Freitag, 28 Dezember 2012 01:00

Transrotor Crescendo

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Im Bergischen Land stellen Jochen und Dirk Räke die wunderschönen Transrotor Plattendreher her. Hifistatement bekam einen komplett bestückten Crescendo Bianco inklusive Phonostufe zum Anhören.
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Ein Traum in Weiß und Silber
Ein Traum in Weiß und Silber

Es war die Krönung eines unerwartet sonnigen Herbsttages. Dieser Abend hatte etwas Besonderes, ja für mich Einmaliges. Das Labes Edel:Content ließ Inga Rumpf und ihre Begleitmusiker für ein neues Vinyl Album aufnehmen. Produzent war Dirk Sommer. Ort des Geschehens ist das Studio des Pianisten JoJa Wendt in Hamburg. Seine Räumlichkeiten schufen eine Atmosphäre, die der Musik der drei Künstler und ihrem Publikum einen angenehm verbindenden Rahmen gaben. Es war ein alle begeisterndes Konzert, auch wenn es für die Musiker eine besondere Anstrengung bedeutet, zu wissen, dass alles auf Zwei-Spur-Band aufgezeichnet und anschließend keine Korrektur der Aufnahme möglich sein würde. Inga Rumpf wurde von exzellenten Musikern am Flügel und Kontrabass begleitet und vollbrachte die bewundernswerte Leistung, neben diesen Instrumenten stimmlich unverstärkt zu bestehen und nur in das Aufnahme-Mikrofon zu singen. Das Programm war abwechslungsreich, und jedes Stück ein Genuss. Keines davon möchte ich auf dem Live Album missen. Es soll im Mai 2013 auf den Markt kommen und man sollte es unbedingt schon jetzt in seinen Vinyl-Etat einplanen.

Im Rahmen dieses musikalischen Abends hatte ich überraschend die Möglichkeit, Dirk Räke, dem Sohn des Transrotor Firmengründers Jochen Räke, einige Fragen zu stellen. Er war ebenfalls für dieses Konzert nach Hamburg gekommen. Von ihm waren bereits per Post mehrere Pakete an mich unterwegs: Als wir etliche Wochen zuvor darüber sprachen, bei hifistatement den neuen Transrotor Crescendo zu testen, hatte ich mir ein komplettes Transrotor Vinyl-Frontend gewünscht.

Gut zu erkennen ist der Aufbau des ungefederten Masselaufwerks. Die glänzende „Zierleiste“ zwischen den beiden weißen Acryl-Schichten ist in Wahrheit der Rand einer massiven Aluminiumplatte. Die Schichten bilden ein Dreifach-Sandwich und sind fest miteinander verschraubt. Die massiven Standbeine ruhen passgenau in ihrer entsprechenden Sockel-Platte. Rechts unterhalb der Chassis ist der Motorblock teilweise erkennbar
Gut zu erkennen ist der Aufbau des ungefederten Masselaufwerks. Die glänzende „Zierleiste“ zwischen den beiden weißen Acryl-Schichten ist in Wahrheit der Rand einer massiven Aluminiumplatte. Die Schichten bilden ein Dreifach-Sandwich und sind fest miteinander verschraubt. Die massiven Standbeine ruhen passgenau in ihrer entsprechenden Sockel-Platte. Rechts unterhalb der Chassis ist der Motorblock teilweise erkennbar

Viele unter Ihnen, verehrte Leser, haben vielleicht wahrgenommen, dass dieses neue Laufwerk besonders viel Aufmerksamkeit in der Fachpresse erhält und bereits mehrere Testberichte darüber zu lesen sind. Was soll also ein weiterer von mir? Bereits Ende März dieses Jahres habe ich hier den Phono-Vorverstärker Phono 8 MC besprochen, der mir damals musikalisch sehr gefiel und auch durch sein attraktives Preis/Gegenwert-Verhältnis punktete. Wenn ich die Vielzahl ästhetisch beeindruckenden Laufwerk-Skulpturen namens Transrotor anschaue, die Variations-Möglichkeiten durch diverse Tonarme der Marken Jelco und SME, sowie verschiedene Motorsteuerungen sehe, stellt sich schnell die Frage: Welche Kombination mag stimmig sein? Also überlasse ich die Qual der Wahl dem Hersteller selber und bitte Dirk Räke, mir ein stimmiges komplettes Transrotor-Set zur Verfügung zu stellen, inklusive des besprochenen Phono 8 MC. Mein Wunsch soll in Erfüllung gehen und nun warte ich auf die Lieferung.


Jetzt und hier ist Dirk Räke zum spontanen Interview bereit und wir nehmen auf einem der bequemen Sitzmöbel im großzügigen Foyer Platz. Hier hat auch Dirk Sommer zusammen mit seiner Frau Birgit das imposante hochkarätige Aufnahme-Equipment aufgebaut. Da sich die meisten Gäste interessiert und fragend um diese Raritäten scharen, haben wir keine Mühe, uns in Ruhe zu unterhalten.

W.K.: Herr Räke, was trinken Sie lieber: Bier oder Wein?
D.R.: „Ein Bier, bitte!“
W.K.: Seit geraumer Zeit repräsentieren Sie als Sohn des Firmengründers Jochen Räke Ihr Unternehmen Transrotor. Ihr Vater ist auch weiterhin aktiv. Wie teilen Sie die Aufgaben unter sich?
D.R.: „Mein Vater ist ja weiterhin „Chef“, ich kümmere mich um unsere Auslandskunden und das meiste, was mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun hat, so ganz genau kann man da aber keine Trennlinie ziehen. Und natürlich arbeiten wir ständig eng zusammen und besprechen alles, was die Firma betrifft. Dazu nehmen wir uns viel Zeit oder haben sie auf gemeinsamen Dienstreisen. Auch Konzepte für neue Geräte entwerfen wir zusammen, und zwar das optische, wie das technische Design. Natürlich hat einer von uns eine Idee, die wir dann gemeinsam entwickeln. So ist jedes Produkt eine gemeinsames Werk von Vater und Sohn. Die technischen Details werden dann mit unseren spezialisierten Mitarbeitern bis zur Produktreife weiterentwickelt.“
W.K.: Räke Transrotor hat seit vielen Jahren ein sehr umfangreiches Angebot an ansprechenden Plattenspielern in einem breiten Preisrahmen. Allesamt sind sie optische Meisterwerke mit hohem musikalischem Anspruch. Die klanglichen Unterschiede lassen sich in der Model-Vielfalt manchmal schwer ausmachen. Seit einiger Zeit scheint sich hier etwas zu ändern. Die klanglichen Fähigkeiten ihrer  neuen Plattenspieler werden in der Fachwelt wahrgenommen. Gibt es in Ihrem Hause ein Konzept, das neben dem ästhetischen Anspruch auch den klanglichen in der Model-Hierarchie realisiert?
D.R.: „Der Klang der Plattenspieler stand ja bei uns immer im Vordergrund, aber warum soll man etwas, das schön klingt, nicht auch schön aussehen lassen? Wir haben allerdings in den letzten Jahren das Programm etwas „aufgeräumt“, so dass es weniger Designvarianten gibt. Und natürlich verbessert jede neue Entwicklung, vom Lager bis zum Netzteil, unsere Produkte. So werden zum Beispiel immer mehr Modelle mit unseren Magnetlagern als Standard ausgestattet.“
W.K.: Erfreulich ist auch, dass auch ältere Plattenspieler nachträglich aufgewertet werden können, wie zum Beispiel der Dark Star mit der erwähnten Magnet-Teller-Lagerungen.. Wie funktionieren TMD und FMD  und wie unterscheiden sie sich?
D.R.: „Wenn es technisch möglich ist, wie beim Dark Star, eine Innovation auch nachträglich in ein Gerät einzubauen, bieten wir dies unseren Kunden natürlich gerne an. In diesem Falle lässt sich aus dem Dark Star ein Dark Star Reference machen. Unsere Magnetantriebe arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Der vom Motor über einen Riemen angetrieben Teil des Lagers ist durch eine Magnetkupplung mit dem Plattenteller verbunden. Der Plattenteller wird also nicht direkt angetrieben, sondern durch Magnetkraft "mitgenommen". Dadurch erreichen wir eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber ganz feinen Gleichlaufschwankungen des Motors, durch die hohe Schwungmasse und den elastischen Antrieb dreht der Plattenteller sich ruhig weiter, selbst wenn es eine Störung im Antrieb gibt. Das TMD Lager trennt die Antriebsscheibe und den Plattenteller mit Hilfe eines High-End-Kugellagers, beim FMD-Lager steht eine unabhängige Antriebseinheit ohne jeden mechanischen Kontakt unterhalb des Lagers. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wir verbessern mit den Magnetantrieben die „Flutter“-Werte. Das heißt, dass kleine Drehzahlschwankungen (übertrieben gesagt wäre das ein Ruckeln des Plattentellers) vermindert werden. Klanglich drückt sich das so aus, dass das gesamte Klangbild ruhiger wird, Instrumente sind genauer positioniert und die Bassabbildung verbessert sich auch.“

Der zweite Teil des Inga Rumpf Konzertes beginnt und ich bedanke mich für das kurze Interview.

Der massive Plattenteller ist unterseitig unregelmäßig stufig ausgefräst. Dies dient der Resonanzunterdrückung und wirkt ausgezeichnet im Zusammenspiel mit dem links zu sehenden TMD Lagerteil und einer Acryl-Tellerauflage. Zusammen bilden sie eine Einheit, praktisch ohne Eigenklang
Der massive Plattenteller ist unterseitig unregelmäßig stufig ausgefräst. Dies dient der Resonanzunterdrückung und wirkt ausgezeichnet im Zusammenspiel mit dem links zu sehenden TMD Lagerteil und einer Acryl-Tellerauflage. Zusammen bilden sie eine Einheit, praktisch ohne Eigenklang

Am Montag darauf treffen bei mir zu Hause die Transrotor Pakete ein. Ich öffne sie, packe die zwei Teile des Phono 8 MC aus, das Netzteil und den eigentlichen Entzerrer-Vorverstärker, den schweren Teller des Crescendo, dessen hochglänzend  polierte Aluminium-Oberfläche leicht beschlagen ist und lasse alles erst einmal akklimatisieren. Am späten Nachmittag gebe ich meiner Neugier nach und beginne mit dem vorsichtigen Aufbau des zwar vormontierten, aber dennoch transporttauglich aufgeteilten Laufwerks mit SME 5009 Tonarm. Die Bedienungsanleitung beschreibt präzise, was ich zu tun habe. Fachliche Qualitäten sind nicht gefragt, wohl aber Sorgfalt beim Zusammenfügen der edlen Teile. Die großflächige Grundschablone gibt an, welchen Raum der Crescendo benötigt und schreibt die Positionen vor für den Motorblock und die drei Basis-Platten, in die später die zugespitzten Füße des Laufwerks gesetzt werden. Auf meinem Creaktiv Audio Rack mit zusätzlicher Absorber-Ebene (B 50cm x T 48cm) ist für den Crescendo ausreichend Platz.


Der Motor hat keinerlei Berührung mit dem Chassis des Crescendo. Die Verbindung besteht nur über die Bodenplatte, in meinem Fall eine Ebene des Creaktiv Racks, und dem kurzen Riemen, den man in eine der drei dafür vorgesehenen Nuten im Lager auflegt, und zwar derjenigen, die einen waagrechten Riemen-Verlauf ermöglicht
Der Motor hat keinerlei Berührung mit dem Chassis des Crescendo. Die Verbindung besteht nur über die Bodenplatte, in meinem Fall eine Ebene des Creaktiv Racks, und dem kurzen Riemen, den man in eine der drei dafür vorgesehenen Nuten im Lager auflegt, und zwar derjenigen, die einen waagrechten Riemen-Verlauf ermöglicht

So folge ich den Anweisungen der Anleitung und schon bald steht der Crescendo spielbereit vor mir. Seinen Strom bekommt er über das Netzteil Konstant Studio, an dem ich auch ein- oder ausschalte, denn die Vinyl-Scheibe soll nicht bei drehendem Teller aufgelegt werden. Logisch, denn damit würden sich auf Dauer Staubreste in das Vinyl einreiben können. Das Hochlaufen auf die gewählte Geschwindigkeit – 33 upm oder 45 UpM sind möglich – erfolgt zügig. Wenn ich meine Bürste zum Reinigen der aufgelegten LP ein bis zwei Platten-Umdrehungen lang aufsetze, habe ich schon die gewünschte Drehzahl. Über versenkte und somit verstellsichere Justage-Schrauben an der Front des Konstant Studio Netzteils lässt sich die Drehzahl leicht einstellen. Kontrollieren kann ich die Umdrehung über die mitgelieferte, große Stroboskop-Scheibe, die ich nach der Einrichtung wieder entferne und für immer mit dem übrigen Justage-Material weglegen kann. Denn der Konstant macht seinem Namen Ehre und sorgt dauerhaft für Konstanz der Drehgeschwindigkeit.

Die Konstant Studio Steuereinheit ist in Ihrer Leistung gegenüber dem Bedarf des bewährten Papst Motor überdimensioniert. So arbeitet sie nie im Maximalbereich und sorgt ihrerseits für Störfreiheit. Auch wenn vom Motorgehäuse im aufgebauten Zustand kaum etwas sichtbar ist, ist es dennoch perfekt glänzend poliert
Die Konstant Studio Steuereinheit ist in Ihrer Leistung gegenüber dem Bedarf des bewährten Papst Motor überdimensioniert. So arbeitet sie nie im Maximalbereich und sorgt ihrerseits für Störfreiheit. Auch wenn vom Motorgehäuse im aufgebauten Zustand kaum etwas sichtbar ist, ist es dennoch perfekt glänzend poliert

Erfreut bin ich darüber, dass der Crescendo mit einem SME Tonarm bestückt zu mir kommt. Transrotor bietet grundsätzlich die freie Wahl zur Bestückung mit Armen der Marken Jelco oder SME. Nun ist es so, dass ich keinerlei Bedenken oder Ressentiments gegen den Jelco Tonarmn hege. Das wäre ja auch nicht angebracht. Ihre Preiswürdigkeit wird allgemein geschätzt. Jelco ist ein sehr renommiertes japanisches Unternehmen, gegründet 1920, und fertigt seit vielen Jahren Tonarme für namhafte Anbieter. Dennoch stehe ich hier zu meiner emotional begründeten Vorliebe für SME als britisches Markenprodukt mit Geschichte. Wie viele andere auch verbinde ich mit den Modellen des vergangenen Jahrhunderts Phasen meines Lebens, an die ich mich gern erinnere. Ein SME 5009 ist auf meinem Crescendo vormontiert.

Der Armausleger des Crescendo ist wie das Laufwerk-Chassis im Sandwich aus Acryl-Aluminium-Acryl aufgebaut und somit akustisch unauffällig. Über den Drehpunkt seiner stattlichen Befestigungs-Schraube lässt er sich auf alle beliebigen Tonarme, egal welcher Länge, kinderleicht einstellen. Werkseitig werden Ausleger mit Bohrungen für jeden Tonarm angeboten. Auch die Montage eines zweiten Arm-Auslegers auf dem Crescendo wäre kein Problem
Der Armausleger des Crescendo ist wie das Laufwerk-Chassis im Sandwich aus Acryl-Aluminium-Acryl aufgebaut und somit akustisch unauffällig. Über den Drehpunkt seiner stattlichen Befestigungs-Schraube lässt er sich auf alle beliebigen Tonarme, egal welcher Länge, kinderleicht einstellen. Werkseitig werden Ausleger mit Bohrungen für jeden Tonarm angeboten. Auch die Montage eines zweiten Arm-Auslegers auf dem Crescendo wäre kein Problem

 

Wie alle SME Arme ist auch der 5009 zur korrekten Justage im Tonarmschlitten vor-rückwärts-beweglich, ein Feature, was beim Crescendo jedoch nicht so bedeutsam ist, da sich der Ausleger am Laufwerk um seinen Befestigungspunkt – einen der drei Laufwerk-Füße – schwenken lässt. Somit kann der Tonarm leicht an den richtigen Punkt bewegt werden. Dies gilt für jeden Tonarm, den man auf dem Crescendo anbringt und ist für die freie Auswahl eines Armes prinzipiell ein nicht zu unterschätzender Vorzug. Der Schlitten des SME Arms macht die Feineinstellung leicht. Das SME Headshell hat keine Lang-, sondern zwei Rundlöcher zur Fixierung des Tonabnehmers. So kann der Tonabnehmer nicht versehentlich verkantet, jedoch auch der Kröpfungswinkel nicht absichtlich verändert werden. Im SME 5009 ist bereits der Merlo Reference Tonabnehmer vormontiert, eine Weiterentwicklung des berühmten Goldring Elite. Es ist ein MC mit 0,5 mV Output und einem Harmonic genannten elliptischen Nadelschliff mit Rundungen von 40µ x 8µ. Das Merlo Refernce soll bei 18 mN Auflagedruck sein Können optimal zeigen. Zur Einrichtung von Arm und System habe ich ausschließlich das mitgelieferte Justage-Material verwendet und auf die Nutzung meiner sonst geschätzten Schablonen verzichtet. Schließlich möchte ich ja erfahren, wie das Transrotor Gespann klingt, wenn es voreingestellt ins Haus kommt. Dank der Vormontage im Hause Räke sind SME 5009 und Merlo Refernce schnell am rechten Platz und die von mir verwendete Test LP von Erato bescheinigt ein ordentliches Abtastverhalten. Verbunden ist der SME Tonarm mit dem Phono 8 MC  durch das von Van Den Hul gefertigte Silber-Hybrid-Kabel MCD 501. Dies ist sonst nur in den teuersten SME Armen zu finden.

Der SME 5009 ist dem Crescendo ein fühlbar passender Partner. Seine mechanische Präzision macht ihn im Spielbetrieb zu einem angenehm zu bedienenden Garant für Qualität auf höchstem Niveau. An ihm kann das Merlo Reference seine Musikalität frei entfalten
Der SME 5009 ist dem Crescendo ein fühlbar passender Partner. Seine mechanische Präzision macht ihn im Spielbetrieb zu einem angenehm zu bedienenden Garant für Qualität auf höchstem Niveau. An ihm kann das Merlo Reference seine Musikalität frei entfalten

Der Phono 8 MC bietet, wie in meinem Frühjahr-Test beschrieben, reichlich Anpass-Optionen. Um diese muss ich mich hier und heute jedoch nicht kümmern, denn er wurde bereits bei Transrotor optimal auf das Merlo Refernce eingestellt.
Spielbereit steht der Crescendo mit seinen ihm zugeteilten Mitmusikanten auf meinem Audio-Möbel. Seine optische Dominanz ist eindeutig. Meine Frau bemerkt ihn selbstredend bei einem Kurzbesuch im Musikzimmer auch sofort: „Der sieht aber schön aus!“ und bleibt bewundernd vor ihm stehen. „Was kostet so etwas?“ Als ich dann den ungefähren Preis nenne, verlässt sie den Raum mit der Bemerkung: „Aber Du hast ja schon einen guten Plattenspieler.“ und schließt die Tür hinter sich.

Der zweiteilige Entzerrer-Vorverstärker Phono 8 MC habe im März 2012 in hifistatement besprochen. Die vielfältigen Einstell-Optionen brauchten mich nicht zu kümmern. Werkseitig wurde die optimale Anpassung für das Merlo Reference eingestellt
Der zweiteilige Entzerrer-Vorverstärker Phono 8 MC habe im März 2012 in hifistatement besprochen. Die vielfältigen Einstell-Optionen brauchten mich nicht zu kümmern. Werkseitig wurde die optimale Anpassung für das Merlo Reference eingestellt

Es ist eine Augenweide, dieses Instrument aus hochglänzend poliertem Aluminium und weißem Acryl – ganz gleich aus welcher Position ich es betrachte. Wenn ich mich in meinen Hörsessel setze, wirkt das Acryl-weiße Chassis, das zweifellos jeden Auto-Begeisterten an einen Wankel-Motor erinnert, ästhetisch leicht. Es wird getragen von drei sich verjüngenden glänzenden Füßen, die in flachen Tellern aus dem gleichen edlen Material ruhen. Der Zylinder des Motorgehäuses schimmert im gleichen Material. In den massiven, zehn Kilogramm schweren Teller ist die weiße Acryl-Auflage eingelassen, auf der das polierte Plattentellergewicht ruht. Ich starte am Konstant Studio das Laufwerk mit 33 UpM und sehe nichts. Optisch steht das Laufwerk still. Besser kann man einen Plattenspieler nicht verarbeiten. Keinerlei Schattierungen im Material, keine Schwankungen in der mechanischen Linienführung – alles absolut ruhig. Beindruckend.


In den folgenden Tagen und Wochen höre ich nur Vinyl. Mein CD-Player und der Computer mit Wandler kommen nicht zum Einsatz. Dieser Crescendo und seine Transrotor Mitspieler überraschen mich stets aufs Neue. Die räumliche Offenheit des Systems ist begeisternd und wirkt bei jeder Art von Musik glaubwürdig. Detailreichtum und Farbe bilden ein derart faszinierendes Klanggemälde, das ich immer mehr Platten aus dem Regal hole. Der Bass ist stets trocken, rund, präzise. Die Höhen überzeichnen nie und sind dennoch nie belegt. Wie in einem Konzertsaal komme ich mir vor. Alles wirkt echt. Und diese Ruhe! Ganz sicher musiziert hier ein Gesamtkunstwerk, das für jeden Menschen, der nach einem anstrengenden Tag Entspannung in der Musik sucht, genau das ist, was er braucht: Unaufdringlichkeit, Wärme, Faszination durch Filigranes, Dynamik und Farbigkeit. Nichts nervt, nichts ist aufdringlich – einfach schön.

Die Acryl Auflage ist exakt in den Teller eingepasst. Die Rillen im Teller sorgen für eine unbewegliche, sichere Lage. Die Acryl-Platte kann nicht verrutschen.
Die Acryl Auflage ist exakt in den Teller eingepasst. Die Rillen im Teller sorgen für eine unbewegliche, sichere Lage. Die Acryl-Platte kann nicht verrutschen.

Das massive Auflagegewicht – hier perspektivisch von unten – gehört zu Lieferumfang und sorgt für den nötigen Anpressdruck
Das massive Auflagegewicht – hier perspektivisch von unten – gehört zu Lieferumfang und sorgt für den nötigen Anpressdruck


Aus der Vielzahl der gehörten Schallplatten aller Musikrichtungen möchte ich zwei hervorheben: Das Album Ege Bamyasi der Avantgarde-Rockgruppe Can von 1973 enthält auf Seite zwei zwischen den beiden Hits „Vitamin C“ und „Spoon“ zwei weitere Songs namens „Soup“ und „I´m so green“ mit einem für mein Empfinden beachtlichem Nerv-Faktor. Bis jetzt. Denn der Crescendo schafft es mit seiner farbenfrohen Detailauflösung und der Tiefenstaffelung der Instrumente das Musikgeschehen lebendig und interessant zu präsentieren, ohne zu nerven – eine völlig überraschende Erfahrung. Das andere Album, das ich erwähnen möchte, ist das von sommelier du son produzierte letzte Album von Charlie Mariano und Dieter Ilg am Kontrabass. Dem Abschieds-Lied, der Charles Mingus Komposition „Goodbye Pork Pie Hat“ gab Dirk Sommer durch eine spezielle Mikrofon-Anordnung eine sehr sphärischen Charakter, der beim Saxophon von Charlie Mariano besonders intensive rüberkommt. Dies wirkt sehr ergreifend, wenn man weiß, dass Charlie Mariano wenig später verstarb. Und diese ergreifende Stimmung aus Raum und verbundenem Miteinander des bodenständigen Kontrabasses und dem sphärischen Saxophon stellt der Crescendo wie ein Monument in den Raum – das hat mich tief berührt.

Aus unterschiedlichen Perspektiven verändert der Crescendo dank seiner ungleichmäßigen Linien auf interessante und ansprechende Art seine optische Wirkung. Musikalisch steht er stabil und sicher im Rampenlicht
Aus unterschiedlichen Perspektiven verändert der Crescendo dank seiner ungleichmäßigen Linien auf interessante und ansprechende Art seine optische Wirkung. Musikalisch steht er stabil und sicher im Rampenlicht

 

Während der Zeit der Beschäftigung mit dem Crescendo war ich immer mal wieder versucht, das eine oder andere Element dieses Sets auszuwechseln, wie Tonabnehmer, Phono-Entzerrer oder auch nur das Auflagegewicht gegen meine Audioplan Plattenklemme. Das habe ich dann nicht getan. Wahrscheinlich hätte sich etwas verändert. Aber warum sollte es?

STATEMENT

Dieser Transrotor Crescendo und seine Partner sind ein musikalisches und optisches Meisterwerk. Auge und Ohr werden auf besondere Weise verwöhnt. Besonders beeindruckend empfinde ich die Ruhe, Selbstverständlichkeit und Farben-Vielfalt, mit der die Musik in den Raum gestellt wird.
GEHÖRT MIT
Vorverstärker T+A P-10 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern
Equalizer für Bass LA-Audio EQ 231G
Endstufen Primare A-32 (2 x) für Bass, Spectral DMA 100 S mit Enacom für Mittelhochton, oder Air Tight ATM-3 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern
Lautsprecher Triangle Magellan Grand Concerto sw2 (Bi-Amping), alternativ Quadral Platinum M50
Kabel Inakustik Black&White NF-1302, Mogami 2549, QED Genesis Silver Spiral mit Enacom LS, MudrAkustik Max Netzleiste und Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen

 

HERSTELLERANGABEN
Preis Crescendo Bianco mit Konstant Studio 4700 Euro
Preis SME 5009 auf Crescendo 2.080 Euro (sonst 2.600 Euro)
Preis Merlo Reference am Crescendo 960 Euro (sonst 1.200 Euro)
Preis Auflagegewicht gehört zum Lieferumfang
Preis Phono 8 MC 2.400 Euro

 

VERTRIEB
JR Räke HiFi / Vertrieb GmbH
Anschrift Irlenfelder Weg 43
51467 Bergisch Gladbach
Telefon 02202 31046
Internet www.transrotor.de

Weitere Informationen

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Sonntag, 23 Dezember 2012 01:00

Audeze LCD-3 headphones

geschrieben von
The “i” as in iPhone/Pod/Pad has revolutionized many things, not least of which personal Hi-Fi. Sure, Sony had, with the Walkman series, a success on hand that spanned the better part of a decade and half; alas, they weren’t nearly as dominant and ubiquitous as the i-generation. Aided by iTunes, Apple essentially foresaw the fact that we are defacto moving into a new, mobile era, an era that could prove vital to not only Apple’s own future, but the future of business yet to be.
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From zero to hero in 3 years; now that's an accomplishment!
From zero to hero in 3 years; now that's an accomplishment!
Often described as the “ecosystem”, the i-generation of products have in fact single handedly created billions of dollars worth of new industries. None have become more obvious than the stuff you actually listen to whilst cruising with music, namely your second most prized possession, your headphones. While the lower price segment has boomed, so has the segment catering to the upper echelon, nay, dare one say, the 1%. Walk across any University campus, college park, bustling shopping mall or your local airport and I bet you a can of soda pop that you’ll spot dozens if not more teens, twens and thirty-something’s wearing the latest in headphone couture.

A look at each of the speaker modules; not to worry, they are super comfortable even after prolonged use!
A look at each of the speaker modules; not to worry, they are super comfortable even after prolonged use!
The designs have become more hip, more cool and simply more acceptable than at any time throughout the history of portable Hi-Fi. Obviously, many, if not most of those solutions have been built to some sort of price point, in line with your typical portable Hi-Fi rolling rack investment. Thus, the $200-$500 price point has the highest density of Head-Fi, whereas the upper echelons obviously carry a bigger premium, for theoretically bigger, better sound. While traditional headphone brands, Sennheiser, AKG, Beyerdynamic, have seemingly somewhat struggled to get with the times – what’s more hip, a pair of Dr. Dre Beats or a pair of Sennheiser HD 800’s; you get my drift - they do populate that higher price point with aplomb.

Alas, as with so many other things in the history of audio (or any other product segment really), what is one man’s problem, becomes another man’s opportunity. Enter two young lads, Alex Rosson and Sankar Thiagasmudram who only a few short years ago, 2009, to be precise, launched their new company, Audeze to cater to exactly that crowd: the 1% seeking absolute sonic perfection. Their technology was different as it was ingenious: instead of using standard dynamic drivers, they went for something much more exclusive and better, planar magnetic driver technology.


Mini XLR connectors and drop dead gorgeous zebrano wood are truly otherworldly!
Mini XLR connectors and drop dead gorgeous zebrano wood are truly otherworldly!
Obviously, Alex and Sankar had a few tricks up their sleeves. As a result, the LCD-2 was born, and a short time later, the LCD-3, Audeze’s top of the line Überknüller Headphone. Retailing for $999 and $1999, respectively, these ‘cans were clearly marketed to a very specific segment of the market: the best, nothing less. Considering the many advantages headphones have over loudspeaker counterparts, ie. a more immediate, direct sound without the issues caused by room reflections, etc., there are of course some inherent drawbacks too. First, and I speak of personal experience, whatever is wrapped around my head, better fit me perfect. Second, you have 2 drivers pointed directly at your inner ear, meaning that any and all sound the drivers produce will be processed by your ears pretty much with zero delay, degradation, or outside influence. That, in my most humble of biased opinions, has been my Achilles heel for optimal headphone Hi-Fi sound: most headphones simply sound way, way, way too bright for me, with the exception of my trusted pair of custom molded in-ear-headphone JH Audio 13’s I now have had for almost 2 years. Utilizing multiple balanced armature drivers per channel, my 13’s have produced a most balanced of sounds, very similar in tonal density and organic imaging as my Zu Definition MK IV loudspeakers.

Even my “trusted” old pair of AKG 701’s, which I have had for almost 6 years, are barely used due to their incoherently bright image. Music simply does not sound like music when I use them, which obviously negates the point, hence their relegation to simple monitoring or “quick” source checking when converting some of my records to DSD. Another problem with headphones I have heard is the issue of bass. As in, bass that is real, not futzed with or bloated, just right. Here again, the only headphones that truly shine are my aforementioned JH-13’s, which produce exceptional bass that is congruent and in line with real life music.

Instead of getting premium super soft leather pads, you can opt for alcantara as well
Instead of getting premium super soft leather pads, you can opt for alcantara as well
Thus, when I met Alex and Sankar at a local Hi-Fi meet earlier this year, I was rather keen to hear what the “fuss” was all about. Google the name Audeze, and you’ll quickly see what I mean: from zero to Hero in .5 seconds it seems. Wow, I say, given the fact that they do not have the financial backing or multi-line parent company deals like AKG (Harmann Group), or Beyer (medical and aerospace) pulling their strings. Audeze it appeared, was truly a business of our times, organically grown through real world craftsmanship and artisan building skills.

Eagerly awaiting my pair of LCD-3’s I brushed up on my technical understanding of these new cans. Planar magnetic drivers are very similar to electrostatic speakers for your head. Powerful magnets move the entire diaphragm in a clean, piston like motion, thus giving little chance for modal break-up. Where planar magnetic drivers differ from the electrostatic brethren, is that they require far more magnetic force. Also, due to the fact the entire apparatus is rather large in size, comfort must be part of the entire design, otherwise, no one would be bothered wearing them. Like I said, if someone wants me to wrap something around my head, they better make sure its comfortable. “Don’t worry” Alex told me, you will love these.


A few weeks later, I was unpacking the LCD-3’s and was literally stunned with what I found. First, the fit and finish of these headphones is the finest and best I have ever seen. The supremely fine lambskin leather used for the earpad and headband would be more in line with a fancy Ferragamo leather coat, not your typical headphone. Next, the LCD-3’s speakers are housed in finely crafted Zebra wood, exuding confidence in these headphones like none other that I am aware of. Sennheiser’s HD 800’s, not to mention my AKG 701’s, by comparison appear almost flimsy and less durable all at once. Also included is an 8 foot cable, terminated on one end with a ubiquitous ¼’ headphone jack and split pair of mini-XLR connectors that attach to each earpiece.

Neutrik terminated cables in either 6.3mm or mini XLR are standard configuration, upgrades possible and even encouraged!
Neutrik terminated cables in either 6.3mm or mini XLR are standard configuration, upgrades possible and even encouraged!
So what do these sound like? Well, with one word: impressive. No, make that most impressive. Over the years I have heard many cans, from the AKG 1000’s, to various Stax models, alas, none, and I do mean that quite literally, have sounded like these. First, let’s start with my biggest headphone pet peeve: treble, or, exacerbated treble as is mostly the case. The LCD-3 managed to produce the finest, dare I say best treble response of any pair of headphones I ever owned or heard.

Listening to finely produced and crisply recorded electronica, like Yello, Kraftwerk, or even the likes of Tracy Thorn or James Blake, I was in awe of the sheer resolving power the 3’s produced. Never bright, never shrill, no, they played music with a natural amount of high frequency extension that was simply right sounding. Contrast that to the same tracks producing an overly bright and processed treble response via the AKG 701’s and you’ll quickly see where my preference lies. Harshness? No way. There is absolutely no sense of any sort of glare or harshness and what was once a fundamentally flawed listening experience with other headphones turned to real music with the LCD-3.

Bass response is also terrific, producing tight, well defined and supremely articulated low frequencies which seem proper in balance and as a whole begging you to play them louder and louder. Unlike cans that produce an unrealistic, overwhelming amount of bass (Dr. Dre, Ultrasone and others come to mind), the LCD-3’s quality is one of real-world bass presentation and output. Attack is lightning quick no matter the source. Be it the subterranean undertones of the American Beauty soundtrack, or the visceral impact of Stravinsky’s The Firebird, the LCD-3 produces bass that is supremely controlled and tightly defined. Sustain and decay flow from one to the next with pinpoint precision, never detracting with unnecessary bloat or swagger. Simply put, what’s there is there, nothing more, nothing less.

Each headphone comes with its own frequency plot diagram, so you know exactly what you are getting
Each headphone comes with its own frequency plot diagram, so you know exactly what you are getting

 

Mid-range texture is also extremely well defined and preserved. Here again, my experience has been that most ‘cans have an unnatural and processed bass to mid-bass transition, which after a while – try 5 minutes – becomes unnerving and quite frankly tiring. The LCD-3’s mid-range is liquid smooth, organic in nature, akin to the flow a great, no make that exceptional, Bourbon produces as it flows through your mouth, throat and intestines. All in all, the mid-range is stress free and equally balanced leading into the treble region with little to no attention drawn to itself – other than the music, naturally.

Rocking it out with a set of LCD-3’s proves perhaps the most stress free of endeavors one can encounter. Is low volume listening your preference? No problem, the Audeze will handle it; conversely, if jamming the last tunes down your ears is your thing, then these cans will do that equally well, and in my opinion, better than any other set of headphones I am aware of. Volume compression, listener fatigue or headaches from too tightly fitting headphones simply is not an issue, they will indeed play clean to ear-bleed levels.

Overall, the sound of the LCD-3 is engaging, powerful, and supremely inviting. Whatever your preference in music is, you will hear it anew, for perhaps the very first time. Those who appreciate premium quality will feel right at home with Audeze; those who want artisan, small batch productions and terrific sound will feel they struck gold with these headphones. If you can’t quite spring for the $1999 price of the LCD-3, feel free to indulge yourself with the $999 LCD-2. You’ll get quite close in overall sound for half the price, minus a few odds and ends here and there. Naturally, merely owning anything Audeze puts you in that illustrious club of those that get it. Clearly a Ferrari 458 owner doesn’t complain or quibble about not owning an FF or F12.

Zebrano wood needs some TLC now and then... good to know the Audeze guys aren't leaving this to chance. Each kit comes with a wood cleaning solution
Zebrano wood needs some TLC now and then... good to know the Audeze guys aren't leaving this to chance. Each kit comes with a wood cleaning solution

 

 

STATEMENT

If I were Alex and Sankar, I’d feel incredibly proud of the accomplishment. Upsetting the status quo in a few short years is no small feat; celebrations are in order gents! Most highly recommended.
SPECIFICATIONS
Audeze LCD-3
  Planar Magnetic Transducers
  Custom designed Zebra Wood (Zebrano) ear cups
  Premium lambskin leather ear pads
  Left and right transducers have matched sensitivity and frequency response within +/- 0.5 dB
  Specially designed self-closing, acoustically transparent magnetic structure with highest grade Neodymium magnets
Frequency Response 5 Hz - 20 KHz, usable high frequency extension 50 Khz
Distortion less than 1% even at full output
Maximum diaphragm excursion 2.5 mm p-p
Efficiency 93 dB/1 mW
Maximum output 133 dB, 15 W
Transducer active diaphragm area 6.17 square inches
Input cable custom cable with mini XLR connectors
Weight 550 g - without cable
Price 1945 Dollar

 

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AUDEZE
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Fountain Valley, CA 92708
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Ich weiß, die Aufgabe eines Journalisten sollte es sein, seinem Gegenstand mit Objektivität zu begegnen, und ich weiß auch, dass ich dies schon in vorangegangenen Essays erwähnt habe. Wenn ich also anfange, wie eine kaputte Schallplatte zu klingen, bitte ich Sie tausendmal um Entschuldigung. Ich kann nicht anders. Ich bin 37 Jahre alt, und manchmal es ist schwer genug, das zu glauben.
teaser


Mehr als die Hälfte dieser Zeit habe ich in der Hifi- und Musik-Industrie verbracht. Und warum ist dies überhaupt wichtig, wenn es um den VPI Traveler Plattenspieler geht? Ich habe Harry Weisfeld, den Gründer und Chef der Firma VPI kennengelernt, als ich als junger Punker bei Pearson Publishing – damals der Verlag von Absolute Sound, The Perfect Vision, Films In Review und anderen Magazinen, die ich vergessen habe – am Telefon saß. Etwa ein Jahr später habe ich für Harry Pearson Anlagen aufgebaut, eine ziemlich schwierige Aufgabe, gelinde gesagt, für einen jungen Kerl, der nur wusste, dass er Musik und guten Klang liebte. Harry Weisfeld war einer der ersten High-End-Hersteller, den ich traf, und er beurteilte mich nicht einfach nur nach meinem Alter. Glauben Sie es oder nicht, da gab es einige Hersteller und Vertriebe, die glaubten, dass ich, nur weil ich jung war, mich nicht wirklich für das gesamten Hifi-Thema interessierte. Man, lagen die falsch.

Traveler-Poolside
Harry Weisfeld nahm sich die Zeit, mir die grundlegenden Plattenspielereinstellungen zu erklären. Er erklärte mir Dinge wie den VTA, den vertikalen Abtastwinkel, und wie sie sich auswirkten. Zudem muss ich Ihnen noch mitteilen, dass der Traveler zu Ehren von Harry Weisfelds verstorbener Frau Sheila gebaut wurde. Ob ich glaube, dennoch völlig objektiv sein zu können? Ehrlich gesagt: Nein. Ich kann Ihnen jedoch versprechen, dass ich Harry Weisfeld angerufen und es ihm gesagte hätte, wenn mir der Traveler nicht gefallen hätte. Ich hätte auch den Test abgebogen. Ich hätte gesagt – und geglaubt –, das jemand anderes zweifellos etwas anderes gehört und gemocht hatte, das mir entgangen ist. Alle Arten der Kunst sprechen Menschen auf unterschiedliche Art an. Ich weiß nicht, wie Sie dazu stehen, aber das Gesagte gibt Ihnen einen Eindruck davon, wie sehr mir die gesamte Hifi-Szene am Herzen liegt und die Menschen voller Gutem Willen, die hart dafür arbeiten, sie am Leben zu halten.

Glücklicherweise mag ich den VPI Traveler Plattenspieler sehr gern, so dass ich mich mir um die zuvor geäußerten Bedenken keinen Kopf machen muss. Das Wiederaufleben des Vinyls ist eine fantastische Sache: Es macht die Leute hungrig auf besseren Klang. Ich starte hier keine Kampagne für Vinyl – ich selbst höre auch Musik aus dem Netz –, aber scheinbar verbindet alles Analoge die Menschen tiefer mit ihrer Musik. Wir sind schließlich analoge Lebewesen. Sie glauben gar nicht, wie vielen Menschen ich das erklären musste, wenn ich ihnen die Idee nahebringen wollte, einen besseren Wandler für ihren Computer oder ihr iPhone respektive iPad zu nutzen. Wir leben in einer digitalen Welt, in der das Wort so tief im Lexikon der populären Kultur verwurzelt ist, dass wir manchmal vergessen, dass wir keine Einsen und Nullen verarbeiten! Egal mit welch coolem technischen Spielzeug wir auch immer abrocken – sei es ein iPhone, iPod oder ein Android-Smartphone –, wenn wir das Audio-Signal wahrnehmen, ist es schon längst wieder ins Analoge gewandelt worden, damit unser Gehirn die Informationen aufnehmen kann.

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Analog ist die natürlichste Quelle. Daran, denke ich, kann es keinen Zweifel geben. Moment mal, es geht hier schließlich um High-End-Audio. Und deshalb wird es sicherlich Widerspruch geben. Aber wen stört's?

Quintessenz: Der VPI Traveler bewirkt bei mir das, was ein großartiger CD-Player oder DAC oder auch ein großartiger Kopfhörer wie der Audeze LCD-3 – der Test folgt in Kürze – bewirkt haben: In den beiden Wochen nach der Messe in Newport habe ich mehr Musik gehört als im vergangenen Monat, und dabei bin ich ein Musiksüchtiger. Ich höre den ganzen Tag, und sogar auch, wenn wir schlafen. Wie dem auch sei: Typischerweise höre ich zu etwa 80 Prozent der Zeit Digitales von meinem Computer per DAC und den Rest Vinyl. Seit ich aber den Traveler hier für den Test stehen habe, änderte sich das Verhältnis auf etwa 50/50. Ich wühle mich durch meine, wie ich gern zugebe, nicht gerade große Plattensammlung – ein paar hundert Platten – und höre Sachen, die ich seit Jahren nicht mehr aufgelegt habe. Und genau das macht meiner Meinung nach eine großartige Audiokomponente aus: Sie hilft dir, diese magische Beziehung zur Musik aufzubauen. Während du hörst, denkst du an die Menschen in deinem Leben, die Orte, an denen du warst, empfindest Trauer und ungetrübte Freude. Ich denke, Sheile Weisfeld schaut gerade lächelnd herab.

In Ordnung, ich weiß schon, dass ich um ein bisschen Technik nicht herumkomme, wenn ich über einen Plattenspieler schreibe. Die traurige Wahrheit ist, dass ich meine Zeit lieber mit Musikhören verbracht habe. Aber wir tun, was wir tun müssen, um die Rechnungen zu bezahlen. Stimmt's? Wie zum Beispiel Hifi-Geräte hören und darüber scheiben, ein harten Leben. Ernsthaft: Bei Geräten wie diesem wünschte ich, ich könnte das hauptberuflich machen! Der VPI Traveler ist die perfekte Wahl für all jene, die ihre Vinyl-Scheiben mehr genießen möchten und bisher nur einen billigen Allerweltsplattenspieler hatten. Mit 1750 Euro ist der Traveler nach allgemeinem Verständnis nicht billig, aber das Verrückte ist – und die High End Audio Industrie ist ein wenig verrückt – für High High End Standards sind 1750 Euro billig. Wahrscheinlich wäre „erschwinglich“ hier das passendere Wort, um den Qualitäten des Plattenspielers gerecht zu werden. Auch wenn ich VPI damit einen Bärendienst erweise, muss ich sagen, dass ich den Klang des Traveler dem meines doppelt so teuren Scout vorziehe. Ich will nicht sagen, dass das Auflösungsvermögen identisch ist. Ich denke schon, dass der Scout noch ein wenig mehr Ruhe mitbringt. Aber die Leistung, die man beim Traveler für's Geld bekommt, ist – um es mal in Jugendsprache zu sagen – pretty freaking studpid!

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Dieser Plattenspieler ist die perfekte, minimalistische Verschmelzung von Form und Funktion. Das Chassis besteht aus Aluminium und Acryl mit konischen Füßen, die zur leichten Ausrichtung höhenverstellbar sind. Der Aluminium-Plattenteller ist mit Edelstahl bedämpft. Der Traveler wird mit einem kardanisch gelagerten, wechselbaren 10-Zoll-Arm geliefert, der den Aufbau zum Kinderspiel macht. Da gibt es nichts zu meckern. Der Teller wird über einen Riemen von einem geräuscharmen Motor angetrieben, der mit 600 Umdrehungen pro Minute läuft und im Chassis montiert ist. Um von 45 zu 33 Umdrehungen pro Minute zu wechseln, braucht man lediglich den Riemen von einer zur anderer Rille des Pulleys auf der Motorachse zu bewegen. In wenigen Minuten hatte ich mein privates Referenzsystem, ein Ortofon 2M Blue installiert und wir begannen sofort zu hören. Um das gesamte analoge Front-End preisgünstig zu halten, verband ich den Traveler mit meiner batterie-gespeisten Ray Samuels F-119 Nighthawk Phonostufe – John Zureks Test finden Sie hier – und zwar mit einem Meter Black Cat Cables Morpheus NF-Kabel. Die sind eine Sensation für den Preis von 125 Dollar: Ich kenne kein anderes NF-Kabel, das den musikalischen Qualitäten des Morpheus nahe kommt und unter 400 oder 500 Dollar pro Meter zu haben ist. Die Kabel harmonierten perfekt mit dem Traveler. Der hat übrigens hinten auf dem Chassis montierte Cinchbuchsen als Stereo-Ausgang. Auch hier ist eine einfache Lösung die beste. Nun noch ein paar technische Fakten, wie man sie auf www.vpiindustries.com/table-traveler.htm findet:

Gleichlaufschwankungen weniger als 0,02%
Rumpel-Abstand größer als 80 dB
Abweichung von der Nenndrehzahl unter 0,1%
Gewicht 11 kg
Tellerunwucht unter 0,08 mm


Einen ersten Eindruck verschaffte ich mir mit James Blakes „Limit To Your Love“ auf einer 25-Zentimeter-Scheibe mit 45 UpM und die kam flüssig und stimmig rüber. Die gemeine, trällernde TB-303 Basslinie erschütterte den Raum, dennoch war der Tiefbass kontroliert. Das haute mich um! Dann legte ich Radioheads In Rainbows-LP (nicht die beste Pressung, aber auch nicht die schlechteste) auf den Plattenteller: „Nude“ ist mein Lieblingstrack auf dieser Scheibe und es klang warm und gut strukturiert – genauso wie ich es gewohnt bin.


Als nächstes legte ich dann meine neue Testplatte auf: Dusty in Memphis als QRP-Pressung. Bravo an Chad Kassem und seine Gang (die die Platte neu aufgelegt haben)! Der Sound triefte vor Soul, und die Bläser und Streicher kamen sehr üppig und plüschig. Die Bühne und der Raum rundherum waren sehr groß. Man konnte die Luft im Saal und um die Instrumente herum fühlen. Dusty Springfield klang wie auf vielen Spitzenanlagen und ich hatte das Gefühl, Arif Mardin, der Ko-Produzent und Arrangeur der Streicher und Bläser auf dieser Platte, wäre auf diese Art der Wiedergabe stolz gewesen. Meine anderen Favoriten auf dem Traveler waren Jack Whites Blunderbuss, eine durchgängig analoge Aufnahme, und Attack & Release von den Black Keys. Peter Gabriels Scratch My Back (Classic Records Pressung) ist eine unglaublich ruhige Scheibe, die einem erlaubt, sich in der Musik zu verlieren. Ich glaube ich habe mit dieser LP mehr Zeit verbracht als mit jeder anderen. Peter Gabriels getragene Cover-Version von Paul Simons „Boy In The Bubble“ ist eine hinreißende und einzigartige Interpretation, die wirklich aufzeigen kann, was ihre analoge Anlage richtig macht – oder aber falsch! Aber als ich die Platte mit dem Traveler gehört habe, dachte ich keine Sekunde an all das. Da waren nur Peter Gabriel und ich im Raum, und das ist was ich möchte. Es ist das höchste Ziel, wenn ich mit meiner Anlage Musik höre, alles Equipment, die Racks und den Raum zu vergessen und sich in der Bilderwelt der Klänge zu verlieren. Und das ist dem Traveler in der Kette einfach.

Ich werde dieses Testgeräz nicht mehr hergeben. Ich denke, das sagt mehr als jede hochgestochene Formulierung, die ich mir ausdenken könnte, um zu beschreiben, wie sehr ich diesen kleinen Plattenspieler mag. Es ehrt mich, über ein Produkt einer Firma schreiben zu können, mit deren Grundlagen mich ein lange Geschichte verbindet. Und deshalb stellte ich sehr hohe Erwartungen an den VPI Traveler. Und er übertraf sie alle und zwar in der Art, dass ich noch immer nach Platten greife und den Staub von ihnen wegblase, um sie zu hören. Ein höheres Lob kann ich dem Plattenspieler nicht aussprechen. Wenn Sie Vinyl mögen und nach einem Plattenspieler mit besserer Durchzeichnung suchen, suchen Sie nicht weiter. Der VPI Traveler ist es. Sie bekommen einen Teil der VPI-Magie zu einem Bruchteil des vorher üblichen Preises: Es ist, als kaufte man Gold zum Preis von Silber. Viel Spaß beim Hören!

Preise in Deutschland
Travler Black 1750 Euro
Travler Rot, Blau, Silber 1890 Euro

 

VERTRIEB
H.E.A.R. GmbH
Anschrift Rappstrasse 9 A
20146 Hamburg
Telefon 040 413 55 882
Internet www.h-e-a-r.de

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Zur Feier des Tages – oder der Kooperation von Positive Feedback und hifistatement.net: Ein kostenloser Download in 16/44.1, 24/192 und dsd: Michel Godard und Steve Swallows „A Trace of Grace“.
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Vom analogen Mastertape dieser sommelier du son-LP wurden die wav- und dff-Files unseres Downloads erstellt. Das Cover zeigt das Refektorium, in die Aufnahme stattfand, von außen
Vom analogen Mastertape dieser sommelier du son-LP wurden die wav- und dff-Files unseres Downloads erstellt. Das Cover zeigt das Refektorium, in die Aufnahme stattfand, von außen

Wie die Leser von Positive Feedback aus meiner Ankündikung unserer Kooperation und die Leser von hifistatement.net bestimmt wissen, betreibe ich zusammen mit meiner Gattin ein kleines Schallplattenlabel mit dem Namen sommelier du son – ja, wir produzieren wirklich noch Schallplatten aus Vinyl. Dafür verwenden wir aber keine bekannten Aufnahmen, die wir dann als Reissue neu herausbringen. Wir nehmen Konzerte zeitgenössischer Musiker selbst mit Tonbandmaschinen auf, verzichten möglichst auf jedes Mastering und lassen die Mitschnitte dann auf Lackfolien zur Plattenproduktion überspielen.

Michel Godard, Serpent und Gavino Murgia, Saxophon
Michel Godard, Serpent und Gavino Murgia, Saxophon

Mehrspuraufnahmen verbietet sich dabei aus wirtschaftlichen Gründen: Wollte man wie auf dem Höhepunkt der Analogtechnik bis zu 24 Spuren – von den heute durchaus gebräuchlichen 96 Kanälen wagte damals niemand auch nur zu träumen – mit der üblichen Studiogeschwindigkeit aufzeichnen, belaufen sich allein die Materialkosten auf über 300 Euro – für 15 Minuten. Dem steht dann leider eine im Vergleich zu früher doch recht überschaubare Auflage der zu produzierenden Scheiben gegenüber. Aber der Verzicht auf die Mehrspurtechnik sollte keinesfalls als Nachteil verstanden werden: Wie in der Vor-Beatles-Ära muss man „nur‟ wie damals während des Konzertes die Signale aller verwendeten Mikrofone im richtigen Lautstärkeverhältnis auf den rechten und linken Kanal verteilen. Das hat allerdings den Nachteil, dass jeder noch so kleine Fehler – sei er nun künstlerisch oder technisch – auf dem Zwei-Spur-Band verewigt ist und sich nachträglich nicht mehr korrigieren lässt.


Steve Swallow, elektrisch verstärkte, akustische Bass-Gitarre
Steve Swallow, elektrisch verstärkte, akustische Bass-Gitarre
Auch unser neustes Album Soyeusement – Live at Noirlac (sds 0015-1) haben wir im Juni des letzten Jahres mit dieser Adrenalin treibenden Methode produziert: Im sehr halligen Refektorium des Klosters Noirlac in der Mitte Frankreichs nahmen wir die amerikanische E-Bass-Legende Steve Swallow, Europas führenden Tuba-Virtuosen Michel Godard und den sardischen Saxophonisten und Kehlkopfsänger Gavino Murgia auf. Die drei Jazzer hatten dort zuvor mit drei Kollegen, die sich der Barockmusik verschrieben haben, Aufnahmen für eine CD mit den teils stark bearbeiteten Melodien von Monteverdi gemacht. Am Abend des letzten Aufnahmetages ging es dann ein wenig lockerer zu und zusammen mit Bruno Helstroffer am Theorbo – einer Art Laute – und Fanny Paccoud an der Violine schlugen Michel Godard, der hier meist auf dem mittelalterliche Tiefton-Instrument Serpent zu hören ist, und seine Freunde etwas beschwingtere Töne an. Während des gesamten Mitschnitts und der weiteren Bearbeitung wurde kein künstlicher Nachhall verwendet. Was Sie hier hören, ist nichts anderes als die Akustik des Aufnahmeraumes.

Bruno Helstroffer, Theorbo
Bruno Helstroffer, Theorbo

 

Eine der schönsten Melodien des Albums, „Trace of Grace“ haben ich hier für Sie ausgewählt und vom analogen Mastertape einmal auf eine Nagra LB und einmal auf einen Tascam DV-RA1000HD überspielt. Die Nagra wandelte den Song in eine 24-Bit-192-Kilohertz-Datei, die ich auf dem iMac mit SonicStudios Mastering-Programm soundBlade auf den Normpegel gebracht habe. Das Ergebnis können Sie als 24/192-File herunterladen. Für den Fall, dass Ihr Wandler lediglich CD-Qualität verarbeitet, habe ich den Song – ebenfalls mit soundBlade – heruntergerechnet. Der Tascam wandelte die Musik in dsd-files, bei denen ich dann mit Korgs AudioGate lediglich den Anfang- und Endpunkt getrimmt habe. Positive Feedback und Hifistatement wünschen Ihnen viel Vergnügen: Sei es beim Vergleich der Formate oder beim Genuss der wunderbaren Musik!


PS: Immer mal wieder werden wir gefragt, ob man die Musik-Dateien denn nun auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen.

Fanny Paccoud, Violine
Fanny Paccoud, Violine

Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen. Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft´s.

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Montag, 10 Dezember 2012 01:00

HiFiction Thales Simplicity

geschrieben von
Da sich der Schneidestichel beim Ritzen der Rille in die Lackfolie tangential zur Rille bewegt, sind nur bei einer ebenfalls tangentialen Abtastung der Schallplatte ideale geometrische Verhältnisse gegeben. Der Drehtonarm Thales Simplicity tastet eine Scheibe nun nahezu tangential ab. Ist er allein schon deshalb ein idealer Tonarm?
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Den Simplicity gibt nicht nur in diesem Bronze-Farbton, auch ein schwarzes und ein graues Eloxal sind möglich
Den Simplicity gibt nicht nur in diesem Bronze-Farbton, auch ein schwarzes und ein graues Eloxal sind möglich


Bevor ich mir einen kleinen Rückblick erlaube, lassen Sie mich kurz das „nahezu“ im Vorspann quantifizieren: Dem Simplicity gelingt es nicht, das Tonabnehmersystem auf einer Geraden über die Platte zu führen. Wir bewegen uns auf dem Feld der exakten Geometrie und da ist eine Gerade nun einmal eindeutig definiert. Micha Huber, Inhaber der Firma HiFiction und Entwickler der – wie gesagt nahezu – tangential abtastenden Thales Drehtonarme, gibt dann auch bis auf die dritte Stelle nach dem Komma den Winkel an, in dem sich ein Tonabnehmer im Simplicity vom Ideal der Geraden entfernt: 0,008 Grad. Wem diese Abweichung Kopfzerbrechen bereitet, der möge sich einmal über die Exaktheit der digitalen Schallspeicherung und -reproduktion Gedanken machen.

Die 0,008 Grad verursachen mir keinerlei Unbehagen. Dies stellt sich aber unweigerlich ein, wenn ich bei einem Produkt, das ich lange Zeit für perfekt gehalten habe, plötzlich doch eine, wenn auch noch so kleine Schwachstelle zeigt. So gehörte für mich lange Zeit die LumenWhite DiamondLight mit ihrem tonal stimmigen, derart unauffälligen – dass man versucht sein könnte, ihn natürlich zu nennen – Hochtonbereich zu den in ihrer Art perfekten Komponenten. Hörner oder Ein-Wege-Konstruktionen haben natürlich andere Meriten. Doch seit ich nun schon geraume Zeit die Acapella Violon MK VI für einen Test einspiele, werde ich dabei von deren Ionen-Hochtöner mit einer Wiedergabe verwöhnt, die die der LumenWhite ein wenig farblos wirken lässt. Meine Begeisterung für die DiamondLight hat dadurch einen leichten Knacks bekommen.

Für jedes der beiden Armrohre gibt es ein eigenes horizontales Lager und auch ein eigenes Gegengewicht. Für die vertikale Bewegung des Armes reich ein gemeinsames Lager aus
Für jedes der beiden Armrohre gibt es ein eigenes horizontales Lager und auch ein eigenes Gegengewicht. Für die vertikale Bewegung des Armes reich ein gemeinsames Lager aus

Nicht anders ging es mir mit meinem leider unerreichbaren Traumtonarm, dem Continuum Cobra – womit wir uns unserem eigentlichen Thema schon wieder ein Stückchen weiter annähern. Der Cobra macht zwar aufgrund seiner Breite die Justage eines jeden Tonabnehmers zwar zur Qual, fügt dem Klang der Platte aber so wenig – nenne ich es mal – mechanische Artefakte hinzu, dass man sich unwillkürlich an ein Mastertape erinnert fühlt. Der Continuum Arm blieb aber nur solange das Objekt der Begierde, bis er einige Zeit gemeinsam mit dem ersten Thales-Arm, der heute unter dem Namen „Thales original“ firmiert, auf meinem LaGrange Laufwerk verbrachte: Zwar stellt der Cobra auch die filigrane Kreation Micha Hubers in puncto „Natürlichkeit“ in den Schatten, musste sich auf den letzten zwei Zentimetern in Richtung Plattenlabel aber geschlagen geben, wenn es um Sauberkeit der Abtastung und Stabilität der Raumabbildung geht. Diese Erfahrung lässt es mich viel leichter verschmerzen, dass ein Cobra weit außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten liegt. Seit diesem Vergleich steht für mich aber auch fest, dass ein noch so gut gemachter konventioneller Drehtonarm nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann – zumindest, wenn die effektive Länge lediglich neun Zoll beträgt. So genial die Konstruktion des Thales original auch immer sein mag, für den Testbetrieb drängte er sich nicht auf: Das beginnt schon mit der effektiven Masse von nur zwölf Gramm, die für Tonabnehmer wie das AirTight PC-1 Supreme oder die großen Lyras ein bisschen niedrig liegt. Zudem lädt die ebenso filigrane wie nicht eben mal mit links einzustellende Konstruktion nicht zu häufigen Tonabnehmerwechseln ein. Da wirkt der Simplicity deutlich alltagstauglicher: Zwar bewegt er sich mit seiner Masse von 19 Gramm eher am oberen Rand des Spektrums. Seine kompakte Bauform und die relativ einfache Justage des Tonabnehmers im Arm und des Arms auf dem Laufwerk machen ihn auch für jemanden attraktiv, der doch hin und wieder verschiedene Abtaster hören möchte.


Um Tonabnehmer sehr unterschiedlichen Gewichts ausbalancieren und eine weite Spanne von Auflagekräften einstellen zu können, liefert Thales drei verschieden Gegengewichte mit, die in das fest installierte Gewicht des inneren Armrohr gesteckt und mit einer Madenschraube gesichert werden
Um Tonabnehmer sehr unterschiedlichen Gewichts ausbalancieren und eine weite Spanne von Auflagekräften einstellen zu können, liefert Thales drei verschieden Gegengewichte mit, die in das fest installierte Gewicht des inneren Armrohr gesteckt und mit einer Madenschraube gesichert werden

Beim Simplicity wird das Headshell, das drehbar an einem Aluminiumrohr befestigt ist, von einem zweiten Alurohr, das neben dem ersten verläuft, so verstellt, dass die Nadel des Tonabnehmers an jedem Punkt ihres Weges so gut wie ohne Fehlspurwinkel in der Rille steht. Da sich die Abstände der beiden Rohre über den Radius der Platte ändern und sich die Arme am Lagerpunkt bei der Bewegung zur Auslaufrille hin immer näher kommen, mussten die Aluminiumrohre an den beiden einander zugewandten Seiten abgeflacht werden, um die nötige Bewegungsfreiheit zu gewährleisten. Sie ändern über die Länge also fast kontinuierlich ihren Querschnitt. Die Verwendung von zwei Armrohren dieser Form gibt Micha Huber die Möglichkeit, ihre Resonanzfrequenzen so aufeinander abstimmen zu können, dass die daraus resultierenden niedriger liegen sollen als bei jeder Konstruktion mit nur einem Rohr. Die Qualität der Lager des Simplicity steht der des Topmodells des Hauses in nichts nach: Hier kommen sechs hochpräzise Rubin- und vier subminiatur Kugellager zur Anwendung, die geringstes Spiel und eine minimale Reibung sicherstellen sollen. Um die Reibung der Stahlstifte in den Rubin-Lagerschalen gering zu halten, setzt Micha Huber in den Lagern für die horizontale Bewegung der beiden Rohre sich abstoßende Magnete ein. Sie kompensieren einen Teil der Kraft, die sonst zur Gänze auf Rubin und Stahlstift wirken würde. Die gesamte Lagereinheit ist also noch ein wenig aufwändiger ausgeführt, als man ihr von außen ansieht. Ebenfalls nicht ins Auge fallen weitere Magnete in den Gegengewichten der beiden Armrohre, die die Antiskating-Kraft erzeugen. Da sich die Kröpfung durch die Drehung des Headshells auf seinem Weg zum Label hin verringert, nimmt dabei auch die daraus resultierende Skatingkraft ab. Dadurch, dass sich die Magnete zur Erzeugung der Gegenkraft in den beiden Gegengewichten der Armrohre befinden, die ihre Position zueinander auf dem Weg des Armes in Richtung Plattenmitte ändern, variiert auch die Antiskating-Kraft entsprechend.

Mit der Exzenterscheibe lässt sich sicherstellen, dass die Auflagekraft von der Einlauf- bis zur Auslaufrille konstant ist
Mit der Exzenterscheibe lässt sich sicherstellen, dass die Auflagekraft von der Einlauf- bis zur Auslaufrille konstant ist

Die richtige Position des Armes auf einem Laufwerk lässt dank der Armaufnahme mit ihren Langlöchern und der mitgelieferten Lehre sehr bequem finden. Die Lehre hilft bei Laufwerken mit wechselbaren Tonarmbasen wie dem LaGrange auch, eine zuvor bereits penibel justierte und dann vom Plattenspieler entfernte Arm-System-Kombination in kürzester Zeit wieder richtig auf dem Chassis zu positionieren – ein nicht unbeträchtlicher Vorteil für alle experimentierfreudigen Analogfans. Nicht ganz so einfach geht der Wechsel zweier Systeme vonstatten: Hier müssen die Höhe des Armes, das Auflagegewicht und die Stellung die Exzenterscheibe am Hauptgegengewicht, die trotz der Relativbewegung der beiden Gewichte zueinander dieselbe Auflagekraft am äußeren und inneren Radius des abspielbaren Bereich der Platte garantiert, verändert werden.

Die Tonabnehmer selber können auf einem der beiden zum Lieferumfang gehörenden Systemträger vormontiert werden. Der Systemträger samt Tonabnehmer wird seitlich in das drehbare Headshell eingeschoben und mit einer Madenschraube exakt in die vorherbestimmte Position gebracht. Die austauschbaren Systemträger haben aber noch einen weiteren Vorteil: Sie lassen sich in eine aus massiven Aluminium- und Plexiglas-Platten gefertigte Lehre schieben, in der dann der Tonabnehmer mit Blick auf den Nadelträger justiert werden kann. Dieses Verfahren stellt die mechanisch ausgereiftere Version der bei den Graham-Armen üblichen Justage-Methode dar: Die ideale Position für den Abtaster wird anhand der Nadel und des Nadelträgers einstellt. Man muss sich nicht länger an den Gehäusekanten des Tonabnehmers orientieren, über deren Ausrichtung zum Nadelträger man ja nur spekulieren kann.


Die einander gegenüberliegenden Seiten der Aluminiumrohre wurden abgeflacht, um dem Arm die nötige Bewegungsfreiheit zu geben
Die einander gegenüberliegenden Seiten der Aluminiumrohre wurden abgeflacht, um dem Arm die nötige Bewegungsfreiheit zu geben

Für die Befestigung des Tonabnehmers im Systemträger können lediglich die mitgelieferten Schrauben mit flachem Kopf verwendet werden, selbst die Verwendung von Unterlegscheiben verbietet sich, da dann der Systemträger nicht mehr ins Headshell passt. Die extrem glatte Oberfläche des Systemträgers und der Verzicht auf Unterlegscheiben haben aber einen Nachteil: Zwar kann man den Tonabnehmer ohne großen Aufwand in seine Position bringen, dazu müssen die Schrauben aber noch recht locker sitzen. Dreht man dann die Lehre samt Systemträger und Tonabnehmer, um die Schrauben festzuziehen, neigt der Tonabnehmer dazu, sich wieder aus der zuvor gefundenen Position zu bewegen. Diesem kleinen Schwachpunkt dieses ansonsten vorbildlichen Justage-Konzeptes kann aber mit ein oder zwei Kügelchen BluTack begegnen, die man während der Justage neben dem Tonabnehmer auf dem Systemträger drückt und die man nach dem Festziehen der Schrauben wieder entfernt. Die gesamte Verarbeitung, die perfekte Aufbau- und Bedienungsanleitung, das solide Justage-Werkzeug, das einem die Sicherheit gibt, alles richtig gemacht zu haben, und die Haptik des fertig eingestellten Arms machen die Beschäftigung mit dem Simplicity schon vor dem ersten Ton zu einem wahren Genuss. Wer den Thales-Arm einmal auch nur aus seiner Ruheposition in Richtung Platte geschwenkt hat, wird auch das einzige Argument, das sich gegen diese geometrisch überlegene Lösung ins Feld führen lässt, mit einem Schulterzucken abtun: Dass die zusätzlichen Lager zu einer instabilen, mit unnötigem Spiel behafteten Konstruktion führten, die einer raschen Resonanzableitung entgegenstünde. Nein hier wackelt rein gar nichts. An der Präzision und Leichtgängigkeit der Thales-Lager kann sich die Mehrzahl der Mitbewerber ein Beispiel nehmen.

Das linke Aluminiumrohr erfüllt die Funktion eines üblichen Tonarmrohres. Das rechte Alurohr verändert den Kröpfungswinkel des Headshells. Nach dem Lösen der in der mittigen Bohrung verborgenen Madenschraube lässt sich der bronzefarbene Systemträger vom Miniatur-Headshell abziehen
Das linke Aluminiumrohr erfüllt die Funktion eines üblichen Tonarmrohres. Das rechte Alurohr verändert den Kröpfungswinkel des Headshells. Nach dem Lösen der in der mittigen Bohrung verborgenen Madenschraube lässt sich der bronzefarbene Systemträger vom Miniatur-Headshell abziehen

Auf dem LaGrange und mit dem gerade aus Japan von der Überholung zurückgekommenen Lyra Olympos SL verwöhnt der Simplicity den Zuhörer. Auch den Thales original hörte ich vor etwas mehr als drei Jahren mit dem recht seltenen Lyra. Und wenn mich meine Erinnerung nicht völlig im Stich lässt, entlockt der Simplicity dem Olympos noch mehr Wärme, Glanz und pralle Klangfarben, als dies der Thales mit dem leichten Magnesium-Rohr vermochte. Hier kommen erfreulicherweise alle Vorteile des wohl emotionalsten Lyras voll zur Geltung: einfach bezaubernd! Schwer zu sagen, ob dies an der höheren effektiven Masse des Simplicity liegt oder an seiner kompakteren, für äußere Einflüsse wie Luftschall weniger anfälligen Bauform. Unabhängig vom Preis steht für mich schon jetzt fest: Wenn ich die Wahl zwischen dem Thales-Topmodell und dem Simplicity hätte, bekäme letzterer einen Stammplatz auf dem LaGrange.

Als ich zur Auffrischung meiner früheren Eindrücke noch einmal den Bericht über den Thales las, stieß ich dort auf die Erwähnung einer LP, die während der letzten Jahre ein wenig in Vergessenheit geraten war: Codona 2 (ECM 1177), die früher bei keiner Beschäftigung mit analogen Komponenten fehlen durfte. Musikalisch finde ich die Scheibe heute noch ebenso ansprechend wie zuvor, lasse mich auch wieder von den Klangfarben der eher exotischen Instrumente in ihren Bann ziehen, freue mich über die anspringende Dynamik und die großzügige Raumabbildung. Meist lasse ich es bei meinem Lieblingssong „Mayline“ nach dem melodischen Teil gut sein und steige vor dem wildem, perkussiven zweiten von drei Teilen aus. Der Impuls, den Song hier auszublenden kommt mit dem Simplicity allerdings nicht auf. Trotz aller Lebendigkeit und Spielfreude fasziniert die Wiedergabe nun mit einer Schwärze und inneren Ruhe, die selbst die Schreie des Trio über dem dichten Perkussionsgeflecht genießbar macht. Dem Simplicity ist jeder Anflug von Nervosität fremd: Völlig stoisch führt er den Tonabnehmer zu Höchstleistungen – konstruktionsbedingt selbst einige Millimeter vor der Auslaufrille.


Hier ist ein leerer Systemträger in die Justage-Lehre eingelegt. Das Fadenkreuz markiert die Position der Abtastnadel. Der Nadelträger sollte sich unter der senkrechten Linie des Kreuzes befinden
Hier ist ein leerer Systemträger in die Justage-Lehre eingelegt. Das Fadenkreuz markiert die Position der Abtastnadel. Der Nadelträger sollte sich unter der senkrechten Linie des Kreuzes befinden

Ja ich weiß schon, mit Schwärmereien ist Ihnen nicht wirklich gedient. Und deshalb baue ich das Olympos nun in das Headshell des Kuzma 4point, positioniere den Arm exakt auf dem LaGrange und stelle dann den Überhang des Tonabnehmers ein. Leider gibt es bisher kein Chassis für das LaGrange, auf dem sich zwei neun-Zoll-Arme montieren lassen. Für die nicht allzu ferne Zukunft hat Helmut Brinkmann aber ein solches angekündigt. Die Basis mit dem recht kurzen Simplicity muss nämlich ebenso wie die mit dem Kuzma, auch wenn er deutlich länger ist, auf einer neun-Zoll-Position montiert werden. Daher komme ich nicht umhin, nicht nur den Tonabnehmer, sondern auch die Arme auf dem Laufwerk zu tauschen. Selbst wenn dies einige Zeit dauert, werden die Unterschiede zwischen den Armen deutlich: Der Kuzma verhilft dem Olympos in den untersten Oktaven zu einem Hauch mehr Druck, ohne dass der Simplicity hier ausgedünnt wirkte. Unterschiede werden bei großorchestralen Einspielungen mit Pauken deutlich, bei einem akustisch aufgenommenen Kontrabass lassen sie sich mehr erahnen. In ähnlichen Größenordnungen bewegen sich auch die Unterschiede in den Disziplinen, in denen der Simplicity die Nase vorn hat: Er erzeugt die Illusion eines minimal offeneren und größeren Raumes und lässt die Musiker einer Tick spielfreudiger erscheinen, ohne dass dieses – zugegebenermaßen sehr kleine – Plus an Lebendigkeit auch nur mit einer Andeutung von Unruhe oder gar Nervosität einherginge.

Für die Höheneinstellung werden drei unterschiedlich lange Gewindestangen mitgeliefert
Für die Höheneinstellung werden drei unterschiedlich lange Gewindestangen mitgeliefert

Alle zum Vergleich herangezogenen Stücke befinden sich übrigens auf der ersten Hälfte der jeweiligen Platte, so dass der Simplicity hier keine konstruktionsbedingten Vorteile hatte. Solche Tricks hat der „kleine“ Thales auch nicht nötig, um mich völlig für sich einzunehmen. Er erlaubt selbst sehr hochkarätigen Tonabnehmern, ihre klanglichen Vorzüge voll zur Geltung zu bringen. Quasi als Bonus gibt es dann noch die Gewissheit, dass die wertvollen Scheiben in geometrisch idealer Weise abgetastet werden – ohne Kompressor, Servomotoren oder starke seitliche Kräfte, die auf den Nadelträger einwirken. Den Thales original habe ich vor Jahren als Micha Hubers mechanischen Geniestreich bezeichnet. Vielleicht war das voreilig. Denn den Simplicity zeichnen zusätzlich eine uneingeschränkte Alltagstauglichkeit und noch minimal höhere klangliche Qualitäten aus.

STATEMENT

Simpel sind beim Simplicity erfreulicherweise der Aufbau und die Handhabung. Langwierigen Hantierens mit filigraner Mechanik wie beim Thales original bedarf es beim Simplicity nicht. Dank eidgenössischer Ingenieurs- und Fertigungskunst gelangt man recht problemlos zu höchstem analogen Genuss. Der hat allerdings seinen Preis, der angesichts der kompletten Herstellung in der Schweiz, vor allem aber für den gebotenen Klang dennoch voll in Ordnung geht.

PS: Als ich im Oktober meine Nagra IV vom Service in der Schweiz abholte, habe ich am späten Nachmittag kurz bei HiFiction in Winterthur Station gemacht. Da waren zwar nur noch der Micha Huber und einer seiner Mitarbeiter in der Firma, einen Eindruck der handwerklichen Fertigung der Arme vermitteln die Bilder aber dennoch.


 Micha Huber entwickelt seine Arme und Laufwerke an einem 3D-Cad-System
Micha Huber entwickelt seine Arme und Laufwerke an einem 3D-Cad-System

 
GEHÖRT MIT
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm AMG Viella 12‟, Kuzma 4point
Tonabnehmer AirTight PC-1 Supreme, Brinkmann EMT ti, Lyra Olympos SL
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (sym)
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Cello Encore 50
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel Precision Interface Technology, Audioquest Wild Blue Yonder, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv d.C.d Base, Feet und Silentplugs


In unmittelbarer Nähe arbeitet er aber ganz real, wie dieser Aufbau zeigt
In unmittelbarer Nähe arbeitet er aber ganz real, wie dieser Aufbau zeigt

 
HERSTELLERANGABEN
HiFiction Thales Symplicity
Länge 9 Zoll
Effektive Masse 19 Gramm
Preis ab 7300 Euro
Garantie 3 Jahre

 

VERTRIEB
Gaudios KG
Anschrift Brandhofgasse 11

A-8010 Graz
Telefon +43 316 337175
E-Mail info@gaudios.info
Internet www.gaudios.info
 


Daniel Schmied montiert Lager an einem Uhrmachertisch mit den charakteristischen gepolsterten Armauflagen
Daniel Schmied montiert Lager an einem Uhrmachertisch mit den charakteristischen gepolsterten Armauflagen
Bei dieser Ansammlung von Bauteilen kann man die verschiedenen Eloxalfarben für die Tonarme entdecken
Bei dieser Ansammlung von Bauteilen kann man die verschiedenen Eloxalfarben für die Tonarme entdecken

 

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Dienstag, 04 Dezember 2012 01:00

LaRosita Beta Connect

geschrieben von
Unsere französischen Nachbarn haben in ihren Geräten oftmals ganz pfiffige Ideen verwirklicht, leider schaffen es diese in vielen Fällen nicht bis zu uns über die Grenze. So ist auch der Hersteller dbsystem-LaRosita bei uns noch ziemlich unbekannt. Neben speziellen Musikservern in verschiedenen Preisregionen werden auch noch eine Vorstufe, ein Vollverstärker und ein Leistungsverstärker angeboten. Unser Testobjekt ist ein Server im mittleren Preissegment der Firma.
teaser


Der Entwickler und Firmeninhaber Dan Bellity ist übrigens in der französischen Szene kein Unbekannter, im Internetmagazin „Melaudia“ sind immer wieder Berichte über ihn zu lesen. Leider nur in französischer Sprache.

Der Knopf in der Mitte dient zum Umschalten der Eingänge und als Lautstärkeregler.
Der Knopf in der Mitte dient zum Umschalten der Eingänge und als Lautstärkeregler.

Der Musikserver gehört zu einer Gerätegattung, die noch am Anfang der Entwicklung steht, aber immer mehr Liebhaber findet. Insbesondere von Leuten, die mit dem Computer auf Kriegsfuß stehen und eigentlich nur Musik hören wollen. Deshalb wird der PC nur noch zum Rippen der CDs verwendet, den Rest erledigt der Server. Aber auch das Rippen wird einem teilweise schon von den Servern abgenommen.

Einen völlig anderen Weg hat Dan Bellity mit den LaRosita Geräten eingeschlagen. Dies zeigt bereits ein Blick ins Innere des Servers. Hier erinnert nichts an eine herkömmliche Computerplatine, wie sie mancherorts gerne verwendet wird. Im Gegensatz dazu gleicht der Aufbau der Rosita eher einem Verstärkernetzteil. Dies ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs, was sonst noch alles an Ideen dahinter steckt sieht man nicht auf den ersten Blick. Die Grundvoraussetzungen für eine optimale Musikwiedergabe per Computer sind aber immer die gleichen:

  • einen möglichst jitterfreien Stream an den Digital-Analog Wandler zu senden
  • den Wandler vom Computer als Störquelle galvanisch zu trennen


Es existieren auch zwei analoge Eingänge, so dass der Beta auch als vollwertiger Vorverstärker benutzt werden kann.
Es existieren auch zwei analoge Eingänge, so dass der Beta auch als vollwertiger Vorverstärker benutzt werden kann.

Hier setzt Bellity bei seinen Überlegungen an, er hat den Server um die Apple Basisstation Airport express konstruiert. Airport ist entwickelt worden, um aus dem Programm iTunes Musikdateien streamen zu können. Und dies in einer absolut stabilen Verbindung. Nun kommt natürlich der Einwand, die stabilste Verbindung, die ich kenne, ist ein Stück Draht! Stimmt irgendwie, allerdings gab es mit Airport express während der gesamten Zeit nicht einmal einen Dropout. Der Vorteil bei dieser Lösung ist natürlich die völlige galvanische Trennung des Computers vom Wandler. Die Schaltnetzteile im Computer sind eine wunderbare Störquelle für die gesamte Anlage.

Wenn man nun die Musik von einem Notebook im Akkubetrieb streamt, existiert überhaupt keine physische Verbindung mehr zum Wandler! Die Grundidee ist natürlich nicht neu, aber die Ausführung wurde hier für High End Wiedergabe optimiert und nicht, um irgendwelche MP3 Dateien auf Lautsprecher im Badezimmer zu streamen.


Die Installation ist Mac typisch – Microsoft Fans weghören – einfach und problemlos. Zudem kann jemand, der bei dem Begriff Windows allenfalls an „Fensterln“ denkt, sich jederzeit Unterstützung vom Fachhandel holen. Nun gibt es Microsoft Fans, die bei dem Wort Apple sofort einen Hautausschlag bekommen; aber keine Sorge, das System funktioniert natürlich auch mit einem PC.

Neben einem Wireless Netz vom Internet-Router (WLAN) ist also zusätzlich eine Airport Basisstation erforderlich. Diese wird zur Zeit von Apple zum Preis von 99 Euro angeboten, im Internet teilweise noch darunter. Die weitere Vorgehensweise ist einfach, die Airport-Station wird an das Stromnetz angeschlossen, meldet sich anschließend am Computer an und bildet ein neues, stabiles WLAN, in dieser Form nur zum Musikhören gedacht. Man kann natürlich die Basisstation auch direkt an den Router anschließen, womit dann sämtliche Internetfunktionen zur Verfügung stehen. Nach Einschalten der Rosita meldet sich diese an der Basisstation an und schon kann es losgehen. Der Vorgang ist in einer beiliegenden Broschüre zur LaRosita detailliert beschrieben.

Für alle Eventualitäten ist die MAC Adresse auf der Empfangseinheit angegeben.
Für alle Eventualitäten ist die MAC Adresse auf der Empfangseinheit angegeben.

Man kann – und sollte – die Performance mit einigen zusätzlichen Schritten noch erheblich verbessern. Über Einstellungen im Audio-MIDI Setup des Mac kann man die Synchronisation von der Computer Clock auf die Clock in LaRosita übertragen. Durch diesen Schritt erhält die Wiedergabe erheblich mehr Auflösung und Dynamik. Außerdem bietet die Firma zum Preis von 295 Euro ein Programm unter der Bezeichnung „Plugin“ an. Hiermit werden eben genannte Einstellungen automatisch vorgenommen, zudem benutzt das Programm nur die Oberfläche von iTunes, es soll also ähnlich wie Amarra oder entsprechende Zusatzprogramme funktionieren. Ich hatte dieses Plugin nicht zur Verfügung, weil es für OS X.10.8 und die kommende iTunes 11 Version noch nicht fertig programmiert und getestet war. Nach meinem Erfahrungen mit Amarra bei Dirk Sommer sollten sich mit einem speziellen Audioplayer aber noch deutliche Verbesserungen ergeben. Um der Sache nachzugehen, hat uns der deutsche Vertrieb von Amarra freundlicherweise eine Testversion für diesen Bericht zur Verfügung gestellt. Dazu später mehr.

Wenn man zum Rippen der CDs ein Programm wie XLD für den Mac benutzt, ist man manchmal überrascht, wie lange der Einlesevorgang dauern kann Dadurch, dass schlecht lesbare Tracks bis zu 20 Mal gelesen werden, sind drei Minuten Einlesezeit pro Track keine Seltenheit. Da stellt sich natürlich die Frage, wie macht das der herkömmliche CD Spieler, der ja diese Möglichkeit nicht hat? Letztlich muss wohl die Fehlerkorrektur einspringen.

Hierzu haben unsere französischen Kollegen ein Experiment durchgeführt. Über eine Wiederholungsschleife am CD Spieler wurde eine bestimmte Stelle mit obertonreicher Musik mehrfach hintereinander abgespielt. Dabei konnte man tonale Unterschiede bei den einzelnen Abspielvorgängen feststellen. Die gleiche Stelle über die Rosita mehrfach abgespielt ergab immer gleiche Ergebnisse. Ich habe dies anhand einer Vibraphonaufnahme ebenfalls überprüft, allerdings konnte ich sowohl über LaRosita als auch über das Ayon Laufwerk keine Unterschiede ausmachen. 

Unser Testgerät heißt Beta-Connect und wird mit einem eingebauten Vorverstärkerzweig ausgeliefert. Damit kann man die Endstufen direkt ansteuern. Zusätzlich lässt sich dann die Lautstärke mit einer Fernsteuerung im Scheckkarten-Format regeln. Nun ja, eine chicere Fernsteuerung hätte das Gerät schon verdient.

Sehr zweckmäßig, die Fernsteuerung, aber…
Sehr zweckmäßig, die Fernsteuerung, aber…

 

Über einen Kippschalter lässt sich der Beta auch auf reinen DAC Betrieb umschalten und kann somit an die hauseigene Vorstufe angeschlossen werden. Getestet habe ich beide Varianten, die Klangbeschreibungen beziehen sich aber auf den Direktbetrieb mit der eingebauten Vorstufe. Zudem enthält die Rosita einen S/PDIF Digitalausgang, über den man seinen eigenen Wandler anschließen kann. In diesem Fall wird nur die WLAN Übertragung der Daten genutzt. Auch diese Variante habe ich natürlich ausprobiert.

Das Gerät selbst ist solide verarbeitet, durchschussfeste Frontplatten findet man hier aber nicht. Bellity hat offensichtlich mehr Wert auf die Qualität der Innereien gelegt. So gibt es zwei voneinander getrennte Stromversorgungen für den Digitalzweig und die Vorstufe. Die BHC-Elektrolytkondensatoren im Netzteil für das Digitalgerät sind mit Mica-Shuntkondensatoren gebrückt, was erfahrungsgemäß einen deutlichen Klanggewinn bringt. Auch die Nichicon-Kondensatoren im Analogteil sind von hervorragender Qualität. Überhaupt scheint man auf eine stabile Stromversorgung großen Wert zu legen. Die Schaltung hierfür ist patentiert und kann, laut Hersteller, ohne Verzögerung unbegrenzt Energie zur Verfügung stellen.

Über die Digitaleinheit erfährt man nichts, sie ist nämlich komplett vergossen. Bellity will sich hier natürlich ungern in die Karten schauen lassen. Der Block ist auf einer dicken Aluminiumplatte gelagert. Trotzdem denke ich, dass hier mechanisch gesehen noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Interessanterweise dient das größere Netzteil der Versorgung der Digitaleinheit und nicht der Ausgangsstufe.
Interessanterweise dient das größere Netzteil der Versorgung der Digitaleinheit und nicht der Ausgangsstufe.

Wie klingt es denn nun? Zunächst sollte man dem Gerät genügend Zeit geben, sich am Stromnetz aufzuwärmen. Direkt aus der Verpackung angestöpselt klingt der (die?) Rosita – wie fast jedes Gerät – nach kaltem Transistor und weit unter ihren Möglichkeiten. Nach einer angemessenen Aufwärmphase und der veränderten MIDI-Einstellung für die asynchrone Taktung über die LaRosita Clock fällt sofort eine deutlich gesteigerte Auflösung des Geschehens gegenüber vorher auf. Es geht aber noch mehr: Der Hersteller bietet zum Server passende Gerätefüße an, die man unbedingt mit verwenden sollte. Bei Geräten mit sehr hoher Auflösung neigt die Wiedergabe manchmal dazu, etwas zu körperlos zu werden, die speziellen Füße stellen hier die richtige Balance wieder her. Zudem wird ein Netzkabel angeboten, das zwar aussieht, als wäre es bei einem Bügeleisen abgeschnitten worden, das aber zusammen mit dem Beta zu einer deutlich flüssigeren Wiedergabe führt. Und das zeigt, dass sich der Hersteller seine Geräte sehr genau anhört und abstimmt.

Eine weitere, erhebliche Verbesserung der Wiedergabe erreicht man durch Einschleifen der Amarra Software. Was sich hier klanglich verändert, wurde in einem früheren Bericht von Dirk Sommer in Hifistatement bereits ausführlich beschrieben. Ich kann mich dem nur anschließen. Im Falle des Beta wird die Wiedergabe zusätzlich körperhafter und bekommt mehr Klangfarben. Und zwar so eindeutig, dass ich mit der normalen iTunes Version eigentlich nicht mehr hören möchte. Die kleinere Version, Amarra Hifi, wird zum Freundschaftspreis von 41 € plus Märchensteuer angeboten. Was sich mit dem firmeneigenen Plugin verändert, konnte ich aus oben genannten Gründen nicht testen.

Die BHC Kondensatoren würden auch in einem Verstärker eine gute Figur machen
Die BHC Kondensatoren würden auch in einem Verstärker eine gute Figur machen

 

Die gesteigerte Auflösung ist natürlich etwas für Großorchestrale Aufnahmen. Deshalb habe ich mir als erstes die legendäre Aufnahme von Aida mit Herbert von Karajan und den Wiener Philharmonikern ausgesucht. Die Originalaufnahme stammt aus dem Jahre 1959! Das Orchester und der riesige Chor werden mit der Rosita sehr differenziert abgebildet, der Raum macht weit nach hinten auf. Der wunderbare lirico spinto Sopran von Renata Tebaldi ist immer noch ein Traum. Und das kommt auch so rüber! Eine ihrer ganz großen Stärken waren Verdi Opern; hiermit konnte sie sich auch klar von ihrer damaligen Konkurrentin Maria Callas distanzieren. Neben der wunderbaren Stimmwiedergabe kommt hier eine weitere Stärke der Rosita zur Geltung: die fulminante Dynamik in den Fortissimo Passagen. Insbesondere mit dem Wolf von Langa Lautsprecher A100i werden der riesige Chor, die Fanfaren und Kesselpauken mit explosivem Druck wiedergegeben. Insgesamt ist diese Aufnahme ein Heimspiel für den Beta Connect. Trotzdem muss man natürlich feststellen, die Arena von Verona bekommt man nicht ins Wohnzimmer! Wobei diese Aufnahme des legendären Decca Aufnahmeingenieurs John Culshaw nicht in Verona gemacht wurde, sondern in verschiedenen Lokalitäten, deren Größe den einzelnen Szenen angepasst war. Auch das kann man deutlich hören.

Im Gegensatz zu den üblicherweise starren Netzkabeln wirkt das Rosita Kabel filigran.
Im Gegensatz zu den üblicherweise starren Netzkabeln wirkt das Rosita Kabel filigran.

Nach dem Verdi-Riesenspektakel ist natürlich interessant, was Rosita bei kleineren Besetzungen zu bieten hat. Im Gegensatz zu den oben genannten Stärken kommt es hier mehr auf die feindynamischen Schattierungen an. Gut zu hören ist dies auf der CD A Trace of Grace von Michel Godard. Hier handelt es sich um Musik von Monteverdi aus der Renaissance, teilweise aber auch um eigene Kompositionen, die stilistisch ähnlich aufgebaut sind. Godard spielt auf einem Serpent, einem Bass Instrument aus dem 16.Jahrhundert, hier ein Nachbau des Schweizer Hersteller Wetter-Berger. Was die Schwyzer so alles bauen! Wenn das Instrument auf dem Boden liegt, könnte man meinen, hier sei eine Schlange aus dem Zoo entkommen. Der Serpent macht einen tubaähnlichen Ton, der bei schlechter Auflösung der Kette wie eine strukturlose Wolke erscheint. Über LaRosita wird das Instrument kompakt und umrissen abgebildet. Von der hohen Auflösung profitiert auch der wunderbar seidige Ton der Barockvioline von Fanny Paccoud. An einer Stelle werden die a und e Saite der Violine simultan mit dem Bogen gestrichen und dissonant gegriffen, was sehr knifflig wiederzugeben ist. Das kann so weit gehen, dass man nur schwer erkennen kann, um welches Instrument es sich handelt. Auch hier macht der Beta eine sehr gute Figur, wobei man allerdings sagen muss, dass die Wiedergabe einer Violine wegen des komplexen Ausschwingverhaltens generell sehr schwierig ist. Wenn man Madame Paccoud einmal live gehört hat, dann weiß man auch, wie weit wir davon noch entfernt sind. Ein weiteres Schmankerl ist die Wiedergabe der Theorbe von Bruno Helstroffer. Hier kann man deutlich den tonalen Unterschied zu einer Gitarre heraushören, auch wenn die zusätzlichen Bass-Saiten gerade nicht gespielt werden. Helstroffer spielt hier eher dezent, um sich perfekt in das musikalische Geschehen einzufügen. Die Feinheiten seiner teilweise erfindungsreichen Anschlagstechnik werden hervorragend abgebildet. Alles in allem hochinteressante und sehr gut aufgenommene Musik; von der Gruppe gibt es übrigens auch eine LP.

Kurze Signalwege gehören zum Credo von Bellity
Kurze Signalwege gehören zum Credo von Bellity

Zu guter Letzt konnte ich mir einen Gag nicht verkneifen: Als nächstes höre ich mir La rosita an. Klar, wissen wir doch! Nein, ich meine den Titel „La rosita“ von der Scheibe Coleman Hawkins Encounters Ben Webster. Bean und Frog also, wie die beiden in Musikerkreisen genannt wurden. Hier begleitet von Oscar Peterson, Ray Brown und Herb Ellis. Hawkins war der Musiker, der das Tenorsaxophon für den Jazz salonfähig gemacht hat. Die Musik tendiert in Richtung Mainstream Jazz, wobei es sich bei „La rosita“ um eine schwulstige Ballade handelt, was allerdings mit dem Gerät Rosita überhaupt nichts gemein hat. Interessant ist bei dieser Aufnahme, wie gut die beiden Saxophonisten auseinanderzuhalten sind. Stilistisch spielen sie sehr ähnlich und Hawkins verzichtet bei diesem Stück auf seinen aggressiven „Growl“ mit dem er natürlich leichter zu erkennen wäre. Ich will jetzt nicht behaupten, sagen zu können, welches Blättchenfabrikat der eine oder andere Musiker benutzt hat, aber mit der hohen Auflösung der Beta ist sofort klar, welcher von den beiden Musikern gerade spielt.


Woher kommt nun diese zusätzliche Auflösung? LaRosita hat ein extrem niedriges „digitales Grundrauschen“, wie der Hersteller dies bezeichnet. Durchschnittliche CD Spieler liegen bei -70 bis -80 Dezibel, die besten Geräte bei -93 Dezibel. Der Beta kann mit bei -103 Dezibel aufwarten. Soweit der Hersteller. Es ist aber einleuchtend, dass bei einem zu hohen Rauschteppich die Mikrodetails der Musik untergehen würden.

Auch beim Beta Connect kann man feststellen, dass der eingebaute Vorverstärker den Klang maßgeblich beeinflusst. Die Darstellung hierüber ist etwas sachlicher und neutraler, aber auch ein wenig trockener im Vergleich zu dem etwas volleren und auch plastischeren Klang einer Triode. Dies ist kein Qualitätskriterium, mir geht es lediglich um die Feststellung. Letztlich eine Frage der persönlichen Präferenzen. Allerdings sollte man bei der Auswahl der übrigen Komponenten darauf achten, dass diese nicht zu sehr in die schlanke Richtung tendieren, sonst könnte es des Guten zuviel werden. Dies gilt aber in erster Linie für die Version ohne Amarra. Für hochauflösende Formate war das vorliegende Gerät noch nicht ausgelegt, dies soll aber in Zukunft über ein Update möglich sein.

STATEMENT

Ein hoch auflösendes und extrem dynamisches Gerät. Wenn man bei der Aufstellung und Installation ein wenig Geduld aufbringt, wird man dafür reichlich belohnt. Erstaunlich, was aus dem Red Book Format noch alles zu holen ist.
GEHÖRT MIT
Laufwerk Ayon CD-T
DAC Borbely Audio
Server LaRosita Beta Connect
Vorstufe Shindo Monbrison, Thomas Mayer 10Y
Endstufe Shindo Cortese, Thomas Mayer 6HS5 PSE, 45 SET, Uchida 300B
Lautsprecher WVL A100i

 

HERSTELLERANGABEN
LaRosita Beta Connect
Max. Ausgangspegel 1,53 Vrms
Frequenzbereich 20 – 22000 Hz
Ges. Harmonische Verzerrung 0,01%
Abmessungen (B/H/T) 430 x 100 x 325 mm
Gewicht 7.2 kg
Preis 4198 Euro für die DAC Version
5298 Euro für die Connect Version
180 Euro Gerätefüße
180 Euro Netzkabel

 

HERSTELLER
dbsystem
Anschrift 5 Ave Jean XXIII
06130 Grasse, France

 

VERTRIEB
Aquitane-Fidelity and More
Anschrift Hornauerweg. 4
65843 Sulzbach
E-Mail info@me-geithain-audio.de
Internet www.larosita.fr

Weitere Informationen

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Donnerstag, 29 November 2012 01:00

Lawrence Audio Mandolin

geschrieben von
Vor einigen Monaten beschäftigte ich mich an dieser Stelle mit einem extravaganten Lautsprecher aus dem Hause Lawrence Audio, der Violin. Nun geht es um das kleinere Model namens Mandolin.
teaser


Mit eigenwilligem Styling und viel versprechender Bestückung stellt sich die Mandolin aus Taiwan bei uns vor
Mit eigenwilligem Styling und viel versprechender Bestückung stellt sich die Mandolin aus Taiwan bei uns vor

Es war meine Initiative, die Mandolin zum Test zu bestellen. Die größere Violin hat mir so gefallen, dass ich Jörg Klein vom deutschen Lawrence Audio Vertrieb fragte, ob er Interesse hätte, mir die Mandolin zur Verfügung zu stellen. Er hatte. Meine Motivation gründet sich einmal auf meine Begeisterung für die Violin und zudem auf den Gedanken, dass es schade sei, wenn ein so interessanter, hierzulande noch fast unbekannter Hersteller nur einmal bedacht wird, so nach dem Motto „einmal ist kein mal“. Eine weitere Besprechung, denke ich, wird der Marke Lawrence Audio gut tun. Denn mehr Bekanntheit im Lautsprecher-übersättigten Deutschland hat dieses taiwanesische Unternehmen nach meiner Auffassung verdient. Es gibt in der Produktlinie von Lawrence Audio mit Instrumenten-Namen neben der Violin mehrere größere Modelle. Die Mandolin ist meine Wahl, weil sie von der Bestückung her der Violin am nächsten verwandt ist und zudem mit 4800 Euro Komplettpreis für einige Leser mehr in Betracht kommen dürfte.

Wenige Wochen nach der telefonischen Anfrage bringt Jörg Klein die Lautsprecher selbst bei mir vorbei. Wir lassen sie erst einmal verpackt stehen und Jörg Klein nutzt die Gelegenheit, mir die Zilplex Klangschalen vorzustellen, über die ich im September hier auf hifistatement.net berichtete.

Aus physikalischen und akustischen Überlegungen wählte der Entwickler diese Gehäuseform
Aus physikalischen und akustischen Überlegungen wählte der Entwickler diese Gehäuseform

Als es dann ans Auspacken geht, ist meine Neugierde nicht allzu groß, da ich ja von der Violin annähernd weiß, wie die Mandolin aussieht, in der Hauptsache etwas kleiner. Doch irgendwie ist´s wie beim Striptease. Da ist ja auch klar, was gleich zu sehen sein wird, aber Mann oder auch Frau erwartet doch gespannt das Besondere, Individuelle, was so faszinierend sein kann. Ich habe Lust auf diesen Lautsprecher, dahingehend, was er musikalisch vermitteln wird. Beim Auspacken der Mandolin gefällt mir auf Anhieb ihre Größe und ihre Proportionen. Ein wesentlich zierlicherer Eindruck als bei der Violin verschafft ihr gleich meine Sympathie ob Ihrer ansprechenden Gestalt. Und die ist erst wirklich schön, sobald sie auf Ihrem schwarzen Standfuß montiert ist. Also müssen die jeweils vierteiligen Ständer zusammengebaut und mit der Mandolin zu einer Einheit verschraubt werden. An dieser Stelle wird ein konstruktiver Unterschied zwischen den beiden Modelle evident.


Nicht nur optisch bildet die Mandolin mit den Lautsprecherständern eine gelungene Einheit
Nicht nur optisch bildet die Mandolin mit den Lautsprecherständern eine gelungene Einheit

Während die große Violin ihre Bassreflex-Öffnung nach unten hat – entprechend ist der Ständer ausgespart – strahlt die kleinere Mandolin ihre tieffrequenten Energien durch eine rückseitige 2,5 Zentimeter hohe und etwa 12 Zentimeter breite Öffnung im unteren Teil des furnierten Gehäuses in den Raum. Also braucht sie etwas Platz nach hinten. Den wird man ihr ab sicher ohnehin schon wegen ihrer besonderen Bauform gerne zugestehen und so den akustischen Vorteil mit ihrer Eigenschaft als dekoratives Objekt im Wohnraum verbinden. Die Aufstellung bei mir wählte ich – ähnlich wie bei der Violin – frei im Raum. Auch bei der Mandolin gehören solide und verstellbare Spikes zum Lieferumfang, die sich auf meinem etwas unregelmäßigen Fliesen-Fußboden prima justieren lassen und für soliden Stand sorgen. Komplettiert werden die Spikes durch passende Unterlegscheiben mit einer mittigen Vertiefung, damit an dieser Stelle nichts verrutscht.

Mit solch soliden Spikes lässt sich die Mandolin standfest aufstellen
Mit solch soliden Spikes lässt sich die Mandolin standfest aufstellen

Die Gehäuse-Ausführung meines Test-Paares ist das braune „Cherry“. Alternativ gibt es das rötliche „Rosewood“. Gegen Einwurf entsprechender Münzen sind auch diverse Lackierungen lieferbar. Die Styling-Elemente in Gehäuse und Ständer, dekorative Nuten, sind vergleichbar mit denen der Violin. Nur, wie gesagt, alles wirkt zierlicher. Um Irritationen entgegen zu wirken: Mr. Lawrence Liao, der Musiker, Firmeninhaber und Chef-Designer von Lawrence Audio, erklärt die Namen dieser Baureihe mit seiner ihm eigenen Sympathie für Musikinstrumente im Allgemeinen. Keineswegs möchte er seine Namens-Kreationen so verstanden wissen, dass über die besondere Gehäuseform die entsprechenden Instrumente nachgebildet werden. Akustisch betrachtet ergeben die Formen dieser Modelreihe durchaus Sinn, etwa wegen entfallender paralleler Wände und deshalb vermiedener stehender Wellen und auch wegen relativ wenig reflektierender Gehäuseflächen.


Der Bändchen-Mittel-Hochtöner übernimmt mit 18 dB Steilheit bei 2,6 kHz seine Arbeit
Der Bändchen-Mittel-Hochtöner übernimmt mit 18 dB Steilheit bei 2,6 kHz seine Arbeit

Technisch ist die Mandolin der Violin absolut verwandt. Darum erlaube ich mir jetzt, von mir selber aus dem Violin-Test abzuschreiben. Dies ist ja keine Doktor-Arbeit: Es handelt sich um ein Zwei-Wege-Bassreflex-Konzept. Das aufwändige Gehäuse besteht aus hochwertigem MDF und beinhaltet zwei Systeme aus dem Hause Aurum Cantus: einen 165-Milliimeter-Tief-Mitteltöner und ein Hochton-Bändchen aus hochreinem Aluminium mit 130 mal 8,5 mal 0,01 Millimeter Membran-Abmessungen. Vor der Membran liegt zum Schutz ein feinmaschiges, beinahe transparentes Metallgitter, damit dem empfindlichen Musikanten mechanisch von außen kein Schaden zugefügt werden kann. Das Bändchen, so Lawrence Audio, ist hoch belastbar und magnetisch abgeschirmt. Die Übernahme-Frequenz zum Mittel-Tieftöner liegt bei 2,6 Kilohertz, etwas höher als bei der Violin. Bändchen-seitig fällt der Pegel mit einer Steilheit von 18 Dezibel pro Oktave ab, das untere Chassis wird mit 12 Dezibel Steilheit aus dem musikalischen Zusammenspiel genommen.

Das selektierte Tief-Mittelon-Chassis von AurumCantus
Das selektierte Tief-Mittelon-Chassis von AurumCantus

Der Aluminium Korb des Tief-Mittelon-Chassis ist der Arbeitsplatz für eine Sandwich-Membran aus Karbonfiber-Zellstoff-Karbonfiber. Der Antrieb besteht aus eine 50 Millimeter großen, aus Flachdraht gewickelten und mit Kupfer beschichteten Aluminium-Schwingspule und einem 120 mal 20 Millimeter großen Ferrit-Magneten. Somit haben wir den gleichen Antrieb wie bei der Violin bei kleinerem Membrandurchmesser. Das verspricht Schnelligkeit und Präzision. In der Frequenzweiche ist feinstes Material verbaut: Hochwertige MKP Kondensatoren gesellen sich zu Spulen aus hochreinem OFC. Metallfilmwiderstände nach Military Standard werden ebenso verwendet wie Teflon-isolierte OCC-Kabel. Beide Chassis sind in die nach oben geneigte Vorderseite des Gehäuses eingelassen. Davor befindet sich die schwarze Holzplatte mit der Schallführung für das Bändchen zur optimalen Ankopplung an den Raum.

Mein Test-Lautsprecher ist das eingespielte Vorführmodel von Jörg Klein. Wenn Sie heute eine Mandolin bestellen, erhalten Sie diese mit WBT 0703 Polklemmen, über deren Qualitäten Sie sich im Bericht von Dirk Sommer informieren können. Dieser WBT-Anschluss ist neu und in meinem Exemplar noch nicht implementiert. Daraus folgt, dass die aktuellen Mandolin wohl klanglich noch „eins drauflegen“ können.

Die hochwertigen Verteiler-Bausteine sorgen für homogene Musikalität
Die hochwertigen Verteiler-Bausteine sorgen für homogene Musikalität

 

In meinem Musikzimmer erweist sich das Kupferkabel im Vergleich zu der Silber-Legierung bei Verbindung zum Endverstärker als der stimmigere Partner für die Mandolin. Genau anders empfand ich es seinerzeit bei der Violin. Und da wären wir auch schon beim Klangcharakter der Mandolin: Eindeutig ist sie die schlankere und schnellere der beiden Geschwister. Dies ist bei der beschriebenen Bestückung und Weichen-Auslegung nicht überraschend. Eine anspringende Lebendigkeit und eine hohe Genauigkeit zeichnet die Mandolin aus. Den leicht voluminöse Klang der Violin produziert sie nicht. Aber ich vermisse ihn keineswegs, so gut er mir seinerzeit auch gefallen hat. Denn die Mandolin punktet durch Spielfreude. Beide Geschwister sind dennoch tonal recht ähnlich ausbalanciert: Vor allem die bravourösen Eigenschaften des Bändchens gleichen sich. Herrlich diese Farben, die Offenheit und das Nachklingen. Da spielt die Musikrichtung nicht die geringste Rolle. Die Mandolin gestaltet bei Rockmusik das Live-Bühnengeschehen direkter, weniger nach hinten orientiert, aber sehr räumlich. Der Bass ist schnell, sicher schlanker, aber keineswegs mager. So beeindruckt beispielsweise auch hier die dramatische Einleitung mit dem tiefen Orgelton bei Richard Strauss´ Also sprach Zarathrustra. Stimmen besitzen Körper und Präzision. Ja, was mich an der Mandolin so fasziniert dieses hohe Maß an Präzision verbunden mit einer Fülle kräftiger Klangfarben. Im Obertonbereich glänzt sie zart und öffnet den Raum. Sie ist ausgewogen abgestimmt. Meine Wochen mit der Mandolin waren musikalisch, aber auch unter optischen Gesichtspunkten ausgesprochen vergnüglich. Während der ganzen Hörzeit hatte ich nie das Bestreben, auf meine Referenz-Lautsprecher zu wechseln. Ich gebe zu, in einigen Momenten zog ich die Mandolin sogar meinen um vieles teureren, geliebten Boliden vor.

STATEMENT

Mich begeisterte die Violin vor wenigen Monaten, mich begeistert die Mandolin jetzt. Es sind Geschwister, die sich zwar auch ein wenig unterscheiden, einander aber im musikalischen Kern gleichen. Für welche auch immer Sie sich entscheiden, ich gratuliere zur guten Wahl.
GEHÖRT MIT
Computer Apple MacMini / OS X 10.6.8 / Amarra 2.4 /Antelope Zodiac plus
CD-Player Primare DVD 30/Antelope Zodiac plus
Phono Kenwood KD-990 mit Kunststeinauflage, Benz-Micro Glider L2, Primare R-20
Vorverstärker T+A P-10 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern
Endstufen Spectral DMA 100 S mit Enacom, alternativ Air Tight ATM-3
Kabel Audioquest Wild Digital und Coffee USB, Inakustik Black&White NF-1302, Mogami 2549, QED Genesis Silver Spiral mit Enacom LS, Absolute Créations Intim mit Enacom LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audiquest NRG-X2 Netzkabel

 

HERSTELLERANGABEN
Lawrence Audio Mandolin
Design 2-Wege Bassreflex
Frequenzgang 45 Hz – 40 kHz
Empfindlichkeit (2,83 V/m) 89 dB
Impedanz 8 Ohm (min. 6,4 Ohm)
Empfohlene Verstärkerleistung 30-150 W
Hochtöner Bändchen aus hochreinem Aluminium, 130 mm x 8,5 mm x 0,01 mm
Tiefmitteltöner 165 mm (6.5″), Aluminum Korb
Übernahmefrequenz 2.600 Hz, -12 dB Tieftöner und -18 dB Hochtöner
Anschlüsse Polklemmen WBT-0703 CU
Gehäuse Material High quality MDF
Oberfläche Cherry and Rosewood
Abmessungen mit Ständer 109 cm x 24 cm x 30 cm
Gewicht mit Ständer 15 kg
Abmessungen ohne Ständer 56 cm x 23 cm ×28 cm
Gewicht ohne Ständer 12 kg
Preis 4800 Euro komplett mit Ständern

 

VERTRIEB
Hoergenuss für Audiophile
Anschrift Jörg Klein
Fichardstraße 56
60322 Frankfurt am Main
Telefon 06940326292
E-Mail info@hgfa.de
Internet www.hgfa.de

Weitere Informationen

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Sonntag, 25 November 2012 01:00

NuForce DDA-100 + Amphion ION+

geschrieben von
Digitale Quellen verändern die Hifi-Landschaft immer mehr, der Computer als Entertainmentcenter ersetzt die heimische Stereoanlage. Als bessere Desktop-Lösung angepriesen, ist die Kombination aus Verstärker NuForce DDA-100 und Lautsprecher Amphion ION+ eine Überraschung und eher ein Fanal für hochwertige Musikwiedergabe als für PC-Beschallung.
teaser


Als ich die Mail des Chefredakteurs las, dass NuForce und Amphion auf dem Weg zu mir sind, dachte ich bei mir: „Schön, dass wir mal drüber geredet haben“. Die Ankündigung traf mich völlig unvorbereitet, und ich muss zugeben, dass die Geräte bisher ziemlich an mir vorbei gegangen sind. NuForce, das sind doch so kleine Class-D-Amps für den Anschluss an den Computer, Amphion hatte ich mal so am Rande gehört, konnte mir darunter aber nichts Konkretes vorstellen. Desktop-Hifi, schoss es mir durch den Kopf.

Passen prima auf den Schreibtisch, NuForce DDA-100 und Amphion ION+
Passen prima auf den Schreibtisch, NuForce DDA-100 und Amphion ION+

Ganz anders, doch auch nicht viel größer. Als die beiden Pakete eintrafen, hatte ich mich entsprechend kundig gemacht, diverse Wissenslücken aufgefüllt und war sehr gespannt. NuForce residiert in Kalifornien und Miami und existiert seit 2005, als – mit eigenen Patenten ausgestattet – der erste Class-D-Verstärker der Firma auf den Markt kam. Seitdem hat sich die Palette um ein großes Angebot erweitert. Besonderer Wert wird auf die Integration digitaler Zuspieler gelegt. Am bekanntesten ist wohl der NuForce Icon, ein Verstärkerchen, das auch aufrecht stehend betrieben werden kann und unter Freunden der gehobenen Schreibtischbeschallung einen ausgezeichneten Ruf genießt – wie viele minimalistische Class-D-Verstärker, denen wahre Wunderdinge nachgesagt werden. NuForce huldigt dabei dem Prinzip der Pulsweitenmodulation, also einem Schaltungskonzept, in dem vereinfacht gesagt die analogen Signale in Einzelimpulse auf einer Frequenz zerlegt werden. Die Leistungstransistoren schalten entsprechend zwischen Durchlass und Sperre hin und her. Daraus resultiert ein höherer Wirkungsgrad und die Verlustleistung ist niedrig. In einem Tiefpassfilter wird das Ganze wieder zu einem Signal zusammengesetzt und an die Lautsprecher weiter gereicht. Vorher muss eine Drossel noch allerlei Hochfrequenzdreck unschädlich machen.

Der angelieferte DDA-100 soll nun gar ganz digital arbeiten. Die Wandlung soll laut Bedienungsanleitung direkt während der Verstärkung stattfinden, alles andere (Umschaltung und Lautstärkeregelung) erfolgt vorher. Wie das jetzt funktioniert, ob wir es hier mit einer PDM-PWM oder einer wie von B&O benutzten ICE-Power-Digital-Schaltung zu tun haben, lässt sich auch auf Nachfrage beim Hersteller nicht wirklich klären. Stolz ist man allerdings auf den im Ausgang eingesetzten FIR-Filter, der die digitalen Impulse phasenrichtig wandeln soll. Ein tieferes Einsteigen in die Materie würde den Rahmen eines Tests sprengen und wäre vielleicht mal einen Grundlagenartikel wert. Wie auch immer, es lassen sich keine analogen Geräte mehr anschließen. An das gerade mal 1,2 Kilogramm schwere, zigarrenkistengrosse Kästchen können neben einem Paar Lautsprecher vier digitale Geräte, entweder über USB, zwei mal SPDIF oder einmal koaxial angeschlossen werden, außerdem steht ein SPDIF-Ausgang zur Verfügung. Über den USB-Eingang können Signale bis 96 Kilohertz verarbeitet werden, die drei anderen gestatten Datenraten bis 176,4 Kilohertz in 24 Bit-Auflösung. In Empfang genommen werden diese durch einen Filter mit 96 Kilohertz und maximal 24 Bit. Die eingehenden Signale werden zur Vermeidung von Jitter noch mal zwischengespeichert und getaktet.

Mehrere Trafos auf eigener Platine für die Stromversorgung. Das Innenleben des NuForce DDA-100 erinnert kaum noch an einen klassischen Verstärker
Mehrere Trafos auf eigener Platine für die Stromversorgung. Das Innenleben des NuForce DDA-100 erinnert kaum noch an einen klassischen Verstärker

Im Handel kostet der DDA-100 599 Euro. Das Gert ist perfekt verarbeitet und mobilisiert immerhin 2 mal 74 Watt an 4 Ohm, auch die weiteren technischen Daten lassen nicht Böses vermuten. Über den Drehregler vorne schaltet man den Verstärker durch drei Sekunden Druck auf selbigen ein oder aus, ein kurzes Antippen wechselt zwischen den Eingängen. Gleichzeitig lässt sich in 100 Schritten die Lautstärke einstellen. Wer nicht durchdrehen möchte, nimmt dafür lieber die schmucke, scheckkartengroße Fernbedienung, man kurbelt sich sonst blöd. Das Display zeigt Quelle sowie gewählte Lautstärke an und kann bei Bedarf ausgestellt werden, was in der Praxis kaum nötig sein wird, denn man kann es schon bei leichtem Lichteinfall kaum noch ablesen.


Die Verstärker von NuForce sollen nun ganz besonders gut zu den Lautsprechern der finnischen Firma Amphion passen. Diese entwickelt und produziert seit 1998 Lautsprecher, sowohl für den professionellen als auch für den Gebrauch zu Hause. Das Angebot umfasst diverse Lautsprecher ähnlicher Abmessungen und identischer Optik wie die ION+. Ich finde das etwas unübersichtlich, so kostet die ION+ mit 999,01 (wie neckisch) Euro/Paar genauso viel wie ein optisch identisches Pärchen ION. Anssi Hyvonen, Entwickler und Kopf hinter Amphion, will seinen Lautsprecherkonzepten besonders die Phasenrichtigkeit und den unproblematischen Einsatz in normaler Abhörumgebung, sprich Wohnräumen, anerzogen haben. Hierbei geht er recht unkonventionelle Wege. Wichtig sei für eine homogene Abstrahlung, dass die Schwingspulen von Tief- und Hochtöner auf einer Ebene lägen. Deswegen sei der Hochtöner versenkt eingebaut und strahle über einen Hornvorsatz (oder neudeutsch Waveguide), der in der Lautsprecherfront integriert ist, möglichst definiert ab. Da laut Ansicht des Entwicklers der Bereich zwischen 2000 – 4000 Hertz für die saubere Wiedergabe von Tönen am wichtigsten ist, da hier die größte Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs liege, wurde dieser Bereich einem einzigen Chassis, nämlich dem Hochtöner, anvertraut, der bereits bei tiefen 1,6 Kilohertz einsetzt. Diesen undankbaren Job übernimmt eine 25 Millimeter Titankalotte, die für derlei Dinge eigentlich viel zu klein ist. Und dann noch Titan, das bei unsachgemäßem Einsatz in heftige Partialschwingungen aufzubrechen pflegt. Die breite Aufhängung soll am unteren Rand des Übertragungsbereich aushelfen, den Rest macht der Schalltrichter. Das akustische Zentrum liegt genau zwischen Hoch- und Tieftöner. Diese Maßnahmen sollen das Abstrahlverhalten soweit definieren, dass die Lautsprecher auf verschiedene Räume und deren Akustik unkritisch reagieren beziehungsweise andersrum. Na gut, wir werden sehen.

Das Gitter schützt die hauchdünne Titanmembran vor Beschädigung und soll sich nicht auf die Wiedergabe auswirken. Der Hochtöner mit Waveguide
Das Gitter schützt die hauchdünne Titanmembran vor Beschädigung und soll sich nicht auf die Wiedergabe auswirken. Der Hochtöner mit Waveguide

Immerhin findet das im Durchmesser 14 Millimeter messende Tieftonchassis aus Aluminium einen idealen Arbeitsbereich vor, wobei man dem kleinen Ding, trotz Bassreflexunterstützung, eigentlich schwere Tieftonarbeit kaum zumuten mag. Die Chassis werden durch Lochbleche geschützt und sind in ein schmuckes Gehäuse aus 19 mm-MDF eingesetzt. Es gibt nur Single-Wiring-Anschlüsse für die Lautsprecherkabel, das Terminal ist kein High-End, aber erfüllt seinen Zweck. Der Widerstand beträgt im Mittel 8 Ohm, der Wirkungsgrad ist mit 86 Dezibel aus einem Watt in einem Meter Abstand niedrig, besonders für die bei 4 Ohm angegebenen 75 Watt des NuForce, die sich an den Amphion ungefähr halbieren.

Alles für die Phasenrichtigkeit: Phaseplug auf der Staubschutzkalotte des Aluminium-Tiefmitteltöners
Alles für die Phasenrichtigkeit: Phaseplug auf der Staubschutzkalotte des Aluminium-Tiefmitteltöners

Auf der Website von Amphion werden diverse Kombinationen von NuForce Verstärkern und Amphion Lautsprechern im Verbund mit PC/Mac angepriesen. Laut Anssi Hyvonen zeichnen sie sich durch problemloses „Plug – play and smile" aus und machen die Aufrüstung des Computers in eine kleine, feine Anlage auf dem heimischen Schreibtisch ganz einfach. Mit schnuckeligen 268 x 134 x 220 Millimetern passen die ION+ da eigentlich auch prima hin, der NuForce DDA-100 mit seinen handlichen 51 x 229 x 216 Millimetern findet sicher auch noch einen Platz unter dem Standfuß des Flachbildschirms, Kühlöffnungen hat er ja keine und stabil genug ist er auch.

Ausblick in die Zukunft. Kein analoger Eingang mehr, dafür richtige Lautsprecheranschlüsse, die auch Bananenstecker aufnehmen können
Ausblick in die Zukunft. Kein analoger Eingang mehr, dafür richtige Lautsprecheranschlüsse, die auch Bananenstecker aufnehmen können

 

Da Hifistatement aber ein Hifi-Magazin ist, mussten die kleinen ION+ erst einmal auf  Ständer mitten in den Raum - die leider etwas niedrig waren, so dass ich einen Großteil der Hörzeit auf dicken Kissen auf dem Boden verbringen durfte. Wieso den Großteil? Weil  sich der NuForce DDA-100 zwischendurch an meinen Rogers austoben durfte – da passt dann der Hörsessel wieder.

Nuforce DDA-100 und Amphion ION+ wurden so nebenbei in die Anlage eingeschleift. Den Anfang macht der NuForce, der mit dem digitalen Coaxialausgang meines alten Denon CD-Players (er möge noch lange leben) verbunden und probeweise an die Rogers angeschlossen wurde. Das lief dann erst mal so im Hintergrund mit „Kruder und Dorfmeister“ vor sich hin – Frau und Kinder mögen das auch, passt an sich immer. Dabei fiel sofort auf, dass der Nuforce äußerst sauber aufspielt. Kleine Class-D-Verstärker mit 2 x 15 Watt kenne ich als enorm druckvoll und groß abbildend, so lange die Puste eben reicht. Der DDA-100 ist da ganz anders. Druck macht er wenig, dafür spielt er schon knapp über der Hörschwelle verständlich und durchhörbar, modelliert dabei so gut wie nicht. Ok, beim ersten Reinhören fehlt ein wenig Bass und Raum, vielleicht sind die Höhen ein bisschen zurückhaltend, aber das scheint ganz ordentlich zu sein. Nach ein paar Minuten empfinde ich den Klang als „unsichtbar“, irgendwie kommt der Verstärker nicht vor, mischt sich nicht ein und lässt die Musik einfach durch. Er verändert sich auch nicht, wenn man lauter macht. Etwas später bemerkt man dann die sehr gute Auflösung. Na gut, nur als Desktopgerät will ich den an sich nicht nutzen. Die ION+ werden im laufenden Betrieb erst auf den einen Hauptlautsprecher gestellt und angeschlossen – nur nachmachen, wenn Bananenstecker an den Kabeln hängen und bitte darauf achten, nichts kurzzuschließen – und dann auf den anderen. So stehen sie zum einen viel zu hoch, zum anderen sehen sie sich mit der Aufgabe konfrontiert, 26 Quadratmeter beschallen zu dürfen und das mit basslastiger, elektronischer Musik. Klingt auch die ersten paar Takte etwas ausgedünnt, dafür sind die Lautsprecher akustisch nicht zu orten, einfach komplett weg. Dahinter etablieren sich die dorthin produzierten Synthesizer stabil im Raum, alles ist extrem klar, durchhörbar und sauber. Nach dem Wechsel kommt jetzt richtig das Gefühl auf, dass die Geräte nur eine untergeordnete Rolle spielen, hier geht es um Musik oder - anders ausgedrückt – hier spielt echte Musik in meinem Raum. Das ist jetzt doch ein wenig unerwartet, und man sollte sich nicht mal nur so nebenbei mit so etwas beschäftigen. Nachdem ich etwas nervös geworden die familiäre Brut unter fadenscheinigen Vorwänden aus dem Raum vertrieben habe, stelle ich die Amphion erst mal richtig auf die schon erwähnten, leider zu niedrigen Ständer und bastele mir eine Sitzecke aus Kissen vor dem Schreibtisch. Ob es nun an der speziellen Anordnung der Chassis, der gewählten Übergangsfrequenz, dem Waveguide oder an der Kombination von allem liegt, ist an sich egal. Wichtig ist, dass die ION+ fast überall im Raum funktionieren und somit die Aussage des Herstellers bestätigen.

Nicht täuschen lassen, die Fernbedienung ist winzig und sollte nicht verloren werden. 100 Regelschritte, um die Lautstärke per Hand zu drehen, kann zum Geduldsspiel werden
Nicht täuschen lassen, die Fernbedienung ist winzig und sollte nicht verloren werden. 100 Regelschritte, um die Lautstärke per Hand zu drehen, kann zum Geduldsspiel werden

Die Kombination spielt phänomenal durchhörbar und plastisch. Attribute wie schnell, zackig, glänzend, farbig, geschmeidig oder rhythmisch bleiben gleich in der Schublade, werden dem Gehörten nicht gerecht. Es klingt einfach echt. Es gibt auch kein Mogeln, wie dies bei Kleinlautsprechern gern gemacht wird: Oberbass anheben, um Volumen vorzutäuschen und dafür jeden Tiefbass abwürgen und über leicht angezogene Höhen Auflösung vorgaukeln - nichts davon. Vielmehr blickt man direkt auf die Musiker und was sie da so veranstalten. Dabei herrscht, wie schon angesprochen, eine so große Klarheit, dass man glaubt, vieles das erste Mal zu hören. Es geht dabei nicht nur um kleine Details oder Hochtongezirpse. Eine Solovioline beinhaltet so viel mehr an Information als gewohnt. Der Umgriff auf dem Steg, die Haltung des Instruments, man sieht förmlich, wie sich der Solist beim Spiel bewegt. Und das völlig frei im Raum und in realistischer Größe. Leise angeschlagene Glöckchen schweben unglaublich lange aus, bis sie immer leiser werden und danach noch eine Spur Schwingung hinterlassen, die man eher spürt als hört. Sehr faszinierend, da es auch überhaupt keine Betonung eines bestimmten Bereichs gibt, das ist einfach so.

Die angesprochenen, fehlenden Eigenschaften bedeuten nicht, dass man es hier mit lahm oder unengagiert spielenden Komponenten zu tun hat, die einen gleichmacherischen Effekt haben. Sie mischen sich nur nicht ein. Steigert sich ein Schlagzeug sowohl im Tempo als auch in der Lautstärke, geschieht dies so nebenbei. Hat der Musiker einen guten Tag, fängt das dann auch an zu treiben, man geht mit und erlebt unerwartete Dramatik. Dies liegt sowohl an den hervorragenden feindynamischen Eigenschaften der ION+ als auch an dem definierten Abstrahlverhalten. Durch die angesprochene Klarheit und Auflösung lassen sich komplexe Arrangements sehr gut verfolgen und bekommen durch die Fülle an Informationen plötzlich eine Geschwindigkeit, die einem den Atem rauben kann. Dazu kommt eine Klangfarbentreue, wie ich sie bisher nur sehr selten gehört habe. Das von Kleinlautsprechern und einem Kleinverstärker für den Gebrauch am PC? Niemals! Das spielt alles mehr so, wie High-End dereinst mal definiert war und sein sollte, und nicht wie eine kleine Stereoanlage. Letztendlich erinnert mich das an professionelle Monitore mit der Ausrichtung auf das Musikhören. Machen Lautsprecher für die Musikproduktion dem normalen Musikhörer das Leben oft durch extreme Präzision und glasklare Reproduktion sauer, spielen die Amphion ION+ einfach nur natürlich.


Die Größe von Verstärker und Lautsprecher täuschen: Mit ihren musikalischen Fähigkeiten spielen NuForce und Amphion ganz groß auf
Die Größe von Verstärker und Lautsprecher täuschen: Mit ihren musikalischen Fähigkeiten spielen NuForce und Amphion ganz groß auf

Es folgt ein interessanter Mailwechsel mit Anssi Hyvonen, der bereitwillig über seine Philosophie beim Lautsprecherbau Auskunft gibt. Und tatsächlich sind die ION+ technisch nichts anderes als die Amphion One12, Nahfeldmonitore für den professionellen Einsatz.  Anssi Hyvonen spricht davon, dass sich im Laufe der Zeit Musik und Hifi immer weiter auseinanderentwickelt haben, die Geräte immer mehr eigene Eigenschaften einbringen, die vielleicht verkaufsfördernd, letztendlich aber wenig mit der authentischen Musikwiedergabe zu tun haben. An sich beschreibt er etwas prosaisch, dass heute bewusst verfärbt wird. Eine Meinung, mit der er bei mir offene Türen einrennt. Die ION+ führen die beiden Zweige nach seiner Aussage wieder zusammen und weisen den Weg in die Zukunft – ich hoffe sehr, dass er damit Recht hat. Interessanterweise lehnt er aktive Konzepte ab. Warum solle man Technik in Lautsprecher verbauen, die in spätestens zwei Jahren wieder überholt sei?

Beruhigt ob der gegebenen Informationen wende ich ich mich wieder dem Musikhören zu. Die räumliche Darstellung der Kombination ist eben so, wie sie vom Datenträger runter kommt. Mal spielen die Akteure auf der virtuellen Bühne ein wenig weiter vorne, mal etwas weiter hinten. Bei entsprechenden Aufnahmen ist die Bühne nach hinten hin grenzenlos tief, der Raum bis unter die Decke gewölbt. Stimmen stehen zum Niederknien klar im Raum und werden so akzentuiert und manchmal auch schön wiedergegeben, wie man es nur rein analoger Technik nachsagt. Bisher als schlechte oder sehr „seltsame“ Aufnahmen wahrgenommene CDs kann man plötzlich hören. „Ach so haben die das gemeint, dann ist ja gut, dann stört das auch nicht mehr.“

Bei alldem ist noch nicht viel über den NuForce DDA100 gesagt worden, was total unfair ist. Allein, es gibt nicht viel zu berichten. Die genannten Eigenschaften der Amphion werden durch den kleinen Verstärker auf das Positivste befördert. Er mischt sich eben nicht ein und macht nur lauter. Welches Kompliment könnte man einem Verstärker sonst machen. Wie gut er das macht, merkt man spätestens dann, wenn man ihn austauscht. Ein Roksan Kandy LII an den ION+ bringt mehr Druck – an sich zu viel –, spielt gedeckt mit Betonung des Präsenzbereichs und hat wesentlich weniger Auflösung. Also gleich wieder zurück. Die Kombination spielt übrigens ab Hörschwelle völlig verständlich und ersetzt so spät Abends den Kopfhörer. Es macht richtig Spaß, immer leiser zu hören – und das von mir als Fan von hohen Pegeln –, trotzdem in die Musik reingezogen zu werden, um sich dann fürchterlich zu erschrecken, wenn draußen eine Autotür knallt.

Die Stopfen zum Verschließen der Bassreflexöffnung werden wirklich nur direkt beim Betrieb in der Ecke oder Regal benötigt
Die Stopfen zum Verschließen der Bassreflexöffnung werden wirklich nur direkt beim Betrieb in der Ecke oder Regal benötigt

Wo so viel Licht ist, muss es Schatten geben. Auch wenn die ION+ für ihre Größe erstaunlich tief in den Basskeller gehen und zumindest den Oberbass mit viel Energie bringen – Kesselpauken, Schlagzeug, synthetische Bässe und die ganz große Bühne in voller Größe, Wucht und Dynamik können sie einfach nicht, und richtig laut geht auch nicht. So grotesk es erscheint, klingen sie dabei immer noch „richtig“, und an sich fehlt auch nichts, aber natürlich setzt hier die Physik irgendwann Grenzen. Allerdings reicht mir persönlich das Gebotene in Räumen bis 18 Quadratmeter völlig aus, da gibt es dann auch genug Druck in den tiefen Lagen. Und was ist schon perfekt auf diesem Planeten? Grad mal gar nichts!


Auch wenn Anssi Hyvonen so schön das „Plug – play and smile" propagiert und inzwischen auch mein Notebook abgerüstet wurde, so dass bei Wiedergabe digitaler Musikdateien fast keine Last mehr entsteht, sind die Komponenten dafür zu schade. Über USB unterstützt der DDA-100 nur den synchronen Modus und welche Klimmzüge man auch anstellt, das CD-Laufwerk hat mit klarerer und dynamischerer Wiedergabe immer die Nase vorn. Kennt man ausschließlich PC, MAC oder MP3-Player als digitale Zuspieler, wird einem die Kombination trotzdem wie eine Offenbarung vorkommen, weiß man doch nicht, was noch alles geht. Insofern wäre es für den Nörgler aus der Hifi-Ecke schön, wenn es mehrere Koaxial-Eingänge gäbe, die den optischen weiterhin klanglich überlegen sind, aus welchen Gründen auch immer.

STATEMENT

Diese Kombination kostet gerade mal soviel wie drei High-End-Stromstecker und ist in weiten Bereichen das Beste, was ich bisher in den eigenen vier Wänden hören konnte. Wer nur digitale Quellen nutzt, auf markerschütternde Pegel und Tiefbassorgien verzichten kann und einen nicht zu großen Hörraum besitzt, wird auch für Geld und gute Worte keine realistischere Musikwiedergabe in den eigenen vier Wänden realisieren können. Das ist High-End im wahrsten Sinn. Wenn so die Zukunft der Musikwiedergabe aussieht, dann darf sie gern kommen.
GEHÖRT MIT
Windows PC Foobar, JRiver Media Center
CD-Spieler Denon DCD-1290
Verstärker Roksan Kandy LIII
Lautsprecher Rogers Studio1
Kabel Baumarkt, Conrad

 

HERSTELLERANGABEN
NuForce DDA-100
Eingänge 2 x TOSLINK, 1 x RCA koaxial 75-Ohm, 1 x USB 2.0
Maximale Auflösung 24-bit
USB Sampingraten 44,1; 48; 96 KHz
S/PDIF Samplingraten 44,1; 48; 88,2; 96; 176,4 KHz
Ausgangsleistung 75 W x 2 (4 Ohm), 50 W x 2 (8 Ohm)
THD+N 0,07% @ 15W
Ausgangsleistung (peak) 250 W
Frequenzgang 20 Hz bis 20 KHz +/- 0.1dB
Abmessungen (B x T x H) 229 mm x 216 mm x 51 mm
Gewicht 1,2 kg

 

HERSTELLERANGABEN
Amphion ION+
Prinzip 2-Wege Bassreflex
Hochtöner 25 mm Titan
Tiefmitteltöner 114 mm Aluminium
Überangsfrequenz 1600 Hz
Nennimpedanz 8 Ohm
Wirkungsgrad 86 dB / 1Watt/ 1 Meter
Übertragungsbereich 52 - 25 000 Hz +/-3dB
Empfohlene Leistung 25 - 120 W
Abmessungen (H x B x T) 268 x 134 x 220 mm
Gewicht 6 kg
Farben schwarz, weiß, ganz weiß mit farbigen Lochblechen

 

HERSTELLER
Amphion Loudspeakers Ltd.
Anschrift PL 6 Kuopio Finland
Telefon +350 17 2882 100
Fax +358 17 2882 111
E-Mail info@amphion.fi
Internet www.amphion.fi

 

VERTRIEB NUFORCE
Higoto GmbH digital-highend
Anschrift Isenbergstr. 20
45130 Essen
Telefon +49 201 8 32 58 25
E-Mail info@digital-highend.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/12-11-25_amphion
Donnerstag, 22 November 2012 01:00

High End On Tour in Hamburg, November 2012

geschrieben von
Der Schwermütigkeit eines diesigen, bedrückenden November-Wochenendes war leicht zu entrinnen. Musikliebhaber und HiFi-Fans waren eingeladen: Die High End Society veranstaltete Ihre High End On Tour im Commundo Hotel Hamburg.
teaser


Zu bestaunen gab es Bekanntes und Neues. Musikalisches wurde nicht nur medial, sondern auch live geboten. Tagsüber  jazzten „Henry‘s Fidgety Feetwarmers“ und im Samstagabend-Programm krönte die „Blues Company“ den ersten Messetag.

Die Aussteller präsentierten auskunftsfreudig in gelungenen Vorführungen und technischen Demonstrationen Ihre Produkte. Auch Hersteller, die im Handel seltener zu finden sind, zeigten, was sie können. Herausheben möchte ich eine Welt-Neuheit: Gerhard Brandl, der renommierte Hersteller der Copulare Basen, baut sein Unternehmen aus. Für die Schnäppchen-Jäger unter uns gab es hier und da kleine attraktive Sonderangebote. Fenn-Music bot wieder reichlich Tonträger feil und die Fachpresse hielt eine große Auswahl Literatur zum Kauf bereit.

Wie sich an den interessierten und zufriedenen Gesichtern der Besucher und der Vielzahl der Fachgespräche leicht ablesen lässt, dürfte sich für sie alle der Besuch gelohnt haben. Das neue Konzept der High End On Tour scheint aufzugehen. Es bietet den Vertrieben die freie Wahl, die eigenen Produkte selbst vorzuführen oder sich zusammen mit anderen Anbietern zu präsentieren. Die Moderation gestalteten kompetente Mitarbeiter der Firmen oder Persönlichkeiten aus der Hifi-Szene, wie etwa Branko Glisovic, der „Vater“ dieser Veranstaltung.


 

Weitere Informationen

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Dienstag, 20 November 2012 01:00

klangBilder 2012 - Nachglanz

geschrieben von
„Leere Gänge, volle Zimmer‟ lautet die Bilanz Ludwig Flichs, der die klangBilder vor mehr als zehn Jahren ins Leben rief und seither konzeptionell gestaltet. Heuer habe es neun Ausstellungsräume mehr gegeben als im Vorjahr, so dass sich die Besucher besser verteilten.
teaser


Endgültige Besucherzahlen liegen bis jetzt nicht vor, man geht aber davon aus, dass die Werte von 2011 erreicht wurden. Beim traditionellen Aussteller-Umtrunk kurz nach Schluss der Messe sah man jedenfalls ausschließlich zufriedene Gesichter. Einen ganz beträchtlichen Anteil daran hatte natürlich auch das bewährte Veranstalter-Team der klangBilder und der individuelle Einsatz einiger Hotel-Mitarbeiter. Hifistatement wird sich die klangBilder 2013 auf keinen Fall entgehen lassen.


 

Weitere Informationen

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