Donnerstag, 11 Oktober 2007 06:25

Audiovertrieb Barisic & Partner KG

geschrieben von
Vertrieb
Audiovertrieb Barisic & Partner KG
Anschrift Pradlerstraße 3
A-6020 Innsbruck
Telefon +43 676 5906026
E-Mail info@audiovertrieb.com
Web www.audiovertrieb.com
Montag, 09 Oktober 2017 22:31

Premiere bei Dynaudio: Music

Dynaudio präsentiert: Music – eine vierköpfige Familie intelligenter kabelloser Lautsprecher. Das Multiroom-Musiksystem soll automatisch den persönlichen Geschmack erkennen und sich an das eigene Zuhause und denLebensstil anpassen.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-10-10_dynaudio_music-1.jpg

Dynaudio Music ermöglicht einfache Bedienung mit nur einem Fingertipp. Das innovative Musiksystem fügt sich nahtlos und automatisch in jeden Raum ein, und passt sich dabei stets den Umgebungsgeräuschen an – so dass immer der optimale Klang gewährleistet ist. Es bietet mit der App Music Now zudem personalisierte Wiedergabelisten mit der eigenen Lieblingsmusik. Alles auf Knopfdruck.
 
Die zugehörige kostenlose iOS- und Android-App nutzt den ausgeklügelten Dynaudio Music-Now-Algorithmus, um den Musikgeschmack des Nutzers zu erlernen und auf Knopfdruck entsprechend automatisch generierte Wiedergabelisten abzuspielen.

Über einen einzigen Knopf werden also ausschließlich neue und alte Lieblingslieder abgespielt, ganz ohne lästiges Durchforsten endloser Wiedergabelisten – so einfach wie das Einschalten des Radios, aber mit individuell abgestimmter Musik. Jeder Music-Lautsprecher hat fünf Voreinstellungen, die mit allem befüllt werden können, was die App bietet: intelligente Music Now-Wiedergabelisten von verschiedenen Nutzerprofilen, Internetradiostationen, TIDAL Alben, Künstler, Spotify Wiedergabelisten und mehr. TIDAL kann direkt über die App genutzt werden, während Spotify über den Now Playing-Bildschirm hinzugefügt werden kann.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-10-10_dynaudio_music-3.jpg

Die eingebaute RoomAdapt-Technologie registriert, wo der Lautsprecher platziert wird, zum Beispiel in einer Ecke, vor einer Wand oder im freien Raum, und optimiert die Performance entsprechend, um stets für bestmöglichen Sound zu sorgen. Am deutlichsten wird dies bei klarem, präzisem Bass und Mitteltönen. Essentielle musikalische Details sind ebenfalls deutlich zu hören dank NoiseAdapt – selbst bei starken Nebengeräuschen im Raum und niedriger Lautsprecherlautstärke. Auch bei steigender Geräuschkulisse kann die Musiklautstärke ohne Qualitätsverlust beibehalten werden. Auch die Justierung der Klangregler entfällt.

Möglich macht dies die Expertise von Dynaudio in DSP (digitale Signalbearbeitung), durch Forschung an und Entwicklung von High-End-Aktivlautsprechern, professionellen Studio-Setups und modernsten HiFi-Systemen in Fahrzeugen.

Die Music-Familie umfasst vier Lautsprecher. Alle vier sind aktiv, das heißt, jeder Treiber verfügt über einen zugehörigen und speziell abgestimmten Hochleistungsverstärker der Klasse D. Darüber hinaus verfügen alle Musiksysteme über individuelle Eigenschaften, damit sie zum persönlichen Lebensstil und zur Raumsituation passen. Die Tief- sowie die Mitteltöner der Lautsprecher sind mit Dynaudios firmeneigener MSP-Membran ausgestattet. Es handelt sich dabei um dasselbe Material, das für das gesamte Produktsortiment des Unternehmens verwendet wird, bis hin zur Evidence Platinum-Serie, dem Spitzenmodell. Die seidige Gewebekalotte der Hochtöner basiert auf Dynaudios High-End-Lautsprechern. Die Feinabstimmung erfolgte durch dasselbe Team, das an den High-End HiFi-Lautsprecher und den kompromisslosen Profistudiosystemen arbeitet.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-10-10_dynaudio_music-5.jpg

Music 1 (499 Euro) ist batterie- und netzbetrieben. Das Musiksystem verfügt über einen 4-Zoll-Tieftöner und einen 1-Zoll-Softdome-Hochtöner. Die Gesamtleistung liegt bei 80 Watt, wobei jeder Treiber mit einem eigenen 40 Watt-Verstärker ausgestattet ist. Die Batterie hält bis zu acht Stunden.

Music 3 (649 Euro) ist batterie- und netzbetrieben. Das Musiksystem verfügt über einen 5-Zoll-Tieftöner und zwei 1-Zoll-Softdome-Hochtöner. Die Gesamtleistung liegt bei 120 Watt, wobei jeder Treiber mit einem eigenen 40-Watt-Verstärker ausgestattet ist. Die Batterie hält bis zu acht Stunden. Das Gerät lässt sich zudem über die inkludierte Fernbedienung steuern.

Music 5 (799 Euro) ist netzbetrieben. Das Musiksystem verfügt über einen 5-Zoll-Tieftöner, zwei 3-Zoll-Mitteltöner und zwei 1-Zoll-Softdome-Hochtöner. Die Gesamtleistung liegt bei 250 Watt, wobei jeder Treiber mit einem eigenen 50 Watt Verstärker ausgestattet ist. Das Gerät lässt sich zudem über die inkludierte Fernbedienung steuern.

Music 7 (999 Euro) ist netzbetrieben. Das Musiksystem verfügt über zwei 5-Zoll-Tieftöner, zwei 3-Zoll-Mitteltöner und zwei 1-Zoll-Softdome-Hochtöner. Die Gesamtleistung liegt bei 300 Watt, wobei jeder Treiber mit einem eigenen 50-Watt-Verstärker ausgestattet ist. Das Gerät lässt sich zudem über die inkludierte Fernbedienung steuern.

Die Lautsprecher der Music Produktfamilie können Musik über WLAN, Spotify Connect, aptX Bluetooth und Apple AirPlay streamen. Zudem können sie DLNA-kompatible Geräte im heimischen Netzwerk ansteuern. Alle vier Lautsprecher verfügen über USB-Eingänge zum Anschluss und zur Aufladung von iOS Geräten sowie einen 3.5mm-Analog-Eingang. Music 5 und Music 7 bieten zudem digitale optische Eingänge. Beide unterstützen Signale von bis zu 24 Bit beziehungsweise 96 Kilohertz. Music 7 ist zusätzlich mit einem HDMI-Anschluss inklusive Rückkanal (Audio Return Channel) ausgestattet und lässt sich so in eine Soundbar umwandeln. Bis zu sechs Lautsprecher lassen sich gleichzeitig verbinden und in Multiroom-Gruppen anordnen. Auch eine individuelle Kontrolle über die Dynaudio-App ist möglich.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-10-10_dynaudio_music-7.jpg

Jedes Modell ist mit Tuchveredelungen in den Farben Light Grey, Dark Grey, Red und Blue erhältlich, maßgefertigt von dem renommierten dänischen Textilhaus Gabriel, und wird aus hochwertigen Materialien hergestellt. Music 5 und Music 7 bieten zusätzlich eine Einfassung aus gebürstetem Aluminium. Die Lautsprecher sind Produkte für die Ewigkeit – nicht nur hinsichtlich Stil, sondern auch bezogen auf den Verschleiß. Das Vlies auf den Frontgittern von Music 5 und Music 7 lässt sich wechseln, so dass eine Anpassung der Optik an den wechselnden Geschmack jederzeit möglich ist. Beide Musiksysteme können mittels einer stählernen Wandhalterung an der Wand befestigt werden. Das Design ist typisch Dänisch, und verfügt über die für Dynaudio typische hohe Qualität und Innovation. Je nach Blickwinkel erinnert das Design an Origami, traditionelle chinesische Segel oder einen Tarnkappenjäger. Zum Start werden alle Lautsprecher für 90 Tage mit einer kostenlosen Probeversion von TIDAL ausgestattet, so dass das Hörvergnügen direkt beginnen kann.

Vertrieb
Dynaudio International GmbH
Anschrift Ohepark 2
21224 Rosengarten
Germany
Telefon +49 4108 41800
Fax +49 4108 418010
Web www.dynaudio.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/17-10-10_dynaudio
Montag, 09 Oktober 2017 00:01

MUTEC REF 10

geschrieben von

Rund um das Thema Clocks ist in letzter Zeit in diversen Internet-Foren ein richtiger Hype entstanden. Da kommt der brandneue audiophile 10-MHz-Referenztaktgenerator REF 10 der Firma MUTEC aus Berlin genau richtig zum Test.

Der REF 10 ist das erste Produkt der neu geschaffenen Empyreal Class. Diese Serie ist MUTECs Bekenntnis zu hochwertigem HiFi. Bereits mit dem USB-Interface und Re-Clocker MC-3+ USB hat man ja vor nicht allzu langer Zeit sehr erfolgreich einen ersten Schritt in Richtung HiFi getan. Erste Überlegungen zum REF 10 sind bereits im Laufe des Jahres 2013 entstanden. Findige Audiophile berichteten von positiven Erfahrungen mit selbstgebauten 10-MHz-Clocks am MC-3+, dem Vorgänger des MC-3+ USB. Von der Idee bis zum fertigen Gerät war es dann aber ein weiter Weg.

Mit dem schwarzen Drehknopf werden die benötigten Ausgänge angeschaltet
Mit dem schwarzen Drehknopf werden die benötigten Ausgänge angeschaltet

Bei der Beschäftigung mit dem Thema „Clock“ ist meiner Meinung nach eine der Kernfragen, welche Parameter einer Clock überhaupt in einem direkten Zusammenhang mit der Klangqualität stehen. Bei MUTEC ist man der Überzeugung, dass die Genauigkeit des Zeitintervalls von einem Sample zum nächsten – also die Stabilität betrachtet in einem extrem kurzen Zeitbereich – für die Klangqualität entscheidend ist. Änderungen der Kurzzeitstabilität äußerten sich messtechnisch üblicher Weise als Jitter oder Phasenrauschen. Im REF 10 setzt MUTEC deshalb auf einen handgefertigten, Oven-Controlled-Quarzoszillator aus deutscher Fertigung, der eine extrem hohe Frequenzstabilität im für die audiophile Musikwiedergabe relevanten Zeitbereich und herausragend niedrige Werte beim Phasenrauschen aufweisen soll. Allerdings reagiert ein so hochwertiger Quarzoszillator extrem empfindlich auf Unsauberkeiten in der Spannungsversorgung. Das bedeutet, dass die Qualität der Spannungsversorgung mindestens genauso wichtig ist, wie die des Oszillators selbst, wenn man wirklich extrem niedrige Werte beim Phasenrauschen erreichen möchte.

MUTEC hat deshalb für den REF 10 ein aufwendiges lineares Doppelnetzteil entwickelt. Ein Ringkerntrafo aus deutscher Fertigung stellt über getrennte Sekundärwicklungen, die durch eine Schirmwicklung voneinander isoliert sind, zwei Spannungen bereit. Ein Spannungszweig versorgt dabei exklusiv und vollkommen isoliert vom Rest der Schaltung den hoch empfindlichen Quarzoszillator, der andere die restlichen Schaltungsteile. Zweimal 26.000 Mikrofarad Siebkapazität bestehend aus Low-ESR-Elkos sorgen anschließend schon einmal für recht saubere Verhältnisse. Danach folgen aufwendige, mehrfach kaskadierte Spannungsregler der neuesten Generation. Mit einer trickreichen Beschaltung der integrierten Bausteine sollen besonders niedrige Rauschwerte bis in den Sub-Hertz-Bereich realisiert und HF-Störungen wirkungsvoll unterdrückt werden. Hochfrequente Interferenzen und Störungen können bekanntlich auch von außen über die Netzversorgung in die empfindlichen Schaltungen gelangen. Um derartigen „Müll“ so gut wie möglich abzublocken, wird im REF 10 ein aufwendiges Netzeingangsfilter mit ausgezeichneter Filterleistung und überragender Störimmunität verbaut.


Die Taktausgänge des REF 10: 2 x BNC 50 Ω und 6 x BNC 75 Ω
Die Taktausgänge des REF 10: 2 x BNC 50 Ω und 6 x BNC 75 Ω

Extrem niedrig-rauschende Taktverteiler- und Verstärkungsschaltungen transportieren das Referenzsignal des Oszillators dann nahezu verlustfrei zu den acht Ausgängen des REF 10. Jeder Ausgang besitzt dabei wieder seine eigene Spannungsregelung und ist über HF-Übertrager galvanisch isoliert, um so das Eindringen von Störungen über die Masseleitungen angeschlossener Geräte zu vermeiden. Darüber hinaus ist jeder Ausgang einzeln schaltbar, wobei die jeweilige Spannungsversorgung gleich mitgeschaltet wird. Damit sollen gegenseitige Einflüsse soweit wie möglich ausgeschlossen werden.

Bemerkenswert ist, dass an den Ausgängen des REF 10 ein Rechtecksignal mit extrem hoher Flankensteilheit ausgegeben wird, denn die Rechteckformung führt tendenziell zu schlechteren Rauschwerten. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Sinus-förmigen Signalen der meisten anderen am Markt erhältlichen Taktgeneratoren soll das aber zu einer schnelleren und stabileren Synchronisation der angeschlossenen Geräte führen. Der „Lockpunkt“ steht dabei umso ruhiger, je steiler die Flanke des Taktsignals ist. Dies wiederum soll zu einer geringeren Jitter-Induktion in der Empfängerschaltung führen und ein maßgeblicher Beitrag zur Klangverbesserung sein.

Das Innenleben des REF 10
Das Innenleben des REF 10

Der REF 10 erzeugt ausschließlich ein 10-MHz-Signal. Dieses 10-MHz-Taktsignal ist vollständig unabhängig vom Audiotakt unser Musik. Der REF 10 ist keine Word-Clock und der Word-Clock-Eingang eines Wandlers – soweit vorhanden – kann dieses Signal nicht verarbeiten. Spätestens jetzt sehe ich, wie einige von Ihnen die Stirn runzeln. Vielleicht ist es deshalb an dieser Stelle hilfreich, wenn wir uns einmal kurz mit den verschiedenen Clocks und Clock-Frequenzen in der digitalen Signalverarbeitung sowie deren Erzeugung beschäftigen. Lassen Sie uns zwischen Clocks mit Bezug zu den Audio-Sample-Rate-Frequenzen und Clocks ohne einen solchen Bezug unterscheiden. Die Clocks dieser beiden Gruppen werden für völlig unterschiedliche Anwendungsfälle genutzt.


Das Modul mit dem aufwendigen Netzeingangsfilter
Das Modul mit dem aufwendigen Netzeingangsfilter

Zur ersten Gruppe gehören die schon erwähnten Word-Clocks. Eine Word-Clock ist eine Clock mit einer Frequenz, die der aktuellen Audio Sample Rate entspricht, wie beispielsweise 44 kHz. Standardisierte Clock- respektive Sampling-Frequenzen sind 44,1, 48, 88,2, 96 sowie 176,4 und 192 kHz. Allerdings verwenden die wenigsten modernen DAC-Schaltkreise eine niederfrequente Word-Clock. Stattdessen kommen für die Digital-Analog-Wandlung Hochfrequenz-Clocks im MHz-Bereich zum Einsatz. Das liegt daran, dass die Basis dieser integrierten DAC-Chips meistens ein Delta-Sigma-Modulator ist, der das Signal mit einem Faktor von bis zu 512 überabtastet (Over-Sampling). Bei einer Audio-Sampling-Rate von 44,1 kHz ergibt sich dann beispielsweise eine Clock-Frequenz von 22,5792 MHz und bei einer Audio-Sampling-Rate von 48 kHz eine Clock-Frequenz von 24,5760 MHz. Diese beiden Clock-Frequenzen sind also ganzzahlige Vielfache der Standard Audio Sampling Reihen 44, 88, 176 kHz und 48, 96, 192 kHz. In hochwertigen DACs werden meistens sogar zwei Hochfrequenz-Clocks mit 22,5792 MHz und 24,5760 MHz verwendet. Diese Clocks sind unmittelbar in die Signalwandlung eingebunden.

In unserer digitalen Wegstrecke von einem wie auch immer gearteten Computer mit Prozessor und Festplatte über Ethernet und/oder USB zu unserem DAC ist aber noch eine Vielzahl weiterer Clocks involviert. Diese Clocks stellen beispielsweise für den Prozessor des Rechners, USB- und, Ethernet-Schnittstellen und vieles mehr die benötigten Frequenzen bereit. So speist im Fall einer Ethernet-Karte oder eines Ethernet-Switches ein 25-MHz-Quarzoszillator eine PLL-Schaltung (PLL - Phase Locked Loop), mit der die benötigte Clock-Frequenz von 125 MHz für Gigabit Ethernet generiert wird. Bei High-speed-USB wird meist ein Referenzoszillator von 12 MHz als Basis für die Erzeugung der Clock-Frequenz von 24 MHz verwendet.

Bei allen vorstehend genannten Beispielen kommt nirgends die Referenzfrequenz von 10 MHz des REF 10 vor. Ihr Stirnrunzeln vertieft sich nun zusehends und sie fragen zu Recht, für was der REF 10 eigentlich gut sein soll. Die Antwort heißt DDS oder digitale Frequenz-Synthese. Ein digitaler Frequenz-Synthesizer ist eine technische Möglichkeit, eine bestimmte Clock-Frequenz aus einer Referenzfrequenz zu erzeugen. Bis vor kurzem waren solche Frequenz-Synthesizer aufgrund ihrer Qualität nicht unbedingt das Mittel der Wahl und ein guter Quarzoszillator mit der benötigten Frequenz die bessere Lösung. Das hat sich allerdings geändert. Moderne Frequenz-Synthesizer können ausgezeichnete Qualität liefern. Und genau an dieser Stelle kommt der REF 10 ins Spiel. Er ist dafür konzipiert, ein 10-MHz-Referenz-Signal für das Processing mit einem Frequenz-Synthesizer zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung für den Einsatz des REF 10 ist also, dass Ihr Gerät überhaupt einen solchen Frequenz-Synthesizer besitzt. MUTEC hat auf ihrer Website eine Liste mit aktuell verfügbaren, 10-MHz-kompatiblen Audio-Geräten zusammengestellt. Natürlich gehören die MUTEC eigenen Geräte, insbesondere die aus der Serie MC3+ dazu.

Das aufwendige Linear-Netzteil mit zweimal 26.000 Mikrofarad Siebkapazität
Das aufwendige Linear-Netzteil mit zweimal 26.000 Mikrofarad Siebkapazität


Im ersten Schritt sind deshalb meine beiden MUTEC-3+ USB die Partner der Wahl für den Test des REF 10. Da ein hochfrequentes 10-MHz-Rechtecksignal übertragen werden soll, ist die korrekte Terminierung des gesamten Signalwegs einschließlich Stecker extrem wichtig. Die gebräuchlichen Impedanzen sind hier 50 Ohm oder 75 Ohm. Für größtmögliche Vielseitigkeit bietet der REF 10 sechs Taktausgänge mit 75-Ohm-Terminierung und zwei Taktausgänge mit 50-Ohm-Terminierung. Den Clock-Eingang jedes MUTEC-3+ USB habe ich mit je einem 75-Ohm-Ausgang des REF 10 über kurze 75 Ohm BNC-Kabel aus dem Messgerätebereich verbunden. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Wahl der Kabel einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Klangqualität hat. Von esoterischen Kabeln ohne exakte Spezifikationen rate ich ausdrücklich ab! Die Bedienung des REF 10 ist einfach. Neben den Netz-Ein- und Ausschaltern (Front- und Rückseite) gibt es nur einen Drehschalter, mit dem jeder der acht Taktausgänge einzeln aus- und eingeschaltet werden kann. Alle nicht benötigten Taktausgänge sollten grundsätzlich ausgeschaltet werden, um Störausstrahlungen soweit wie möglich zu reduzieren. An meinen beiden MUTEC-3+ USB wird dann noch schnell im Mode-Menü die Betriebsart „extern referenzierter Re-Clocking-Mode“ gewählt – zur Kontrolle leuchten die beiden grünen LEDs „EXTERN“ und „RE-CLK“ sowie unter „Status“ die beiden oberen blauen LEDs „MAIN REF“ und „RE_CLK REF“ – und schon kann‘s losgehen.

An einem heißen Sommerabend möchte ich zur Entspannung eigentlich nur ein bisschen Musik hören, aber es kommt ganz anders. Es spielt Barcelona Nights: The Best of Ottmar Liebert, eine schöne Zusammenstellung der Highlights aus den frühen Alben des Nouveau Flamenco Gitaristen. Hier vermischen sich klassischer Flamenco mit Elementen aus Jazz und Rock. Irgendetwas ist anders: bei „Dancing Under tThe Moon“ hat die Gitarre von Ottmar Liebert eine Präsenz und eine Intensität, die mich aufhorchen lässt. Gleichzeitig kommt der Bassbereich kräftiger und straffer, als ich es sonst gewohnt bin. Ich zappe nun durch das gesamte Album, aber der Eindruck ändert sich nicht. Ich bleibe dem Genre Flamenco treu und wechsle zu „Galicia Flamenco“ mit Gino D‘ Auri (Flamenco Passion FIM XRCD). Auch wenn die klassische Flamenco-Gitarre durchaus modern um Cello und Schlagzeug ergänzt wird, erfolgt das in traditioneller Art und Weise. Die Instrumente haben an Substanz gewonnen und wirken farbiger, einfach toll, wie das Knarzen des Cello wiedergegeben wird. Nun folgt ein Abstecher zu „Jota“, einem spanischen Traditional für klassische Solo-Gitarre, gespielt vom dem damals noch blutjungen Pepe Romero (Pepe Romero Flamenco!, Mercury Living Presence CD). Hier verbindet sich höchstes technisches Können in außerordentlicher Weise mit großartiger Musikalität. Obwohl das Klangbild nun wesentlich runder wirkt, kommen die Anschläge präziser und dynamischer. Jetzt müssen meine „Testscheiben“ ran, die Decca Legacy Volume I - IV - FIM UHD 93, eine Zusammenstellung der großartigsten Aufnahmen des legendären Labels. Obwohl nur in CD-Qualität vorliegend, lassen die Aufnahmen so manche HiRes-Produktion ziemlich alt aussehen. Ich wähle den ersten Satz aus dem „Divertimento K. 136“ von Mozart mit der Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Neville Marinner. Der Klang der Streicher auf dieser Aufnahme ist herausragend, kann allerdings in bestimmten Anlagenkonstellationen auch schnell recht anstrengend werden. Nun wirkt alles angenehm weich, aber nicht weichgespült, wobei die Höhen gefühlt noch intensiver sind – eigentlich ein Widerspruch. Ich höre mich anschließend durch alle vier Alben: der Eindruck bleibt stets der gleiche. Immer wirkt das Klangbild weniger hart und stattdessen runder bei gleichzeitig mehr Detailinformationen. Es wird ziemlich spät an diesem Abend.

Das Herz des REF 10: der super rauscharme, handgefertigte, oven controlled Quarzoszillator
Das Herz des REF 10: der super rauscharme, handgefertigte, oven controlled Quarzoszillator

In den nächsten Wochen beschäftige ich mich intensiv mit dem Klangcharakter des REF 10. Der erste Eindruck bestätigt sich immer wieder aufs Neue: samtig weich, transparent und immer hoch musikalisch. Das Ergebnis ist zu meiner Überraschung unabhängig vom gewählten Format. Auch HiRes-Aufnahmen profitieren in gleicher Weise vom REF 10 wie Standard CD-Qualität. Nehmen wir die klanglich exzellente Aufnahme der „7. Symphonie“ von Beethoven mit dem Budapest Festival Orchestra (Beethoven - Symphony No. 7, Channel Classics, 96 kHz). Iván Fischer dirigiert hier eine klassische schöne Siebte. Der Streicherklang ist wunderschön voll tönend und die Räumlichkeit vom Feinsten. Mir scheint, dass der digitale Frequenz-Synthesizer des MC-3+ USB in ganz besonderer Weise von dem super sauberen Clock-Signal des REF 10 profitiert.


Im nächsten Schritt habe ich mir dann von Dirk Sommer nochmals den DAC Mytek Brooklyn ausgeliehen. Dieser besitzt nämlich einen Eingang für ein externes Word-Clock-Signal und auf der Frontseite kann bequem zwischen interner und externer Clock umgeschaltet werden. Bereits beim seinerzeitigen Test des MUTEC-3+ USB konnte ich bei Taktung des Brooklyn durch den MC-3+ USB eine klangliche Verbesserung feststellen, die sich in meiner Anlage in einer verfeinerten Hochtonwiedergabe und einer klareren Trennung einzelner Instrumente sowie deren genaueren Platzierung im Raum äußerte. Dies war umso überraschender, als der Mytek Brooklyn intern bereits eine sehr hochwertige System-Clock verwendet und die Taktung mit einem externen Word-Clock-Signal aus technischer Sicht eigentlich keine so gute Idee ist. Denn aus einem niederfrequenten Word-Clock-Signal – beispielsweise 44 kHz – ein qualitativ hochwertiges, hochfrequentes Signal für den System-Takt des DAC wie etwa 22, 5792 MHZ – siehe oben – zu erzeugen, ist technisch eine Herausforderung, wenn gleichzeitig Phasenrauschen und Jitter niedrig gehalten werden sollen. Die wenigstens modernen DACs besitzen deshalb überhaupt noch einen Word-Clock Eingang haben.

Der hochwertige Ringkerntrafo aus deutscher Fertigung
Der hochwertige Ringkerntrafo aus deutscher Fertigung

Um den REF 10 als Takt-Referenz für den Brooklyn verwenden zu können, muss man einen zusätzlichen Audiotaktgenerator, wie meinen MUTEC-3+ USB zwischenschalten, der das 10-MHz-Signal des REF 10 in ein hochwertiges Word-Clock-Signal mit beispielsweise 44,1 kHz konvertiert. Hört sich kompliziert an, erfordert in der Praxis aber nur ein weiteres Kabel, um einen der Word-Clock-Ausgänge des MUTEC-3+ USB mit dem entsprechenden Eingang des Brooklyn zu verbinden. Wie Dirk Sommer kürzlich geschrieben hat, lässt der Brooklyn rhythmisch und dynamisch nichts anbrennen und fasziniert zudem mit einer ausgedehnten Raumdarstellung. Mir persönlich geht das manchmal allerdings etwas zu sehr zu Lasten der Klangfarben und Detailauflösung. Mit einem linearen externen Netzteil kann man in dieser Hinsicht schon einiges bewirken. Mit der Kombination REF 10 und zweimal MUTEC-3+ USB wird aus dem Brooklyn dann fast schon ein Feingeist. Es ist erstaunlich, wie die Klangfarben an Strahlkraft und Intensität gewinnen, musikalische Details zu Tage treten, die zuvor von der ungebändigten Dynamik verdeckt zu sein scheinen und wie die Raumdarstellung insgesamt wesentlich natürlicher wirkt. Und das schöne dabei ist: der Brooklyn verliert nichts von seiner Spielfreude und Lebendigkeit. Dieses Ergebnis spricht für die außergewöhnliche Güte der Kombination REF 10 und MUTEC-3+ USB als Word-Clock-Generator, aber auch für die Qualität, die der Word-Clock-Eingang des Brooklyn ganz offensichtlich hat.

Nun möchte ich den REF 10 noch in Verbindung mit einem DAC testen, der einen 10-MHz-Clock-Eingang besitzt, was sich als nicht so einfach erweist. So muss ich feststellen, dass die Zahl derartiger DACs doch recht überschaubar ist. Schwerer noch wiegt die Tatsache, dass im Redaktionsfundus kein derartiges Gerät zu finden ist. Schließlich hat Dirk Sommer den rettenden Einfall und erinnert sich, dass Oliver Göbel von der gleichnamigen Firma Göbel Audio GmbH in seinem Hörraum mit der Elektronik von CH Precision arbeitet, deren DAC einen 10-MHz-Clock-Eingang besitzt. Ein Telefongespräch und einige Tage später besuchen Dirk Sommer und ich mit dem REF 10 unterm Arm Oliver Göbel in seiner Manufaktur in Alling bei München. Oliver Göbel betreibt in seinem Hörraum ein wahres Referenzsystem mit der kompletten Elektronik von CH Precision bestehend aus dem D1 SACD & CD Player, C1 Digital-Analog-Wandler, L1 Monovorverstärker und zwei M1 2-Kanal Endstufen sowie seinem Top-Lautsprechersystem Epoque Reference mit zwei Subwoofern. Verkabelt sind alle Geräte natürlich mit den hauseigenen Topkabeln. Der C1 DAC ist mit den optionalen Einschüben für Ethernet-Streaming und externe Clock bestückt. Als Zuspieler dient der Melco N1ZS. Mir ist klar, wenn der REF 10 an seine Grenzen stoßen wird, dann in dieser Kette. Der Anschluss des REF 10 an den Clock Eingang des C1 ist schnell erledigt und der C1 erkennt den REF 10 auf Anhieb. Um ganz sicher zu gehen, spielen wir zunächst testweise Musik und entfernen das Clock Kabel. Der C1 macht dann keinen Mucks mehr; damit sind wir uns sicher, dass der C1 auch wirklich auf den REF 10 zurückgreift.

Die Ausgangssektion mit HF-Übertrager und eigener Spannungsregelung
Die Ausgangssektion mit HF-Übertrager und eigener Spannungsregelung


Der anschließende Hörtest erweist sich gleich in mehrfacher Hinsicht als höchst aufschlussreich. Wir drei haben keine Mühe, den positiven Einfluss des REF 10 auszumachen. Für Oliver Göbel, der seine Kette natürlich perfekt kennt, ist der Unterschied in den Höhen und im Bassbereich signifikant. Auch für Dirk Sommer und mich ist der Einfluss des REF 10 mühelos nachvollziehbar. Während Oliver Göbel darüber staunt, welches Maß an klanglicher Verbesserung der REF 10 selbst in dieser Kette noch bewirkt, ist für mich interessant, dass auch hier tendenziell die gleichen Änderungen zu hören sind, wie in meiner eigenen Kette, die qualitativ natürlich nicht mit dem Göbel-System zu vergleichen ist. Die Höhen haben wieder diese faszinierende Samtigkeit gepaart mit großer Analytik, aber ohne jede Schärfe und der Bassbereich kommt prägnanter und straffer.

Aufgrund der gemachten Hörerfahrungen würde ich so weit gehen, dass der REF 10 einen eigenen klanglichen Abdruck hinterlässt und zwar unabhängig von den jeweiligen Spielpartnern. Das ist umso bemerkenswerter, als der REF 10 ja nicht, wie beispielsweise eine Vorstufe, direkt im Signalweg liegt. Ich bin mir sicher, dass mit dem REF 10 das Thema „Clock in der digitalen Signalkette“ erst noch so richtig an Bedeutung gewinnen wird. Im Mittelpunkt wird dabei auch die Frage nach weiteren Einsatzmöglichkeiten stehen. Ebenso dürfen wir auf weitere Produkte aus der Empyreal Class gespannt sein.

STATEMENT

Kombiniert mit den richtigen Spielpartnern führt der REF 10 zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis. Unglaublich, welchen Einfluss diese Clock auf die Klangwiedergabe hat – das muss man einfach selbst gehört haben.
Gehört mit
Computer Intel Core i5 2,5 GHz, 6 GB RAM, Windows 10 mit AudiophileOptimizer 2.0, Intel Atom 1,6 GHz, 2 GB RAM, Windows Home Server
Software MinimServer, JPlay 6.2
Reclocker 2 x Mutec MC 3+ USB kaskadiert
D/A-Wandler Bakoon DAC-21, M2Tech Young
Vorstufe Omtec Anturion
Endstufe Omtec CA 25
Lautsprecher Outsider Jota mit Velodyne Subwoofer Management System SMS-1
Kabel Van den Hul, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable
Herstellerangaben
MUTEC REF 10
Schnittstellen 2 x BNC-Ausgang für 10 MHz-Referenztaktsignale, 50 Ω-Terminierung (unsymmetrisch), 6 x BNC-Ausgang für 10 MHz-Referenztaktsignale, 75 Ω-Terminierung (unsymmetrisch)
Signalformat aller Schnittstellen Rechteck, 10,000 MHz, 2 Vpp, 50:50 Tastverhältnis
Kopfhörer-Ausgänge Klinke 6,3 mm und Klinke 3,5 mm
Gewicht 4350g
Abmessungen (B/H/T) 196/84/300 mm ohne Steckverbinder und Gehäusefüße
Preis 3.600 Euro

Hersteller
MUTEC Gesellschaft für Systementwicklung und Komponentenvertrieb mbH
Anschrift Siekeweg 6/8
12309 Berlin
Telefon +49 30 7468800
Fax +49 30 74688099
E-Mail contact@mutec-net.com
Web www.mutec-net.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/17-10-09_mutec
Freitag, 06 Oktober 2017 22:53

quadral AURUM A8

geschrieben von

Auch wenn es schon länger eine Elektroniklinie von quadral gibt, habe ich bei Nennung des Firmennamens bisher immer nur an die Lautsprecher gedacht. Sicher hat man da irgendwas auf Messen gesehen, aber eingebrannt hat sich mir der Hersteller in dieser Richtung nicht. Um so gespannter war ich, als sich der neue große Vollverstärker AURUM A8 zum Test ankündigte.

Die sehr wohlwollenden Besprechungen der quadral AURUM Vulkan 9 und der quadral AURUM Orcan aktiv durch Jörg-Peter Schimmel und Wolfgang Kemper machten die Sache natürlich nicht uninteressanter. Dass quadral die Geräte nicht selbst konstruiert hat, ist ein offenes Geheimnis. Entwickelt und produziert wird bei von einer namenhaften Firma aus dem Sauerland mit einer erfolgreichen Vergangenheit besonders im Verstärkerbau.

Der AURUM A8 ist optisch betont schlicht gehalten. Aufgrund seiner Abmessungen, die das Standardmaß für Hifi-Komponenten sprengen, legt er aber allein aufgrund seiner Größe schon einen beeindruckenden Auftritt hin. Das hat nichts mehr mit Komponenten zu tun, die man auch mal übereinanderstapelt. Beim Bedienkonzept steht die Einfachheit im Vordergrund. Auf der gebürsteten Aluminiumfront gibt es neben dem Multifunktionsdrehknopf unter dem oben mittig angebrachten verchromten Logo nur zwei Druckelemente. Mit diesen drei wird der Verstärker aus dem Standby geholt und Lautstärke, Quellenwahl und -pegel sowie Klangregelung vorgenommen. Dies gelingt nach kurzer Übung auch problemlos ohne die optional erhältliche Fernbedienung, die für einen Aufpreis von 250 Euro dazubestellt werden kann. Diese hört auf den Namen RC2, steuert bei Bedarf auch hauseigene CD-Player und ist hochwertig verarbeitet.

Dauerhaft vom Netz getrennt wird der AURUM zeitgeistig über einen Kippschalter auf der Rückseite. Auf dieser wird es dann etwas opulenter: ein symmetrischer und drei Cinch-Hochpegeleingänge, ein Cinch-Vorverstärkerausgang, zwei mal Toslink- und jeweils ein USB- und Spdif- Digitaleingang. Ein Paar Lautsprecher kann über sehr stabile bananengängige Lautsprecherklemmen angeschlossen werden. Überhaupt gibt es an der Verarbeitung absolut nichts auszusetzen. Was ein wenig verwundert: Über USB steht eine Auflösung von 24 Bit bei einer Abtastrate bis zu 192 Kilohertz zur Verfügung. An sich sind DSD und Hochbit-Auflösung heute das Sahnehäubchen, auch bei einer integrierten Wandlerlösung. Allerdings möchte ich an dieser Stelle in keine Diskussion um hochauflösende Formate einsteigen. An sich reicht das Gegebene in jeder Lebenslage, und entscheidend ist bekanntlich, was am Ende raus kommt.

Drei Knöpfe reichen, um die durchaus umfangreichen Einstellungen vorzunehmen. Nach kurzer Eingewöhnung geht das überraschend einfach und schnell
Drei Knöpfe reichen, um die durchaus umfangreichen Einstellungen vorzunehmen. Nach kurzer Eingewöhnung geht das überraschend einfach und schnell

Innerhalb des üppigen Gehäuses geht es überraschend eng zu. Digital- und Analogsektion haben eine eigene Stromversorgung – der Endverstärkerzug sogar ein Netzteil pro Kanal im Doppelmonoaufbau – und residieren auch räumlich getrennt. Die Steuerung erfolgt über gekapselte Relais, was einerseits zu einer hohen Lebensdauer führen, andererseits Übergangswiderstände der Kontakte auf ein Minimum reduzieren soll. Dazu kommt noch ein breitbandig wirkendes Netzfilter. Überhaupt ist das alles sehr akkurat und durchdacht gemacht und vorbildlich ausgeführt und der Verstärker nicht nur aufgrund des Gehäuses so schwer. Da fällt der Preis von gerade mal 2000 Euro auf, kostete das bisherige Spitzenmodell A5 doch 600 Euro mehr und hatte keine Digitalsektion bei ansonsten identischen Werten. Auf Nachfrage bei quadral wurde die Ersparnis aufgrund höherer Stückzahlen möglich, was erfreulicherweise auch mal an den Kunden durchgereicht wird. Die Verbindung mit dem PC fällt in diesem Fall ausnahmsweise mal genau so leicht wie bei MAC und Linux. Der Treiber wird auch von Windows sofort erkannt und muss nur in der Ausgabesoftware einmal eingestellt werden.


Schmuckstück. Mit der gegen Aufpreis erhältlichen Fernbedienung ist die Bedienung nicht nur wesentlich einfacher und schneller, sie ist einfach nur schön und liegt gut in der Hand
Schmuckstück. Mit der gegen Aufpreis erhältlichen Fernbedienung ist die Bedienung nicht nur wesentlich einfacher und schneller, sie ist einfach nur schön und liegt gut in der Hand

Dass die opulente Stromversorgung nicht nur auf dem Papier besteht, macht der AURUM A8 auf den ersten Metern mit Pop- oder Rockmusik klar: Mit lässiger Souveränität und ordentlich Druck kommen Schlagzeug und Bass. Der kann bei Bedarf auch sehr, sehr tief gehen, da geht der quadral ganz locker mit und leuchtet auch in diesen Regionen bis in jede Ecke. Es empfiehlt sich übrigens nicht, Lautsprecher mit einem zu ausgeprägten Oberbass am quadral zu betreiben, der hat hier keinen Durchhänger. Genau genommen hat er den nirgendwo. Die Wiedergabe ist von einer großen Ausgeglichenheit ohne Betonung irgendwelcher Frequenzbereiche geprägt. Dazu gehört auch ein Hochtonbereich, der voll da ist. Der bei heutigen Verstärkern oft zu beobachtende Hang zur Milde in den ganz oberen Lagen ist dem AURUM fremd. Obwohl sehr sauber aufgelöst und auch mit dem entsprechenden Pegel ausgestattet, zerrt er trotzdem nie an den Nerven des Zuhörers. Auch wild gedroschene Triangel oder knallhart angeschlagene Becken sind hoch aufgelöst und laut, aufgrund der Sauberkeit aber immer noch zu genießen und kommen punktgenau.

Eine Standardübung ist für mich der Anfang von „Paradies“ von der Elbtonal Percussion in Concert. Beim ruhigen Anfang gibt es Geräusche im Publikum und besonders den obligatorischen Huster, der immer kommt, wenn es mal leiser ist. Hier zeigen sich besonders schön die Fähigkeiten einer Komponente, Räume zu durchleuchte. Der Raum ist echt und in diesem Fall zeigt der AURUM, dass ein bisher etwas undefiniertes Rumpeln ein im Publikum verrückter Stuhl ist – Stuhlbeine aus Metall, der Boden aus Holz. Das ist nicht etwa lauter als gewohnt oder in den Vordergrund gezogen, man hört es einfach.

Die Anschlussmöglichkeiten des AURUM A8 sollten in den meisten Fällen genügen, die Ausführung ist hochwertig und sehr stabil
Die Anschlussmöglichkeiten des AURUM A8 sollten in den meisten Fällen genügen, die Ausführung ist hochwertig und sehr stabil

Räumlich dicht gemischte Aufnahmen mit hohem Informationsgehalt bildet der quadral AURUM A8 faszinierend offen und klar ab, trotzt auch gezupften Kontrabässen, die bei anderen Verstärkern gern verdröhnt wieder gegeben werden, noch einen knorrigen Ton und Informationen über das Ausschwingen der Saiten ab. Eine einzelne akustische Gitarre ist an sich auch schon hochkomplex. Das Greifen der Saiten und deren Nachschwingen, das Volumen des Korpus und Nachschwingen des Tons oder das Tappen der Finger – das lässt sich über den A8 wunderbar verfolgen, ohne dass deswegen das Instrument akustisch in seine Einzelteile zerlegt werden würde. Richtig faszinierend, wenn das auch in größeren Besetzungen noch funktioniert und die Information nicht untergeht.

Diese Präzision und Auflösung erlauben einen tiefen Einblick auch in die Arbeit des Tontechnikers und funktioniert fast immer. Richtig schlecht produzierte Pop-Scheiben aus den 80-ern sind dann aber nur noch in Maßen genießbar. Dafür behält der AURUM Übersicht und Präzision auch bei sehr hohem Pegel. Keine Überdeckungseffekte trüben den kompletten Durchblick auf das musikalische Geschehen. Das ist nicht nur preisklassenbezogen faszinierend und richtig gut.


Konsequent separierte Kanäle zeichnen das Platinenlayout aus. Die vielen kleinen Elkos sollen schneller wieder aufgeladen werden können als wenige große
Konsequent separierte Kanäle zeichnen das Platinenlayout aus. Die vielen kleinen Elkos sollen schneller wieder aufgeladen werden können als wenige große

Auch bei älteren Klassikaufnahmen, die noch nicht mit 48 Spuren gemacht worden sind, bringt einem diese Präzision Einblicke in den Raum. Bei einer älteren Aufnahme von Arthur Honegger mit der Symphonie Nr. 1 unter Charles Dutoit mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ist nicht nur die klare Anordnung der Musiker im Raum zu hören, man bekommt fast einen visuellen Eindruck vom Konzertsaal, dessen hölzerne Bodenresonanz einen warmen Charakter vermittelt, den ich so bisher nicht wahrgenommen habe. Das führt dazu, dass Räume nicht nur zu erahnen sind, sondern fast plastisch greifbar. Wenn auf der Aufnahme allerdings keine Rauminformationen vorhanden sind, bleibt die Wiedergabe flach wie ein Brett. Auch gibt es weder über die Lautsprecherebene links noch rechts hinausragende Effekte oder eine Ebene vor den Lautsprechern.

Fünf Transistoren pro Kanal sorgen für den kräftigen Auftritt
Fünf Transistoren pro Kanal sorgen für den kräftigen Auftritt

Die Stimmwiedergabe profitiert von den genannten Eigenschaften natürlich auch. Kennen Sie auch Stücke, bei denen Sie den Text nur deswegen verstehen, weil er auf dem Cover abgedruckt ist? Mit dem AURUM hat man auch bei ganz vernuschelten Passagen eine reelle Chance, das erste Mal tatsächlich zu verstehen, was da von sich gegeben wird. Trotz dieser ausgezeichneten Sprachverständlichkeit bleibt das jeweilige Organ in Kontext eingebettet. Wird also nicht in den Vordergrund gezerrt oder unnatürlich betont. Auch die Größenverhältnisse bleiben, wie bei allen anderen musikalischen Übungen auch, perfekt gewahrt. Durchhörbarkeit und Artikulation sind in der Waage, sehr offen und natürlich ohne jede Übertreibung.

Wer jetzt befürchtet, dass diese Informationsflut einhergeht mit einer nüchternen Gangart, liegt komplett daneben. Wenn sich die Musiker/Sänger ein wenig Mühe gegeben haben und nicht bei der Aufnahme komplett geschlampt worden ist, lässt der A8 die Technik in den Hintergrund treten und schafft eine authentische Illusion der Aufnahme. Gerade weil er trotz der Auflösung nicht analytisch ist, klingt er um so involvierender. Vielleicht sollte man den AURUM A8 nicht mit zu präsenten und dadurch vordergründig präzisen schlank abbildenden Lautsprechern kombinieren, das könnte ob des überbordenden Informationsgehalts irgendwann etwas zu viel werden.


Mit der Wandlersektion ist das so eine Sache. Ich tue mich sehr schwer, das Gehörte in passende Worte zu bringen. Der quadral klingt mit analogen Quellen ausgezeichnet und kommt der Wahrheit schon ziemlich nahe. Der Wandler steht da einfach nicht im Weg beziehungsweise der Verstärker an sich bringt schon so viel Information, dass kleine Änderungen bei der digitalen Wandlung da auch nicht mehr so viel ausmachen. Beim direkten Umschalten zwischen der CD-Player eigenen Wandlersektion und dem internen DA-Wandler des AURUM höre ich so gut wie keinen Unterschied. Das ist insofern kein Drama, da beides wirklich sehr sehr gut klingt.

Bilder vermitteln den wuchtigen Auftritt des AURUM nur unzureichend. Allein durch die Tiefe passt er nicht mehr ins Regal, sondern sollte auf einem guten Rack stehen. So in den Blickpunkt gestellt zu werden, hat er durchaus verdient
Bilder vermitteln den wuchtigen Auftritt des AURUM nur unzureichend. Allein durch die Tiefe passt er nicht mehr ins Regal, sondern sollte auf einem guten Rack stehen. So in den Blickpunkt gestellt zu werden, hat er durchaus verdient

Gefüttert mit hochauflösenden Dateien wendet sich das Blatt ein wenig. Ohne seine Linie zu verlassen, bringt der AURUM noch ein wenig mehr an räumlicher Information und Präzision, arbeitet feindynamische Abstufungen noch etwas genauer heraus und schiebt ein wenig mehr an im Bass, das war es dann aber auch schon. Und, ganz ehrlich? Ich finde das gut! Immer wenn bei anderen Wandlern die feinauflösendere Digitalsektion plötzlich tonal anders klingt und alles viel beeindruckender wirkt, denke ich, dass da an mehr Rädchen gedreht worden ist, als für realistische Wiedergabe nötig. Die Unterschiede sind einfach nicht riesig, und die, die da sind, arbeitet der AURUM halt heraus. Eine tonale Verschiebung wäre bei diesem tollen Verstärker auch einfach nicht wünschenswert, er macht ja auch mit dem guten alten CD-Format an sich schon alles richtig.

STATEMENT

Der quadral AURUM A8 ist der Prototyp eines neutralen Verstärkers, der sich so der Musik verschrieben hat, dass nach oben in dieser Preisklasse an sich keine Luft mehr ist. Technisch aufwendig und ohne jede Allüren spielt er dabei völlig souverän und authentisch. Leb- und lieblos produzierte Musik entlarvt er sofort. Er sei – trotz der dynamischen Reserven und Kraft – besonders Hörern von Klassik und Jazz ans Herz gelegt. Für den Rest braucht man so einen guten Verstärker nicht.
Gehört mit
Analoglaufwerk Technics SL-151/II
Tonarme Roksan Tabriz
Tonabnehmer Audio Technica AT-33 PTG/II
Phonopre ifi iPhono
PC Acer Espire, I3 CPU 1.70 GHz, 8 GB RAM
Interface Audioquest Jitterbug
Software Foobar2000
CD-Laufwerk Denon DCD-1290, Technics SL-P471A
Wandler Phonosophie DAC1
Verstärker Creek 5350 SE, Rotel RA-820BXIII
Lautsprecher Spendor A5, Mordaunt Short Aviano 2
LabKopfhörerel Beyerdynamik DT880 (250 Ohm)
Kabel TaraLabs, RG142, Vovox, Sommer, Oehlbach, Baumarkt, Funk-Tonstudiotechnik, Supra Cable, Audioquest
Herstellerangaben
quadral AURUM A8
Frequenzgang 1Hz bis 110Khz
Harmonische Verzerrungen <0.02%
Ausgangsleistung an 8 Ohm 2 x 100W
Ausgangsleistung an 4 Ohm 2 x 180W
Stromaufnahme in Standby <0,35W
Abmessungen: (HxBxT) 453 x 130 x 345 mm
Gewicht 13,3 kg
Preis 2000 Euro

Hersteller
quadral GmbH & Co. KG
Anschrift Am Herrenhäuser Bahnhof 26-30
D-30419 Hannover
Telefon +49 511 79040
Web www.quadral.com
E-Mail info@quadral.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/17-10-06_quadral
Mittwoch, 04 Oktober 2017 22:05

Neues IsoTek Netzkabel

IsoTek, der führende Anbieter für die Optimierung der Stromversorgung von HiFi- und Heimkinosystemen, präsentiert mit dem EVO3 Ascension ein neues Netzkabel der absoluten High End-Klasse. Es repräsentiert das heute Machbare in Bezug auf die Reinheit der Leiter und den Kabelaufbau.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-10-05_isotek_IsoTek_1.jpg

Im Gegensatz zu konventionellen dreiadrigen Netzkabeln besitzt das Ascension drei 4mm2 starke, hochreine, versilberte OCC-Kupferleiter (Ohno Strangguss), die von einer extrudierten FEP-Hülle mit einem Luft-Dielektrikum umgeben sind. Jeder Leiterstrang ist individuell in Mylarfolie gewickelt und mit einem Geflecht aus sauerstofffreiem Kupfer (OFC) abgeschirmt. Um die Leitfähigkeit zu optimieren, wird das Kabel bei der extrem tiefen Temperatur vo -196° Celsius kryogen behandelt. Das hörbare Ergebnis des komplexen Aufbaus und dieser Maßnahmen soll ein beeindruckend räumliches, offenes Klangbild mit einem fantastischen Detailreichtum und einer exzellenten Feindynamik sein, das den Stimmen und Instrumenten viel Raum und Luft innerhalb der Klangbühne lässt.

Die technischen Besonderheiten des Kabels beschreibt der Hersteller wie folgt: Tiefkryogene Behandlung (DCT): Das Kabel wird bei einer Temperatur von -196° Celsiun kryogen behandelt. Dieser Prozess verbessert die kristalline Struktur des Kupfers und verringert überdies den Kabelwiderstand. Zudem wird das Material fester, das Kabel mechanisch belastbarer und es werden die im Lauf der Zeit unumgänglichen Ermüdungserscheinungen reduziert.

Aufbau: Mit einem Dielektrikum aus hochwertigem Teflon (FEP) und Luft besitzt das Ascension über einen weiten Frequenzbereich eine sehr geringe Dielektrizitätskonstante. Jeder Leiter ist mit einer eigenen höchst effektiven Abschirmung gegen hochfrequente und elektromagnetische Einstreuungen geschützt.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-10-05_isotek_IsoTek_2.jpg

Leiter: Die 4,0mm2 starken Leiter bestehen aus versilbertem OOC-Kupfer (Ohno Strangguss) und sind somit deutlich reiner als traditionelles sauerstofffreies Kupfer. OCC-Kupferdraht wird in einem aufwändigen Verfahren gegossen und besitzt über eine Länge von bis zu 200 Metern eine monokristalline Struktur. Das Material ist völlig frei von Verunreinigungen, beständig gegen Ermüdungserscheinungen und Korrosion, verfügt über einen sehr geringen elektrischen Widerstand, besitzt keine kristallinen Übergänge und ermöglicht sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten – kurz: OCC-Kupfer hat die perfekte Struktur für eine niederohmige und schnelle Übertragung von Strom.

IsoTeks virtuelles Luftdielektrikum: Um eine Dielektrizitätskonstante zu erreichen, die möglichst nahe an der eines Vakuums liegt, hat IsoTek ein virtuelles Luftdielektrikum entwickelt, das eine Dielektrizitätskonstante von nur 1,0548 aufweist. Diese Luftbarriere wird durch einen minimalen Kontakt zum Leiter und den Einsatz einer FEP-Brücke erreicht. FEP verfügt über exzellente dielektrische Eigenschaften und einen geringen Reibungskoeffizienten, ist sehr hitzebeständig und nicht zuletzt wegen seiner guten elektrischen Isolierung ein ideales Material für Dielektrika.

Hülle: Jeder einzelne Leiterstrang ist in Mylarfolie gewickelt, um eine optimale Abschirmung zu gewährleisten und Funkeinstreuungen einzudämmen.

Mantel: Der Außenmantel besteht aus PVC, was dem Kabel eine gute Flexibilität sowie mechanische Dämpfung und Stabilität verleiht.

Hochwertige Stecker: Das Ascension Kabel ist mit maßgeschneiderten audiophilen IsoTek-Steckern aus solidem OFC-Kupfer mit versilberten reinen Kupferleitern ausgestattet. Diese bieten in Verbindung mit den aus Karbonfiber und Metall bestehenden Gehäusen die höchstmögliche Leitfähigkeit und Übertragungsqualität und werden nicht matt.

Das EVO3 Ascension Netzkabel ist in der Standardlänge von zwei Metern ab Anfang Oktober fertig konfektioniert für 2.995 Euro für bei allen für diesen Produktbereich autorisierten IsoTek-Fachhändlern verfügbar.

Vertrieb
IDC Klaassen International Distribution & Consulting oHG
Anschrift Am Brambusch 22
44536 Lünen
Telefon +49 231 9860285
E-Mail info@mkidc.eu
Web www.idc-klaassen.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/17-10-05_isotek
Dienstag, 03 Oktober 2017 06:10

Messerundgang Westdeutsche Hifi-Tage – Teil 2

geschrieben von

War das Wetter am Vortag noch herbstlich schmuddelig, so wärmten am zweiten Tag der Westdeutschen Hifi Tage Sonnenstrahlen die wartenden Musikfreunde vor den Drehtüren des Bonner MARITIM Hotel.

Eine gute Gelegenheit, die beiden präparierten Fahrzeugen eines Car-Hifi -Ausrüsters zu bestaunen. Zur Freunde aller Aussteller hielt der schöne Spätsommertag aber keine Hifi-Enthusiasten von dem Besuch der Hifi-Show ab. Abermals füllten sich nach der Öffnung binnen Minuten die Vorführ- und Ausstellungsräume. Auch der erste Vortrag auf der eigens eingerichtet HIGH-END-KOLLEG-Bühne erreichte ein vielköpfiges interessiertes Publikum. Für die gute Orientierung in den weitläufigen Gängen der Herberge sorgte der eigens produzierte kostenlose Messe-Führer. Am Ende des Tages werden die Mitarbeiter der Firma HIFI LINZBACH mehrere Tausend Publikationen verteilt haben, denn die hohen Besucherzahlen des Vorjahres sind sicher wieder erreicht worden. Besonders an diesem zweiten Messetag fielen mir die vielen analogen Vorführungen auf – die Vinylschallplatte war nicht nur eine schöne Dekoration, sie wurde auch eifrig genutzt. Über siebzig nachfolgende Bilder, wiewohl sie nur einen kleinen Ausschnitt aus dem vielfältigen Angebot repräsentieren, legen auch davon Zeugnis ab. Leider können die Fotos nicht den Wohlklang der einzelnen Vorführräume vermitteln, aber im nächsten Jahr gibt es für Sie an selber Stelle sicher eine neue Gelegenheit, dies live zu erleben.

Mein Fazit: Hifi Linzbach hat auch in diesem Jahr wieder einen perfekten Job gemacht, was die vielen Aussteller mit ihren Engagement dankbar goutierten. Und so ist die achte Auflage der Westdeutschen Hifi Tage nun etabliert, aber alles andere als langweilig.

 

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/17-10-03_wht
Sonntag, 01 Oktober 2017 21:14

Messerundgang Westdeutsche Hifi-Tage – Teil 1

geschrieben von

Pünktlich um zehn Uhr öffneten sich die Pforten des Bonner MARITIM Hotels, das ganz zentral zwischen der Innenstadt und dem alten Diplomatenviertel Bad Godesberg liegt. Hunderte von Musikenthusiasten füllten binnen Minuten die Säle und Gänge des ehrwürdigen Hauses. Und es galt eine Menge Hotelzimmer und Konferenzräume zu erobern.

Verteilt auf drei Etagen waren annähernd 90 Zimmer klangvoll belegt, daneben musizierten in zwölf großen Konferenzräumen ebenfalls audiophile Preziosen unterschiedlichster Machart. Unverkennbar haben sich die Westdeutschen Hifi Tage in ihrer achten Auflage zu einem besucherstarken wie wichtigen Treffpunkt der deutschen Hifi-Szene entwickelt. Wobei die vielen weit gereisten Nummernschilder die Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus beweisen. Es ist nicht nur die Kontinuität bei der Wahl des Ortes und des Termins, es ist vor allem der gute Job des Veranstalters HIFI LINZBACH der diese Messe so erfolgreich werden ließ.

Die Bandbreite der Aussteller die der Einladung des Bonner Audio-Spezialsten daher gerne folgten, konnte dabei kaum größer sein. Kleine feine Manufakturen präsentierten sich Tür an Tür, beziehungsweise Stand an Stand neben den großen der Branche. Es wurden komplette fein aufeinander abgestimmte Systeme zu Gehör gebracht oder individuelle Tools die mitunter körperlos daher kamen. Die Renaissance des Vinyls war offenkundig, der Computer als Musikkonserve allgegenwärtig, seine Spielpartner D/A - Wandler und Streamer ebenso. Die CD drehte nebenan, völlig unberührt von den angestimmten Totengesängen, putzmunter ihre Runden. In einem Vorführraum übernahmen Röhren die Verstärkung der Kleinstsignale, im Anderen Transistoren - die Einen gespeist von großen Ringkerntrafos, die Anderen von winzigen Schaltnetzteilen. Schon immer waren die Wege elektrische Impulse in Schallwellen zu wandeln unglaublich vielfältig, das war auch in diesem Jahr in Bonn nicht anders. Ohrfällig heuer, die vielen sehr ordentlichen Breitband-Lautsprecher Lösungen, hier scheinen aktuelle Entwicklungs- und Produktionsbedingungen neue Möglichkeiten zu eröffnen. Einige Bilder von den ersten Stunden der Hifi-Show liegen an, weitere Fotos folgen zeitnah.

 

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/17-10-01_wht
Freitag, 29 September 2017 18:51

Franco Serblin Lignea

geschrieben von

Die Franco Serblin Lignea ist ein sehr ausgefallener Lautsprecher, wohl schon eine Skulptur. Einzigartig ist das Design, jedoch keineswegs willkürlich. Seine Schöpfer, Franco Serblin hat seine Lignea selber nie gehört.

Gianfranco Serblin wurde 1939 im italienischen Vicenca als jüngster von sieben Söhnen kroatischer Eltern geboren. Im 44. Lebensjahr gründete er Sonus Faber und baute Lautsprecher, wie es sie noch nie gegeben hatte. Neben ihren musikalischen Fähigkeiten besaßen sie für die damalige Zeit ungewöhnlich formschöne und hochwertig verarbeitete Gehäuse. Im Jahr 2006 verließ er sein Unternehmen, um unter seinem eigenen Namen neue Modelle zu entwickeln, die seinen Vorstellungen perfekt entsprachen. Sein erstes Projekt war die Standbox Ktȇma. Die Vollendung seines dritten Lautsprechers, die Lignea, erlebte er nicht mehr. Aber ihr Konzept war weit gediehen. Fortgeführt wurde die Lignea nach Franco Serblins Tod von seinem Schwiegersohn Maximiliano Favella, der sich des Projekts einfühlsam annahm und es 2016 der Öffentlichkeit vorstellte. Weltweit fand Franco Serblin Kunden für seine besonderen Lautsprecher-Schöpfungen. Ihre Formgebung und musikalischen Fähigkeiten resultieren aus seinem Wissen um die Geigenbau-Kunst, der er sich viele Jahre seines Lebens intensiv gewidmet hatte. Daraus folgte die Verwendung geeigneter Materialien und das In-Frage-Stellen herkömmlicher Formgebung und Funktionalität im Lautsprecherbau. Franco Serblin war ein Ästhet und verstand es auf einzigartige Weise, Klang und Form, sich gegenseitig bedingend, miteinander in Einklang zu bringen.

Die Franco Serblin Lignea ist von besonderer Gestaltung und Ästhetik
Die Franco Serblin Lignea ist von besonderer Gestaltung und Ästhetik

Selbst wenn man die Lignea frei von diesem Wissen um ihre Herkunft betrachtet, wie es mir bei ihrer Vorstellung auf der Highend 2016 möglich war, kann man sich diesem Lautsprecher kaum entziehen. Nicht nur, weil der Mensch von Natur aus der optischen Wahrnehmung gern und überwiegend Beachtung schenkt. Auch wegen ihres Klanges ist es schnell passiert, der Lignea zu verfallen. Ihre Konstruktion besteht beinahe ausschließlich aus Besonderem, sieht man einmal von der Verwendung zweier dynamischer Chassis hinter der Front-Dekoration ab. Diese besteht aus Chrom mit darin verspannten, schwarzen Gummibändern. Letztere besitzen außer einer schützenden Funktion die Wirkung als Schall-Diffusoren und unterstützen die homogene Abstrahlung. Das Gehäuse erinnert an ein Saiten-Instrument und lässt das nur vier Liter beinhaltende Kabinett zum stehenden Objekt werden, weil ein schwungvoll ausladender Bogen aus poliertem Edelstahl das Holz nach unten ergänzt. Dieser lässt sie beinahe schon schweben. Unterstrichen wird dieser Eindruck von Leichtigkeit durch die drei Spikes im Edelstahl-Fuß, die auch zwingend verwendet werden müssen. Dabei ist der vordere Spike länger und neigt so die Lignea nach hinten. Unter die Spikes platziert man, ebenfalls optisch sehr ansprechend, passende Edelstahl-Basen von etwa vier Zentimetern Durchmesser. Normalerweise dienen solche Teller unter Spikes nur der Schonung des Fußbodens. Bei der Lignea sind sie Bestandteil des Gesamt-Konzepts.

Die Schallwand ist in das geschwungene Front-Holz integriert. Die Bänder aus Gummi dienen auch der Schall-Diffusion
Die Schallwand ist in das geschwungene Front-Holz integriert. Die Bänder aus Gummi dienen auch der Schall-Diffusion


Massimiliano Favella, der die Hinterlassenschaft so gekonnt und überzeugend fortgeführt hat, lenkt nun auch das Unternehmen. Während der Kooperation mit seinem Schwiegervater folgte er immer und im Detail all seinen Vorgehensweisen und seiner Art zu arbeiten. Für ihn wie für Franco Serblin liegt der Wert der Dinge in ihrer Bedeutung. Die Lignea drückt für Massimiliano Favella auch seine Wertschätzung für Franco Serblin aus. Die instrumentenhafte Bauart der Lignea erschließt sich dem Betrachter sofort als Ganzes. Schaut man näher hin, ist leicht zu erkennen, dass die Neigung der schmalen Schallwand auch aus dem vertikalen Bogen des edlen Front-Holzes resultiert, das das eigentliche Kabinett zum Standfuß fortführt. Das Kabinett selber ist aus Massivholz gefertigt und zwar in einer Art und Weise, dass keinerlei stehende Wellen entstehen. Die Formgebung verhindert in hohem Maße die Ausbildung von Resonanzen. Im gestuften, schwarzen Korpus befindet sich nach hinten abstrahlend mittig die Öffnung des Bass-Reflex-Konzepts. Unten, wo sich das Gehäuse deutlich verschlankt, findet sich ein Paar WBT nextgen™ Anschlüsse für das Lautsprecherkabel. Die beiden Chassis, sowohl der 110-Millimeter-Tiefmitteltöner als auch die 27-Millimeter-Kalotte, sind für die Lignea individuell optimiert. Die Gewebe-Kalotte ist mit einer speziellen Beschichtung für bestmögliches Schwingungsverhalten imprägniert.

Das Tief-Mittelton-Chassis wurde für die Lignea optimiert
Das Tief-Mittelton-Chassis wurde für die Lignea optimiert

Das Hörvergnügen begann in meinem neuen kleinen Musikzimmer im Dachgeschoss. Die Lignea war mit der NAD 2200PE Endstufe mittels eines Boaacoustic Argon Lautsprecherkabels verbunden. Dies passt mit seiner bräunlichen Ummantelung und polierten Metall-Elementen optisch perfekt zu der italienischen Schönheit. Wegen der hervorragend aufgenommenen Stimmen wählte ich die Carmina Burana in einer CD-Einspielung des MDR Sinfonieorchesters mit dem Rundfunkchor und dem Kinderchor des MDR, dirigiert von Kristjan Järvi. Diese Aufnahme, entstanden im Juli 2012 im Gewandhaus Leipzig, besticht durch eine Fülle an Klangfarben und eine glaubwürdige räumliche Darstellung. Stimmen klingen körperlicher als bei der ansonsten von mir gern verwendeten Telarc-CD mit Robert Shaw. Die großartige Dynamik dieses Werkes bereitet der Lignea keinerlei Schwierigkeiten. Druckvoll baut sie das Schlagwerk auf und vermittelt eine glaubhafte Chor-Aufstellung. Einzelne Sänger lassen sich erkennen und stehen fest an ihrem Platz. Die Musik entfaltet sich fließend und energiegeladen.

Ebenfalls für die Lignea optimiert ist die beschichtete Textil-Kalotte
Ebenfalls für die Lignea optimiert ist die beschichtete Textil-Kalotte

Seien wir doch jetzt mal fies und zwingen dem kleinvolumigen Lautsprecher Free Live! auf. Gedacht-getan. Einmal abgesehen davon, dass die Lignea überzeugend ein Raumgefühl der Fairfield Hall in Croydon vermittelt, legt sie zu meiner Freude und entgegen meiner Erwartung so richtig los. Mit welchem Drive sie den knurrigen E-Bass von Andy Fraser in „I´m a Mover“ rüberbringt, ist schier unglaublich. Dass dieser kleinvolumige Edel-Speaker bei der räumlichen Darstellung keinerlei Hürden zu überwinden hat, ist so ungewöhnlich nicht. Das kennen wir auch von anderen guten Kleinen. Aber besser als viele löst die Lignea vor allem in tieferen Lagen des Grundtonbereichs sehr plastisch auf und stellt das Instrument druckvoll vor den Hörer. Frontman Paul Rogers singt da, wo er hingehört: vorn. Der tonale Eindruck insgesamt ist eher der einer voluminösen Standbox. In „Mr. Big“ knallt auch Simon Kirkes Drum-Set wuchtig und farbenprächtig. Die Becken schillern überhaupt nicht hart, gehen aber dennoch direkt ins Ohr. Das ist echte Live-Performance. Will ich die CD wechseln, um mit anderer Musik zu testen? Nix da! Free kommt so genial rüber, da bleib ich dabei. Nicht nur meine Füße machen mit, auch der Kopf – All Right Now!


Rückseitig unten im Gehäuse befindet sich die Bassreflex-Öffnung. Das gerippte Kabinett erlaubt keine stehenden Wellen und minimiert Resonanzen
Rückseitig unten im Gehäuse befindet sich die Bassreflex-Öffnung. Das gerippte Kabinett erlaubt keine stehenden Wellen und minimiert Resonanzen

Mit am Antelope-Wandler-Vorverstärker deutlich reduziertem Pegel spielte nach Free das afro-amerikanische Folk-String-Trio Carolina Chocolate Drops ihr Album Genuine Negro Jig. Weniger gute Interpreten als die Franco Serblin Lignea lassen hier die Fidel schon mal zu drahtig und hart erklingen. Ganz anders macht dies die Italienerin. Auch klingen die Stimmen der Sänger oder Sängerin überzeugend plastisch und die Saiten-Instrumente begleiten sie mit vielschichtigen Klängen, angenehm aufgelöst unmittelbar vor mir auf der imaginären Bühne. Die Stimmen von Justin Robinson und Rhiannon Giddens gefallen mit einer leichten Wärme, klingen aber etwas sonorer als ich sie kenne. Sogar meine Gattin wurde vom Klang angelockt und äußerte sich anerkennend. Dennoch wollte ich die Tonalität wegen der Stimmlage überprüfen, auch weil ich bei der Carmina Burana an einigen Stellen den Eindruck hatte, das Orchester könnte besonders in den höheren Streicher-Lagen etwas losgelöster klingen. Schließlich ist die Lignea ja kein Low-Budget Lautsprecher, selbst wenn man geneigt sein sollte, allein wegen ihres optischen Auftritts schon deutlich tiefer ins Portemonnaie zu greifen. Den Status eines Kunstwerks hat sie zweifellos. Nur geht es hier ja um die klangliche Beurteilung. Also tauschte ich das Boaacoustic Argon gegen das hochwertigere Silver Actinium Lautsprecherkabel aus demselben Hause. Dies machte seinem Namen Ehre, der Hochtonbereich klang, silbriger, feiner, aber nicht übertrieben und erst recht nicht hart. Die Streicher im Orffschen Werk lösten sich nun, und die Sänger und Sängerin der Carolina Chocolate Drops hatten die Tonalität, wie ich sie von meinen großen Triangle kenne. Die Fidel geriet gleichzeitig vordergründiger, prägnanter aber nicht aufdringlich – so war's wohl richtig.

WBT nextgen™ Anschlüsse nehmen das Kabel auf
WBT nextgen™ Anschlüsse nehmen das Kabel auf

Es ist immer wieder erstaunlich, was Lautsprecher-Kabel bei guten Lautsprechern ausmachen. Ich gebe aber zu, dass mir Free Live! mit dem preiswerten Argon besser gefiel, weil das großartige Bassspiel von Andy Fraser einfach mehr anmachte. Unterm Stich war aber das Silver Actinium Sieger und verblieb im Test-Aufbau. Weil ich von der Dynamik und den herrlichen und authentischen Klangfarben nicht genug bekam, legte ich eine CD mit den landläufig bekannten Werken von Aaron Copland in den NAD CD-Spieler. Philip Ellis dirigiert das Royal Philharmonic Orchestra auf der 1993 bei Centurion veröffentlichen CD. Da geht es bekanntermaßen gleich in „Fanfare For The Common Man“ zur Sache. Und da zucke ich gleich mal ob der Dynamik des Eingangs-Schlagwerks. Herrlich plastisch stehen die Blechbläser hinten im Raum. Nicht minder imposant ist die Auffächerung des Orchesters und die realistisch kolorierte Darbietung der Instrumente, auffällig wohlgeraten bei den Bläser-Solisten in „Billy The Kid“.

Der Tief-Mitteltöner mit seinen elf Zentimetern macht im vier Liter Gehäuse mächtig Druck
Der Tief-Mitteltöner mit seinen elf Zentimetern macht im vier Liter Gehäuse mächtig Druck


Nun gibt da aber ein Problem. Alles klingt zum Verlieben schön und ich möchte die Lignea gar nicht wieder hergeben, aber: Sie stehen in meinem neuen Hörraum in angemessenen Abstand zur Seite und zur Rückwand unter einer Dachschräge. Der Beginn der Dachschräge hinter ihnen liegt bei knapp neunzig Zentimetern. Wie wir alle wissen, führt eine derartige Aufstellung in Bassbereich zu einer gewissen Üppigkeit. Und das wäre für einen möglichst objektiven Test nicht annehmbar. Also trage ich die Lignea in meinen großen Hörraum und stelle sie an bewährter Stelle auf, wo auch schon etliche Kandidaten vor ihr teils glanzvolle Auftritte hatten. Der behutsame Transport gestaltete sich bequem, denn mit nur acht Kilo und den griffigen Proportionen lassen sich die Lignea unkompliziert handhaben, zumal für solche Aktionen die Baumwoll-Hüllen aus der Verpackung Schutz gewährleisten. Dabei hatte ich das Gefühl, vorsichtig ein Cello durch mein Haus zu tragen. Auch die NAD-Endstufe trage ich runter und verbinde die beiden mit dem Boaacoustic Silver Actinium. Das Frontend ist in der Audio-Kette jetzt nicht nur aufwändiger, sondern erheblich analytischer.

Die angemessene Frequenz-Zuordnung bewirken diese ausgesuchten Bauteile
Die angemessene Frequenz-Zuordnung bewirken diese ausgesuchten Bauteile

In der Lignea-Broschüre ist nachzulesen, Franco Serblin habe die Lignea geschaffen, um Musikliebhabern mit limitierten Aufstell-Möglichkeiten einen hochwertigen Lautsprecher zu bieten. Bei der Platzierung der Lignea darf man getrost dem ästhetischen Vorstellungen im Raum nachgeben. Eine klanglich sinnvolle Anwinkelung zum Hörer hin ergibt sich eigentlich schon wegen der optischen Wirkung. Inwieweit man anwinkelt, ist schnell nach Gehör ausgemacht. Auch die Entfernung zur Seitenwand hat in meiner Umgebung nicht zu bedeutenden tonalen Veränderungen geführt. Mir scheint die Lignea in dieser Hinsicht erfreulich unkompliziert zu sein. In meinem großen Musikzimmer, bei ansonsten für unterschiedlichste, auch großvolumige Lautsprecher geeigneter Positionierung, klingt die Lignea richtig gut. Sie steht nun relativ deutlich frei im Raum und musiziert nicht weniger faszinierend als im Dachzimmer. Das offenbart sie bereits bei Jennifer Warnes Album The Well, das ich zum Warmspielen in den Primare-Player legte und recht gut kenne. Da mag ich gern zuhören, die CD läuft komplett durch. Mir gefällt der Charakter der Lignea, nicht übertrieben zu sezieren und deshalb in höchstem Maße angenehm zu klingen. Gleichzeitig lässt sie nie das Gefühl aufkommen, sie würde irgendwelche musikalischen Feinheiten nicht kommunizieren.

Der Unterbau mit Spikes und Tellern unterstreicht die Optik der Lignea und ist wichtig für den Klang
Der Unterbau mit Spikes und Tellern unterstreicht die Optik der Lignea und ist wichtig für den Klang

Free Live! bringt dann die Veränderung klar zu Gehör. Ja, das Klangbild ist jetzt schlanker, was aber auch den besseren, vorgeschalteten Komponenten geschuldet ist. Besonders der Audio-gd ist dem Antelope an Präzision und Räumlichkeit deutlich voraus. Das höre ich jetzt mit großem Vergnügen. Der nun schlankere E-Bass in „I´m A Mover“ wird überkompensiert durch bessere Detailwiedergabe. Das hat einen höheren Reiz und die Lignea vermittelt das Konzert von 1970 mit Spielfreude und Drive. Jetzt kann ich noch deutlich besser in die Musik hinein lauschen und der Rhythmus packt mich wie zuvor. Die wahre qualitative Offenbarung bringen die „Carmina Burana“. Die Schläge der Pauken in „O Fortuna“ ertönen ebenso druckvoll wie im Raum oben. Weit mehr Nuancen und Plastizität vermittelt die Lignea in dieser Konfiguration und Aufstellung. Das überzeugt, und ich höre auch hier lange zu, weil die Musik fesselt. Raum, Klangfarben, Akkuratesse, Dynamik, Timing: Spitze. Musikalische Ausgewogenheit charakterisiert die Lignea und dies bei jeder Musik. Auszusetzen hatte ich nichts, wollte aber wissen, wie das optisch so gut zur Lignea passende Boaacoustic Argon sich in dieser Kette verhält. Es ist wirklich bemerkenswert, welche Bedeutung im Einzelnen das Zusammenspiel von Raum, Elektronik, Verkabelung und Lautsprechern hat. Die zuvor beim Argon aufgetretenen Schwächen, nämlich die etwas sonoren Stimmen der Carolina Chocolat Drops und die etwas am Lautsprecher haftenden hohen Streicher bei den „Carmina Burana“ waren mit dem besseren Wandler und Vorverstärker nun gänzlich verschwunden. Zwar löste das Argon nicht ganz so fein und tief auf wie das Silver Actinium, klang dafür aber angenehm rund und sehr harmonisch. Geschmackssache, würde ich sagen. Erstaunlich finde ich für mich persönlich, dass ich bei dem leicht dichteren Klangbild mit dem Argon-Kabel dennoch nicht das Gefühl hatte, etwas zu vermissen. Ich hoffe, Sie mit diesem Kabel-Hin-und-Her nicht zu verwirren. Es unterstreicht die Qualität der Lignea. Denn sie agiert so hochkarätig, dass es eine Sünde wäre, sie mit beliebiger Peripherie spielen zu lassen. Mag sie auch mit einfachen Mitteln beeindruckend klingen, ihre wahre Musikalität erlebt der Hörer erst nach sorgfältiger Wahl ihrer Mitspieler – entsprechend der Sorgfalt von Franco Serblin und Massimiliano Favella.


Auch die Ausführung des Vier-Liter-Kabinetts ist von besonderer Schönheit
Auch die Ausführung des Vier-Liter-Kabinetts ist von besonderer Schönheit

STATEMENT

Die Franco Serblin Lignea ist ein Juwel für Musik-Liebhaber. Ihr bestechendes Aussehen verbindet sich mit einem enorm vergnüglichem Zugang zur Musik – Grazie al Maestro!
Gehört mit
Computer Apple MacMini mit OS X El Capitan, Audirvana Plus 3, Roon und Qobuz
Netzwerk-Player Melco N1A
Clock Mutec MC-3+Smart Clock USB
DA-Wandler Antelope Zodiac plus, Audio-gd Master 7, Sonic Frontiers SFD-1
CD-Player Primare DVD 30; NAD 5440
Plattenspieler Brinkmann Bardo mit Musical Life Conductor 10 Zoll
Tonabnehmer Audio Technica ART 9
Phono-Vorstufe Plinius Koru oder Primare R-20
Vorverstärker Audio-gd Master 9, Antelope Zodiac plus
Endstufe NAD 2200 PE, Spectral DMA-100
Zubehör Audioquest Diamond oder Carbon USB, Audioquest Jitterbug, JIB Boaacoustic Silver Digital Carbon SPDIF und Krypton AES/EBU, Sommer Cable Carbokabel AES/EBU, Inakustik Black&White NF-1302, Audio-gd NF Cinch und XLR, QED Genesis Silver Spiral LS mit Enacom LS, Shunyata Andromeda LS mit Enacom LS, Real-Cable Bi-Wiring LS, Boaacoustic Argon LS und Silver Actinium LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Raum-Absorber
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis
Herstellerangaben
Franco Serblin Lignea
Empfindlichkeit 83 dB (1 Watt/1m)
Verstärker-Leistung 20 Watt minimal
Impedanz 8 Ohm
Frequenzgang 58 Hz bis 36 kHz im Raum
Prinzip Bass-Reflex
Weiche 2-Wege, 6 dB
Gehäuse-Volumen 4 Liter
Mitteltöner 110 mm angepasster Konus
Hochtöner 27 mm angepasste Kalotte, Membran aus imprägniertem Textil
Gehäuse Massivholz, Kammer zur Brechung von Resonanzen und stehenden Wellen, Standfuß aus Edelstahl
Gewicht je 8 kg
Abmessungen 50 cm B x 29,5 cm T x 105 cm H
Ausführungen Holz hochglänzend, Graphit seidenmatt
Paarpreis 4900 Euro

Vertrieb
WBS-Akustik Systeme Vertriebs-GmbH
Anschrift Marissa Barden
Anschrift
Rittergasse 1
65391 Lorch
Telefon +49 6726 8390451
E-Mail info@wbs-acoustics.com
Web www.wbs-acoustics.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/17-09-29_franco
Freitag, 28 September 2007 04:19

ICHOS Hi-End Speakers

geschrieben von
Hersteller
ICHOS Hi-End Speakers
Anschrift made in Vienna
Einwanggasse 10
1140 Wien, Austria
Telefon +43 1 581 21 41
E-Mail info@ichos.at
Web www.ichos.at
Donnerstag, 28 September 2017 03:59

ICHOS Schallwandler neu in Deutschland

Mit Rainer Israel, dem Inhaber von friends-of-audio in Griesheim, Nähe Frankfurt, konnte ein langjähriger HiFi-Enthusiast für den Vertrieb der hochwertigen in Österreich handgefertigten Ichos Schallwandler gewonnen werden.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-09-28_ichos_content.jpg

Den ersten gemeinsamen Auftritt gibt es am Wochenende bei den Westdeutschen Hifi Tagen in Bonn. Vorgeführt wird die neue N°THREE mit feinster Röhrenelektronik von MastersounD. Die N° THREE kombiniert einen neu entwickelter 25-Zentimeter-Breitbänder mit dem aus den größeren Modellen verwendeten Dipol-Hochtöner im neuen Aluminiumgehäuse. Mit diesem Gesamtkonzept soll die ICHOS N° THREE ein Maß an Dynamik und Basstiefe erreichen, das bisher ausschließlich Großlautsprechern vorbehalten war, ohne dabei auf detaillierte Feinzeichnung verzichten zu müssen.

Laut Robert Rothleitner, ihrem Entwickler, ist die N° THREE unkritisch in der Aufstellung und bestens geeignet sowohl für kleine als auch große Hörräume, von Klassik bis Rock, ob leise oder laut, alles ohne Einschränkung.

Herstellerangaben
ICHOS N° THREE
Bestückung 25-Zentimeter-Tief-Mitteltöner, Glasfasermembran, mit Geigenbaulacken teilbehandelt, 36-Millimeter-Hochtontreiber mit Wave-Guide mit rückseitiger Abstrahlung im Aluminium- Monoblock-Gehäuse
Abmessungen (H/B/T) 1130/285/360  mm 
Wirkungsgrad 94 dB/1W/1m an 8 Ohm
Frequenzgang 35 Hz - > 20 kHz
Verstärkerleistung ab 10 Watt
Hörabstand ab ca. 2 m
Gewicht ca. 32 kg/Stück

Mehr Informationen erhalten Sie beim Hersteller oder beim Vertrieb:

Hersteller
ICHOS Hi-End Speakers
Anschrift made in Vienna
Einwanggasse 10
1140 Wien, Austria
Telefon +43 1 581 21 41
E-Mail info@ichos.at
Web www.ichos.at
Vertrieb
Friends of Audio
Anschrift Friends of Audio
Dipl. Ing. Rainer Israel
Heinrichstraße 26
64347 Griesheim
Mobil 0170 485 7199
E-Mail info@friends-of-audio.de
Internet www.friends-of-audio.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/17-09-28_ichos