Silent Plugs
Zur Verfügung gestellt wurden die Testgeräte von:
ProAudioGear
Anschrift Frankfurter Str. 14
64521 Gross-Gerau
Telefon +49 (0) 6152 81640
E-Mail kontakt@proaudiogear.de
Internet www.proaudiogear.de
DAD AX 24 (192 kHz Variante)
Hersteller NTP Technology A/SNybrovej 99DK-2820 Gentofte
Telefon: +45 4596 8880
ntp@ntp.dkwww.ntp.dk
Preis 3700 Euro
AFI1 Firewire-Digitalschnittstellen-Interface
Hersteller Weiss Engineering Ltd.
Florastrasse 42
CH-8610 Uster Schweiz
Telefon: +41 (0) 44940 2006
weiss@weiss.ch
Preis 1850 Euro
CC1 Clock
Hersteller Grimm Audio
Strijpsestraat 94
NL-5616 GS Eindhoven
Niederlande
Telefon +31-40-213 1562
www.grimmaudio.com
Preis 2300 Euro

Weitere Informationen

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Man kann es gar nicht oft genug sagen und schreiben: Gute Netzkabel sind die Basis feinen Klanges. Was am Stromzufuhrende der Hifi-Anlage versäumt wird, kann auf dem Weg zum Lautsprecher auch mit großem Aufwand nicht mehr ausgeglichen werden. PS-Audio unterstreicht diese Erkenntnis seit etlichen Jahren nachdrücklich mit Netzspannung auffrischenden Power Plants, aber auch mit  einer eigenen Netzkabelfamilie, die es in sich haben soll.

Zu drei Netzkabeln der AC-Reihe – nur das AC-12 fehlt zum Quartett –  gesellt sich hier das überaus kostengünstige Jewel
Zu drei Netzkabeln der AC-Reihe – nur das AC-12 fehlt zum Quartett – gesellt sich hier das überaus kostengünstige Jewel

Mangels schlüssiger wissenschaftlicher Erklärungsmodelle kocht nahezu jeder Kabelhersteller sein eigenes Süppchen. Dessen ungeachtet schmückt sich der eine oder andere, nachdem die Suppe erst mal fertig angerührt und gekocht ist, nachträglich mit einem Erklärungsmodel für den resultierenden „Kabel-Sound“. Das ist menschlich und keinesfalls verwerflich, plagt uns alle doch der Wunsch, alles und jedes erklären zu können, was allerdings nicht einmal bei einem so alten Thema wie Hifi so richtig gelingen mag. Sei wie es sei, Suppe bleibt Suppe, und die Hauptsache ist, dass sie schmeckt. Bleiben wir noch kurz beim Küchenjargon, so gibt es scharfe, süße, fette, magere, würzige Suppen, Suppen die etwas hermachen, weil sie den Gaumen überraschen, aber auch Suppen, die einfach nur schmecken, weil die Mischung der Zutaten perfekt harmoniert. Und damit wären wir bei dem Ziel, das sich die  Kabelentwickler aus dem Hause PS-Audio für die aktuelle Netzkabel-Linie gesetzt haben, das da lautet, auf die perfekte Balance zwischen Tiefen, Mitten und Höhen kommt es an. Die perfekte klangliche Balance zu finden, ist bei keiner Kabelsorte trivial, und schon gar nicht im Spezialfall Netzkabel. Hier hat sich zum Beispiel herausgestellt, dass Netzkabel aus Litzen die zahlreiche feine Einzeldrähte umfassen, hervorragende Höhen, dafür aber einen lausigen Bass zur Folge haben, während für dicke Solid Core Kabel genau das Gegenteil zutrifft. Dieser Sachverhalt legt nahe, dass die gewünschte klangliche Balance mit einem Kabelgemisch aus unterschiedlich dicken Drähten erzielbar sein müsste. PS-Audio hat das untersucht und herausgefunden, dass dies zwar grundsätzlich richtig ist, was Tiefen und Höhen anbelangt, dass der ausgewogene Anteil an Mitten jedoch nicht, jedenfalls nicht optimal erzielbar ist durch Kabel, deren Stärke geringer ist als bei Kabeln für die Tieftonübertragung und höher als diejenige von Kabeln für die Hochtonübertragung. Schließlich stellte sich heraus, dass im Fall der Mitten die Kabelform eine wesentliche Rolle spielt, dass dort Kabel mit kreisrundem Querschnitt, die mit geeigneten Dicken für eine ausgewogene Tiefen-/Höhenbalance sorgen, durch solche mit anisitropem Querschnitt, nämlich sehr flache, rechteckige ersetzt werden müssen, die bei diesen Frequenzen den Skin-Effekt am besten vermeiden sollen. Hier greifen die PS-Audio Entwickler übrigens auf eine für NF-Kabel gewonnene und im PS-Patent 6 969 805 geschützte Erkenntnis zurück, dass eine ausgeglichene Balance von Tiefen zu Mitten und Höhen unter Einsatz flacher rechteckiger Kabel für die Mitten und kreisrunder Kabel unterschiedlicher Durchmesser für Tiefen und Höhen erreichbar sein soll. Während mir die auf dem Skin-Effekt beruhende Argumentation für NF-Kabel, die ja zumindest die gesamte Bandbreite des Audiosignals übertragen müssen, zumindest schlüssig erscheint, frage ich mich, warum das bei Netzstrippen auch so sein soll, transportieren diese doch Strom mit 50 Hertz und nicht Strom mit der Bandbreite eines Audiosignals. Hier sind wir also wieder einmal am Ende eines plausiblen Erklärungsmodells angelangt und müssen uns damit begnügen, dass die Erfahrung sagt, es ist so, wie es ist.

Auch die geräteseitigen Steckanschlüsse sind dank ihrer raumgreifenden Bauform nicht von schlechten Eltern
Auch die geräteseitigen Steckanschlüsse sind dank ihrer raumgreifenden Bauform nicht von schlechten Eltern

Der klanglichen Wahrheitsfindung soll übrigens auch die Schirmung dienen, auf die PS-Audio im Gegensatz zu manch anderen Kabelherstellern setzt, die postulieren, dass mit der Schirmung von Kabeln, nicht nur von Netzkabeln, klangliche Einbußen einhergehen. Dem hält PS-Audio entgegen, dass von Netzkabeln abgestrahlte oder eingefangene Störstrahlung, die von Hifi-Geräten mit digitalen Schaltungen stammt oder von der Umwelt eingefangen wird, unvermeidlich zu rauhem und hartem Klang und mithin zu Klangeinbußen führt, die allemal größer seien als solche, die auf die Schirmung zurückgeführt werden. Wert legt PS-Audio ferner auf Polyethylenschaum als relativ kräftiges Dielektrikum, das dafür sorgt, dass das beim Stromtransport anfallende elektrische Feld dicht am jeweiligen Leiter und fern vom Nachbarleiter und seinem elektrischen Feld gehalten wird, was sich vor allem bei von Klavier und Gitarre erzeugten Obertönen in einer offenen Klangpräsentation positiv bemerkbar machen soll. Für die Qualität des Stromflusses in Kabeln, also für ihre Leitfähigkeit, zeichnet deren kristalline Struktur verantwortlich. Je länger die Metallkristalle sind, desto besser leiten Kabel. Für Kupferkabel, die auch in PS-Audio Netzkabeln verwendet werden, gibt es die Qualitäten „normal“ mit 49 Kupferkristallen pro Zentimeter, „OFC“ mit 13, „LC-OFC“ mit 2,3 Kupferkristallen pro Zentimeter und „PCOCC“ mit Einkristallen einer Länge bis zu 23 Zentimetern. In den Netzkabeln AC-10 und AC-12, die zur Vermeidung des Skineffekts für die „Hochton“-Leiter Kupferröhrchen  enthalten, ist PCOCC verbaut, während im AC-5 LC-OFC und im AC-3 OFC verbaut sind. Das AC-12 enthält nicht weniger als sechzehn Leiter unterschiedlichen Querschnitts, davon vier Hohlleiter und zwei Rechteckleiter plus einen dicken Masseleiter. Das AC-10 hat zwei Rechteckleiter weniger als das AC-12. AC-5 und AQC-3, die sich bezüglich des Kupfermaterials von AC-12 und AC-10 unterscheiden, haben denselben Aufbau mit acht Leitern, von denen zwei Hohlleiter und zwei Rechteckleiter sind. Hinzu kommt wiederum ein dicker Masseleiter. Damit die ungestörte Stromleitung dank langer und superlanger Kuperkristalle beim AC-12 und  AC-10 nicht an den Steckern und Buchsen der Netzkabel endet, sind deren Kontakte mit den Kupferleitern durch eine Kombination aus  Kalt- und Warmverschweißung verbunden. Wie große Köche so macht sich also auch PS Audio über viele Jahre gewonnene Erfahrung aus der eigenen Kabelküche zunutze, ohne von Dritten gewonnenes Know-How zu verschmähen, um möglichst gelungene Produkte, in diesem Fall vier Netzkabel, auf den Tisch zu bringen, die Gourmets durch die Summe seiner Eigenschaften, nämlich durch klangliche Balance überzeugen sollen.


Soloauftrit des AC-12 in seiner ganzen Pracht
Soloauftrit des AC-12 in seiner ganzen Pracht

Das teuerste des Netzkabelquartetts, das AC-12, ist dasjenige mit dem größten Querschnitt, da es die meisten unterschiedlich dimensionieren und geformten Leiter enthält, und mit einem riesigen, vor allem dicken Netzstecker, der deswegen in mancher Netzleiste keinen weiteren Netzstecker neben sich duldet, und schon gar nicht denjenigen eines weiteren AC-12 (oder AC-10). Dieses Netzkabel stellt jeder von ihm versorgten Komponente, sei es ein Quellengeräte oder eine Endstufe, Strom in geradezu luxuriöser Differenziertheit bereit. Diese quittiert das Gerät mit einer ausgewogenen Breitbandigkeit der Klangentfaltung: kein Frequenzbereich wird bevorzugt behandelt, vielmehr erstaunt die klangliche Balance von den tiefsten Tiefen bis zu den höchsten Höhen mit einem crèmigen Schmelz in den Mitten, fein strukturierten, dabei druckvollen Tiefen und seidigen Höhen, die Obertönen viel Luft zum Atmen lassen. Nein, gefällig klingt Musik über mit dem AC-12 versorgte Geräte nur dann, wenn die Vorlage dies hergibt. Ansonsten lässt das AC-12 jederzeit auch scharfe Attacken zu, die jedoch nicht ins Lästige kippen – und dies unabhängiog davon, ob das AC-12 den Player, die Vorstufe oder die Endstufen mit Strom versorgt. Wenn ich eine Auswahl treffen müsste – und die könnte angesichts des Preises durchaus erforderlich sein – würde ich die Vorstufe über das AC-12 ans Stromnetz hängen.Einen ähnlich luxuriöse Voraussetzung für  besten Klang liefert das AC-10, das einen etwas geringeren Querschnitt als das AC-12 besitzt, jedoch denselben raumgreifenden Netzstecker mitbringt. Ob es an den zwei anstelle von vier Rechteckleitern liegt, dass die Mitten ein wenig schlanker, gewissermaßen in reduzierter Vollfettstufe von sich reden machen, scheint nahezuliegen, zumal die Tiefen und Höhen der mit dem AC-10 gespeisten Geräte nahezu identisch zum AC-12 aufspielen, was nicht weiter Wunder nimmt, verwendet dieses Netzkabel doch dasselbe hochqualitative Kupfer wie das AC-12 mit derselben Anzahl an für die Tiefen und Höhen zuständigen Leitern.

Das AC-10 glänzt wie das AC-12 mit vergoldete Kontaktstiften
Das AC-10 glänzt wie das AC-12 mit vergoldete Kontaktstiften

Das AC-10 stellt mit dem Baumaterial LC-OFC anstelle PCOCC eine stärker abgemagerte Variante des AC-12 dar, wobei die Leiteranzahl  im Vergleich zum AC-10 nochmals reduziert ist. Das heißt jedoch nicht, dass das AC-10 klanglich vergleichsweise die Knie gehen würde. Vielmehr bleibt der entspannte, ausgeglichene Familiensound erhalten und Abstriche müssen im direkten Vergleich zum AC-10 mit weniger Glanz in den Höhen, ein wenig  eduzierter Luftigkeit und insgesamt mit weniger Feinstoffgehalt gemacht werden, was ich gerne auf das LC-OFC zurückgeführt wissen möchte, da die geschilderten Effekte beim AC-5 mit bei derselben Leiteranzahl und -gestalt noch etwas deutlicher zum Tragen kommt. Dessen ungeachtet ist das AC-5 sein sehr gutes Netzkabel, das allen Arten von Geräten eine solide Grundlage für einen glänzenden Auftritt beschert.

Das AC-3 ist alles andere als eine dünne Netzstrippe ...
Das AC-3 ist alles andere als eine dünne Netzstrippe ...

Die klangliche Verwandtschaft der AC Netzkabel erlaubt ohne weiteres ihren gemischten Einsatz. Hier ist Ausprobieren angesagt, welches Kabel mit welcher Komponente insgesamt den größten klanglichen Vorteil bringt. Im meiner Kette heißt dies, ein AC-12 versorgt die Vorstufe, zwei AC-10 die Endstufen, ein AC-5 die Phonovorstufe und ein AC-3 den Subwoofer. Interessant wäre auch zu testen, wie die Anlage bei einer Versorgung aller Komponenten mit dem günstigsten AC Netzkabel, dem AC-3 aufspielt. Diese Idee kam mir allerdings für diesen Testbericht zu spät, um die passenden Kabel zu ordern.


… und selbst das Jewel als Einsteigermodell in das PS-Audio Kabelvergüngen hat einen starken Auftritt
… und selbst das Jewel als Einsteigermodell in das PS-Audio Kabelvergüngen hat einen starken Auftritt

Wem selbst das günstigste Netzkabel der AC Serie, das AC-3 zu teuer ist, oder wer skeptisch ist, ob Netzkabel überhaupt den beschrieben klanglichen Fortschritt bringen, für den hält PS Audio das Jewel bereit. Dieses Kabel hat nicht den komplexen Aufbau der AC Netzkabel mit unterschiedlichen Leitern und Leiterformen, teilt sich mit diesen jedoch die kalt/warm verschweißten Verbindungsstellen und die Schirmung, wenn auch in schwächerem Ausmaß. Ersetzt man beispielsweise das üblicherweise aus Fernost stammende und mit Ausnahmen standardmäßig beigepackte Netzkabel eines Players oder Verstärkers, wie etwas das dem Mulitplayer Oppo BDP-83 beigepackte durch das Jewel, geht akustisch (und visuell) das Licht auf, bringt das Jewel doch Ordnung und Übersicht ins klangliche Geschehen und lüftet den Grauschleier, der mit dem Null-Acht-Fünfzehn-Kabel die Klangbühne verschleiert. Tauscht man dann das Jewel gegen das AC-5, steigert dies die Übersicht über das  Klanggeschehen, dessen Klangfarben bei kräftigerem, besser konturiertem Tieftonfundament wohl aufgrund des komplexeren Leiteraufbaus deutlich wahrnehmbar an Ausgewogenheit zulegen. Quantitativ bewertet, ist für mich der Klanggewinn per Jewel gegenüber der Standardnetzstrippe höher anzusetzen als vom Jewel zum AC-3. Nicht schlecht für  ein vom Hersteller selbst als Einsteigerkabel bezeichneten Produkt.

STATEMENT

Mit der AC Reihe lässt PS-Audio dem ernsthaften Hifi-Fan ebenso wie dem High-Ender preislich abgestuft die Wahl zwischen vier ganz vorzüglichen Netzkabeln, die jede Komponente und in Summe die gesamte Anlage ein deutliches Stück Richtung Perfektion voranbringen, die mit dem AC-12 zum Greifen nahe ist. Für Skeptiker, die sich nicht vorstellen wollen oder können, was ein gutes Netzkabel an Klangpotential bereit hält, gibt es von PS-Audio das Jewel als Einstiegsdroge zum Spottpreis.
GEHÖRT MIT
Vorstufe Ayre KX-R
Endstufe Ayre MX-R
Multiplayer Ayre C-5xe MP
Lautsprecher Revel Voice2, SW30
Zubehör HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Resonatoren, Finite Elemente Resonator 1000, Audio Exklusiv d.C.d Base, Feet und Silent Plugs
HERSTELLERANGABEN
PerfectWave AC Netzkabelserie
  AC-12 1 Meter 999 Euro
  AC-10 1,0 Meter 699 Euro
  AC-5 1,0 Meter 319 Euro
  AC-3 1,0 Meter179 Euro
  Jewel 1,5 Meter 99 Euro

Vertrieb
HiFi2Die4
Anschrift Austrasse 9
73575 Leinzell
Telefon +49 (0) 7175 909032
E-Mail hifi2die4@gmx.de
Web www.hifi2die4.de

Weitere Informationen

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