Cambridge Audio feiert in diesem Jahr 50 Jahre Unternehmensgeschichte und präsentiert zu diesem Anlass die Referenzserie Edge. Der neue Maßstab des „Great British Sound“ wird im Rahmen der Cambridge Audio Roadshow bei ausgewählten Fachhändlern exklusiv live zu erleben sein.

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Ein halbes Jahrhundert voller Innovationen und Leidenschaft für Musik – und mit einem klaren Bekenntnis: Cambridge Audio feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum und blickt auf 50 Jahre „Great British Sound“ zurück. Die Mission, eine Klangwiedergabe zu schaffen, die nichts weglässt und nichts hinzufügt, ist seit jeher der Mittelpunkt aller Produkte von Cambridge Audio. 1968 entwickelte Professor Gordon Edge mit dem Vollverstärker P40 das erste Produkt von Cambridge Audio und legte damit den Grundstein für ein konsequentes Entwicklungsdesign. Heute, 50 Jahre später, präsentiert Cambridge Audio mit Edge die neue Referenz des „Great British Sound“ und widmet diese einem der Pioniere der Unternehmensgeschichte.

Interessierte Kunden, die die Europapremiere der neuen Referenzserie von Cambridge Audio auf der diesjährigen High End verpasst haben, haben nun die Möglichkeit, Edge im Fachhandel kennenzulernen. Die neue Edge Serie ist exklusiv im Fachhandel verfügbar, um eine bestmögliche Beratung und Servicequalität zu gewährleisten. Edge-Händler halten alle Modelle der Serie vorführbereit. Cambridge Audio führt die ersten für den deutschen Markt ausgelieferten Geräte im Rahmen einer Roadshow bei ausgewählten Fachhändlern vor. Die Veranstaltungen werden dabei jeweils von der Expertise von Cambridge Audio Mitarbeitern begleitet.

Cambridge Audio führt Edge an folgenden Terminen vor:

07.06. Radio Ferner, Braunschweig
05.07. HighFidelium, Stuttgart
11.07. Klinnilk, Heidelberg
21.07. Die Steinerbox, Erlangen
31.08.-01.09. HiFi im Hinterhof, Berlin
06.10. Raumklang, Bonn
10.11. Euphonia, Köln

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Grenzen überschreiten und neu definieren: Die dreijährige Entwicklungszeit von Edge war davon geprägt, der unverfälschten Klangwiedergabe des „Great British Sound“ in einem bisher nie dagewesen Maß Ausdruck zu verleihen. Das neunköpfige Entwicklerteam hatte dabei freie Hand, dieses Ziel ohne Kompromisse umzusetzen. Die Modelle Edge A, Edge NQ und Edge W vereinen die gesammelte Expertise aus 50 Jahren britischer Innovationskraft und Leidenschaft zur neuen Referenz von Cambridge Audio. Die verwendete, innovative Class-XA-Verstärkertechnologie vereint die Leistungsfähigkeit traditioneller Class-A-Endstufen mit einer deutlich höheren Effizienz. Als weiteres Highlight kommen Ringkerntransformatoren zum Einsatz, die dank ihres symmetrisch gespiegelten Aufbaus die Streufelder der Trafos neutralisieren und somit ein noch höheres Ansprechverhalten ermöglichen. Um eine maximale Klangtreue zu erreichen, wurde die Anzahl der Komponenten im Signalweg auf das absolute Minimum reduziert. Der hohe Bedienkomfort und die Verbindungsvielfalt aller Cambridge Audio Produkte finden sich auch bei den Komponenten der Edge Serie wieder. So ermöglicht die Streaming-Plattform StreamMagic die Wiedergabe von nahezu jeder digitalen Quelle, von AirPlay über integriertes Chromecast und Spotify Connect bis hin zu UPnP, ARC (Audio Return Channel), USB und S/PDIF und ist dabei intuitiv am Gerät selbst, über die mitgelieferte Fernbedienung oder über die kostenlose Connect App für iOS und Android bedienbar.  

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Der integrierte Verstärker Edge A ist ab Ende Juni zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 5.000 Euro verfügbar. Die Modelle Edge NQ und Edge W werden demnächst verfügbar sein. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Vorverstärker mit Netzwerkplayer Edge NQ beträgt 4.000 Euro, die Endstufe Edge W wird für eine unverbindliche Preisempfehlung von 3.000 Euro verfügbar sein. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.

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Hersteller/Vertrieb
Cambridge Audio Deutschland 
Anschift Alter Wandrahm 15 
20457 Hamburg 
Telefon +49 40 94792800
Web www.cambridgeaudio.com/deu/de

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Freitag, 13 Juni 2008 09:51

Relec SA

geschrieben von
Hersteller
Relec SA
Anschrift Rue de Petits-Champs 11a+b
1400 Yverdon-les-Bains
Switzerland
Telefon +41 244260420
E-Mail info@psiaudio.com
Web www.psiaudio.com
Mittwoch, 13 Juni 2018 09:44

PSI Audios aktive Bassfalle AVAA C20

Mit dem AVAA C20 präsentiert PSI Audio eine aktive Bassfalle zur Behandlung tieffrequenter Raumresonanzen zwischen 15 und 150 Hertz. Dieser Bereich des Spektrums sorgt oft für akustische Probleme in Hörräumen und Heimkinos und ist besonders schwierig in den Griff zu kriegen.

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Der Active Velocity Acoustic Absorber AVAA C20 eliminiert die Raummoden durch eine innovative Technologie, durch die er wie ein Loch in der Wand wirkt und den Klang im gesamten Raum ausgeglichener gestaltet. Das kompakte System ist leicht aufzustellen, erfordert kein Stimmen oder eine Optimierung auf einen bestimmten Hörpunkt hin und kann für beste Ergebnisse und Flexibilität problemlos umgestellt und transportiert werden.

Die größte Herausforderung bei der Einrichtung eines optimalen Hörraums ist die Raumakustik, und die größte Herausforderung bei der Raumakustik ist die Behandlung der Raummoden. Diese tieffrequenten Resonanzen sind zugleich besonders störend und extrem schwierig loszuwerden. Traditionelle Absorber benötigen ein großes Volumen, um mit den großen Wellenlängen von Bass- und Subbassfrequenzen fertigzuwerden, wodurch sie im Hörraum viel Platz einnehmen. PSI Audio löst das Modenproblem mit dem Active Velocity Acoustic Absorber AVAA C20 – eine kompakte, aktive Bassfalle, die Moden schlicht aus dem Raum entfernt: Ein akustisches Loch in der Wand – das bewegt werden kann!

Raummoden treten auf, wenn Schallwellen von einer harten Oberfläche wie einer Wand so reflektiert werden, dass die ankommende und die zurückgeworfene Welle sich gegenseitig verstärken oder aufheben. So entstehen Resonanzen und Frequenzlöcher. Der PSI Audio AVAA C20 beeinflusst die akustische Impedanz der Luft, wodurch das System wie ein Loch in der Wand wirkt – ein Loch, das deutlich größer ist als das Gerät selbst. Statt die problematischen Frequenzen zu reflektieren und dem Raum einen dröhnenden oder hohlen Klangcharakter zu verleihen, absorbiert sie der AVAA C20 und erreicht so eine deutlich klarere, ausgewogenere Akustik. Typischerweise wird die Bassfalle in den Raumecken positioniert, aber wenn für einen Raum eine andere Positionierung bessere Ergebnisse bringt, kann der AVAA C20 einfach umgestellt werden. 

Der PSI Audio AVAA C20 nutzt ein Mikrofon, das den Schalldruck an einem akustischen Widerstand misst. Dieser Widerstand ist so konstruiert, dass er die Luft passieren lässt, dabei aber den Schalldruck deutlich verringert und in Schallschnelle umwandelt. Eine aktive Membran absorbiert die Schallschnelle dann und entfernt den Schall aus dem Raum. Vor dem akustischen Widerstand wird eine akustische Impedanz erzeugt, durch die der AVAA den umgebenden Luftdruck förmlich einsaugt. Dieses einzigartige Konzept gibt dem AVAA gegenüber anderen aktiven und passiven Bassabsorbern eine Reihe von Vorteilen: Kein Gegenschall, kein Stimmen, keine Kalibrierung!

So arbeitet der PSI Audio AVAA C20 nicht mit Gegenschall. Manche Systeme versuchen, Problemfrequenzen durch phasengedrehte Schallwellen zu eliminieren. Das funktioniert auch bis zu einem gewissen Grad, erreicht aber nie den gleichmäßigen, nahezu resonanzfreien Raumeindruck, der mit AVAA möglich ist. Gegenschallsysteme müssen typischerweise auch auf bestimmte Frequenzen gestimmt oder auf die Hörposition hin kalibriert werden, da sie den Klang nicht im gesamten Raum optimieren, sondern lediglich für einen bestimmten Punkt im Raum. Der AVAA C20 bedarf keiner solchen Kalibrierung, da er die Reflexionen in einem breiten Frequenzband entfernt und damit den Klang im gesamten Raum verbessert. Das PSI Audio System muss auch nicht auf eine bestimmte Frequenz gestimmt werden, sondern reagiert auf alle Moden im Bereich von 15 bis 150 Hertz, wodurch AVAA besonders leicht einzurichten ist.

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Eine verbreitete Methode zur Behandlung von Frequenzproblemen ist die Verwendung von Filtern und EQs. Wenn bestimmte Frequenzen im Raum resonieren, werden sie im Signal einfach so stark abgesenkt, dass ein gleichmäßiger Klang entsteht. Das Problem bei diesem Ansatz ist, dass der Eingriff das Signal aus den Lautsprechern verändert, also den Direktschall bearbeitet, um Raumprobleme in den Griff zu kriegen. Mit dem PSI Audio AVAA C20 bleibt das Direktsignal unverfälscht erhalten, während nur die Raumantwort von der aktiven Bassfalle optimiert wird. Anwender stellen durch den Einsatz des AVAA C20 außerdem eine Verbesserung des gesamten Klangs nicht nur im Bassbereich fest. Ungezähmte Bassresonanzen können das Klangbild auch in den Mitten und Höhen verzerren und verdecken. Die aktive Bassfalle von PSI Audio setzt diesen Maskierungseffekten ein Ende und macht den gesamten Sound klarer und transparenter.

Traditionelle Raumakustik-Elemente müssen an den Raum angepasst werden und stellen entsprechend permanente Lösungen dar. Bei einem Umzug muss die teure Akustik dann abgebaut werden, wobei sie oft Schaden nimmt. Außerdem ist es gut möglich, dass die vorhandenen Elemente akustisch, optisch oder auch einfach vom Platzbedarf her nicht in den neuen Raum passen, da klassische Bassfallen ihre Wirksamkeit vor allem aus dem Volumen ziehen. Der PSI Audio AVAA C20 dagegen ist ein extrem kompaktes System, das nur sehr wenig Platz braucht. Bei einem Ortswechsel kann die aktive Bassfalle problemlos in den neuen Raum gestellt und eingerichtet werden, ohne dass bauliche Maßnahmen nötig wären.

Während bereits sein kompaktes Format den AVAA C20 für den Einsatz in Wohnzimmern und Heimkinos empfiehlt, kann auch das Design an individuelle Wünsche angepasst werden. PSI Audio bietet das System in zwei Standardfarben an: Schwarz und Weiß. Gegen Aufpreis kann das Äußere in nahezu jeder RAL-Farbe geliefert werden. Der AVAA C20 lässt sich auch hinter Vorhängen platzieren und integriert sich somit nahtlos in jede Umgebung. 

Vielen Hifi-Anwendern mag die Marke PSI Audio neu sein, das Unternehmen existiert jedoch bereits seit über 40 Jahren und war in dieser Zeit vor allem als Hersteller von hochpräzisen Lautsprechern für Tonstudios aktiv. Wie alle Lautsprecher von PSI Audio wird jeder AVAA C20 in der Manufaktur in Yverdon-les-Bains in der Schweiz von Hand gebaut. Jedes einzelne Gerät wird im firmeneigenen schalltoten Raum gemessen und kalibriert, wodurch erstklassige Qualität und optimale Leistung sichergestellt sind.

Der PSI Audio AVAA C20 ist sofort verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung inklusive Mehrwertsteuer beträgt 2.368,00 Euro. Spezielle Farbwünsche können gegen einen Aufpreis von 20 Prozent umgesetzt werden.

Hersteller
Relec SA
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Montag, 11 Juni 2018 01:39

XTZ Divine Delta

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Zwei unterschiedliche Lautsprecher aus dem Hause XTZ haben wir hier bereits getestet. Nun gibt es mit der XTZ Divine Delta eine Modell-Pflege der bisherigen Delta 100.33. Mein Kollege Peter Banholzer war damals sehr begeistert von den Produkten der Schweden.

Würden die Herrschaften von Mercedes-Benz in der E-Klasse das Nachfolgemodell um fünfundzwanzig Prozent teurer präsentieren, echauffierten sich wohl sogar die Redakteure der wohlgesonnenen deutschen Fachpresse mächtig. Bei Preissteigerungen in der Hifi-Branche darf man durchaus kritisch sein. So war demzufolge die Frage nach Veränderungen, sprich Verbesserungen, im Vergleich zum Vorgänger-Modell auch die erste, die ich Berthold Daubner stellte. Erinnern Sie sich? XTZ-Deutschland, die Berthold Daubner und Jens Hörmann GbR im württembergischen Eisingen, ist die deutsche Direktvertriebs-Tochter des schwedischen Herstellers XTZ aus Torup. Das liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Kopenhagen und Göteborg. Weltweit hat XTZ neben dem deutschen Direktvertrieb vergleichbare Niederlassungen in den USA, Großbritannien und China.

Das Gehäuse aus mehrschichtigem Klavierlack hat sorgsame Behandlung verdient. Deshalb liegen Handschuhe und Staubtuch bei. Die Gummi-Plättchen kommen zwischen Box und Basis
Das Gehäuse aus mehrschichtigem Klavierlack hat sorgsame Behandlung verdient. Deshalb liegen Handschuhe und Staubtuch bei. Die Gummi-Plättchen kommen zwischen Box und Basis

Der Geschäftsführer des deutschen Vertriebes Berthold Daubner ist nicht nur Fachmann für Raumakustik, sondern auch in die Entwicklungsarbeit der Schweden involviert. Also kannte er auch alle Details, die die neue Divine Delta von der bisherigen Divine 100.33 unterscheiden. Er begründete die Preissteigerung von 500 Euro pro Stück mit den Innovationen und dem gestiegenen Material-Aufwand bei der neuen Divine Delta. Dies konnte ich bei seiner Aufzählung nachvollziehen und wir schauen uns das gleich mal gemeinsam an. Die passenden Ständer, bei XTZ Stative genannt, sind übrigens trotz Überarbeitung nur um zehn Euro teurer geworden. Sie kosten jetzt immer noch nur 290 Euro, ein bescheidener Preis bei ihrem eindrucksvollen Gegenwert.

Die XTZ Divine Delta macht auf ihren Stativen eine ansprechende Figur
Die XTZ Divine Delta macht auf ihren Stativen eine ansprechende Figur


Ein weiterer Aspekt macht mir in meiner Kennenlern-Phase der Delta etwas Kopfzerbrechen. Diesen wohlgeformten, jedoch gar nicht kleinen Lautsprecher als Kompakt-Lautsprecher zu benennen, widerstrebt mir. Zwar ist die Divine Delta mit ihrem überarbeiteten Gehäuse nur ein wenig voluminöser geworden, zeigt aber jetzt ansprechendere Proportionen als die Vorgängerin. Siebenundvierzig Millimeter mehr Höhe bei minimal reduzierter Breite und etwas weniger Tiefe geben der Neuen eindeutig schlankere Maße. Aber kompakt ist das nicht. Sicher, man kann sie durchaus senkrecht oder auch waagerecht auf einem Möbelstück platzieren. Auch dann gibt sie sich recht ansehnlich, da XTZ ihr eine Basis für die horizontale Aufstellung mit in die Verpackung gegeben hat. In erster Linie hat XTZ, so sagte mir Berthold Daubner, an den Einsatz einer Delta als Center-Lautsprecher für Kino-Systeme gedacht. Diese MDF-Basis lässt sich auch anstelle der normalen Top-Platte auf die Divine Delta Stative montieren. So kann der Lautsprecher auch frei im Raum horizontal perfekt aufgestellt werden. Nebenbei bemerkt: Auch das quadratische, ins Gehäuse eingelassene XTZ-Emblem lässt sich leicht ausrichten. Denn es ist magnetisch arretiert und kann entsprechend mühelos gedreht werden. Wie man die Divine Delta auch dreht und wendet, meistens wird sie senkrecht auf den Stativen im heimischen Wohnzimmer stehen.

Die polierten Ausleger mit in der Höhe justierbaren Spikes stehen hier zur Schonung des Untergrunds auf dem dazu passenden Teller
Die polierten Ausleger mit in der Höhe justierbaren Spikes stehen hier zur Schonung des Untergrunds auf dem dazu passenden Teller

Zusammen wirken Box und Stativ dann optisch ansprechend, als harmonisches Ganzes, schön und mit dem Format einer Standbox. Da darf sich dann auch eine entsprechende Erwartungshaltung aufbauen, vor allem in Hinblick auf die Leistungsfähigkeit bei tiefen Tönen. Um zum optischen Erscheinungsbild noch etwas mehr zu sagen. Die Kombination der schwarz-seidenmatten Stative mit der in perfektem schwarzglänzenden Klavierlack gefertigten und nach hinten sich verschlankenden Divine Delta ist ästhetisch gelungen und ein echter Hingucker. Das Seidenmatt der Stative entspricht der Oberfläche des neu entwickelten Front-Paneels, auf das die drei Chassis montiert sind. Dabei stören keineswegs die Gitter vor den drei Membranen, die die empfindliche Keramik vor Attacken von außen schützen. Sie sind derart in die Front integriert, dass an den Mitteltönern keinerlei Verschraubung sichtbar ist.

Die zwei Keramik-Tief-Mitteltöner kennen wir bereits von der Vorgänger-Version
Die zwei Keramik-Tief-Mitteltöner kennen wir bereits von der Vorgänger-Version

Was ist nun anders geworden in und an der Divine Delta? Eine kostspielige und wesentliche Innovation ist der neue Hochtöner, ein Keramik-Hochtöner C25-6-158 von Accuton. Im Vorgänger arbeitete noch die Keramik-Kalotte KE 25 SC von Visaton. Die neue, aufwändige 25-Millimeter-Keramik-Kalotte des namhaften deutschen Herstellers Thiel & Partner (Accuton) ist auch in der Delta wieder zusammen mit zwei Achtzehner-Tief-Mittel-Tönern von Accuton, den Modellen C 173-11-191, in einer D´Appolito-Anordnung kombiniert. Die Vorzüge der an D´Appolito angelehnten Konfiguration sind für die senkrechte Aufstellung des Lautsprechers optimiert. So ergibt sich eine sehr homogene und breite Abstrahlung, die der Divine Delta eine wunderschöne klangliche Geschlossenheit verleiht, wie ich schon vorgreifend sagen möchte. Montiert ist das Chassis-Dreigestirn auf einem neu entwickelten Paneel, das nicht, wie beim Vorgänger, auf das Gehäuse aufgesetzt wurde. Vielmehr hat man die neue Schallwand bei XTZ nun in das Kabinett eingearbeitet. Auch vom Material her wird nun zusätzlicher Aufwand betrieben: Statt wie früher MDF zu verwenden, ist die aktuelle, eingelassene Schallwand eine Doppel-Lage aus Aluminium und MDF. Das verleiht dem Korpus an entscheidender Stelle mehr Rigidität und bringt eine Verbesserung der energetischen Umsetzung der drei Chassis. Die Volumen-Erhöhung verleiht dem neuen Modell mehr Leistungsfähigkeit im Bass. Das Gehäuse verjüngt sich nach hinten, um im Inneren stehende Wellen zu vermeiden.


Die D´Appolito-Anordnung trägt zu einem überragenden Abstrahl-Verhalten bei
Die D´Appolito-Anordnung trägt zu einem überragenden Abstrahl-Verhalten bei

Nach wie vor ist die Divine ein Bass-Reflex-System mit zwei rückwärtigen, symmetrisch zu den Chassis angeordneten Ventilier-Öffnungen. Zwei mitgelieferte Stopfen aus Schaumstoff erlauben dem Hörer eine akustische Anpassung an die Raum-Verhältnisse im Tiefton-Bereich. Mit den eingesetzten Schaumstoff-Pfropfen wird die Delta zum geschlossenen Konzept. Mit einer freien Ventilier-Öffnung und einer geschlossenen bietet sie eine dritte Option, die nur den Tiefbass verstärkt. Nach mehrfachem Probieren mit der Orgel-Symphonie von Camille Saint-Saëns entschied ich mich für die offene Spielweise, weil damit Tiefbass und der Grundtonbereich intensiver waren. Diese behielt ich während des Tests bei. Die elektrischen Anpassungen der alten Divine auf dem Anschluss-Terminal hat man aufgegeben. Jetzt hat es der Musikfreund leichter, die richtige Einstellung zu finden: Neben der Variation der Bass-Reflex-Öffnungen bietet nur noch ein rückseitiger Kippschalter das Absenken des neuen Keramik-Hochtöners um drei Dezibel an, und zwar über dessen gesamtes Frequenz-Spektrum. In meinem akustisch nicht stark gedämmten Hörraum empfand ich diese minimal zurückgenommene Hochton-Intensität als angenehmer und vor allem bei klassischer Musik als richtiger, weil das Klangbild insgesamt noch eine Spur homogener geriet. Auch diese Einstellung behielt ich bei.

Der neue Keramik-Hochtöner von Accuton ist eine der entscheidenden Innovationen gegenüber dem Vorgänger
Der neue Keramik-Hochtöner von Accuton ist eine der entscheidenden Innovationen gegenüber dem Vorgänger

Sehr viel investiert hat XTZ in die neue Frequenzweiche, die mit einer Flankensteilheit von 18 Dezibel die zwei Wege trennt. Hierfür wurden bei Mundorf Spulen und Kondensatoren eingekauft. Alle im Signalweg liegenden Bauteile stammen von der Kölner Edelmarke. Über deren Qualität muss nicht viel gesagt werden. Daneben verwendet XTZ Luftspulen, Eisenkernspulen, MKP-Kondensatoren und MOX Widerstände. Auch wenn die alte Weiche durchaus hochwertig war, geht es mit den neuen Komponenten von Mundorf noch klangvoller zur Sache. Das Anschluss-Terminal wurde gänzlich neu gestaltet. Es ist konstruktiv identisch mit dem der doppelt so teuren Divine Alpha, jedoch als Bi-Wiring- oder Bi-Amping-Anschlussfeld ausgeführt. Dabei imponieren nicht nur die hochwertigen Brücken mit ihren Kabelschuhen aus Kupfer. Die Anschluss-Bolzen selber sind zur optimalen Leitfähigkeit ebenfalls aus hochwertigem Kupfer gedreht. Die Verklemmung geschieht mittels massiver, verchromter Messing-Knebel. Da kann man beinahe bedauern, nicht ständig daran drehen zu müssen. Fassen wir die entscheidenden Neuerungen zusammen, nämlich ein größeres und vor allem besseres Gehäuse mit Aluminium-MDF-Schallwand, eine deutlich aufwändigere Frequenzweiche und ein kostspieliger Hochtöner, haben wir es bei der Divine Delta also mit klang-relevanten Veränderungen zu tun, die nach meiner Auffassung den neuen Preis plausibel machen.

Die schmalere Rückseite hat in symmetrischer Anordnung zwei Bass-Reflex-Öffnungen. Sie können auch geschlossen werden
Die schmalere Rückseite hat in symmetrischer Anordnung zwei Bass-Reflex-Öffnungen. Sie können auch geschlossen werden


Der liegt nun in einer Größenordnung in der ich in der jüngsten Vergangenheit mehrere Lautsprecher unterschiedlichster Art getestet habe. Besonders eindrucksvoll wegen ihrer phänomenalen, homogenen und räumlichen Abstrahlung ist mir da die quadral Platinum+ Seven im Gedächtnis. Auch die kleinvolumige Triaxia von Euphonic-Architect-EA-listen ist mir dank ihrer durch das konzentrische Drei-Wege-Chassis perfekten punktuellen Abstrahlung wohlklingend in Erinnerung – ein Vorteil, der sich bei geringem Hörabstand besonders positiv auswirkt. Die etwas teurere Lignea von Franco Serblin gehört vielleicht auch noch in die gleiche Klasse und dürfte an optischer Schönheit kaum zu toppen sein. Somit habe ich durchaus Referenzen, wenn ich auch die Vorgänger-Divine in den vergangenen Jahren nur kurz auf Ausstellungen hören konnte und ich somit allein aufgrund des Testberichtes meines Kollegen Peter Banholzer über die begeisternden Fähigkeiten der alten XTZ Divine 100.33 informiert bin. Diese zum Vergleich heranzuziehen macht ja auch nicht mehr wirklich Sinn, da es sie nicht mehr gibt.

Mit dem Schaumstoff-Stopfen wird der Ventilier-Kanal geschlossen und der Frequenzverlauf im Bassbereich verändert
Mit dem Schaumstoff-Stopfen wird der Ventilier-Kanal geschlossen und der Frequenzverlauf im Bassbereich verändert

Beim Aufstellen des Sets aus Divine-Stativ und selbstverständlich senkrecht darauf platzierter Box ist die horizontale Ausrichtung oder eine etwaige gewünschte Neigung an den glänzend polierten Aluminium-Auslegern der Stative kein Problem. Durch Lösen des massiven Konter-Elementes unterhalb der Streben lässt sich dann der Spike von oben justieren. Zur Schonung des Bodenbelags gehören adäquate Teller zur Aufnahme der Spikes zum Lieferumfang, ebenfalls aus auf Hochglanz poliertem Aluminium. Ich habe die Ständer nicht mit Sand befüllt, was vom Hersteller aber durchaus als Option vorgeschlagen wird. Dazu hätte nur die obere Platte abgeschraubt werden müssen. Mit ihren jeweils dreizehn Kilogramm Eigengewicht bieten die Stative aber auch so ausreichend Masse zur resonanzarmen und sicheren Positionierung der neuen Divine.

Das Anschluss-Terminal ist eine Augenweide und technisch überzeugend
Das Anschluss-Terminal ist eine Augenweide und technisch überzeugend

Zuerst höre ich die Delta zusammen mit meinem CD-Player, dem Antelope-DAC-Vorverstärker und der NAD-2200PE-Endstufe. Das klingt auf Anhieb beeindruckend. Denn die Geschlossenheit in der Abstrahlung gestaltet eine sehr schöne Bühne und ist frei von jeglichem Boxenklang. Durch Verschieben von Ständern und Lautsprechern, was mit den Tellern unter den Spikes auf dem Parkettboden recht unkompliziert ist, kann ich die räumliche Darstellung aber noch einmal verbessern. Ein mehrfaches Verschieben und Ändern der Anwinkelung führt nach kurzem Probieren zur idealen Aufstellung. Das Klangbild rastet ein, wie man gerne dazu sagt. Die Musik, mit der ich die Position ermittelte, blieb auch weiterhin im Player, da mich neben der Tiefenstaffelung und stabilen Anordnung der Instrumente noch etwas faszinierte. Es war die Transparenz und Klarheit, mit der die XTZ Beethovens Klavierkonzerte Nummer eins und drei mit Ronald Brautigam am Flügel und dem Norrköping Symphony Orchestra unter Andrew Parrot darbot. Das kannte ich so nicht in meinem Hörraum, wo mir üblicherweise die Analysis-Audio-Epsilon Vergnügen bereiten. Es war jetzt eine andere Liga in puncto Detailzeichnung. Dabei möge man bedenken, dass die Bändchen-Dipole mehr als doppelt so teuer sind. Deren Homogenität und Gleichmäßigkeit ist auf extrem hohen Niveau. Dem stehen die XTZ jedoch in keiner Weise nach. Sie wirken, im Gegenteil, noch eindrucksvoller, da sie ihr transparentes, geordnetes Bühnenbild mit ansprechender Leichtigkeit in den Raum stellen. Die XTZ nehmen sich körperlich gänzlich aus dem Klangbild und präsentieren die Musik hinter, vor und um sich herum. Ihr Klang-Gemälde zeichnen sie stabil bei Pegeln von dezent leise bis ganz schön laut. So steht der Flügel virtuell als Instrument und nicht nur mit seinen sauber artikulierten Tönen vor mir. Klarheit und Präzision sind Eigenschaften, mit der die Divine Delta mich enorm beeindrucken. Mir fehlt bei den Klavierkonzerten auch keine Grundton-Wärme. Jedoch bin ich von meiner Analysis Audio in den unteren Lagen mehr Fülle gewohnt. Die analytische Genauigkeit der XTZ, die mit glaubwürdigen und auch intensiven Klangfarben einhergeht, verdankt sie auch ihrem sehr akkuraten Bass. Der erfreut mit seiner Konturenschärfe und bietet keinen Ansatz zur Kritik. Dennoch wirkt er schlank. Um diesen Eindruck zu überprüfen, ist die fünfte Mahler-Symphonie vom Denon-Label gut geeignet. Sie bietet ausreichend wuchtige Passagen mit grundton-intensivem Orchester und imposantem Schlagwerk. Schon beim Trauermarsch beeindruckt die detailreiche Präzision und die Klangfarbe der Blech-Fanfare. Die Trompeten stehen strahlend hinten auf der imaginären Bühne. Der lang anhalten Trommel-Wirbel ist fein strukturiert. Alles hat seine Ordnung. Glanz und Schmelz der Streicher lassen wohlig in die Musik eintauchen. Die tiefen Lagen des Orchesters sind präzise strukturiert. Es fehlt nichts, weil es richtig erscheint und die Divine Delta so filigran und feindynamisch agiert. Dazu muss man gar nicht laut hören. Pegel-unabhängig behält die XTZ ihre Tonalität, liefert die Genauigkeit eines Kontroll-Monitors und besticht durch ihre Stimmigkeit und räumliche Staffelung. So ertönen die Pauken und anderes Schlagzeug stets aus der hinteren Reihe, konturiert und mit glaubwürdiger, zum Ganzen harmonischen Intensität.


Um drei Dezibel kann die Lautstärke der Keramik-Kalotte mit dem Schalter zurückgenommen werden. Da er über 2000 Hertz ankoppelt, ist dies eine Fein-Anpassung
Um drei Dezibel kann die Lautstärke der Keramik-Kalotte mit dem Schalter zurückgenommen werden. Da er über 2000 Hertz ankoppelt, ist dies eine Fein-Anpassung

DMit Patricia Barbers Live-Album Companion, das ich in der MFSL-Version besitze, wechsele ich zu einem anderen Musik-Genre: Auch hier ist die Ehrlichkeit und Natürlichkeit der XTZ fantastisch. In der Zugabe „You Are My Sunshine“ brilliert der Flügel wunderschön und hat dennoch einen Korpus. Im ersten Track, „The Beat Goes On“ macht die leicht nasale Stimme der Sängerin klar, dass tonal durch die Delta nichts aufgehellt wird. Das wird spätestens beim Beifall deutlich, der die Hände förmlich erahnen lässt. Bei allen Titeln dieses Albums überrascht und gefällt die Divine Delta immer wieder mit ihren filigranen Klängen, ihrer Exaktheit und ihrer dynamischen Darbietung. Diese XTZ ist ein toller Lautsprecher, der mich in seinen Bann zieht. Kein Schallwandler dieser Klasse dürfte der Delta in Sachen Auflösung und Ehrlichkeit gleich kommen, auch nicht bei den tiefen Lagen. Dazu gesellt sich eine Spielfreude, die lange Musikabende provoziert. Mich begeistert die XTZ ungemein und so entschließe ich mich, die tendenziell burschikos musizierende NAD-Endstufe gegen die ruhigere Spectral DMA-100 zu wechseln. Mal sehen, was dann passiert. Die Spectral bewirkt genau, was ich erwartete. Es fehlt ein wenig das leicht angeschmutzte Draufgängertum der NAD, dafür spendiert die Spectral mehr Seidigkeit und deutlich mehr Ruhe. Auch sie gibt sich als musikalisch harmonischer Partner der Divine Delta. Mit ihr erscheint die XTZ ein kleines bisschen runder – Geschmackssache. So oder so behält der Lautsprecher seine begeisternden Eigenschaften und lässt manche meiner CDs wie neu erscheinen, weil ich Feinheiten so noch nicht gehört hatte. Die XTZ Divine Delta hat in dieser Preisklasse (4560 Euro mit den Stativen) die Messlatte sehr hoch gelegt.

Ein Blick auf die hochwertige Zwei-Wege-Weiche
Ein Blick auf die hochwertige Zwei-Wege-Weiche

STATEMENT

Auch für einiges Geld mehr dürfte es nicht viele derart gute Lautsprecher geben. Phänomenal sind die homogene Abbildung, der filigrane Detail-Reichtum und die authentische Darstellung von Raum und Klangfarben. Die XTZ Divine Delta offenbart Musik auf faszinierende Weise.
Gehört mit
CD-Player Primare DVD 30
DA-Wandler Antelope Zodiac plus
Vorverstärker Antelope Zodiac plus
Endstufe NAD 2200 PE oder Spectral DMA-100
Zubehör JIB Boaacoustic Krypton AES/EBU, In-Akustik 1302 NF, Real-Cable HD-TDC, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, mbakustik Raum-Absorber
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Audio Exklusiv d.C.d. Basis
Herstellerangaben
XTZ Divine Delta
Typ 2-Wege Bassreflex Kompaktlautsprecher
Bestückung 1 x 25 mm Keramik Kalettenhochtöner
2 x 180 mm Keramik Tiefmitteltöner
Frequenzgang 36 - 30.000 Hz
Impedanz 4 - 8 Ohm
Wirkungsgrad 89 dB
Belastbarkeit 360 W / 180 W
Anschlüsse Bi-Wiring / Bi-Amping möglich
Einstellmöglichkeiten Bassreflex / Geschlossen (2 Bassreflexrohre), Hochtöner (2-fach anpassbar)
Abdeckung metallisch (fest installiert)
Abmessungen (BxHxT) 267 x 653 x 380 (410) mm (incl. Terminal)
Gewicht 26,5 Kg
Farbe Divine Delta Schwarz Hochglanz
Einspielzeit 50 - 100 Stunden
Garantie 5 Jahre
Label Text
Herstellerangaben
XTZ Divine Delta Stativ
Abmessungen (BxHxT) 320 (430 inkl. Füße) x 571 x 442mm (Höhe inkl. Spikes)
Aufbau Füllung mit Sand möglich
Gewicht 13 kg
Farbe Schwarz Seidenmatt
Preis 290 Euro (Stück)

Vertrieb
XTZ-Deutschland
Anschrift Berthold Daubner und Jens Hörmann GbR
Höhenstr. 7
75239 Eisingen
Telefon +49 7232 3225616
E-Mail kontakt@xtz-deutschland.de
Web www.xtz-deutschland.de

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Freitag, 08 Juni 2018 06:07

Bakoon AMP-41

geschrieben von

Ich gebe gerne zu: ich hätte mich wohl kaum mit dem Bakoon AMP-41 beschäftigt, wenn ich nicht letztes Jahr von dem DAC aus gleichem Hause so beeindruckt gewesen wäre. Mit der Gerätegattung Vollverstärker verbinde ich irgendwie immer Sparmaßnahmen. Ein Vorurteil – gewiss, denn das Konzept hat auch seine Vorteile. Und beim Bakoon AMP-41 ist sowieso alles anders.

Wenn Sie einen Verstärker nach den äußeren Abmessungen, der Größe der Kühlkörper oder der Leistung beurteilen, sollten Sie jetzt nicht weiterlesen. Rein äußerlich würde AMP-41 mit einer Höhe von gerade einmal 10 Zentimeter auch als Vorverstärker durchgehen, massive Kühlkörper sind nicht zu finden und die Leistung von zweimal 50 Watt mutet im Vergleich zu manchen Watt-Boliden doch eher bescheiden an. Aber ich verspreche Ihnen, der AMP-41 hat es in sich: technisch wie klanglich! Das beginnt damit, dass der AMP-41 genau genommen kein integrierter Verstärker bestehend aus einer Vor- und Endstufe ist, sondern eigentlich nur ein Endverstärker mit einstellbarer Verstärkung. Sie mögen das für Haarspalterei halten, aber das ist konzeptionell etwas ganz anderes.

Der AMP-41 von vorne mit dem kombinierten Druck- und Drehknopf für Eingangswahl und Lautstärkeregelung
Der AMP-41 von vorne mit dem kombinierten Druck- und Drehknopf für Eingangswahl und Lautstärkeregelung

Grundsätzlich kann eine Lautstärkeregelung sowohl passiv durch Abschwächung des Signals als auch aktiv durch Einstellung des Verstärkungsfaktors einer Verstärkerstufe erfolgen. Eine passive Lautstärkeregelung wird meist mit einem Potentiometer oder mit einer geschalteten Widerstandskette realisiert, wobei die nicht benötigte Leistung in Wärme verbraten wird. Manche Stimmen behaupten, dass diese Form der Signalabschwächung die Dynamik der Musikwiedergabe beeinträchtigen würde. Fest steht jedenfalls, dass bei einer passiven Lautstärkeregelung die verwendeten Bauteile direkt im Signalweg liegen und deren Qualität deshalb das klangliche Ergebnis unmittelbar beeinflusst.

Ist dieser passive Lautstärkeregler nun wie üblich unmittelbar vor der Line-Stufe angeordnet, dann wird das ankommende Musiksignal zuerst abgeschwächt, um dann – in den meisten Fällen völlig unnötig – wieder verstärkt zu werden. Unnötig deshalb, weil der Ausgangspegel eines CD-Players oder Digital-Analogwandlers in aller Regel absolut ausreichend ist, um eine Endstufe voll auszusteuern. Darüber hinaus hat diese Konzeption den Nachteil, dass das von der Line-Stufe erzeugte Rauschen unabhängig von der gerade benötigten Verstärkung immer in voller Höhe am Ausgang anliegt, was zu Lasten des Signal-Rauschabstands geht.


Mit der kleinen Fernbedienung lassen sich alle Funktionen des AMP-41 steuern
Mit der kleinen Fernbedienung lassen sich alle Funktionen des AMP-41 steuern

Dann wäre es also besser, den Lautstärkeregler am Ausgang der Line-Stufe zu positionieren? Auch keine wirklich gute Lösung, denn damit erhöht sich der Ausgangswiderstand in Abhängigkeit von der gerade gewählten Einstellung am Lautstärkeregler erheblich, was in aller Regel zu Problemen bei langen Kabeln oder Endstufen mit niedrigem Eingangswiderstand führen wird. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Line-Stufe bei einem zu hohen Verstärkungsfaktor von lauten Signal-Quellen übersteuert werden kann.

Ideal wäre es, wenn sich die Verstärkung der Stufe selbst stufenlos einstellen ließe. Dann wird nur in dem Maße verstärkt, in dem das auch wirklich nötig ist. Der größte Nachteil dieser auf den ersten Blick bestechenden Konzeption ist in meinen Augen, dass damit bei den üblichen Schaltungs-Designs mit der Stellung des Lautstärkereglers zwangsläufig der Gegenkopplungsfaktor der Verstärkungsstufe geändert wird und dass dadurch so wichtige Qualitätsparameter wie Frequenzgang, Phasenverlauf und Verzerrungen zwangsläufig beeinflusst werden.

Die Stellung des Reglers für die Lautstärke wird dezent durch die beiden oberen LED-Reihen visualisiert, die untere LED-Reihe zeigt den gewählten Eingang an
Die Stellung des Reglers für die Lautstärke wird dezent durch die beiden oberen LED-Reihen visualisiert, die untere LED-Reihe zeigt den gewählten Eingang an

Und genau an dieser Stelle kommt die SATRI-Schaltung von Bakoon ins Spiel. Eine normale Verstärkerschaltung hat eine hohe Eingangsimpedanz und eine niedrige Ausgangsimpedanz und verstärkt die am Eingang anliegende Spannung. Die SATRI-Schaltung funktioniert genau anders herum, indem die Eingangsimpedanz sehr niedrig und die Ausgangsimpedanz extrem hoch ist. Die Schaltung verstärkt den am Eingang anliegenden Strom. Technisch wird das über Stromspiegel realisiert, die den am Eingang fließenden Strom an den Ausgang übertragen. Die Qualitätsparameter der Schaltung sind bei diesem Konzept in einem weiten Bereich unabhängig von der gewählten Verstärkung. Die gewünschte Verstärkung kann man mit einem einzigen Widerstand am Schaltungsausgang festlegen. Ersetzt man diesen festen Widerstand durch einen variablen Widerstand, dann lässt sich der Verstärkungsfaktor einstellen und man erhält eine aktive Lautstärkeregelung ohne die oben genannten Nachteile. Beim AMP-41 kommt hierfür eine über Relais geschaltete Widerstandskette mit 50 Stufen zum Einsatz.


Vor der SATRI-Schaltung sitzt im AMP-41 ein mit JFETs aufgebauter Eingangs-Buffer, der für die über die RCA-Buchsen angelieferten Spannungssignale eine Impedanz-Wandlung durchführt, ohne jedoch das Signal zu verstärken. Am hochohmigen Ausgang der SATRI-Schaltung gibt es einen weiteren Impedanz-Wandler, um die Lautsprecher antreiben zu können. Dieser Schaltungsteil ist mit einem einzigen Pärchen lateraler MOSFETs von Exicon aufgebaut, die speziell für Audio-Anwendungen entwickelt wurden und im Class-AB-Betrieb arbeiten. Eine spezielle Bias-Schaltung sorgt für optimale Arbeitsbedingungen der beiden MOSFETs. Auch an dieser Stelle erfolgt keine Spannungsverstärkung. Die gesamte Konfiguration besitzt keine (Spannungs-)Gegenkopplung. Merken Sie etwas? Der AMP-41 hat überhaupt keine Line-Stufe im herkömmlichen Sinne, sondern besitzt mit der SATRI-Schaltung nur eine einzige (Spannungs-)verstärkende Stufe, die zugleich als aktiver Lautstärkeregelung fungiert. Kürzer kann man einen Signalweg kaum designen.

Die Anschlüsse auf der Rückseite sind streng symmetrisch, getrennt nach links und rechts angeordnet
Die Anschlüsse auf der Rückseite sind streng symmetrisch, getrennt nach links und rechts angeordnet

Auch bei Bedienung, Funktionalität und nicht zuletzt im Design zeigt sich der Bakoon-typische Minimalismus, der mir sehr sympathisch ist. Ein Paar Lautsprecheranschlüsse, zwei Paar unsymmetrische RCA-Eingänge und zwei Paar SATRI-Link-Verbindungen mit BNC-Buchsen, mehr Anschlüsse gibt es nicht. Mit einem einzigen kombinierten Druck- und Drehregler auf der Frontseite werden Power, Eingangswahl und Lautstärke gesteuert. Sobald der AMP-41 an die Netzspannung angeschlossen ist, geht das Gerät über einen separaten kleinen Transformator in den Standby-Modus. Dreht man den Drehknopf im Uhrzeigersinn, wird der AMP-41 zunächst aus dem Standby-Modus aufgeweckt und durch weiteres Drehen erhöht man dann sukzessive die Lautstärke. Dreht man den Knopf umgekehrt gegen den Uhrzeigersinn reduziert man die Lautstärke bis man schließlich wieder im Standby-Modus landet. Durch Drücken auf den Regler werden die vier Eingänge nacheinander angewählt. Braucht man wirklich mehr?

Die SATRI-Link-Eingänge sind mit BNC-Buchsen ausgeführt
Die SATRI-Link-Eingänge sind mit BNC-Buchsen ausgeführt

Auf ein Display hat Bakoon beim AMP-41 verzichtet Die Eingangswahl wird über eine Reihe von vier LEDs angezeigt und für die Anzeige der Lautstärke nutzt Bakoon zwei weitere Reihen von jeweils fünf kleinen LEDs. Beginnt man die Lautstärke hochzufahren, leuchtet zunächst die äußerste linke LED in der unteren LED-Reihe mit dem Wert 1. Die nächsten LEDs in dieser Reihe haben die Werte 3, 5, 7 und 9. Für die Zwischenwerte 2, 4, 6 und 8 leuchten jeweils zwei benachbarte LEDs gleichzeitig. Dreht man jetzt weiter, verlischt die LED mit dem Wert 9 in der unteren Reihe, während nun die äußerste linke LED in der oberen Reihe mit dem Wert 10 zu leuchten beginnt. Dreht man weiter an der Lautstärke dann leuchten zusätzlich wieder die LEDs in der unteren Reihe in der gerade beschriebenen Reihenfolge bis am Ende in der oberen Reihe die LED mit dem Wert 20 aufleuchtet und so weiter. Ich halte das für eine ebenso elegante wie minimalistische Lösung.


Der Innenaufbau des AMP-41 ist aufgeräumt und übersichtlich: oben die Platine mit der gesamten Verstärkerschaltung einschließlich Lautstärkeregelung, rechts die Netzteilplatine mit den Siebkapazitäten und unten der große Ringkerntrafo
Der Innenaufbau des AMP-41 ist aufgeräumt und übersichtlich: oben die Platine mit der gesamten Verstärkerschaltung einschließlich Lautstärkeregelung, rechts die Netzteilplatine mit den Siebkapazitäten und unten der große Ringkerntrafo

Nach dem Einschalten aus dem Standby-Modus leuchten zunächst alle Leuchtdioden und verlöschen dann in umgekehrter Reihenfolge wie gerade bei der Lautstärkeregelung beschrieben. Während dieses Vorgangs sind die Lautsprecherausgänge stumm geschaltet. Wenn nur noch die LED für den gewählten Eingang leuchtet, ist das Gerät betriebsbereit. Nach jedem Einschaltvorgang wird die Lautstärke sicherheitshalber immer auf null gesetzt.

Aus optischen Gründen hat man bei Bakoon auf die klassischen Kühlkörper an den Seitenwänden verzichtet und benutzt das gesamte, aus massiven Aluteilen gefertigte Gehäuse zur Kühlung. Die Leistungstransistoren sind direkt auf der Bodenplatte befestigt. Die besonders dicken Seitenteile und zusätzliche Aluminiumblöcke direkt hinter den Leistungstransistoren übertragen die Wärme auf mehreren Pfaden von der Boden- zur Deckplatte. Zusätzlich sind auch noch die Gehäusefüße in Form eines Kühlkörpers konstruiert. Dieses Wärmemanagement funktioniert hervorragend und nach etwa einer halben Stunde nach dem Einschalten hat sich das gesamte Gehäuse gleichmäßig erwärmt.

Die SATRI-Schaltung befindet sich in dem schwarzen Modul und ist vor neugierigen Augen geschützt
Die SATRI-Schaltung befindet sich in dem schwarzen Modul und ist vor neugierigen Augen geschützt

Für den Hörtest habe ich den AMP-41 zunächst mit meinem Jota-System verbunden, bei dem die beiden Säulen im Tief-Mitteltonbereich ohne Begrenzung nach unten betrieben werden. Für die Anbindung des Subwoofers musste ich das Signal an den Lautsprecherausgängen des AMP-41 abgreifen, da dieser keinen anderen Ausgang besitzt. Das Subwoofer-Management-System von Velodyne kommt auch mit dieser Konstellation zurecht. Auf digitaler Seite kam mein bewährter Signalweg von MinimServer über JPLAY und meine beiden kaskadierten Mutecs in den S/PDIF-Eingang des PS Audio DirectStream DAC zum Einsatz.


Ich habe mir in letzter Zeit angewöhnt, während der unvermeidlichen Einspielphase eines Geräts diese Zeit zu nutzen, um mich aktiv um meine Musiksammlung zu kümmern. Dabei bleibt es nicht aus, auch mal mehr oder weniger lang in den einen oder anderen Titel hineinzuhören. Doch diesmal bleibe ich noch in der Einspielphase bei „Carmen“ mit der wundervollen Leontyne Price als feuriger Zigeunerin und den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan (The RCA Opera Treasury 74321 39495 2) hängen. Die Wiedergabe der Stimmen, allen voran der von Leontyne Price, ist mit dem AMP-41 phänomenal. Da ich das nicht so recht glauben konnte, habe ich die Aufnahme einen Tag später noch einmal ganz bewusst angehört – mit dem gleichen Ergebnis. Ich habe daraufhin durch eine Vielzahl von Titeln gezappt, nicht nur aus dem klassischen Bereich, sondern auch meine üblichen Favoriten, wie „Come Away With Me“ mit Norah Jones, „Girl in the other Room“ mit Diana Krall oder „Memphis...Yes, I'm Ready“ von Dee Dee Bridgewater. Der AMP-41 präsentiert die Eigenheiten der so unterschiedlichen Stimmen auf eine außergewöhnlich natürliche, aber detaillierte Weise und lässt sie so besonders authentisch klingen.

Die Siebkapazitäten im Netzteil werden durch eine „Armada“ von vielen kleinen, parallel geschalteten Kondensatoren realisiert
Die Siebkapazitäten im Netzteil werden durch eine „Armada“ von vielen kleinen, parallel geschalteten Kondensatoren realisiert

Nach meiner Erfahrung kommt ein derart ausgeprägter Mitteltonbereich auch der Wiedergabe akustischer Instrumente in vollem Umfang zu Gute. Die Flamenco Gitarre bei „Galicia Flamenco“ mit Gino D‘ Auri (Flamenco Passion FIM XRCD) erklingt mit dem AMP-41 ausnehmend samtig und geschmeidig. Auch die übrigen Instrumente haben Substanz und Farbe. Beeindruckend sind Kleinigkeiten, wie das Knarzen des Cellos, das dem Ganzen das besondere Extra verleiht. Bei dem Stück „Jota“, gespielt von Pepe Romero (Pepe Romero Flamenco! - Mercury Living Presence CD), verbindet sich höchstes technisches Können mit großartiger Musikalität. Obwohl der Klang der Solo-Gitarre auch hier ungemein rund und voll erklingt, kommen die Saiten-Anschläge präziser und dynamischer als ich es sonst gewohnt bin. Hier geht großartige Tonalität mit stupender Dynamik einher.

Genauso wichtig ist für mich, dass der Hochtonbereich ohne Bruch an den phantastischen Mitteltonbereich anzuschließen vermag. In den Streichersonaten von G.A. Rossini für zwei Violinen, Cello und Kontrabass (Salvatore Accardo - Rossini: 5 Sonate a Quattro - LIM UHD) klingen die Streicher bis in die höchsten Tonlagen samtig und geschmeidig ohne den kleinsten Anflug von Härte.

In der Mitte – durch die Platine zur Hälfte verdeckt – die beiden Mosfet-Ausgangstransistoren; dahinter der Aluminiumblock zur thermischen Kopplung von Boden- und Deckplatte
In der Mitte – durch die Platine zur Hälfte verdeckt – die beiden Mosfet-Ausgangstransistoren; dahinter der Aluminiumblock zur thermischen Kopplung von Boden- und Deckplatte


Vor diesem Hintergrund verwundert es schon nicht mehr, dass auch die räumliche Wiedergabe vom Feinsten ist, eine entsprechende Aufnahme, wie die klanglich exzellente Einspielung der „7. Symphonie“ von Beethoven mit dem Budapest Festival Orchestra (Beethoven - Symphony No. 7, Channel Classics, 96 kHz) unter Iván Fischer, vorausgesetzt. Der AMP-41 lässt keinen Zweifel daran, wo welches Instrument positioniert ist und welche Größe es hat.

Nach dieser überzeugenden Vorstellung möchte ich gerne noch wissen, wie der AMP-41 mit meiner Phonostufe von Erno Borbely harmoniert. Meine Befürchtung, dass der Gesamtverstärkungsfaktor nicht ausreichen könnte – immerhin fehlt ja praktisch die Line-Stufe, erweist sich in diesem Fall als unbegründet. Für meinen Geschmack passt diese Phonostufe sogar besonders gut zur Klangcharakteristik des AMP-41. „Pineapple Poll“ ist ein kurzweiliger Querschnitt durch das Gilbert/Sullivan-Repertoire, das Charles Mackerras in Form eines komischen Balletts arrangiert hat. Die Auswahl der Stücke lässt keine Langeweile aufkommen. Das Royal Philharmonic Orchestra ist in der aus dem Jahr 1960 stammenden Aufnahme ausnehmend spielfreudig aufgelegt, der Dirigent und Arrangeur ebenfalls und die Klangqualität für eine so alte Produktion erstaunlich druckvoll und transparent (Charles Mackerras / Royal Philharmonic Orchestra - EMI HMV Greensleeve ESD 7028). Diese heitere Mischung gibt der AMP-41 mit dem richtigen Elan in den fröhlichen Stücken und reizender Ausdruckskraft in den sentimentalen Teilen wieder. „El Patinillo“ von Gerónimo Giménez in der Aufnahme mit dem Orchesta Nacional de Espana unter der Leitung von Ataulfo Argenta (ALHAMBRA - ALTO (AA006), 1997) wird zu einem großen Genuss mit enormer Räumlichkeit sowohl in der Tiefe als auch in der Breite. Die Streichereinsätze haben eine Strahlkraft, die einfach mitreißend ist. Bestechend ist für mich, wie der AMP-41 hier mit seiner enormen inneren Dynamik glänzt. Damit meine ich nicht so sehr die Eigenschaft, Unterschiede zwischen laut und leise wiederzugeben, sondern die Intensität, mit der das ganze Orchester von leisen zu lauten Passagen und umgekehrt wechselt. Das erst macht für mich die Musikwiedergabe zu einem besonderen Erlebnis.

Zum Abschluss betreibe ich den AMP-41 noch an meiner kleinen Audioplan Kontrapunkt IV. Auch mit diesem Lautsprecher kommt der AMP-41 mühelos zurecht. Der Tieftonbereich hat natürlich seine Grenzen, bleibt mit dem AMP-41 aber jederzeit klar und präzise. Der Mitteltonbereich der Kontrapunkt verbindet sich mit dem AMP-41 zu einer fast schon „harmoniesüchtig“ zu nennenden Symbiose. Die Musik löst sich vollständig von den Boxen. Es ist schon erstaunlich, wie weit man klanglich in der Kombination mit dem AMP-41 hier kommt. Sie haben es längst gemerkt, an den AMP-41 kann man – die richtigen Spielpartner respektive Lautsprecher vorausgesetzt – sein Herz verlieren. Ganz abgesehen davon hebt sich der AMP-41 mit seinem klaren Design und Bedienungskonzept wohltuend vom so oft anzutreffenden Einerlei ab.

STATEMENT

Der Bakoon AMP-41 ist mit seinem minimalistischem Konzept und Design Understatement pur, weil klanglich mit den richtigen Lautsprechern kombiniert einfach herausragend.
Gehört mit
Computer Intel Core i5 2,5 GHz, 6 GB RAM, Windows 10 mit AudiophileOptimizer 2.20, G-Technology 4 TB G| USB-C Laufwerk mit HDPLEX 200W Linear-Netzteil, Intel Xeon E3-1225 3,2 GHz, 4 GB RAM, Windows Server 2012R2 mit AudiophileOptimizer 2.20, JPLAY USB Card, HDPLEX 200W Linear-Netzteil
Software JPlay 6.2, Roon
Reclocker 2 x Mutec MC 3+ USB kaskadiert
D/A-Wandler PS Audio DirectStream DAC
Plattenspieler Platine Verdier
Tonarm Souther TRIBEAM
Tonabnehmer Clearaudio Veritas
Vorstufe Phono Erno Borbely
Lautsprecher Outsider Jota mit Velodyne Subwoofer Management System SMS-1, Audioplan Kontrapunkt IVB
Kabel Van den Hul, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable
Herstellerangaben
Bakoon AMP-41
Eingänge 2 Paar unsymmetrisch RCA (Eingangsimpedanz 100 kΩ), 2 Paar SATRI-LINK BNC (Eingangsimpedanz 3,68 Ω)
Verstärkung 23 dB max
Lautstärkeregelung 50 Stufen über Relais und Microprozessor-gesteuert
Ausgangsleistung 2 x 50 W an 8 Ω (1 kHz)
Leistungsaufnahme 300 W (Maximum)
Gewicht 15 kg
Abmessungen 425 x 103 x 345 mm (BxHxT)
Preis 10.000 Euro

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

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ELAC, ein international führender Hersteller leistungsstarker Lautsprecher und Elektronik, kündigt die Linie „Debut 2.0“ an, eine neue Lautsprecherserie inklusive Subwoofern. Aufbauend auf dem Erfolg der ersten Generation, integriert der jüngste Zugang der Debut Familie eine Vielfalt neuer Features und Technologien.

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„Basierend auf dem Feedback der Händler und Endkunden, einhergehend mit Marktänderungen, haben wir die gesamte Linie überarbeitet und mit neu entwickelten Treibern, Schallführungen, Gehäusen sowie Frequenzweichen bestückt – resultierend in einer einfacher einzurichtenden Lautsprecherserie, die eine beträchtliche Leistungssteigerung bietet“ sagte Andrew Jones, Vizepräsident der Entwicklung, ELAC.

Einige der relevanten und neuen Features der Debut 2.0 sind:

  • Neuer Hochtöner mit breit abstrahlender Schallführung – Ein neuer Seidenkalottenhochtöner mit breiter Sicke, arbeitet bis hin zu 35.000 Hertz, für einen noch lebensechteren Hochbereichg. Durch die Schallführung wird nicht nur die Richtcharakteristik verbessert, sondern auch die Kantenbeugung der Schallwellen, wie sie bei traditionellen Lautsprechergehäusen unvermeidbar ist. Neben einem erweiterten Bassfrequenzgang bietet der neue Aufbau auch eine verbesserte Ankopplung an den Tieftöner.
  • Neuer Tieftöner aus gewebter Aramidfaser – Das überarbeitete Design des Aramid-Kegels ermöglicht eine bessere Steifheit und Dämpfung, die kombiniert mit der neuen Staubschutzkappe für eine sanftere sowie transparentere Klangwiedergabe sorgt.
  • Einfachere Platzierung durch neue Gehäuse – Die Debut 2.0 wird in Esche Schwarz Dekor ausgeliefert. Dank verstärkter MDF-Innenwände werden Gehäusevibrationen und dadurch entstehende Klangverfärbungen minimiert. Die Neuplatzierung des Bassreflexrohres zur Front der Lautsprecher erlaubt eine Lautsprecherpositionierung nahe der Wand oder in Regalen.
  • Automatische Raumeinmessung und Multi-Subwoofer Steuerung kombiniert in einer App – Der neue SUB 3010 integriert einen der meistgenannten Kundenwünsche, die Möglichkeit, mehrere Subwoofer mit einem Gerät kontrollieren zu können. Darüber hinaus besteht die Option, jeden Subwoofer individuell oder für bestimmte Funktionen als Gruppe anzusteuern.

Die neuen Modelle sind ab Juni im Handel erhältlich.

Vertrieb
ELAC Electroacustic GmbH
Anschrift Rendsburger Landstr. 215
24113 Kiel
Telefon +49 431 647740
Fax +49 431 682101
E-Mail info@elac.com

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Die Confidence Linie wurde mit neuen Materialien, Techniken und Technologien auf den neuesten Stand gebracht. Dies sind nach Meinung des Herstellers die besten Lautsprecher, die Dynaudio je gefertigt hat.

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Der dänische Lautsprecherspezialist Dynaudio ermöglichte den Besuchern der Fachmesse HIGH END in München einen ersten Blick auf die neueste Inkarnation seiner legendären High-End-Lautsprecherlinie Confidence. Die neue Lautsprecherfamilie soll bei Design, Materialien und Fertigungstechniken neue Standards setzen. Hier kommen bekannte und geschätzte Technologien von Dynaudio zum Einsatz – wie etwa Gewebehochtöner, Lautsprechermembranen aus MSP (Magnesium-Silikat-Polymer) und die DDC (Dynaudio Directivity Control).

Zu den weiteren Merkmalen der Confidence-Linie gehören neu entwickelte Chassis – darunter der neue Esotar3 Hochtöner –, präzisionsgefertigte Verbundwerkstoff-Schallwände sowie optimierte Frequenzweichen. Das Resultat ist Dynaudios bislang fortschrittlichste passive Lautsprecherlinie. Auf der Grundlage umfassender Messungen, die das Unternehmen in seiner Jupiter-Messanlage durchführte, konnte die technisch innovative Soundbeaming-Technologie-DDC der Dynaudio Lautsprecher zum neuen DDC-Lens-System weiterentwickelt werden. Die DDC-Lens sorgt zusammen mit den neuen Hochleistungs-NeoTec-Tieftönern, dem innovativen Mitteltönerkorb, der Horizon-Sicke sowie der neuen Compex-Verbundwerkstoff-Schallwand dafür, dass die Musik ihren Weg genau dorthin findet, wo sie ihre Wirkung entfalten kann: zu den Ohren des Zuhörers.

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„Ich arbeite nun schon sehr lange in dieser Branche“, sagt Otto Jørgensen, Produktmanager bei Dynaudio. „Aber die neue Confidence hat es mir zum ersten Mal seit beinahe einem Jahrzehnt erlaubt, Neues in Musikaufnahmen zu entdecken, von denen ich glaubte, sie in- und auswendig zu kennen. Sie ist wirklich außergewöhnlich.“

Die neue Confidence Linie umfasst vier Modelle:

Die Confidence 20 (12.000 Euro) ist ein großer Zweiwege-Kompaktlautsprecher. Sie ist mit einem 18-Zentimeter-Long-Throw-Tieftöner mit Neodym-Magnet und einem Esotar3-Hochtöner ausgestattet. Zum Lieferumfang gehören außerdem spezielle Ständer, die die Funktion des nach unten gerichteten Bassreflex-Ports unterstützen.

Die Confidence 30 (19.000 Euro) ist ein mittelgroßer Dreiwege-Standlautsprecher mit integrierter DDC-Technologie. Sie ist mit zwei 18-Zentimeter-Tieftönern mit Neodym-Magneten, einem 15-Zentimeter-Mitteltöner (ebenfalls mit Neodym-Magneten) und einem Esotar3-Hochtöner mit DDC Lens ausgestattet.

Die Confidence 50 (26.000 Euro) ist ein großer Dreiwege-Standlautsprecher mit DDC-Technologie. Hier kommen zwei 18-Zentimeter-Tieftöner mit Neodym-Magneten, zwei 15-Zentimeter-Neodym-Mitteltöner und ein Esotar3-Hochtöner mit DDC Lens zum Einsatz.

Die Confidence 60 (40.000 Euro) ist ein besonders großer Dreiwege-Standlautsprecher. Ihre DDC-Technologie verwendet zwei 24 Zentimeter-Neodym-Tieftöner, zwei 15-Zentimeter-Mitteltöner (ebenfalls mit Neodym-Magneten) und einen einzelnen Esotar3-Hochtöner in Verbindung mit der DDC Lens.

Alle Lautsprecher der neuen Confidence Linie sind in den Ausführungen Midnight High-Gloss, Smoke High-Gloss, Raven Wood High-Gloss, Ruby Wood High-Gloss und Blonde Wood erhältlich.

Vertrieb
Dynaudio International GmbH
Anschrift Ohepark 2
21224 Rosengarten
Germany
Telefon +49 4108 41800
Fax +49 4108 418010
Web www.dynaudio.de

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Montag, 04 Juni 2018 00:11

Audeze LCD-X

geschrieben von

Audeze produziert Magnetostaten in handwerklicher und klanglicher Perfektion. Mir wird die Aufgabe zuteil, unser Audeze-Testportfolio um den LCD-X zu erweitern. Dass der Testablauf keinesfalls der namensgebenden Odyssee glich, sondern mich auf angenehme Weise ans Ziel führte, werde ich im Folgenden schildern.

Der LCD-X soll, ebenso wie sein geschlossenes Pendant LCD-XC, zu den vielseitigsten Magnetostaten der LCD-Serie gehören. Die Nutzbarkeit an einem Smartphone, Tablet oder PC soll ebenso gegeben sein wie an einem separaten Kopfhörerverstärker. Bei einer Impedanz von 20 Ohm, gepaart mit der hohen Empfindlichkeit von 103 Dezibel bei einem Milliwatt sollen bereits 100 Milliwatt Ausgangsleistung des Zuspielers ausreichend sein. Aktuell ist der offene Magnetostat in Standardausführung oder als sogenanntes deutlich günstigeres Creator Package, bei dem kein Transportcase mitgeliefert wird, erhältlich. Des Weiteren gibt es eine Ausführung mit Ohrpolstern und Kopfband aus Lammleder oder eine vegane Alternative, bei der Alcantara verarbeitet wird. Für große Köpfe gibt es längere Distanzstangen, die allerdings gesondert geordert werden müssen.

Bevor ich zusammenfassend die Funktionsweise des Schallwandlers erläutere, möchte ich eines kurz vorwegnehmen. Als unser Chefredakteur mir den LCD-X als mein nächstes Testprodukt angekündigt hat, haben wir weder über seine Erfahrungen mit dem LCD-XC, noch über etwaige Empfehlungen hinsichtlich Musikstil gesprochen. Auch den Test des LCD-XC habe ich erst im Nachgang gelesen und erst dann unsere teilweise übereinstimmenden Höreindrücke festgestellt. Der LCD-X und LCD-XC liegen demnach hinsichtlich ihrer klanglichen Eigenschaften in gewissen Bereichen eng beieinander. Dennoch stehen sich ein offener und geschlossener Kopfhörer gegenüber, die für vollkommen verschiedene Anwendungszwecke konzipiert wurden.

Das stilisierte Audeze-A auf der Außenseite gibt dem edlen Design den letzten Schliff
Das stilisierte Audeze-A auf der Außenseite gibt dem edlen Design den letzten Schliff

Die zur Fertigung der Audeze-Produktpalette genutzten Materialien kommen teilweise aus der Raumfahrttechnik der NASA und es hat einige Zeit gedauert, bis Audeze die Verarbeitung der außergewöhnlich dünnen Folie perfektioniert hat. Diese spezielle Folie wird ganzflächig durch ein besonderes Verfahren im Vakuum mit Metall beschichtet und im Magnetfeld einer Anordnung von Permanentmagneten platziert. Sowohl die Folienmembran als auch die Magneten werden intern fabriziert und sind Eigenentwicklungen von Audeze. Durch die geringe Dicke und somit auch kleine Masse der Membran, gelten Folien-Magnetostaten als ausgesprochen impulsgetreu. Um ausreichenden Tiefgang zu erreichen, ist allerdings eine recht große Membranfläche von Nöten, die den verhältnismäßig geringen Hub kompensiert. Zusätzlich kommen sogenannte Fazors zum Einsatz, die sich als eine Art Waveguide verstehen lassen. Außerhalb der Magnetanordnung positioniert, „lenken“ sie die Schallwellen zur Verbesserung der Transparenz, Phasenreinheit, Hochtonwiedergabe und sollen Verzerrungen minimieren.


Mit diesem Zertifikat unterstreicht der Hersteller seinen hohem Qualitätsanspruch
Mit diesem Zertifikat unterstreicht der Hersteller seinen hohem Qualitätsanspruch

Für den Test steht mir das Creator Package zur Verfügung. Kopfhörer, Anschluss- und Adapterkabel, die Bedienungsanleitung auf einem USB-Stick – mit wenigen 100 Megabytes Speicherkapazität – und eine Authentizitätsurkunde im Kreditkartenformat befinden sich im Lieferumfang. Der Authentizitätsurkunde ist zu entnehmen, dass der Kopfhörer firmenseitig umfangreich getestet wurde, bereits eine Einspielphase durchlaufen hat und somit sofort einsatzbereit ist. Quittiert wird dies handschriftlich vom zuständigen Mitarbeiter. Das Autogramm hat sich der LCD-X wahrlich verdient. Die Verarbeitungsqualität ist makellos, das mattschwarze Aluminium macht die gesamte Konstruktion überaus robust und sieht verdammt gut aus. Speziell das Design der seitlichen Öffnungsgitter mit dem angedeuteten A sieht sehr edel und hochwertig aus. Die solide Verarbeitung und große Bauform bringen unweigerlich einiges an Gewicht auf die Waage, im Ganzen über ein halbes Kilo. Im Verlauf der Hörsessions, die mitunter gute drei Stunden gedauert haben, hat sich aber gezeigt, dass das Gewicht durch den angenehmen Sitz entspannt auf dem Kopf ruht. Gleichermaßen massiv ist das geflochtene Anschlusskabel, das mit einem 6,3-Millimeter-Klinkenstecker, zwei 4-Pol Mini-XLR zum Anschluss an den Kopfhörer und einem festen Aluminiumzylinder an der Y-Aufteilung ausgestattet ist. Das Kabel verrät es bereits, die Aluminiumschönheit LCD-X fühlt sich am wohlsten in Gesellschaft von dedizierten Kopfhörerverstärkern. Für den Betrieb an 3,5-Millimeter-Klinkenbuchsen liegt ein Adapterkabel bei. Für den Betrieb unterwegs ist das ziemlich umständlich, aber hierfür ist die offene Bauform ohnehin eher ungeeignet. Wer dennoch ausschließlich eine 3,5-Millimeter Buchse nutzen möchte, kann die Zuleitung gegebenenfalls austauschen und somit auf das Adapterkabel verzichten. Dazu muss aber auf einen Kabelspezialisten zurückgegriffen werden, da Audeze selbst diese Variante nicht anbietet.

Das mitgelieferte Kabel ist ausreichend lang und flexibel
Das mitgelieferte Kabel ist ausreichend lang und flexibel

Die niedrige Impedanz und hohe Empfindlichkeit des Kopfhörers sollten ihn eigentlich sehr unkritisch in der Wahl des Zuspielers machen. Insofern beginne ich mich durch die Musikbibliothek auf meinem FiiO X7 Mark II mit AM3A-Modul zu hören. Das Verstärkermodul liefert nur wenig mehr Leistung, als der LCD-X mindestens verlangt. Als erstes wähle ich den vielgehörten Klassiker „Sultans of Swing“ von Dire Straits gleichnamigem Debutalbum – remastered und in 44,1/16. An diesem Song gefällt mir neben seiner musikalisch schlichten, aber dennoch außergewöhnlich groovigen Darbietung die extrem luftige Einbindung der Gitarre in den Mix. Außerdem hat das Stück ungeahnte Tiefbässe, die je nach Abhörsituation unterschiedlich stark zu Tage treten. Mal sehen, was mit dem portablen Player möglich ist. Genau wie in der ersten Textzeile überkommt mich ein kurzer Schauer, allerdings nicht vor Erschrecken, sondern vor Freude. Die Gitarre klingt fast genauso unbeschwert, wie ich sie mir gewünscht habe, die Beckenanschläge extrem artikuliert, der E-Bass sehr tief und warm. Der erwähnte Tiefbassanteil ist minimal hörbar und sticht nicht unangenehm heraus wie es bei manchen Kopfhörern oder Lautsprechern der Fall ist. Alle Frequenzbereiche scheinen absolut gleichberechtigt zu sein. Die Lautstärkeregelung am Player musste ich zu etwa 40 Prozent aufdrehen, um eine angenehme Hörlautstärke zu erreichen. Der Kopfhörer ist demnach tatsächlich genügsam und kommt schon mit wenig Verstärkerleistung ausgezeichnet zurecht. Sogar mein Smartphone ist in der Lage, den LCD-X anzutreiben, allerdings nur bei moderaten Lautstärken. Da dies geklärt ist, stecke ich um an den Kopfhörerverstärker des Mytek Liberty Digital-Analog-Wandlers. Nochmals höre ich denselben Song bei identischer Lautstärke. Die ohnehin schon große Bühne scheint noch ein Quäntchen zuzulegen, ebenso der Tiefgang. Die Mitten werden minimal präsenter, was besonders an der Stimmwiedergabe auffällt und die Separation der Instrumente wird noch etwas ausgeprägter. Im Direktvergleich gefällt mir persönlich der zurückhaltendere Klang des mobilen Players besser. Besonders der weniger ausgeprägte, wenn auch weniger tief reichende, Bassbereich sagt meinem Geschmack eher zu. Da zur Beurteilung von Mischungen genau dieser Tiefgang allerdings unabdingbar ist, würde ich zu diesem Zweck wieder den Kopfhörerverstärker des Mytek bevorzugen. Allerdings dann die extremen Tiefen und einige Mitten per EQ leicht absenken, was der Präzision des Kopfhörers in dieser Konstellation tatsächlich zu Gute kommt. Musikalisch verliert der LCD-X dadurch zwar an Lebendigkeit, gewinnt aber an analytischer Qualität und Direktheit. Beim Musikhören setze ich normalerweise nie einen EQ ein, beim Mixing respektive Mastering wiederum ist alles erlaubt, was zweckdienlich ist. Zumal Kopfhörer für diesen Zweck in den meisten Fällen nach Lautsprechern ohnehin erst die zweite Wahl sind. Für Hörer, die nicht gerne am EQ rumschrauben, dürfte das Reveal Plugin von Audeze interessant sein. Es bietet einen speziell auf den jeweiligen Kopfhörer fest abgestimmtes Filterset, das stufenlos zwischen null und einhundert Prozent zugeschaltet werden kann. Dies funktioniert mit allen Software-Playern, die AU-, VST- oder AAX-Plugins unterstützen, in Roon beispielsweise ist es fest integriert und muss nicht erst installiert werden. Reveal verlagert die Tonalität ebenfalls leicht zum Analytischen, was beim entspannten Musikhören nicht immer erwünscht ist. Wenn man das Plugin allerdings auf einem niedrigen Prozentwert nutzt, wird es seinem Namen gerecht, denn es deckt tatsächlich minimal mehr Details auf, ohne dabei zu offensichtlich oder den Musikgenuss störend zu arbeiten. Schlussendlich ist es erfreulich, dass der LCD-X doch recht deutlich auf verschiedene Zuspieler reagiert, so findet jeder eine passende Kombi, auch ohne DSP.


Der Adapter auf 3,5 Millimeter verrichtet seinen Dienst ohne Makel, wirklich klein ist er dennoch nicht
Der Adapter auf 3,5 Millimeter verrichtet seinen Dienst ohne Makel, wirklich klein ist er dennoch nicht

Da ich mich von der Impulsfreudigkeit überzeugen lassen möchte, greife ich als nächstes zu einem absoluten Härtetest. Das Album The World Is Getting Smaller von Snarky Puppy wurde fast durchgängig von zwei Schlagzeugern eingespielt, deren Instrumente auf dem linken und rechten Kanal positioniert sind. Ich versuche die zwei Bass Drums getrennt voneinander zu hören, was die Aufgabe für den Audeze nicht einfacher macht, da speziell Impulse im niedrigen Frequenzbereich die Membrane am stärksten auslenken und somit bauartbedingt an ihre Grenzen treiben. Beim Opener des Albums „Native Sons“ in 44,1/16 gelingt dies trotzdem sehr gut. Die Schlagzeuge klingen derart satt, dass ich das Gefühl habe, als würde ich selbst spielen, die Bass Drum scheint nahezu greifbar. Dass sich dieses Gefühl konstant bei allen anderen Instrumenten fortsetzt, ist wirklich ein Meisterstück. Alles klingt sehr authentisch und homogen. Dennoch ist mir die Abstimmung ein wenig zu warm. Ich wähle diese Umschreibung bewusst, da weder basslastig noch höhenarm im Geringsten zutreffend wären. Beide Bereiche sind ebenso wie die Mitten sehr gut aufgelöst und stehen in einem angenehmen Verhältnis zueinander. Für etwas mehr Definition im Tiefbassbereich empfiehlt sich tatsächlich auch hier eine leichte Absenkung des selbigen.

Während langer Hörsessions haben die Polster stets zum hohen Tragekomfort des LCD-X beigetragen
Während langer Hörsessions haben die Polster stets zum hohen Tragekomfort des LCD-X beigetragen

Kopfhörer fordern mich meist noch mehr dazu heraus, elektronische Musik zu hören, als Lautsprecher. Deshalb hier noch ein kurzer Eindruck zum Titeltrack des Albums Canon des kanadischen DJs Overwerk. Basierend auf Smetanas Moldau erreicht das Stück zwar in keinster Weise die emotionale Tiefe des Originals, allerdings ist die Transition in einen komplett anderen Stil sehr gut gelungen. Um es kurz zu machen, der LCD-X fühlt sich in diesem Genre wie zu Hause. Abgrundtiefe, gleichzeitig enorm luftige Bässe, ohne andere Details zu überdecken. Wie bisher, eine beeindruckende Stereobreite und bereits recht passable Tiefenstaffelung für einen Kopfhörer. Beide verlieren bei den verschiedenen, übereinanderliegenden elektronischen Synth-Sounds nie den Fokus. Durch die enorme Räumlichkeit der Wiedergabe macht es enorm viel Spaß, sich durch die Klangflächen treiben zu lassen.


Nachdem ich mit dem vorherigen Beispiel an orchestraler Musik knapp vorbei geschrammt bin, abschließend noch ein Hörbeispiel aus dem klassischen Bereich. Da ich aus meinem Dachfenster wahrscheinlich direkt auf Brahms Schreibtisch hätte blicken können, wenn ich mich in den frühen Sechzigern des 19. Jahrhunderts befände, höre ich seine 2. Sinfonie in D-Dur. Ich wähle die Einspielung von Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern aus dem Jahre 1987 (Deutsche Grammophon, DDD) in der remasterten Ausgabe als CD-Rip. Und ab diesem Moment setzt ein Phänomen ein. Trafen sich die klangliche Abstimmung und mein persönlicher Geschmack bisher nicht in vollem Umfang, bin ich jetzt schlichtweg überwältigt. Der sanft beginnende erste Satz ist eine wahre Freude, auch ohne dass ich am EQ herummanipuliert habe. Die räumliche Gesamtabbildung des Orchesters ist fantastisch, die Auflösung, Dynamik und das Timbre der verschiedenen Instrumentengruppen auf extrem hohem Niveau, obwohl die Aufnahme selbst nicht die transparenteste ist. Das Zusammenspiel der melodieführenden Instrumente im zweiten Thema ist wunderschön. Zuerst durch Bratschen und Celli erklingend, wandert das Motiv zu den Holzbläsern und schlussendlich in die Geigen. Wunderbar nachvollziehbar und gleichzeitig vielschichtig. Einzig bei den Kontrabässen vermisse ich Definition und Lokalisierbarkeit, was nicht dem Kopfhörer, sondern wiederum auch der Aufnahme anzulasten ist. Dass dies das einzige ist, was mich stört, zeigt einerseits nochmals eindrücklich wie hochwertig, andererseits wie originalgetreu und beurteilbar der Kopfhörer das eingespielte Signal umsetzt.

STATEMENT

Der LCD-X sei Klassikliebhabern nachdrücklich ans Herz gelegt. Auch Freunde anderer Musikstile werden ihre wahre Freude an dem Audeze haben, solange sie auf eine tendenziell entspannter klingende, warme Wiedergabe Wert legen. Nicht zuletzt die hervorragende, solide Verarbeitung macht den Magnetostaten zu einem außergewöhnlichen Kopfhörer.
Gehört mit
Computer Intel i7-2600K @ 3,4GHz, 16GB RAM @ 1600MHz, Windows 7 Professional SP1 (Roon, foobar2000)
DAC Mytek Liberty DAC
Player FiiO X7 Mark II mit AM3A
Smartphone Motorola X 2nd Gen, 32GB, Android 6.0 (Onkyo HF Player)
Herstellerangaben
Audeze LCD-X
Stil Offener ohrumschließender Kopfhörer
Wandlerart magnetostatisch
Magnetstruktur proprietäre Magnetanordnung
Phasenmanagement nicht verfügbar
Magnettyp Neodym N50
Membrantyp ultra-dünne Folie
Membrandurchmesser 106 mm
Maximale Belastbarkeit 15W
Maximaler Schalldruckpegel >130dB
Frequenzbereich 10Hz – 50kHz
Klirrfaktor <0.1% @ 100dB
Impedanz 20 Ohm
Empfindlichkeit 103dB/1mW
Leistungsbedarf >100mW
Preis 1450 Euro

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

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quadral hat im Rahmen der diesjährigen HIGH END in München zwei ganz besondere Highlights präsentiert: Die Aktiv-Lautsprecher Aurum Alpha & Aurum Gamma betraten vor dem anspruchsvollen Publikum zum ersten Mal die Bühne

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Überzeugen können die Komponenten mit schlagkräftigen Argumenten, zu denen neben der hochwertigen und leistungsfähigen Elektronik auch bewährte Chassis aus der passiven Aurum-Serie, eine ausgeklügelte Gehäuse-Konstruktion sowie innovative Features wie die DIRAC-Raumeinmessung zählen.

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Bei beiden Modellen handelt es sich um 3-Wege-Standlautsprecher, die nach dem geschlossenen Prinzip arbeiten und mittels leistungsfähigen, integrierten Verstärkern angetrieben werden. Beim Topmodell Aurum Alpha sind dies satte 700 Watt, das kleinere Modell Aurum Gamma ist mit 350 Watt versehen.

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Maximale Kraft und Präzision kombiniert mit einer exzellenten Musikalität sollen für den unvergleichlich authentischen und natürlichen Klang der neuen Aurum-Aktiv-Serie sorgen. Angesteuert werden die Verstärkermodule über einen digitalen Hochleistungs-Signal-Prozessor. Hohe Flexibilität offerieren die Aurum-Aktiv-Lautsprecher bei der Zuspielung.

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Neben einem optischen Digitaleingang sowie analogen symmetrischen und asymmetrischen Anschlüssen sind sowohl Aurum Alpha als auch Aurum Gamma mit einer USB-Schnittstelle ausgestattet. Dateien auf einem angeschlossenen USB-Speicher können dann unter Zuhilfenahme der Aurum-App, die für iOS und Android kostenlos erhältlich ist, einfach wiedergegeben werden. Natürlich werden auch Dateien von einem PC im Netzwerk respektive einem dedizierten Server abgespielt. Per Internet-Dienst Airable greift man auf hunderte von Internetradiosendern und Podcasts zu. Für das Streaming hochaufgelöster Inhalte steht die umfangreiche Bibliothek des populären Dienstes TIDAL bereit.

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Die beiden Modelle Aurum Alpha und Aurum Gamma sind im Pianofinish in Schwarz und Weiß voraussichtlich im Herbst 2018 im autorisierten Fachhandel verfügbar.

Preise

  • Aurum Alpha 16.000 Euro / Paar
  • Aurum Gamma 12.000 Euro / Paar

Fakten

  • zwei neue Aktiv-Standlautsprecher nach dem 3-Wege-Prinzip
  • hochleistungsfähige integrierte Verstärker
  • High Resolution Streaming und App Remote Control
  • quSENSE Bändchen-Hochtöner für maximale Präzision
  • bewährte ALTIMA-Membranen aus den passiven Aurum-Modellen
  • seitlich integrierte Tieftöner für einen schlanken optischen Auftritt
  • DIRAC Equalizing

Hersteller
quadral GmbH & Co. KG
Anschrift Am Herrenhäuser Bahnhof 26-30
D-30419 Hannover
Telefon +49 511 79040
Web www.quadral.com
E-Mail info@quadral.com

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Heute folgt der zweite und letzte Teil meines CanJam-Berichts, unter anderem mit Neuigkeiten von Astell&Kern, FiiO und Vision Ears und einem außergewöhnlichen Kopfhörerverstärker. Wie bereits angekündigt mache ich diesmal ein paar Abstecher zur High End. Ohne große Umschweife stürze ich mich direkt wieder ins Geschehen und wünsche viel Lesespaß!

Die deutsche Firma InEar stellt sowohl angepasste als auch universelle In-Ears her – Überraschung. Am Stand auf der CanJam höre ich den StageDriver 5, der wie der Name schon sagt für die Bühne zugeschnitten und mir klanglich zu verfärbt ist. Interessant ist die Holzausführung dennoch, man hat den Eindruck einen etwas weicheren Klang als mit der Acrylausführung (949 Euro) geboten zu bekommen. Der ProPhile 8 mit seinen acht Treibern auf vier Wegen hingegen sagt mir deutlich mehr zu. Über zwei Schalter kann wahlweise der Tiefton um drei und der Hochton ab 8 Kilohertz um zwei Dezibel angehoben werden. Die Einstellung mit angehobenem Hochton gefällt mir ausgesprochen gut. Gemeinsam mit dem besten Sitz, den ich bei nicht angepassten In-Ears jemals genießen durfte, ist er wohl einer der Besten zurzeit erhältlichen universellen In-Ears. Für kleine Ohren gibt es sogar eine extra kleine Ausführung. Egal für welche Größe man sich entscheidet, man sollte 1.359 Euro in der Hinterhand haben.

1More bietet Hybridtreiber im unteren Preissegment, die Modelle sind für meinen Geschmack allerdings überwiegend zu basslastig.

Dita hat es sich zum erklärten Ziel gemacht die besten elektrodynamischen In-Ears der Welt zu bauen. Mit den gehörten Fealty und Fidelity Modellen kommen sie diesem Wunsch tatsächlich sehr nah. Vor allem haben sie den Treibern den oft anzutreffenden viel zu extremen Bass abgewöhnt, was sie zu sehr ernsten Konkurrenten von BA-Treibern macht. Schlau gelöst ist die Konnektivität: der mittels Drehgewinde befestigte Klinkenstecker kann einfach ausgetauscht werden. Somit hat man eine 2,5er, 3,5er und 4,4er Klinke an einem einzigen Kabel zur Verfügung.

Am Messestand von digital highend lausche ich für eine Weile dem Mr. Speakers Ether Flow, einem Magnetostaten für 1.999 Euro, der mit seiner gut gezeichneten Bühne, trockenen Tiefen und klaren Höhen überzeugt.

 

An Hörgeräte Seiferts Messetand sind CIEMs vom amerikanischen Hersteller Ultimate Ears und Vision Ears aus Köln zu hören. Ultimate Ears Gründer Jerry Harvey gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter von In-Ear-Monitoren. Inzwischen hat er Ultimate Ears verlassen und verkauft neue Entwicklungen unter dem Markennamen JH Audio, dessen deutscher Vertriebspartner Headphone Company auch auf der CanJam vertreten ist. Ironischerweise ist JH Audio einer der wenigen Hersteller, die ich aufgrund von Zeitmangel nicht besucht habe. Aber zurück zu Ultimate Ears: mein erklärter UE-Lieblingshörer ist der Reference Remastered (etwa 1.200 Euro). Er klingt für mich von allen UE-Hörern am authentischsten. Immer wieder vermittelt er das Gefühl, dass einfach alles so klingt wie es sein soll und zeigt mit seinen drei Wegen, dass toller In-Ear-Sound nicht unbedingt viele Treiber benötigt. Der mit sechs Treibern auf vier Wegen ausgestattete UE-18+ Pro (um die 1.800 Euro) beispielsweise liefert zwar mehr Punch und Hochtonpräsenz, erreicht allerdings zu keinem Moment die Ausgewogenheit des Reference Remastered.


 

Aus dem Vision-Ears-Portfolio sticht der VE6 besonders heraus, der eine der faszinierendsten Bühnen- und Raumabbildung aller CIEMs bietet, die ich bisher gehört habe. Zwar erreicht er selbst in der neutraleren von zwei verschiedenen Abstimmung, die es auch in einem einzigen Gehäuse mit Umschalter gibt, nicht die Neutralität des UE Reference Remastered. Dafür ist die Authentizität auf selbem Niveau, mit einem kleinen aber entscheidenden Unterschied, der VE6 klingt viel musikalischer und fügt jedem Instrument eine ungeahnte, schwer zu beschreibende Qualität und Wertigkeit hinzu, arbeitet Klangcharakteristika emotionaler heraus. Für 1.530 Euro in einer der zwei Abstimmungen oder für 1.930 Euro als Xcontrol mit beiden Abstimmungen in einem Gehäuse kann man zwar nicht von einem Schnäppchen sprechen, aber der Gegenwert in Form von Hörfreude ist wirklich groß.

Die eigentliche Sensation gibt es aber auf der High End selbst am Vision Ears Stand zu bestaunen: den Erlkönig. Vision Ears erster universeller premium In-Ear mit dreizehn Treiben in fünf Wegen, beheimatet in einem Aluminiumgehäuse. Der Wahlschalter für vier verschiedene Abstimmungen findet sich unter einer magnetisch befestigten Abdeckung, die es zur Individualisierung in verschiedenen Farben gibt. Gemeinsam mit Effect Audio wurde ein speziell auf den Erlkönig angepasstes Silberkabel gefunden, das den hochwertigen Gesamteindruck des Erlkönig-Pakets abrundet. Allgemein ist die gesamte Präsentation, inklusive Messestand, der Kölner Firma optisch sehr gelungen und sticht aus der Masse an Ausstellern heraus. Der Erlkönig kann nach meinem Dafürhalten alles das, was der VE6 auch kann, nur legt er an Realismus noch weiter zu und verfügt über eine der schönsten Bassabstimmung, die ich kenne. Er schafft die perfekte Balance zwischen wuchtig, aber dennoch nie zu viel des Guten. Dies dürfte der eine, besondere Hörer sein, der der Stereokette zu Hause am nächsten kommt. Für 4.200 Euro wird er erhältlich sein.

 

Bevor ich wieder zur CanJam übersiedle bleibe ich noch eine Zeit auf der High End, da ich auch hier viele interessante in diesen Bericht passende Produkte finde. So zum Beispiel am eigenen Stand von Effect Audio. Denn nicht nur der Erlkönig, sondern auch alle anderen In-Ears können von ihren Kabeln profitieren. Neben reinen Kupfer und Silberkabeln, gibt es Hybride, die beide Werkstoffe vereinen. Auch Gold wird in der Kabelproduktion des aus Singapur stammenden Herstellers verarbeitet. Im Allgemeinen kann man Kupfer einen weicheren und runderen Klang zuschreiben, Silber klingt meist präsenter und betont Sibilanten. Die Anzahl und Dicke der verwendeten Einzeldrähte in einer Litze bewirkt ebenso dezente Klangveränderungen wie die Gesamtanzahl der verwendeten Litzen, so gibt es die meisten Kabel in einer Ausführung mit vier oder acht zusammengefassten Einzelleitungen. Alle Kabel können mit verschiedensten Steckern bestellt und so der ideale Spielpartner für den eigenen Kopfhörer oder In-Ear werden. Die Preise liegen je nach Kabel zwischen knapp 200 und fast 2.000 Euro.

 

Am selben Stand finde ich auch das Flaggschiff einer neuen Astell & Kern-Serie, den A&ultima SP1000. Er verwendet zwei AKM4497EQ, wird voraussichtlich Ende Juni ausgeliefert und kostet 3.500 Dollar. Er soll für einen mobilen Player unglaubliche 384 Kilohertz bei 32 Bit und DSD256 wiedergeben. Die Signal to Noise Ratio des einstigen Topmodels AK380 wird um 4 Dezibel im normalen und 5 Dezibel im balanced Betrieb übertroffen. Die THD+N-Werte werden ebenfalls weiter verbessert. Einen genaueren Blick auf die Serie werfe ich direkt am riesigen A&K-Stand. Der zweite im Bunde ist der A&ultima SE100, der für voraussichtlich 1.700 Dollar Ende Mai an die Vertriebe ausgeliefert wird. In ihm arbeitet die Speerspitze von ESS, der Sabre ES9038 Pro mit acht Kanälen. Der Letze im Bund ist der mit zwei CS43198 ausgestattet A&norma SR15. Er übernimmt das Userinterface ebenso wie der SE100 vom SP1000, wird wahrscheinlich noch Ende dieses Monats ausgeliefert und soll 700 Euro kosten.

 

FiiO präsentiert den neuen mobilen Player M7, der ab sofort für 249 Euro erhältlich ist. Sicher keine Soundrevolution, aber ein sehr solider, intuitiv zu bedienender High-Res-Player (PCM 192/24, DSD64) mit großem Funktionsumfang und unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben einer DAC/Verstärker-Kombination ESS SABRE9018Q2C und Samsung Exynos 7270 CPU bietet er einen USB-C-Anschluss, Bluetooth 4.2 mit aptX und aptX-HD, über 20 Stunden Spielzeit und akzeptiert eine micro-SD-Karte bis zu 512 Gigabyte Speicherkapazität. An 16 Ohm liefert der M7 immerhin 70 Milliwatt. Tatsächlich soll der Player digitales Audio (PCM und DSD128) über USB weitergeben können. Bisher werden nur FiiOs Q1 Mark II und Q5 offiziell unterstützt.

 


Ein besonderes Highlight, ebenfalls direkt auf der High End, hätte ich ohne den Hinweis meines Chefredakteurs gänzlich übersehen. Auf dem Stand von Fidata stellt Norisuke Iwahashi mir den RE · LEAF E1R Kopfhörerverstärker vor, den er im Reisekoffer zur Messe geschleppt hat. Aus einem einzigen Alublock gefräst und poliert macht er alleine optisch einen unheimlich guten Eindruck, die inneren Werte stehen dem in nichts nach. Üblicherweise wird ein Audiosignal über Amplitudenänderung der Spannung definiert, der E1R hingegen wandelt die Spannungsänderung äquivalent in Stromstärkenveränderungen um. Somit umgeht er verschiedene auftretende Nachteile von spannungsangetriebenen Kopfhörerverstärkern, unter anderem wird das Signal nicht mehr durch Spannungsabfall im Kabel beeinflusst und ein Schalter zur Anpassung an verschiedene Kopfhörer-Impedanzen fällt weg. Auf der Website von RE · LEAF findet sich eine umfangreiche Erklärung, für diejenigen die gerne ins Detail gehen möchten. Des Weiteren sind beide Kanäle getrennt auf der Platine untergebracht und die Stromversorgung für beide Kanäle, DAC und Amps sind unabhängig voneinander realisiert. Das Gesamtkonzept geht auf, der Klang des angeschlossenen, ohnehin als Referenz geltenden, Sennheiser HD800 ist phänomenal. Unglücklicherweise beträgt die Preisempfehlung des Herstellers 58.000 US-Dollar. Somit wird es für mich mit dem beeindruckenden Kopfhörerverstärker erst mal nichts werden.

Bevor ich zur CanJam zurückkehre teste ich noch die Kopfhörermodelle von Focal. Der Clear für 1.500 Euro gefällt mir besser als das Einstiegsmodell Elear für 1.000 Euro, der nochmals besser durchzeichnende Utopia kostet mit 4.000 Euro gleich ein Vielfaches.

 

Zurück auf der CanJam: Von ambient acoustics hat man auf dem deutschen Markt bisher noch nicht viel gehört. Die Produkte des ukrainischen Unternehmens sind dennoch durchaus interessant. Der AM7 LAM-U verfügt über sieben Treiber auf fünf Wegen und bietet acht verschiedene Abstimmungen in einem Gehäuse. Die tiefen Frequenzen können um null, sechs, zehn und vierzehn Dezibel verstärkt werden, die Mitten um null oder fünf Dezibel und für die Höhen stehen verschiedene Filter zur Verfügung. Diese Flexibilität findet man selten. Mir persönlich hat die Einstellung mit lediglich angehobenen Mitten am besten gefallen, der Gewinn an Stimmpräsenz war ausschlaggebend. Für die universelle Version werden etwa 920 Euro und für eine angepasste Variante 1.000 Euro fällig. Der Prototyp AM16 MAD-U in Vierwegekonfiguration mit 16 Treibern hat mir nicht wirklich zugesagt. Stimmen stehen zu sehr im Vordergrund und die Instrumente rücken viel zu weit nach hinten. Der riesige AM24 MAD-U Prototyp, mit vierundzwanzig Treibern auf fünf Wegen ist wirklich ein echter Brocken und wird als angepasster Hörer in die wenigsten Gehörgänge passen. Er klingt zwar sehr gut, aber einen wirklichen Mehrwert zum 7er stelle ich nicht fest. Schlussendlich ist es ja auch nur ein Prototyp und soll wohl eher eine eindrucksvolle Zahl liefern, als echte Innovation, denn die findet man bereits in ausreichender Form im AM7 LAM.

 

Das Flaggschiff Andromeda, der hippen Marke Campfire Audio beherbergt fünf BA-Treiber in einem Alugehäuse. In Portland entworfen und in Handarbeit gefertigt ist es ein ideales Beispiel dafür, dass guter Sound nicht unbedingt viele Treiber benötigt. Besonders hervorzuheben ist neben der angenehm runden Abstimmung das sehr differenzierte Stereobild. Instrumente werden sehr gut und sehr direkt voneinander getrennt, ohne dass dies der Homogenität schaden würde. In der Bühnentiefe geschieht dies zwar etwas weniger komplex, dadurch lässt sich das Klangbild jedoch sehr gut beurteilen. Für 1.269 Euro wechselt der Andromeda seinen Besitzer. Ebenfalls ausgestellt wird der neue auf einem dynamischen Wandler basierende Atlas, der für 1.399 Euro zu haben ist. Sein kleiner Bruder Comet kostet lediglich 199 Euro. Der letzte Neue in der Lagerfeuerrunde ist der mit einer mit Beryllium beschichtet Membran als dynamischer Wandler agierende Cascade für 899 Euro. Ein portabler geschlossener Kopfhörer mit bester Verarbeitung.

 

Die gemütliche Ansammlung von Sofas in einer etwas abgelegen Ecke der CanJam ist mir schon am dem ersten Tag aufgefallen, es dauert trotzdem bis zum letzten Messetag, bevor ich hier mal vorbeischaue. Wäre ich doch nur früher hier gelandet, denn was mich klanglich erwartet ist höchster Güte. In absoluter Wohlfühlatmosphäre präsentiert Sonoma ihr Model One. Den Kopfhörer nach dem elektrostatischen Prinzip gibt es nur im Komplettpaket mit einem passenden Vorverstärker mit fest verbautem DAC. Die Abstimmung des Kopfhörers ist schlichtweg perfekt, es gibt keinen Frequenzbereich, der mir in irgendeiner Weise auffällt, es herrscht einfach nur harmonische Homogenität. Eingehüllt von der exzeptionellen Räumlichkeit des Model Ones genieße ich meine letzten Minuten auf der CanJam.

 

Bereits lange vor diesen Erlebnissen habe ich festgestellt, dass ein Paar In-Ears einfach nicht genug sind. Zu verschieden sind die jeweiligen Stärken und Einsatzbereiche. So stehen bereits kurz nach der Messe zwei weitere Hörer auf meiner Wunschliste. Die gute Nachricht ist, dass ihr Platzbedürfnis deutlich geringer als das von Lautsprechern ausfällt und somit mehreren Hörern, vom Kaufpreis mal angesehen, nichts im Wege steht. Die schlechte Nachricht ist, dass In-Ears mindestens genauso süchtig machen wie Lautsprecher. Meinem Kopfhörerideal bin ich durch die gesammelten Hörerfahrungen auf der CanJam bedeutend näher gekommen, dennoch in diesem Bereich nach wie vor unentschlossener, welchen Kopfhörer ich zu meinem Dauerbegleiter auserwählen soll. Schließlich ist ein offener Hörer einfach nicht für unterwegs geeignet und für zu Hause habe ich ja schon eine recht anständige Stereokette nebst einer Auswahl an In-Ears. Vielleicht hat mein Bericht Ihre Entscheidungsfindung auch vorangetrieben oder neue interessante Höreindrücke geliefert. Ich hoffe ich konnte Ihnen einen recht umfassenden Einblick in die CanJam mit kleinen Ausflügen auf die High-End und portables Audio präsentieren, obwohl ich es nicht geschafft habe, wirklich jeden vertretenen Hersteller aus diesem Bereich zu besuchen. Die vielseitige, etwas ruhigere CanJam hat mich in ihren Bann gezogen und ihren nächsten Termin werde ich definitiv wieder besuchen. Vielleicht sieht man sich ja dort.

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