Was Fläche und Aussteller anbelangt, schlägt auch die 31. High End wieder alle Rekorde. Zu dem findet heuer parallel auch wieder die hifi deluxe statt. Und da erfreulicherweise seit einiger Zeit auch die Personaldecke von Hifistatement wieder ein wenig dicker ist, dürfen Sie sich auf eine umfangreiche Berichterstattung mit jeder Menge toller Bilder freuen. Den Anfang macht diesmal Wolfgang Kemper.
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Donnerstag, 03 Mai 2012 02:00

Ypsilon CDT 100

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Wo stehen wir heute? Die Computerfestplatte ist das Tonträgermedium der Zukunft. Sagt man. Wenn es nach der Tonträgerindustrie geht, wird die CD Ende 2012 abgeschafft. Wieder einmal.
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Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Meldung, dass in 2011 wieder mehr LPs verkauft wurden als 2003. Sind die nicht schon viel länger totgesagt? In Japan gibt es ein altes Sprichwort: Wenn die Menschen über die Zukunft reden, dann lacht der Oni. Ein Oni ist ein Wesen aus der japanischen Mythologie, das Unheil bringt und sich über die naiven Zukunftsvisionen der Menschheit amüsiert, weil er eben schon anderes vorhat. Tatsache ist aber, dass der Computer aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Damit ist es mittlerweile auch super modisch geworden, Musik über den Computer zu hören. Solange aber der „audiophile Computer“ nicht so einfach funktioniert wie mein Wasserkocher, sollen sich andere damit herumärgern. So. Und damit kommen wir zum Ypsilon CDT 100. Zum was?? Zum Ypsilon CDT 100, einem konventionellen, puristischen CD Laufwerk aus Griechenland. Nun ja, so ganz konventionell ist das Ganze nun auch wieder nicht.

Der CDT100 thront auf dem Flightcase, che bella figura!
Der CDT100 thront auf dem Flightcase, che bella figura!

Wenn es um Design geht, fallen mir in erster Linie italienische Firmen ein. Griechische Kunstwerke kenne ich nur aus dem antiken Griechenland, aber hier... Den CDT100 empfinde ich als außergewöhnlich ästhetisch gelungen, er erinnert mich an alte Zeiten, als solides Handwerk noch gefragt war. Und an mein Plattenlaufwerk Apolyt. Geeignet platziert wird dies der Blickfang in jeder Hifi Anlage! Aber es geht hier natürlich nicht nur um Äußerlichkeiten. Viele Wege führen nach Rom, die Griechen gehen hier einen völlig anderen Weg als beispielsweise Ayon im letzten Bericht.

Der Netzschalter an der Rückseite ist nur der Hauptschalter, das Laufwerk kann auch über die Fernsteuerung eingeschaltet werden.
Der Netzschalter an der Rückseite ist nur der Hauptschalter, das Laufwerk kann auch über die Fernsteuerung eingeschaltet werden.

Die Lasereinheit ist grundsätzlich sehr empfindlich gegenüber Vibrationen, deshalb hat man bei Ypsilon großen Wert auf eine besonders stabile und resonanzfreie Konstruktion gelegt. Es handelt sich hier um ein Sandwich Konstrukt, bestehend aus Edelstahl und Aluminium. Das Ganze steht auf vier dorischen Säulen... Sorry, da ist wieder die Fantasie mit mir durchgegangen. Ich meine natürlich resonanzableitende Gerätefüße; alles zusammen ergibt eine äußerst stabile Plattform. Mit dieser Konstruktion möchte man die gängige Boxenform und deren Resonanzprobleme umgehen. Interessanterweise ist das Philips Pro Laufwerk nicht über die eigenen Federn mit der Deckplatte verbunden, sondern fest verschraubt. Ypsilon ist also sehr von den Resonanz-Ableitfähigkeiten der eigenen Konstruktion überzeugt. Trotzdem würde ich das Laufwerk nicht unbedingt auf eine Marmorplatte stellen. Das Display hängt unter dem massiven Alublock, bedient wird der CDT 100 über eine ebenso massive Fernbedienung. Diese enthält keinen Ziffernblock zur direkten Anwahl der Titel, man wird somit mehr dazu überredet, die Musik als Ganzes zu hören. Eine Skipfunktion ist natürlich vorhanden. Hier hat aber der Vertrieb mitgedacht und liefert noch eine Fernbedienung mit Ziffernblock dazu. Allerdings ist diese nicht so chic.


Hier die original Fernsteuerung, aus einem Aluminiumblock gefräst. Wenn die mal auf den Fuß fällt...
Hier die original Fernsteuerung, aus einem Aluminiumblock gefräst. Wenn die mal auf den Fuß fällt...

Zudem enthält der CDT einen DAC, es handelt sich also nicht nur um ein reines Laufwerk. Und der ist keine Notlösung, sondern durchaus aufwändig gemacht. Hier kommt wieder eine Spezialität des Hauses zum Tragen, als I/V Konverter fungiert ein eigens hergestellter C-Core Trafo. Ein einziger J-FET liegt im Signalweg, der DAC arbeitet im Non-Oversampling Modus. Es existieren drei Anschlussmöglichkeiten S/PDIF via 75 Ohm Nextgen Verbindung, analoge RCA-Ausgänge, wenn der interne DAC mitbenutzt wird, auch Nextgen und eine geheimnisvolle fünfpolige Neutrik-Verbindung zu dem hauseigenen DAC 100. Diese Verbindung im Zusammenhang mit dem DAC 100 wird von Ypsilon als Optimum empfohlen. Klar.

Geliefert wird das Gerät in einem gigantischen Flightcase, wie ich es nur von Musikinstrumenten oder Bühnenequipment kenne, welches  für einen Gig unfallfrei über den Atlantik gebracht werden muss.

Wenn der Deckel geschlossen wird, liest der CDT100 automatisch die Daten der CD ein
Wenn der Deckel geschlossen wird, liest der CDT100 automatisch die Daten der CD ein

Zunächst habe ich das Laufwerk über den eingebauten DAC angeschlossen. Das geht schon einmal hervorragend, auch wenn das Gerät eher für den Betrieb mit dem hauseigenen DAC 100 gedacht ist. Die Performance ist nicht verwunderlich, wenn ich mir den aufwändigen Aufbau der Platine ansehe. Neben den bereits erwähnten Features gibt es shuntregulierte Stromversorgungen, sämtliche Baustufen sind diskret aufgebaut, bis auf den Wandlerchip natürlich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser DAC einigen externen Wandlern das Leben schwer macht. Anschließend habe ich den CDT 100 mit meinem Borbely DAC verbunden und war sehr gespannt, was diesmal passiert. Salopp ausgedrückt  gibt es jetzt von allem noch etwas mehr, sowohl tonal, als auch schaltungstechnisch. Die folgenden Beschreibungen beziehen sich dann auf diese Kombination.

Als erstes lege ich die CD Cachaito ein: Der Bassist Orlando Cachaito Lopez war eines der Gründungsmitglieder des Buena Vista Social Club. Er verstarb im Alter von 76 Jahren und war damit sozusagen der Youngster in dieser Truppe. Auf dieser CD spielt er allerdings mit anderen Musikern, der bekannteste dürfte dabei Hugh Masekela sein. Interessant bereits das Intro „ siempre con swing“ . Hier hört man ein altes Telefon klingeln (im wahrsten Sinn des Wortes), eine Frau hebt ab und holt Cachaito ans Telefon. Im Hintergrund läuft ständig irgendeine Maschine. Offensichtlich wollte der Anrufer ihn für einen Gig engagieren. Das Ganze spielt sich weit hinter den Lautsprechern ab, wie in einem Film aus dem Cubanischen Alltag. Dann geht es allerdings gleich heftig zur Sache, der Kontrabass steht mächtig im Raum, gefolgt von diversen Perkussionsinstrumenten, Orchester und einer Hammond B3. Cachaito spielt hier die für Kuba typische Tumbao Basslinie, womit das Ganze sofort anfängt zu schieben. Spätestens ab hier wird sich – hifitechnisch gesehen – die Spreu vom Weizen trennen. Die CD ist unglaublich lebendig aufgenommen und das mit kubanischen Möglichkeiten. Oder vielleicht deshalb. Der CDT 100 lässt uns hier nicht im Stich, der Bass steht felsenfest im Raum, die ganze Dynamik und Farbigkeit der Instrumente wird so abgebildet, wie ich es live auch kenne. Na ja fast, soweit sind wir dann doch noch nicht. Erstaunlich ist aber die Sprachverständlichkeit im Intro, so klar von dem Hintergrundgeräusch getrennt habe ich die Stimmen bisher noch nie gehört.


Massive Füße kombiniert aus Edelstahl und Messing
Massive Füße kombiniert aus Edelstahl und Messing

Bevor mir jetzt einer sagt: was hört sich denn der zuhause an, kommen wir zu ernster Musik. Bela Bartók, Concerto for Orchestra gespielt vom Chicago Symphony Orchestra unter Fritz Reiner. Der ebenfalls aus Ungarn stammende Dirigent war wegen seines Präzisionsfanatismus seinerzeit gefürchtet. Er hat aber als Landsmann und ehemaliger Schüler von Bartók sicher den besten Zugang zu dessen Musik. Diese Aufnahme aus der Living Stereo Ära ist einer der Blockbuster aus deren goldener Zeit und gilt zu Recht als Referenzeinspielung und das nicht nur in aufnahmetechnischer Hinsicht. Bei der vorliegenden CD Version handelt es sich um ein XRCD2 Mastering von JPC, welches nicht schlecht gelungen ist, aber gegen eine original Living Stereo Shaded Dog weit zurückstecken muss. Aber egal, jedenfalls ist der außerordentlich runde Klang in der Chicago Orchestra Hall hier perfekt eingefangen, die Aufnahme bietet eine stupende Räumlichkeit, man hat das Gefühl mitten drin zu sein.

Nun wird mancher denken, eine derartige hervorragende Aufnahme klingt auf jeder Anlage gut. Tut sie nicht, oder nur zum Teil. Bereits im ersten Satz sind die massiven Streicher in hohen Lagen schwierig naturgetreu wiederzugeben. Hier trägt allerdings auch die diesbezüglich nicht ganz optimale CD Überspielung dazu bei. Spätestens aber in den Tutti Passagen des 5. Satzes wird die eine oder andere Anlage den Überblick verlieren. Oder beide. Über den CDT 100 werden die Violinen wesentlich natürlicher abgebildet, so dass man die mitunter gepfefferten Höhen nicht nur der CD-Überspielung in die Schuhe schieben kann. Die natürliche Wiedergabe der Violinen scheint überhaupt eine der Stärken des CDT 100 zu sein. Wie zu erwarten ist der 5. Satz ein Heimspiel für den Ypsilon. Hier ist es extrem schwierig, das Geschehen zu kontrollieren. Wenn der Rest der Anlage mitmacht, klingt es absolut spektakulär. Wobei man eigentlich diese großartige Musik nicht auf derartig banale Aspekte reduzieren sollte.

Von mir immer wieder gerne gesehen, ein klassisches Trafonetzteil.
Von mir immer wieder gerne gesehen, ein klassisches Trafonetzteil.

Als Kontrast dazu nehme ich einmal die CD  Hadouk Trio Live à FIP. FIP ist die Abkürzung für den französischen Rundfunksender France Inter Paris. Die Musik der drei Multiinstrumentalisten ist schwer klassifizierbar, oft läuft sie unter dem schwammigen Begriff Weltmusik. Sie ist eine jazzige Mischung aus orientalischen, afrikanischen und europäischen Elementen. Von den hier gespielten Instrumenten hat wahrscheinlich ein Großteil unserer Leser noch nie etwas gehört: Hjouj, Duduk, Mbira. Und noch viele Exoten mehr. Der Hajouj Bass sieht aus, als hätte ihn jemand aus angeschwemmten Strandgut zusammen gebastelt. Aber, der Sound ist mit keinem anderen mir bekannten Bass erreichbar.

Wenn die drei loslegen, ist eigentlich alles geboten, was der Anlage das Leben schwer machen kann. Eine für Europäer ungewöhnliche Fülle unbekannter Klangfarben der akustischen Instrumente. Grob- und Feindynamik, Tiefbass vom Synthesizer, Perkussionsinstrumente aller Art, realistische Abbildung des Publikums im Hintergrund. Spannungsgeladene Musik. Was sagt der CDT 100 zu dieser Aufgabe? Tja, nichts. Er gibt einfach alles, so wie es war, an die Anlage weiter. Das klingt jetzt so, als würde sich große Langeweile breitmachen; das Gegenteil ist der Fall. Wie selbstverständlich wird das komplexe Geschehen mit allen Facetten wiedergegeben, so dass man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: die Musik. Und man fühlt sich wie mitten im Konzert.


Ungewöhnliche Lösung: der C-Core Trafo dient als I/V Konverter
Ungewöhnliche Lösung: der C-Core Trafo dient als I/V Konverter

Was hat sich mit dem Ypsilon CDT 100 als Frontend geändert? Die Wiedergabe ist sehr klar, sehr kontrolliert, fein und dynamisch. Die Musik wird mit einer selbstverständlichen Lässigkeit wiedergegeben, die äußerst ungewöhnlich ist. Dynamiksprünge sind einfach da, man hat nicht das Gefühl, erst irgendwohin zu müssen. Wie bei „der Hase und der Igel“. Die räumliche Abbildung des Geschehens ist hervorragend. Diese Attribute haben mit der Musik selbst natürlich nichts zu tun. Für mich ist deshalb die Frage viel interessanter, inwieweit ich mit einer Musikanlage in die Musik hineingezogen werde, ohne mir ständig Gedanken über Bässe, Höhen oder sonstiges machen zu müssen. Dieser emotionale Faktor gelingt mit dem CDT 100 bei digitaler Musik wie noch nie. Allerdings sollte man sich Gedanken machen, worauf man den CDT100 stellt. Bei dieser Konstruktion spielt die Unterlage eine entscheidende Rolle, welches klangliche Ergebnis erreicht wird. Es wäre sicher auch nicht schlecht, wenn der Rest der Kette nicht überanalytisch ausgerichtet wäre, sonst wird es irgendwann des Guten zuviel.

STATEMENT

Es ist immer wieder erstaunlich, welch großen Einfluss das Frontend bei Digitalkomponenten hat. Eigentlich nur Nullen und Einsen. Der Ypsilon CDT 100 hebt die CD Wiedergabe auf ein neues Niveau. Es war interessant, einmal zu sehen, wo der Hammer hängt. Leider ist der Preis nicht in Drachmen.
GEHÖRT MIT
Laufwerk Ypsilon CDT100, Ayon CDT
DAC Borbely Audio
Vorstufe Shindo Monbrison
Endstufe Shindo Cortese
Lautsprecher TAD/ WVL Fieldcoil Hornsystem

 

HERSTELLERANGABEN
Ypsilon CDT 100
Ausgänge digital S/PDIF (RCA Nextgen), AES/EBU, 5 Pol Neutrik für DAC 100
Ausgänge analog RCA Nextgen
Ausgangsspannung 2V
Ausgangsimpedanz 2,5 kOhm
DAC Chip 24 Bit Burr Brown, Non Oversampling
Abmessungen (B/H/T) 400/120/400 mm
Gewicht 20 kg
Preis 16100 Euro

 

VERTRIEB
WOD Audio Werner Obst
Telefon 06187 900077
E-Mail info@wodaudio.de
Internet www.wodaudio.de

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Dienstag, 01 Mai 2012 02:00

Joo Kraus & Tales In Tones Trio: Captured For Good

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Rechtzeitig zur High End wird die erste LP der Triple A Series des Labels Edel fertig: sommelier du son nahm den Trompeter und Sänger Joo Kraus und sein Trio dafür natürlich rein analog auf, aber nicht ohne digitale Sicherheitskopie. Daraus bieten wir Ihnen hier einen Song zum Download an, damit Sie wissen, was Sie auf Captured For Good erwartet.
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Das Band ist übrigens ein EMTEC PER 528
Das Band ist übrigens ein EMTEC PER 528

Der Name der Serie ist Programm: Das erste A besagt, dass die Aufnahme für die LP selbstverständlich völlig analog vonstatten ging. Auch das Mastering muss rein analog – A Numero zwei – erfolgen, wenn es denn wirklich vonnöten ist: Diesmal haben wir auf Klangkorrekturen verzichtet, da jeder Überspielvorgang in der analogen Welt mit einer minimalen Qualitätsminderung verbunden ist. Die für Captured For Good ausgewählten Stücke wurden also lediglich aus den Sessiontapes herausgeschnitten und zum Masterband zusammengeklebt. Auch wenn man mit einer Anhebung oder Absenkung von einem Dezibel in diesem oder jenen Frequenzband dem eigenen Klangideal unter Umständen noch ein Stückchen näher gekommen wäre, haben wir Authentizität und Purismus einem allzu glatten Perfektionismus vorgezogen – wie die Musiker: Schließlich können auch sie keine Änderungen mehr an dem vornehmen, was während des Konzertes gespielt, gemixt und auf zwei Spuren aufgezeichnet wurde. Den Journalisten, Autor und Radiomoderator Sebastian von Haugwitz, der bei der Session anwesend war, hat das Ergebnis jedenfalls überzeugt. Er sendete zwei Songs des Albums vorab im WDR und schrieb: „München, August 2011 – Ein Abend im Studio mit Joo Kraus und dem Tales In Tones Trio: vier versierte Musiker, 70 begeisterte Gäste, Nüsse und Wein, jede Menge Kerzen, handverlesene Songs von Michael Jackson, Toto und Sade in ganz eigenen Versionen und eine analoge Bandmaschine. Diese fängt den Moment so ein, wie er ist. Eins zu eins. Korrekturen sind nicht möglich. Dass diese auch nicht nötig sind, lässt sich auf Vinyl nachhören. Unmittelbarer kann man diesen Konzertabend und seine besondere Atmosphäre nicht festhalten. Blame it on the Boogie ... und Joo Kraus.‟ Es war übrigens nicht nur dem Hörfunk einen Beitrag wert, dass auch heute noch rein analog aufgenommen wird: Das Bayerische Fernsehen war während des gesamten Tages im Studio zugegen und hatte tags zuvor schon im Hörraum des Autors Platten und Plattenspieler aufgenommen. Daraus wurde dann ein über fünfminütiger Film für Einblick, das Medienmagazin des BR, den Sie auch online sehen können.

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Doch zurück zu Tripple A: Das dritte A steht für einen rein analogen Umschnitt des Masterbandes auf die Lackfolie. Und der ist leider keine Selbstverständlichkeit – und zwar schon seit geraumer Zeit. Selbst in der Hochzeit der Schallplatte, als die Mehrzahl der Produktionen noch auf Mehrspur-Bandmaschinen entstand, benutzten viele Überspielstudios statt einer der raren, sogenannten Schlaufenmaschinen mit zwei Wiedergabeköpfen – einen für das Vorschubsignal, das die Bewegung des Schneidekopfes zu Plattenmitte hin steuert, und den zweiten für die Musik, die in die Rille geschnitten wird – nur einfache Studiomaschinen mit einem Wiedergabekopf. Das eine analoge Signal wurde dann für den Vorschub benutzt, während mit einem digitalen Delay ein zweites, verzögertes Signal erzeugt wurde, das der Schneidkopf dann in die Rille ritzte. Was der Tonabnehmer also später einmal abtasten würde, war zuvor digitalisiert und zurückgewandelt worden. So etwas kommt für unsere Produktionen und damit auch für die Scheiben der Triple A Series natürlich nicht in Frage. Wir ließen die Lackfolie bei Willem Makkee schneiden, mit dem wir schon seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Er machte seine ersten Schneideerfahrungen während seiner Lehre im zarten Alter von 15 Jahren, also vor etwa einem halben Jahrhundert, war unter anderem für die Emil-Berliner-Studios tätig, wo er auch für die Deutsche Grammophon und ECM Folien schnitt, und betreibt nun ein eigenes Studio, in dem gleich zwei Schlaufenmaschinen stehen. Die Kombination aus bewährter und penibel gepflegter Studiotechnik und einer Unmenge Erfahrung hat auch bei Captured For Good wieder zu einem überzeugenden Ergebnis geführt, wie die Anpressungen beweisen. So viel zur LP.


Eine Plexiwand zwischen Schlagzeug und Bass verhinderte allzu viel Übersprechen, ohne die Kommunikation zwischen den Musikern zu behindern
Eine Plexiwand zwischen Schlagzeug und Bass verhinderte allzu viel Übersprechen, ohne die Kommunikation zwischen den Musikern zu behindern

Wir bieten Ihnen hier, wie gesagt, einen Song aus der digitalen Sicherheitskopie, die auf einer Nagra LB erstellt wurde, die über einen eins-auf-vier-Verteilverstärker von ANT dasselbe Signal erhielt wie die beiden Studer A810 Bandmaschinen. Gemischt wurde auf zwei gebrückten Acousta P100 Pulten mit insgesamt 18 Kanälen, die unter anderem deshalb nötig waren, weil Joo Kraus, Ralf Schmid, Veit Hübner und Torsten Krill nicht nur Kanäle für Stimme, Trompete oder Flügelhorn, Flügel, Bass und Schlagzeug benötigten sondern auch noch einige für Effekte von Trompete und Flügel. Die klangfärbende Elektronik war bei einigen Stücken aus dem Repertoire des King of Pop und weiteren Songs dieses Genres aus den 80-er Jahren einfach unverzichtbar. 

Das Album mit den Michael-Jackson-Songs stand lange auf Platz eins der iTunes Jazz Charts. Mit Painting Pop errang Joo Kraus einen Echo Award
Das Album mit den Michael-Jackson-Songs stand lange auf Platz eins der iTunes Jazz Charts. Mit Painting Pop errang Joo Kraus einen Echo Award

Für das Konzert vor geladenem Publikum stellte Joo Kraus ein Programm aus dem Album Songs From Neverland, Interpretationen von Michael-Jackson-Titeln, mit denen er die Download-Charts von iTunes eine Zeit lang anführte, und der CD Painting Pop, mit der er in diesem Jahr den Echo Award in der Kategorie „Instrumentalist national Brass‟ errang, zusammen: Sie dürfen sich also auf bekannte Pop-Songs im Jazz-Gewand freuen. Zum Download haben wir eine Version von Totos „Africa‟ gewählt, die es nicht auf die LP geschafft hat. Auf der Scheibe finden Sie einen zweiten Take des Songs, den die Tales in Tones und Joo Kraus quasi als Zugabe präsentierten. Da wir Sie hier nicht mit dem Klapp-Cover mit den – leider viel zu wenigen – atmosphärischen Fotos von Lena Semmelroggen und analogem Wohlklang verwöhnen können, haben wir – neben der üblichen CD-Qualität – zumindest für beste digitale Qualität gesorgt: Sie können „Africa‟ bis auf den Gesamtpegel völlig unbearbeitet in 24 Bit und 192 Kilohertz genießen.

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Joo Kraus & Tales In Tones
Africa
16 bit / 44,1 kHz
ca. 57,4 mb (wav)
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Joo Kraus & Tales In Tones
Africa

24 bit / 192 kHz
ca. 374,5 mb (wav)


Am Samstag, den 5. Mai 2012, wird Joo Kraus von 10.30 bis 12 Uhr in München auf der High End anwesend sein und bei Da Capo in Halle 4 am Stand T05 Platten signieren und gemeinsam mit dem Produzenten Ihre Fragen beantworten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Wirklich ideale Arbeitsbedingungen: Gemischt wurde über die Amphions oder die von Fink Audio Consulting gebauten Monitore mit Tannoy-Chassis. Die Band war per Video zu sehen
Wirklich ideale Arbeitsbedingungen: Gemischt wurde über die Amphions oder die von Fink Audio Consulting gebauten Monitore mit Tannoy-Chassis. Die Band war per Video zu sehen

 

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Montag, 30 April 2012 02:00

Ayre CX-7eMP

geschrieben von
Was das Internet so alles aus einem machen kann! Noch vor drei Jahren war ich mittendrin in der Kernzielgruppe des Ayre CX-7eMP – auch wenn es ihn damals in der aktuellen Version noch gar nicht gab. Die Aussage „wer braucht schon Computer-Hifi, solange High-End-Schmieden wie Ayre feine Player bauen‟ hätte ich bedenkenlos unterschrieben. Doch wie sieht das heute aus?
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Das Licht im Studio täuscht ein wenig. Nicht nur die 12 Millimeter starke Frontplatte, sondern auch der Deckel und die Seiten des Ayre erstrahlen in elegantem Silber
Das Licht im Studio täuscht ein wenig. Nicht nur die 12 Millimeter starke Frontplatte, sondern auch der Deckel und die Seiten des Ayre erstrahlen in elegantem Silber

Gerne gebe ich zu, dass es in nicht allzu ferner Vergangenheit eine Zeit gab, in der ich mich in der Freizeit nicht auch noch mit Computern beschäftigen mochte. Dann kamen iPod, iTunes und Co, und die rigorose Ablehnung von Rechnern für die Musikwiedergabe bekam erste Risse. Der Entschluss, für ein Magazin im Netz zu schreiben und es schließlich selbst zu betreiben, veränderte dann insgesamt die Einstellung zu Computern: Die neuen Möglichkeiten, die Hifistatement bot – wie Downloads oder etwa unsere Klangbibliothek –, und die Beschäftigung mit Mastering-Programmen zur Bearbeitung von digitalen Aufnahmen ließen mich das Potential von Hifi und High End aus dem Computer entdecken. Die Aneignung des Themas im allgemeinen und von Programmen wie Amarra oder soundBlade im besonderen nahm aber soviel Zeit und Energie in Anspruch, dass ich sogar die schreiberische Auseinandersetzung mit meinem Lieblingsthema „analog‟ darüber vernachlässigte. Das wird sich demnächst wieder ändern – versprochen.

Die Schublade sitzt sehr unauffällig unter dem auch aus der Ferne gut ablesbaren Display
Die Schublade sitzt sehr unauffällig unter dem auch aus der Ferne gut ablesbaren Display

Um noch einmal auf Computer-Hifi zurückzukommen: Den iMac mit all seinen Möglichkeiten möchte ich im Arbeitszimmer – und das ist in meinem Fall ja gleichzeitig der Hörraum – so schnell nicht missen. Im Wohnzimmer, wo meine Gattin die Hifi-Hoheit hat, ich aber doch hin und wieder mal die ein oder andere besonders spannende Komponente in die Kette integrieren darf – momentan spielen sich hier gerade Acapellas Violon ein – und wir rein zum Vergnügen Musik hören, wurde außer einem iPod-Dock mit Digitalausgang bisher nichts gesehen, was auch nur entfernt mit Computer-Hifi zu tun hat. Und das wird wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben. Um es kurz zu machen: Ich kann jeden verstehen, der seine Wohnumgebung nicht mit einem Arbeitsgerät verschandeln möchte, auch wenn der ein oder andere Apple hier ein eher kleines Übel darstellt.

Technisch bietet der CX-7eMP alles, was man von Ayre erwarten darf: Im Netzteil finden sich gleich zwei E-I-Kern-Transformatoren des amerikanischen Herstellers Mercury Magnetics mit extrem fein lamelliertem, hochwertigen Kernmaterial mit einer Schichtdicke von nur 0,36 Millimetern, was sich in einer hohen Verlust- und Streuarmut niederschlagen und für einen hohen Wirkungsgrad sorgen soll. Einer der Trafos ist für die Versorgung von Laufwerk, Steuerung und Display zuständig, der andere für die Digital/Analog-Wandlung und die symmetrischen Ausgangsstufen. Dabei sind die Trafos eigens für die hierzulande, in der Schweiz und in Österreich übliche Netzspannung von 230 Volt ausgelegt. Für die kapazitive Filterung wählte Ayre-Chef Charles Hanson Elkos von Cornel Dublier, die in der 105º-Longlife-Qualität eine vierfach höhere Lebensdauer aufweisen als konventionelle Kondensatoren. Statt über die üblichen magnetischen Stahlpins werden die Dublier-Elkos über vielfach besser leitfähige Reinkupfer-Anschlusstermninals kontaktiert. Insgesamt zehn Spannungsstabilisierungen – an klanglich sensiblen Stellen sind dies diskret aufgebaute, gegenkopplungsfreie Regelungen – sorgen dafür, dass die unterschiedlichen Verbraucher sich nicht gegenseitig beeinflussen. In den Audioschaltungen finden sich noch zusätzliche Feinsiebungen mit WIMA-Polypropylen-Kondensatoren und spezielle für Ayre gefertigte, kyrogen behandelte Styroflex-Zinnfolien-Kondensatoren.


Das Teac-Laufwerk ist gekapselt. So werden Einstreuungen in die Elektronik vermieden und die Laufgeräusche gedämpft
Das Teac-Laufwerk ist gekapselt. So werden Einstreuungen in die Elektronik vermieden und die Laufgeräusche gedämpft

Die Daten liest ein voll gekapseltes Teac-Laufwerk aus, wobei das Gehäuse im Gehäuse abschirmen, aber auch für ein sehr niedriges Laufgeräusch sorgen soll. Für den Transport der Steuer- und Signaldaten zur Elektronik ist ein aufwendig geschirmtes Spezialkabel mit impedanzangepassten Leitungspaaren zuständig. Dort nimmt sich dann ein Digitalfilter der Daten an, das auch Spuren in den Namensgebung des Players hinterlassen hat: MP steht für Minium-Phase-Filter. Dass Filter klangentscheidend sein können, weiss man als interessierter Audiophiler spätestens seit den ersten Wadias, die statt der frequenz- auf zeitoptimierte Filter setzten. Damals wie heute gibt es Filter dieser Qualität nicht von der Stange. Ayre hat seine Filter sehr aufwändig selbst programmiert und in sogenannten FPGAs (Field Programmable Gate Arrays) realisiert. So könnten sie im Fall neuer Erkenntnisse leicht verändert werden. Das Minium-Phase-Filter, beseitigt zwar das konventionellen Filtern eigene Pre-Ringing, eine Art Vorecho bei Impulsen, vollständig, führt nach dem Impuls aber zu einer Vielzahl von Nachschwingern. Charles Hanson ist es nun gelungen, dieses Filter so zu optimieren, dass es ohne jegliches Vorschwingen und mit lediglich einem Nachschwinger auskommt. Diese dem theoretischen Ideal schon sehr nahe Lösung kommt zum Einsatz, wenn der Kippschalter auf der Rückseite des CX-7eMP in der „Listen‟-Position steht.

Allerdings dürften auf den meisten CDs schon Impulse mit dem klangverfälschenden Pre-Ringing aufgezeichnet sein, da bei vielen Analog/Digital-Wandlern ebenfalls frequenzoptimierte Filter zum Einsatz kamen. Den Erkenntnissen folgend, die Peter Craven schon 2004 in einen Beitrag für die Audio Engineering Society veröffentlichte, hat Charles Hanson in seine Lösung nun auch ein Tiefpassfilter implementiert, das das auf Aufnahmen vorhandene Vorecho eliminiert, so dass nun weder auf den Aufnahmen befindliche Vorschwinger noch vom Filter des D/A-Wandler produzierte den Klang beeinträchtigen können. Kein Wunder, dass Ayre dieses Filter auch in seinem an dieser Stellte schon zweimal gewürdigten USB-Wandler QB-9 und dem Universal-Player C-5xeMP einsetzt.

Der CX-7eMP verfügt über symmetrische und unsymmetrische Analogausgänge und einen abschaltbaren AES/EBU-Digitalausgang
Der CX-7eMP verfügt über symmetrische und unsymmetrische Analogausgänge und einen abschaltbaren AES/EBU-Digitalausgang

Aus klanglichen Gründen entschied sich Ayre für ein 16-faches Oversampling, verlässt aber auch hier wieder ausgetretene Pfade: Während bei konventionellen Verfahren die Daten in hintereinandergeschalteten „Finite Impuls Response‟-Filtern jeweils um den Faktor zwei vervielfacht werden und dabei in jedem Schritt Rundungsfehler auftreten, geschieht die Vervielfachung beim vom Ayre angewandten Verfahren in einem einzigen Schritt, was mögliche Fehler minimiert. Nach den Filtern stehen dann Datenworte mit 24 Bit bereit, die ein Burr Brown PCM1738 in vier Analog-Signale wandelt: Für den rechten und linken Kanal werden jeweils nichtinvertierte und invertierte Signale ausgegeben. Ab dem Wandlerausgang erfolgt die Signalverarbeitung also vollsymmetrisch und wie bei Ayre üblich kommen die speziellen Operationsverstärker ohne Über-Alles-Gegenkopplung aus. Ein Platinen-Layout mit sehr kurzen Signalpfaden frei von Kabeln oder Steckverbindern ist eine weiteres klangförderndes Detail. Wie schon eingangs gesagt, erfüllt der CX-7eMP technisch alle Erwartungen, die man an einen Ayre stellen darf.

Diese Fernbedienung gehört zum Lieferumgang. Für einen Aufpreis von 300 Euro ist auch eine Vollmetall-Version im Angebot
Diese Fernbedienung gehört zum Lieferumgang. Für einen Aufpreis von 300 Euro ist auch eine Vollmetall-Version im Angebot

 

Auch wenn der Player sich noch so gut in die Computer-freie Kette im Wohnzimmer einfügte, muss er an der noch ein wenig höher auflösenden Anlage im Hörraum zeigen, was er kann. Dazu kommt er direkt auf einer Ebene des Pagode-Racks zu stehen, bezieht seinen Strom über ein HMS Gran Finale und steht über symmetrische Sun Wire Reference mit der Vorstufe in Kontakt. In der Schublade des Ayre liegt eine lange nicht gehörte Scheibe des Saxophonisten André Jaume, die er mit meinem damaligen Lieblingsbassisten Charlie Haden und dem Schlagzeuger Oliver Clerc einspielte: Peace/Pace/Paix, Harmonia Mundi CELP C.19. Die Standards und Originale von Haden und Jaume leben von der Spannung zwischen sehr melodischen Passagen und teils solistischen Exkursionen in etwas freiere Gefilde. Die Aufnahme habe ich nicht gerade als audiophil in Erinnerung, doch der Ayre schwelgt in Klangfarben, beispielsweise wenn Jaume vom nie schneidenden Tenor zur Bassklarinette wechselt. Die sensible Besenarbeit ‚Clercs wird ungemein fein aufgelöst dargestellt, wobei die Becken eher warm erstrahlen und man das Reiben auf dem Fell der Snare glaubt sehen zu können. Der charakteristische, singende Ton des mit Darmsaiten bespannten Kontrabasses besitzt Fülle und Kraft und ist dennoch leicht und definiert. Das alles ist völlig frei von Effekten aufgenommen worden und wird vom Ayre auch so entspannt wiedergegeben. Allerdings fand ich die Scheibe – von den Soli Hadens einmal abgesehen – nie sonderlich spannend. Dank des CX-7eMP gibt es hier nun immer neue Kleinigkeiten zu entdecken: Das macht die Scheibe nicht zu einem Spektakel, verführt aber dazu, bis zum Schluss konzentriert zuzuhören. Dem Ayre gelingt es ganz vorzüglich, eine Menge von Details freizulegen, ohne sie aus dem musikalischen Zusammenhang zu reißen.

Zwei E-I-Kern-Transformatoren versorgen den Ayre mit Energie für die Digital- und Analog-Sektion, wobei der Wandler zu letzterer zählt
Zwei E-I-Kern-Transformatoren versorgen den Ayre mit Energie für die Digital- und Analog-Sektion, wobei der Wandler zu letzterer zählt

Um herauszubekommen, ob auch unter dem Ayre die Pulsar Points in Titan zur Ankopplung noch etwas bringen, habe ich mal wieder Keith Jarretts „Wrong Blues‟ von Album Standards Live, ECM 1317 auf- oder besser eingelegt. Beim ersten Hören kann ich mich aber nur schwer auf Rhythmus, Bass und Raum konzentrieren. Schuld daran ist die Wiedergabe der Becken. Wer häufiger Jazzkonzerte besucht, wird mitbekommen haben, dass die wenigsten Schlagzeuger mit ihrem eigenen Drum-Set auf Tournee gehen. Viele begnügen sich mit dem Schlagzeug, das der Club stellt. Wer sich nicht den Luxus des Transports des eigenen Sets leisten kann, aber dennoch besonderen Wert auf seinen eigenen Sound legt, reist zumindest mit seinem eigenen Satz Becken. Nie habe ich dies so gut verstehen können wie beim Hören des „Wrong Blues‟. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir die Unterschiede der verschiedenen Becken und die Varianten der Schläge mit Besen oder Sticks je so bewusst geworden sind wie über den Ayre. Es ist einfach phantastisch, welche feine klangliche Nuancen Jack DeJohnette seinem Blech entlockt. Und all diese farbigen und dynamischen Differenzierung vollbringt der CX-7eMP mit einer völligen Selbstverständlichkeit: Die Becken sind im Klangbild keinesfalls überbetont. Wer allerdings möchte, kann hier eine Menge Entdeckungen machen. Einfach klasse!

Ach ja, die Pulsar Points: Da sie in puncto Dynamik, bei der Ausdehnung der imaginären Bühne, dem Punch im Bass und der subjektiv empfundenen Intensität des Grooves eine Menge Vorteile bringen, lasse ich sie unter dem Ayre und verzichte auf Experimente mit den Ayre Myrte Holzblöcken, die Deutschland-Importeur Sun Audio den Geräten ebenso beipackt wie ein hochwertiges Sun-Netzkabel. Das Einsetzen von audiophilen Feinsicherungen gehört übrigens ebenfalls mit zum Service von Sun Audio.

Die Ausgangsstufe arbeitet vollsymmetrisch und kommt ohne Überalles-Gegenkopplung aus
Die Ausgangsstufe arbeitet vollsymmetrisch und kommt ohne Überalles-Gegenkopplung aus

Schade, dass ich keinen QB-9 zum Vergleich hier habe, denn damit würde der Vergleich einer einmal über den CX-7eMP und einmal aus dem Computer wiedergegebenen CD noch aussagekräftiger. So muss die Wandlung des USB-Signals ein Prototype übernehmen, aus dem nach weiteren Verbesserungen der Phonosophie-Wandler hervorgegangen ist. Um den preislichen Unterschied nicht noch größer werden zu lassen – der Wandler allein bewegt sich in der Preisklasse des Ayre, dazu kommt noch der Rechner und ein hochwertiges und -preisiges AudioQuest-USB-Kabel –, verzichte ich auf einen kostenpflichtigen Audioplayer und spiele Patrice Herals „Improvisation‟ aus Michel Godars Album Le Concert Des Parfums direkt aus iTunes: Auch hier bekommt man eine recht konkrete Vorstellung des Aufnahmeraumes im Kloster von Noirlac. Dass ich den steinernen Saal vor mir sehe und zwar sowohl beim iMac als auch beim CX-7eMP, hat nur zum Teil mit deren Qualität und der der CD zu tun. Es liegt auch mit daran, dass ich im Juni des vergangenen Jahres dort Aufnahmen mit Michel Godard gemacht habe, die noch heuer als Platte erscheinen sollen.


Doch zurück zum Vergleich zwischen Festplatte und CD: In beiden Fällen wirkt der Raum realistisch, wenn auch über den Prototypen etwas tiefer und über den Ayre ein Stückchen breiter. Wenn das Signal aus dem Rechner kommt, umgibt das Schlagwerk ein Hauch mehr Luft, kommt es von der CD, besitzen die Schläge mehr Nachdruck. Gerade untenherum macht der Ayre mehr Dampf, um es einmal salopp auszudrücken. Letztlich agieren sowohl der Wandler mit dem iMac als auch der Ayre auf sehr hohem Niveau. Da ist es eher eine Geschmacksfrage, ob einem die eine oder andere Abstimmung ein bisschen mehr zusagt. Viel wichtiger: Ein CD-Player mit den Qualitäten des Ayre gerät auch heute gegenüber der Musikwiedergabe aus dem Computer nicht ins Hintertreffen.

Der Vollverstärker AX-7e ist der ideale Spielpartner des C-5xeMP, der allerdings auch in deutlich aufwändigeren Ketten eine gute Figur macht
Der Vollverstärker AX-7e ist der ideale Spielpartner des C-5xeMP, der allerdings auch in deutlich aufwändigeren Ketten eine gute Figur macht

 

STATEMENT

Wenn in Ihrer Freizeit einfach keine Computer mehr sehen wollen, bleiben Sie bei Ihrer Haltung. Vorausgesetzt natürlich, Sie vertrauen Ihre CDs einem so herausragenden Player an wie dem Ayre: Der CX-7eMP verwöhnt mit einer exzellenten Auflösung, bleibt dabei tonal jedoch perfekt ausgewogen. Er bringt Impulse mit ordentlich Druck und neigt dennoch nicht zur Effekthascherei. Seine Stimmigkeit, sein musikalischer Fluss garantieren stundenlangen, ermüdungsfreien Musikgenuss, bei dem immer wieder neu zu entdeckende Feinheiten das Salz in der Suppe sind.
GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
D/A-Wandler Prototype, Mytek
Audioplayer Amarra 2.3
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Wild Blue Yonder, Wildwood, Coffee
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
CD-Player Ayre CX-7eMP
Ausgänge analog 1 x Cinch, 1 x XLR
Ausgang digital 1 x AES/ABU (XLR)
Ausgangsspannung 2,25 V (Cinch), 4,5 V (XLR)
Abmessungen 43,5/12/33 cm (B/T/H)
Gewicht 12 kg
Garantie 5 Jahre
Preis 3800 Euro
Metallfernbedienung 300 Euro Aufpreis

 

VERTRIEB
Sun Audio Vertriebs GmbH
Anschrift Schneckenburgerstraße 30
81675 München
Telefon 089-479443
Internet www.sunaudio.de
E-Mail info@sunaudio.de

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Freitag, 27 April 2012 02:00

Lawrence Audio Violin

geschrieben von
Trotz des nahezu unüberschaubaren Angebots an Lautsprechern gibt es nur wenige, die auch optisch einen starken Eindruck hinterlassen. Gleich eine ganze Serie feinstens verarbeiteter und ungewöhnlich gestalteter Schallwandler hat Lawrence Audio im Programm. Die Violin soll zeigen, ob der Klang hält, was das Design verspricht.
teaser


Es war einmal vor vielen Jahren, irgendwann in den 1970-ern, in einem der ganz frühen HiFi-Jahrbücher, die damals vom Deutschen Hifidelity Institut e.V.  herausgegeben wurden und mit Hilfe derer man sich einen Überblick über das Angebot hochwertiger HiFi-Geräte verschaffen konnte. Dort fand sich der Lautsprecher eines großen japanischen Herstellers, dessen Tiefton-Membran der Form des menschlichen Ohres nachempfunden war. Damals hielt ich das für einen peinlichen und untauglichen Innovations-Versuch. Ich hatte jedoch nie die Gelegenheit, dieses besondere Produkt zu hören, so dass ich zu seiner Qualität keinerlei Aussage machen kann. Eine Aussage über die Leistungen der Lawrence Audio dürfen Sie hier aber mit Recht von mir erwarten.

Die Violin – keine Geschmacksfrage, hier hört das Auge mit
Die Violin – keine Geschmacksfrage, hier hört das Auge mit

Können Sie sich beim Betrachten des Aufmacher-Fotos vorstellen, an was ich mich erinnert fühle? Die Violin ist eine auffällige Erscheinung und ruft die unterschiedlichsten Reaktionen hervor, wie so oft bei Dingen, die vom Gewohnten abweichen. In der deutschsprachigen Presselandschaft verstieg sich jemand dazu, die Violin schlicht geschmacklos zu finden. In den USA errang sie 2011 in der Zeitschrift Stereotime die Auszeichnung „Most Wanted Component‟ und erhielt sowohl 2011 als auch 2012 den „CES Innovations Award‟, bei dem auch die optische Komponente in die Bewertung einfließt. Und – viel wichtiger – meine Frau fand die Violin gleich „hübsch“. Es ist vielleicht zu simpel gedacht, wenn man dem Designer unterstellt, dass er habt nach der Devise gehandelt, ein Lautsprecher müsse, weil er Instrumente reproduziert, auch wie ein solches aussehen.

Links im Bild die Bassreflexöffnung des Lautsprechers, rechts die· anschließende Öffnung im Ständer
Links im Bild die Bassreflexöffnung des Lautsprechers, rechts die· anschließende Öffnung im Ständer

 

Mister Lawrence Liao, Inhaber und Chef-Designer seines Unternehmens bezeichnet sich selbst als Künstler und hat diese Designlinie, so kann man auf seiner Website nachlesen, aus Liebe zur klassischen Musik und deren Instrumenten so geformt und getauft. Und sind nicht Musikinstrumente immer auch Gebilde, die auch auf Grund ihrer Form spezifische akustische Merkmale haben? Welche Eigenschaften bringt die ausgefallene Formgebung der Violin mit sich? Zuerst fällt mal auf, dass dieses Gehäuse keinerlei parallel verlaufenden Flächen besitzt und somit keine stehenden Wellen zulässt. Allein das ist schon ein gewichtiger Pluspunkt. Wer sich einen so auffälligen Lautsprecher anschafft, wird ihn auch entsprechend platzieren. Findet man ihn hässlich, wird man ihn kaum kaufen. Gefällt er aber, haben wir hier einen Lautsprecher mit besonderem Objektwert, den man auch zur Geltung bringen möchte. So denke ich, dass eine Violin gerade wegen ihrer optischen Erscheinung leichter einen akustisch günstigen Platz findet als viele der üblichen Boxen-Quader oder Säulen. Somit dürfte die Formgebung geeignet sein, durch eine freie Aufstellung aus optisch-ästhetischen Überlegungen auch die akustischen Voraussetzungen für den musikalischen Auftritt im Wohnzimmer zu perfektionieren.

Der Spike, schwer und justierbar, mit Unterlegscheibe
Der Spike, schwer und justierbar, mit Unterlegscheibe

Die Violin kommt mit separaten, schwarzen Ständern ins Haus, die obligatorisch sind und sie zur Standbox machen. Denn die Bassreflexöffnung befindet sich unten im Boden des eigentlichen Lautsprechers und bedarf der Möglichkeit der freien Abstrahlung. Durch zwei Gewindeschrauben werden Lautsprecher-Gehäuse und Ständer miteinander fest verbunden und lassen sich auch gemeinsam bewegen, um die passende Platzierung zu finden. Je vier massive Spikes pro Lautsprecher mit der Option zum Ausgleich von Unebenheiten gehören zum Lieferumfang. Sie werden komplettiert durch passende Unterlegscheiben zur Schonung sensibler Fußböden oder deren Eigentümer. Beide Lautsprecher tragen dieselbe Seriennummer. Es handelt sich also um ein abgestimmtes Paar.

Technisch ist die Violin ein Zwei-Wege-Konzept. Das aufwändige Gehäuse besteht aus hochwertigem MDF und beinhaltet zwei Systeme aus dem Hause Aurum Cantus: einen 20-Zentimeter-Tief-Mitteltöner und ein Hochton-Bändchen aus hochreinem Aluminium mit 130 mal 8,5 mal 0,01 Millimeter Membran-Abmessungen. Vor der Membran liegt zum Schutz ein feinmaschiges, beinahe transparentes Metallgitter, damit dem empfindlichen Musikanten mechanisch von außen kein Schaden zugefügt werden kann. Das Bändchen, so Lawrence Audio, ist hoch belastbar und magnetisch abgeschirmt. Die Übernahme-Frequenz zum Mittel-Tieftöner liegt bei 2,2 Kilohertz. Bändchen-seitig fällt der Pegel mit einer Steilheit von 18 Dezibel pro Oktave ab.

Das Mittel-Tiefton-Chassis steigt mit einer Flankensteilheit von 12 Dezibel ins musikalische Geschehen ein. Der Aluminium Korb ist der Arbeitsplatz für eine Sandwich-Membran aus Karbonfiber-Zellstoff-Karbonfiber. Der Antrieb besteht aus eine 50 Millimeter großen, aus Flachdraht gewickelten, mit Kupfer beschichteten Aluminium-Schwingspule und einem 120 mal 20 Millimeter großen Ferrit-Magneten. Beide Chassis sind in die nach oben geneigte Vorderseite des Gehäuses eingelassen. Davor befindet sich die schwarze Holzplatte mit der Schallführung für das Bändchen zur optimalen Ankopplung an den Raum.

Das Bändchen in seiner sauber verarbeiteten Umgebung
Das Bändchen in seiner sauber verarbeiteten Umgebung

Die Frequenzweiche ist aus hochwertigen MKP-Kondensatoren, Spulen aus hochreinem oxydfreiem Kupfer und Metall-Oxyd-Film-Widerständen nach Militär-Standard aufgebaut. Die Verkabelung von der Weiche zu den beiden Chassis erfolgt mit Teflon-isolierten OCC-Kabeln. Angeschlossen wird die Violin über ein Paar beeindruckender Schraubanschlüsse, die Bananas, Kabelschuhe und offene Kabelenden aufnehmen können. Nicht vorgesehen ist der Betrieb im Bi-Wiring oder Bi-Amping Modus. Insgesamt also ein imposanter Aufwand im Detail, der erfreut und Erwartungen schürt.

Zum Einhören hatte ich Lust auf Bruce Dunlap About Home, erschienen bei Chesky Records, die ich vom Computer vollständig hörte. Denn die Musik entspannte angenehm und klang wunderschön. Räumlich aufgelöst und frei vom Lautsprecher umschmeichelten mich die lieblichen Töne der akustischen Gitarre und ihrer Begleiter.


Das Bändchen im ausgebauten Zustand von hinten mit Filter-Baustein
Das Bändchen im ausgebauten Zustand von hinten mit Filter-Baustein

Haydns Menuett aus dem Divertimento in D, gespielt von Jörg Baumann Violoncello und Klaus Stoll Kontrabass auf Teldec lies mich aufhorchen: Dieses Volumen in den Tiefen, gleichzeitig ungemein detailreich – so war ich das muntere Stückchen nicht gewohnt. Freundlicherweise hat mir Jörg Klein vom Vertrieb Hörgenuss für Audiophile ein Paar drei Meter lange Lautsprecherkabel vom Typ Absolue Création In-Tim mitgeschickt, da meine üblicherweise mit den Triangle-Lautsprechern verwendeten QED-Verbindungen bei gleicher Länge ziemlich steif sind. Ich wollte aber beim Auffinden eines geeigneten Standortes für die Violin nicht eingeschränkt sein.Die In-Tims sind schön beweglich. Die geeignete Position fand ich dann mit etwa einem Meter seitlichem Wandabstand und noch etwas mehr Raum nach hinten.

Es folgte Franz Liszts h-moll Sonate in einer Einspielung auf Decca mit Alfred Brendel vom Rechner: Sagenhaft die Wucht und Dynamik des Flügels. Er stand plastisch im Raum hinter den Lautsprechern, donnerte und blieb dennoch feingezeichnet mit zarten Farben. So ein Grundton-Volumen bei einer derartigen Auflösung war ich nicht gewohnt. Es war faszinierend, aber war das tonal richtig so?

Auch der Tief-Mitteltöner ist in die vorgesetzte Schallwand eingelassen
Auch der Tief-Mitteltöner ist in die vorgesetzte Schallwand eingelassen

Also griff ich zu Esther Ofarims Kinderspiele, einer meiner  Immer-Wieder-Referenz-Aufnahmen. Und siehe da, Stimme und Gitarre schienen ehrlich körperhaft, standen etwas dichter beieinander als oftmals sonst und waren einfach schön anzuhören.  Aber Esthers Stimme hatte für mein Gefühl etwas zu viel Grundton, wirklich nur eine Spur zu viel. Ich gebe aber gerne zu, dass Esther Ofarim bislang nicht in meinem Hörraum aufgetreten ist, doch der Klang ihrer Stimme passte nicht zu meiner Vorstellung.

Also schloss ich probehalber mein QED-Kabel an, das gerade bis an die Violin reichte. Und siehe da, der Effekt war weg. Allerdings auch ein wenig der beeindruckenden räumlichen Tiefe und Auflösung im unteren Grundtonbereich bei Alfred Brendels Interpretation der h-moll Sonate von Franz Liszt, die mir das Absolue Création so beeindruckend präsentiert hatte.

Trotzdem entschied ich mich, mit meinem QED weiter zu hören und wählte dazu Tschaikowskys Pathétique in einer Live-Aufnahme mit den Münchener  Philharmonikern unter Sergiu Celibidache auf EMI aus dem Jahr 1992. Das war wunderbar rund, warm, trotzdem sehr gut aufgelöst, fein gezeichnet. Das Bändchen zeigte, was es kann. Diese ergreifende, gefühlvolle Musik erklang, wie ich es mir schöner kaum vorstellen kann.

Der stabile Aluminium-Korb des bis 2200 Hertz arbeitenden Konus-Chassis
Der stabile Aluminium-Korb des bis 2200 Hertz arbeitenden Konus-Chassis

 

Wenn die Violin so fantastisch auflöst, wie klingt denn dann eine andere meiner· Referenz-Aufnahmen, Oscar Petersons „You look good to me‟? Die Antwort: tonal stimmig, auch hier transparent und der von Ray Brown gezupfte und gestrichene Kontrabass keineswegs zu fett. Bei den beiden folgenden Digital-Versionen von Musikstücken, die ich gleichfalls auf Vinyl besitze, hatte ich den Eindruck, dass der unangenehme, harsche Digital-Charakter abgemildert wurde. Ein erfreuliches Phänomen. Keineswegs ging dies einher mit zu wenig Höhen. Im Gegenteil, das Bändchen der Violin spielt farbenfroh, offen und luftig.

Was mich bei allen Stücken bisher besonders faszinierte, war die in meinem Raum bisher nicht erlebte herrliche Räumlichkeit und Staffelung des musikalischen Geschehens in der Tiefe bis weit hinter die Lautsprecher. Probeweise nahm ich meinen T+A Röhren-Vorverstärker aus der Kette und schloss den DA-Wandler, der ja als Vorverstärker agieren kann, direkt an die kleine Spectral Endstufe an. Das Klanggeschehen wurde sofort weniger in die Tiefe gestaffelt. Erstaunlich, wie die Violin dies deutlich macht. Sofort musste der Vorverstärker wieder mitspielen.

In Richtung Rock-Musik bewegte ich mich über mit „Under The Boardwalk‟, interpretiert von Rickie Lee Jones auf Girl At Her Volcano. Auch hier war ein beeindruckend sauberer und, wie sich‘s gehört, kräftiger Bass zu hören. Sängerin und Sänger standen mit farbigem Timbre auf der Bühne. Genau die Dynamik, die dieses Stück in sich trägt und so, wie ich es hören möchte.

Ein Teil der hochwertigen Zwei-Wege Weiche
Ein Teil der hochwertigen Zwei-Wege Weiche

Nun zu den obligatorischen Rolling Stones, jetzt von der Schallplatte, und zwar die A-Seite von Let It Bleed: Alles stimmte bei „Gimmie Shelter‟, die Stimmen glaubhaft, die Instrumente vielschichtig, detailreich, farbenreich und räumlich aufgelöst. Nur irgendetwas war nicht so, wie es sollte. Ich muss zugeben, dass ich eine Weile brauchte, weil die farbige Detail-Vielfalt mich beeindruckte, bis ich mir sicher war, dass die Räumlichkeit hier nicht überzeugte. Mick Jagger steht bei den Stones nicht hinten. Aber so hörte es sich an. Die sich nach hinten öffnende Räumlichkeit ließ das Anmachende nicht rüber kommen. Es fehlte jegliche Aggressivität. Nun kenn ich den Charakter meiner kleinen Spectral-Endstufe. Sie öffnet den Raum nach hinten. Also ersetze ich die Spectral Endstufe durch meine zwei 55 Watt Röhren-Monos in Trioden-Schaltung. Und siehe da, jetzt war das Klangbild weniger tief gestaffelt, aber Mick Jagger sang vorne. Farbe, Details, Dynamik, alles war ähnlich, nur die Raumabbildung war jetzt richtiger.

Ich habe noch viele verschieden Schallplatten gehört, einfach wegen des tollen Klanges. Ganz besonders Spaß gemacht hat mir das Stück „Guter Mond, Du gehst so stille‟ von Dieter Ilg auf BASS. Egal mit welcher Endstufe ich welche Musik hörte, die oben beschriebenen Eindrücke bestätigten sich immer wieder. Ich möchte noch unbedingt erwähnen, dass die tonale Balance der Violin in hohem Maße erhalten blieb, egal ob ich aus meinem Hörsessel aufstand oder zwei Meter vor dem Lautsprecher stand. Die Lawrence Audio gewährt dem Hörer also einen sehr großzügigen Raum, in dem er genussvoll hören kann.

Die beachtlichen Anschlüsse der Violin mit sehr erfreulicher Anfass-Qualität
Die beachtlichen Anschlüsse der Violin mit sehr erfreulicher Anfass-Qualität

Die Violin kostet komplett 6300 Euro. Das ist gemessen an ihrem musikalischen Können nahezu ein Geschenk. Denn sie kann jede Menge anderer Lautsprecher absolut blossstellen. Dafür ist es aber mit dem Entrichten des Kaufpreises nicht getan. Will man alles aus der Violin herausholen, kommt man nicht umhin, sich Zeit zu nehmen für die Auswahl der richtigen Zuspieler, da sie die Charaktere ihrer Mit-Musikanten sehr, sehr deutlich offenbart. Aber auch die Suche nach dem stimmigen Ganzen ist keine Frage des Geldes: Bei meinen oben beschriebenen Variationen  der Kette war auch eine weniger teure Lösung die für mein Empfinden bessere.


STATEMENT

An keiner Stelle des Hörtest hatte ich den Eindruck, dass die Violin die eine oder andere Musikrichtung bevorzugt. Sie macht alles auf ihre Art und die ist ehrlich, transparent, detailreich und klangfarbenstark. Die Lawrence Audio hat mir musikalische Erlebnisse beschert, die ich bisher hier so nicht gehört habe. Haben Sie Mut zum Besonderen!
GEHÖRT MIT
Computer Apple MacMini, OS X 10.6.8, Amarra  Mini 2.3
DA-Wandler Antelope Zodiac plus
Plattenspieler Kenwood KD-990 mit Kunststeinauflage, Benz-Micro Glider L2
Phonostufe Primare R-20
Vorverstärker T+A  P-10
Endstufe Spectral DMA 100 S, AirTight ATM-3
Kabel Audioquest Diamond USB, Inakustik Black&White NF-1302, QED Genesis Silver Spiral, Absolue Créations In-Tim, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audiquest NRG-X2 Netzkabel

 

HERSTELLERANGABEN
Lawrence Audio Violin
Konzept 2-Wege Bassreflex
Frequenzgang 35 Hz bis 40 KHz
Empfindlichkeit 88db oder definiert bei 2,83V/1m: 90dB
Impedanz 8 Ohm, minimal 6,4 Ohm
Empfohlene Verstärkerleistung 30 bis 150 Watt
Hochtöner 13 mm Aluminium-Bändchen
Tief-/Mitteltöner 20 cm, Korb aus Aluminium, Membran aus Carbon-Fiber
Übergangsfrequenz 2200 Hz
Höhe inkl. Ständern 123 cm
Breite Box 26 cm, Ständer: 35 cm
Tiefe Box 40cm, Ständer 43cm
Gewicht Box 19,5kg, Ständer 7kg
Paarpreis 6300 Euro inkl. Ständer
Ausführung Kirsche Natur oder Rosenholz, Sonderausführungen auf Anfrage

 

VERTRIEB
Hoergenuss für Audiophile
Anschrift Jörg Klein
Fichardstr. 56
60322 Frankfurt
Telefon 069 40326292
E-Mail info@hgfa.de
Internet www.hgfa.de

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Samstag, 21 April 2012 02:00

Ayon CD-T

geschrieben von
Die traun sich was, die Leute von Ayon! In der heutigen Zeit ein neuentwickeltes CD-Laufwerk  auf den Markt zu bringen. Und dann auch noch mit einer Röhre im Digitalteil! Wo doch heutzutage jeder nur noch downloaded, rippt, rappt... sorry letzteres stimmt zwar, gehört aber nicht hierher. Ich will ja nichts vorweg nehmen, aber Gott sei Dank haben sich die Österreicher getraut!
teaser


Wie man aus dem Bericht über den Aurender entnehmen konnte, reicht ein hochwertiger DAC alleine für eine anspruchsvolle Wiedergabequelle nicht aus. Erst das perfekte Zusammenwirken von Laufwerk oder Streamer)und D/A-Wandler sorgt dafür, dass nicht bereits an der Quelle vieles verloren geht.

Klassischer Toplader, die häufigsten Bedienelemente sind von oben erreichbar
Klassischer Toplader, die häufigsten Bedienelemente sind von oben erreichbar

Nun haben sich zum Thema Datenübertragung via CD Laufwerk schon etliche Leute Gedanken gemacht. Die eine Fraktion behauptet, jedes Computerlaufwerk muss die Daten komplett auslesen können, sonst würde ja kein PC Programm funktionieren. Klingt irgendwie logisch. Wenn man einen Techniker dazu befragt, ist der mit dem Thema auch ganz schnell fertig: bits sind bits, digitale Technik funktioniert entweder überhaupt nicht oder perfekt! Perfekter Klang für immer? Das kommt mir irgendwie bekannt vor!

Für diese Art der Argumentation hat die andere Fraktion eine ganz einfache Frage parat: Warum klingt dann mein 20000-Euro-Laufwerk besser? Tja, woran liegt das nun? Um diese Frage eindeutig zu klären, müsste man mit einer geeigneten Software die jeweils ausgelesenen Rohdaten auf Abweichungen vergleichen. Solche Programme existieren tatsächlich. Aber das ist natürlich noch nicht alles, entscheidend ist nicht nur die korrekte Abfolge von Nullen und Einsen, sondern auch deren zeitliche Zuordnung. Hierfür wäre dann zusätzlich eine geeignete Apparatur zur Jittermessung erforderlich. Man sieht, das wird sehr aufwändig, aber alles andere ginge mehr in die Richtung „Jugend forscht“.  Zum Jitter macht der Hersteller allerdings Angaben: Er gibt einen internen Jitter von 1 Picosekunde an; zur Verdeutlichung: In 1 Picosekunde legt das Licht eine Wegstrecke von nur 0,3 Millimeter zurück! Was wollten wir eigentlich? Ach ja, Musik hören!

Professionell: für den S/PDIF Ausgang stehen auch BNC Buchsen zur Verfügung
Professionell: für den S/PDIF Ausgang stehen auch BNC Buchsen zur Verfügung

Ayon wäre nicht Ayon, wenn nicht auch bei dem CD-T irgendeine pfiffige Idee verwirklicht worden wäre. So findet man hier im Digitalausgang eine Röhre! Eine russische 6H14 oder deren Äquivalent ECC 84. Was hat die an dieser Stelle verloren? Die Überlegung ist ganz einfach: Viele Störungen des Signals entstehen auf dem Weg vom S/PDIF Ausgangschip zum DAC, weil der Generator hierfür zu schwach ist. Deshalb hat Ayon hier einen Buffer in Form eines Kathodenfolgers eingebaut. Damit muss der Chip nur das Gitter der Röhre ansteuern, was ein Leichtes für ihn ist. Die eingesetzte Röhre arbeitet in dieser Schaltung ohne Verstärkung, fungiert also als reiner Impedanzwandler. Rechteckimpulse sehen extrem sauber aus, Kabeleffekte dürften sich hier kaum noch auswirken.

Aber welche Röhre nehmen, für diese eher ungewöhnliche Position? Zunächst einmal kommt eine Röhre aus dem Audiobereich wegen zu geringer Bandbreite nicht in Frage. Die hier eingesetzte 6H14 aus alten russischen Militärbeständen wurde im Radarbereich eingesetzt. Sie kann deshalb Frequenzen bis 200 Megahertz verarbeiten und ist für diesen Job ideal geeignet.


Diese Röhre kann schon mal keinen Unfug mehr bei den Militärs anstellen
Diese Röhre kann schon mal keinen Unfug mehr bei den Militärs anstellen

Wenn man seine Nase in das Gerät steckt, findet man das bewährte Philips Pro Laufwerk, zwei R-Core Trafos, einen für die Versorgung der I2S Schnittstelle, den anderen für Motor-Servoboard und die restlichen Schnittstellen. Die Leiterbahnen sind vergoldet, was man auch nicht alle Tage sieht. Die sind jetzt nicht für die Dame des Hauses gedacht, sondern verhindern Alterungseffekte aufgrund von Oxidation.

Die Lasereinheit ist nicht mit dem Deckel verschraubt, sondern mit der äußerst stabilen Bodenplatte verbunden. Damit ergibt sich ein deutlich besseres Resonanzableitverhalten. Die Verarbeitung ist – wie üblich bei Ayon – hervorragend.

Erstaunlich, wie viel Elektronik für eine saubere Abtastung der CD benötigt wird
Erstaunlich, wie viel Elektronik für eine saubere Abtastung der CD benötigt wird

Für den Anschluss an den DAC bietet der CD-T alle erdenklichen Möglichkeiten. S/PDIF (auch mit BNC Buchse!), AES/EBU, Toslink und I2S. Die Röhre ist natürlich nur im Betrieb mit S/PDIF oder AES/EBU aktiv. Für I2S Verbindungen gibt es leider keinen internationalen Standard, so dass bei der Kontaktbelegung jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht. Allerdings hat Ayon konsequenterweise in der Bedienungsanleitung die Pin Belegung angegeben. Ich benutze also die S/PDIF Verbindung, für I2S müsste ich sonst bei meinem DAC zum Lötkolben greifen. Außerdem interessiert mich als Röhrenliebhaber viel mehr, wie sich die 6H14 im Digitalausgang auswirkt.

Der Puck ist praktischerweise in den Deckel integriert
Der Puck ist praktischerweise in den Deckel integriert

 

Zunächst muss Count Basie ran. Count Basie, der Meister des lässigen, obercoolen Pianospiels. Sitzt am Flügel, grinst und prägt mit seinen sparsamen Akkordeinwürfen den typisch swingenden Sound seiner Bigband. Ohne Basie wäre die Bigband zwar immer noch hervorragend, aber es würde das entscheidende Etwas fehlen. Ein Meilenstein unter den zahlreichen Basie Alben ist das 1957 erschienene Album The Complete Atomic Basie, das der Arrangeur Neal Hefti für Basie geschrieben hat und den zukünftigen Stil der Band prägen sollte.

Bei dem Titel „Lil’ Darlin’‟, einem eher verhalten gespielten Stück, muss die knisternde innere Spannung der Bigband zu spüren sein. Wenn die Musik hier nur dahinplätschert und der letzte macht dann das Licht aus, dann kann die Anlage etwas Entscheidendes nicht übertragen. Das kann der CD-T natürlich nicht alleine, aber es muss vom Laufwerk /DAC angestoßen werden. Ansonsten würde die Anlage auch bei einem Requiem grooven.

Lasereinheiten sind vibrationsempfindlich, deshalb hat sich Ayon besondere Gedanken zur Resonanzableitung gemacht
Lasereinheiten sind vibrationsempfindlich, deshalb hat sich Ayon besondere Gedanken zur Resonanzableitung gemacht

Ein anderes Beispiel ist Sketches of Spain, arrangiert von Gil Evans für Miles Davis. Der bekannteste Titel auf der Scheibe ist das Adagio aus dem „Concierto de Aranjuez‟ von Joaquin Rodrigo, hier arrangiert für ein 21-köpfiges Jazzorchester. Ich bin normalerweise kein Fan von verjazzten Klassikern, weil meistens nichts Vernünftiges dabei herauskommt. Aber hier wird weniger improvisiert, es ist mehr ein Umarrangieren für eine andere Orchesterbesetzung und natürlich für Trompete anstatt Gitarre. Schon bei den Anfangstakten kann man die schwüle Atmosphäre der spanischen Sommerhitze förmlich spüren. Nun war die gestopfte Trompete von Miles schon immer problematisch bei der Wiedergabe, in manchen Konstellationen muss ich unwillkürlich an den Zahnarzt denken. Dazu kommt noch das riesige Bläserensemble, welches enorme Anforderungen an das Differenzierungsvermögen der Kette stellt. Hier macht sich die dazu gewonnene Auflösung und die farbige Darstellung durch den CD-T bezahlt, er liefert die bestmöglichen Daten aus der CD. Die ist nämlich nur ein müder Abklatsch der Original Columbia Six Eye LP. Bisher lief diese CD bei mir immer unter der Rubrik „bedingt anhörbar“, mittlerweile könnte ich mich sogar damit anfreunden.

Szenenwechsel, Cembalomusik. Das Cembalo ist wegen seines obertonreichen Klangs nicht ganz einfach wiederzugeben. Hier wird ja die Saite durch einen Kiel angerissen und nicht wie beim Klavier mit einem Filzhammer angeschlagen.

Zum Anhören habe ich mir ein Stück, nein DAS Stück von Pater Antonio Soler herausgesucht, gespielt von dem Brasilianer Nicolau de Figueiredo: „Fandango‟, aus der CD Soler. Hier geht es um einen ausufernd fröhlichen Tanz, der seinerzeit in Spanien sehr beliebt war, womit sich der Pater aber bei der Kirche einige Probleme eingehandelt hatte. Das Instrument ist ein Nachbau eines Cembalos der italienischen Meister Roberto und Frederigo Cresci. Auch hier ist für eine korrekte Wiedergabe des – für heutige Ohren – ungewöhnlichen Klangs eine hohe Auflösung unerlässlich. Und die bietet der CD-T. Das Cembalo ist nicht besonders laut, sprüht aber förmlich vor Kraft. Man hört nicht nur das gesamte Obertonspektrum der angerissenen Saiten, sondern auch wie die Töne in dem Instrument noch zigmal reflektiert werden. Der Klang kommt bei schnellen Tonfolgen nicht ins Schwimmen, sondern bleibt immer klar konturiert. Super!

R-Core Trafos arbeiten hocheffizient und haben ein extrem geringes Streufeld
R-Core Trafos arbeiten hocheffizient und haben ein extrem geringes Streufeld

 

Was hat sich nun mit dem CD-T in der Anlage verändert? Insgesamt lässt sich sagen, dass ein sehr homogenes, organisches Klangbild entsteht. Sehr farbige Wiedergabe mit hoher Auflösung. Der manchmal bei digitalem Equipment vorhandene, technisch mechanische Klang fehlt hier völlig. Es klingt einfach nach Musik. Grob- und Feindynamik erreichen ein neues Niveau. Attribute, die mit der Musik selbst nichts zu tun haben wie Raum, Fokussierung oder Tiefenausdehnung sind selbstverständlich auf dem gleichen hohen Level. Auch wenn die Musik ganz leise spielt, bleibt sie spannend, man hat nicht das Bedürfnis, ständig lauter zu drehen. Es ist schon erstaunlich, was mit dem veralteten Red-Book-CD-Format für eine Klangqualität möglich ist.

Habe ich etwas vergessen? Richtig, es existiert noch eine Upsampling Funktion auf 192kHz/24Bit , die man bequem per Fernsteuerung bedienen kann. Allerdings habe ich hier keine entscheidenden Veränderungen gehört. Apropos Fernsteuerung: Die könnte man aufgrund des schieren Gewichts durchaus auch als Nahkampfwaffe benutzen.

STATEMENT

Musik hat etwas mit Kultur zu tun. Mit einem klassischen Laufwerk wie dem CD-T wird man wieder einmal daran erinnert. Für jeden, der über seinen eigenen Schatten springen kann und in der heutigen Zeit ein „antiquiertes“ CD Laufwerk kaufen möchte, kann ich dieses wärmstens ans Herz legen. Der Ayon CD-T ist ein Baustein, der uns näher an die Musik bringt. Alles andere kann er sowieso.
GEHÖRT MIT
Laufwerk Ayon CD-T
DAC Borbely Audio
Vorstufe Shindo Monbrison
Endstufe Shindo Cortese
Lautsprecher TAD/ WVL Fieldcoil Hornsystem

 

HERSTELLERANGABEN
Ayon CD-T
Abtastrate 192kHz/24bit
Röhre ECC 84/6H14P
Dynamikbereich >120dB
Jitter am Ausgang 1 psec
Digital Ausgänge S/PDIF, AES/EBU,I2S, TosLink
Signal Rausch Verhältnis > 119 dB
Frequenzbereich 20Hz – 20kHz +/- 0.3 dB
harmoniche Verzerrung < 0.001 %
Abmessungen (B/H/T) 48/12/39 cm
Gewicht 14 kg
Preis 4700 Euro

 

HERSTELLER
Ayon Audio
ANschrift Hart 18

A-8101 Gratkorn

Österreich
Telefon +43 3124 24954
E-Mail ayon@ayonaudio.com

 

VERTRIEB
AUDIUM
Anschrift Catostraße 7b

12109 Berlin
Telefon +49306134740
E-Mail urban@audium.de
Internet www.ayonaudio.de

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Sonntag, 15 April 2012 02:00

Stereokonzept Modell 3.0

geschrieben von
Es gibt sie noch, die engagierten Entwickler und ihre exquisiten Produkte. In der Blütezeit der High Fidelity – ja, damals als einige Enthusiasten die High End gründeten – waren Firmengeschichten wie die von Stereokonzept eher die Regel. Heute sind sie hierzulande leider eine Rarität. Gibt es einen besseren Grund, sich mit dem Modell 3.0 näher zu beschäftigen?
teaser


Vor über 30 Jahren auf der ersten High End in Düsseldorf sorgten, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, neben der Rabox vor allem die kleinen, feinen und recht kostspieligen Audioplan Kontrast für Furore. Volker Kühn hatte vieles, was gut und teuer ist, in seine Zweiwege-Box gepackt und damit die Grenzen dessen verschoben, was man gemeinhin von einer solchen Konstruktion erwarten durfte. Und wie damals üblich war das Produkt allein der Leidenschaft seines Entwicklers geschuldet. Da gab es keine Marktanalysen und Marketing-Konzepte, aber jemanden, den der Wunsch nach besserer Musikwiedergabe umtrieb und der dies Ziel nicht mit immer raumgreifenderen Schallwandlern zu verwirklichen suchte, sondern mit solchen, die in ganz normalen Wohnzimmern Platz fanden.

Mit ihren klaren Linien, der moderaten Größe und den perfekten Oberflächen ist das Modell 3.0 in nahezu jedes Wohnumfeld zu integrieren
Mit ihren klaren Linien, der moderaten Größe und den perfekten Oberflächen ist das Modell 3.0 in nahezu jedes Wohnumfeld zu integrieren

Johannes Rickert, der Stereokonzept mit einem eher im Hintergrund agierenden Partner betreibt, ist wohl zu jung, um sich an die Präsentation eines der ersten audiophilen Zweiwege-Lautsprechers erinnern zu können, nicht aber, um sich bereits über 15 Jahre intensiv mit dem Hobby Lautsprecherbau beschäftigt zu haben. Ganz am Anfang bewegte er sich dabei noch in der Do-It-Yourself-Szene, merkte dann aber schnell, dass sich hier fast alles um ausgesprochen erschwingliche Projekte drehte. Für ihn stand aber fest: „Billig ist nicht das Ziel‟. Wohin diese Einstellung führen kann, illustriert das Modell 3.0 anschaulich: Die superb verarbeitete Box mit den klaren Linien steht mit 14800 Euro in der Preisliste. Doch ernsthaft: Statt mit einfachen Bauteilen und Chassis experimentierte Johannes Rickert lieber mit Kondensatoren und Spulen von Mundorf und Chassis von Accuton oder Scan-Speak. Keine Experimente hingegen gibt es bei Stereokonzept bei der Zahl der Wege: Wenn man sich auf deren zwei beschränkt, wird man mit großer Homogenität des Klangbildes, einer sehr guten räumlichem Abbildung und einer höheren Geschlossenheit der Wiedergabe belohnt, ist Johannes Rickert überzeugt. Und deshalb war bei der Entwicklung der 3.0 das Ziel, schlicht eine der besten Zweiwege-Boxen überhaupt zu kreieren. Dass man dabei in einen Preisbereich vorstößt, in dem üblicherweise mehr Membranfläche und Gehäusevolumen geboten wird, konnte Stereokonzept nicht von seinem Vorhaben abbringen. Es gibt ja schließlich auch Beispiele dafür, dass Zweiwege-Konzepte in ähnlichen oder sogar noch deutliche höheren Preisregionen wie das Modell 3.0 ihre Käufer finden: Man denke nur einmal an die B&W Signature Diamond oder die Kharma Exqusite Mini.


Die Rückseite des Modell 3.0 ist so attraktiv, dass es frei im Raum aufgestellt werden kann. Das tut ihm auch akustisch gut. Die Bi-Wiring-Terminals sind serienmäßig
Die Rückseite des Modell 3.0 ist so attraktiv, dass es frei im Raum aufgestellt werden kann. Das tut ihm auch akustisch gut. Die Bi-Wiring-Terminals sind serienmäßig

Nach vielfältigen Experimenten hat Johannes Rickert für das Modell 3.0 Chassis von Scan-Speak ausgewählt: Den Bassbereich übernimmt ein 18-Zentimeter-Treiber mit Papiermembran. Was sich nach Altbewährtem anhört, ist jedoch neuster Stand der Fertigungstechnik. Hier werden zwei Lagen Papier mit speziellen Faserbeimengungen und einer stabilisierenden Prägung um 60 Grad gegeneinander verdreht miteinander verklebt. So werden die gewünschte hohe Steifigkeit, ein geringes Gewicht und notwendige innere Dämpfung auf ideale Weise verbunden, erläutert der Entwickler seine Wahl. Für den Antrieb sorgen Neodymmagnete und eine auch thermisch hochbelastbare Schwingspule auf einem leichten Titanträger. Um auch bei hohen Pegeln respektive großen Auslenkungen geringste Verzerrungen zu garantieren, setzt Scan-Speak bei diesem Treiber aus der Illuminator-Serien auf ein sogenanntes Unterhang-System. Anschaulicher ist da die englische Bezeichnung: short coil, long gap. Eine vergleichsweise kurze Schwingspule bewegt sich im langen Luftspalt mit konstanten magnetischen Verhältnissen, so dass das Verhältnis von Signal zu Auslenkung auch bei großen Pegeln linear bleibt. Das Magnetsystem und der Korb wurden selbstverständlich strömungsoptimiert, um die Bewegung der Membran nicht zu behindern.

Den Hochtonbereich übernimmt der bekannte Scan-Speak Ringradiator. Das Hochtonmodul hat nur an einigen Punkten mit dem Rest des Gehäuses Kontakt
Den Hochtonbereich übernimmt der bekannte Scan-Speak Ringradiator. Das Hochtonmodul hat nur an einigen Punkten mit dem Rest des Gehäuses Kontakt

 

Im Hochtonbereich setzt Stereokonzept dann Scan-Speaks Ringradiator ein, der in den letzten Jahren mehr und mehr Verbreitung bei High-End-Herstellern findet. Auch er besitzt einen Antrieb mit Neodymmagnet. Die leichte Textilmembran strahlt auch noch Frequenzen jenseits von 30 Kilohertz ab. Aber Stereokonzept, begnügt sich nicht mit dem Zukauf speziell selektierter Chassis, man bietet ihnen auch ein optimales Umfeld. So erhält der Ringradiator sein Signal von einer Weiche, die im Gehäuse des Hochtöners durch Federn entkoppelt aufgehängt ist. Ebenso wie bei den Filtern für den Tiefmitteltöner kommen hier feinste Bauteile aus dem Hause Mundorf zum Einsatz, wie beispielsweise Silber/Gold-Kondensatoren und Kupferflachbandspulen. Die Werte sollen allerdings nicht bekannt werden, weshalb Stereokonzept die Weiche für den Hochtöner vergießt. Die Weichenbauteile für den Tiefmitteltöner sitzen mikrofoniegeschützt in einem entkoppelten Einschub im unteren Gehäuseteil. Die sowohl aufgrund von Messungen als auch in langen Hörsitzungen ausgewählten Bauteile werden in freier Verdrahtung miteinander verbunden.

Johannes Rickert beschränkt sich aber nicht auf beste Chassis, extrem hochwertige Kondensatoren und Spulen sowie deren überlegte Anordnung. Ganz besondere Aufmerksamkeit widmet er der Mechanik der Box. Das beginnt mit dem Gehäusematerial: Die Wände bestehen aus einem Sandwich aus zwölf Millimeter Corian, einem vom DuPont entwickelten, acrylgebundenen Mineralwerkstoff, und 15 oder 18 Millimeter Birkenmultiplex. Für weitere Stabilität sorgt dann eine fest in das untere Gehäuse eingelassene Granitplatte – kein Wunder, dass man das Gewicht der Box unteschätzt: Trotz ihrer moderaten Abmessungen bringt sie 54 Kilogramm auf die Wage.

Ein Ring aus POM oder Polyoxymethylen sitzt zwischen dem Ringradiator und dem Corian-Multiplex Sandwich. Er liegt hier auf dem Boden des Hochtonmoduls. Der wurde aus Aluminium gefräst und steht über die vier Hartschaumscheiben und zwei Schrauben mit dem Tiefmittelton-Gehäuse in Kontakt
Ein Ring aus POM oder Polyoxymethylen sitzt zwischen dem Ringradiator und dem Corian-Multiplex Sandwich. Er liegt hier auf dem Boden des Hochtonmoduls. Der wurde aus Aluminium gefräst und steht über die vier Hartschaumscheiben und zwei Schrauben mit dem Tiefmittelton-Gehäuse in Kontakt

Sehr eigenständig ist auch das Konzept der Ankopplung an den Boden. Es gibt einen sehr großen, zentralen Spike. Die vier Gewindestangen in den Metallauslegern sorgen hingegen nur als Stützen für einen sicheren Stand: Sie sind zum Boden hin verrundet, so dass sie etwa auf einem Teppich aufliegen und ihn nicht durchdringen. Die Metallverarbeitung scheint überhaupt ein besonders Hobby der Macher von Stereokonzept zu sein: Während man zum Beispiel auf den ersten Blick von vorn keinen Markennamen an der Box erkennt, findet man ihn bei genauerem Hinsehen fein in die Frontseite der Metallausleger eingraviert – wirkliche Liebe zum Detail! Der Markennamen und die Modellbezeichnung werden dann auch noch einmal in die pulverbeschichtete Edelstahlplatte auf der Rückseite eingraviert, die gleich zwei Funktionen erfüllt: Einmal nimmt sie das fein gedrehte, konisch zulaufende und an den Enden sanft gerundete Aluminium-Bassreflexrohr auf, zum anderen ist sie das Gegenlager für eine Verspannvorrichtung für den Tiefmitteltöner. Diese soll den Magneten und den Korb wirkungsvoll bedämpfen. Dass dieser über einen in das Gehäuse eingelassenen Edelstahlring fest mit der Schallwand verbunden ist, reicht den Entwicklern einfach nicht aus.

Zwei mit einer stabilisierenden Prägung versehene Papierschichten wurden um 60 Grad versetzt für die Tiefmittelton-Membran verklebt
Zwei mit einer stabilisierenden Prägung versehene Papierschichten wurden um 60 Grad versetzt für die Tiefmittelton-Membran verklebt

Der Boden des Hochtongehäuses besteht aus einer gefrästen Aluminiumplatte, die wie einige andere Metallteile in der Box auch mit Korkplatten bedämpft wird. Durch vier Ringe aus einem speziellen Hartschaum steht das Hochtonmodul in Kontakt zum Rest des Gehäuses. Zwei Schrauben sorgen dafür, dass es in seiner Position bleibt. Bedenkt man die Vielzahl solch konstruktiver Details, die die Fertigung eines Modell 3.0 nicht gerade rationeller machen, die Qualität der eingesetzten Materialien und ihre Verarbeitung, kann man sich leicht vorstellen, dass Stereokonzept sein Erstlingswerk nicht gerade großzügig kalkuliert hat, selbst wenn der Preis absolut betrachtet nicht gerade niedrig ist.


Da ich im Gegensatz zu Johannes Rickert kein Freund des Bi-Wiring bin, hatte dieser die serienmäßigen Bi-Wiring-Terminal intern gebrückt, bevor er seine Kreationen auf dem Weg von Lübeck nach Gröbenzell begleitete. Als die Stereokonzept nach dem beschwerlichen Transport in den Hörraum dann an der Stelle standen, die üblicherweise die deutlich größeren – und um ein Mehrfaches teureren – LumenWhite einnahmen, wirkten sie etwas verloren. Der Anschluss der Lautsprecherkabel an die an sich sehr feinen Terminals erwies sich als ausgesprochen schwierig, da sich die sehr ausladenden Knebel und die abgewinkelten Spades an den Kabeln in die Quere kamen. Mit ein wenig Fummelei ließ sich das Problem dann aber auch lösen. In der nächsten Serie werden aber etwas kleiner dimensionierte Knebel zum Einsatz kommen.

Korb und Antrieb des Tiefmitteltöners wurden strömungsgünstig gestaltet
Korb und Antrieb des Tiefmitteltöners wurden strömungsgünstig gestaltet

Sobald die Stereokonzept dann die ersten Töne von sich gaben, sind physische Größe und kleine mechanische Anpassungsprobleme an meine Kette vergessen: Der Klang löst sich völlig vom Gehäuse, die Musik entfaltet sich frei im Raum, das Klangbild ist sehr homogen und Tiefmitteltöner und Ringradiator spielen wie aus einem Guss. Seit dem Test des famosen Mytek-Wandlers habe ich einen neuen Lieblingstitel für Tests: Den 13. Song von Michel Godards Le Concert Des Parfums, Carpe Diem CD-16277, eine Improvisation des Percussionisten Patrice Heral in dem halligen Gemäuer des Klosters Noirlac: Das Modell 3.0 bringt die Atmosphäre des Aufnahmeortes ungemein realitätsnah rüber, man kann Reflexionen einzelner Schläge und den dann einsetzenden Hall sehr fein nachvollziehen. Dabei zerfällt das Klangbild trotz allen Detailreichtums erfreulicherweise nicht in zusammenhanglose Schallereignisse, sondern bleibt in sich stimmig und plastisch. Vor allem die Größe und Tiefe der Abbildung gehen weit über das hinaus, was ich von den zierlichen Stereokonzept erwartet hätte: Mit geschlossenen Augen erlebt man ganz großes Kino für die Ohren. Akustisch wächst die Stereokonzept weit über ihre Physis hinaus. Auch die Wucht der Paukenschläge lässt keine Wünsche offen. Nur wer sich tagtäglich von einer LumenWhite akustisch verwöhnen lässt, könnte krittelnd anmerken, dass der Raum hier noch ein paar Zentimeter tiefer wirkt und der Diamant-Hochtöner noch eine Spur geschmeidiger zu Werke geht als der Ringradiator. Viel bemerkenswerter ist jedoch, dass das Modell 3.0 auf so hohem Niveau spielt, dass sich ein Vergleich mit der – was das Volumen und die Membranfläche anbelangt – mehrfach größeren und teureren LumenWhite dennoch aufdrängt.

Der fein gedrehte Reflexkanal läuft konisch zu. Er endet in einer Edelstahlplatte, die auch als Typenschild und Gegenlager für die Verspannvorrichtung für den Tiefmitteltöner dient. Resonanzanfällige Flächen werden mit Kork bedämpft
Der fein gedrehte Reflexkanal läuft konisch zu. Er endet in einer Edelstahlplatte, die auch als Typenschild und Gegenlager für die Verspannvorrichtung für den Tiefmitteltöner dient. Resonanzanfällige Flächen werden mit Kork bedämpft

So nach ein, zwei Stunden zum Akklimatisieren im Hörraum kann die zuvor bereits bestens eingespielte Stereokonzept dann zeigen, wie sie extreme Anforderungen im Bassbereich meistert. Dazu kommt dann mal wieder Jonas Hellborgs Elegant Punk auf den Plattenteller: „Drone‟ macht dann klar, dass bei fast subsonischen Klängen auch das Modell 3.0 die Physik nicht außer Kraft setzten kann. Hier bringt ein Lautsprecher mit mehr Membranfläche auch noch etwas mehr Druck. Aber wie viele Scheiben kennen Sie, die solch tieffrequenten Signale enthalten wie Jonas Hellborgs Solo-Bass-Album? Mir fällt da so schnell nichts ein. Die schnelle Folge tieffrequenter Impulse mit dem Titel „It‘s The Pits, Slight Return‟ kann die Stereokonzept nicht im Mindesten in Bedrängnis bringen. Obwohl sie im Oberbass einen Hauch fetter klingt als die Lumen, kommen die Impulse sehr exakt, feinste Griffgeräusche sind fein heraushörbar, und der Groove des Songs verführt zum Fußwippen. Selbst dieses enorm fordernde Material setzt die Stereokonzept in Hörgenuss um.


Und damit sind wir beim Thema: Statt weiter – mehr oder weniger erfolglos – nach Grenzen der Leistungsfähigkeit des Modell 3.0 zu suchen, schwelge ich nun lieber ein wenig in Musik. Dazu kommt die Bandkopie des Mixdowns von Wolfgang Puschnigs Chants (Quinton-CD Q-0102-2) auf die Studer A80 und bei „Peace‟ fluten Wogen warmer Bassschwingungen den Hörraum. Die Bass-Drum kommt mit gehörigem Punch, und Altsaxophon und Trompete finden die richtige Balance zwischen Glanz, Schmelz und der nötigen Aggressivität. Es ist die reine Freude, die von Heinrich Schläfer teils überlebensgroß eingefangenen und mit dem individuell passenden Hallraum veredelten ungemein plastischen Instrumente beinahe greifen zu können. Das Intro von „Chanting‟ fasziniert mit der fast ungezügelten Energie eines Vibraphons, und bei den kräftigen Bass-Drum-Kicks meint man, die Fussmaschine sehen zu können.

Die Weiche für den Tiefmitteltöner wurde mit besten Bauteile freiverdrahtet aufgebaut.
Die Weiche für den Tiefmitteltöner wurde mit besten Bauteile freiverdrahtet aufgebaut.

Dieses Stück hatte ich übrigens auch gespielt, bevor Johannes Rickert seine Rückreise angetrat. Norddeutsch trocken merkte er an, dass er vorher gar nicht so genau gewusst hätte, wie gut seine Boxen wirklich klängen. Nachdem das Modell 3.0 nun einige Wochen in meinem Hörraum – bei so schmucken Lautsprechern einfach naheliegend – auch im Wohnzimmer verbracht haben, kann ich ihm nicht widersprechen: Seine Lautsprecher klingen wirklich verdammt gut – und nicht nur mit Kopien von Mastertapes. Und egal, ob man es unter dem Aspekt des verschwenderisch erscheinenden, letztlich aber doch sehr wohl begründeten und effektiven Materialeinsatzes betrachtet oder allein die vollkommen überzeugenden klanglichen Leistungen der Stereokonzept ins Verhältnis setzt: Für das Gebotene will mir der absolut gesehen beträchtliche Preis des Modell 3.0 geradezu moderat erscheinen. Eine Entdeckung!

Die schwarze Pyramide sitzt mit den Weichenbauteilen auf einer Platte und stammt von Creaktiv Systems
Die schwarze Pyramide sitzt mit den Weichenbauteilen auf einer Platte und stammt von Creaktiv Systems

 

 

STATEMENT

Mission erfolgreich beendet: Johannes Rickert ist es schon mit seinem ersten Stereokonzept-Produkt gelungen, eine der besten Zweiwege-Boxen zu entwickeln. Wer auf beeindruckende Abmessungen oder einen Sound voller Effekte setzt, wird das Modell 3.0 erst gar nicht beachten. Wer aber Größe bei der Abbildung des musikalischen Geschehens, ein hohes Maß an Kohärenz, tonale Stimmigkeit und ermüdungsfreien Hörgenuss sucht, kann hier seinen Traumlautsprecher finden.

GEHÖRT MIT
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Brinkmann Avance
Tonarm Brinkmann 12.1, Kuzma 4Point, Breuer Dynamic Type 8
Tonabnehmer Lyra Olympos, Brinkmann EMT ti, EMT JSD 5
Phonostufe Einstein The Turntable’s Choice symmetrisch, Lukaschek PP1
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
CD-Laufwerk Wadia WT3200
D/A-Wandler Mytek Silver Preamp
Bandmaschine Studer A 80
Vorverstärker Brinkmann Marconi, Higher Fidelity 2623
Endstufe Brinkmann Monos, Cello Encore Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel Precision Interface Technology, Sunwire Reference, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S, Audioquest
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
Stereokonzept Modell 3.0
Prinzip dynamischer 2-Wege-Lautsprecher mit Bassreflexgehäuse
 und zeitoptimierter Wiedergabe
Hochtöner 25mm Ringradiator mit Neodym-Magneten
Tief-/Mitteltöner 18cm mit Papiermembran mit Neodym-Magneten
Gehäuse Sandwich aus acrylgebundenem Mineralwerkstoff
DuPont™ Corian® und schichtverleimten Birkenholzplatten (Multiplex)
Abmessungen (B/H/T) 20/94/37cm
Gewicht 54 kg
Lieferumfang Lautsprecher in stabilem Leih-Flightcase, das wir nach der Auslieferung zurücknehmen
Preis 14800 Euro

 

HERSTELLER
Stereokonzept
Anschrift Johannes Rickert
Helene-Lange-Straße 20
23558 Lübeck
Telefon +49 (0) 451 88069949
E-Mail kontakt@stereokonzept.de
Internet www.stereokonzept.de

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Weder haben wir zu den Osterfeiertagen mit dem Recyclen bekannter Artikel begonnen, noch wurde das Kabel in der Qualitätsstufe Coffee vergessen: Anders als im Artikel vor knapp einem Jahr geht es hier statt um USB- um Firewire-Verbindungen. Und die bietet Audioquest nur in vier Varianten an.
teaser


Audioquest bietet Firewire-Kabel in vier Qualitätsstufen an. Nur die höchste ist mit einem Dialectric Bias System ausgestattet
Audioquest bietet Firewire-Kabel in vier Qualitätsstufen an. Nur die höchste ist mit einem Dialectric Bias System ausgestattet

Aber trotz der Beschränkung auf vier Qualitäten umfasst das Audioquest Firewire-Sortiment insgesamt zwölf unterschiedliche Modelle, die in jeweils vier Längen erhältlich sind: Es gibt die Verbindungen sowohl mit sechs- als auch mit neunpoligen Steckern (Firewire 400 und 800) und darüber hinaus auch noch eine neun- auf sechspolige Version. Besonders Besitzer von Weiss-Wandlern werden sich über dieses Angebot freuen, denn bisher waren hochwertige Firewire-Kabel äußert rar gesät. Das ist andererseits auch wieder verständlich, denn welcher Hersteller wird schon eine eigene Kabellinie für eine Verbindungsart auflegen, die zumindest im Vergleich zu USB eher selten Verwendung findet? Aber Firewire-Kabel sind nicht nur für diejenigen interessant, deren Wandler über einen Eingang nach diesem Standard verfügt. Doch dazu später.

Statt Sie auf den Artikel über die USB-Verbindungen zu verweisen, um den unterschiedlichen Aufbau der Kabel darzustellen, wiederhole ich lieber kurz die Fakten: Beim erschwinglichen Forrest – je nach Länge sind hier 19 bis 69 Euro fällig – bestehen die massiven Leiter aus sogenanntem „Long Grain Copper‟, einem recht reinen Kupfer mit langer kristalliner Struktur. Die das Audio-Signal transportierenden Leiter sollen eine kontrollierte Laufrichtung besitzen, und ihre Umhüllung aus massivem Polyethylen garantiert eine stabile Geometrie zwischen den für die Audiosignale relevanten Leitern. Diese Maßnahmen sorgen, so die recht knappe Produktinformation, vorrangig für einen zeitlich stabilen Signaltransport, mit anderen Worten: Sie lassen möglichst wenig Jitter zu. Das Cinnamon besitzt denselben Aufbau wie das Forrest, wird aber im Gegensatz zu seinem USB-Pendant von einem Geflecht umgeben, was schon rein haptisch einen hochwertigeren Eindruck vermittelt. Für Preise zwischen 59 und 129 Euro erhält man auch eine bessere Materialqualiät: Die Oberfläche der Leiter wurde silberplattiert, wobei der Silberanteil exakt 1,25 Prozent betragen soll. Das Carbon kostet je nach Länge bereits zwischen 119 und 329 Euro. Dafür beträgt dann der Anteil des Silbers, das auf die Oberfläche aufgebracht wurde, fünf Prozent.

Das Forrest ist das günstigste Firewire-Kabel von Audioquest, was man seiner Oberfläche auch ansieht. Sehr reines Kupfer ist dennoch selbstverständlich
Das Forrest ist das günstigste Firewire-Kabel von Audioquest, was man seiner Oberfläche auch ansieht. Sehr reines Kupfer ist dennoch selbstverständlich

Das ebenfalls von einem attraktiven Geflecht ummantelte Diamond bewegt sich preislich in einer ganz anderen Liga: Es beginnt bei 549 Euro für 75 Zentimeter und endet bei 1450 Euro für fünf Meter. Dafür bekommt man dann aber auch Leiter aus 100% „Perfect Surface Silver‟ – und das DBS, mit dem fast alle extrem hochwertigen Kabel von Audioquest ausgestattet sind. Die Abkürzung steht für das „Dielectric-Bias-System‟, bei dem ein zentral im Kabel angeordneter Leiter und eine Folie unter der äußeren Isolierung mit einem Batteriepack außerhalb des Kabels verbunden sind. Die Knopfzellen liefern 72 Volt, und diese Spannung soll das Isolationsmaterial, das bei einem neuem oder mehrere Wochen nicht benutzten Kabel laut Produktinformation völlig unausgerichtet sei und erst durch das Musiksignal partiell ausrichtet würde, vollständig elektrostatisch polarisieren. Dabei komme es nicht auf die Richtung, sondern ausschließlich auf die Gleichförmigkeit der Ausrichtung an. Eine elektrostatisch nicht polarisierte Isolierung bewirke minimal unterschiedliche zeitliche Verzögerungen für Signale verschiedener Amplitude und Frequenz. Bei einer ausgerichteten Isolierung hingegen verschwänden die Verzerrung aufgrund von „Time Delays‟. Für diese Beschreibung der Wirkungsweise von DBS spricht, dass sie ganz nebenbei den Einspieleffekt bei Kabeln erklärt.


Das Cinnamon besitzt mit einer dünnen Silberschicht umgebene Kupferleiter
Das Cinnamon besitzt mit einer dünnen Silberschicht umgebene Kupferleiter

Auch wenn bei den USB-Kabeln erfreulicherweise jegliche Investition in eine höhere Qualitätsstufe eine gut nachvollziehbare klangliche Verbesserung brachte, müssen auch die Firewire-Verbindungen zeigen, ob hier ebenfalls Klang und Preis korrelieren. Den Versuch mit einer Beipackstrippe habe ich mir allerdings erspart. Ich verbinde den iMac also per Forrest mit dem Firewire-Eingang des Mytek. Schon so kann man ein tonal sehr stimmiges Klangbild genießen, dem jeglicher Anflug von Rauhigkeit und Nervosität fehlt. Auch die Dynamik der Wiedergabe ist völlig in Ordnung. Ein wenig mehr geht in dieser Diziplin, sobald Rechner und Wandler über das Cinnamon verbunden sind. Viel wichtiger für mich ist aber der leichte Zugewinn bei der Raumabbildung. In puncto Tiefbass hatte allerdings das Forrest einen Tick mehr zu bieten. Über alles betrachtet ziehe ich das Cinnamon dennoch vor. Jede Menge Druck im Bass, eine deutlich größere imaginäre Bühne, eine plastischere Abbildung und minimal spannendere rhythmische Akzente hat dann das Carbon zu bieten. Einem Weiss DAC2, einem Minerva oder dem Mytek sollte man also mindestens ein Carbon spendieren. Hier ist das Preis/Genuss-Verhältnis in jedem Falle ausgesprochen günstig.

Völlig unstrittig ist es, dass man von Allem noch ein wenig bis ein gutes Stück mehr bekommt, wenn man statt des Carbon das Diamond verwendet: Der Raum öffnet sich nun noch einmal ganz beträchtlich in der Tiefe, erscheint aber auch ein wenig breiter. Das Bassfundament wirkt eine Spur solider, die Höhen offener und feiner gezeichnet. Trefflich streiten lässt es sich allerdings darüber, ob ein Kabel, das in der Fünf-Meter-Version teurer ist als beispielsweise der Mytek, eine sinnvolle Investition sein kann. Wer sich noch immer  darüber ärgert, dass das Versprechen der Industrie, bei der Digitaltechnik mit ihren Nullen und Einsen käme es auf solch audiophile Kinkerlitzchen wie Kabelqualität nicht mehr an, ohrenscheinlich nicht ganz der Wahrheit entspricht, möge zum Carbon greifen – ansonsten verschenkt er allzu viel der Klangqualität der heutzutage im besten Wortsinne überaus preiswerten Wandler. Wer einen dieser DACs in einer Kette betreibt, in der vor Jahren eher ein Wadia oder dCS angemessen erschien, sollte nicht zögern, mithilfe des Diamond auch noch das letzte Bisschen aus seinem Wandler herauszukitzeln.

Das Carbon besitzt meines Erachtens das beste Preis/Klang-Verhältnis und ist zumindest in moderaten Längen noch erschwinglich
Das Carbon besitzt meines Erachtens das beste Preis/Klang-Verhältnis und ist zumindest in moderaten Längen noch erschwinglich

Auch wenn die beiden letzten Sätze durchaus als Fazit durchgehen könnten, sind wir noch nicht am Ende. Es geht aber nicht um den Vergleich zwischen Firewire und USB. Den habe ich nämlich schon gemacht – mit je einem Diamond Firewire und USB beim Test des Mytek. Einer der Gründe, mich mit den Firewire Kabeln zu beschäftigen, obwohl ich mit einem USB Coffee oder Diamond rundum  zufrieden Musik vom Computer genieße, war eine Bemerkung von Joe Harley, dem Vizepräsidenten von Audioquest und Aufnahmeingenieur, der unter anderem für Groove Note, Enja, ECM und natürlich das Audioquest Label tätig war. Ich hatte ihm von meinen Erfahrungen bei Brennen von CDs mit dem Plextor und verschiedenen USB-Kabeln berichtet, als er meinte, es sei besser, in diesem Falle ein Firewire Kabel zu verwenden. So würde die Qualität der Musikwiedergabe über USB nicht beeinträchtigt. Da man ja, wenn es um höchsten Musikgenuss geht, auf das Brennen von CDs zur selben Zeit verzichten kann, halte ich diesen Anwendungsfall für weniger spannend. Was aber, wenn man keinen Audioplayer mit Cache benutzt und der Computer während der Wiedergabe auf eine externe Festplatte zugreift? Bringt es in diesem Falle einen Vorteil, den DAC per USB und die Festplatte per Firewire zu verbinden respektive umgekehrt statt DAC und Platte beide über ein und dieselbe Schnittschnelle?


Da der iMac leider nur über einen Firewire-Anschluss verfügt und ein HUB gewiss auch wieder negative Auswirkungen hätte, verbinde ich den Mitek über ein Coffee USB mit dem iMac, und diesen mal mit einem Diamond USB, mal mit einem Diamond Firewire mit einer Iomega Platte. Bei Amarra bleibt der Cache diesmal aus. Ich höre den 24-Bit-96-Kilohertz-Download des ersten Teils des Köln Concerts von der externen Festplatte. Und da bleiben erstmal keine Wünsche offen. Nach dem Umstecken auf Firewire umgibt den Flügel aber plötzlich mehr Luft, die Saiten singen einen Hauch intensiver: Ein paar flirrende Obertöne sind plötzlich deutlicher zu vernehmen, und auch die einzelnen Anschläge werden feindynamisch besser differenziert. Es macht also durchaus Sinn, die Schnittstelle, die mit dem Wandler verbunden ist, möglichst von allen anderen Verbindungen frei zu halten und etwa für weitere Festplatten auf eine andere Schnittstelle auszuweichen. Schon deshalb ist es erfreulich, dass Audioquest einem nun die Wahl zwischen Firewire und USB lässt.

Um das aufwändige Diamond kommt man einfach nicht herum, wenn man dem Wandler Spitzenleistungen entlocken will. Es ist selbst bei so preisgünstigen DAC wie dem Mytek das Mittel der Wahl
Um das aufwändige Diamond kommt man einfach nicht herum, wenn man dem Wandler Spitzenleistungen entlocken will. Es ist selbst bei so preisgünstigen DAC wie dem Mytek das Mittel der Wahl

 

STATEMENT

Leider bestätigt es sich immer wieder: Bei der Wiedergabe digital gespeicherter Musik kommt es auf technische Details mindesten ebenso an wie in der analogen Welt: Je mehr man in Audioquests vorzügliche Firewire-Kabel investiert, mit um so mehr Musikgenuss wird man belohnt. Und das gilt nicht nur für die Verbindung zwischen Rechner und Wandler. Auch bei externen Festplatten lassen sich Unterschiede festmachen. Mindestens ebenso wichtig wie die Kabelqualität ist hier aber auch die Wahl der verwendeten Schnittstelle: Die zum Wandler sollte möglichst nicht mit anderen externen Geräten geteilt werden.
GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
D/A-Wandler Mytek Digital Stereo 192-DSD-DAC, Prototyp
CD-Laufwerk Wadia WT3200
CD-Writer PlexWriter Premium1
Audioplayer Amarra 2.3
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitor, Acapella Violon MK IV
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, Audioquest USB Coffee und Diamond, Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
Audioquest Firewire Forrest, Cinnamon, Carbon und Diamond
Preise für 0,75 m Forrest 29 Euro
Cinnamon 59 Euro
Carbon 119 Euro
Diamond 549 Euro
Lieferbare Längen 0,75, 1,5, 3 und 5 Meter
Besonderheit Dielectric Bias System bei Diamond

 

VERTRIEB
AudioQuest BV
Anschrift Hoge Bergen 10
4704RH Roosendaal
Niederlande
Telefon Telefon 0800 181 5284 (kostenlos)
Internet www.audioquest.nl
E-Mail rdrees@audioquest.nl

Weitere Informationen

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Dienstag, 03 April 2012 02:00

Twentieth Statement From Birdland: Club Boogaloo

geschrieben von
Für meinen Weg vom Rock- zum Jazz-Hörer war wohl kein anderes Instrument so wichtig wie die Hammond-Orgel – oder in Kurzfassung: von John Lord zu Jimmy Smith. Dennoch ergab es sich nie, eine dieser tollen Klangmaschinen selbst aufzunehmen. Nun hat es doch geklappt und zwar mit einer ganz heißen Orgel-Combo: dem Club Boogaloo.


Der Club besteht in diesem Falle aus nur vier Mitgliedern: Andi Kissenbeck an der Hammond, dem Saxophonisten Peter Weniger, dem Sänger und Gitarristen Torsten Goods sowie dem Drummer Tobias Backhaus. Dass dennoch die entsprechende Atmosphäre aufkam, lag am Auftrittsort, dem Neuburger Jazz Club. Der Club im Club war wirklich ein Erlebnis – eines, das auch bei Tobias Böcker, der unter anderem Konzerte für die Neuburger Rundschau rezensiert, einen tiefen Eindruck hinterlassen hat, wie Sie gleich lesen werden. Die optischen Impressionen stammen wie so oft von Christian Wurm.

Andi Kissenbeck entlockte seiner transportablen Hammond – wenn man sie bei diesem Gewicht überhaupt so bezeichnen darf – die charakteristischen Sounds vieler Orgel-Heroen, faszinierte aber auch mit einer Reihe sehr eigenständiger Registrierungen
Andi Kissenbeck entlockte seiner transportablen Hammond – wenn man sie bei diesem Gewicht überhaupt so bezeichnen darf – die charakteristischen Sounds vieler Orgel-Heroen, faszinierte aber auch mit einer Reihe sehr eigenständiger Registrierungen

 

 

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Jazz aus der Garküche – Andi Kissenbecks Club Boogaloo


Im Hintergrund brutzeln die Becken, tanzt heiß siedendes Öl, platzt ab und an eine Blase auf der Pfanne. Scharfe Gewürze sind angesagt, knallhart angebraten, Geschmacksspitzen, welche die Sinne weniger umschmeicheln als in hellwache Aufregung versetzen. Soulfood aus der besten Garküche am Platz!

Mit Andi Kissenbecks Club Boogaloo feierte die klassische Ära des Souljazz der 50er eine quicklebendige Küchenschlacht am heißen Herd. Jimmy Smith kam zu Ehren wie Brother Jack McDuff, Joey de Francesco und etliche Originals aus der Feder des Leaders. Das Birdland erlebte ein bis ins letzte sich verausgabendes Quartett musikalischer Sterneköche.

Peter Weniger am Saxophon, saft- und kraftvoll, bissig und schmissig, schier überkochend, im rechten Moment auch dem zarten Sahneklecks nicht abgeneigt, Torsten Goods an der Gitarre mit chillischarf gepfefferten Singlenote-Kaskaden bildeten mit dem feurig fetzigen Hammond-Cooker Andi Kissenbeck und dem stets einheizenden Drummer Tobias Backhaus ein eingeschworenes Team.

„If you like it or not“: Die Vier gaben hungrigen Seelen, wonach diese lechzten, heißen, scharfen, bissfesten Jazz. Dabei sorgte immer wieder der flammenzüngelnde Orgelsound mit köchelndem Leslie für Volumen und saftige Konsistenz, in der sich die Gewürze den akustischen Geschmacksknospen nur so entgegen warfen, blumig, bluesig, witzig, spritzig, funky, auch mal „quick & dirty“, ganz wie es sich gehört, ohne aseptische Hochglanzpolitur. Spürbares Leben, leidenschaftliches Spiel, funkenstiebende Lust, „on and on“, so heiß gegessen, wie's gekocht wird!

Dr. Tobias Böcker


Peter Weniger begeisterte das Publikum mit treibenden Soli ebenso wie bei stimmungsvollen Balladen
Peter Weniger begeisterte das Publikum mit treibenden Soli ebenso wie bei stimmungsvollen Balladen

Mein Neumann SM 69 Stereomikrofon wartet bei bei Mikrofonguru Andreas Grosser in Berlin noch auf seine Inspektion, und auch das AKG 422 sollte noch einmal auf Kanalgleichheit geprüft werden, bevor es wieder im Birdland zum Einsatz kommt. Seit dem Mitschnitt des Konzertes des Olaf Polziehn Trios mit Jesse Davis mit der Jecklinscheibe vermisse ich die beiden Einpunkt-Stereo-Mikros aber gar nicht mehr. Aus der vermeintlichen Notlösung wurde plötzlich die Mikrofonierung der Wahl. Inzwischen habe ich noch ein besonderes Gelenk für die Mikrofonhalterung von Röschlau und Lorenzi besorgt, so dass ich diesmal die beiden Neumann-Gefell Kleinmembranmikros mit Kugelcharakteristik noch besser auf die Band ausrichten konnte. Für Experimente mit Stützmikros am Leslie blieb während des kurzen Soundchecks leider keine Zeit. Und deshalb handelt es sich bei diesem Download um eine ebenso schlichte wie authentische Zweimikrofonaufnahme. Und diese Beschränkung auf das Wesentliche kommt dem Live-Feeling meines Erachtens nach wirklich zugute. Fühlen Sie sich einfach in die Club-Atmospähre hineinversetzt.

Trotz seines Erfolgs als Gitarrist und Sänger mit eigenen Projekten gab sich Torsten Goods im Club Boogaloo ausgesprochen gruppendienlich: Die Band agierte als verschworene Gemeinschaft
Trotz seines Erfolgs als Gitarrist und Sänger mit eigenen Projekten gab sich Torsten Goods im Club Boogaloo ausgesprochen gruppendienlich: Die Band agierte als verschworene Gemeinschaft

 

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Club Boogaloo
The Yellow Theme
16 bit / 44,1 kHz
ca. 156,4 mb (wav)
b_850_0_16777215_10_images_content_downloads_12-04-03_boogaloo_downloadbutton_24-192.png
Club Boogaloo
The Yellow Theme
24 bit / 192 kHz
ca. 1,02 gb (wav)


PS: Wer es noch eine Spur heißer mag als in unserem fast 15-minütigen Download, sollte einmal in die CD reinhören, derer Cover wir als Download-Button verwendeten: Hier sind noch ein paar mehr Bläser mit von der Partie.

PPS: Immer mal wieder erreichen uns Anfragen, ob man die Musik-Dateien denn nun auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen. Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen.
Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft´s.

Die bemerkenswerte Akustik des Birdlands macht es zwar möglich, dass die meisten Musiker unverstärkt spielen können, stellt an Schlagzeuger aber hohe Anforderungen. Tobias Backhaus gelang es vorzüglich, die Band anzutreiben, ohne sie mit seinem energiegeladenen Spiel in den Hintergrund zu drängen
Die bemerkenswerte Akustik des Birdlands macht es zwar möglich, dass die meisten Musiker unverstärkt spielen können, stellt an Schlagzeuger aber hohe Anforderungen. Tobias Backhaus gelang es vorzüglich, die Band anzutreiben, ohne sie mit seinem energiegeladenen Spiel in den Hintergrund zu drängen

 

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Samstag, 31 März 2012 02:00

Transrotor Phono 8-MC

geschrieben von
Über viele Jahrzehnte hat Jochen Räke aus Bergisch-Gladbach uns Musikfreunde mit seinen Laufwerkskreationen optisch und akustisch verwöhnt. Jetzt bringt sein Sohn und Nachfolger Dirk mit dem Phono 8-MC die passende Ergänzung dazu.
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Zwei kleine Endstufen hat man da vor sich, möchte man denken, nachdem man den zweiteiligen Phono-Entzerrer aus seinen Kartons gehoben hat, einen für den eigentlichen Entzerrer-Vorverstärker und einen für das Netzteil. Die Verpackung ist auffällig: Die von Hand ausgeschnittenen Styropor-Einlagen zeugen von handwerklicher Einzelanfertigung und erinnern mich an meine Jahre bei der ehemaligen Detmolder Edelschmiede Audiolabor, wo wir unsere „fein“, „klar“ und „stark“ ebenso liebevoll verpackten.

Netzstrom rein – Wunschstrom raus. Hier wird die Energie für den separaten MC-Vorverstärker aufbereitet
Netzstrom rein – Wunschstrom raus. Hier wird die Energie für den separaten MC-Vorverstärker aufbereitet

Stellt man nun beide Teile nebeneinander, sehen sie beinahe gleich aus. Die glänzenden Chromfronten offenbaren ihre Herkunft durch die Gravur JR Transrotor.  Unter dieser ist eine kleine LED zur Anzeige des Betriebszustandes eingelassen. Eines der beiden Geräte hat einen verchromten Ein-Aus-Schalter. Nichtmagnetische Aluminium U-Profile mit reichlich Kühlungs-Oberfläche, sehr sauber verarbeitet, bilden die Gehäuse. Rückseitig geben sich die beiden Zwillinge dann klar zu erkennen: Das frontal schaltbare Kästchen ist das Netzteil mit nur einer Kaltgeräte-Buchse und dem sechspoligen Anschluss für das beiliegende Kabel für die Versorgung des eigentlichen Entzerrer-Vorverstärkers. Der hält nun eine Überraschung parat: Zwar finden wir neben Buchse für das Netzteil-Kabel und dem Masseanschluss erwartungsgemäß ein Paar Cinch-Ausgänge, jedoch sind die Eingänge als symmetrische dreipolige XLR-Buchsen mit vergoldeten Kontakten ausgeführt. Und das macht Sinn: Tonabnehmersysteme sind sowohl als Moving Magnet als auch als Moving Coil grundsätzlich symmetrisch. An jedem Plattenspieler befindet sich deshalb eine separate Masseleitung zum Anschluss an den Verstärker – zumindest seitdem keine DIN-Stecker mehr verwendet werden.

Symmetrischer XLR-Eingang,· Ausgang asymmetrisch über Cinch, mittig oben die 6-polige Buchse zur Stromversorgung, darunter der Masse-Anschluss
Symmetrischer XLR-Eingang,· Ausgang asymmetrisch über Cinch, mittig oben die 6-polige Buchse zur Stromversorgung, darunter der Masse-Anschluss

Der symmetrische Eingang erlaubt es, die extrem niedrig-pegeligen Signale eines MC-Tonabnehmers sehr störungsarm aufzubereiten. Sie sind von der Größe mit Mikrofonspannungen vergleichbar, die in der professionellen Studiotechnik stets symmetrisch verarbeitet werden. Deshalb enthält der 8-MC auch Bauteile, die üblicherweise in der Studiotechnik zuhause sind. Nun ist der Phonoentzerrer nicht durchgängig vollsymmetrisch aufgebaut. Bei der weiteren Aufbereitung wird das symmetrische Signal zusammengeführt und asymmetrisch weiter verstärkt und letztlich über Cinch ausgegeben. Auch sind alle Einstell-Optionen bewusst auf der doppelseitig kupferkaschierten Leiterplatte zu finden und nicht, wie es vielleicht praktischer erscheint, auf von außen bedienbare Schalter gelegt. Aus klanglichen Gründen haben hier ganz eindeutig der klare und geradlinige Schaltungsaufbau und die saubere Signalführung Vorrang vor der Bequemlichkeit. Und das finde ich gut so.

Das Konzept des Transrotor Phono 8-MC überzeugt aber nicht nur in Teilbereichen, sondern auch insgesamt. So wurde der Entzerrer in puncto Empfindlichkeit und Schaltungsaufbau konsequent für Moving Coil Tonabnehmern optimiert. In den Regionen, in denen sich der  Phono 8-MC tummelt, stellen Systeme mit bewegter Spule sowieso die überwältigende Mehrheit. Besitzer von MM-Systemen müssen da leider nach anderen Spielpartnern Ausschau halten.


Auch den technischen Aufbau des Phono 8-MC kann man nach einem Blick auf die Details nur loben: Hier wurde nur Bestes verwendet, wie zum Beispiel Kondensatoren aus dem Hause Mundorf und anderes Edelmaterial. Ein Mute-Relais garantiert ein geräuscharmes Ein- und Ausschalten, und das „Quasi Akkunetzteil“, wie Transrotor sein Stromversorgung nennt, mit einem vergossenen Ringkern-Transformator, ultraschnellen Gleichrichterdioden und einer Elko-Bank mit 54400 Mikrofarad liefert der Audioschaltung saubere Energie im Überfluss.

Klarer Aufbau mit gekapseltem Ringkern-Trafo und der stattlichen Kondensatoren-Batterie
Klarer Aufbau mit gekapseltem Ringkern-Trafo und der stattlichen Kondensatoren-Batterie

MC-Tonabnehmer entfalten ihr musikalisches Können bekanntlich erst bei richtiger Anpassung in Sachen Empfindlichkeit und Abschluss-Widerstand. Diesem Aspekt hat Transrotor selbstverständlich Rechnung getragen: Die Eingangsimpedanz lässt sich in 16 Stufen wunderbar fein abgestuft von 60 Ohm bis 4,7 Kiloohm anpassen. Die Empfindlichkeit kann ebenfalls in 16 Schritten zwischen 0,07 mV und 2,0 mV gewählt werden. Über das Entfernen von Jumpern lässt sich zusätzlich ein Subsonicfilter aktivieren, was ich aber im Test nicht getan habe. Die Geräte konnten also ungefiltert ihr Können zeigen. Wie schon erwähnt, sind alle Anpassungsmöglichkeiten  kanalgetrennt im Gerät über Dip-Schalter einstellbar. Da hat Transrotor wohl den Musikfreund im Blick, dem es völlig ausreicht ist, wenn die Anlage einmal optimal eingestellt wird und dann tut, was sie soll: Musik machen.

Rechts die Anleitung für die unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten, links im Schaltungsaufbau die Dip-Schalter für Empfindlichkeit und Abschlusswiderstand. Die Subsonic-Jumper sitzen links von den dicken MKP-Kondensatoren.
Rechts die Anleitung für die unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten, links im Schaltungsaufbau die Dip-Schalter für Empfindlichkeit und Abschlusswiderstand. Die Subsonic-Jumper sitzen links von den dicken MKP-Kondensatoren.

Der Phono 8-MC bekam seinen Spiel-Platz auf gespiketen Granitplatten und wurde mit einem MudrAkustik Netzkabel an den Strom angeschlossen. Die Kühlrippen der Gehäuse sind sicher äußerst großzügig dimensioniert: Beide Einheiten wurden nicht wirklich warm, auch nicht nach den fünf Stunden der ersten Hör-Session. Als Spielpartner braucht so ein Testkandidat naturgemäß eine adäquate Umgebung und bekam sie in Form eines Brinkmann Balance-Laufwerks, bestückt mit Breuer Tonarm und einem van den Hul Colibri XGP mit Goldspulen. Diese Kombination sollte mit unserem Probanden sicherlich sicherlich auf Augenhöhe musizieren. Die Pegelanpassung wurde auf 0,33mV eingestellt, die Abschlussimpedanz auf ein Kiloohm. Selbst bei sehr weit geöffnetem Lautstärke-Regler war kaum Rauschen zu hören, Brummen schon gar nicht. Wann gibt es das schon bei Phono?

Zum entspannten Einhören wurde das Paul Kuhn Trio Live At Birdland von Hifistatement aufgelegt, beginnend mit „One Morning In May‟, das Vogel-Trillern passend zum Colibri-System. Schon nach einer halben LP-Seite war klar: Der Transrotor Phono 8-MC ist richtig gut, und diese Einschätzung sollte sich auch nicht mehr ändern, sondern weiterhin bestätigen und zu unerwarteten Wahrnehmungen vermeintlich bekannter Schallplatten führen. „Dass da noch so viel möglich ist!“, darf ich meinen Freund Thomas B. zitieren, der als Besitzer einer sehr hochwertigen und musikalischen Anlage weiß, wovon er spricht, und mit dem ich den ersten Teil des Hörtest gemeinsam machte.

Schon mit dem Paul Kuhn Trio offenbarte der 8-MC herrlich glanzvolle Schlagzeugbecken, farbig und feindynamisch ohne auch nur den geringsten Anflug von Härte. Alle drei Instrumente und Paul Kuhns Stimme hatten ihren Raum, ordentlich und stimmig zueinander geordnet. Keine künstliche Räumlichkeit, sondern überzeugend differenziert. Farbenfroh dargeboten wurde auch Midnight Sugar vom Tsuyoshi Yamamoto Trio. Das machte wirklich Spaß. Vor allem kam alles total locker und völlig entspannt beim Hörer an. Tin Can Alley von Jack DeJohnette´s Special Edition, ECM 1189, ging dann wirklich zur Sache. Die beiden Saxophone, vor allem das Bariton-Sax rechts von John Purcell rotzte uns seine Töne richtig entgegen. Niemals überbetont oder holprig in den Basslagen. Vergnügen pur.


Das minimalistischen Pop Arrangement von Dillon in This Silence Kills hatte Transparenz, Farbe und vor allem Griffigkeit und Standfestigkeit. Das war ohnehin bei allen Platten deutlich: Die Instrumente oder Stimmen hatten stabile Plätze und schwankten nicht, auch nicht in Abhängigkeit von ihrer Tonlage in der Höhe. Das ist wirklich bemerkenswert und lässt auf ein extrem sauberes Phasenverhalten des Phono 8-MC schließen.

Pink Floyd Shine On You Crazy Diamond in der Pressung von 1975 war berauschend, plakativ, farbenprächtig, fein gezeichnet, überwältigend, affeng… . Von diesem Erlebnis mussten wir uns wirklich „erholen“,  bevor wir uns dann nach einer verdienten Kaffeepause der E-musik widmeten.

Auf dem Glas-Teller des Balance lag Manuel De Fallas Dreispitz, DG von 1977, mit der Mezzosopranistin Teresa Berganza, gespielt vom Boston Symphony Orchestra unter Seiji Ozawa: eine Aufnahme, in der Alles drin steckt, wie man so sagt. Es klingt, wie ich es mir wünsche: Gut durchgezeichnet, die Pauken sauber und platziert, die Stimme ehrlich körperhaft, die Streicher mit realistischem Schmelz, dynamisch, differenziert. Bravo!

In einer weiteren Hörsitzung – diesmal allein – habe ich wissen wollen, was der Phono 8-MC macht, wenn man ihn mit einem einfacheren Frontend speist. So habe ich meinen Kenwood KD-990 mit Benz Glider L2 davor gespannt, die Empfindlichkeit der Phonostufe blieb unverändert, die Eingangsimpedanz wurde jedoch auf 4,7 Kiloohm erhöht. Natürlich hörte ich dieselben Aufnahmen: Auch hier das gleiche sehr positive Bild, aber weit weniger ausgeprägt. Eigentlich keine Überraschung, denn was man dem Phono MC-8 nicht gibt, kann er auch nicht umsetzen. Er ist halt kein Zauberkasten, sondern – viel besser – brilliert in allen Disziplinen wie Grob- und Feindynamik, Klangfarbe, Transparenz und Ortbarkeit, spielt dabei aber ungeheuer musikalisch mit bisher so nicht gehörter Echtheit. Da sind 2400 Euro wirklich eher günstig. Zudem bekommt man eine ansprechende Optik und eine exzellente Verarbeitung.

Dieses Pärchen ist ein absolut gelungenes Kunstwerk
Dieses Pärchen ist ein absolut gelungenes Kunstwerk

 

 

STATEMENT

Zitat Thomas B.: „Ein deutlicher Schritt für Analog auf dem Weg weg von der CD.“ So ist es. Der Räke Transrotor Phono 8-MC ist ein Meisterstück in Verarbeitung, Optik und vor Allem in seinen musikalischen Fähigkeiten. Probieren Sie ihn aus – eine Investition, die mit viel Freude verzinst wird.
GEHÖRT MIT
Plattenspieler Brinkmann Balance mit Breuer Tonarm und v.d.Hul Kolibri GXP, Kenwood KD-990 mit Benz Glider L2
Vorverstärker T+A  P-10
Equalizer für Bass LA-Audio EQ 231G
Endstufen Primare A-32 (2 x) für Bass, Spectral DMA 100 S mit Enacom für Mittelhochton
Lautsprecher Triangle Magellan Grand Concerto sw2 (Bi-Amping)
Kabel Inakustik Black&White NF-1302, Mogami 2549, QED Genesis Silver Spiral mit Enacom LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra Netzkabel

 

HERSTELLERANGABEN
Transrotor Phono 8-MC
Verstärkung MC einstellbar 0,1 mV bis 2mV
Frequenzgang (RIAA) 20Hz bis 20KHz, +/-0,1dB
Eingangswiderstand MC 60 Ohm bis 4,7 kOhm einstellbar
Stromaufnahme < 9VA
Gehäuse 6 mm Aluminium
Frontblende 12 mm Aluminium
Eingang 1 x XLR
Ausgang 1 x Cinch
Abmessungen (B/H/T) je 176/757/300 mm
Preis 2400 Euro

 

VERTRIEB
Räke HiFi Vertrieb GmbH
Anschrift Irlenfelder Weg 43
51467 Bergisch Gladbach
Telefon 02202 31046
Internet www.transrotor.de

Weitere Informationen

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