Samstag, 18 August 2012 02:00

Polklemme WBT-0703

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Mit dem Test der AHP-Sicherungen scheint bei mir ein Damm gebrochen: Plötzlich entwickle ich ein zuvor nie gekanntes Interesse an erschwinglichen Tuning-Maßnahmen. Diesmal sind es die Polklemmen aus WBTs nextgen-Serie, die große klangliche Vorteile für eine wahrlich überschaubare Investition versprechen.
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Hier geht es vorrangig um diese Polklemmen. Der Körperschalldämpfer, auf dem sie, wie im Aufmacher auf der Startseite zu sehen ist, montiert werden können, kam nur teilweise zum Einsatz
Hier geht es vorrangig um diese Polklemmen. Der Körperschalldämpfer, auf dem sie, wie im Aufmacher auf der Startseite zu sehen ist, montiert werden können, kam nur teilweise zum Einsatz

Dass ich lange Jahre die meisten Zubehörprodukte links liegen ließ, hatte zumindest zwei Gründe: Zum einen bedurften die meisten Boliden, mit denen ich mich beschäftigte, der zusätzlichen Helferlein zumindest auf den ersten Blick nicht. Heutzutage, wo Ausnahmegeräte wie der Mytek-Wandler schon mal günstiger sein können als die High-End-Kabel, mit denen sie angeschlossen werden, und dennoch etablierten Platzhirschen der vergangenen Jahre klanglich verboten nahe kommen, lohnt es sich wieder, an den Stellen, an denen hier offensichtlich gespart wurde, mit ausgewähltem Zubehör nachzubessern. Und wenn man dann einmal erfahren hat, für welch geringen Einsatz man doch recht beträchtliche Verbesserungen erzielen kann, probiert man diese vermeintlichen Tricks auch beim Rest der Kette – mit zum Teil umwerfenden Erfolg wie bei den Sicherungen von AHP. Zum anderen erscheint es mir für die Beurteilung von Testgeräten nicht fair, sie mit den eigenen Komponenten zu vergleichen, die zuvor mit einigem zusätzlichem Einsatz zu Höchstleistungen getrieben worden sind. Und vor jeder Beschäftigung mit einer neuen Komponente, beispielsweise erst einmal die passende hochwertige Sicherung zu bestellen und einzusetzen, bedeutet einen beträchtlichen Mehraufwand. Aber um den werde ich ab sofort wohl nicht mehr herumkommen …

Die Steckverbindung zwischen Kabel und Buchse schließt Beschädigungen letzterer durch thermische Belastungen beim Verlöten dicker Kabel aus
Die Steckverbindung zwischen Kabel und Buchse schließt Beschädigungen letzterer durch thermische Belastungen beim Verlöten dicker Kabel aus

Mit Sicherheit ausschließen kann ich aber, dass ich jede in meinem Hörraum neu eintreffende Box mit nextgen-Polklemmen ausstatten werde, selbst wenn sich die WBT-0703 bewähren und ihren vorerst temporären Platz in meiner LumenWhite behaupten sollten. Über die Grundidee hinter den Steckern und Buchsen der nextgen-Serie braucht man in gewöhnlich gut informierten Hifi-Kreisen ja nicht mehr allzu viele Worte zu verlieren: Der Metallanteil der Konstruktion wurde stark reduziert, so dass Massespeicher-Effekte und Wirbelströme sicher ausgeschlossen werden können. Da dem leitenden Metall nun keine tragende mechanische Funktion mehr zukommt, kann man auf Legierungen mit der zuvor nötigen Festigkeit verzichten und das nun verwendete Kupfer oder Silber allein in puncto Leitfähigkeit optimieren. Dabei orientiert sich der Querschnitt grob an dem eines durchschnittlichen Lautsprecherkabels. Darüber hinaus soll die Polklemme eine „neuartige elektrische und mechanische Vibrationskontrolle‟ bieten und ein Druckindikator die erreichte Kontaktqualität signalisieren. Nähere Erläuterungen dazu sind aber bisher leider weder in der Produktinformation noch auf der WBT-Homepage zu finden, aber die ersten Polklemme wurden ja gerade erst ausgeliefert. Wie ich Firmenchef Wolfgang B. Thörner kenne, werden die entsprechenden Erläuterungen nicht lange auf sich warten lassen.


Die größtmögliche Unterdrückung von Vibration hält WBT für so wichtig, da selbst augenscheinlich ebene Kontaktflächen bei entsprechender Vergrößerung eher Kraterlandschaften ähneln und sich selbst bei mit dem Auge nicht mehr wahrnehmbaren Relativbewegungen zwischen Buchse und Stecker die Kontaktflächen permanent verändern, was die Signalqualität nicht unerheblich beeinflusst. Aus diesem Grund hat Wolfgang B. Thörner auch einen sogenannten Körperschalldämpfer entwickelt, auf dem die neuen Polklemmen idealerweise montiert werden. Auch wenn mir die Verwendung des Dämpfers ausgesprochen sinnvoll erscheint, habe ich für einen ersten Test der Polklemmen auf seinen Einsatz verzichtet, da für einen Einbau in die LumenWhite Holzarbeiten in größerem Umfang nötig gewesen wären.

Die gestreiften Ringe sind die Druckindikatoren, die anzeigen, wenn ein sicherer Kontakt zwischen Spades und Buchse hergestellt ist
Die gestreiften Ringe sind die Druckindikatoren, die anzeigen, wenn ein sicherer Kontakt zwischen Spades und Buchse hergestellt ist

Da selbst der Austausch der Polklemmen gegen die serienmäßigen WBT-0702.12 mit Direkt-Platinierung eine längere Zeit in Anspruch nehmen würde, sich ein mehrmaliger A/B-Vergleich in diesem Fall ausschließt und das akustische Erinnerungsvermögen zeitlich beschränkt ist, bat ich Helmut Baumgartner, beim Test mit dabei zu sein. Dass der Kollege dann den Umbau quasi im Alleingang übernahm, war nicht geplant, aber ausgesprochen angenehm. Dabei gelang es ihm, zumindest eine der beiden Platten des Körperschalldämpfers zum Einsatz zu bringen. Erst nachdem wir vor dem Umbau einige beliebte Test-Stücke gehört hatten, fiel uns auf und mir wieder ein, dass auch die serienmäßigen WBT-Polklemmen der LumenWhite schon ein wenig Tunig erfahren hatten: In den Öffnungen für die Bananas steckten Stifte aus genau dem Material, das Audio Exklusiv in seinen Silentplug Bananas verwendet: Andreas Schönberg hatte die vier Stäbchen vor einiger Zeit mitgebracht, um zu demonstrieren, woran er gerade arbeitete. Aber schon im damaligen Zustand brachte die mechanische Beruhigung der Klemmen mit dem magischen weißen Material so viel, dass ich ihn überredete, es an Ort und Stelle zu lassen, bis die Silentplugs für Lautsprecher fertig sind.

Die gerade montierten nextgen-Polklemmen hatten es also nicht gerade einfach, traten sie doch gegen die bisherigen Topmodelle aus eigenem Hause an, die dazu auch noch mit Audio Exklusiv-Resonanzkillern modifiziert worden waren. Und dennoch war das Ergebnis so eindeutig, dass es nun wirklich nicht der Unterstützung durch einen erfahrenen Ohrenzeugen bedurft hätte: Bei Patrice Herals Improvisation auf Michel Godards Le Concert Des Parfums, Carpe Diem CD-16277, ließen die WBT-0703 und das ein oder andere Bauteil des WBT-Körperschalldämpfers der Raum noch ein wenig größer und die Instrumente ein Stückchen plastischer wirken. Trotz der langen Umbauphase von weit mehr als einer Stunde waren wir uns gewiss, dass die Wiedergabe nun noch eine Spur farbkräftiger und auch merklich schneller gelang. Dabei schlug sie aber nie ins Aggressive um: Obwohl nun mehr Energie im Spiel zu sein schien, hörten wir entspannter und stressfreier. Der Zugewinn an Energie war besonders im Oberbass erfreulich, da sich die Lumen hier eher ein wenig zurückhaltend gibt. Die nextgen-WBTs verhalfen ihr in diesem Frequenzspektrum zu mehr Volumen bei noch besserer Definition. Einfach umwerfend!

Nach der völlig überzeugenden Vorstellung der nextgen-Polklemmen werde ich die Anschlussflächen der LumenWhite so bearbeiten lassen, dass auch die WBT-Körperschalldämpfer korrekt montiert werden können
Nach der völlig überzeugenden Vorstellung der nextgen-Polklemmen werde ich die Anschlussflächen der LumenWhite so bearbeiten lassen, dass auch die WBT-Körperschalldämpfer korrekt montiert werden können

 

Bei Keith Jarretts Klassiker, dem Köln Concert, sorgten die WBT-0703 dann dafür, dass die Anschläge differenzierter zu vernehmen waren. Es gab eine stärker ausgeprägte Feindynamik, und trotz aller Zusatzinformationen klang der Flügel nie zu spitz oder unangenehm, sondern sogar ein wenig harmonischer als bei den alten Klemmen. Selbst die Verstimmung des Instruments beeinträchtigte den Genuss nun weniger stark. Das wichtigste Plus von allen war aber eine plötzlich rhythmisch stärker akzentuierte Spielweise Jarretts: Das Timing war einfach spannender.

STATEMENT

Wenn man das Optimum aus seinem Lautsprecher herausholen möchte, führt nach meinen bisherigen Erfahrungen kein Weg an den WBT-0703 vorbei. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man seinen Lautsprechern für weniger als 100 Euro zu mehr klanglicher Verbesserung verhelfen kann als durch die neuen WBT-Polklemmen. Ich werde mich jetzt schleunigst um den Einbau der Körperschalldämpfer kümmern und dann an dieser so sensiblen Schnittstelle auch wieder mit den Silentplugs experimentieren.
GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
Audioplayer Amarra 2.4.1, Pure Music 1.86
CD-Laufwerk Wadia WT 3200
D/A-Wandler Mytek Stereo192-DSD DAC
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, Audioquest USB Diamond, Wild Blue Yonder, Wild Wood, Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power P5, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
Polklemme WBT-703 CU
Durchmesser 19 mm
benötigte Bohrung 11,5 mm mit Nut 2,5 x 2 für Verdrehsicherheit
mögliche Wandstärken 0,9 bis 8 mm
Dauerstrom > 30 A
Spitzenstrom > 200 A
Übergangswiderstand < 0,1 mΩ
Preis 22,60 Euro pro Stück
Garantie 3 Jahre

 

HERSTELLER und VERTRIEB
WBT-Distribution GmbH
Anschrift Im Teelbruch 103
45219 Essen
Telefon + 49 2054 87 5520
E-Mail sales@wbt.de
Internet www.wbt.de

 

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Freitag, 10 August 2012 02:00

PS Audio Perfect Wave DAC Mk II

geschrieben von
Vor beinahe zwei Jahren schienen mir PS Audios Perfect Wave DAC und Transport als nahezu konkurrenzlos, vorausgesetzt man bestand nicht auf der Wiedergabe von Dateien mit 192 Kilohertz per USB. Inzwischen ist der DAC Mk II auf dem Markt und kann natürlich auch Musik-Files dieses Formats wiedergeben. Vorrangig ging es bei der Überarbeitung aber um eine nochmalige Steigerung der klanglichen Fähigkeiten.
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Die Option „NativeX‟ bietet nur der PWD Mk II: Dabei werden alle Musik-Files mit der ihnen eigenen Sampling Rate weiterverarbeitet, zuvor aber durch die Digital Lens perfekt neu getaktet
Die Option „NativeX‟ bietet nur der PWD Mk II: Dabei werden alle Musik-Files mit der ihnen eigenen Sampling Rate weiterverarbeitet, zuvor aber durch die Digital Lens perfekt neu getaktet

Der Beschreibung der Laufwerks/Wandler-Kombination in Hifistatement folgte ein gutes halbes Jahr später die erneute Beschäftigung mit dem DAC, der diesmal jedoch mit der Bridge für die Integration des Wandlers in ein Netzwerk ausgestattet war. Über diesen Umweg konnten schon damals Dateien mit 192 Kilohertz wiedergegeben werden. Selbst für jemanden, der noch nie einen Gedanken daran verschwendet hatte, seine Musik-Files in der ganzen Wohnung zu verteilen, war die Einrichtung eines Netzwerkes mit dem PWD ein Kinderspiel. Und ganz besonders hat mich die klangliche Qualität des in die Bridge integrierten Audio-Players beeindruckt, der bei dieser Lösung die Aufgabe übernimmt, die auf meinem iMac Amarra erledigte. So weit der Blick zurück.

Der schon seit einigen Monaten verfügbare PWD Mk II spielt nun, wie gesagt, auch ohne die Bridge Musik-Files mit 192 Kilohertz. Um dies zu realisieren, bedurfte es beim PWD mehr als lediglich eines Software-Updates: PS Audio spendierte dem DAC gleich eine komplett neue digitale Eingangsplatine, die entsprechenden Verbindungskabel sowie eine spezielle, „PS Audio Critical Link‟ genannte Sicherung. Die Platine unterscheidet sich so grundlegend von der vorherigen, dass sie den Zusatz „Mk II‟ in der Gerätebezeichnung rechtfertigt: Das beginnt schon mit einem völlig neuen Layout, das in Verbindung mit den zusätzlichen elf lokalen Spannungsversorgungen für weniger Störgeräusche, geringeren Jitter sowie weniger gegenseitige Beeinflussungen der verschiedenen Baugruppen sorgen soll. Die sehr geräuscharmen Spannungsregler versorgen zum Beispiel die sensiblen und sehr genauen Zeitgeber, so dass diese beste Arbeitsbedingungen vorfinden. Aber nicht nur die bessere Trennung von anderen Verbrauchern und stabilere Spannungen sorgen für mehr Präzision im Zeitbereich. Die Clocks, die im PWD Mk II den Takt vorgeben, arbeiten von sich aus doppelt so exakt wie die in der vorherigen Version. Das sorgfältig optimierte Platinenlayout und die zusätzlichen Spannungsregler sind auch dafür verantwortlich, dass die neue Digital-Platine zehn Dezibel weniger digitale Störungen emittiert als die des Vorgängermodells.

Der USB-Eingangspfad wurde beim DAC Mk II komplett neu konzipiert, um trotz der nicht unbedingt idealen Voraussetzungen, die ein recht störungsbehafteter Computer als Datenlieferant bietet, mit dieser Anschlussart mindestens genau so gute klangliche Ergebnisse zu erzielen wie mit CD- und DVD-Audio-Laufwerken oder Netzwerken. Selbstverständlich arbeitet der USB-Eingang im asynchronen Modus. Eine weitere Möglichkeit für klangliche Verbesserungen entdeckte PS Audio bei den sogenannten Gates, elektronischen Schaltern, die den Fluss der Datenströme auf der digitalen Signalplatine steuern: In den meisten Fällen kämen hier „digital gates‟ zum Einsatz, die nach einer „saturation logic‟ funktionierten. Das Problem dabei sei der Übergang vom gesättigten „Ein‟- zum „Aus‟-Zustand. Dieser Übergang variiere zeitlich und zwar umgebungs- und temperaturabhängig und könne so Jitter und in Folge einen schlechteren Klang verursachen. Deswegen würden auf der neuen Platine des DAC Mk II nun sehr schnelle, „analoge‟ CMOS-Schalter verwendet, die dem Signal keinerlei Störungen im Zeitbereich hinzufügten.

Die neue Platine inklusive der Verbindungskabel und einer Sicherung lässt sich problemlos nachrüsten, so dass auch Besitzer eines PWD in den Genuss der klanglich überlegenen Weiterentwicklung kommen können
Die neue Platine inklusive der Verbindungskabel und einer Sicherung lässt sich problemlos nachrüsten, so dass auch Besitzer eines PWD in den Genuss der klanglich überlegenen Weiterentwicklung kommen können

Den wohl größten klanglichen Zugewinn dürfte allerdings die nun für alle ankommenden Daten wirksame Digital Lens sein. Diese schon seit Jahren bewährte Entwicklung von PS Audio hat die Aufgabe, aus jedem noch so Jitter-behafteten Signal ein solches mit einer perfekten zeitlichen Abfolge zu machen, so dass der Wandler auf einen idealen Datenstrom zugreifen kann.

 

Bisher war lediglich die Bridge mit einer Digital Lens ausgestattet, um Daten aus einem Netzwerk wie zum Beispiel die Signale eines Internet-Radios aufzubereiten. Die PS-Audio-Entwickler sehen dennoch selbst für den Fall, dass man Daten aus dem Netzwerk lauscht, einen Vorteil durch die nun neu hinzugekommene Digital Lens auf der digitalen Signalplatine: Zwar sei die Strecke zwischen der Bridge und der Platine sehr kurz, so dass nur eine geringe Chance besteht, dass sich das Signal Jitter einfängt. Aber die Wahrscheinlichkeit liegt eben auch nicht bei Null. Kleine Verbesserungen durch die zweite Digital Lens seinen daher selbst bei Daten zu erwarten, die der PWD Mk II über die Bridge bezieht.

Alle, die den Perfect Wave DAC als Zentrum ihrer digitalen High-End-Kette nutzen und auf eine zusätzliche Vorstufe verzichten, dürften sich über die Möglichkeit einer Balance-Regelung in 1/10-Dezibel-Schritten freuen, die auch über die neue, beigepackte Fernbedienung erfolgen kann.

Für die Beschäftigung mit dem neuen DAC Mk II hat mit Jürgen Sachweh, Chef des deutschen PS Audio-Vertrieb Hifi2Die4, nur ein einzelnes Geräte geschickt – und dennoch steht ein Vergleich alt gegen neu auf dem Programm. Des Rätsels Lösung: Die „Taste‟ auf dem Touch-Screen, mit der man beim PWD zwischen den verschiedenen Upsampling-Frequenzen und dem Native Mode, in dem alle Musik-Files mit der ihnen eigenen Abtastfrequenz verarbeitet werden, umschalten konnte, bietet beim PWD MK II auch die Option „NativeX‟, die die Digital Lens aktiviert. Damit lassen sich selbstverständlich Verbesserungen der Hardware wie bessere Kabel und Sicherungen, zusätzliche Spannungsversorgungen, exaktere Clocks und ein optimiertes Platinenlayout nicht aus- und einschalten, die bestimmt auch ihren Teil zum Klang des PWD Mk II beitragen, aber eben die Schaltung, die wohl am meisten Einfluss auf die Wiedergabe nimmt.

Da der PWD Mk II nun 192-Kilohertz-Files wiedergibt, beginne ich auch mit einem solchen: Acousences Aufnahme von Mahlers 6. Symphonie mit den Duisburger Philharmonikern erklingt im Native Modus sehr kraftvoll, dynamisch auf einer recht großen und dabei vor allem breiten imaginären Bühne. Ich muss aber zugeben, dass mich das Gehörte nicht derart fasziniert, wie es beim Perfect Wave Dac mit anderen Titeln vor etwa anderthalb Jahren der Fall war. Vielleicht habe ich in der Zwischenzeit einfach zu viele ebenfalls sehr gute – und bisweilen auch noch erschwinglichere – Wandler kennengelernt. Im Native Mode spielt der PS Audio zwar noch immer ganz weit vorne mit, hat aber durchaus ernstzunehmende Konkurrenz bekommen.

Der XMOS-Chip garantiert die Akzeptanz von 192-Kilohertz-Dateien per USB
Der XMOS-Chip garantiert die Akzeptanz von 192-Kilohertz-Dateien per USB

Doch dann katapultiert der simple Druck auf einen imaginären Knopf auf dem Touch-Screen den PWD Mk II in andere Spähren: Die Bühne dehnt sich ein gutes Stück weiter in die Tiefe aus, die Instrumentengruppen werden besser differenziert, und vor allem gewinnen die Klangfarben deutlich an Strahlkraft. Die Musiker scheinen engagierter zu Werke zu gehen, die Musik fließt und offenbart plötzlich ihre Spannungselemente – schwer vorstellbar, dass hier wirklich ein und derselbe Wandler arbeitet, bei dem man nur eine einzelne Einstellung geändert hat. Die Auswirkung verschiedener Filter beispielsweise ist gegenüber dem Aktivieren der Digital Lens eine Marginalie. Da bedarf es keiner Fledermausohren, ausgesuchten Programmmaterials oder einer auf hohe Auflösung gezüchteten Kette: Die klanglichen Verbesserungen durch die Digital Lens sind einfach ohrenfällig. Da kann ich mir getrost weitere Vergleiche sparen, um dieses Ergebnis zu untermauern: Wer den PWD II auch nur für ein, zwei Minuten mit PS Audios spezieller Jitter-Unterdrückung erlebt, wird nie wieder ohne hören wollen.

STATEMENT

Für Besitzer eines PWD gilt: Für die Investition von 1000 Euro dürften Sie wohl nirgendwo eine größere Verbesserung erwarten können als beim Update Ihres Wandlers auf die Mk-II-Version. Alle anderen an bester Wiedergabe digitaler Quellen Interessierten sollten sich reiflich, aber schnell überlegen, ob Sie nur mit dem Computer oder auch über ein Netzwerk Musik hören möchten und daher eine Bridge brauchen. In letzterem Fall sollten Sie das bis Ende August befristete Angebot des Vertriebs nutzen: Beim Kauf eines PWD Mk II inklusive Bridge gibt es ein iPad 3 kostenlos dazu. Dass es PS Audio mit der Mk-II-Version gelungen ist, einen sehr guten Wandler noch besser zu machen, hatte ich doch schon erwähnt ...

Nur an diesem kleinen Schildchen auf der Geräterückseite ist zu erkennen, dass dies ein Wandler der neuesten Generation ist
Nur an diesem kleinen Schildchen auf der Geräterückseite ist zu erkennen, dass dies ein Wandler der neuesten Generation ist

 

GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
Audioplayer Amarra 2.4.1, Pure Music 1.86
CD-Laufwerk Wadia WT 3200
D/A-Wandler Mytek Stereo192-DSD DAC
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, Audioquest USB Diamond, Wild Blue Yonder, Wild Wood, Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power P5, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
PerfectWave Bridge
Eingänge (digital) Ethernet, USB
Preis 900 Euro
Garantie 3 Jahre

 

HERSTELLERANGABEN
PerfectWave DAC Mk II
Eingänge (digital) 2 x I2S, 1 x XLR, 1 x Coax, 1 x Optical, 1 x USB
Ausgänge (analog) 1 x XLR, 1 x Cinch
Besonderheiten regelbare Ausgänge, SD-Card, Touchscreen, Vorbereitung für PerfectWave Bridge
Abmessungen (B/H/T) 43/10/36 cm
Gewicht 11,3 kg
Preis 4350 Euro, 5120 Euro incl. Bridge
Garantie 3 Jahre

 

HERSTELLERANGABEN
PerfectWave DAC Mk II Upgrade
Preis 1000 Euro

 

HERSTELLER
PS Audio International
Anschrift 4826 Sterling Drive
Boulder, CO 80301
Telefon +1 720 4068946
E-Mail customerservice@psaudio.com
Internet www.psaudio.com

 

VERTRIEB
HiFi2Die4
Anschrift Austrasse 9
73575 Leinzell
Telefon 07175 909032
E-Mail hifi2die4@gmx.de
Internet www.hifi2die4.de

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Samstag, 04 August 2012 02:00

Des Ensemble Stupor Mundi musikalische Gaumenfreuden

geschrieben von
Nein, es geht hier nicht um historische Musik, sondern um eine aktuelle Aufnahme zeitgenössischer Musik mit Sternekoch Vincent Klink und den hervorragenden Jazzern Patrick Bebelaar, Michel Godard, Gavino Murgia und Carlo Rizzi an einem lauen Sommerabend im Kloster Lorch.


Von links nach rechts: Patrick Bebelaar, Gavino Murgia, Carlo Rizzi, Vincent Klink und Michel Godard
Von links nach rechts: Patrick Bebelaar, Gavino Murgia, Carlo Rizzi, Vincent Klink und Michel Godard

Falls Sie die Verquickung von Kulinarik und Klang irritieren sollte, hier die simple Erklärung: Vincent Klink genießt nicht nur als Inhaber des Restaurants Wielandshöhe und als Fernsehkoch einen hervorragenden Ruf, sondern auch die Wertschätzung vieler Musikerkollegen ob seines Spiels auf der Basstrompete. Am Sonntag, den 22. Juli gab er dann nicht nur Kostproben der beiden gerade erwähnten Fähigkeiten, sondern verband sie auch noch mit seinem literarischen Interesse. Herausgekommen ist dabei eine musikalisch, kulinarisch und historisch rundum satt und zufrieden machende Veranstaltung in einer dem Anlasse würdigen Umgebung: der Kirche im Kloster Lorch, der Grabstätte der Staufer. Thematisch stellte Vincent Klink in seinen frei vorgetragenen Ausführungen dann ein Kochbuch in den Vordergrund, dessen Autorschaft Friederich II zugeschrieben wird, womit ein Exponent der Staufer mit des Koches Lieblingsthema in Beziehung gesetzt wäre.

Hier fehlt zwar der Pianist, dafür wird bei dieser Perspektive Vincent Klink nicht von seinem Notenständer verdeckt
Hier fehlt zwar der Pianist, dafür wird bei dieser Perspektive Vincent Klink nicht von seinem Notenständer verdeckt

Im ersten Teil wurden die historischen Betrachtungen von Dieter Ilgs solistischen Darbietungen auf dem Kontrabass umspielt. Im zweiten Teil griff Vincent Klink dann auch musikalisch in das Geschehen ein und integrierte sich in das multinationale Ensemble mit Patrick Bebelaar am Flügel. Michel Godard wechselte teils sogar während eines Stücke zwischen seinen drei Tieftönern: dem mittelalterlichen Serpent, der Tuba und dem E-Bass. Gavino Murgia ließ größtenteils sein Sopransaxophon singen, hin und wieder aber seine im Obertongesang geschulte Stimme erklingen. Carlo Rizzi tritt auch das ein oder andere Mal als Sänger in Erscheinung‚ fasziniert aber noch viel mehr mit seinen teils einfühlsam lautmalerischen, teils treibenden Rhythmen. Dabei vertraut er einzig und allein jeweils auf ein Tamburin. Davon hat er allerdings für die verschiedenen Songs eine ganze Reihe zur Auswahl. Und jedes dieser Tamburins wird in seinen Händen zu einem kompletten Schlagzeug. Mehr dazu und auch zum recht eigenwilligen Namen des Ensembles finden sich in Joe Bauers Artikel für die Stuttgarter Nachrichten. Die Fotos steuerte bis auf eine Ausnahme Ruediger Schestag bei, dem ich an dieser Stelle ebenso für seine Unterstützung danken möchte wie Joe Bauer und den so tatkräftig zupackenden Mitgliedern des Veranstalters Runder Kultur Tisch.

Pianist Patrick Bebelaar leitete Proben und Konzert mit sanfter Hand und stets mit einem Lächeln
Pianist Patrick Bebelaar leitete Proben und Konzert mit sanfter Hand und stets mit einem Lächeln

 

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Joe Bauer in der Stadt
Vincent und die Batzenwurst


vom 24.07.2012

Stuttgart - Heute gilt es von einem Ausflug des Kochs Vincent Klink zu berichten. Der Tatort ist in einer Kleinstadt mit elftausend Seelen angesiedelt, in Lorch im Remstal, am Rand des Ostalbkreises. Ihr Wahrzeichen ist ein Benediktinerkloster, Anfang des 12. Jahrhunderts vom Stauferherzog Friedrich I. gestiftet. Das benachbarte Schwäbisch Gmünd hatte gerade seinen 850. Geburtstag mit einem Kostümspektakel zu Ehren des schwäbischen Adelsgeschlechts der Staufer gefeiert, da kam der Koch, um die Geschichte seiner Heimat mit Zutaten aus seiner Lebenskünstlerküche zu bereichern.

Ein seltsamer Mensch, der Klink. Als Fernsehkoch ist er eine Art Popstar geworden, obwohl er Dinge tut, die jede Popstarkarriere rasch beenden würden. Vincent Klink spielt Jazz – wenn er nicht gerade in seinem separierten Küchenkabuff sitzt und Geschichten schreibt, sobald das Essen in seinem Sterne-Restaurant Wielandshöhe aufgetischt ist. Nachts schläft er wohl ein paar Minuten, um Atem zu schöpfen für das Blasen der Basstrompete.

Vincent I. ist mir nicht ganz unbekannt, dennoch ist es mir ein Rätsel, nach welcher Uhr er lebt. Es muss eine Sonnenuhr sein, seine Miene ist selten düster. Manchmal habe ich den Verdacht, er beschäftige Doubles. Andererseits scheint es mir auch für einen guten Schauspieler unmöglich, diesen Charakterkopf mit seiner charismatischen Bühnenpräsenz glaubwürdig darzustellen.

Es war Sonntag, als Vincent Klink mit einer Handvoll Musikanten und einem Bus voller Männer und Frauen aus seinem Gasthaus die Kirche des ehemaligen Hausklosters der Staufer besetzte. Er erzählte den 400 Gästen, man könne ihn für einen „mittelalterlichen Typen“ halten, und dieser Satz birgt eine Wahrheit, weil man im Lauf des Abends erfuhr, warum sich die Bilder des Lebens über Jahrhunderte hinweg gleichen und wiederholen.

Das Mittelalter ist uns näher, als man denkt. Kein Geheimnis, warum es die Reformer wider besseres Wissen zu einer finsteren Epoche erklärten. Die Apostel des Fortschritts dulden keine andere Sicht auf die Vergangenheit.

Vincent I. moderierte ein Gesprächskonzert mit Musikerfreunden. Er erzählte wie ein Minnesänger von den Staufern und vom Kochen, besser gesagt: von der Stauferküche. Seine Band spielte dazu mittelalter­iche Musik „in zeitgenössischer Interpretation“. Der Abend nannte sich als Hommage an den Geist des Kaisers Friedrich II. „Stupor Mundi – das Staunen der Welt“.

Die Betonung liegt auf „Welt“. Die Globalisierung ist keine Erfindung unserer Zeit (auch wenn die Global Player uns diesen Eindruck vortäuschen). Wenn Klink in der Nouvelle Cuisine ähnliche Eiweiß-Spuren wie in den Soßen des Mittelalters entdeckt, relativieren sich Alt und Neu. Moden und Hypes erscheinen lächerlich. Die Küche des Kaisers im Heiligen Römischen Reich war schon im 13. Jahrhundert so reichlich mit arabischen, afrikanischen, italienischen Elementen bestückt, dass ihr heute nur ein internationales Ensemble in einem Tafelkonzert gerecht werden kann.

Wenn Musik sich innerhalb weniger Stunden betörend durch ein Jahrtausend zieht und bewegende Bilder erzeugt, kommt der Gedanke: Nutzt die Kirchen öfter für Konzerte. Im Kloster schlug der italienische Tamburin-Mann Carlo Rizzo sein kleines Instrument, als wäre es ein ausgewachsenes Schlagzeug; der Stuttgarter Pianist Patrick Bebelaar, der sardische Saxophonist Gavino Murgia, der französische Tubaspieler Michel Godard und der mutmaßliche Staufer-Nachfolger Vincent Klink an der Basstrompete spielten mittelalterliche Themen mit einer zeitgenössischen Leichtigkeit, wie sie unter guten Freunden aus Spaß an gemeinsamer Arbeit entsteht.

Ein Beispiel dafür ist auch der Freiburger Bassist Dieter Ilg; als Solist bearbeitete er alte Muster mit modernen Sounds. Verblüffend das Gesangs-Duett von Carlo Rizzo und Gavino Murgia: Obwohl unverstärkt, klingt ihre Stimmakrobatik wie aus einem Elektropop-Song unserer Tage.

Das Publikum, von überall angereist, war begeistert . Das ist der Reiz der Zeitlosigkeit beim spielerischen Umgang mit Geschichte, bei der künstlerischen Verbeugung vor Menschen, die vor uns da waren, bei der Auseinandersetzung mit Orten, wo die Vorfahren begraben liegen, wie die Staufer im Kloster Lorch. Wo es dunkle Flecken gibt, die Nazis das Kloster besetzten, um die Staufer zu verherrlichen.

Eine Kolumne ist zu kurz, um einer langen Geschichte gerecht zu werden. Sie ist kürzer als die menschliche Erwartungsschlange vor Vincent Klinks Büfett im Klostergarten. Die Schwäbisch Gmünder Batzenwurst, als Publikumsköder gebraten, hat zwei Enden. Die Musik keine Grenzen.

Joe Bauer


Michel Godard hier einmal mit seiner Tuba, die er immer wieder gegen den E-Bass oder das mittelalterliche Serpent tauschte
Michel Godard hier einmal mit seiner Tuba, die er immer wieder gegen den E-Bass oder das mittelalterliche Serpent tauschte

 

In der Theorie schien die Aufnahme des Ensemble Stupor Mundi eine der leichteren Aufgaben zu sein. Wie schon bei der Aufzeichnung eines Konzertes mit Michel Godard und Gavino Murgia vor etwa einem Jahr im Kloster von Noirlac – die LP wird wohl gegen Ende des Monats erhältlich sein, die Pressstempel sind soeben fertig geworden – dürfte der natürliche Hall des großen Raumes auch in der Kirche von Lorch für ein großes, lebendiges Klangbild sorgen. Allein die Vielzahl der Kanäle – Michel Godard belegt mit seinen Instrumenten gleich drei davon – führte bei der Mikrofonierung zu einer gewissen Selbstbeschränkung: Das Acousta-Pult bietet nur zehn Känale und die wurden für die Stimmen und Instrumente der fünf Musiker auch benötigt. Wenn ich also mit diesem einen Pult auskommen wollte, musste ich auf zusätzliche Raummikros verzichten, was aber nach den Erfahrungen in Noirlac kein Verlust sein musste.

Gavino Murgia spielte ein neues, handgefertigtes Sopransaxophon. Carlo Rizzi verstärkte den Klang seines Tamburins sehr dezent mit Hilfe eines AKG-Ansteckmikros
Gavino Murgia spielte ein neues, handgefertigtes Sopransaxophon. Carlo Rizzi verstärkte den Klang seines Tamburins sehr dezent mit Hilfe eines AKG-Ansteckmikros

Bei bisherigen Aufnahmen hatte es sich als überaus vorteilhaft erwiesen, im Zweifelsfall lieber eine Mikrofonvariante zu wählen, bei der sich der Musiker hundertprozentig wohl fühlt als eine, die aus akustischer Sicht ein wenig vielversprechender wäre. Und Carlo Rizzi muss sich bei seinem rhythmischen Spiel einfach frei bewegen können, so dass ein Kopfmikrofon für die Stimme und ein Anklipp-Mikro am Tamburin für ihn die erste Wahl waren – selbst wenn mir die größeren Hallanteile bei etwas weiter entfernteren stationären Mikros lieber gewesen wären. Und in den Proben stellte sich heraus, dass auch Vincent Klink sich nicht gerne durch ein Mikro in seinem Bewegungsdrang einschränken ließ. Er spielte schließlich über ein am Trichter seiner Trompete angebrachtes DPA-Mikro.

Für unseren Download hat Patrick Bebelaar, der musikalischen Leiter der Session, aber „Natuschkas Song‟, das erste Stück aus den Proben ausgesucht, so dass Sie Vincent Klinks Trompetenstimme noch mit etwas mehr Raumanteilen hören als auf den darauffolgenden Stücken. Aber letztlich sind solche Klangbetrachtungen eher Marginalien: Was zählt, ist die wunderbare Musik eines ebenso lustvoll wie engagiert agierenden Ensembles.

Bei Vincent Klink liefen alle Fäden zusammen: Er hatte die Gerichte für die Speisung der 400 (Konzertbesucher) kreiert, bestritt den historischen Teil des Programms und spielte Basstrompete
Bei Vincent Klink liefen alle Fäden zusammen: Er hatte die Gerichte für die Speisung der 400 (Konzertbesucher) kreiert, bestritt den historischen Teil des Programms und spielte Basstrompete

Das Konzert haben wir auf eine Studer A810 analog aufgezeichnet, um eventuell eine Schallplatte mit dieser faszinierenden Musik veröffentlichen zu können. Für den Download lief wie fast immer eine Nagra LB mit. Die 24-Bit/192-Kilohertz-Aufnahme wurde dann wie üblich mit Sonic Studios soundBlade geschnitten, normalisiert und auf CD-Format heruntergerechnet. Dieses Mal haben wir zusätzlich einen Tascam DV-RA1000HD verwendet, um Ihnen den Song auch im DSD-Format anbieten zu können. Anfang und Ende des Files wurde dann mit Korgs AudioGate beschnitten, eine Pegelveränderung wurde nicht vorgenommen. Viel Spaß beim Vergleichen!

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Ensemble Stupor Mundi
Natuschkas Song
16 bit / 44,1 kHz
ca. 40,6 (wav)
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Ensemble Stupor Mundi
Natuschkas Song
24 bit / 192 kHz
ca. 264,8 mb (wav)
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Ensemble Stupor Mundi
Natuschkas Song
2,8 MHz
ca. 158,5 mb (dff)

PS: Als Download-Button haben wir hier in Ermangelung eines gemeinsamen Tonträgers aller Beteiligten – der wird hoffentlich noch in diesem Jahr auf Schallplatte erscheinen – das Cover von Patrick Bebelaar und Michel Godards gemeinsamer, wirklich empfehlenswerter CD Dedications aus dem Jahr 2011 gewählt

Das „rustikale Schwabenvesper der feinen Art‟ von Vincent Klink war für viele Besucher mindestens ebenso attraktiv wie die kulturellen Darbietungen
Das „rustikale Schwabenvesper der feinen Art‟ von Vincent Klink war für viele Besucher mindestens ebenso attraktiv wie die kulturellen Darbietungen

PPS: Immer mal wieder erreichen uns Anfragen, ob man die Musik-Dateien denn nun auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen. Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen. Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft´s.

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Mittwoch, 01 August 2012 02:00

Audio Consulting MIPA 30

geschrieben von
Ich muss gestehen, ich habe ein Faible für unkonventionelle Geräte. Mich interessiert immer, wenn es jemand wagt, ausgetretene Pfade zu verlassen. Und welche Ideen dahinter stecken. Wenn die Konstruktion dann auch noch zuverlässig funktioniert und gut klingt, das hat doch was! Schräg alleine genügt natürlich nicht. Damit komme ich zu Audio Consulting, einem eidgenössischen Hersteller, bei welchem sich der Firmeninhaber Serge Schmidlin bevorzugt mit unkonventionellen Lösungen beschäftigt. Die schweizer Herkunft bürgt ja irgendwie für Qualität, womit der erste Punkt eigentlich erfüllt sein sollte.
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Schweizer Präzisionsarbeit, handmade in Commugny!
Schweizer Präzisionsarbeit, handmade in Commugny!

Audio Consulting hat sich in Kennerkreisen schon vor längerer Zeit einen Namen gemacht mit der Herstellung von Übertragern. Die Ausgangsübertrager, oder – je nach Schaltung – auch die Zwischenübertrager sind bei Röhrengeräten klangentscheidende Komponenten. Bei der Konstruktion und Herstellung spielen sehr viele Faktoren eine wichtige Rolle: die Wickeltechnik, das verwendete Kernmaterial, Form des Kerns, die Stärke der Lamellen und vieles mehr. Insbesondere aus der Wickeltechnik wird in japanischen Kreisen gerne ein Geheimnis gemacht. Erst das richtige Zusammenspiel aller Faktoren lässt einen perfekten Übertrager entstehen. Deshalb sind gute Transformatoren teuer; waren sie schon immer. Um hier Kosten zu sparen, werden bei der Stromversorgung vermehrt Schaltnetzteile eingesetzt, auch wenn die Industrie hierfür gerne eine andere Begründung sucht.

Wo ist hier die Kaltgerätebuchse versteckt? Auflösung im Text!
Wo ist hier die Kaltgerätebuchse versteckt? Auflösung im Text!

Für Hifistatement hat Schmidlin den Endverstärker MIPA 30 über die Alpen gebracht. Das Unkonventionelle an diesem Gerät ist nun nicht der Name; der steht für Mains Independent Power Amp, sondern das gesamte Konzept. Nach dem Auspacken erhält man ein überraschend schweres Gerät in einem MDF Gehäuse. MDF? Das Gehäuse ist mehrfach grundiert, speziell lackiert und macht mit der marmoriert erscheinenden Oberfläche einen edlen Eindruck. Andere Holzvarianten sind natürlich ebenso möglich. Generell vermeidet Schmidlin Metal,l wo immer es geht; ein Alu-Gehäuse wäre wesentlich billiger gewesen.

Ein langer, hölzerner Einschaltknopf – hier hat wohl Pinocchio Modell gestanden – an der Frontplatte, zwei LEDs, Ein- und Ausgänge an der Rückseite, das wars! Mehr braucht man allerdings bei einer Endstufe auch nicht. Ach ja, zwei Buchsen für externe Ladegeräte sind mittig angebracht. Kühlkörper sind nirgendwo zu sehen, Class D? Röhren? Aufschluss hierüber gibt ein Blick unter die Haube. Was findet man nun nach Öffnen der Haube? Zunächst einmal sieht das Innenleben völlig anders aus, als man es normalerweise gewohnt ist. Man meint, hier hätte die kleine Tochter beim Aufbau mit ihren Bauklötzchen mitgeholfen. Wer sich hierdurch allerdings verblüffen lässt, macht einen großen Fehler; in dem Gerät ist alles wohldurchdacht und perfektioniert.

Es existieren zwei große 12 Volt Akkus, das erklärt schon einmal das Fehlen einer Kaltgerätebuchse. Der MIPA ist- wie der Name schon sagt – für reinen Akkubetrieb konzipiert. Mit einer Akkuladung können mäßig wirkungsgradstarke Lautsprecher acjt bis zehn Stunden betrieben werden, bei höherem Wirkungsgrad entsprechend länger. Jetzt werden Sie sagen, auf die Idee sind andere Hersteller auch schon gekommen. Stimmt, aber das ist natürlich noch nicht alles. Auch hier ist die Spezialität des Hauses, der Übertrager, ein wesentlicher Bestandteil der Schaltung. Das Signal läuft zunächst über einen Eingangsübertrager, der zusätzlich das Signal in Plus und Minus splittet. Von dort geht es zu den MosFet-Verstärkerstufen, jeweils eine für Plus und für Minus. Die Transistoren sind  auf einer kleinen, gefedert gelagerten Platine aufgebracht. Dies ist auch die einzige Stelle, die nicht frei verdrahtet ist. Interessantes Detail am Rande: Die Elektrolytkondensatoren auf der Platine sind gestrippt, das heißt, die Plastikhülle mit dem Aufdruck der Daten und Polarität wurde entfernt. Dies bringt durchaus eine Klangverbesserung, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Von den MosFets geht es dann über einen weiteren Übertrager an die Ausgangsbuchsen. Dieser soll die Leistungsübertragung an die Lautsprecher optimieren. Die Bandbreite des Ausgangstrafos endet bei 95 Kilohertz.


Das Innenleben des Verstärkers erinnert wenig an herkömmliche Geräte.
Das Innenleben des Verstärkers erinnert wenig an herkömmliche Geräte.

Die Trafos sind so gewickelt, dass sie großen Einfluss bei der Minimierung  thermischer Verzerrungen haben. Dazu gleich mehr. Nun haben wahrscheinlich manche  Hörer Bedenken, wenn sie von Trafos im Signalweg hören. Dabei sollte man aber bedenken, dass bei den Profis im Aufnahmebereich überall Trafos benutzt werden und somit überhaupt keine „trafofreie“ Aufnahme existiert. Die verwendeten Übertrager haben als Kernmaterial kornorientiertes 035er Siliziumeisen, über die Wickeltechnik schweigt sich Schmidlin aus und liegt damit ganz in der Tradition japanischer Hersteller wie Tango et cetera. Verständlich, wenn man sich die Kopierwut in manchen Ländern vor Augen hält.

Sämtliche Bauteile sind mit dem hauseigenen Silberdraht verbunden, auf die Signalführung wird peinlich genau geachtet. Zudem sind die meisten Komponenten  nicht fest verschraubt, sondern mit besagten hölzernen Säulen und Filzplättchen zwischen Deckel und Boden eingeklemmt und somit gegen Schwingungen gedämpft. Der Verstärker liefert 30 Watt an 8 Ohm, es existieren Abgriffe für 4 und 8 Ohm.

Damit aber immer noch nicht genug, es steckt noch viel mehr in dem Design. Basis hierfür bieten mehrere Artikel in der französischen L’Audiophile Ende der 70er Jahre. Hier hat sich ein französischer Raketentechniker unter dem Pseudonym Héphaïstos mit dem Phänomen der thermischen Verzerrungen bei Transistoren auseinander gesetzt. Dieses Phänomen scheint auch heutzutage wenig bekannt oder einfach ignoriert worden zu sein. In diesem höchst interessanten Essay werden neben Grundlagen auch sehr komplexe Schaltungen beschrieben, bei denen eine Vielzahl von Halbleitern gegenseitig versucht, diese thermischen Verzerrungen zu kompensieren. Die Schweizer gehen einen anderen Weg und versuchen zum Einen mit sehr einfachen Schaltungen weniger Verzerrungen zu produzieren, zum Anderen den Rest über speziell gewickelte Trafos auszugleichen. Auffallend ist jedenfalls, dass das Gerät auch bei stundenlangem Gebrauch kalt bleibt.

Einer der Ausgangstrafos, davor die hauseigenen Silberkabel mit Baumwoll -Umwicklung.
Einer der Ausgangstrafos, davor die hauseigenen Silberkabel mit Baumwoll -Umwicklung.

Pinocchio hat zum Einschalten des Gerätes auch noch eine Spezialität vorzuweisen: neben „aus“ und „ein“ gibt es noch eine Mittelstellung, die beim Einschalten immer kurz betätigt wird. Hier wird – um den Einschaltstrom zu begrenzen – dieser zunächst über Widerstände an die Elkos weitergeleitet; erst in Stellung „ein“ liegt die Spannung direkt an. Damit sollen die Schaltkontakte des ELMA Schalters vor höherem Verschleiß bewahrt werden. Übrigens, nach einer Weile hat man sich so an den langen Einschaltknopf gewöhnt, dass einem ein normaler Knopf irgendwie langweilig vorkommen würde. Spannend wird es, wie sich der MIPA im „feindlichen“ Umfeld von Röhrenverstärkern schlägt. Wegen der höheren Ausgangsimpedanz meiner Shindo Vorstufe hat Schmidlin einen Eingang geschaffen, der dem Rechnung trägt. Dies zeigt auch, dass individuelle Lösungen für Audio Consulting kein Problem darstellen.


Bei den Kondensatoren ist zur Klangverbesserung die Außenhülle entfernt worden.
Bei den Kondensatoren ist zur Klangverbesserung die Außenhülle entfernt worden.

Bevor das alles zu exotisch wird, kommt die entscheidende Frage, wie klingt es denn nun? Als erstes kommt Mozart, Sinfonia Concertante KV 364 in den CD Spieler. Dies ist eine wunderbare Aufnahme von Kenneth Wilkinson für Decca aus dem Jahre 1963, aufgenommen mit der Moskauer Philharmonie unter Kyril Kondrashin. Digital überspielt wurde das Band von JVC und unter dem Label xrcd veröffentlicht. Die Solisten sind David und Igor Oistrakh, also Vater und Sohn. Bei dieser Aufnahme hat der weltweit bekannte Violonist David Oistrakh den Part für die Violine seinem Sohn Igor überlassen. Er begnügt sich hier mit der Begleitfunktion an der Viola. Russland besitzt sechs Stradivari Violinen, welche die Musiker zur freien Verfügung hatten. Nicht schlecht!

Die Interpretation hat nicht unbedingt etwas mit historischer Aufführungspraxis zu tun, darüber hat sich damals noch keiner Gedanken gemacht. So blitzt, besonders im zweiten Satz Andante, immer wieder die russische Seele durch. Die Aufnahme ist – wie bei Decca Aufnahmen aus dieser Zeit zu erwarten – hervorragend. Den tonalen Unterschied zwischen der Violine und der etwas größeren Viola herauszuarbeiten ist die leichteste Übung für den MIPA. Auch wird der hölzerne Klangcharakter der Instrumente sehr natürlich wiedergegeben, was für eine Wiedergabekette schon zu den schwierigeren Aufgaben zählt.  Die Solisten stehen weit vor dem Orchester, letzteres wird als Klangkörper sehr detailliert dargestellt, zerfällt aber nicht in eine Ansammlung einzelner Instrumente. Die Forte Passagen werden völlig unangestrengt und mit Wucht wiedergegeben.

Turmbau zu Babel, die Säulen dienen der Resonanzdämpfung.
Turmbau zu Babel, die Säulen dienen der Resonanzdämpfung.

Kontrastprogramm: The Sermon mit Jimmy Smith an der Schweineorgel Hammond B3. Die Hammond B3 hat einen unvergleichlichen Sound, der zum einen von der elektromechanischen Tonerzeugung herrührt, zum anderen von den Leslie-Cabinets. Bei diesen Lautsprechern wird eine Art Vibrato erzeugt, indem zwei Hochtöner motorgesteuert um eine senkrechte Achse rotieren. Durch Smith ist diese Orgel in den 60-ern unheimlich populär geworden, später leider auch im Bereich der seichten Unterhaltungsmusik.

Im Zusammenhang mit dem MIPA ist interessant, wie der gewaltige „Growl“ der Hammond in den unteren und mittleren Tonlagen rüberkommt. Nun, das scheint wirklich eine Stärke der Röhrenverstärker zu sein, aber der MIPA kommt dem schon sehr nahe. Die Aufnahme ist technisch nicht unbedingt der Wahnsinn, man merkt mit dem MIPA sofort, dass hier elektronisch nachgearbeitet wurde. Auch erkennt man den von Rudy van Gelder gerne verwendeten künstlichen Hall sofort, dies ist kein natürlicher Raumhall. Die Originalaufnahmen sind Mono, allerdings hat van Gelder damals schon Zweispuraufnahmen mit den verschiedenen, voneinander getrennten Musikern gemacht, die dann später zu einer Stereoaufnahme zusammengefixt wurden. Auch darüber lässt uns der MIPA nicht im Unklaren. Ebenfalls leicht erkennbar ist, dass die Basslinien nicht von einem Bassisten stammen, sondern von Smith mit den Pedalen der Orgel gespielt werden. Der Groove und die Spielfreude von Smith ist unheimlich gut eingefangen und kommt auch so rüber; still sitzen kann man dabei nicht. Dies ist keineswegs selbstverständlich, ich habe diese Aufnahme an anderer Stelle auch schon vor sich hinplätschern gehört.


Die winzigen Netzteile sind nur zum Laden der Akkus gedacht, Musik hört man im reinen Akkubetrieb.
Die winzigen Netzteile sind nur zum Laden der Akkus gedacht, Musik hört man im reinen Akkubetrieb.

Makiko Hirabayashi Trio: Makiko. Normalerweise bin ich kein Fan von asiatischen Jazzern, die sich an klassischem Jazz versuchen. Oftmals klingt das wie kalter Kaffee. Mittlerweile gibt es aber Musiker, die einen völlig eigenständigen Weg gehen, bei welchem die Wurzeln der eigenen Kultur mit einbezogen werden. So auch bei der Japanerin Hirabayashi; die Pianistin hat ein außergewöhnlich feines Gespür für Harmonien, ihre Improvisationen erinnern manchmal an japanische Koto Musik. Dazu kommt eine relaxte, technisch perfekte Spielweise, die sie von Oscar Peterson gelernt haben könnte. Durch die Einflüsse klassischer und ethnischer Musik, den Wechsel von Groove und lyrischen Passagen, aggressiven und schwebenden Sounds geht von dem Trio eine ungewöhnliche Spannung aus. Diese wiederzugeben erfordert von der Anlage eine schwer zu beschreibende innere Kraft. Der MIPA macht hier eine extrem gute Figur. Dazu kommt die kristallklare Wiedergabe der Percussionsinstrumente – was immer auch Marilyn Mazur hier alles an Glöckchen  und ähnlichem Geklingel benutzt. Die Anschläge an diese Glöckchen stehen zum Teil wie Mini-Explosionen im Raum und klingen anschließend langsam aus. Mazur tritt hier als kongenialer Partner auf und nicht nur als rhythmische Begleitung.

Manche Transistorgeräte klingen mir teilweise zu sehr nach Hifi und zu wenig nach Musik. Das ist meine ganz persönliche Einstellung, die jeder natürlich ganz anders sehen darf. Hier ist aber ein Gerät gelungen, das richtig Musik machen kann. Und nirgendwo ist eine Röhre zu sehen! Die Wiedergabe ist sehr klar, insbesondere im Hochtonbereich. Aber auch ein Kontrabass wird mit sehr vielen Farben und Nuancen wiedergegeben. Gerade bei einer „Oma“ sind die Basstöne kein schwarzes Loch, hier muss ein klarer Unterschied zwischen gegriffenen Tönen und Leersaiten zu hören sein. Angeschlossen an einen Lautsprecher mit passendem Wirkungsgrad ist die Wiedergabe über den MIPA ungemein packend und schnell. Die Musik wird sehr intensiv, nebenbei Zeitung lesen geht nicht!

STATEMENT

Was wir hören, ist der Strom aus der Steckdose, heißt es immer. Hier in seiner reinsten Form aus dem Akku. Wer sich traut, ein Gerät jenseits des Mainstreams zu kaufen – und über das nötige Kleingeld verfügt –  wird hier reichlich belohnt und bekommt einen sehr gut klingenden und in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Verstärker. Handarbeit made in Switzerland. Es macht einfach Spaß, mit dem MIPA 30 Musik zu hören!
GEHÖRT MIT
Laufwerk Ayon CD-T
DAC Borbely Audio
Vorstufe Audio Consulting Silver Rock, Shindo Monbrison
Endstufe Shindo Cortese, Thomas Mayer 6HS5 PSE, 45 SET
Lautsprecher TAD/ WVL Fieldcoil Hornsystem

 

HERSTELLERANGABEN
Audio Consulting MIPA 30
Ausgangsleistung 30 Watt
Ausgangsimpedanz Abgriffe für 4 Ohm und 8 Ohm
Abmessungen (B/H/T) 450/140/340 mm
Gewicht 19 kg
Preis 11500 Euro in der vorgestellten Version

 

HERSTELLER
Audio Consulting
Anschrift 14 B Chemin des Vignes
1291 Commugny
E-Mail info@audio-consulting.ch
Internet www.audio-consulting.ch

 

VERTRIEB
RmA Audio
Anschrift Raimund Auernhammer

Alfershausen 130
91177 Thalmässing
Telefon +49 9173 77963
Internet www.rma-audio.de

Weitere Informationen

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Montag, 23 Juli 2012 02:00

Audioquest Wild Blue Yonder und Wild Wood

geschrieben von
Diese beiden „wilden‟ Signal- und Lautsprecherkabel sind direkt unter den Topmodellen der nach dem Audioquest-Chef Bill (William E.) Low benannten WEL-Signature-Series angesiedelt und kosten zumindest in den in meiner Kette benötigten Längen mehr, als die meisten nicht Hifi-infizierten Zeitgenossen für ihr gesamte Unterhaltungselektronik auszugeben pflegen. Eine High-End-Schwelgerei.
teaser


Das Erscheinungsbild der Audioquest-Kabel ist – wie in dieser Preisklasse zu erwarten – wieder einmal perfekt
Das Erscheinungsbild der Audioquest-Kabel ist – wie in dieser Preisklasse zu erwarten – wieder einmal perfekt

Erfahrungsgemäß scheiden sich an Kabeln dieses Preisniveaus die Geister. Hifistatement wird aber auch in Zukunft keine Scheuklappen anlegen: Wir beschäftigen uns genauso ausführlich mit ebenso wirkungsvollen wie im besten Wortsinne preiswerten Tuning-Artikeln wie den AHP Feinsicherungen oder den Sqeeze-upgrade Netzteilen wie mit sündhaft teuren High End-Boliden. Ich komme dennoch nicht umhin, wieder einmal anzumerken, dass Kabeltests nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählen, denn die in der eigenen Kette gemachten Erfahrungen sind nicht immer auf andere Gerätekombinationen übertragbar, besitzen also nicht allzu viel Allgemeingültigkeitsanspruch. Besser als bei Signal- und Lautsprecherkabeln sieht es da schon bei Verbindungen zwischen elektrisch exakt spezifizierten Computer-Schnittstellen aus. Doch auch hier erwiesen sich aufwändigere – und teurere – Kabel fast immer als klanglich überlegen. Und deswegen muss ich andererseits auch eingestehen, dass Kabel der Luxusklasse eine gewisse Faszination auf mich ausüben. Und das fing schon lange vor meinen schreiberischen Aktivitäten an: Als ich mich Anfang der 90-er Jahre zur Investition in eine Wadia-Kombination durchgerungen hatte, bot mir der Händler meines Vertrauens sehr günstig ein im Verhältnis zur damaligen Kette exorbitant teures Audioquest Diamond Cinch-Kabel an, das ich dann auch freudig erwarb: ein weiterer Schritt in die High-End-Abhängigkeit.

Nun liegen, wie gesagt, die zweitbesten NF- und Lautsprecherkabel in meinem Hörraum, die Audioquest zu bieten hat. Anders als viele Mitbewerber schmückt Bill Low seine hochwertigen Verbindungen mit massiven Metallsteckern – zumindest wenn man sich für die Cinch-Variante entscheidet. Die Kappe auf den voluminösen XLR-Steckern hingegen besteht aus Kunststoff. Die Lautsprecherkabel werden mit Spades verschiedener Größen geliefert, die aus reinem Kupfer herausgearbeitet und direkt mit einer dicken Silberschicht umgeben werden. Der Verzicht auf die sonst zwischen den beiden Metallen aufgebrachte Nickelschicht, die Audioquest für einen harschen Klang verantwortlich macht, beschert den Spades zwar einen weniger glänzenden Auftritt, soll dafür aber zur einer natürlicheren, stressfreieren Wiedergabe führen. Wer sich für Bananenstecker entscheidet, darf sich übrigens über einen Preisnachlass freuen, der jedoch in der Produktinformation nicht näher benannt wird. Bei den Steckern geht Audioquest also genauso konsequent seinen eigenen Weg wie mit dem patentierten Dialectric Bias System oder kurz DBS. Hier werden ein zentral im Kabel angeordneter Leiter und eine Folie unter der äußeren Isolierung mit den Knopfzellen in einem außerhalb des Kabels angebrachten Batteriepack verbunden. Die 72 Volt sollen das Isolationsmaterial, das, wie Audioquest in seiner Produktinformation erläutert, bei einem neuen oder über mehrere Wochen nicht benutzten Kabel in keiner Weise ausgerichtet sei und erst durch das Musiksignal eine partielle Ausrichtung erfahre, elektrostatisch komplett polarisieren. Dabei sei allein die Gleichförmigkeit der Ausrichtung, nicht aber ihre Richtung wichtig. Während eine elektrostatisch nicht polarisierte Isolierung unterschiedliche zeitliche Verzögerungen für Signale verschiedener Amplitude und Frequenz bewirke, träten bei einer vollständig ausgerichteten Isolierung keine Verzerrungen durch die unterschiedliche Signalverzögerungen auf. Selbst wenn ich die Kabel nicht aus Neugierde immer mal wieder benutzt hätte, brauchte ich sie Dank des DBS also nicht mehr einzuspielen, zumindest was die elektrostatische Ausrichtung des Isolationsmaterials anbelangt. Das Dialectric Bias System kommt selbstverständlich sowohl beim Wild Blue Yonder als auch beim Wild Wood zum Einsatz.

Die Spades bestehen aus direkt versilbertem Reinkupfer und sind mit verschiedenen Öffnungsweiten zu bestellen. Bananas sind auf Wunsch ebenfalls erhältlich, was sogar noch dem Preis der konfektionierten Kabel reduziert
Die Spades bestehen aus direkt versilbertem Reinkupfer und sind mit verschiedenen Öffnungsweiten zu bestellen. Bananas sind auf Wunsch ebenfalls erhältlich, was sogar noch dem Preis der konfektionierten Kabel reduziert

 

Das Wild Blue Yonder besitzt massive Leiter aus reinem Silber, deren Oberfläche in einen speziellen Prozess geglättet wird. Vom besten Audioquest NF-Kabel, dem WEL Signature unterscheidet sich das Wild Blue Yonder nur durch etwas kleinere Air-Tubes. Das sind Isolierungen, deren Innendurchmesser deutlich größer ist als der Außendurchmesser der Silberleiter, so dass das Metall an nur wenigen Punkten Kontakt zur Isolierung hat und auf dem größten Teil der Oberfläche vom idealen Dielektrikum Luft umgeben wird. Die Schirmung gegenüber hochfrequenten Einstrahlungen übernimmt ein siebenlagiges „Noise Dissipation System‟: Metallfolien und mit Carbon dotierte Synthetik-Schichten sollen die eingestrahlte Energie zu einem großen Teil in Wärme verwandeln und so verhindern, dass die Erde der angeschlossenen Geräte von der vom Schirm abgeleiteten Energie moduliert wird.

Das Lautsprecherkabel wurde auch mit dem „Noise Dissipation System‟ ausgestattet, allerdings gibt Audioquest die Anzahl der verschiedenen Schichten nicht an. Hier ist aber auch schon das Isolationsmaterial der einzelnen Leiter Teil des Systems. So werden die negativen Leiter von Polyethylen mit Carbon-Beimischungen umgeben, während die positiven Leiter von geschäumtem Polyethylen umhüllt werden. Die Leiter des Wild Wood bestehen zu einem Teil aus dem besten von Audioquest verarbeiteten Kupfer und zum anderen aus hochreinem Silber. Bei beiden Metallen wurde auf nahezu perfekte Oberflächen Wert gelegt. Da Audioquest einem jeden Leiter abhängig von seiner Form und seinem Durchmesser ein spezielles Verzerrungsspektrum und damit einen spezifischen Klang zuschreibt, hat man zwar ausschließlich runde Leiter – die sollen die geringsten Verzerrungen produzieren – mit verschiedenen Durchmessern kombiniert, damit sich kein spezifischer Klang ausprägt. Diese Art der Verteilung von leiterimmanenten Verzerrungen nennt Audioquest „Spread-Spectrum Technology‟. Die Leiter mit den unterschiedlichen Stärken werden spiralförmig um einen Kern im inneren des Kabel angeordnet. Dabei liegen die positiven Leiter näher zum Kern. Die negativen Leiter werden dann ebenfalls spiralförmig angeordnet, wobei die positiven Leiter den Kern bilden. Die Drehrichtung der beiden konzentrischen Spiralen ist dabei gegenläufig. Die „Double Counter-Spiral Geometry‟ soll die Interaktion zwischen den positiven und negativen Leitern minimieren und vor allem die Störungen reduzieren, die durch die Magnetfelder, die jeden einzelnen Leiter umgeben, entstehen.

Die Kabel kamen übrigens ungefähr gleichzeitig mit den verschiedenen Firewire-Verbindungen an – ein Thema das ich für aktueller hielt und daher eher bearbeitete. Zudem gab die gewählte Reihenfolge die Möglichkeit, lange vor einem Test in Erfahrung zu bringen, ob die NF- und Lautsprecherkabel noch immer die ganz spezielle Klangprägung besitzen, die diesen amerikanischen Nobelstrippen vor Jahrzehnten anhaftete oder – ganz nach Geschmack – die sie auszeichneten. Frühe Audioquests klangen immer angenehm, im oberen Bassbereich auch mal ein wenig schöner, als der Tonträger hergab. In der passenden Kette konnte diese charmante Flunkerei für den entscheidenden Tick Wärme sorgen und entspanntes Langzeithören erst möglich machen. In der Preisklasse, in der unsere beiden Wilden sich bewegen, erwarte ich aber mehr Ehrlichkeit. Und dass Blue Yonder und Wood diese Anforderung quasi mit Links erfüllen, habe ich schon vor Monaten erfahren dürfen. Für's private Musikhören blieben die Audioquests dann auch ein wenig länger in der Kette. Bei Tests habe ich dann aber auf die vertrauten HMS zurückgegriffen – einfach um mich mit vertrauten Komponenten besser auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

Die XLR-Stecker besitzen zwar auch Kunststoff-Bauteile, sind aber nicht auf einen möglichst geringen Metallanteil hin ausgelegt. Einen noch exzessiveren Metalleinsatz finden man bei den Cinch-Steckern
Die XLR-Stecker besitzen zwar auch Kunststoff-Bauteile, sind aber nicht auf einen möglichst geringen Metallanteil hin ausgelegt. Einen noch exzessiveren Metalleinsatz finden man bei den Cinch-Steckern

Als nun die Audioquests das Objekt der Betrachtung sind, wechsele ich sie nicht nach und nach gegen die entsprechenden Verbindung von HMS aus, sondern höre sie erst einmal ohne Vergleich zwischen Vor- und Endstufen sowie diesen und den Lautsprechern. Statt wie üblich allein „Heavy Hour‟ von Misha Alperins Night anzuspielen, lade ich alle Stücke dieser Auftragskomposition für das Norwegischen Vosna Jazz Festival in Amarra: Die gesamte Aufnahme fasziniert durch ihre realistisch anmutende Raumabbildung, eine nahezu grenzenlose Dynamik und vielfältige, satte Klangfarben. Dass man sich nicht vollständig in den oft reduzierten Dialogen und der Fülle an Wohlklang verliert, verhindern geradezu dramatische Perkussions-Eruptionen und einige rauhere Töne, vor allem von Anja Lechners Cello. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, habe ich diese Scheibe nur selten, wenn überhaupt jemals so farbstark und energiegeladen gehört.

Einige meiner zum Testen herangezogenen Stück entfalten ihre Wirkung nur ab einer gewissen Lautstärke. Beim oft verwendeten „Heavy Hour‟ kommen die Größe der Bühne, das Stampfen des Perkussionisten darauf und die Macht der Pauken dank der wilden Audioquests nun auch ungemein packend rüber, wenn der Lautstärkeregler des Marconi ein Stückchen weiter rechts steht als sonst bei diesem Song üblich. Das soll aber keinesfalls heißen, dass Wild Blue Yonder und Wild Wood durch Überbetonung der Frequenzgangextreme eine Art Loudness-Effekt bewirkten: Wäre dem so, würde es bei wirklich knackigen Pegeln, auf die ich während des Beschäftigung mit den Kabeln natürlich auch nicht verzichten wollte, des Guten zuviel geworden. Ist es aber nicht.


Genusshören statt Systematik reicht für einen Test leider nicht aus. Deshalb kehre ich also zu den HMS zurück und beschreibe akribisch, was sich tut, wenn sie gegen die Audioquests ausgetauscht werden: Ich habe mal wieder Keith Jarretts Standards aufgelegt und lasse mich von „God Bless The Child zum Mitwippen animieren. Das tun die Wild Wood noch einen Tick nachdrücklicher als die HMS Gran Finale Jubilee. Das Klangbild gerät mit den Audioquests noch einen Hauch offener und zwei, drei Nuancen farbiger. Der Raum wirkt luftiger und dennoch minimal wärmer. Das sind zwar keine dramatischen Unterschiede, aber mich ziehen die amerikanischen Lautsprecherkabel doch ein wenig mehr in den Fluss der Musik. Wenn man also bereit ist, knapp 15 Prozent des Lautsprecherpreises in die entsprechenden Zuleitungen zu investieren, belohnen die Wild Woods diese Ausgabe mit einer, um es einmal ein wenig plakativ zu formulieren, emotional noch intensiver ansprechenden Wiedergabe, die völlig frei ist von spektakulären Effekten – sofern diese nicht auf dem Tonträger enthalten sind. Das beste dabei ist, dass man sich dieses emotionalere Musikerlebnis nicht durch Abstriche bei der Durchzeichnung und Analyse erkauft.

Nach Jahren liegen mal wieder die Bilder einer Ausstellung unter dem Dirigat von Giulini auf dem Teller des LaGrange und wecken Erinnerungen an teils noch rein private Vergleichstest vergangener Jahrzehnte – die Scheibe habe ich übrigens inzwischen durch ein besser erhaltenes Second-Hand-Exemplar ersetzt. Trotz angenehmer Erinnerungen an diese LP wird doch leider klar, dass man inzwischen durch noch deutlich besser aufgenommener Alben ein wenig verwöhnt ist: Da müsste in punkto Dynamik und Offenheit doch noch ein wenig mehr gehen, als ich hier bei Verwendung der HMS-Kabel geboten wird. Der Tausch der XLR-Verbindung gegen die von Audioquest macht aus der DG-LP immer noch keine Decca oder RCA. Aber er bringt – ähnlich wie zuvor der Wechsel des Lautsprecherkabels – ein Stückchen mehr Emotion, Farbe und Feinzeichnung. Dabei bleiben Detailfülle, Raumillusion und Abbildungspräzision zumindest auf dem hohen Level, das die HMS vorgeben. Wie immer bei High End-Komponenten ist für die letzten kleinen klanglichen Fortschritte ein enormer Aufwand sowie die entsprechenden Investition nötig. Dennoch: Aus meiner Kette würde ich die Audioquests am liebsten nie wieder entfernen.

Das patentierte Dialectric Bias System soll für eine Polarisation des Dielektrikums sorgen und dadurch Verzerrung auf Zeitbasis verhindern
Das patentierte Dialectric Bias System soll für eine Polarisation des Dielektrikums sorgen und dadurch Verzerrung auf Zeitbasis verhindern

 

 

STATEMENT

Das NF- und das Lautsprecherkabel aus der Serie der wilden Audioquests zeichnet die gleichen Tugenden aus: Sie garantieren ein emotional sehr ansprechendes, klangfarbenreiches und dynamisch packendes Musikerlebnis auf allerhöchstem Niveau. Und das hat seinen Preis. Wenn der zum Rest der Kette passt, sollte man sich von Wild Blue Yonder und Wild Wood unbedingt einmal in Versuchung führen lassen.
GEHÖRT MIT
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm Brinkmann 12.1, Kuzma 4Point
Tonabnehmer Brinkmann EMT ti, AirTight PC-1 Supreme
Phonostufe Einstein The Turntable’s Choice symmetrisch
Bandmaschine Studer A80
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
Audioplayer Amarra 2.4.1
CD-Laufwerk Wadia WT 3200
D/A-Wandler Mytek Stereo192-DSD DAC
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel Precision Interface Technology, HMS Gran Finale Jubilee, Audioquest USB Coffee und Diamond,Audioplan Powercord S, CharismaTech
Zubehör PS Audio Power P5, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
Audioquest Wild Blue Yonder
Leitermaterial Silber
Besonderheit DBS-System
Preis 4500 Euro für einen Meter

 

HERSTELLERANGABEN
Audioquest Wild Wood
Leitermaterial Kupfer und Silber
Besonderheit DBS-System
Preis 10900 Euro für 1,5 Meter

 

VERTRIEB
AudioQuest BV
Anschrift Hoge Bergen 10
4704RH Roosendaal
Niederlande
Telefon 0800 181 5284 (kostenlos)
Internet www.audioquest.nl
E-Mail rdrees@audioquest.nl

Weitere Informationen

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Dienstag, 17 Juli 2012 02:00

Squeeze-upgrade USB-B-Netzteil, Teil eins

geschrieben von
Die Hauptaufgabe dieses Netzteils ist es natürlich, USB-Wandlern, die ihre Energie über die Datenschnittstelle beziehen, klanglich auf die Sprünge zu helfen. Aber auch an anderen Einsatzorten zeigt das Squeeze-upgrade überraschend positive Wirkungen: ein Bericht hart am Rande der Themenverfehlung.
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In diesem Zwischenstück wird die vom Computer kommende stromführende Ader nicht weiterverbunden. Stattdessen wird die im SBooster aufbereitete Energie des Netzteils an den entsprechenden Kontakt des USB-Steckers geführt
In diesem Zwischenstück wird die vom Computer kommende stromführende Ader nicht weiterverbunden. Stattdessen wird die im SBooster aufbereitete Energie des Netzteils an den entsprechenden Kontakt des USB-Steckers geführt

Beim Test des M2Tech Young erwies sich das Squeeze-upgrade Netzteil als nahezu unverzichtbare Ergänzung zum Wandler: So viel mehr Wohlklang für eine so geringe Investition bekommt man heutzutage äußerst selten. Vor lauter Begeisterung habe ich dann kurz nach der High End auch das vermeintlich aktive USB-Kabel von Squeeze-upgrade bestellt, das dann schließlich zusammen mit dem Calyx Femto eintraf, der demnächst in diesem Theater auf dem Spielplan steht. Erst bei genauerer Betrachtung fiel mir auf, dass das Squeeze-upgrade Netzteil keineswegs das USB-Kabel ersetzt, sondern zwischen Kabel und Eingangsbuchse des Wandlers gesteckt wird, wo es die Stromversorgung über die USB-Schnittstelle unterbricht und stattdessen saubere Energie aus dem Netzteil über den USB-B-Stecker an den angeschlossenen Verbraucher liefert.

Wie schon bei der Stromversorgung für den Young so kommt laut Produktinformation auch hier ein analoges Netzteil mit Spannungsstabilisierung und dem sogenannten SBooster im Zuleitungskabel zum Einsatz. Der SBooster soll auf nicht näher erläuterte Art den Strom von analogen und digitalen Netzteilen säubern und stabilisieren, aber kein passives Tiefpassfilter sein. Die Geheimniskrämerei der Herstellers mag aus Angst vor Nachahmern gerechtfertigt sein, ist aber beim Verfassen von Tests wenig hilfreich und dürfte bei Autoren eine leichte Antipathie gegen Produkt und Produzent zur Folge haben, die Squeeze-upgrade nur deshalb gelassen in Kauf nehmen kann, weil man sich der positiven Auswirkung von Netzteil und SBooster gewiss sein darf.

USB-B-Zwischenstück, SBooster und klassisches Netzteil sorgen gemeinsam auch bei Wandlern mit eigener Stromversorgung für besseren Klang
USB-B-Zwischenstück, SBooster und klassisches Netzteil sorgen gemeinsam auch bei Wandlern mit eigener Stromversorgung für besseren Klang

Alle Wandler mit USB-Eingang, auf die ich momentan Zugriff habe, verfügen über ein eigenständiges Netzteil. Bei dem offenen Prototyp, aus dem dann der bestens beleumundete Phonosophie-Wandler mit seinem ausgelagerten USB Extender-Modul hervorgegangen ist, zeigen LEDs, die auch leuchten, wenn das Gerät nicht mit dem Netz verbunden ist, an, dass die die Elektronik des USB-Eingangs ihre Energie über die Schnittstelle aus dem Computer bezieht. Im frühen Vorserienstadium war der USB-Eingang allerdings noch nicht ausgelagert, sondern ebenfalls auf der Hauptplatine untergebracht. Schon ohne das Zusatznetzteil begeistert der Prototyp mit satten, wohligen, kräftigen, aber eher gedeckten Klangfarben. Wünsche bleiben hier höchstens in puncto Spielfreude offen. Das ändert sich schlagartig, als das Squeeze-upgrade Netzteil die USB-Eingangstufe speist: Plötzlich gehen die Musiker mit deutlich mehr Elan zur Sache, und das Mehr an dynamischen Abstufungen verleiht der Wiedergabe einen zusätzlichen Reiz. Dass auch in den Disziplinen Feinzeichnung und Raumillusion ein klein wenig mehr geht, sei nur am Rande vermerkt. Damit keine Unklarheiten aufkommen: Die geschilderten Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf den Prototypen. Eines serienmäßigen Phonosophie DAC 1 konnte ich bisher noch nicht habhaft werden. Es ließ sich aber in Erfahrung bringen, dass auch beim Extender-Modul ein Teil der Elektronik über den USB-Eingang mit Strom versorgt wird. Es kann also nicht schaden, auch hier einmal das Squeeze-upgrade Netzteil auszuprobieren.


Ein solider Trafo, schnelle Shottky-Dioden für den Gleichrichter, Elkos und ein Spannungsregler finden sich im Squeeze-upgrade Netzteil
Ein solider Trafo, schnelle Shottky-Dioden für den Gleichrichter, Elkos und ein Spannungsregler finden sich im Squeeze-upgrade Netzteil

Ob bei meinem Favoriten unter den wirklich erschwinglichen Wandlern, dem Mytek 192-DSD DAC, auch ein Teil der Elektronik von außen mit Energie versorgt wird, hat mich bis jetzt nicht sonderlich interessiert. Statt einer Nachfrage beim Entwickler in Brooklyn, versuche ich einfach einmal, was das Zusatznetzteil plus SBooster hier bringt: Bei der 96kHz/24 Bit-Version von Keith Jarretts Köln Concert klingt der oft hart angeschlagene Flügel nicht gerade einschmeichelnd. Ein gewisse rauhe Lästigkeit lässt sich nicht leugnen. Wenn sich aber der Stecker des Squeeze-upgrade zwischen USB-Kabel und Eingang des Wandlers befindet, verschwindet die Rauhigkeit des Tons fast gänzlich. Die Aggressivität der Wiedergabe nimmt ab, ohne dass sich Langeweile breit machte. Und ohne diese latente Nervosität wird plötzlich entspanntes Langzeithören möglich. Eine noch ein wenig großzügigere Raumabbildung und ein Hauch mehr Feinzeichnung werden quasi als Zugabe geboten. Die Frage, ob der Mytek auch der Spannungsversorgung von außen bedarf, treibt mich nun allerdings doch um. Und deswegen ziehe ich kurzerhand den Stecker des Squeeze-upgrade aus der Steckdose: Der Mytek spielt unbeirrt weiter. Hier reicht offensichtlich die Isolierung des Wandlers vom Strom des Computers, um in den Genuss der beschriebenen klanglichen Vorteile zu kommen. Wären die USB-Kabel und Stecker nicht so schwer zugänglich, reichte es in diesem Falle, die stromführende Ader des Kabels schon am USB-A-Stecker zu kappen!

Der Calyx Femto, der sich gerade am Netz akklimatisiert, reagiert übrigens ebenfalls recht positiv auf das Squeeze-upgrade Netzteil: Er quittiert dessen Einsatz mit gesteigerter Spielfreude und mehr tonaler Ausgewogenheit. Doch mehr dazu, wenn der Calyx die bei Digital-Gerätschaften stets etwas längere Einspielzeit hinter sich gebracht hat.

Der Blick in Innnere des SBoosters
Der Blick in Innnere des SBoosters

 

STATEMENT

Überraschenderweise bringt das Squeeze-upgrade Netzteil unabhängig davon, ob Baugruppen des Wandlers überhaupt auf eine Stromversorgung per USB angewiesen sind, in jedem der genannten Anwendungsfälle klangliche Vorteile. Und das, obwohl sein Preis selbst beim erschwinglichsten Vertreter seiner Gattung nicht einmal zehn Prozent von der für den Wandler nötigen Investition beträgt. Unbedingt selber testen!

PS: Ich werde im Kollegenkreis einmal nachfragen, wer einen USB-Wandler ohne Netzanschluss sein eigen nennt. Falls sich niemand meldet, bestellen wir einen solchen DAC zum Test. Wir wollen schließlich in nicht allzu ferner Zukunft in einem zweiten Teil dieses Berichts klären, was das Squeeze-upgrade Netzteil leistet, wenn man es bestimmungsgemäß einsetzt.

GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
D/A-Wandler Prototyp, Mytek 192-DSD DAC, Calyx Femto
CD-Laufwerk Wadia WT3200
Audioplayer Amarra 2.4.1
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Coffee (USB), Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power Plant P5, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
Squeeze-Upgrade Best of 2 Worlds USB-B
Ausgangsspannung 5V
Ausgangsstrom 650mA
Maße (B/H/T) 88/64/124 mm
Gewicht 1 kg
Preis 105 Euro

 

HERSTELLER
Squeez-upgrade
Internet www.sqeeze-upgrade.com

 

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digital-highend
Anschrift Higoto GmbH
Isenbergstraße 20
45130 Essen
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Freitag, 13 Juli 2012 02:00

Audio Exklusiv P 0.2 und PS 0.2

geschrieben von
Jüngere Geschwister haben es oft leichter als ihre großen Brüder oder Schwestern, weil sie von deren Know-how profitieren. Ist das auch beim Audio Exklusiv Entzerrer-Vorverstärker P 0.2 so?


Andreas Schönberg ist seit 2009 neuer Inhaber und Spiritus Rector der Traditionsmarke Audio Exklusiv. Deren Erfolg wurde 1990 durch den sehr frühen Tod ihres Gründers Gerd Pütz gebremst, auch wenn seine Familie das Unternehmen noch 14 Jahre mit interessanten Produkten lebendig hielt. Das ursprüngliche Ideal des Hauses Audio Exklusiv führt Andreas Schönberg aus innerer Überzeugung und Begeisterung mit den neuen Produkten zeitgemäß fort. Das aktuelle Portfolio besteht aus Lautsprechern, Plattenspieler, Verstärkern und interessantem Zubehör, über das André Ibrahim hier bereits berichtete. Seit nun gut einem Jahr bietet Audio Exklusiv den Phono-Vorverstärker P 0.2 an. Sein großer Bruder P2 wird mit positiver Kritik überhäuft. Auch Dirk Sommer hat in seinem Test lobende Worte gefunden, als er ihn beschrieben und mit seinem Referenz-Vorvorverstärker, dem symmetrischen Einstein The Turntables Choice verglichen hat.

Um dieses Dreier-Gespann geht es hier heute: Zu sehen ist der P 0.2 mit serienmäßigem Stecker-Netzteil und dem optionalen Versorgungsteil PS 0.2
Um dieses Dreier-Gespann geht es hier heute: Zu sehen ist der P 0.2 mit serienmäßigem Stecker-Netzteil und dem optionalen Versorgungsteil PS 0.2

Der P2 kostet deutlich über dreitausend Euro, was angesichts seiner musikalischen Fähigkeiten, der vielseitigen Ausstattung und seines hochwertigen Äußeren sehr kundenfreundlich ist. Sehr sympathisch finde ich Andreas Schönberg Denkweise, der trotz des überaus fairen Preises für den P2 davon ausgeht, dass es viele Musikliebhaber gibt, die nur noch gelegentlich ihre schwarzen Scheiben hören und deshalb zu Investitionen in dieser Höhe für Phono nicht bereit sind.

Ein kleines Gerät, dass sich erfreulicherweise leicht günstig platzieren lässt
Ein kleines Gerät, dass sich erfreulicherweise leicht günstig platzieren lässt

Für eben diese Menschen wurde der Audio Exklusiv P 0.2 entwickelt. Auf den ersten Blick ist klar, dass dieser kleine Bruder sicher nicht das schönere der beiden Geschwister ist. Sehr bescheiden tritt er auf, ungefähr mit dem Gehäuseformat zweier quer hintereinander liegender Zigarettenschachteln. Mit diesen Proportionen ist er in seiner Aufstellung unproblematisch, solange er nicht ein einstreuendes Netzteil als Nachbarn bekommt. Ich kann ihn bei mir direkt unter den Plattenspieler stellen. Somit ist eine zusätzliche Investition in einen weiteren Rack-Boden wohl nur selten nötig. Der Strom wird von einem handelsüblichen Stecker-Netzteil, bei dem Polung und Ausgangspannung fixiert sind, geliefert. Also nichts zum Angeben. Aber gerade dies macht neugierig. Denn ganz klar: Hier wird die Optik vernachlässigt. Steckt demnach jeglicher Aufwand im musikalisch relevanten Innenleben des Vorvorverstärker-Gehäuses?

Im Zentrum der dicken, mit Inbus verschraubten Front befindet sich das Audi Exklusiv Logo. Der P 0.2 strahlt mich mit seiner nicht zu hellen blauen LED dezent an, sobald das Stecker-Netzteil Strom bekommt. Einen Ein-/Aus-Schalter gibt es nicht. Es ist aber sicherlich kein Nachteil, den P 0.2 ständig am Netz zu halten. Das Netzteil erwärmt sich fast gar nicht, und der Stromverbrauch ist sehr gering. An der Rückseite findet sich ein „Mäuseklavier“ für die Einstellung der Empfindlichkeiten: Für MM stehen 43,5dB Verstärkung und für MC wahlweise 57,5dB, 60,5dB oder 64,5db zur Verfügung. Das sind recht hohe Werte. Mein Primare R-20 macht gerade mal 55dB. Für MM-Tonabnehmer kann zwischen 50pF und 150pF zugeschalteter Kapazität gewählt werden. Für MC-Systeme bietet der P 0.2 die Impedanzen 330 Ohm, 510 Ohm, 1 KOhm oder 47 Kohm an. All diese Einstellungen werden über die zehn DIL-Schalter in entsprechenden Kombinationen vorgenommen. Das alles ist etwas fummelig, aber man macht es ja nicht alle Tage. In puncto Schaltkomfort hat der große Bruder die Nase ganz weit vorn. Auch hier wurde beim P 0.2 minimalisiert – hoffentlich, um mehr in den Klang investieren zu können?! Ein Paar Cinch-Buchsen, jeweils für den Eingang und Ausgang, sowie ein Masse-Anschluss befinden sich ebenfalls auf der Rückseite.


Die Rückseite mit ihren Anschlüssen und den DIP-Schaltern
Die Rückseite mit ihren Anschlüssen und den DIP-Schaltern

Befreit man den kleinen Audio Exklusiv von seinem Gehäuse, sieht man eine voll bestückte, sauber kanalgetrennt aufgebaute Schaltung, teils ohne Bauteile-Beschriftung. Beeindruckend sind die vier Elkos mit jeweils 4700µF, also insgesamt beachtlichen 18800µF in der Stromversorgung. Das Begleitschreiben des P 0.2 weist mich darauf hin, dass dieses Exemplar von den empfohlen 200 Einspielstunden erst die Hälfte absolviert hat. Nun habe ich den Kleinen aber schon mal einen Tag am Netz und bin neugierig. Und warum soll ich beim Einspielen nicht reinhören?

Für mein Benz Glider L2 wähle ich den Verstärkungsfaktor 60,5dB und 47kOhm als Abschluss. Die höchste Verstärkung von 64,5dB verwerfe ich wegen des daraus resultierenden unpraktischen Regelbereichs an meinem Vorverstärker. So stelle ich den T+A P10 auf Hörlautstärke und würde sagen „Silence is golden“ – wäre der P 0.2 nicht schwarz. Da höre ich rein gar nichts. Ich muss mit dem Ohr schon direkt an die Tieftöner, um ein leichtes Signal wahrzunehmen. So ein Geräuschabstand ist kaum zu toppen!

Das nenn ich aufgeräumte Schaltung. Die vier Kondensatoren mit insgesamt 18000 µF sind deutlich zu erkennen
Das nenn ich aufgeräumte Schaltung. Die vier Kondensatoren mit insgesamt 18000 µF sind deutlich zu erkennen

Die Wiederauflage des Labels JazzTrack von der 1956 aufgenommenen Jimmy Giuffre 3 lege ich zuerst auf den Plattenteller. Diese  Aufnahme ist leider leicht sumpfig, aber mir gefällt halt die Musik. Und was macht der kleine P 0.2? Es wirkt, als würden die drei Jungs schneller spielen als gewohnt. Da ist Drive in der Musik, Detailvielfalt und Plastizität. Also ans Plattenregal und Strawinskys Pulcinella Suite, Decca 1968, auf den Spieler. Das ist eine gelungene Aufnahme. Der Audio Exklusiv gestaltet sie mit Transparenz und Farbigkeit. Die Raumabbildung ist beachtlich. Das Orchester spielt geschlossen, dabei dursichtig. Umgeben wird die Bühne von einer zusätzlichen Offenheit, ohne dass auch nur einen Moment irgendetwas wankt oder diffus erscheint.

Etliche weitere Scheiben lege ich auf, wie die Symphonie Fantastique von Berlioz mit Solti auf Stereo Laboratories, Miles Davis´ Sketches of Spain, Dillons This Silence Kills, Jazz At The Pawnshop, Ella Fitzgerald & Louis Armstrong, Franz Liszts h-Moll Sonate mit Clifford Curzon und noch einige mehr. Der Hörtest erstreckt sich inzwischen über eine Woche und das Schöne ist, dass das kleine Kästchen immer mehr Freude macht. Die Musikalität und Spielfreude des P 0.2 lassen mich nicht aufhören. Der erste Hör-Spaß wiederholt sich und die Klangkünste dieses Entzerrer-Vorverstärkers überzeugen in allen Bereichen. Das ist wirklich etwas Besonders – für 660 Euro. Dass Audio Exklusiv den P 0.2 eigentlich nur für Gelegenheits-Hörer baut, ist für mich klares Understatement.

Auf einigen Bauteilen, wie den 8-füßigen ICs fehlen die Beschriftungen. Da wahrt Audio Exklusiv sein Geheimnis
Auf einigen Bauteilen, wie den 8-füßigen ICs fehlen die Beschriftungen. Da wahrt Audio Exklusiv sein Geheimnis

 

Um auszuschließen, dass ich bei der Kombination von P 0.2 und Benz Glider zufällig ein besonders glückliches Händchen hatte, fahre ich am Sonntag zu einem Freund, der ein modifiziertes Denon DL-103 in einer sehr ehrlich und angenehm klingenden Kette betreibt. Wir lassen dem P 0.2 nur eine gute Kaffee-Länge Zeit. Mein Eindruck hier ist der gleiche, und auch mein Freund wippt ständig mit dem Fuß. Was will man mehr? Darauf hat Andreas Schönberg von Audio Exklusiv eine Antwort.

Zusammen mit dem P 0.2 schickte er mir das brandneue Netzteil PS 0.2, das gegen das Stecker-Netzteil ausgetauscht werden soll. Allerdings muss man dafür 600 Euro auf den Tisch legen. Dafür bekommt man jedoch ein richtig imposantes Teil im Kühlrippengehäuse mit ordentlicher Bautiefe. Die dezent schwarze Metall-Front trägt das Logo und eine blaue LED zeigt wieder die Betriebsbereitschaft an. Das klappt natürlich nur, wenn man vorher das Netzteil mit dem eigentlichen Entzerrer-Vorverstärker per mitgeliefertem Kabel (circa 80cm) verbunden hat. Schon aufgrund von Größe und Gewicht traut man dem PS 0.2 einiges Verbesserungs-Potenzial zu. Im Inneren speichern 60000µF ausreichend Energie für jegliche Dynamikanforderung. Andreas Schönberg empfiehlt, das PS 0.2 trotz des Ein-Aus-Schalters stets am Netz lassen, da sich die erwähnte Kapazität nicht so rasch aufbaut und somit das volle musikalische Können erst nach einigen Stunden Betrieb erreicht wird. Die Strom-„Vergeudung“ liegt unter einem Watt, worüber sich hoffentlich niemand sorgt. Es lohnt sich nämlich klanglich.

Das ist etwas völlig anderes als ein Stecker-Netzteil, wie jeder auf den ersten Blick erkennt. Zusätzlich noch einmal 60.000µF Speicherkapazität – darauf· darf man sich freuen
Das ist etwas völlig anderes als ein Stecker-Netzteil, wie jeder auf den ersten Blick erkennt. Zusätzlich noch einmal 60.000µF Speicherkapazität – darauf· darf man sich freuen

Beim Aufstellen ist schnell klar, dass der P 0.2 und der PS 0.2 nicht zu dicht nebeneinander stehen sollten. Denn trotz der ordentlichen Abschirmungen höre ich ansonsten klar einige Einstreuungen. Bei etwa 30cm Entfernung stellt sich wieder diese traumhafte Brumm- und Rauschfreiheit ein, wie zuvor mit dem Stecker-Netzteil, das ohnehin weiter entfernt seinen Platz fand.

Ich habe das PS 0.2 nun etwa vier Tage am Netz und bin sehr gespannt, was musikalisch passiert. Toto IV als Japan-Mastersound-Pressung passt zu meiner Stimmung am Freitag-Vormittag-nach-dem-Deutschland-Italien-Halbfinale. Und was höre ich? Erst mal nichts Neues. Es klingt genau so lebendig, räumlich offen, standfest, konturiert et cetera wie mit den kleinen Netzteil. Aber es dauert keine Minute, da ändere ich meine Meinung. Der Bass ist „schwärzer“,  jeder Ton hat einen Hauch mehr Farbe und das ganze Geschehen ist eine Spur selbstverständlicher. Ich höre noch einige der zuvor benutzten LPs. Der Eindruck bestätigt sich. Es geht also doch noch was.

STATEMENT

Der Audio Exklusiv P 0.2 ist das reine Vergnügen, und wer seine schwarzen Scheiben liebt, sollte ihn sich anhören. Der Philosophie von Audio Exklusiv entsprechend glänzt er durch musikalische Richtigkeit, und seine Spielfreude ist grandios. Hat man dann noch den Wunsch zur Steigerung seiner audiophilen Lebensfreude, lohnt die Anschaffung des PS 0.2.
GEHÖRT MIT
Plattenspieler Kenwood KD-990 mit Benz Glider L2
Vorverstärker T+A P-10
Equalizer für Bass LA-Audio EQ 231G
Endstufen Primare A-32 (2 x) für Bass
Spectral DMA 100 S mit Enacom für Mittelhochton
Lautsprecher Triangle Magellan Grand Concerto sw2 (Bi-Amping)
Kabel Inakustik Black&White NF-1302, Mogami 2549, QED Genesis, Silver Spiral mit Enacom LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra Netzkabel

 

HERSTELLERANGABEN
Audio Exklusiv P 0.2
Frequenzgang (RIAA) +/-0,2 dB
Verstärkung 57,5 / 60,5 / 64,5 dB
Eingangsimpedanz (MC) 330, 510, 1k Ohm
Eingangskapazität (MM) 50 pF, 150 pF
Abmessungen 110 (B) x 200 (T) x 50 (H) mm
Gewicht 1 kg
Preis 660 Euro

 

HERSTELLERANGABEN
Audio Exklusiv PS 0.2
Preis 600 Euro

 

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Audio Exklusiv
Anschrift Andreas Schönberg
Altkönigstr. 20
61194 Niddatal
Telefon 0 60 34 - 90 70 85
Fax 0 60 34 - 90 70 86
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Sonntag, 08 Juli 2012 02:00

Phasemation P-3, P-3G, T-3 und CS-1

geschrieben von
Raider heißt jetzt Twix. Soll sagen, dass PhaseTech inzwischen unter dem Firmennamen Phasemation firmiert. An der bestehenden Tonabnehmer- respektive Übertragerpalette des Hauses soll sich dadurch aber nichts Wesentliches ändern.
teaser


Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm. Leider konnte ich auch damit nichts über den Grund der Umbenennung des Unternehmens in Erfahrung bringen. Ob noch Kyodo Denshi, eines der führenden High Tech Unternehmen Japans mit Firmengründer und Inhaber Noboyuki Suzuki federführend hinter Phasemation steckt, kann ich daher nicht sagen. Fakt ist, dass sich an den mir von Axxis Europe zur Verfügung gestellten Produkten nichts außer dem Namen geändert hat: Dies nur, um einer möglichen Verwirrung durch die teils widersprüchlichen Bezeichnung auf Fotos und im Text vorzubeugen. Auf den P-3G Tonabnehmer bin ich bereits im Jahr 2008 aufmerksam geworden, als Stereo-Sound diesen MC-Abtaster bereits zum zweiten Mal mit dem Prädikat „ Best cartridge regardless of price range“ ausgezeichnet hat. Zuweilen beschleicht mich das Gefühl, dass das Edeltonabnehmer-Segment sich inzwischen in einem Preisfenster irgendwo zwischen 4000 und 5000 Euro eingenistet hat. Umso erfreulicher ist es, mal wieder mit Abtastern zu tun zu haben, die etwas erschwinglicher sind: Die Phasemation P-3/P3-G schlagen mit Listenpreisen von circa 1250 beziehungsweise 1750 Euro zu Buche. Sollte man sich auch den laut Hersteller eigens für diese niederohmigen Tonabnehmer entwickelten Übertrager T-3 und/oder die Phasemation Headshell anlachen wollen, addieren sich noch 750 Euro für den kleinen Übertrager – es gibt noch einen großen, den T-3, der bei ca. 2800 Euro liegt – und 250 Euro für das Headshell dazu. Rein rechnerisch liegt der noch zu überprüfende Spaß dann also irgendwo zwischen 1250 und – ach schau an – bei 4800 Euro für die höchste Ausbaustufe. Die Unterschiede zwischen P-3 und P-3G sind laut technischen Daten geringfügiger Natur, die Höreindrücke jedoch größer, als Zahlen und Daten vermuten lassen – doch dazu später mehr:

  • Magnet P-3: NeoDelta; Magnet P-3G: Samarium-Kobalt
  • Nadelnachgiebigkeit P-3: 7,3 x 10-6 cm/dyn (100 Hz); Nadelnachgiebigkeit P-3G: 8,0 x 10-6 cm/dyn (100 Hz)  
  • Gewicht P-3: 10.9 g; Gewicht P-3G: 11,5 g


Die restlichen Angaben sind für beide Tonabnehmer identisch:

  • Ausgangspannung: 0,27 mV bei 1kHz 5 cm/sec
  • Nadelträger: Boron
  • Systemkörper: Duralumin mit spezieller Oberflächenhärtung
  • Frequenzumfang: 10 - 30 000 Hz
  • DC Widerstand: 4 Ohm
  • Kanalgleichheit: < 1 db bei 1 kHz
  • Kanaltrennung: 30 db bei 1 kHz
  • Nadelschliff: Line Contact; 0.03 x 0.003 mil
  • Auflagegewicht: 1.7 bis 2.0 g
  • Abschlusswiderstand: < 10 Ohm mit Übertrager, > 100 Ohm mit Phonoverstärker


Die technischen Daten lassen vermuten, dass die beiden Abtaster sich an mittelschweren respektive schweren Tonarmen wohl fühlen werden. Verschiedene Versuche am Origin Live Encounter MK2, einem alten Decca-Einpunkter und Kenwood KD-8030 bestätigten dies relativ schnell: Daher beschloss ich, sämtliche nachfolgenden Versuche am Thomas Schick 12“-Tonarm und am magnetgelagerten Robert Fuchs 12“-Tonarm weiterzuführen. Soviel vorab: Mit einer schweren Headshell an einem mittelschweren Arm funktionieren beide Tonabnehmer zwar sehr gut – hier kann das Phasemation Headshell mit einem Gewicht von 16,2 g je nach Arm ein guter Spielpartner sein – jedoch neigen die beiden Systeme dazu, sich mit den etwas schwereren Vertretern der Tonarmzunft noch eine Spur harmonischer zu paaren.

Optisch kaum zu unterscheiden, präsentieren sich P-3 und P3-G als klanglich ungleiche Brüder – was auf die Unterschiede in den Magnetwerkstoffen und dem Spulenmaterial zurückzuführen ist
Optisch kaum zu unterscheiden, präsentieren sich P-3 und P3-G als klanglich ungleiche Brüder – was auf die Unterschiede in den Magnetwerkstoffen und dem Spulenmaterial zurückzuführen ist

Prinzipiell gestaltet sich der Einbau der beiden Phasemation aufgrund ihres rechtwinklingen Korpus recht einfach, allerdings kann die konstruktionsbedingte, eingeschränkte Sicht auf Nadel/Nadelträger doch noch ein wenig Mühe bereiten. Experimente mit Auflagekraft und VTA bleiben anschließend natürlich nicht aus. Aber wer das Beste aus seinem System herausholen will, kommt um solche Versuche ja bekanntlich nicht herum – ganz gleich um welchen Abtaster es sich handelt. Sowohl am Schick-, als auch am Fuchs-Tonarm ist eine penibel genaue Parallelausrichtung zum Tonträger wichtig, um die Eigenschaft herauszukitzeln, die ich mit dem Adjektiv „satt“ als hervorstechendstes Merkmal von P-3 und P-3G beschreiben würde. Dabei bevorzugten P-3/P3-G eine Auflagekraft von 1,9/1,85 g am Schick- und 1,85/1,8 g am Fuchs-Tonarm. Doch „satt“ ist nicht gleich „satt“: P-3 und P-3G offenbaren zwei recht unterschiedliche klangliche Ausrichtungen von „Sattheit“. Während beide Abtaster eine weiträumige und farbenprächtige Darstellung teilen, spielt das P-3 direkter und unverblümter auf als das P-3G – mit ordentlich Cochones in der Hose. Das P-3G dagegen, gibt sich etwas vornehmer und verblüfft mit Feingeist und Contenance. Es ist erstaunlich wie die eineiigen Zwillinge, aufgrund der unterschiedlichen Magnetwerkstoffe und dem etwas reineren Kupfer im Spulenmaterial des P-3G in Sachen Persönlichkeit auseinandergehen.


Beide Systeme empfinde ich als ausgesprochene stimmige Allrounder. Dennoch wurde nach den ersten Vinyl-Kostproben, mit denen ich die beiden Abtaster fütterte, deutlich, welches Material ihrem jeweiligen Gaumen besonders schmeichelte. Ich würde sogar so weit gehen und mich trauen, diesen Ratschlag zu geben: Wer etwas mehr Klassik in seinem Plattenrepertoire sein eigen nennt, sollte zum P3-G greifen. Wer Pop/Rock, Minimal-Jazz oder Elektronik bevorzugt, wird mit dem P-3 seine Freude haben. Man möge man mich bitte nicht bis ans Ende meiner Tage auf diese gutgemeinte Empfehlung festnageln – am Ende des Tages bleiben Geschmäcker nun mal ein unergründliches Geheimnis. Für die ersten A-/B-Vergleiche mussten drei Scheiben herhalten: Recomposed By Carl Craig & Moritz von Oswald, Music By Ravel & Modest Mussorgsky (Deutsche Grammophon), Talk Talk, Laughing Stock (Verve/Parlophone) und du Pré/Barenboim, Elgars Cello Concerto, Op.85 (CBS).  Das trocken-rauhe Klangbild von Laughing Stock vermochte das P3 insgesamt geradliniger und unmittelbarer darzustellen als das P3-G. Dies wiederum punktete bei Elgars Konzert für Violoncello, Op.85: Die beeindruckende Präsenz der Aufnahme, speziell das leichtfüßige Spiel Jacqueline du Prés, gab das P3-G mit einer nicht vom Gesamtgeschehen ablenkendenden Detailfülle wieder, dass es eine Wonne war. Bei Klassik-Elektronik-Hybriden „Movement 1 & 2“ – frei nach Ravel – von den beiden Dub- und House-Innovatoren Oswald & Craig wurde es dann allerdings ein wenig schwieriger. Hier pochten zwei Herzen in meiner Brust: eins für das P3 wegen der elektronischen, das andere für das P3-G wegen der gesampelten Original-Momente der Karajan-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern. Und das bestätigte wiederum meine ersten Eindrücke hinsichtlich der Musikfaibles der jeweiligen Tonabnehmer.

Der günstigere der beiden Übertrager aus der Phasemation-Produktpalette vermag, harmonisch in den Phonzweig integriert, noch mehr Freude aus P-3/P-3G herauszuholen.
Der günstigere der beiden Übertrager aus der Phasemation-Produktpalette vermag, harmonisch in den Phonzweig integriert, noch mehr Freude aus P-3/P-3G herauszuholen.

Nun rät Phasemation zur Verwendung der hauseigenen Übertrager T-1 oder T-3, um die beiden MC-Abtaster zur vollen Klangblüte zu bringen. Ich bat Axxis Europe um die preisgünstigere Variante der beiden. Ich muss zugeben, dass ich kein Freund des zusätzlichen Aufwands bin, der mit der Integration eines externen MC-Übertragers in einen Phonozweig verbunden ist. Das soll nicht heißen, dass externe MC-Übertrager in meinen Augen keine Existenzberechtigung besitzen. Ich habe durchaus sehr überzeugende Tonabnehmer/Übertrager-Kombinationen gehört, jedoch mussten sich diese meistens mit einem Extra-Investment an Zeit und Geduld erkauft werden. Viele solcher Paarungsversuche, deren Zeuge ich wurde, scheiterten oftmals schon an der Aufstellung beziehungsweise Verbindung: kaum ein Übertragerbesitzer, der nicht anfänglich mit Brummproblemen zu kämpfen hatte. Oftmals werden die Vorteile, die Übertrager bieten können, durch die Wahl der falschen Signalverbindung in Art und Länge sowie durch Fehlentscheidungen hinsichtlich der individuell richtigen Übertrager-Impedanz erheblich geschmälert. Auch der T-1 ist vor Einstreuungen nicht gefeit und verlangt daher nach einer sorgfältigen Auswahl des Aufstellungsortes und der (geschirmten) NF-Verbindung. Ein kurzer Signalweg zum nicht symmetrisch aufgebauten T-3 und auch zum Phonovorverstärker ist daher durchaus nicht unwichtig.

Auch beim T-3 kommt man um die Beschäftigung mit Aufstellung und NF-Verbindungen nicht herum
Auch beim T-3 kommt man um die Beschäftigung mit Aufstellung und NF-Verbindungen nicht herum

Da der T-3 von Haus aus als klangfördernde Maßnahme für P-3 und P-3G entwickelt wurde, entfallen natürlich Anpassungsprobleme hinsichtlich der Impedanz. Sollte man auf MC Step-Ups aus eigenem Besitz zugreifen wollen, sollten diese niederohmiger Natur sein. Nach einigen wenigen Versuchen und der entsprechenden Einspielzeit kann ich durchaus nachvollziehen, warum Phasemation zu den hauseigenen Übertragern rät: Die beschriebenen Tugenden des P-3 und des P-3G werden im wahrsten Sinne des Wortes verstärkt – dem „Satten“ gesellen sich „Saft und Kraft“ und ein unüberhörbarer Schuss „analoger Wärme“ dazu.


Der T-3 wartet mit folgenden technischen Daten auf:

  • Gehäuse: außen Edelstahl, innen Kupfer
  • Trafokern: Super-Perm-Alloy
  • Frequenzumfang: 10- 50 000 Hz (+/-2 dB)
  • Verstärkungsfaktor: 26 dB
  • empfohlene Tonabnehmerimpedanz: 5 - 40 Ohm
  • empfohlener Anschlusswiderstand: 47 KOhm
  • Anschlüsse: Cinch, vergoldet
  • Abmessungen (B/H/T): 133/85/129 mm
  • Gewicht: 1,06 kg


Das CS-1 Headshell kann auch für Nicht-Phasemation-Tonabnehmer ein hervorragender Partner sein – die richtige Balance vorausgesetzt
Das CS-1 Headshell kann auch für Nicht-Phasemation-Tonabnehmer ein hervorragender Partner sein – die richtige Balance vorausgesetzt

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum CS-1 Headshell von Phasemation: Mit 250 Euro ist dieses sicherlich kein Schnäppchen. Optisch passt das aus Duralumin gefertigte Headshell mit Polyurethan-beschichteten Kabeln aus hochreinem Kupfer natürlich ganz ausgezeichnet zu den beiden Phasemation Abtastern. Durch eine spezielle, oberflächengehärtete Legierung, „hart wie Diamant“, sollen Resonanzen auf ein Minimum reduziert werden. Die Kombinationen von CS-1 und P-3/P-3G drücken sich in einer Straffung und gesteigerten Präzisierung des Klangbilds aus – ohne die großartige Räumlichkeit der beiden Tonabnehmer in irgendeiner Weise einzuschränken. Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass Phasemation Systeme und Headshell zusammen circa 28 Gramm auf die Waage bringen – die müssen erst mal ausbalanciert werden.

STATEMENT

Die Entwickler von Phasemation haben mit P-3/P-3G, dem Übertrager T-1 und der CS-1 Headshell ganze Arbeit geleistet und die analoge Welt um eine Nuance bereichert – egal, ob man jede Komponente einzeln für sich betrachtet oder miteinander kombiniert. Speziell die beiden Tonabnehmer warten mit einem phantastischen Preis-Leistungsverhältnis auf!
GEHÖRT MIT
Vorverstärker Fonel Renaissance
Endstufen Tubeguru/DPA EL156 SE Monoblocks
Kabel Manfred Kruse NF, Gregg Straley’s Reality Cables LS
Phonoverstärker Tubeguru/DPA Reference
Plattenspieler Garrard 301, Loricraft Netzteil, CartridgeMan Mat mit Thomas Schick 12“, Denon DL-103 Lignolab-Gehäuse, Yamamoto Ebony Headshell und mit Decca London Tonarm, Decca SuperGold, Paratrace, CartridgeMan Isolator
  Nottingham Analogue Hyperspace, Dr. Fuß Netzteil mit Robert Fuchs 12“, Lyra Kleos und mit Origin Live Encounter MK2, Audio Technica AT33PTG
  Kenwood 8030 mit Oayide Mat und Sony XL-33
Subwoofer XTZ SubAmp 1
Lautsprecher Bastanis Atlas Dipolbass-Version
Racks TAOC LS-3
Zubehör Audio Exklusiv d.C.d. Base & Silentplugs, FPH Akustik-Schwingungsdämpfer, Duende Criatura Dämpfungsringe
Strom MFE Netzleiste, Bastanis Reference Power Chords

 

VERTRIEB
AXISS Europe e.K.
Anschrift Arturo Manzano
Lorsbacher Str. 31
65719 Hofheim am Taunus
Büro S. Kohlmann
Haneckstraße 32
65719 Hofheim/Ts.
Tel./Fax 0 61 92-2 96 64 34
E-Mail axisseurope@aol.com
Internet www.axiss-europe.de

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Freitag, 06 Juli 2012 02:00

Wirkungsgrad von Lautsprechern

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Anfang des 20. Jahrhunderts hatten alle Lautsprecher zwangsläufig einen hohen Wirkungsgrad, weil die vorhandenen Verstärker nur Ausgangsleistungen im einstelligen Bereich hatten. Mittlerweile ist Verstärkerleistung in fast beliebiger Größe verfügbar, so dass sich die Frage stellt, wozu diese effizienten Lautsprecher überhaupt noch nötig sind.

Auf der High End waren ja wieder die Koreaner mit dem Western Electric 15A Horn vertreten und konnten eindrucksvoll zeigen, was mit der Ausgangsleistung einer 300B (allerdings push pull) in dem riesigen Raum alles möglich ist. Technologie von circa 1930.

Neben dem Western Electric Modell 15A rechts erscheint die „wohnzimmerfreundliche“ Variante von GIP Laboratories Japan ganz links schon fast winzig
Neben dem Western Electric Modell 15A rechts erscheint die „wohnzimmerfreundliche“ Variante von GIP Laboratories Japan ganz links schon fast winzig

Damit möchte ich keineswegs darauf hinaus, dass alt automatisch gut ist und neu ist automatisch schlecht. Ich möchte eigentlich nicht zwischen historischem Sound und modernem Sound unterscheiden, sondern nur zwischen gutem und schlechtem.

Aber zurück zum Thema. Der Schalldruck wird in Bel, nach dem Physiker Graham Bell angegeben. Um praktikable Zahlen zu bekommen, nimmt man ein Zehntel von Bel, also Dezibel, abgekürzt dB. Dies ist keine Einheit wie Gramm oder Liter, sondern eine Verhältniszahl. Sie gibt die Differenz zwischen zwei Werten an. Möchte man einen absoluten Wert haben, so muss man einen Bezugspunkt definieren. Bei Schallpegelmessungen – dB SPL – nimmt man dafür die Hörschwelle eines gesunden Menschen her. Um die Sache nicht zu verkomplizieren nehme ich zwei für uns wichtige Statements  heraus:

  • Der Schalldruckpegel nimmt bei Verdoppelung der Entfernung um 6dB ab.
  • Zur Erhöhung des Schalldruckpegels um 3dB wird die doppelte Verstärkerleistung benötigt.


Mit dieser Infomation betrachten wir einmal – quick and dirty - einen Lautsprecher mit einem Kennschalldruck von 85dB pro Watt und Meter, was heutzutage eher die Norm ist. Wir sitzen in einem Wohnraum in einer Entfernung von 4m vor dem Lautsprecher. Der Einfachheit halber stellen wir uns einen Schalldruck am Hörplatz von 85dB vor. Dies ist bereits eine knackige Lautstärke und ein Bereich, bei dem in gewerblichen Betrieben ein Hörschutz vorgeschrieben ist. Wer diesem Pegel jahrelang ausgesetzt  ist, muss mit Hörschäden rechnenden. Zudem wünschen wir uns einen Headroom von circa 20dB, damit die Anlage nicht bei der ersten Tutti-Passage sofort schlapp macht. Dies beruht auf einer Empfehlung von Paul Klipsch, festgestellt durch seine eigenen Messungen symphonischer Musik. Unser Lautsprecher liefert also in 1m Entfernung mit einem Watt Ausgangsleistung vom Verstärker einen Schalldruck von 85dB. An unserem Hörplatz in 4m Entfernung bleiben davon nur noch 73dB übrig. Um auf unsere gewünschten 85dB am Hörplatz zu kommen muss der Verstärker 16 Watt bereitstellen. Bisher kein Problem. Jetzt hatten wir uns ja noch einen Headroom von 20 dB gewünscht, dies entspräche einem Schalldruckpegel von 105dB. Dies ist übrigens ein Wert, der auf dem Oktoberfest im Bierzelt als Spitzenwert durchaus erreicht wird. Um diesen zu realisieren, benötigen wir eine Verstärkerleistung von 1590 Watt. Da wird die Luft dann schon dünner. Was sagt eigentlich die Schwingspule zu dieser Verstärkerleistung?

Die ersten grünen Lautsprecher, 103 dB Wirkungsgrad, pneumatische Schallerzeugung, Null Stromverbrauch!
Die ersten grünen Lautsprecher, 103 dB Wirkungsgrad, pneumatische Schallerzeugung, Null Stromverbrauch!

 

Wie sieht dies nun bei einem Hochwirkungsgrad-Lautsprecher aus? Ein Hornsystem mit 105dB/W/m Kennschalldruck und einem Watt Ausgangsleistung am Verstärker liefert am Hörplatz in 4m noch einen Schalldruckpegel von 93dB. Um 105dB zu erreichen, werden nur 16 Watt benötigt. Einen Hinweis zu einer kleinen Entschärfung des Problems gibt es aber dennoch: üblicherweise hören wir ja Stereo mit zwei Lautsprechern. Hier spricht man dann in der Akustik von zwei inkohärenten Schallquellen. Dies bedeutet, dass der linke Lautsprecher ein anderes Signal wiedergibt als der rechte. In diesem Fall erhöht sich der Schalldruckpegel um 3dB. Unser Bolide aus dem Beispiel müsste dann „nur“ noch 795 Watt abgeben, am Hochwirkungsgrad-Lautsprecher 8 Watt. Mit 8 Watt wären wir aber bereits im Hoheitsgebiet einer 300B. Oder einer Hiraga Le Monstre beispielsweise.

Einige Unklarheiten gibt es immer wieder bei dem Begriff Wirkungsgrad, dieser beschreibt nur das Verhältnis von zugeführter zu abgegebener Leistung. Er hat also nichts mit dem Kennschalldruck dB/W/m zu tun, der manchmal von den Herstellern angegeben wird. Die Lautsprecherhersteller nennen ungern den Wirkungsgrad ihrer Lautsprecher in Prozent, bei einem Kennschalldruck von 85dB/W/m wären das nämlich nur 0,2%! Dies bedeutet, dass nur zwei Promille der Verstärkerleistung in Schallenergie umgesetzt werden, den Rest muss die Schwingspule in Form von Wärme loswerden. Nicht ganz unproblematisch. Bei besagtem Horn wären es immerhin 20%, die in Schallenergie umgesetzt werden.

Wirkungsgrad

in Prozent

Kennschalldruckpegel

Verstärkerleistung in Watt

0,2

20%

105 dB

200

0,1

10%

102 dB

100

0,05

5%

99 dB

50

0,02

2%

95 dB

20

0,01

1%

92 dB

10

0,005

0,50%

89 dB

5

0,002

0,20%

85 dB

2

0,001

0,10%

82 dB

1


In der Tabelle kann man auch erkennen, wie die Verstärkerleistung zunimmt, wenn man den Schalldruck in 3 beziehungsweise 4dB-Schritten erhöht.

Im Zusammenhang mit dieser Tabelle kommt dann die typische Frage: Wie viel dB ist denn doppelt oder dreimal so laut? Hier muss man unterscheiden zwischen subjektiv empfundener Lautstärke und objektiv gemessenem Schalldruck. Wobei ich zugeben muss, dass ich bei der Vorstellung von doppelt so laut auch meine Probleme habe. Wann ist der Leberkäs nur noch halb so warm? Dies gehört in den Bereich der Psychoakustik (nicht der Leberkäs); üblicherweise nimmt man einen Wert von 10 dB für die doppelt so laut empfundene Lautstärke. Es gibt allerdings auch Untersuchungen, die hierfür einen Wert von 6dB angeben.

Ein anderer Punkt wird noch gerne übersehen, nämlich der Zusammenhang zwischen der Verstärkerleistung und der Nennimpedanz des Lautsprechers. Laut Definition darf die Nennimpedanz maximal um 20% unterschritten werden. Bei einem 4 Ohm Lautsprecher wären dies 3,2 Ohm. Wenn man also eine Nennimpedanz von 8 Ohm mit einem Minimum von 2 Ohm findet, stimmt irgend etwas nicht. Das nur nebenbei.

Oftmals wird die Empfindlichkeit eines Lautsprechers bei 2.83V Ausgangsspannung gemessen. Diese Spannung ergibt sich nach der Formel P= U²/R für eine reine 8 Ohm Last bei einem zugeführten Watt. Liegt diese Spannung an einer 4 Ohm Last, so wäre die zugeführte Leistung 2 Watt. Um auf den Vergleichswert von 1 Watt zu kommen, muss man dann von dem Kennschalldruck 3 dB abziehen. Vereinfacht ausgedrückt ist der 8 Ohm Lautsprecher bei gleichem Kennschalldruck empfindlicher als das 4 Ohm Modell.

Nun könnte man doch einfach den Schalldruck durch Parallelschalten mehrerer Chassis erhöhen. Dezibel sind allerdings logarithmische Einheiten, man kann die Zahlen hier nicht einfach addieren. Deshalb erhöht sich der Schalldruck bei kohärenten, also das gleiche Signal abgebenden Schallquellen nur um 6dB. Wegen der Impedanzhalbierung bei Parallelschaltung muss der Verstärker die doppelte Leistung abgeben; bezogen auf 1 Watt Ausgangsleistung nimmt der Kennschalldruck dann nur um 3 dB zu. Dies ist sehr vereinfacht dargestellt, weil auf Grund von Phasenproblemen bei eng zusammen liegenden Chassis die Pegel nicht so ohne Weiteres addiert werden können. Übrigens, auf einen verbreiteten Irrtum möchte ich noch hinweisen: durch parallel schalten mehrerer Basschassis kann keine tiefere Basswiedergabe erreicht werden! Es steigt lediglich der Schalldruck.

Nun gibt es Basschassis, beispielsweise aus der PA-Szene, die einen Wirkungsgrad von 100dB aufweisen und trotzdem nicht mit einem 3 Watt Röhrenverstärker vernünftig spielen. Diese Chassis sind für einen völlig anderen Anwendungszweck konstruiert worden und benötigen meistens einen Verstärker, der auch genügend Strom zur Verfügung stellen kann. Dies ist üblicherweise keine Stärke von Röhrengeräten. Deshalb gilt – wie immer – vor dem Kauf probieren. Der Wirkungsgrad alleine ist noch kein Garant dafür, dass der Lautsprecher auch mit Kleinleistungsverstärkern funktioniert.

Die Chassis von GIP Japan sind Nachbauten alter Western Electric Modelle mit hohem Wirkungsgrad, leider unbezahlbar
Die Chassis von GIP Japan sind Nachbauten alter Western Electric Modelle mit hohem Wirkungsgrad, leider unbezahlbar

 

Aber das ist jetzt natürlich erst eine Seite der Medaille. Ein volles Brett in der Rockmusik geht also einwandfrei mit unserem 2000 Watt Boliden. Was ist aber mit den ganzen Feinheiten und Nuancen in der Musik, wodurch sich beispielsweise eine Stradivari von einer anderen Violine unterscheidet? Hierfür sind die Obertöne entscheidend, und nicht nur die erste Oktave über dem Grundton, sondern eben auch darüber. Diese liegen im Pegel erheblich unter den 85dB Abhörpegel aus dem Beispiel, sagen wir einmal 20 bis 30dB. Hier muss unser Bolide nur circa 1,6 Milliwatt bereitstellen, bei geringeren Pegeln noch erheblich weniger. Hier sind Verstärker im Kleinleistungsbereich eindeutig im Vorteil; diese brauchen dann aber wieder Lautsprecher mit hohem Wirkungsgrad.

Jetzt kommt natürlich die Frage, war das schon alles? Als erste haben die Jungs von L’Audiophile in Paris in den 70ern festgestellt, dass zwischen einzelnen Kondensatoren tonale Unterschiede bestehen. Dies war in der damaligen Zeit ein absolutes Novum. Hören konnten sie dies, weil sie eben Hornsysteme mit über 100dB Kennschalldruck benutzt haben. Zudem ist bei Hochwirkungsgrad-Lautsprechern die Ansprechschwelle sehr gering, geringste Signale werden schon in Membranbewegungen umgesetzt. Dies bedeutet, dass man damit auch leise sehr gut Musik hören kann. Hörner bieten bei geringen Lautstärken einen wesentlich höheren Dynamikumfang als herkömmliche Lautsprecher. Die Ansprechschwelle hängt natürlich auch noch von anderen Chassisparametern ab wie beispielsweise der mechanischen Güte Rms. Das andere Extrem funktioniert natürlich genauso gut. Die explosive Dynamik eines alten WE Horns muss man einfach einmal erlebt haben, damit man weiß, wo der Hammer hängt.

Hochwirkungsgrad-Lautsprecher müssen nicht unbedingt die Größe eines Kleiderschranks haben. Hier ein System von Cessaro mit dem Entwickler, Dieter Krebs
Hochwirkungsgrad-Lautsprecher müssen nicht unbedingt die Größe eines Kleiderschranks haben. Hier ein System von Cessaro mit dem Entwickler, Dieter Krebs

Keine Nachteile? Doch natürlich. Nichts ist umsonst in der Physik. Wenn man die drei Eigenschaften Wirkungsgrad – Tiefbass – Gehäusegröße nimmt, so kann man nicht unabhängig voneinander alle drei Faktoren optimieren. Kleines Gehäuse, hoher Wirkungsgrad und linear bis 20Hz geht einfach nicht. Ein Hochwirkungsgrad-Chassis hat entweder wenig Bass oder benötigt ein großes Gehäuse. Umgekehrt hat ein Basschassis mit Tiefgang im kleinen Gehäuse keinen hohen Wirkungsgrad.

Zweitens kann der hohe Wirkungsgrad und die damit verbundene feine Auflösung natürlich auch Probleme machen, das kleinste Rauschen einer Röhre oder eines Transistors wird dann schnell zum Wasserfall. Mittlerweile sind die seriösen Hersteller aber in der Lage, auch für Chassis über 100dB rauschfreie Röhrengeräte zu bauen. Verfärbungen bei diesen Systemen sind natürlich auch immer ein Thema, dies lässt sich aber lösen. Auch ein linearer Frequenzgang ist durchaus möglich. Dann werden die Treiber und Konstruktionen allerdings teuer.

Hocheffiziente Lautsprecher führen immer noch ein Nischendasein, wenn auch die Zahl der angebotenen Systeme steigt. Allerdings gilt ein Lautsprecher mit 92 dB auch schon als Hochwirkungsgrad Modell. Eigentlich schade, denn manch einer würde mit so einem Modell vielleicht den idealen Lautsprecher finden. Dass diese nicht für jeden Geschmack geeignet sind, ist klar.

Weitere Informationen

  • Imagefolder boulevard/12-07-06_wirkungsgrad
Sonntag, 01 Juli 2012 02:00

B.M.C. Phono MCCI

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Die Phonostufe mit dem größten mir bekannten Einschalter beweist zwar auch optisch Eigenständigkeit, fasziniert aber vor allem durch eine Reihe nicht alltäglicher technischer Lösungen. Dabei nimmt ihr Entwickler gerne in Kauf, dass seine Kreation nicht everbody's darling sein kann.
teaser


Der Schöpfer dieser – man darf wohl sagen – ungewöhnlichen Phonostufe ist Carlos Candeias, der Inhaber und Geschäftsführer der 2009 etablierten B.M.C. Audio GmbH. Schon 1986 gründete er noch während seines Studiums an der TU Berlin seine erste Firma. Ich habe ihn erstmals zehn Jahre später vor einem Test seiner Laufwerks/Wandler-Kombination getroffen und zwar am Sitz von Candeias Audio Engineering in Stade. Seine Firma war damals nicht nur mit äußerst schmucken Komponenten unter dem Familiennamen des Elektroingenieurs am Markt vertreten, sondern entwickelte bereits für renommierte Hersteller aus Fernost. Schon zu der Zeit war es Carlos Candeias wichtig, dass man über jedes noch so kleine Detail seiner Kreationen informiert war, bevor man darüber schrieb. Und das völlig zu recht, boten seine Komponenten doch immer einige zuvor nie gesehene Lösungsansätze.

Ein mittig angebrachtes, großes rundes Element ist für B.M.C.-Komponenten charakteristisch: Bei Verstärkern finden sich hier Zeigerinstrumente, bei unserer Phonostufe der Netzschalter
Ein mittig angebrachtes, großes rundes Element ist für B.M.C.-Komponenten charakteristisch: Bei Verstärkern finden sich hier Zeigerinstrumente, bei unserer Phonostufe der Netzschalter

Den Test des MCCI hatten wir während der diesjährigen High End in München verabredet, dort aber noch nicht über schaltungstechnische Besonderheiten des Entzerrers gesprochen. Mal eben wie vor 16 Jahren in der Fertigungsstätte vorbeizufahren, um Informationen aus erster Hand einzuholen, ist momentan aber leider nicht mehr so einfach möglich, hat Carlos Candeias seinen Lebensmittelpunkt doch konsequenterweise schon 2001 nach China verlegt. Aus der Nähe von Shanghai leitet er Candeias Electronics, ein komplettes Industrieunternehmen mit eigener Entwicklungsabteilung, wie er auf der B.M.C.-Website verrät. Doch ganz anders als vor 16 Jahren spielen heute Entfernungen dank E-Mail, Telefon und Skype keine große Rolle mehr, so dass ich keinesfalls über einen Mangel an Informationen klagen kann.

Schon der Blick auf das Anschlussfeld des MCCI legt den Schluss nahe, dass der Entzerrer vollkommen symmetrisch arbeitet: Carlos Candeias bestückt ein Gerät nicht mit XLR-Buchsen für Ein- und Ausgang, wenn die Schaltung dies nicht vorgibt. Daran ändert auch der Cinch-Ausgang nichts. Die nächste Auffälligkeit ist das Fehlen von Mäuseklavieren oder Buchsen zur Aufnahme von Widerstandssteckern zur Impedanzanpassung des Tonabnehmers. Außerdem besteht keine Möglichkeit, den MCCI für MM- oder MC-Systeme zu konfigurieren. Mit den beiden Drucktasten auf der dunkel verspiegelten Frontplatte lassen sich lediglich die Intensität der Beleuchtung regeln und der Ausgang stumm schalten. Die Aufschlüsselung der Gerätebezeichnung gibt erste Hinweise auf die Eigenheiten der Phonostufe: MCCI steht für Moving Coil Current Injection. Der Entzerrer ist also allein für die Aufbereitung von Signalen von MCs gedacht und arbeitet – wie übrigens in einer von seinen beiden Betriebsarten schon vor Jahren der famose Antares von Omtec – mit einer Stromkopplung, so dass die bei einer Spannungskopplung notwendige Impedanzanpassung überflüssig ist.

Seine Current Injection genannte Variante der Stromkopplung, so Carlos Candeias, verwende, wie der Name schon sagt, den Strom, den das Tonabnehmersystem generiert. Die erste Stufe seiner selbstverständlich diskret aufgebauten Schaltung könne man als einen cleveren Strom/Spannungs-Konverter bezeichnen, der den vom System erzeugten Strom in eine höhere Spannung wandle, wobei an dieser Stelle auch der erste Teil der RIAA-Entzerrung vorgenommen werde. So könne die Frequenzgangkorrektur einerseits passiv, also ohne Gegenkopplung und auch ohne die sonst bei passiven Lösungen nötige Überverstärkung realisiert werden. Allerdings funktioniere diese Schaltungsauslegung nur in der symmetrischen Variante, was aber kein Problem darstelle, da ja alle Tonabnehmer konstruktionsbedingt eine erdfreie symmetrische Quelle seien. Mich braucht Carlos Candeias von den Vorzügen eines symmetrischen Entzerrers nicht mehr zu überzeugen. Allein die Immunität gegen Einstreuungen, Radioempfang oder Knackser beim Einschalten von Lampen rechtfertigen in meinen Augen den Mehraufwand – um von den klanglichen Vorteilen zum Beispiel durch einen größeren Headroom ganz zu schweigen.
Der MCCI verfügt konsequenterweise nur über einen symmetrischen Eingang. Bei den Ausgängen hat man die Wahl. Auch wenn bei einem XLR-Kabel die Masse mitgeführt werden kann, würde ich mir eine Erdungsklemme wünschen, beispielsweise um die Masse des Laufwerk damit zu verbinden
Der MCCI verfügt konsequenterweise nur über einen symmetrischen Eingang. Bei den Ausgängen hat man die Wahl. Auch wenn bei einem XLR-Kabel die Masse mitgeführt werden kann, würde ich mir eine Erdungsklemme wünschen, beispielsweise um die Masse des Laufwerk damit zu verbinden

 

Während das Tonabnehmersystem bei einer Spannungskopplung im oberen Frequenzbereich durch Lastwiderstände bedämpft werden müsse, die jedoch nur Energie vernichteten, und man einen Kompromiss zwischen ausreichender Dämpfung und nicht zu großem Energieverlust zu finden habe, werde das System bei der Stromkopplung elektrisch so strak bedämpft, dass es perfekt kontrolliert werde, ohne dabei Energie zu vernichten, erklärt Carlos Candeias. Daher sei eine Impedanzanpassung bei seiner Schaltung keinesfalls nötig.

Der zweite Teil der RIAA-Entzerrung findet in der zweiten, rein spannungsverstärkenden Stufe statt. Diese sei leicht zu bauen, gibt Carlos Candeias zu Protokoll, da die Eingangsspannung hier schon relativ hoch liege. An dieser Stelle kann dann eine Einstellung der Verstärkung vorgenommen werden, um sie der Effektivität – und nicht der Ausgangsspannung! – des Systems anzupassen. Die Effektivität ergibt sich etwas pauschal betrachtet aus dem Verhältnis von generierter Spannung und Innenwiderstand des Tonabnehmers: So besitzen zum Beispiel ein System mit 0,28 Millivolt und 15 Ohm Impedanz und ein High Output MC mit 2,8 Millivolt und 150 Ohm eine ähnliche Effektivität. Und das hat zur Folge, dass nach der ersten Stufe der Direct-Injection-Schaltung annähernd dieselbe Spannung zur Verfügung stehen. Bei der Eingangsstufe – oder in der Terminologie des Entwicklers: dem Strom/Spannungs-Konverter – ist eine Verstärkungseinstellung prinzipbedingt nicht nötig.

In der zweiten Stufe des MCCI wird nicht nur die zweite RIAA-Frequenzgang-Entzerrung vorgenommen, sondern auch die sogenannte Neumann-Korrektur, die durch das Umsetzen eines Jumpers im Inneren allerdings auch deaktiviert werden kann. Carlos Candeias plädiert allerdings für ihre Verwendung: „Die klassische RIAA-Entzerrung läuft zu hohen Frequenzen hin mit unendlicher Dämpfung aus. Umgekehrt setzt dies voraus, dass die Schallplatten zuvor mit unendlicher Verstärkung zu hohen Frequenzen hin geschnitten wurden, was natürlich unmöglich ist. Insofern ist die klassische RIAA immer falsch! Für die Begrenzung zu hohen Frequenzen hin gibt es seit mehreren Jahrzehnten einen quasi-Standard vom Schneidmaschinen-Hersteller Neumann. Der Unterschied der Neumann-Korrektur im Pegel ist zwar klein, aber sehr gut hörbar. Die Phasen-Korrektur am oberen Ende des Übertragungs-Bereichs ist sogar noch wichtiger.‟ Schon überzeugt: Während des Tests bleibt die Neumann-Korrektur in Betrieb.

Die Signalverarbeitung geschieht natürlich strikt kanalgetrennt. Die Kabel führen das Ausgangssignal zu den Buchsen
Die Signalverarbeitung geschieht natürlich strikt kanalgetrennt. Die Kabel führen das Ausgangssignal zu den Buchsen

Verzichten werde ich allerdings auf das Subsonic-Filter und zwei weitere, per Jumper zu aktivierende Frequenzgangmanipulationen, deren Einsatz B.M.C. bei „Aufnahme-Fehlern‟ oder „etwas bass-armen Tonabnehmer/Tonarm-Kombinationen‟ empfiehlt. Damit ließe sich der unterste Tiefbass und/oder der „Wärme-Bereich‟ ein wenig anheben. Eigentlich keine schlechte Idee: Dank einer leichten Abweichung vom linearen Pfad der Tugend ermöglich der MCCI auch Besitzern nicht idealer Arm/System-Kombinationen genussvolles Hören. Es macht sowieso Sinn, beim schrittweisen Upgrading seiner analogen Quelle mit dem MCCI zu beginnen, denn seine schaltungstechnischen Spezialitäten dürften in einigen Fällen die Bewertung von Tonabnehmern über den Haufen werfen, die man mit eher konventionellen Phonostufen vorgenommen hat. Wenn auch fast alle MCs und auch High-Output-MCs gut mit dem MCCI funktionieren, so harmonieren doch System mit recht hoher Ausgangsspannung bei gleichzeitig niedrigem Innenwiderstand ganz besonders gut mit der Current-Injection-Schaltung. Und da fallen gewiss nicht nur mir die Kreationen ein, an deren Entstehen Matsudaira beiteiligt war, wie etwa das MY Sonic Lab oder AirTights PC-1 (Supreme). Auch einige neue Lyras und Ortofons A90 hat Carlos Candeias auf seiner Favoritenliste. Doch experimentieren Sie – wenn möglich – selbst. Ich folge einfach der Empfehlung des Entwicklers und nehme eines meiner Lieblingssysteme: das Supreme, denn das Lyra Olympus ist gerade in Japan, um für den Vergleich mit dem Atlas fit gemacht zu werden.

Doch bevor wir zum Klang des MCCI kommen, noch schnell ein Blick ins Innere des Gehäuses: Rechts befinden sich die beiden vierlagigen Signalplatinen für je einen Kanal. Die erste Stufe befindet sich unter einem verkupferten Schirmgehäuse aus Eisenblech und erlaubt nur durch einige schmale Schlitze zur Belüftung den Blick auf die SMD-bestückte Platine. Leider werden die Schrauben der Schirmdeckel mit Muttern unterhalb der Platinen gesichert, so dass man den Entzerrer beinahe komplett hätte zerlegen müssen, um auch diesen Teil der Schaltung abzulichten. Laut Auskunft des Entwicklers arbeiten in der Eingangsstufe zehn Spezialtransistoren mit hoher Stromverstärkung und einer typischen Rauschzahl von 0,3 Dezibel. Die Parallelschaltung reduziere das statistische Rauschen dann noch einmal um zehn Dezibel. Die verwendeten Metallfilm-Widerstände in Dünnfilm-Ausführung wiesen eine Toleranz vo lediglich 0,5 Prozent auf und seien aufgrund ihrer kappenlosen Bauart induktionsfrei. Die dank ihrer Wicklung ebenfalls induktionsfreien Polystyrene-Kondensatoren besäßen keine Eigenresonz und die „Balanced Current‟-Elektrolytkondensatoren der Stromversorgung zeigten eine symmetrischen Strom-Kennlinie und seinen üblichen Elkos weit überlegen.



Die spezielle Current-Injection-Schaltung wir von verkupferten Stahlblechhauben abgeschirmt und ist in SMD-Technik aufgebaut
Die spezielle Current-Injection-Schaltung wir von verkupferten Stahlblechhauben abgeschirmt und ist in SMD-Technik aufgebaut

Apropos Stromversorgung: Die ist auf der Platine ganz links im Gehäuse untergebracht und als Schaltnetzteil ausgeführt. Da ich die in audiophilen Kreisen verbreiteten Vorurteile gegen eine solche Lösung kenne und eher gefühlsmäßig denn technisch begründet in gewissem Rahmen auch teile, bat ich Carlos Candeias, seine Entscheidung für diese Art Netzteil kurz zu erläutern, was er auch bereitwillig, aber nicht wirklich kurz tat: Grundsätzlich gelte, dass man jede Art von Netzteil gut oder schlecht bauen könne. Schaltnetzteile hätten aber immer dann gute Ergebnisse gezeigt, wenn die Last nicht zu hoch sei und relativ wenig variiere. Beim MCCi käme die einzige Varianz vom Dimmer der Beleuchtung, nicht jedoch vom Verstärker, und die benötigte Leistung sei niedrig. Top-Schaltnetzteile filterten nicht einfach Schaltschmutz weg, sondern minimierten diesen bereits bei seiner Entstehung. Kleineren Restkomponenten würden mit einer aufwändigen Filterung und ungewöhnlicherweise auch mit einer Menge Speicherkapazität entgegengewirkt. Darüber hinaus eliminiere ein aktiver Gyrator auf der Primärseite den Netzbrumm vollständig. Die Summe dieser Maßnahmen führe zu einer Spannungsversorgung, die im Audio-Bereich eine niedrige und konstante Impedanz über die Frequenz habe und deren Störspektrum oberhalb von 80 Kilohertz liege. Da Phonostufen extrem empfindlich im Brumm-Bereich sind und oberhalb von 80kHz im Grunde keine Verstärkung mehr haben, sei ein hochwertiges Schaltnetzteil hier schlicht die beste Lösung. Wenn der MCCI jetzt auch noch überzeugend klingt, dürfte es an der Zeit sein, von einem weiteren wohlgehegten Vorurteil Abschied zu nehmen.

Der B.M.C. findet erst einmal direkt auf einer Ebene eines Pagode-Racks ein Plätzchen und darf sich eine paar Tage am Netz akklimatisieren, kam er doch fabrikneu in Gröbenzell an. Ich bringe es aber nicht übers Herz, ihn per beigepackten Netzkabel mit dem Stromnetz zu verbinden und spendiere ihm sogleich ein HMS-Kabel. Auch wenn der MCCI noch nicht eingespielt ist, höre ich schon bei den ersten Scheiben recht genau hin, genau genommen sogar vor der ersten LP: Ich drehe den Lautstärkeregler ein gutes Stück nach rechts – weit über die beim Musikgenuss übliche Einstellung hinaus – und vernehme erstaunt, dass dabei zwar das Rauschen lauter wird, aber nicht die geringste Brummkomponente ans Ohr dringt. Die tonale Zusammensetzung des Rauschens unterscheidet von der der meisten Phonostufen. Insgesamt liegt der etwas höhenbetonte Störteppich deutlich unter dem Rillengeräusch und ein wenig über dem, was die zum Vergleich herangezogenen symmetrischen Einstein-Phonostufen hören lassen. Aber die haben jetzt erst einmal ein, zwei Wochen Pause, da es gilt, dem MCCI zu ein paar Betriebsstunden zu verschaffen.

Die „Load Effect Free‟-Ausgangsstufe soll sich auch von großen Kabellängen nicht beeindrucken lassen
Die „Load Effect Free‟-Ausgangsstufe soll sich auch von großen Kabellängen nicht beeindrucken lassen

Gleich von Beginn an begeistert der B.M.C. mit einer unbändigen Spielfreude. In puncto Dynamik bleiben keine Wünsche offen. Auch Durchzeichnung und Raumillusion können auf Anhieb überzeugen. Nur bei den Klangfarben vermisse ich einen Hauch Sattheit und Wärme, was aber vor dem Absolvieren einer angemessenen Einspielzeit keine wirkliche Kritik sein kann. Während dieser kommt dann auch mal ein Brinkmann EMT ti zum Zug, das mit über einem Millivolt Ausgangsspannung bei 5 Zentimetern pro Sekunde deutlich weniger Strom liefert als das AirTight, am B.M.C. und daher auch ein wenig leiser rüberkommt – aber klanglich dennoch überzeugt: Die EMT-typisch Wucht im Bass geht keinesfalls verloren, und diese Auflösung und Raumgröße habe ich mit einem EMT sonst nur über deutlich teurere Phonostufen erleben können.


Im Verlauf der Einspielzeit spendiere ich dem B.M.C noch einen Satz Pulsar Points. Die verhelfen dem Entzerrer zwar zu einem Hauch mehr Definition und Luftigkeit, der Effekt ist jedoch keinesfalls dramatisch, was für die mechanische Solidität des B.M.C. spricht. Als dann nach einigen Wochen die Einsteins wieder einmal als Bezugspunkt dienen, sind beim MCCI jegliche Kühle und die Mattigkeit der Farben spurlos verschwunden. Auch in einer Paradedisziplin der Einsteins, der Dynamik, liegen die Leistungen des B.M.C. zumindest gleichauf. Aber Carlos Candeias hatte ja schon prophezeit, dass es sich auszahlt, keine Energie durch Abschlusswiderstände zu „verheizen‟. In fast allen anderen Bewertungskriterien kommt der MCCI meiner persönlichen, mehr als zweieinhalbmal so teuren Referenz unverschämt nahe. Lediglich die Raumillusion der Einsteins gerät noch eine Spur realistischer als die, die der B.M.C. vermittelt und zwar vor allem in der Höhe der Abbildung. Aber dafür werde ich dem rundum überzeugenden MCCI nicht den geringsten Vorwurf machen: Carlos Candeias ist auch mit seiner neuen Firma immer wieder für eine positive audiophile Überraschung gut.

STATEMENT

Gut, es dürfte ein paar MC-Tonabnehmer mit hohem Innenwiderstand und vergleichsweise geringer Ausgangsspannung geben, die prinzipbedingt nicht mit dem MCCI harmonieren werden. Aber egal, ob Sie ein System mit relativ normalen Parametern oder etwa eines aus der Werkstatt von Matsudaira, das der Schaltung des B.M.C. besonders entgegenkommt, mit diesem Entzerrer verbinden: Sie dürfen sich über ein ganz hervorragendes Preis/Genuss-Verhältnis freuen. Daher hat der MCCI sogar mehrfach teurere Tonabnehmer als Spielpartner verdient.
 

Als Siebkapaziäten kommen hier „Balanced Current‟-Elektrolytkondensatoren zum Einsatz. Eine solche Menge ist für Schaltnetzteile jedoch eher unüblich
Als Siebkapaziäten kommen hier „Balanced Current‟-Elektrolytkondensatoren zum Einsatz. Eine solche Menge ist für Schaltnetzteile jedoch eher unüblich

 
GEHÖRT MIT
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm AMG Viella 12‟, Kuzma 4point
Tonabnehmer AirTight PC-1 Supreme, Brinkmann EMT ti
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (sym)
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel Precision Interface Technology, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv d.C.d Base, Feet und Silentplugs

 

HERSTELLERANGABEN
B.M.C. Phono MCCI
Frequenzgang 20 Hz - 20 kHz (+/- 0.25 dB)
Geräuschspannungsabstand > 80dB
THD bei 1 Khz, 4VRMS 0,025%
THD bei 1 kHz, 2V RMS 0,017%
Eingangsimpedanz < 3Ω
Ausgangsimpedanz 100Ω
Subsonicfilter -6dB/10Hz
Leistungsaufnahme (Leerlauf) 20 Watt
Abmessungen (B/H/T) 435/91/350 mm
Gewicht 8kg
Preis 2400 Euro
Garantie 2 Jahre

 

HERSTELLER / VERTRIEB
B.M.C. Audio GmbH
Anschrift Van-der-Reis-Weg 9
59590 Geseke
Telefon +49 2942 9299 7590
Fax +49 2942 9299 7599
E-Mail info@bmc-audio.de
Internet www.bmc-audio.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/12-07-01_bmc

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