Montag, 25 Juni 2018 21:57

Crayon Audio CIA-1

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Als ich nach längerer Abstinenz vom Testerdasein mal wieder einen Anruf vom Chefredakteur bekam, ob ich nicht mal einen Crayon „machen“ möchte, habe ich spontan zugesagt. Den Verstärkerkreationen aus dem Steyrischen eilt ein sehr musikalischer Ruf voraus, und viele Nutzer äußern sich geradezu euphorisch über die zurückhaltend gestalteten Geräte.

Auch der Kollege Kemper zeigte sich sehr angetan von dem CFA-1.2. So präsentiert sich auch der kleinste Vollverstärker mit der neckischen Bezeichnung CIA-1 – nein, ich verkneife mir jetzt jedweden Witz wegen des Namens – eher unscheinbar und schlicht. Wobei das Gehäuse aus gebürsteten dicken Aluminiumprofilen sowohl optisch als auch haptisch die Zugehörigkeit zur Preisklasse unterstreicht. Auf die großen Verschraubungsteller des CFA-1.2 wird beim kleinen Modell verzichtet, die Gerätefüße entkoppeln den CIA-1 dafür wirkungsvoll vom genutzten Untergrund.

Lediglich zwei Drucktaster und ein Drehknopf in Singlepuck-Optik – oder in Propellerform, ganz wie man will – zieren die Frontplatte neben dezent rot schimmernden Leuchtdioden, die den jeweils gewählten Eingang anzeigen. Diese werden über den linken Knopf betätigt, über den rechten das Gerät in den Stand-By geschickt und wieder aufgeweckt. Über die beigelegte Fernbedienung lässt sich das natürlich wesentlich bequemer erledigen. Über diese wird auch die Lautstärke geregelt und eine Stummschaltung aktiviert.

Schlichte Eleganz. Da der komplette Unterboden gleichzeitig als Kühlkörper dient, kann auf Belüftungsschlitze verzichtet werden
Schlichte Eleganz. Da der komplette Unterboden gleichzeitig als Kühlkörper dient, kann auf Belüftungsschlitze verzichtet werden

Ein harter Ein-/Ausschalter befindet sich hinten links auf der Rückseite. Dort kann man in der Basisvariante für 2800 Euro vier Hochpegelquellen anschließen. Das Testexemplar verfügte über die optional für 800 Euro angebotene Phonoplatine mit MM- und MC-Eingang, die den Eingang 1 besetzt. Eingang 2 kann mittels Dip-Schalter in zwei Stufen in der Empfindlichkeit für unterschiedlich laute Quellen angepasst werden. Dazu gibt es auch noch ein Paneel kanalgetrennter Dip-Schalter für die Anpassung der Phonostufe an verschiedene Tonabnehmer. Ein Vorverstärkerausgang, ein fixer Ausgang, um zum Beispiel auf ein Tonbandgerät aufzunehmen, und ein Paar Lautsprecherklemmen kommen noch dazu. Ein Wort zu den letztgenannten: Da diese relativ dicht beieinander liegen und das Gehäuse auch recht weit über die Rückwand ragt, lassen sich hier richtig bequem nur Bananenstecker verwenden.


Neben Quellenwahl und Lautstärke kann man den Crayon über die Fernbedienung auch stumm schalten
Neben Quellenwahl und Lautstärke kann man den Crayon über die Fernbedienung auch stumm schalten

Klingt bisher alles nicht so aufregend? Wie heißt es so schön, das Gute daran ist das Gute darin! Die ankommenden Signale werden über eine Hochfrequenzdrossel erst mal von etwaigem Dreck befreit und dann über CMOS-Schalter umgeleitet. Kommt aus der Studiotechnik, schaltet verlustfreier als herkömmliche Schalter oder Relais und produziert auch weniger Geräusche. Eine aufwendige, aber dem Anspruch angemessene Lösung. Die Eingangswahl wird digital gesteuert, der zuletzt gewählte Eingang in einem EPROM abgespeichert. Im eigentlichen Verstärkungszweig kommt ein stromrückgekoppelte Operationsverstärker – hier als „Current-Feedback-Topologie“ bezeichnet – zum Einsatz. Zwei Transistoren, invertiert und nichtinvertiert, kümmern sich um die Signale. Auf diesem Weg können auch bei wenig Gegenkopplung eine hohe Bandbreite und Anstiegsgeschwindigkeit gleichzeitig realisiert werden. Die einzelnen Baugruppen sind vorbildlich getrennt ausgeführt, die Platinen mit einer eigenen Masseführung beschichtet. Mit zweimal 75 Watt an acht Ohm ist der CIA-1 nicht unbedingt übermotorisiert, das Netzteil und der ganze Boden als Kühlfläche dafür reichlich dimensioniert.

Für den Betrieb an Lautsprechern unterschiedlichen Wirkungsgrades werden zwei verschiedene Potentiometer angeboten. Ein linear und ein logarithmisch arbeitendes. Letzteres ist im Testexemplar verbaut und bietet neben sehr genauem Gleichlauf auch einen weiten Regelbereich. Dies hat auch den Vorteil, dass durch einen beherzten Dreh am Lautstärkeregler nicht gleich die Wände wackeln. Diese Ausführung ist besonders für Umsteiger von Röhrenverstärkern mit Hochwirkungsgradlautsprechern gedacht, die zur ausgemachten Zielgruppe der Österreicher zählen.

Die „MC-LED“ zeigt die Wahl des Eingangs 1 an, wenn dort eine analoge Quelle anliegt
Die „MC-LED“ zeigt die Wahl des Eingangs 1 an, wenn dort eine analoge Quelle anliegt

Bei der Inbetriebnahme des Crayons sollte man sich ein wenig Zeit nehmen. Nach dem Einschalten fährt das Motorpotentiometer den Lautstärkeregler herunter und die Leuchtdioden der Eingänge an der Front laufen erst mal eine Weile vor sich hin, um dann irgendwann den vormals gewählten Eingang freizugeben. Ein Hinweis zum Kaltstart: Schaltet man den Verstärker über den eigentlichen Netzschalter und über den Stand-By Schalter ein und gleich danach hart aus und wieder ein (macht man an sich nicht, aber die Kinder…!), knallt es doch nicht unerheblich aus den Lautsprechern. Also etwas Besonnenheit an dieser Stelle. Die Umschaltung der Quellen erfolgt allerdings dann komplett geräuschlos. Ist der Phonoeingang gewählt, quittiert der Crayon dies mit der Beleuchtung der „MC“-Anzeige auf der Front – auch wenn die Phonostufe auf Moving-Magnet Systeme eingestellt ist.


Etwas Zeit braucht es auch, bis man Musik mit dem CIA-1 genießen kann. Direkt eingeschaltet habe ich ihn sofort wieder ausgemacht. Die ersten Sekunden klingen „seltsam“, und ich habe erst mal überprüft, ob ich die Lautsprecherkabel über die Gehäuserückwand kurzgeschlossen habe und der Verstärker an 0,2 Ohm ums Überleben würgt. Nein, war nicht. Also meinen jüngsten Sohn davor gesetzt, Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt angemacht und ab in die Küche, einen Espresso machen.

Zurück von der Pause klingt zumindest das laufende Hörspiel nicht ungewöhnlich. Nachdem das Kind ins eigene Zimmer vor den Ghettoblaster verfrachtet wurde – kostet mich einen Schokobutterkeks –, konnte ich endlich Musik hören. Und eines lässt sich sofort feststellen: Das Warten hat sich gelohnt!

Sämtliche wichtigen Einstellungen werden auf der Rückseite vorgenommen. Die Lautsprecherklemmen sind allerdings bemerkenswert simpel ausgefallen
Sämtliche wichtigen Einstellungen werden auf der Rückseite vorgenommen. Die Lautsprecherklemmen sind allerdings bemerkenswert simpel ausgefallen

Beim ersten Hören erscheint nichts spektakulär oder irgendwie besonders. Äußerst sauber und ausgeglichen auf sehr hohem Niveau drängt sich der Crayon CIA-1 nicht auf und gibt seine Eigenheiten erst nach und nach eindrücklich preis.

Debussys „Prélude à l'après-midi d'un faune“ fängt ganz leise an, der Streicherteppich in den tiefen Lagen und die gedeckten Holzbläser sind eine Prüfung an das Auflösungsvermögen. Im schlimmsten Fall klingt das dann, als wenn man einen Höhenfilter eingesetzt hat, im besten so wie mit dem Crayon. Knapp über der Hörschwelle fächert der CIA-1 die Bühne auf und schafft es auch noch, die Instrumentengruppen aufzufächern. Darin dann die Soloflöte als ganzes Instrument ohne jede Übertreibung. Dieses Kunststück gelingt ihm nicht über den scharfen Umriss, sondern plastisch füllig mit einem kleinen Hang zur Wärme. Er erinnert hier mehr an eine Röhre als an einen klassischen Transistor. Feindynamisch ist er ebenfalls in seinem Element. Wenn sich das Werk des französischen Komponisten ganz langsam steigert und steigert, geht der Crayon dies entsprechend mit, ohne seinen tonalen Pfad zu verlassen. Dazu kommen dann grummelnde Kontrabässe mit eben nicht nur Struktur und Substanz, sondern auch mit dem Schwingen des Raumes. Es sind oft diese kleinen Details, die sich nahtlos in bestehende Strukturen einfügen und diesen damit einen höheren Informationsgehalt abtrotzen. Solche Mikroinformationen bietet der Crayon an jeder Ecke und entfaltet damit eine große Wirkung. Sehr beeindruckend. Grobdynamisch zeichnet er sich dabei durch eine große Lässigkeit aus, als wenn er das alles so aus dem Ärmel schüttelt. Einschränkend sei an dieser Stelle aber doch noch erwähnt, dass der CIA-1 keine Dampframme ist und die letzte Gewalt für sich behält. Aber dafür ist er auch gar nicht gedacht.


In der Phonoversion lassen sich Eingangsimpedanz und -kapazität kanalgetrennt über Dipschalter anpassen. Der Eingang 2 kann auch für Geräte mit einer Ausgangsspannung über 2 Millivolt eingestellt werden
In der Phonoversion lassen sich Eingangsimpedanz und -kapazität kanalgetrennt über Dipschalter anpassen. Der Eingang 2 kann auch für Geräte mit einer Ausgangsspannung über 2 Millivolt eingestellt werden

Auf der Blue Maqans mit Anouar Brahem, Dave Holland, Jack DeJohnette und Django Bates ertönt auf „Opening Day“ die Oud unglaublich intim realistisch im Raum. Das klingt so intensiv und echt, man hält erst mal regelrecht den Atem an. Wenn dann die Mitspieler den virtuellen Raum besetzen, wird dieser randlos abgebildet und die Interaktion der Musiker erfahrbar. Der CIA-1 verfügt über die Fähigkeit, farbig und schön zu klingen, ohne zu verfärben. Der Hochtonbereich fügt sich trotz hervorragender Auflösung einfach ein und steht der farbigen Mittenwiedergabe nicht im Weg. Er ist auf jeden Fall nicht überrepräsentiert.

Räumlich orientiert sich der Crayon dabei an der Vorlage, weder Überbreite noch der kilometerweite Blick in die Tiefe werden dem Signal hinzugefügt. Stimmen profitieren enorm von der klanglichen Auslegung. Bei aller Klarheit bleiben sie als ganzes Organ erhalten und bieten eine tiefe Einsicht in die Gefühlslage von Solosängern. Abschwellende Chöre mit Nachhall im Raum machen mir durch ihre Intensität ein ums andere Mal eine Gänsehaut. Gerade kleinere Besetzungen wie Brahms Gesang des Parzen zelebriert der CIA-1 geradezu.

Begibt man sich mit dem Crayon in die Niederungen der modernen Unterhaltungsmusik wie Drum'n'Bass oder Electro, fällt wieder auf, dass er es eher zivilisiert mag. Schmutzig, böse und brutal ist nicht seine Welt. Zwar spielt er mit schnellem, federnd plastischem Bass und lässt Samples wie aus dem Nichts nach hinten aushallen, verweigert aber den letzten Druck untenrum. Handgemachter Blues und Rock oder komplexe rhythmisch vertrackte Percussion bringen den CIA-1 dann wieder auf perfekt beherrschtes Terrain. Hier gelten einschränkungslos die oben beschriebenen Talente.

Streng getrennte Baugruppen und ein sehr übersichtlicher Aufbau zeichnen den CIA-1 aus. Höchste Priorität galt dem Vermeiden von Einstrahlungen
Streng getrennte Baugruppen und ein sehr übersichtlicher Aufbau zeichnen den CIA-1 aus. Höchste Priorität galt dem Vermeiden von Einstrahlungen


Die Phonoeingänge mögen den ausgezeichneten Vorgaben der Hochpegelsektion nicht nachstehen und zeigen auf sehr hohem Niveau trotzdem durchaus ihre Eigenheiten. Der mit 0,45 Millivolt nur mäßig empfindliche Moving-Coil-Eingang lässt sich via Dipschalter über die vorgegebenen Werte grob, durch daraus schaltbare Zwischenwerte sehr fein auf verschiedenste Abtaster anpassen, die nur nicht zu leise sein dürfen. Mit dem eingesetzten, nicht besonders lauten Ortofon Jubillee harmoniert der Eingang perfekt. Sehr plastisch durchhörbar und souverän bringt der Crayon die Eigenschaften des Ortofon zur Geltung und mildert den leichten Hang des Jubilee zum Kühlen. Auch die gewohnt weiträumige Abbildung ist ohne Abstriche vorhanden. Einen Hang zum Filigranen kann man ihm nicht absprechen. Ich hätte gern mal ein Zyx oder EMT am Crayon ausprobiert, die die Talente des Verstärkers noch weiter unterstreichen sollten, waren beide aber leider nicht greifbar.

Der Moving-Magnet-Eingang hat mehr Muskeln und Griffigkeit und ist lauter ausgelegt. Minimal kühler geht es hier zu. Die Auflösung auf hohem Niveau zeigt dann auch mehr die Unterschiede zwischen den analogen Wandlerprinzipien auf, was dem Phonoeingang ein ausgezeichnetes Zeugnis ausstellt.

STATEMENT

Crayons CIA-1 dürfte mit seiner sauber realistischen und dabei farbig musikalischen Spielweise auch eingefleischte Röhrenliebhaber ins Grübeln bringen. Ohne Einschränkung bei der Lautsprecher- und Musikwahl ist er in der Lage, fast jeden anspruchsvollen Musikliebhaber glücklich zu machen.
Gehört mit
Analoglaufwerk Technics SL-151/II
Tonarme Roksan Tabriz, SME V
Tonabnehmer Ortofon Vienna, Technics EPC-205/III
Phonopre ifi iPhono
PC Acer Espire, I3 CPU 1.70 GHz, 8 GB RAM
Interface Audioquest Jitterbug
Software Foobar2000
CD-Laufwerk Denon DCD-1290, Technics SL-P471A
Wandler Phonosophie DAC1
Verstärker Creek 5350 SE, Rotel RA-820BXIII
Lautsprecher Spendor A5, Rogers Studio 1/1p
Kabel TaraLabs, RG142, Oehlbach, Baumarkt, Funk-Tonstudiotechnik, Supra Cable, Audioquest
Herstellerangaben
Crayon Audio CIA-1
Übertragungsbereich 25 Hz – 100 KH (+/- 0,5 dB). 6 Hz – 140 Khz -3 dB
Geräuschspannungsabstand > 90 dB, line in
Ausgangsleistung 78 Watt / 8 Ohm, 105 Watt / 4 Ohm
Eingangsempfindlichkeit Phono 4 mV (MM) / 0,45 mV (MC)
Verstärkung Phono 41 dB MM / 56 dB MC
Gewicht 10,5 kg
Preis (inkl. Phonomodul) 3600 Euro

Vertrieb
RB-Audiovertrieb
Anschrift RB-Audiovertrieb
Pradler Straße 3
A-6020 Innsbruck
Telefon +43 676 5906026
Fax +43 512 302878
E-Mail info@audiovertrieb.com 
Web www.audiovertrieb.com

Weitere Informationen

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Freitag, 22 Juni 2018 12:35

Sonoma Acoustics M1

geschrieben von

Für mich schien das Thema Kopfhörer abgeschossen: Dessen hatten sich in letzter Zeit zwei besonders Kopfhörer-affine und kompetente Kollegen angenommen. Aber bei einem Komplettsystem mit neuer Technologie, das den Namen der bekannten Sonoma-DSD-Aufnahme-Workstation trägt, kann ich einfach nicht widerstehen.

Hinzu kommt, dass Finn Gallowsky, einer unserer beiden Kopfhörerspezialisten, in seinem Bericht über die CanJam ausgesprochen positiv über den M1 schrieb. Grund dafür war weder ein Wahnsinns-Bass noch eine außergewöhnlich feine Auflösung. Der Kollege pries vor allem die Neutralität und Natürlichkeit der Wiedergabe des M1 – und machte mich damit neugierig. Also blieb der M1 in Gröbenzell. Für diese Entscheidung musste ich allerdings über meinen Schatten springen. Denn auch wenn mich die rasante Entwicklung der Digitaltechnik so fasziniert, dass ich in den letzten Jahren mehr darüber schrieb als über Analoges, kann ich mich noch immer nicht so richtig mit dem Gedanken anfreunden, dass feine Analogsignale gewandelt, von einem DSP bearbeitet und dann wieder zurück gewandelt werden, bevor sie das Ohr erreichen. Deswegen habe ich bisher auch auf die Beschäftigung mit aktiven, raum-, laufzeit- oder frequenzgangkorrigierten Lautsprechern verzichtet. Beim M1 werden alle an den Cinch-Buchsen oder am Miniklinken-Eingang ankommenden Signale digitalisiert und anschließend von einem XMOS-DSP in die benötigte Form gebracht. Allerdings gibt es auch einen S/PDIF- und einen USB-Eingang, bei denen sowie eine abschließende Digital-Analog-Wandlung nötig ist. Und wann genieße ich schon einmal eine Schallplatte oder ein Tonband per Kopfhörer? Da wog der Name Sonoma für mich schon schwerer als meine – vielleicht kleinlichen – analogen Bedenken.

Die Freude beginnt beim M1 schon beim Auspacken: Anleitung und Anschlusskabel befinden sich in einer Schublade der noblen Box für den Kopfhörer
Die Freude beginnt beim M1 schon beim Auspacken: Anleitung und Anschlusskabel befinden sich in einer Schublade der noblen Box für den Kopfhörer

Bevor ich Ihnen die neue Variante eines elektrostatischen Wandlers vorstelle, lassen Sie uns einen kurzen Blick auf die auf Firmen werfen, denen wir dieses Kopfhörer-System zu verdanken haben. Da wäre erst einmal das Super Audio Center (SAC) in Boulder, Colorado, das 2004 zur technischen Unterstützung der SACD gegründet wurde. Wichtigstes Produkt des SAC war und ist das Sonoma Mehrkanal-DSD-Aufnahme- und Editier-System, an dessen Entwicklung Andreas Koch maßgeblich beteiligt war und mit dem eine Vielzahl aller heute erhältlichen SACDs produziert wurde. Inzwischen ist Andreas Koch übrigens Chef und einer der beiden kreativen Köpfe von Playback-Designs, wie Sie wahrscheinlich nach dem Test des superben MPS-8 Dream Players an dieser Stelle wissen. Sonoma Acoustic, die Firma, die den M1 auf den Markt bringt, hat ihren Sitz in den USA ebenfalls in Boulder und eine Niederlassung in Großbritannien in Nueaton, keine 50 Kilometer von Henley-in-Arden entfernt. Dort residiert Warwick Audio Technologies, die Firma, die das M1-System entwickelte, bei dessen Abstimmung dann die Aufnahmespezialsten des SAC beteiligt waren.

Durch die wellenförmige Abdeckung und das rostrote Edelstahlgitter erkennt man den schwarzen Abstandshalter, der die Membran in unterschiedlich große Sektionen teilt
Durch die wellenförmige Abdeckung und das rostrote Edelstahlgitter erkennt man den schwarzen Abstandshalter, der die Membran in unterschiedlich große Sektionen teilt


Das Herzstück des Sonoma M1 stellt der sogenannte High-Precision Electrostatic Lamimate – oder HPEL – Schallwandler dar. Dessen Membran besteht aus einer nur 0,015 Millimeter dicken, schwach leitenden Folie. Es muss also nur eine extrem geringe Masse bewegt werden, was bei gleichem Krafteinsatz eine höhere Beschleunigung zur Folge hat und damit zu deutlichen Vorteilen bei der Wiedergabe von Transienten führen dürfte. Aber die Besonderheit des HPEL ist nicht seine sehr leichte Membran: Üblicherweise bewegt sich die unter hoher Spannung stehende Membran zwischen zwei Statoren, an denen das Musiksignal anliegt. Als Statoren werden meist Gitter verwendet, durch die die von der Membran erzeugten Schallwellen zum Hörer respektive zur Außenseite der meist offenen Ohrmuschel gelangen.

Zwischen Ohr und Membran befindet sich bei M1 kein Statorengitter, sondern nur die recht grobmaschige Abdeckung, die eine Berührung der Membran verhindert
Zwischen Ohr und Membran befindet sich bei M1 kein Statorengitter, sondern nur die recht grobmaschige Abdeckung, die eine Berührung der Membran verhindert

Der HPEL hingegen kommt nur mit einem Edelstahlgitter aus, das den Gegenpol zur Membran bildet, an der die Vorspannung von etwa 1350 Volt und das Musiksignal mit einer Amplitude von bis zu 145 Volt anliegt. Das hat den Vorteil, dass der erzeugte Schall direkt zum Ohr gelangt und auf diesem Weg nicht erst ein Gitter passieren muss. Andererseits ist die durch einen gegebenen Spannungsunterschied erzeugte Kraft nicht mehr linear, sondern davon abhängig, wie weit die Membran gerade vom Gitter entfernt ist. Auch sind die Druckverhältnisse vor der Membran ohne Gitter und dahinter mit Gitter nicht mehr identisch. Damit sich diese Nachteile gegenüber einer symmetrischen Wandlerkonstruktion nicht in Verzerrungen niederschlagen, muss das Signal, das zur Membran gelangt, vorentzerrt werden. Mit diesem speziell für den HPEL aufbereiteten Signal soll der Schallwandler des M1 dann verzerrungsfrei, aber keineswegs linear arbeiten: Sonoma orientiert sich beim Frequenzgang anders als etwa Skylar Gray bei der Abstimmung von Audioquests außergewöhnlichem Nighthawk an der „kopfbezogenen Übertragungsfunktion“. Bei der Frage „Frei- oder Diffusfeld?“ tendieren die Entwickler des M1 zu letzterem und entschieden sich für einen „modifizierten Pseudo-Diffusfeld-Frequenzgang“ – und den realisiert ebenso wie die wegen der unsymmetrischen Bauweise notwendigen Vorentzerrung der XMOS-Mulit-Kern-Prozessor, in dem zeitoptimierte Minimum-Phase-Filter zum Einsatz kommen.

Das niederkapazitive Anschlusskabel mit den hochwertigen Steckverbindern liefert Straight Wire zu
Das niederkapazitive Anschlusskabel mit den hochwertigen Steckverbindern liefert Straight Wire zu

Auch wenn ein DSP fester Bestandteil des Systems ist, treibt man deshalb nicht weniger Aufwand, den HPEL-Schallwandler per se zu optimieren. So wird die Membranfläche von 3570 Quadratmillimetern durch den Abstandshalter aus Formex™ zwischen der Folie und dem Stator in sieben Drei- bis Sechsecke unterschiedlicher Größe gegliedert, um statt einer ausgeprägten Resonanz sieben unterschiedliche, deutlich geringe Resonanzen zu bekommen. Die Formen wurden übrigens in langen Versuchsreihen unter Zuhilfenahme von Finiter-Elemente-Analyse ermittelt. Ein weiterer Vorteil der Laminate-Membran ist es, dass sie sich sehr präzise maschinell und damit gleichmäßig über den Abstandshalter spannen lässt. So soll die maximale Frequenzgangabweichung zwischen zwei HPEL-Schallwandlern ±0,8 Dezibel nicht überschreiten. Die obere Grenzfrequenz wird mit 60 Kilohertz angegeben.


Das Versorgungsteil stellt nicht nur die Polarisierungsspannung und das Musiksignal mit hoher Spannung bereit, sondern beinhaltet auch einen leistungsstarken DSP
Das Versorgungsteil stellt nicht nur die Polarisierungsspannung und das Musiksignal mit hoher Spannung bereit, sondern beinhaltet auch einen leistungsstarken DSP

Die mechanisch sehr stabilen, sogenannten Kassetten aus glasfaserverstärktem Polykarbonat, die die Membran, den Abstandshalter und das Edelstahlgitter beherbergen, werden von Ohrmuscheln aus leichtem Magnesium umgeben, die im Spritzdruckguß-Verfahren gefertigt werden. Aus demselben Material bestehen die Bügel, die über Stahlbänder die Ohrmuscheln mit dem Kopfband aus Nylon verbinden. Wegen der identischen Farbgebung könnte man meinen, das Kopfband, die Bügel und die Ohrmuscheln seien aus ein und demselben Material hergestellt worden. Haptisch wird der Unterschied aber schnell klar: Die Metallteile sind deutlich kühler als das Nylon. Denselben Wert wie auf das gediegene Design legen die Entwickler des M1 auch auf den Tragekomfort: Zum einen wiegt der Kopfhörer dank der überlegten Materialauswahl ohne Kabel gerade mal 303 Gramm, zum anderen verwendet man für die Ohr- und Kopfpolster das Leder von äthiopischen Schafen, das in einem 1826 gegründeten Betrieb in England gegerbt und in Deutschland in Handarbeit vernäht wird. Einziger kleiner Kritikpunkt: Ein bisschen weniger Anpressdruck könnte das Tragen des M1 noch angenehmer machen. In Anbetracht des bei den Polstern betriebenen Aufwands verwundert es nicht mehr, dass die hochwertigen, niederkapazitiven Anschlusskabel mit verpolungssicheren, selbstarretierenden Steckern ebenso wie das beigepackte USB-Kabel vom Kabelspezialisten Straight Wire bezogen wird. So gut das Straight Wire zum Anschluss des Kopfhörers für den Klang auch sein mag, absolut frei von Mikrofonie ist es leider nicht – was man allerdings nur wahrnimmt, wenn man sich während des Musikgenusses lebhaft bewegt.

Der Verstärker des M1 besitzt zwei analoge und zwei digitale Eingänge
Der Verstärker des M1 besitzt zwei analoge und zwei digitale Eingänge

Dem Verstärker- und Versorgungsteil spendierte Sonoma Acoustics ein sehr solides, fein verarbeitetes Aluminium-Gehäuse, in dessen Deckel vor beachtlicher Dicke sehr interessant gestaltete Kühlschlitze eingefräst wurden, die formal mit den Gittern der Abdeckungen der Ohrmuscheln des Kopfhörers korrespondieren. Dazu kommen dann für den Verstärker und den Kopfhörer noch Verpackungen, wie sie ansonsten eher bei Luxus-Uhren Verwendung finden. Über die sehr ästhetische und hochwertige Präsentation der Geräte kann man sich vor allem deshalb ungetrübt freuen, weil sich die technischen Lösung beim M1 mindestens auf demselben hohen Niveau bewegen. So sind etwa die analogen Eingänge des Verstärkers nicht lediglich der Vollständigkeit halber integriert worden: Bei der Wandlung kommen mehrkanalige Premium-AKM-Wandler mit einer Abtastrate von 384 Kilohertz bei 32 Bit zum Einsatz, deren Fremdspannungsabstand oberhalb von 120 Dezibel liegen soll. Der bereits erwähnte XMOS-Prozessor arbeitet mit einer Bit-Tiefe von 64, und für die abschließende D/A-Wandlung setzt Sonoma Acoustics auf einen der bewährten mehrkanaligen ESS-Sabre-Referenz-DACs pro Kanal, die im Mono-Betrieb einen Fremdspannungsabstand von 129 Dezibel erreichen. Die Taktung übernimmt ein Oszillator von Crystek mit einer maximalen Abweichung von 83 Femtosekunden, die Verteilung und Reduzierung der Taktrate ein Chip von Texas Instruments.

Analoge Signale werden von AKM-Wandlern digitalisiert, im DSP bearbeitet und abschließend von ESS-Sabre-DACs gewandelt
Analoge Signale werden von AKM-Wandlern digitalisiert, im DSP bearbeitet und abschließend von ESS-Sabre-DACs gewandelt


Sie sehen schon, Sonoma Acoustics und Warwick Audio Technologies sind erkennbar stolz auf ihr Produkt – wie ich finde, völlig zurecht – und entsprechend auskunftsfreudig. Ich lasse es hier mit technischen Details aber gut sein und verbinde den USB-Ausgang des Aries Femto mit dem entsprechenden Eingang des M1. Zum Vergleich steht ein Mytek Brooklyn DAC+ bereit, dessen symmetrische Signale ein Bryston BHA-1 für den Audeze LCD-X aufbereitet. Aber diese beiden Kombinationen klingen so unterschiedlich, dass sich ein längerer Vergleich erübrigt: Der Audeze und Co. spielen ungemein vollmundig, ja beinahe schon fett, lassen auch schlechter aufgenommene Scheiben noch nett wirken und verwöhnen mit einem satten Tieftonbereich, den ich bei Lautsprechern wohl schon für eine Spur übertrieben halten oder der Interaktion mit dem Raum anlasten würde. Da beim Kopfhörer aber prinzipbedingt jegliche körperliche Wahrnehmung des Tieftonbereichs fehlt, kann ich mit der doch leicht euphonischen Abstimmung des LCD-X sehr gut leben.

Ein hochwertiges USB-Kabel von Straight Wire gehört zum Lieferumfang
Ein hochwertiges USB-Kabel von Straight Wire gehört zum Lieferumfang

Der M1 macht aber schnell klar, dass auch ein vielfarbiges, bestens konturiertes Bassfundament seine Reize hat: Hier kann man den Melodien leichter folgen und etwa auch technische Feinheiten im Spiel eines Bassisten klarer wahrnehmen. Der Sonoma erlaubt sich keinerlei Eigenheiten, erweist sich als Diener der Musik und drückt ihr nicht seinen charakteristischen Stempel auf. Ich hätte mir allerdings nicht träumen lassen, dass eine derart neutrale Herangehensweise an die Musik emotional so ansprechend sein kein. Die unverfärbte Natürlichkeit des M1 hat keinesfalls Langeweile zur Folge: Erst freut man sich bei ihm selbst bei extrem oft gehörten Scheiben über neuentdeckte Details, aber schon nach kurzer Zeit denkt man über solche Nichtigkeiten und die Eigenschaften der beteiligten Komponenten überhaupt nicht mehr nach. Man genießt einfach die Musik.

Hochspannungserzeugung, Verstärkung des Musiksignals, A/D- und D/A-Wandlung und Signal-Processing auf engstem Raum
Hochspannungserzeugung, Verstärkung des Musiksignals, A/D- und D/A-Wandlung und Signal-Processing auf engstem Raum

Während der ersten halben Stunde mit dem M1 und besonders nach dem Wechsel vom Audeze hätte ich ersteren noch als unbestechliches Werkzeug und letzteren als Genussmittel tituliert. Davon bin ich nach ein, zwei Stunden mit dem Sonoma aber weit entfernt: Jede weitere Viertelstunde unter dem M1 überzeugt mich mehr davon, dass es für höchsten Musikgenuss nicht einer kleinen, netten, euphonischen Färbung bedarf. Gerade deren Fehlen bringt intensive Klangfarben hervorragend zur Geltung. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, Eberhard Webers „Concerto For Bass“ vom Album Endless Days je so differenziert und spannend gehört zu haben. Die vielschichtige Aufnahme des Quintetts offenbart eine Fülle klanglicher Facetten. Allein die Plastizität der wirklich nicht übermäßig präsent abgemischten Bass-Drum ist eine Freude. Der M1 macht es leicht, sich in musikalisch-klanglichen Details zu verlieren – besonders, wenn die Bewertung seines Klangs gefordert ist. Vergisst man aber nur kurz seinen Auftrag, steht die Musik wieder im Vordergrund.


Die Hochspannungserzeugung im Detail
Die Hochspannungserzeugung im Detail

Eberhard Webers Album habe ich natürlich ausgewählt um zu überprüfen, ob mir nach den lange genossenen, fast fühlbaren Bass-Wonnen des Audeze bei den leichten Membranen des M1 etwas fehlt. Das war weder bei Endless Days der Fall noch beim Bass-Solo von Bela Flecks „Flight Of The Cosmic Hippo“. Selbst für mich, der ich ja eine gewisse (Kontra-)Bass-Affinität nicht leugnen kann und mich auch nicht zu den ausgewiesenen Leise-Hörern zähle, reichen die Tiefton- und Pegel-Fähigkeiten des M1 völlig aus. Und das gilt auch, wenn gerade mal kein Jazz auf dem Programm steht: Ralf Koschnickes immer wieder beeindruckende Aufnahme von Mahlers Symphonie Nr. 6 präsentiert der M1 feinstens durchgezeichnet und mit dem nötigen Druck bei den Pauken. Selten hat mich der erste Satz auch rhythmisch derart angesprochen wie über den Sonoma Acoustics: ein Erlebnis. Zum Schluss probiere ich es noch einmal mit einer packenden, aber unter audiophilen Gesichtspunkten eher trivialen Pop-Produktion, die schon mal ein wenig ins Schrille kippt, wenn hochauflösende, eher hell timbrierte Komponenten den Klang einer Kette mitprägen: Vaya Con Dios' Night Owls. Auch hier erweist sich die hohe Auflösung und Neutralität des M1 als Gewinn. Trotz recht kräftigen Pegels nervt bei der eher mittelmäßigen Produktion nicht das geringste. Und trotzdem verschweigt der M1 nicht, dass an einigen wenigen Stellen ein De-Esser wünschenswert gewesen wäre und der Orgel in „What's A Woman“ etwas mehr Körper gutgetan hätte. Sie merken schon, ich habe nicht nur den Titelsong des Albums gehört. Das liegt vor allem daran, dass der M1 den Groove der Songs besonders intensiv rüberbringt. Eine Folge der geringen Membran-Masse? Egal, der M1 macht einfach Spaß – und das auch noch nach Stunden!

Der M1 wird von einem externen Schaltnetzteil versorgt, im Verstärkergehäuse gibt es dann analoge Spannungsregler
Der M1 wird von einem externen Schaltnetzteil versorgt, im Verstärkergehäuse gibt es dann analoge Spannungsregler

STATEMENT

Schon in den ersten Minuten mit dem M1 stand für mich fest, dass ich nie zuvor so entspannt und völlig frei von Ermüdungserscheinungen so viele Feininformationen gehört hatte. Nach eine paar Stunden erschloss sich, dass Neutralität und eine emotional sehr ansprechende Wiedergabe kein Widerspruch sein müssen. Und nach Tagen möchte ich auf die rhythmische Finesse des M1 nicht mehr verzichten. Sonoma Acoustics' M1 ist technisch ebenso einmalig wie klanglich. Ein neuer Stern am Kopfhörer-Himmel!
Gehört mit
NAS Melco N1ZH/2, WDMyCloud
Streaming Bridge Auralic Aries Femto mit SBooster BOTW P&P Eco
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE, Mytek Brooklyn DAC+
LAN-Switch Aqvox AQ-SWITCH-SE, Telegärtner (Japan) M12 Switch Gold
Vorverstärker Einstein The Preamp
Endstufe Eintein The Poweramp
Kopfhörer-Verstärker Bryston BHA-1
Lautsprecher Kaiser Acoustics Kawero! Classic
Kopfhörer Audeze LCD-X
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, Swisscables Reference Plus, Goebel High End Lacorde, Habst Ultra III, Audioquest Diamond und Carbon, Cardas Audio Clear Network, Transparent Cables
Zubehör PS Audio Power Regenerator P5, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Harmonix Real Focus, Room Tuning Disks, Tuning Tips und TU-666M, Audio Exklusiv Silentplugs
Herstellerangaben
Sonoma Acoustics M1
Kopfhörer  
Bauweise offen, ohrumschließend
Wandler HPEL, elektrostatisch, mit nur einem Stator
Effektive Membranfläche 3570mm2
Frequenzgang 10Hz - 60kHz
Ausgangspegel entspricht EN 60065/A12:2011 (EN50332) bei Betrieb mit dem M1 (alle Eingänge)
Ohr- und Kopfpolster sehr hochwertiges „Cabretta“ Schafsleder
Anschluss vier-polige, verpolungssichere, selbst-verriegelnde Steckerverbinder für den rechten und linken Kanal
Anschlusskabel ultra niederkapazitiv, silberbeschichtetes OFHC-Kupfer, mit PE-Schaum-Isolierung, Kevlar verstärkt, 2m lang
Gewicht 303g

Verstärker
 
USB-Eingang USB 2.0, type B; akzeptiert digitale Audio-Formate bis 32-bit/384 kHz PCM und DSD64/DSD128 über DoP
Digitaler Koax-Eingang S/PDIF; akzeptiert digitale Audio-Formate bis 24-bit/192 kHz PCM
Analog-Eingang (hoher Pegel) Cinch, 2,1V (rms)
Analog-Eingang (niedriger Pegel) 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, 850mV (rms)
D/A-Wandler Doppelmono, 32-bit/384kHz-DACs mit symmetrischem Ausgang
A/D-Wandler 32-bit/384kHz-Mehrkanal-ADC mit symmetrischem Eingangs-Buffer
Digitaler Signal-Prozessor 64-bit fixed-point processing
Verstärker, Versorgungsteil diskreter Aufbau mit FETs, unsymmetrisch, Class-A-Ausgang mit hohem Ruhestrom
Rauschen und Verzerrungen < 0,05%
Bandbreite > 65 kHz
Gehäuse CNC-bearbeitetes 6063 Aluminum
Netzteil 24 Volt DC, 60 VA, Class-B-entsprechendes Schaltnetzteil mit fester Frequenz (extern), voll isolierte, extrem geräuscharme Stabilisierung (intern)
Netzspannung 90-264 Volt AC, 50-60 Hz; IEC-60320 C14, Netzkabel mit Schutzleiter, 1,5m lang
Abmessungen (H/B/T) 57/190/290mm
Gewicht 2,54kg
Preis 5700 Euro

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

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Die Entwickler bei AudioQuest sind Tüftler – wenn Sie die Möglichkeit haben, ein Kabel zu verbessern oder dem Kunden ein besseres Produkt anzubieten, dann tun sie das. Hier erklären, wie die neue Rocket-Serie entstand.

Vor fast 20 Jahren stellten wir die ersten Modelle der Lautsprecherkabel-Serie Flat Rock vor: Slate, Bedrock, Granite und Gibraltar. In den nächsten beiden Jahrzehnten erfuhren diese Modelle viele Verbesserungen und bekamen schließlich neue Modellnamen, um diese Verbesserungen auch im Namen festzuschreiben.

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Im Laufe der Zeit wurden wir von Händlern gebeten, die Wertigkeit und die Leistungsfähigkeit der Kabel, die sowohl für den Full-Range-Einsatz als auch für Bi-Wiring mit einem Kabel optimiert waren, einem größeren Publikum näherzubringen. Also entwickelte AudioQuest eine Serie mit ähnlichem Konzept, allerdings kleiner und preiswerter – und verwendete dafür intern den Namen „Rockettes“ als Verkleinerungsform für „Rocks“. Daraus entwickelte sich für die Serie der Name Rocket; das Topmodell Rocket 88 erhielt seinen Namen einem sehr berühmten Oldsmobile zu Ehren.

Einige Zeit danach erfuhr AQ über den Händler-Dschungelfunk, dass es Bedarf an Lautsprecherkabeln gab, die ebenso praktisch sowohl für Full-Range als auch für Bi-Wiring mit einem Kabel verwendbar sein sollten, allerdings zu noch niedrigeren Preisen – und sie sollten für Kunden, Händler oder Installer einfach selbst zu konfektionieren sein.

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Rocket 11 und 22 für Full-Range zu konfektionieren ist einfach – es muss kein Geflecht entfernt und neu zugerichtet werde, es gibt keine Breakouts, keine „Beine“ oder „Hosen“.

Entfernen Sie die PVC-Ummantelung und die innere Isolierung, fügen Sie die zwei roten Leiter zusammen, fügen sie die zwei schwarzen Leiter zusammen, stecken Sie sie in die Anschlüsse des Verstärkers und der Lautsprecher und spielen Sie Musik ab. Oder, noch besser, installieren Sie an den abisolierten Drahtenden Bananenstecker oder Kabelschuhe der AQ-SureGrip-100-Serie oder der -300-Serie.

Die Kabel Rocket 11 und 22 für Bi-Wiring vorzubereiten ist genauso einfach wie für Full-Range – am „Verstärker-Ende“ fügen Sie wie für Full-Range (siehe oben) die zwei roten Leiter zusammen, ebenso die zwei schwarzen. Am „Lautsprecher-Ende“ verwenden Sie einen roten Leiter für das Höhen-Plus, einen schwarzen Leiter für das Höhen-Minus, einen roten Leiter für das Bass-Plus und einen schwarzen Leiter für das Bass-Minus.

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Sofern der Lautsprecher dazu in der Lage ist, bringt die Nutzung von Bi-Wiring erheblichen Gewinn. Die Weiche eines Lautsprechers enthält ein Hochpassfilter, das Energie zum Tweeter oder Mitteltöner plus Tweeter sendet, und ein Lowpass-Filter, das Energie an den Woofer sendet: Ein bi-wiring-fähiger Lautsprecher erlaubt von außen den separaten Zugang zu den unterschiedlichen Filternetzwerken.

Der große Klangvorteil von Bi-Wiring resultiert daraus, dass die großen Magnetfelder des Basssignals die Höhenkabel nicht beeinflussen. Das ist so ähnlich, als würde man die Wellen (den Bass) aus dem Wasser entfernen, während man selbst (die Höhen) versucht, darin zu schwimmen. Das Bi-Wiring bringt keine spezielle Bass-Unterstützung; trotzdem klingt es so, weil die Bass-Obertöne und die Höhen deutlich weniger verzerrt werden.

Einer der häufigsten Gründe, warum Musikliebhaber diese deutlich hörbare Verbesserung nicht nutzen, sind die Kosten für die doppelte Menge an Kabeln – allerdings bringt Bi-Wiring mit dem gleichen oder einem geringeren Geldbetrag besseren Klang, sofern die Kabel einen vernünftigen Aufbau haben. Der Punkt ist nicht, wie viel Geld man ausgibt, sondern wie man den besten Klang für denselben Betrag bekommt – auch wenn Vertrauen in die Wertigkeit zu höherwertigen Verkäufen führt.

Im Rocket 11 und Rocket 22 finden sich das erste Mal Semi-Solid-True-Concentric Leiter. AQ weist schon seit Jahren auf die immensen Vorteile von konzentrisch angeordneten Leitern hin. Neben der Verwendung des höherwertigen langkristallinen Kupfers, das in den Kabeln G2, X2, Q2 und in den SLiP-Kabeln zum Einsatz kommt, und der Kontrolle der Laufrichtung ist die konzentrische Anordnung der Litzen der Hauptgrund dafür, dass die Kabel gegenüber scheinbar ähnlichen Kabeln so deutlich überlegen klingen.

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„True-Concentric“ ist der Begriff für einen Industriestandard, der beschreibt, wenn die in einem konzentrisch aufgebauten Leiter spiralförmig angeordneten Lagen von Litzen in jeder Lage gegenläufig verlaufen. Dadurch werden linienförmige Kontaktstellen zwischen den einzelnen Lagen vermieden, und an den verbleibenden Kontaktpunkten besteht erhöhter Kontaktdruck. Nachteile sind wesentlich höhere Maschinenlaufzeiten und höhere Kosten – der Vorteil ist hörbar besserer Klang.

Im Rocket 11 setzt AudioQuest seit Langem das bewährte langkristalline Kupfer (Long-Grain Copper, LGC) ein, während die etwas größeren Leiter im Rocket 22 einen höchst effektiven Mix aus LGC und Perfect-Surface-Copper (PSC) aufweisen.

Wegen des Skin-Effekts entspricht der Klangcharakter eines konzentrisch aufgebauten Leiters fast komplett dem Charakter des in der äußersten Lage eingesetzten Metalls. Der True-Concentric-Aufbau unterstützt diesen nützlichen Effekt, indem die einzelnen Lagen noch deutlicher voneinander getrennt werden.

Vertrieb
AudioQuest BV
Anschrift Hoge Bergen 10
4704RH Roosendaal
Niederlande
Telefon 0800 181 5284 (kostenlos)
E-Mail rdrees@audioquest.nl
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Dienstag, 19 Juni 2018 00:48

BLOCKAUDIO Shelf Block

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Vor kurzem wurden die neuen BLOCKAUDIO Shelf Block Lautsprecher noch auf der High End in München vorgestellt. Von dort fanden sie ihren Weg direkt in meinen Hörraum.

Die High End in München endete erst wenige Stunden vorher und schon brachte das BLOCKAUDIO-Team, Jiri Nemec und Daniel Oudes, ihre neueste Schöpfung zu mir nach Hause. BLOCKAUDIO kennen unsere Leser bisher vor allem durch deren sensationelle Vor-Endstufenkombination, die Dirk Sommer im Vorjahr sicher zurecht als Verstärker-Entdeckung des Jahres feierte. Bei diesen Geräten wurde ein kolossaler Aufwand betrieben, und die jeweils 90 Kilogramm schweren Monoblöcke leisten 200 Watt im reinen Class-A Betrieb. Wer nun bei Lautsprechern von BLOCKAUDIO erwartet hätte, dass diese wohl das halbe Wohnzimmer ausfüllen, ist auf jeden Fall überrascht, dass die tschechische Firma einen Kompaktlautsprecher auf den Markt bringt. Ich fragte Jiri Nemec, warum man diesen Lautsprecher gebaut hat. Er meinte, wir lieben kleine Boxen mit großem Klang in den Disziplinen Räumlichkeit, Ehrlichkeit, Dynamik und Timing.

Der Shelf Block wurde über Jahre entwickelt und verfeinert. Laut Hersteller kommen einige innovative Technologien zu Einsatz, die hier ihr Debut erleben. Damit ist vor allem das Gehäusekonzept gemeint. BLOCKAUDIO sieht diese Lautsprecher als absolutes State-of-the-Art Produkt an.

Kaum zu glauben, dass dieser edle Kompaktlautsprecher insgesamt 77 Kilogramm auf die Waage bringt. Trotz des hohen Gewichts macht er eine überaus gute Figur
Kaum zu glauben, dass dieser edle Kompaktlautsprecher insgesamt 77 Kilogramm auf die Waage bringt. Trotz des hohen Gewichts macht er eine überaus gute Figur

Tatsächlich ist der BLOCKAUDIO Shelf Block ein Wolf im Schafspelz, vergleichbar mit der Situation, in der ein Porsche Turbo auf der Autobahn bei Tempo 300 von einem vermeintlich viel langsameren, aber getunten VW Golf zum Verlassen der Überholspur aufgefordert wird. Der Shelf Block ist Understatement in Reinkultur, aber wenn man genau hinsieht, erkennt man natürlich schon den außerordentlichen Aufwand, der hier betrieben wurde. Spätestens wenn man diese Kompaktlautsprecher ins Wohnzimmer trägt wird klar, dass hier wohl viele inneren Werte eine Rolle spielen müssen. Nicht weniger als 77 Kilogramm wiegt der Shelf Block, wobei der Standfuß alleine schon 48 Kilogramm auf die Waage bringt. Hätten Sie das gedacht, wenn sie die Bilder betrachten? Ich denke, wohl kaum.

Der Boxenständer namens Stand-Block hat jeweils oben und unten verstellbare Füße nach dem gleichen System, wie es auch in der BLOCKAUDIO Vor-Endstufen Kombination verwendet wird. Oben ist noch ein „Sandwich“ mit drei Gummidämpfern. Das Standbein ist mit Sand gefüllt, was zumindest einen Teil des Gewichts erklärt. Ich hatte schon etliche Lautsprecherständer bei mir zu Hause, aber nicht einen, der dermaßen aufwändig gebaut ist und so bombenfest im Hörraum stand wie dieser.


Der customized Tief-Mitteltöner stammt aus der Top-Serie von Morel. Die steife Composite-Sandwichmembran besteht aus Kohlefasergewebe und dem Hartschaum Rohacell
Der customized Tief-Mitteltöner stammt aus der Top-Serie von Morel. Die steife Composite-Sandwichmembran besteht aus Kohlefasergewebe und dem Hartschaum Rohacell

Genauso konsequent wie die Boxenständer sind auch die Bassreflex-Zwei-Wege-Lautsprecher selbst konzipiert. Das fängt beim Gehäuse an, das aus einem speziellen Verbundwerkstoff mit sehr hoher Dichte und damit hoher Dämpfung gefertigt ist und wie Beton anmutet. Die Bauweise beschreibt Entwickler Daniel Oudes als sandwichartig. Extrem massiv ist auch die 40 Millimeter starke Frontplatte: Sie wird aus einem gegossenen Aluminium-Block geschnitten und weiterverarbeitet. Die Aluminium-Legierung besitzt einen sehr hohen Magnesium-Gehalt. Dabei zeichnen sich die Aluguss-Fertigungstechnologie und die Legierung durch minimale Eigenspannung und hohe innere Dämpfung aus.

Für eine phasenkohärente Wiedergabe im Trennfrequenzbereich ist der Hochtöner dabei gegenüber dem Tief-Mitteltöner etwas nach hinten versetzt und somit kommt sein Klang minimal verzögert beim Hörer an. Diese Verzögerung soll das etwas langsamere Ansprechen der schwereren Membran der Tief-Mitteltöner nahezu kompensieren.

BLOCKAUDIO verwendet nur die allerbesten Morel-Lautsprecher aus Israel, die jedoch speziell für die tschechische Firma maßgeschneidert werden. Im Hochtonbereich kommt hierbei ein 28-Millimeter-Gewebekalotten-Hochtöner mit einem handbeschichteten Soft-Dome zum Einsatz. Für das leicht nach hinten versetzte Hochtonchassis wurde in die Gehäusefront ein Waveguide integriert. Der Morel-Tief-Mitteltöner mit einem Durchmesser von 160 Millimeter besitzt eine äußerst steife Composite-Sandwichmembran aus Kohlefasergewebe und dem Hartschaum Rohacell. Bemerkenswert ist, dass von außen keinerlei Schrauben für die Befestigung der Chassis sichtbar sind.

Der ins Gehäuse integrierte Waveguide für den 28-Millimeter-Morel-Gewebekalotten-Hochtöner zur besseren Ankoppelung an den Tief-Mitteltöner
Der ins Gehäuse integrierte Waveguide für den 28-Millimeter-Morel-Gewebekalotten-Hochtöner zur besseren Ankoppelung an den Tief-Mitteltöner


Bei BLOCKAUDIO finden nur allerbeste Materialien den Weg in die Serienfertigung. Da ist es kein Wunder, dass für die Frequenzweiche nur streng selektierte Kondensatoren und Luftspulen aus der Top-Serie des dänischen Jantzen-Audio-Programms verwendet werden. Dabei befinden sich die nicht induktiven Widerstände zur Kühlung in einem TO-247 Gehäuse. Da die ganze Frequenzweiche komplett vergossen ist, gibt es hier leider keine Bilder zu sehen. Bei der Innenverkabelung entschied sich BLOCKAUDIO für besonders leitfähiges Silver-Solid-Core mit Dupont-Teflon-Isolierung. Natürlich hat man auch bei den Anschlussterminals nicht auf den Rat des Controllers gehört und setzt die Top-Line von Furutech mit Rhodium-Beschichtung ein. Der Materialeinsatz entspricht also hundertprozentig dem Firmenmotto: crafted without compromise.

Das Innenleben der 40mm starken Frontplatte, die aus einem gegossenen Aluminium-Block mit starkem Magnesium-Gehalt stammt. Jetzt wird auch klar, warum von außen keinerlei Schrauben bei den Chassis zu sehen sind
Das Innenleben der 40mm starken Frontplatte, die aus einem gegossenen Aluminium-Block mit starkem Magnesium-Gehalt stammt. Jetzt wird auch klar, warum von außen keinerlei Schrauben bei den Chassis zu sehen sind

Da der Wirkungsgrad der kompakten Shelf Block Lautsprecher mit 87 Dezibel nicht besonders hoch ist, sollte man schon einen eher kräftigeren Verstärker verwenden, um das Klangpotenzial dieser Kompaktlautsprecher voll auszunutzen. Es müssen aber nicht gleich die großen BLOCKAUDIO-Monos sein, obwohl diese natürlich ein leichtes Spiel hätten.

Das ist kein Dämmmaterial, sondern die Struktur des Innengehäuses, die aus einzelnen Schichten besteht. Die versetzten Zacken dienen dazu, Reflexionen und stehende Wellen zu reduzieren, die bei gerade Flächen auftreten würden
Das ist kein Dämmmaterial, sondern die Struktur des Innengehäuses, die aus einzelnen Schichten besteht. Die versetzten Zacken dienen dazu, Reflexionen und stehende Wellen zu reduzieren, die bei gerade Flächen auftreten würden

Da die BLOCKAUDIO-Lautsprecher bereits eingespielt waren, konnte ich zügig mit dem Hörtest beginnen. Ich wusste zwar, dass die tschechische Firma Topprodukte herstellt, aber ich muss auch gestehen, dass ich trotzdem eine gewisse Skepsis hegte, was aus diesen Kompaktlautsprechern tatsächlich herauszuholen ist. Eines kann ich jetzt schon sagen: Hätte ich nur mit verbundenen Augen gehört und nicht gewusst, welcher Lautsprecher spielt, dann hätte ich wohl auf einen großen Standlautsprecher getippt.


Vor den Hörtests wurde mit BLOCKADIO-Wattestäbchen noch ein Finetuning an den Ohren des Autors durchgeführt…
Vor den Hörtests wurde mit BLOCKADIO-Wattestäbchen noch ein Finetuning an den Ohren des Autors durchgeführt…

Als erstes führte ich mir Keri Nobles „Last Morning“ zu Gemüte. Ihre Stimme hatte den nötigen Schmelz und auch das Ausklingen des Klaviers war ein Genuss. In diesem Stück gibt es einige sehr kritische Passagen speziell im Mitteltonbereich, den ich selten so sauber gehört habe wie mit den Shelf blocks.

Aufwändige Konstruktion des Standfußes für die Höhenjustierung der Shelf Block Lautsprecher
Aufwändige Konstruktion des Standfußes für die Höhenjustierung der Shelf Block Lautsprecher

Bei „Pink Panther“ von Ian Melrose aus dem Album A Shot In The Dark beeindruckt die Körperhaftigkeit, mit der die Gitarren wiedergegeben werden. Man hat das Gefühl, live dabei zu sein und keine Konserve vorgesetzt zu bekommen. Auch tiefe Gitarrentöne kommen glaubhaft und realistisch rüber. Räumlich ist alles klar strukturiert und hat seinen festen Platz. Zur Beurteilung tiefster Lagen verwende ich gerne „Flight of the Cosmic Hippo“ aus dem gleichnamigen Album von Bella Fleck and the Fleckstones und bin erstaunt, welchen Tiefbass die BLOCKAUDIO Lautsprecher produzieren. Natürlich gehen meine Wilson Audio Maxx noch etwas tiefer, aber der Spaßfaktor ist hier dennoch sehr groß. Das liegt auch daran, dass die Shelf Block Lautsprecher in der Lage sind, vielerlei differenzierte Grautöne und nicht nur tiefes Schwarz wiederzugeben.

Der Standfestigkeit des Standfußes würde wohl auch ein mittleres Erdbeben nichts anhaben. Die extrem saubere Verarbeitung sucht seinesgleichen
Der Standfestigkeit des Standfußes würde wohl auch ein mittleres Erdbeben nichts anhaben. Die extrem saubere Verarbeitung sucht seinesgleichen


Ich wechsle zu den spanischen Tenören von Il Divo zu den Tönen von „Regresa a Mi“ aus dem Album Il Divo. Neben der supersauberen Mittel- und Hochtonwiedergabe der Stimmen gefällt hier auch die unheimliche Präzision und Räumlichkeit. Bei mittelmäßigen Lautsprechern kann es hier schon mal nervig werden, oder die Stimmen können räumlich flach erscheinen. Davon kann hier keine Rede sein: Die BLOCKAUDIO-Lautsprecher zeigen, dass sie einen klaren Blick für das Ganze haben und dennoch keine Details unterschlagen.

Noch eine Lage höher singt die irische Sängerin Cara mit „Poisened Peas“ auf In Between Times. Diese keltische Musik bringt die Shelf Block erfrischend klar akzentuiert und ohne jegliche Schärfe. Wenn es darauf ankommt, können die BLOCKAUDIO-Lautsprecher aber auch ganz viel Wärme rüberbringen. Die Stimme von Nils Landgren bei „Nightlife“ aus dem Album Best Of Nachtcafe erzeugt eine herrliche Blues-Atmosphäre und das perlende Klavier vermittelt einem auch bei geschlossenen Augen das Gefühl, mitten im Konzert zu sein.

Die Rückseite des Shelf Block mit der oben platzierten Bassreflex-Austrittsöffnung
Die Rückseite des Shelf Block mit der oben platzierten Bassreflex-Austrittsöffnung

Um viel Gefühl geht es auch bei „Rex Noster“ von Hildegard von Bingen aus dem Album Inspiration – Lieder Und Visionen. Das Frauenensemble VocaME unter der Leitung von Michael Popp singt überlieferte Melodien aus dem Hochmittelalter. Bei dieser sehr guten Aufnahme zieht die Shelf Block alle Register: Die ansatzlose Wiedergabe höchster Frauenstimmen und tiefe Räumlichkeit verbunden mit einer enormen Dynamik lassen das High-End-Herz höher schlagen. Nicht erst hier zeigt der kompakte BLOCKAUDIO-Lautsprecher, dass er beim Klang ein ganz großer ist.

Seine große Spielfreude und Klangfarbentreue darf er bei Johann Sebastian Bachs „Violin Concerto Nr. 2 in E Major, BWV: 1. Allegro“ in der Fassung von Daniel Lazokovich mit dem Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks beweisen. In der Hires-Version von Qobuz strahlen die Violinen und die Stradivari von Ausnahmetalent Lazokovich nur so um die Wette. Aber auch Präzision und Analytik kommen hier nicht zu kurz.


Die Lautsprecher-Terminals kommen aus der Top-Serie von Furutech und besitzen rhodinierte Kontakte
Die Lautsprecher-Terminals kommen aus der Top-Serie von Furutech und besitzen rhodinierte Kontakte

Zum Schluss gönne ich mir noch eine weitere Hires-Aufnahme von Qobuz, diesmal Diane Kralls „We just couldn’t say goodbye“ aus dem Album Glad Rag Doll. Der Titel hat durchaus Symbolcharakter, denn leicht fällt mir der Abschied von den BLOCKAUDIO-Shelf-Block-Lautsprechern keinesfalls. Die jazzige Stimme von Diane Krall weckt meine Begeisterung und erfüllt den Hörraum mit gehörigem Leben.

Ein bekanntes Nachrichtenmagazin warb oft mit Fakten, Fakten, Fakten und immer an die Leser denken. Bei der Shelf Block müsste es eher heißen: Präzision, Präzision, Präzision und immer an die Hörer denken. Mit der überaus exakten Wiedergabe schafft es dieser Lautsprecher, Emotionen zu wecken – und weit mehr als das. Dieser Kompaktlautsprecher wird alle Audiophilen begeistern, deren Hörräume eben nicht so groß sind wie Konzertsäle. Wenn Blockaudio sich doch entschließen sollte, größere Schallwandler zu entwickeln, stelle ich meinen Hörraum liebend gern wieder zur Verfügung! Vielleicht schon nach der nächsten High End?

An Stelle eines Spikes enthalten die höhenverstellbaren Füße eine Stahlkugel, über die die Schwingungen auf eine Fläche von zehn mal zehn Millimetern Widia-Werkzeugstahl abgeleitet werden
An Stelle eines Spikes enthalten die höhenverstellbaren Füße eine Stahlkugel, über die die Schwingungen auf eine Fläche von zehn mal zehn Millimetern Widia-Werkzeugstahl abgeleitet werden

STATEMENT

Kompakt in den Abmessungen – ganz groß im Klang. Die BLOCKAUDIO Shelf Block begeistern mit großer Spielfreude, Authentizität, Dynamik und enormer Präzision.
Gehört mit
Plattenspieler Le Tallec Stad S
Tonarme Clearaudio Souther, Eminent 1
Tonabnehmer Van den Hul Grashopper
Musikserver Aurender N100
D/A Wandler MYTEK Brooklyn DAC+ mit Keces 8 Netzteil, Audiobyte Hydra Z USB Bridge und Hydra ZPM Netzteil
Vorverstärker Grandinote Genesi
Endstufen Grandinote Demone Monos
Lautsprecher Wilson Audio MAXX
Kabel Audioquest, HABST, Swiss Cables, Sun Wire Reference
Zubehör Ictra design Rack PROTO und Endstufenbasen, Sun Leiste
Raumakustik Sonitus Leviter Absorber, Creation Baumann Deltacoustic Vorhangstoff, Deckensegel Ova Selecta Grande, Renz VPR 1 Verbundplattenresonator, Basotect Schaumstoffplatten, Vogl Akustikdesignplatten mit Streulochung
Herstellerangaben
BLOCKAUDIO Shelf Block
Typ Zwei Wege Bassreflex
Wirkungsgrad 87 dB/ 2,8 V 1m
Impedanz 6 Ohm
Belastbarkeit 150 Watt
Bass-/Mitteltöner 160mm
Hochtöner 28mm
Abmessungen (H/B/T) 340/216/400 mm
Gewicht Lautsprecher 29 kg pro Stück
Gewicht Standfuss 48 kg pro Stück
Paarpreis 15.000 Euro
  Testlautsprecher mit Oberfläche aus poliertem Polyester, Klavierlack schwarz
Beliebige Beschichtung und spezielle Kundenwünsche möglich

Hersteller
BLOCKAUDIO s.r.o.
Anschrift Vodární 1179/1A
779 00 Olomouc
Tschechische Republik
Telefon +420 604 514 282
E-Mail ms@blockaudio.com
Web www.blockaudio.com

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Freitag, 15 Juni 2018 06:11

Einstein The Tonearm 12 Zoll

geschrieben von

Einsteins The Tonearm gibt es ganz klassisch in den Längen von neun und zwölf Zoll. Die kurze Version hat seit über einem Jahr fast ununterbrochen die nahe Position auf meinem LaGrange behauptet und muss sich nun am Zwölf-Zöller messen: Bedeutet mehr Länge auch mehr Wohlklang?

Falls Sie sich an die Vorstellung von The Tonearm in Hifistatement nicht so recht erinnern können, wird das wahrscheinlich daran liegen, dass er seine Test-Premiere im ersten Teil des Erfahrungsberichts über die komplette große Einstein-Kette feierte: Hier war er nur eine edle Komponente von vielen. Dennoch wurde schell klar, dass er Einsteins Tonabnehmersystem The Pickup zu intensiveren klanglichen Höhenflügen verhilft als die übrigen hervorragenden Tonarme in meinem Fundus: The Pickup war zuvor schon in einigen anderen Headshells montiert und mir sein Klang wohl vertraut. Da war es nicht schwer festzustellen, in welchen Disziplinen es mit The Tonearm noch ein bisschen besser klingt. Nach diesen überaus positiven Erfahrungen beließ ich den von Ortofon für Einstein gefertigten Abtaster im Neun-Zöller und diesen auf meinem Laufwerk. Zum einen, weil mich die – auch optisch – grundsolide Ausführung mit dem massiven Lagerblock noch immer anspricht. Zum anderen ist die Kombination durch eine kleine Vertiefung in der Oberseite des Lagerblocks auch ungemein praktisch: Dank derer lässt sich mit einer der üblichen Einstelllehren der Abstand zum Tellermittelpunkt exakt bestimmen. Wenn einmal – etwa für die Produktion der Files für Hifistatements Klangbibliothek – kurzeitig ein anderer Tonarm auf dem LaGrange Platz finden muss, lässt sich Einsteins The Tonearm anschließend innerhalb von Minuten wieder exakt an der richtigen Position montieren – am leichtesten geht das, wenn man vor der Demontage die Lehre auf die Position des Arm auf dem Laufwerk eingestellt hat.

The Tonearm wirkt trotz aller Solidität elegant und harmoniert auch optisch hervorragend mit dem LaGrange. Allerdings kann mit dieser Standard-Basis nicht der nötige Abstand zum Tellermittelpunkt eingestellt werden. Da bedarf es einer Sonderanfertigung
The Tonearm wirkt trotz aller Solidität elegant und harmoniert auch optisch hervorragend mit dem LaGrange. Allerdings kann mit dieser Standard-Basis nicht der nötige Abstand zum Tellermittelpunkt eingestellt werden. Da bedarf es einer Sonderanfertigung

Ich verfüge also inzwischen in puncto Klang und Handling über eine Menge Erfahrung mit Einsteins Arm/System-Kombination. Was allerdings Informationen über die Konstruktion des Arms anbelangt, bin ich auch heute noch auf demselben Stand wie zu der Zeit, als ich über die Kette schrieb. Also hier – auch auf die Gefahr hin, dass die Leser des Berichts über die Einstein-Komplett-Anlage dies als Doublette empfinden könnten – noch einmal die bekannten Fakten über The Tonearm: Er wird in Japan von Ishiama san gefertigt. Der ausgewiesene Spezialist baut und baute auch die Arme für Ikeda und Fidelity Research. Das augenfälligste Unterscheidungsmerkmal zwischen The Tonearm und den beiden – oder wenn die man die unterschiedlich langen Version mit einrechnet: vier – Klassikern ist das gerade Rohr des Einstein-Arms. Das besteht – auf den erst Blick – ganz traditionell aus Edelstahl. Einstein-Chef Volker Bohlmeier, der übrigens den Neun-Zöller wegen seiner Spielfreude und Lebendigkeit favorisiert, auch wenn er der Zwölf-Zoll-Version eine tolle Souveränität bescheinigt, berichtete, dass man bei der Entwicklung mit Stahl-, Aluminium- und Carbon-Rohren experimentiert habe, sich aber schließlich für ein Edelstahl-Alu-Sandwich entschieden habe. Die innere Aluminium-Röhre werde vollflächig mit dem äußeren Stahlrohr verklebt, um das Resonanzverhalten des Arms zu optimieren. Besonders beim Rohr für den Zwölf-Zöller sei es wichtig gewesen, jegliche Klingelneigung schon durch die Materialkombination zu minimieren. Sehr viel Aufwand habe man bei The Tonearm auch bei der Lagerung betrieben: Relativ große Kugellager säßen in einem massivem Lagerblock, der für einen ruhigen, also extrem resonanzarmen und präzisen Lauf sorgen solle.

Der massive Lagerblock soll eine hohe Laufruhe garantieren. Die Markierung des Tonarmdrehpunktes erleichtert die Justage
Der massive Lagerblock soll eine hohe Laufruhe garantieren. Die Markierung des Tonarmdrehpunktes erleichtert die Justage

In bester japanischer Tradition besitzt auch der Einstein ein abnehmbares Headshell, an dem sich nach Lösen von zwei Inbusschrauben der Azimut per Hand einstellen lässt, was allerdings nur schwerlich so feinfühlig zu machen sein dürfte, wie es dieser sensible Parameter erfordert. Deutlich mehr Aufmerksamkeit widmeten Volker Bohlmeier und Ishiama san der Befestigung des abnehmbaren Headshells, einer vermeintlichen mechanischen und elektrischen Schwachstelle: Statt des einen üblichen Führungszapfens für die definierte Position des Headshells im Arm kommen hier gleich zwei zum Einsatz. Zudem werden für die Signalübertragung Rhodium-Kontakte verwendet, die in einem speziell für diesen Arm gefertigten Teflon-Zylinder sitzen. Nachdem grob die Höhe des Armes eingestellt wurde, erlaubt die ungemein solide, feinmechanisch faszinierende Basis die Feinjustage des VTAs über einen Hebel – ähnlich wie früher beim Micro Seiki. Die effektive Masse für den Zwölf-Zöller gibt Einstein mit 19 Gramm an: Die Nadelnachgiebigkeit des zu montierenden Tonabnehmers sollte also eher niedrig sein.


Die Kompensation der Skatingkraft erfolgt ganz klassisch per Faden und Gewicht
Die Kompensation der Skatingkraft erfolgt ganz klassisch per Faden und Gewicht

Ich gebe gern zu, dass ich mit dem Gedanken gespielt habe, es mir leicht zu machen und die Basis mit der Armaufnahme für den Neun-Zöller auch für den Zwölfer zu verwenden, was natürlich längere Umbauzeiten erfordert hätte, wenn man die Arme vergleichen will. Erfreulicherweise packt Einstein dem Arm eine Abstandslehre für die Markierung der notwendigen Bohrung oder die Justage einer Basis anhand des Bohrlochs von 34 Millimetern oder der bereits montierten Armaufnahme bei: wirklich praktisch. Mithilfe diese Werkzeugs prüfte ich erst einmal einige nicht genutzte Basen in der entfernteren Armposition des LaGrange auf ihre mögliche Verwendbarkeit. Dabei musste ich feststellen, dass The Tonearm weiter vom Plattentellerdrehpunkt entfernt montiert werden muss, als es eine der üblichen Basen des LaGrange erlaubt. Das Problem ist aber nicht neu, es trat auch schon beim Ortofon-309-Arm auf. Damals konstruierte mir Werner Röschlau, der das Laufwerk für Brinkmann fertigte, eine Basis aus drei exzentrisch angeordneten Scheiben, die die Montage des Ortofon quasi außerhalb der Grundplatte des LaGrange ermöglichte. Für die Verwendung dieser Basis mit The Tonearm benötige ich „nur“ eine speziell gefertigte Scheibe. Was lag also näher, als mal wieder Julian Lorenzi in seinem Maschinenpark im oberpfälzischen Deining zu besuchen, der in der Nachfolge seines Vaters, nein, nicht mehr den LaGrange, sondern die feinen AMG-Laufwerke und Arme (weiter-)entwickelt und fertigt?

Nach dem Lösen der beiden Inbusschrauben lässt sich der Azimut einstellen
Nach dem Lösen der beiden Inbusschrauben lässt sich der Azimut einstellen

Dank der in einigen Stunden individuell für die Montage von The Tonearm hergestellten Scheibe war es dann eine Sache von Minuten, den Arm auf dem LaGrange zu installieren und perfekt auszurichten. Für einen ersten Funktionstest und zum Einspielen der internen Verkabelung schraubte ich zuerst einmal einen meiner beiden aktuellen Lieblingstonabnehmer ins Headshell des Einstein: das Transrotor Tamino. Das von My Sonic Lab für die Laufwerksspezialisten aus Bergisch Gladbach gefertigte System, das Sie sich übrigens in unserer bereits erwähnten Klangbibliothek anhören können, hatte mich schon bei seinem Test begeistert. Auch bei seiner Rückkehr in meinen Hörraum im Paket mit dem SME V und dem Transrotor Massimo hat es nichts von seiner Faszination verloren: Dynamik, Klangfarben, Detailauflösung und vor allem die Raumdarstellung bewegen sich allesamt auf Weltklasse-Niveau.

Die beiden Stift sorgen für die richtige Stellung des Headshells im Tonarmrohr. Die Kontakte sind durch Rhodium gegen Korrosion geschützt
Die beiden Stift sorgen für die richtige Stellung des Headshells im Tonarmrohr. Die Kontakte sind durch Rhodium gegen Korrosion geschützt


In Einsteins The Tonearm bringt das Tamino seine Vorzüge auch sofort zu Geltung. Und diese Kombination bietet sogar noch etwas mehr: Impulse kommen – beispielsweise bei Keith Jarrett und Jack DeJohnettes Ruta And Daitya, ECM 2301021 – völlig ansatzlos aus einem völlig schwarzen Hintergrund. Der Wiedergabe wohnt eine gewisse natürliche Autorität inne, sie fußt auf einem grundsoliden Tieftonfundament. Bei aller Dynamik wirkt nichts auch nur ansatzweise nervös. Arm und System sorgen für einen so hochkarätigen Musikgenuss, dass ich mich langsam zu fragen beginne, warum ich mit in den letzten Jahren so intensiv mit verschiedenen Digitalformaten, LAN-Switches, Netzteilen, Jitterbugs und USB Detoxern beschäftigt habe. Leider ist die Antwort schon bei der Fragestellung klar: Erstens entwickelt sich die Digitaltechnik noch immer rapide und zweitens steht bei Hifistatement nicht mein Spaß an der Musik im Vordergrund. Leider.

Wenn dieser Hebel, der die Aluminiumbuchse arretiert, herausgeschraubt wird, lässt sich mit ihm die Höhe des Tonarms stufenlos verstellen
Wenn dieser Hebel, der die Aluminiumbuchse arretiert, herausgeschraubt wird, lässt sich mit ihm die Höhe des Tonarms stufenlos verstellen

Da sich bei der Beschäftigung mit The Tonearm aber Pflicht und Vergnügen aufs schönste verbinden lassen, greife ich – wohl von Keith Jarretts mit voller Absicht verzerrtem Fender Rhodes animiert – zu einer Demo-Scheibe der Achtziger: Black Orpheus vom Isao Suzuki Trio, Three Blind Mice tbm2563. Da kann ich mich von der traumhaft klingenden Einstein/Transrotor-Kombi mit zwei tiefen Viersaitern verwöhnen lassen, Suzukis hart gespieltem Cello und seinem warm knarzenden Kontrabass. Im Zusammenspiel mit dem Blech des Schlagzeugs und dem angezerrten E-Piano gerät das zu einer Schwelgerei in Klangfarben, bei der die Luftigkeit der Abbildung und die Intensität der Impulse, wenn die Erinnerung nicht trügt, bisher nicht so ausgeprägt zu hören waren. Bei Mussorgskys Bilder Einer Ausstellung in der Interpretation des Chicago Symphony Orchestra unter Fritz Reiner, Reissue der LSC-2201, bezaubern – fast möchte ich sagen: erwartungsgemäß – die Farbigkeit, die Wucht des Schlagwerks und die Stabilität der Abbildung. Ganz besonders gefällt mir aber, dass der Raum noch ein wenig größer wirkt und mehr Luft zwischen den Instrumentengruppen zu sein scheint als gewohnt. Dank des Zwölf-Zöllers und des Tamino gab es nun abends statt der neuesten Jazz-Produktionen via Qobus wieder wohlbekanntes Vinyl zu hören – nicht die schlechteste Auswirkung eines halbfertigen Tests.

Zum Ausbalancieren schwerer Tonabnehmer kann der schwarze Bolzen in die Stange zur Aufnahme des Gegengewichts geschraubt werden
Zum Ausbalancieren schwerer Tonabnehmer kann der schwarze Bolzen in die Stange zur Aufnahme des Gegengewichts geschraubt werden

Kommen wir zur zweiten Hälfte: dem Vergleich zwischen den unterschiedlich langen Einstein-Armen, und zwar mit dem firmeneigenen The Pickup. Dazu habe ich zwei recht gegensätzliche Stücke ausgewählt: „Good Morning School Girl“ von Muddy Waters' Album Folk Singer als Discovery-Reissue und den vierten Satz von Berlioz' Symphonie Fantastique mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Georg Solti als Stereo-Laboratory-Reissue. GXP 9005-6. The Pickup – nicht einmal halb so kostspielig wie das Tamino – im Neun-Zöller strotzt nur so vor Spielfreude und lässt das Orchester vor Kraft vibrieren. Da darf es – bei Berlioz kein Fehler – auch schon mal einen Hauch rauher klingen. „Der Marsch zum Schafott“ weckt jede Menge Emotionen, ja, er geht regelrecht unter die Haut. Nach dieser hochenergetischen Darbietung könnten vier akustische Instrumente und ein Stimme ein wenig fad wirken. Tun sie aber nicht! Dafür besitzt Muddy Waters' vertrauter Song einfach zu viel Drive. Außerdem machen Arm und System klar, wie viel Luft und Durchzeichnung das Remastering dieser alten Aufnahme eingehaucht hat: Auch die Klangfarben von Stimme und Gitarren lassen keine Wünsche offen. Da würde ich wirklich lieber stundenlang weiter hören als den Tonabnehmer umzubauen…


Die Auflagekraft wird bei The Tonearm statisch erzeugt. Die Skala zeigt den Wert verlässlich an
Die Auflagekraft wird bei The Tonearm statisch erzeugt. Die Skala zeigt den Wert verlässlich an

Zumindest für meinen Geschmack lohnt sich der Umbau dann aber doch: The Pickup entlockt der Rille ein klein wenig mehr Feinstinformationen, wenn er vom Zwölf-Zöller geführt wird: Die virtuelle Bühne erscheint noch ein Stückchen breiter und tiefer, die Durchzeichnung gelingt noch minimal besser, das Bassfundament wirkt wie in Beton gegossenen – allerdings sorgte der Neun-Zöller für einen Tick mehr Dramatik. Die Unterschiede sind recht subtil, über eine hochauflösende Kette aber gut nachvollziehbar. Bei Berlioz bevorzuge ich eindeutig den Zwölfer: Da sind mir Durchhörbarkeit und Raumdarstellung einfach wichtiger als ein Schuss mehr Dramatik. Bei Muddy Waters ist es für mich nicht ganz so klar: Der Song groovt zwar auch mit dem langen Einstein unwiderstehlich, kommt aber einen Tick weniger spritzig rüber als beim Neuner. Der Zwölfer hingegen lässt die gesamte Abbildung ein bisschen größer wirken, so dass die Instrumente besser voneinander getrennt werden. Ich gebe gerne zu, dass es reine Geschmacksache ist, für welchen Arm man sich hier letztlich entscheidet. Aber ich habe mich schon in den Achtzigern für ein Masselaufwerk statt für einen Linn entschieden. Da passt The Tonarm in zwölf Zoll einfach besser zu meinen Vorlieben.

Mithilfe der grauen Abstandslehre und dem Drehteil lässt sich die Bohrung für den Tonarm anzeichnen und eine Basis anhand der 34-Millimeter-Bohrung oder der bereits montierten Armaufnahme justieren
Mithilfe der grauen Abstandslehre und dem Drehteil lässt sich die Bohrung für den Tonarm anzeichnen und eine Basis anhand der 34-Millimeter-Bohrung oder der bereits montierten Armaufnahme justieren

STATEMENT

Einerseits bestätigt die Beschäftigung mit dem Zwölf-Zöller meine enorme Wertschätzung für den Neuner: Die massive Bauweise und die perfekte Verarbeitung der beiden überzeugen rundum. Die ungeheuere klangliche Souveränität und Solidität sowie der Hauch mehr Feinzeichnung und die ausgedehntere Raumdarstellung machen den langen The Tonearm für mich zu einem der besten Arme, die je auf meinem Laufwerk montiert waren: Dieser moderne Klassiker ist ein analoger Glücksfall!
Gehört mit
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm Einstein The Tonearm 9, AMG 12JT Turbo Tonearm
Tonabnehmer Lyra Etna, Einstein The Pick-Up
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (sym)
Vorverstärker Einstein The Preamp
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Kaiser Acoustics Kawero! Classic
Kabel Precision Interface Technology, Swiss Cables Reference Plus, Goebel High End Lacorde
Zubehör PS Audio Power Regenerator P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus und Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs
Herstellerangaben
Einstein The Tonearm
Länge 12 Zoll
Effektive Länge 307mm
Überhang 12mm
Kröpfung 17,5º
Effektive Masse 19g
Montage-Bohrung 34mm
Montage-Abstand 295mm
Tonarmrohr Edelstahl außen, Aluminium innen
Besonderheit stufenlose Höhenverstellung per Hebel, abnehmbares Headshell mit präzisem Verschlusssystem
Preis 8.000 Euro

Hersteller / Vertrieb
EINSTEIN Audio Components GmbH
Anschrift Prinz Regent Straße 50-60
44759 Bochum
Telefon +49 234 9731512
E-Mail info@einstein-audio.de
Web www.einstein-audio.de

Weitere Informationen

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Freitag, 13 Juni 2008 22:05

Cambridge Audio Deutschland

geschrieben von
Hersteller/Vertrieb
Cambridge Audio Deutschland 
Anschift Alter Wandrahm 15 
20457 Hamburg 
Telefon +49 40 94792800
Web www.cambridgeaudio.com/deu/de
Freitag, 13 Juni 2008 21:58

Cambridge Audio Deutschland

geschrieben von
Hersteller/Vertrieb
Cambridge Audio Deutschland 
Anschift Alter Wandrahm 15 
20457 Hamburg 
Telefon +49 40 94792800
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Cambridge Audio feiert in diesem Jahr 50 Jahre Unternehmensgeschichte und präsentiert zu diesem Anlass die Referenzserie Edge. Der neue Maßstab des „Great British Sound“ wird im Rahmen der Cambridge Audio Roadshow bei ausgewählten Fachhändlern exklusiv live zu erleben sein.

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Ein halbes Jahrhundert voller Innovationen und Leidenschaft für Musik – und mit einem klaren Bekenntnis: Cambridge Audio feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum und blickt auf 50 Jahre „Great British Sound“ zurück. Die Mission, eine Klangwiedergabe zu schaffen, die nichts weglässt und nichts hinzufügt, ist seit jeher der Mittelpunkt aller Produkte von Cambridge Audio. 1968 entwickelte Professor Gordon Edge mit dem Vollverstärker P40 das erste Produkt von Cambridge Audio und legte damit den Grundstein für ein konsequentes Entwicklungsdesign. Heute, 50 Jahre später, präsentiert Cambridge Audio mit Edge die neue Referenz des „Great British Sound“ und widmet diese einem der Pioniere der Unternehmensgeschichte.

Interessierte Kunden, die die Europapremiere der neuen Referenzserie von Cambridge Audio auf der diesjährigen High End verpasst haben, haben nun die Möglichkeit, Edge im Fachhandel kennenzulernen. Die neue Edge Serie ist exklusiv im Fachhandel verfügbar, um eine bestmögliche Beratung und Servicequalität zu gewährleisten. Edge-Händler halten alle Modelle der Serie vorführbereit. Cambridge Audio führt die ersten für den deutschen Markt ausgelieferten Geräte im Rahmen einer Roadshow bei ausgewählten Fachhändlern vor. Die Veranstaltungen werden dabei jeweils von der Expertise von Cambridge Audio Mitarbeitern begleitet.

Cambridge Audio führt Edge an folgenden Terminen vor:

07.06. Radio Ferner, Braunschweig
05.07. HighFidelium, Stuttgart
11.07. Klinnilk, Heidelberg
21.07. Die Steinerbox, Erlangen
31.08.-01.09. HiFi im Hinterhof, Berlin
06.10. Raumklang, Bonn
10.11. Euphonia, Köln

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Grenzen überschreiten und neu definieren: Die dreijährige Entwicklungszeit von Edge war davon geprägt, der unverfälschten Klangwiedergabe des „Great British Sound“ in einem bisher nie dagewesen Maß Ausdruck zu verleihen. Das neunköpfige Entwicklerteam hatte dabei freie Hand, dieses Ziel ohne Kompromisse umzusetzen. Die Modelle Edge A, Edge NQ und Edge W vereinen die gesammelte Expertise aus 50 Jahren britischer Innovationskraft und Leidenschaft zur neuen Referenz von Cambridge Audio. Die verwendete, innovative Class-XA-Verstärkertechnologie vereint die Leistungsfähigkeit traditioneller Class-A-Endstufen mit einer deutlich höheren Effizienz. Als weiteres Highlight kommen Ringkerntransformatoren zum Einsatz, die dank ihres symmetrisch gespiegelten Aufbaus die Streufelder der Trafos neutralisieren und somit ein noch höheres Ansprechverhalten ermöglichen. Um eine maximale Klangtreue zu erreichen, wurde die Anzahl der Komponenten im Signalweg auf das absolute Minimum reduziert. Der hohe Bedienkomfort und die Verbindungsvielfalt aller Cambridge Audio Produkte finden sich auch bei den Komponenten der Edge Serie wieder. So ermöglicht die Streaming-Plattform StreamMagic die Wiedergabe von nahezu jeder digitalen Quelle, von AirPlay über integriertes Chromecast und Spotify Connect bis hin zu UPnP, ARC (Audio Return Channel), USB und S/PDIF und ist dabei intuitiv am Gerät selbst, über die mitgelieferte Fernbedienung oder über die kostenlose Connect App für iOS und Android bedienbar.  

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Der integrierte Verstärker Edge A ist ab Ende Juni zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 5.000 Euro verfügbar. Die Modelle Edge NQ und Edge W werden demnächst verfügbar sein. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Vorverstärker mit Netzwerkplayer Edge NQ beträgt 4.000 Euro, die Endstufe Edge W wird für eine unverbindliche Preisempfehlung von 3.000 Euro verfügbar sein. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.

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Hersteller/Vertrieb
Cambridge Audio Deutschland 
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Telefon +49 40 94792800
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Freitag, 13 Juni 2008 09:51

Relec SA

geschrieben von
Hersteller
Relec SA
Anschrift Rue de Petits-Champs 11a+b
1400 Yverdon-les-Bains
Switzerland
Telefon +41 244260420
E-Mail info@psiaudio.com
Web www.psiaudio.com
Mittwoch, 13 Juni 2018 09:44

PSI Audios aktive Bassfalle AVAA C20

Mit dem AVAA C20 präsentiert PSI Audio eine aktive Bassfalle zur Behandlung tieffrequenter Raumresonanzen zwischen 15 und 150 Hertz. Dieser Bereich des Spektrums sorgt oft für akustische Probleme in Hörräumen und Heimkinos und ist besonders schwierig in den Griff zu kriegen.

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Der Active Velocity Acoustic Absorber AVAA C20 eliminiert die Raummoden durch eine innovative Technologie, durch die er wie ein Loch in der Wand wirkt und den Klang im gesamten Raum ausgeglichener gestaltet. Das kompakte System ist leicht aufzustellen, erfordert kein Stimmen oder eine Optimierung auf einen bestimmten Hörpunkt hin und kann für beste Ergebnisse und Flexibilität problemlos umgestellt und transportiert werden.

Die größte Herausforderung bei der Einrichtung eines optimalen Hörraums ist die Raumakustik, und die größte Herausforderung bei der Raumakustik ist die Behandlung der Raummoden. Diese tieffrequenten Resonanzen sind zugleich besonders störend und extrem schwierig loszuwerden. Traditionelle Absorber benötigen ein großes Volumen, um mit den großen Wellenlängen von Bass- und Subbassfrequenzen fertigzuwerden, wodurch sie im Hörraum viel Platz einnehmen. PSI Audio löst das Modenproblem mit dem Active Velocity Acoustic Absorber AVAA C20 – eine kompakte, aktive Bassfalle, die Moden schlicht aus dem Raum entfernt: Ein akustisches Loch in der Wand – das bewegt werden kann!

Raummoden treten auf, wenn Schallwellen von einer harten Oberfläche wie einer Wand so reflektiert werden, dass die ankommende und die zurückgeworfene Welle sich gegenseitig verstärken oder aufheben. So entstehen Resonanzen und Frequenzlöcher. Der PSI Audio AVAA C20 beeinflusst die akustische Impedanz der Luft, wodurch das System wie ein Loch in der Wand wirkt – ein Loch, das deutlich größer ist als das Gerät selbst. Statt die problematischen Frequenzen zu reflektieren und dem Raum einen dröhnenden oder hohlen Klangcharakter zu verleihen, absorbiert sie der AVAA C20 und erreicht so eine deutlich klarere, ausgewogenere Akustik. Typischerweise wird die Bassfalle in den Raumecken positioniert, aber wenn für einen Raum eine andere Positionierung bessere Ergebnisse bringt, kann der AVAA C20 einfach umgestellt werden. 

Der PSI Audio AVAA C20 nutzt ein Mikrofon, das den Schalldruck an einem akustischen Widerstand misst. Dieser Widerstand ist so konstruiert, dass er die Luft passieren lässt, dabei aber den Schalldruck deutlich verringert und in Schallschnelle umwandelt. Eine aktive Membran absorbiert die Schallschnelle dann und entfernt den Schall aus dem Raum. Vor dem akustischen Widerstand wird eine akustische Impedanz erzeugt, durch die der AVAA den umgebenden Luftdruck förmlich einsaugt. Dieses einzigartige Konzept gibt dem AVAA gegenüber anderen aktiven und passiven Bassabsorbern eine Reihe von Vorteilen: Kein Gegenschall, kein Stimmen, keine Kalibrierung!

So arbeitet der PSI Audio AVAA C20 nicht mit Gegenschall. Manche Systeme versuchen, Problemfrequenzen durch phasengedrehte Schallwellen zu eliminieren. Das funktioniert auch bis zu einem gewissen Grad, erreicht aber nie den gleichmäßigen, nahezu resonanzfreien Raumeindruck, der mit AVAA möglich ist. Gegenschallsysteme müssen typischerweise auch auf bestimmte Frequenzen gestimmt oder auf die Hörposition hin kalibriert werden, da sie den Klang nicht im gesamten Raum optimieren, sondern lediglich für einen bestimmten Punkt im Raum. Der AVAA C20 bedarf keiner solchen Kalibrierung, da er die Reflexionen in einem breiten Frequenzband entfernt und damit den Klang im gesamten Raum verbessert. Das PSI Audio System muss auch nicht auf eine bestimmte Frequenz gestimmt werden, sondern reagiert auf alle Moden im Bereich von 15 bis 150 Hertz, wodurch AVAA besonders leicht einzurichten ist.

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Eine verbreitete Methode zur Behandlung von Frequenzproblemen ist die Verwendung von Filtern und EQs. Wenn bestimmte Frequenzen im Raum resonieren, werden sie im Signal einfach so stark abgesenkt, dass ein gleichmäßiger Klang entsteht. Das Problem bei diesem Ansatz ist, dass der Eingriff das Signal aus den Lautsprechern verändert, also den Direktschall bearbeitet, um Raumprobleme in den Griff zu kriegen. Mit dem PSI Audio AVAA C20 bleibt das Direktsignal unverfälscht erhalten, während nur die Raumantwort von der aktiven Bassfalle optimiert wird. Anwender stellen durch den Einsatz des AVAA C20 außerdem eine Verbesserung des gesamten Klangs nicht nur im Bassbereich fest. Ungezähmte Bassresonanzen können das Klangbild auch in den Mitten und Höhen verzerren und verdecken. Die aktive Bassfalle von PSI Audio setzt diesen Maskierungseffekten ein Ende und macht den gesamten Sound klarer und transparenter.

Traditionelle Raumakustik-Elemente müssen an den Raum angepasst werden und stellen entsprechend permanente Lösungen dar. Bei einem Umzug muss die teure Akustik dann abgebaut werden, wobei sie oft Schaden nimmt. Außerdem ist es gut möglich, dass die vorhandenen Elemente akustisch, optisch oder auch einfach vom Platzbedarf her nicht in den neuen Raum passen, da klassische Bassfallen ihre Wirksamkeit vor allem aus dem Volumen ziehen. Der PSI Audio AVAA C20 dagegen ist ein extrem kompaktes System, das nur sehr wenig Platz braucht. Bei einem Ortswechsel kann die aktive Bassfalle problemlos in den neuen Raum gestellt und eingerichtet werden, ohne dass bauliche Maßnahmen nötig wären.

Während bereits sein kompaktes Format den AVAA C20 für den Einsatz in Wohnzimmern und Heimkinos empfiehlt, kann auch das Design an individuelle Wünsche angepasst werden. PSI Audio bietet das System in zwei Standardfarben an: Schwarz und Weiß. Gegen Aufpreis kann das Äußere in nahezu jeder RAL-Farbe geliefert werden. Der AVAA C20 lässt sich auch hinter Vorhängen platzieren und integriert sich somit nahtlos in jede Umgebung. 

Vielen Hifi-Anwendern mag die Marke PSI Audio neu sein, das Unternehmen existiert jedoch bereits seit über 40 Jahren und war in dieser Zeit vor allem als Hersteller von hochpräzisen Lautsprechern für Tonstudios aktiv. Wie alle Lautsprecher von PSI Audio wird jeder AVAA C20 in der Manufaktur in Yverdon-les-Bains in der Schweiz von Hand gebaut. Jedes einzelne Gerät wird im firmeneigenen schalltoten Raum gemessen und kalibriert, wodurch erstklassige Qualität und optimale Leistung sichergestellt sind.

Der PSI Audio AVAA C20 ist sofort verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung inklusive Mehrwertsteuer beträgt 2.368,00 Euro. Spezielle Farbwünsche können gegen einen Aufpreis von 20 Prozent umgesetzt werden.

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