Dienstag, 20 März 2018 00:01

QED Supremus

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QED Kabel gibt es seit vielen Jahrzehnten, genau seit 1973. Das Sortiment ist umfangreich und das Renommee geprägt von Qualität zu vernünftigen Preisen. Im vergangenen Jahr stellte QED sein neues Spitzen-Modell unter den Lautsprecherkabeln vor, getauft auf den verheißungsvollen Namen Supremus.

In der standesgemäß hochwertigen, aber nicht übertrieben kostspieligen Verpackung finden sich eine technische Beschreibung und ein Zertifikat
In der standesgemäß hochwertigen, aber nicht übertrieben kostspieligen Verpackung finden sich eine technische Beschreibung und ein Zertifikat

Im Lateinischen bedeutet Supremus der Oberste. Somit ist mit dem Namen des neuen QED LS-Kabels der Anspruch klar definiert. Das Supremus krönt künftig das QED Kabel-Portfolio. Bis dahin hatte über Jahre das QED Genesis Silver Spiral diesen Platz inne. Dieses bleibt auch weiterhin im Programm der Briten. Das Genesis erhielt weltweit viel Anerkennung ob seiner klanglichen Fähigkeiten und fiel zusätzlich durch einen sehr akzeptablen Preis angenehm auf. Deshalb bin auch ich seit über zehn Jahren zufriedener Besitzer des Genesis Silver Spiral und habe damit die drei Wege meiner Triangle Grand Concert verkabelt. Die zum Mittelhochton-Lautsprecher führende Verbindung ist drei Meter lang und somit qualifiziert, um sich dem Vergleich mit dem neuen Supremus zu stellen, das mir der deutsche Vertrieb in genau dieser Länge lieferte. An den Triangle werde ich das Supremus jedoch nicht testen, da mir kein Supremus für den Bassbereich zur Verfügung steht. Das Silver Spiral habe ich damals eigenhändig mit Hohl-Bananas ausgestattet. Es wirkt geradezu ärmlich im Vergleich zum herstellerseitig konfektionierten Supremus mit seinen Airloc™ Bananensteckern. Die Bananas des Supremus bestehen aus reinem Kupfer, das für den bestmöglichen Oberflächen-Kontakt mit Rhodium beschichtet ist. Das gilt genau so auch für die Airloc™ Gabelschuhe, die alternativ und preisgleich zu den Bananas angeboten werden. Zur einwandfreien Arretierung lassen sich die QED-Bananas durch Verdrehen der Stecker-Kapselung in der Buchsen des Verstärkers und Lautsprechers festspannen. Denn die Bananenstecker sind segmentiert und spreizen sich in der Buchse. Die von QED eigens entwickelt Airloc™ Technologie ist eine sauerstofffreie Kaltverschweißung des Kabels mit dem Stecker. Diese Verbindung isoliert den versilberten Leiter hermetisch von der Luft, verhindert damit die Oxydation und behält ihre Güte lebenslänglich. Jedes Supremus entsteht in Handarbeit und wird vor der Auslieferung individuell geprüft und in einer ansehnlichen Schatulle verpackt. Ein direkter Preisvergleich zwischen dem Genesis Silver Spiral und dem Supremus ist kaum möglich, da das Genesis als Meterware angeboten und vom Fachhandel oder Anwender mit Steckern ausgestattet werden muss. Das Supremus gibt es ausschließlich in der hochwertig konfektionierten Ausführung, für deren Qualität man getrost einige hundert Euro anrechnen darf.

Die Bananenstecker und auch die optionalen Gabelschuhe sind per Airloc™ mit dem Kabel verbunden
Die Bananenstecker und auch die optionalen Gabelschuhe sind per Airloc™ mit dem Kabel verbunden

Interessant finde ich es, die technischen Merkmale des Genesis Silver Spiral mit denen des Supremus vergleichend zu betrachten. Beim Lesen des deutschsprachigen Supremus-Prospektes begegnen mir bei den technischen Daten ungewohnte Angaben. Dazu gehört der Begriff Verlustfaktor. Im weitesten Sinne darf man ihn mit dem Wirkungsgrad von Lautsprechern gleichsetzen. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis aller physikalischen Schwingungen, die das Kabel tatsächlich durchlaufen, zum theoretischen Optimum. Für das Supremus wird 0,009 angegeben. Das meint wohl, dass nur neun Promille aller Schwingungen in irgend einer Weise nicht ankommen. Das hört sich gut an. Allerdings kenne ich keine derartigen Angabe bei anderen Kabeln und kann diese Größe daher nicht relativieren. Beim Silver Spiral ist der Verlustfaktor niedriger. Angegeben sind hierfür nur 0,007. Da stellt sich die Frage, inwieweit sich dies hörbar auswirkt. Wie wir wissen, muss ein besserer Messwert nicht unbedingt überlegenen Klang bedeuten. Ein weiterer, ungewohnter Begriff bei QED ist die Schleifenimpedanz, die mit 0,005 Ohm pro Meter angegeben ist. Der Schleifenwiderstand ist die Summe aller Impedanzen in einer Verbindungs-Schleife, bestehend aus Hin- und Rückweg des Kabels. Bei den Daten des Genesis Silver Spiral findet sich der etwas schlechtere Wert von 0,006 Ohm je Meter.


Von hoher Qualität ist das Gehäuse um die Aufteilung des runden Supremus auf die Plus- und Minus-Leiter
Von hoher Qualität ist das Gehäuse um die Aufteilung des runden Supremus auf die Plus- und Minus-Leiter

Kommen wir zu den geläufigeren Angaben. Der Kabelquerschnitt ist beim Neuen mit 6,16 Quadratmillimeter klar größer als beim Genesis mit 5,5 Quadratmillimeter. Dies verringert den elektrischen Widerstand. Identisch ist das Material der Leiter, nämlich versilbertes, hochreines, sauerstofffreies Kupfer. Deutlich reduzieren konnten die QED-Entwickler die elektrische Kapazität des neuen Supremus. Hier unterscheiden sich die 48 Picofarad je Meter erheblich von den 76 Picofarad des Silver Spiral. Die Induktivität unterscheidet sich kaum, das Supremus hat mit 0,49 Mikrohenry pro Meter einen um nur 0,03 Mikrohenry höheren Wert. Beide QED Kabel sind nicht wesentlich andersartig aufgebaut. Das Supremus ist jedoch qualitativ optimiert. Aus den zweimal neun Bündeln des hochwertigen Kupfer-Leiters des Genesis wurden beim Supremus zweimal sechzehn Bündel. Die Leiter des Supremus sind zudem kryogen behandelt. Dieses Kälte-Verfahren erhöht die Beständigkeit des Materials. Eine neuartige Emaille-Isolierung der einzelnen Leiter verleiht dem Supremus besonders gute Dämpfungs-Eigenschaften. Die von QED selbst entwickelte Aircore™ Technologie wurde schon beim Genesis Silver Spiral angewandt. Sie soll den Skin-Effekt, den ungleichmäßigen Signalfluss höherer Frequenzen mit ihrer Tendenz zur Oberfläche des Leiters, eliminieren. Aircore™ hält die Induktivität und die Kapazität auf sehr niedrigem Niveau. Die Leiter verlaufen um ein zentrales Polyethylen-Röhrchen. Somit bleibt das Magnetfeld schwach und die Selbstinduktion minimal. Der veränderte Gesamt-Aufbau des Supremus soll klanglich zu einer einzigartigen Hochtonauflösung und perfektem Timing führen.

Das neue QED Supremus ist nicht übermäßig steif und lässt sich gut verlegen
Das neue QED Supremus ist nicht übermäßig steif und lässt sich gut verlegen

Das überprüfe ich nun gern selber und schließe in der ersten Test-Konstellation wechselweise das Supremus und das Silver Spiral zwischen meinen Air Tight Mono-Endstufen und den Analysis Audio Epsylon Dipol-Lautsprechern an. Die Musik kommt vom Primare CD-Spieler, dessen koaxialer Digital-Ausgang per Boaacoustic SPDIF oder dem grandiosen, aber auch unglaublich teuren Transparent Audio RXLDL mit dem Röhren-Wandler von Sonic Frontiers verbunden ist. Von dort geht es direkt in die Air Tights. Da die einen Eingangs-Pegelregler besitzen, kann ich mir einen Vorverstärker sparen. Insgesamt klingt diese Kette sehr räumlich und transparent und ist bestens geeignet, mir das Erkennen der klanglichen Unterschiede beider QED-Generationen leicht zu machen.

Den Hörreigen eröffnete Gregory Porters Album Be Good und offenbart sogleich, welche Qualitäten dem Supremus eigen sind und inwiefern es sich vom bewährten Genesis Silver Spiral positiv abhebt. Räumlich wird mit ihm die Darstellung noch freier und löst sich in der Tiefe, nicht nur nach hinten, sondern auch nach vorn, von den Lautsprechern. Auffälliger noch sind die seidigen Höhen, die das Supremus beispielsweise den Schlagzeug-Becken verleiht. Da klingt das Silver Spiral eindeutig etwas rauer. Auch mangelt es ihm an einer Spur musikalischer Wärme, während das Supremus der Musik ein angenehmes Timbre verleiht, ohne dass dadurch Informationen verloren gehen. Mehr Dynamik liefert das neue QED-Top-Kabel ebenfalls, so dass dessen Darbietung lebendiger und flüssiger wirkt. Bei „Children´s World“ von Marceo Parkers Album Roots Revisited ertönt dessen Alt-Saxophon über das Supremus einen Hauch zarter und einen Touch filigraner. Das Genesis klingt ähnlich prägnant, hinterlässt aber im Vergleich einen etwas ruppigeren Eindruck. Klar vorzuziehen beim Supremus ist auch bei diesem Album wieder die größere Ausdehnung des Raumes vor und hinter die Dipol-Strahler und damit auch deren Freistellung. Das Supremus legt auch eindeutiger die Merkmale der ausgetauschten digitalen Kabel zwischen CD-Player und Wandler offen. Es offenbart unschwer die prächtigen Klangfarben des Boaacoustic im Unterschied zur Transparenz und Präzision beim Transparent Audio. Bei den ersten Titeln „Rock Me Gently“ und „Somewhere, Somebody“ von Jennifer Warnes´ Album The Hunter überzeugt die QED-Neuschöpfung wieder mit einem seidigen, angenehmen Oberton-Bereich. Deshalb kann ich mit ihm auch länger entspannt hören, da ihm jegliche Nervigkeit fremd ist, die dem Silver Spiral im direkten Vergleich anhaftet. Dies wird sehr deutlich bei Verwendung des Digital-Kabels von Transparent, da dessen großartige Offenheit vom Supremus ohne Lästigkeit-Effekt die Musik bereichert. Der Bass in „Somewhere, Somebody“ klingt mit dem Genesis wiederum erfreulich präzise. Das Supremus lässt ihn hingegen beeindruckend plastisch, Seifenblasen gleich, im Raum vor dem Hörer zerplatzen.


Das QED Supremus dürfte in viele Audio-Ketten für mehr Stimmigkeit sorgen
Das QED Supremus dürfte in viele Audio-Ketten für mehr Stimmigkeit sorgen

Nun tausche ich die hochpreisigen Air Tight Mono-Endstufen gegen meine NAD 2200 PE und in Konsequenz, da ich jetzt einen Lautstärke-Regler benötige, auch den Sonic Frontiers DA-Wandler gegen den Antelope Zodiac Plus. Durch diesen Geräte-Wechsel sind nun Abstriche an räumlicher Offenheit und Grazilität im Klangbild in Kauf zu nehmen. Mir ist aber wichtig zu klären, wie sich das Supremus in einer vergleichsweise preisgünstigen Konfiguration verhält. Auch hier offenbaren sich bei The Hunter die Vorzüge des Supremus in gleicher Art wie eben beschrieben, immer noch deutlich nachvollziehbar, wenn auch ein wenig abgeschwächt. Vor allem der seidige Glanz im Obertonbereich, bei den Glöckchen beispielsweise, macht nach wie vor einen entscheidenden Unterschied. Ebenso bleiben die Stimmen, wie die Background Vocals von Max Carl in „Somewhere, Somebody“ klarer strukturiert. Bei diesem Album passt die etwas trockenere Gangart des Genesis Silver Spiral insgesamt dennoch recht gut. Seine Plastizität in der Auflösung erreicht aber nicht das Niveau des Supremus. Gustav Mahlers Fünfte Sinfonie in der Aufführung mit Eliahu Inbal gefällt schon mit dem Genesis. Die Denon One-Point-Stereo-Aufnahme besticht durch ein differenziertes Klangbild mit glaubwürdiger tonaler Balance. Dynamisch ist reichlich Energie vorhanden, auch in der feinen Struktur. Die Bläser ertönen farbenkräftig aus der Tiefe der Bühne und die Streicher betören durch ihren zarten Schmelz. So ist alles prima – bis das Supremus seinen Auftritt hat. Denn dies verleiht den Bläsern noch mehr Strahlkraft in einem größeren Raum. Der Bass erscheint eine Spur weniger trocken, dafür runder und mindestens ebenso akkurat. Der Tieftonbereich harmoniert fabelhaft mit den glänzend klar gezeichneten Höhen. Vor allem wirkt der Bass deutlicher in der Tiefe des Raumes platziert und trägt so zu mehr Plastizität und Durchhörbarkeit bei. Wenn diese Sinfonie bereits mit dem Genesis Silver Spiral beeindruckend klingt, so zelebriert das Supremus sie zusätzlich aufgefächerter, zarter und grandioser.

STATEMENT

Das QED Supremus wird viele Freunde finden, da es zu einem sehr fairen Preis Vorzügliches leistet. Authentizität in den Klangfarben und Dynamik beherrscht es ebenso gekonnt wie die Fähigkeit, mit seidigen Höhen klar und angenehm zu klingen.
Gehört mit
CD-Player Primare DVD 30
DA-Wandler Antelope Zodiac plus, Sonic Frontiers SFD-1
Vorverstärker Antelope Zodiac plus
Endstufe Air Tight ATM-3, NAD 2200PE
Lautsprecher Analysis Audio Epsylon
Zubehör Audioquest Diamond oder Carbon USB, Audioquest Jitterbug, JIB Boaacoustic Silver Digital Carbon SPDIF, Transparent Audio RXLDL, Inakustik Black&White NF 1302, Audio-gd NF Cinch, QED Genesis Silver Spiral LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, mbakustik Raum Absorber
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Audio Exklusiv d.C.d. Basen
Herstellerangaben
QED Supremus
Kabelquerschnitt 6,16 qmm
Kabeldurchmesser 5,3 mm
Stecker Aussendurchmesser 17 mm
Stecker Innendurchmesser 8 mm
Schleifenwiderstand 0,005 Ohm / m
Kapazität 48 pF / m
Induktivität 0,49 µH / m
Verlustfaktor 0,009
Leiter 2 x 16 versilberte, 99,999 % sauerstofffreie Kupferleiter
Isolierung Einzigartige Emaille mit verlustarmem geschäumten Polyethylen-Dielektrikum
Stecker & Kabelschuhe Reines Kupfer, Rhodium-beschichtete Airloc™ Stecker und Kabelschuhe verfügbar.
Sonstiges Aircore™ Technologie kryogen behandelt
Preise Wahlweise mit Bananas oder Kabelschuhen
2 x 2 Meter: 1199 Euro
2 x 2,5 Meter: 1349 Euro
2 x 3 Meter: 1499 Euro
2 x 4 Meter: 1899 Euro
2 x 5 Meter: 2299 Euro

Vertrieb
IDC Klaassen International Distribution & Consulting oHG
Anschrift Am Brambusch 22
44536 Lünen
Telefon +49 231 9860285
E-Mail info@mkidc.eu
Web www.idc-klaassen.com

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Montag, 19 März 2018 00:01

Göbel High Ends Epoque Aeon Linie

Oliver Göbels High End Lautsprecher- und Kabelmanufaktur liegt in Alling – und damit nicht einmal 15 Kilometer von der Redaktion entfernt. Da lag es nahe, sich die Fine aus der neuen Epoque Aeon Serie einmal kurz anzuhören, bevor sie zur offiziellen Welt-Premiere auf der Axpona Mitte April in Chicago verschifft wurde.

Natürlich war im Hörraum auch die Reference zu bestaunen, aber ich entschied mich, die Aeon Fine zu hören, da ich vor etwa fünfeinhalb Jahren das große Vergnügen hatte, das damals aktuelle Modell eine längere Zeit zu genießen. Gut, ich habe die erste Fine an anderer Elektronik in einem anderem Raum gehört und meine akustische Erinnerung mag mich ein wenig trügen. Dennoch ich bin ziemlich sicher, dass die Fine nicht so dynamisch zur Sache ging wie jetzt die Aeon Fine und dass ihr Vorgänger auch nicht in der Lage war, die Illusion einer derartig tiefen Bühne zu erzeugen. Jedenfalls ließen die ersten Eindrücke nur eine Reaktion zu: umgehend einen Test in Hifistatement zu verabreden – vielleicht klappt es ja noch vor der High End. Im Folgenden habe ich in Auszügen übersetzt, was Oliver Göbel seinen internationalen Vertrieben über die neue Serie berichtet:

Wie Sie wissen, produzieren wir unsere Epoque Lautsprecherserie nun seit etwa sechs Jahren. Da wir immer nach dem Besten streben, stellen wir uns jeder Herausforderung und ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus. Wir haben daher nichts unversucht gelassen und jedes einzelne Teil unserer Epoque Lautsprecherserie hinterfragt und überarbeitet. Wir investieren viel Zeit und Geld in die Erforschung neuer Materialien, Technologien, Fertigungstechniken und Qualitätskontrollen, um unsere bereits legendäre und preisgekrönte Epoque-Lautsprecherserie noch weiter zu optimieren. Unsere Philosophie ist, dass wir keine aktualisierten Versionen auf den Markt bringen, bis wir mit den Ergebnissen nicht in allen Bereichen hundertprozentig zufrieden sind!
Wir konnten alle unsere Ziele erreichen und sogar übertreffen! Daher freuen wir uns, Ihnen unsere aktualisierte Epoque-Lautsprecherserie vorzustellen. Dabei waren in der Lage, das bisherige, wunderschöne Industriedesign zu beizubehalten. Da unsere neue Epoque-Lautsprecherlinie mit Sicherheit der Meilenstein für die Lautsprechertechnologie weltweit sein dürfte, nannten wir sie sehr selbstbewusst Epoque Aeon!

Der Blick vom Hörplatz in den Raum mit der Epoque Aeno Fine und den Verstärkern von CH Precision, ganz rechts der Subwoofer Aeon Baforce
Der Blick vom Hörplatz in den Raum mit der Epoque Aeno Fine und den Verstärkern von CH Precision, ganz rechts der Subwoofer Aeon Baforce

Für uns ist dies der Beginn einer neuen Zeitrechnung für Lautsprecher! Wir sind sicher, dass auch Sie sich sofort in die Modelle der Aeon-Serie verlieben werden. Denn die werden Ihre Musik auf eine zuvor nie erlebte Weise darstellen: emotional, musikalisch, makellos, komplett. In einem Wort: real! Alle unsere Forschungen und Bemühungen haben nur einen Grund: Die Musik wirklich lebendig zu machen! Das war schon immer die Leidenschaft all unserer Arbeit.

Und nun einige Anmerkungen zur Technik:

  • Was sind die Verbesserungen?
  • verbesserter Biegewellentreiber mit besseren mechanische Teilen, besserer Wärmeableitung, besserem Verzerrungs- und Phasenverhalten
  • verbesserte Basstreiber mit besserem Verzerrungsverhalten
  • verbesserte, auf die neuen Treiber angepasste Frequenzweiche mit besserem Schaltungsdesign und besserer Teilequalität
  • verbesserte mechanische Koppelung durch neue Materialien für den Fuß und neue keramische Kugelfüße
  • verbessertes elektrisches Verhalten bei Impedanz und elektrischer Phase
  • verbesserte Lackierung: jetzt echte Klavierlack-Lackierung in höchster Qualität, wie immer komplett in Deutschland gefertigt!

Was bewirken diese Verbesserungen?

  • noch bessere Frequenzlinearität
  • noch bessere Frequenzverteiliung
  • noch bessere Impulsantwort über den gesamten Frequenzbereich
  • noch bessere und deutlich realistische Klangbühne
  • noch besseres Kleinsignalverhalten
  • noch bessere Basswiedergabe in puncto Kontrolle, Geschwindigkeit, Integration
  • 4 Dezibel höherer maximaler Schalldruck
  • Die Lautsprecher der Epoque Aeon Linie können nun mit fast jedem Verstärker betrieben werden: Die minimale Impedanz bei Single-Wiring beträgt jetzt in einem sehr kleinen Bereich bei der Epoque Aeon Reference 3,4 Ohm, bei der Epoque Aeon Fine 2,8 Ohm!

Der optische Unterschied zwischen der Aeon Fine sowie der Aeon Reference (hinten) und ihren Vorgängern erscheint hier nicht sehr groß. Die besonderer Qualität des echten Klavierlacks muss man mit eigenen Augen sehen
Der optische Unterschied zwischen der Aeon Fine sowie der Aeon Reference (hinten) und ihren Vorgängern erscheint hier nicht sehr groß. Die besonderer Qualität des echten Klavierlacks muss man mit eigenen Augen sehen

Was die Akustik angeht, kann ich Ihnen garantieren, dass Sie die Verbesserungen sofort hören werden. Und von der Optik mit echten Klavierlack-Oberflächen werden Sie hingerissen sein. Was die Elektronik anbetrifft, haben Sie nun die Freiheit, nahezu jeden Verstärker zu wählen, um die Lautsprecher der Aeon-Serie zu betreiben! Die letzte gute Nachricht ist, dass wir für all das die Preise nur ein ganz klein wenig anheben mussten.

Oliver Göbel zwischen seinen neusten Kreationen
Oliver Göbel zwischen seinen neusten Kreationen

Herstellerangaben
Epoque Aeon Reference
Typ Großer Biegewellenwandler Referenz Lautsprecher
Prinzip Biegewellenwandler mit impulskompensiertem Passivradiator
Treiber patentierter Göbel® Carbon Excellence Aeon Biegewellenwandler, 4 Stück Göbel® Aeon Aluminium-Langhubchassis (18 cm), 8 Stück Göbel® Aeon Aluminium-Passivradiatoren (18 cm)
Gehäuse akustisch optimiertes schusssicheres Verbundmaterial, massive Schallwände (15 mm Aluminium), Mittelelement aus vollem Aluminium
Ausführung Echter Klavierlack weiß und Aluminiumteile seidenmatt silber natur Lack-Eloxal oder Echter Klavierlack schwarz und Aluminiumteile seidenmatt Dark Space Grey Lack-eloxiert
Gewicht 180 kg
Abmessungen Fuß: 43,6 (B) x 55,7 (T) cm Gesamthöhe: 203 (H) cm
Impedanz 4 Ohm
Trennfrequenz 160 Hz
Impedanz Minimum in Single-Wiring 3,4 Ohm at 160 Hz in Bi-Amping 4,0 Ohm at 160 Hz
Wirkungsgrad 86 dB / 1 W / 1 m
Übertragungsbereich 28 - 31.000 Hz
Abstrahlverhalten 180°, frontseitig: 28 - 31.000 Hz, rückseitig: 28 - 4.000 Hz
Paarpreis 195.000 Euro
Herstellerangaben
Epoque Aeon Fine
Typ Kleiner Biegewellenwandler Referenz Lautsprecher
Prinzip Biegewellenwandler mit impulskompensiertem Passivradiator
Treiber patentierter Göbel® Carbon Excellence Aeon Biegewellenwandler, 2 Stück Göbel® Aeon Aluminium-Langhubchassis (18 cm), 4 Stück Göbel® Aeon Aluminium-Passivradiatoren (18 cm)
Gehäuse akustisch optimiertes schusssicheres Verbundmaterial, massive Schallwände (15 mm Aluminium), Mittelelement aus vollem Aluminium
Ausführung Echter Klavierlack weiß und Aluminiumteile seidenmatt silber natur Lack-Eloxal oder Echter Klavierlack schwarz und Aluminiumteile seidenmatt Dark Space Grey Lack-eloxiert
Gewicht 105 kg
Abmessungen Fuß: 43,6 (B) x 55,7 (T) cm Gesamthöhe: 125 (H) cm
Impedanz 4 Ohm
Trennfrequenz 160 Hz
Impedanz Minimum in Single-Wiring 2,8 Ohm at 160 Hz in Bi-Amping 3,7 Ohm at 160 Hz
Wirkungsgrad 86 dB / 1 W / 1 m
Übertragungsbereich 28 - 31.000 Hz
Abstrahlverhalten 180°, frontseitig: 28 - 31.000 Hz, rückseitig: 28 - 4.000 Hz
Paarpreis 125.000 Euro
Herstellerangaben
Epoque Aeon Wall
Typ Referenz Biegewellenwandler Wand Lautsprecher
Prinzip Biegewellenwandler mit impulskompensiertem Passivradiator
Treiber patentierter Göbel® Carbon Excellence Aeon Biegewellenwandler, 2 Stück Göbel® Aeon Aluminium-Langhubchassis (18 cm), 4 Stück Göbel® Aeon Aluminium-Passivradiatoren (18 cm)
Gehäuse akustisch optimiertes schusssicheres Verbundmaterial, massive Schallwände (15 mm Aluminium)
Ausführung Echter Klavierlack weiß und Aluminiumteile seidenmatt silber natur Lack-Eloxal oder Echter Klavierlack schwarz und Aluminiumteile seidenmatt Dark Space Grey Lack-eloxiert
Abdeckgitter Magnetisch gehaltenes Frontgitter mit schwarzem Akustikstoff bespannt
Wandhalterung schwenkbare massive Wandhalterung
Gewicht 70 kg
Abmessungen 185 (H) x 26,8 (B) x 13,8 (T) cm
Impedanz 4 Ohm
Trennfrequenz 160 Hz
Impedanz Minimum in Single-Wiring 4,0 Ohm at 160 Hz
Wirkungsgrad 86 dB / 1 W / 1 m
Übertragungsbereich 28 - 31.000 Hz
Abstrahlverhalten 180° frontseitig: 28 - 31.000 Hz
Paarpreis 85.000 Euro

Hersteller
Göbel High End
Anschrift Schabweg 4a
82239 Alling
Telefon +49 8141 2255887
E-Mail info@goebel-highend.de
Web www.goebel-highend.de

Weitere Informationen

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Freitag, 16 März 2018 00:24

PCM 384/32, DSD64, DSD128 und DSD 256: A Trace Of Grace

geschrieben von

Moderne Wandler können immer höhere Abtastraten verarbeiten. Aber wer verfügt schon über nativ erzeugte Files von selben Master, um etwa DSD128 mit DSD256 vergleichen zu können? Eher aus privatem Interesse habe ich den Playback Designs Pinot getestet und biete ich Ihnen hier vier damit erzeugte hochaufgelöste Files zum kostenlosen Download

Falls Ihnen der in der Überschrift genannte Titel bekannt vorkommen sollte, mag das daran liegen, dass wir Ihnen schon zur Feier unserer Kooperation mit Positive Feedback im Dezember 2012 drei Versionen des Songs zum Download offeriert haben. Im entsprechenden Artikel finden Sie auch genauere Angaben zu den Musikern und der Aufnahme. Damals haben wir den Song in CD-Qualität, 192/24 und DSD64 bereitgestellt. Für die Wandlung in 192/24 verwendeten wir eine Nagra LB. Das CD-Format wurde dann mit einem Sample Rate Converter daraus errechnet. Für die Wandlung in DSD kam ein Tascam DV-RA1000HD zum Einsatz. Die Geräte und die Weiss-Sofware ware damals bestens beleumundet. Aber auch bei der A/D-Wandlung ist die Entwicklung weitergegangen – auch wenn nicht so schnell wie in der Gegenrichtung: Soweit mir bekannt ist, gibt es noch keinen verfügbaren ADC, der in PCM mit mehr als 384 Kilohertz wandelt.

Die Pegel des rechten und linken Kanals müssen exakt abgeglichen werden. Playback Designs stellt zu diesem Zweck digitale Referenztöne zum Download bereit. Als Analog-Fan wählte der Autor aber die althergebrachte Lösung
Die Pegel des rechten und linken Kanals müssen exakt abgeglichen werden. Playback Designs stellt zu diesem Zweck digitale Referenztöne zum Download bereit. Als Analog-Fan wählte der Autor aber die althergebrachte Lösung

Bei DSD sieht es eher noch schlechter aus: Merging Technologies Hapi und Horus erreichen DSD256, wobei zur Wandlung des Datenstroms in eine Datei die hochprofessionelle und komplexe Studio-Software Pyramix notwendig ist. Da kann eine kleine Unachtsamkeit bei der Einstellung einer der unzähligen Parameter leicht dazu führen, dass ungewollt doch einmal von DSD in PCM und zurück konvertiert wird. Playback Designs' Pinot hingegen kommt mit der Aufnahme-Software „Sonoma Audio Recorder“, bei der lediglich die Abtastrate, die Art des Monitoring und bei DSD die Art der Datei – dff oder dsf – eingestellt werden kann: ein mir ausgesprochen sympathischer Purismus! Eher dem Hifi-Fan, der seine LPs oder Tonbänder auf höchstem Niveau digitalisieren möchte, kommt hingegen ein Ausstattungsdetail am Pinot entgegen: kanalgetrennte Pegelregel für die Eingangsempfindlichkeit, die selbstverständlich in der digitalen Eingangsstufe arbeiten. Nachdem man die lauteste Stelle in einem Song so eingepegelt hat, dass keine Übersteuerung droht, muss man die beiden Kanäle mit Messtönen auf denselben Wert einstellen. Prinzipiell ist die Vorgehensweise mit einem externen Fader und einem festen Eingangspegel des Wandlers wie im Studio üblich dieselbe, war für mich aber dennoch ungewohnt. Für die angepeilte audiophile Zielgruppe ist Playback Designs' Lösung aber wohl die bessere.

Hier der Pinot (oben) im Kreis seiner Mitbewerber. Die mit dem Tascam, dem Mytek, dem MSB und dem Pinot erzeugten PCM-Files können Sie während der High End 2018 im Raum A4.1 E117 vergleichen
Hier der Pinot (oben) im Kreis seiner Mitbewerber. Die mit dem Tascam, dem Mytek, dem MSB und dem Pinot erzeugten PCM-Files können Sie während der High End 2018 im Raum A4.1 E117 vergleichen

Der Song „A Trace Of Grace“ vom dritten Album unseres Labels, Soyeusement – Live at Noirlac (sds 0015-1), ist mir natürlich bestens vertraut, egal ob in analogem oder digitalen Formaten. Als ich ihn dann das erste Mal als vom Pinot erzeugtes File hörte, war mir gleich klar, dass dieser etwas ungemein richtig machte. Deshalb beschloss ich, Sie an diesem fantastischen Musikerlebnis teilhaben lassen, und habe das Band vier Mal digitalisiert: in DSD64, DSD128, D256 und für alle DSD-Skeptiker auch noch einmal in PCM 384/32. Auch bei qualitätsbewussten Anbietern von Musik-Dateien in hoher Auflösung gilt es nicht als unfein, die Datei mit der höchster Abtastrate zu erstellen und diese dann für niedrigere Abtastraten herunterzurechnen. Die Dateien, die Sie hier herunterladen können, wurden jedoch nicht mehr bearbeitet, sondern von der Sonoma-Software lediglich vom Datenstrom in ein File transformiert. Man darf sie als mit Fug und Recht als nativ erzeugte Dateien bezeichnen.

Der Sonoma Audio Recorder bietet erfreulicherweise keinen Schnickschnack. Er läuft aber nur auf Windows. Wie sein Entwickler Bert Gerlach anmerkte, sind auch Windows-Installationen auf Mac wie etwa Bootcamp keine Alternative zum Windows-Rechner
Der Sonoma Audio Recorder bietet erfreulicherweise keinen Schnickschnack. Er läuft aber nur auf Windows. Wie sein Entwickler Bert Gerlach anmerkte, sind auch Windows-Installationen auf Mac wie etwa Bootcamp keine Alternative zum Windows-Rechner

Damit ist allerdings die Frage, ob etwa eine von DSD256 auf DSD64 heruntergerechnete Datei schlechter klingt als eine nativ in DSD64 erstellte, noch nicht beantwortet. Das wäre dann mal ein Thema für einen der nächsten Downloads, bei dem man dann auch den Einfluss verschiedenen Sample Rate Converter zum Gegenstand der Betrachtung machen könnte. Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß mit den verschiedenen, aber allesamt nativen Varianten von „A Trace Of Grace“ und Geduld beim Download der beiden Songs mit einer Größe jenseits von 1 GB!

 

PS: Immer mal wieder werden wir gefragt, ob man die Musik-Dateien denn nun auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen.

Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen. Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft´s.

Weitere Informationen

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Donnerstag, 15 März 2018 01:15

Neu bei Melco: D100 & E100

Melco, die audiophile Abteilung des führenden japanischen Computer-Peripherieunternehmens Buffalo Technology, hat auf der Bristol Hifi Show in England das D100 CD-Import- und das E100 Erweiterungslaufwerk angekündigt: Damit wird das bestehende Portfolio digitaler Musikbibliotheken und Streamer abgerundet.

Das D100 Laufwerk ist ideal zum Importieren von CDs in Archivqualität an einem Melco oder PC/MAC. Die Ingenieure von Melco sind mit dem Anspruch an die Aufgabe herangetreten, das perfekte Laufwerk für diesen Einsatzzweck zu entwickeln. Gleichzeitig kann es auch optimal für die CD-Wiedergabe an einem Melco über USB-Out eingesetzt werden. Das Laufwerk wird ab April zum Preis von knapp 1000 Euro erhältlich sein.

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Als weiterer Einsatzort soll dieses Laufwerk auch allen Kunden dienen, die bisher CDs über einen Computer oder MAC importieren. MELCO will mit dem D100 auch einen neuen Kundenkreis erschließen. Das D100 Laufwerk ist die neueste Generation japanischer optischer Laufwerke. Dieses wird direkt auf einem 20 Millimeter dicken Chassis über Melcos Antivibrationsplattform montiert. Gleichzeitig liefert das UV-Lasersystem präzise optische Oberflächenmessungen und profitiert von extremer mechanischer Stabilität, die für einen perfekten CD-Import sorgt.

Entscheidend ist, dass die importierte Datei in Archivqualität in der Einheit verbleibt. Kurz gesagt bedeutet das, dass Sie es nie wieder rippen müssen. Die Steuerschaltung wurde nach audiophilen Standards entwickelt und das Laufwerk enthält einen Taktgenerator mit sehr niedrigem Jitter. Das bewirkt eine sehr genaue Lese- und Datenübertragung.

Die Rückseite verfügt über zwei USB 3.0-Anschlüsse. Ein Port dient zum direkten Anschluss an einen Melco zum Datenimport. Die andere Möglichkeit besteht darin, den D100 direkt an einen USB-DAC oder ein anderes USB3-Speichermedium oder Importgerät anzuschließen. Über die Frontpanel-Schnittstelle aller Melco Digital Music Libraries gesteuert, nutzt das D100 die Melco DIRECT CD PLAY-Funktion, sofern der Melco mit einem externen USB-DAC verbunden ist, und kann als High-End-CD-Spieler verwendet werden. Durch die bewusste Trennung des CD-Mechanismus von der Speichereinheit der Melco-Hauptbibliotheken wird die Systemzuverlässigkeit gewährleistet und auch die Klangqualität maximiert.

Für alle Kunden, die mehr Speicherplatz benötigen, kommt mit dem Melco E100 die optimale Lösung. Es verwendet die identische Technologie wie in den Melco Servern und bietet eine zusätzliche Speicherkapazität von 3TB (HDD) an. Mit dem Erweiterungslaufwerk E100 kann die Speicherkapazität ohne klangliche Kompromisse vergrößert werden! Auch das Erweiterungslaufwerk wird ab April zum Preis von knapp 1000 Euro erhältlich sein.

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Die selektierte 3TB-Festplatte wird auf der Melco Anti-Vibrations-Plattform (HS-S2) montiert, die auch beim Topmodell N1Z S20/2 zum Einsatz kommt, und von einer speziellen Melco-Steuerplatine gesteuert wird. Die Hauptplatine wurde ebenso sorgfältig entwickelt, wie es von den bisherigen Geräten bekannt ist, und verwendet identische Komponenten, um die bestmögliche Klangqualität zu erreichen. Das gefräste Aluminium-Half-Size-Gehäuse beherbergt sowohl die Elektronik als auch die Festplatte. Auf der Rückseite befinden sich zwei USB 3.0-Anschlüsse: einer für den direkten Anschluss an einen Melco, der andere für den Anschluss eines weiteren E100.

Vertrieb
DREI H Vertriebs GmbH
Anschrift Mika Dauphin
Stormsweg 8
22085 Hamburg
E-Mail mika.dauphin@drei-h.biz
Telefon +49 177 6170123

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Dienstag, 13 März 2018 01:01

Blue Amp model blue MKII und model ps 300

geschrieben von

Blue Amp ist eine kleine Manufaktur im Breisgau, die ausschließlich symmetrische Phono-Vorverstärker fertigt. Hier geht es um das kleinste, das model blue MKII. Dies ist deshalb besonders spannend, weil ich auch das nagelneue Netzteil model ps 300 zur Verfügung habe, das dem blue MKII noch mehr Musikalität verleihen soll.

Zum Lieferumfang des model blue gehört in der Grundausstattung dieses Netzteil
Zum Lieferumfang des model blue gehört in der Grundausstattung dieses Netzteil

Kaufen Sie eigentlich gern für viel Geld einen technischen Gegenstand, von dem Ihnen der Hersteller nur 63 Prozent oder für annähernd den doppelten Preis nur 69 Prozent Befriedigung in Aussicht stellt? Blue-Amp-Entwickler Rolf Becker erstellte im Januar 2017 für seine Händler eine anschauliche Grafik, in der er seine Phono-Vorstufen auf einer bei 100 Prozent gipfelnden Kurve einordnet. Minimal unterhalb des Zenits siedelt er seine aktuelle Top-MC-Phono-Stufe model 42 MKIII an, über die Dirk Sommer ausführlich berichtete.

Das aus dicken Aluminium-Platten passgenau gefertigte Gehäuse ziert die aufwendig gearbeitete, dezente Front
Das aus dicken Aluminium-Platten passgenau gefertigte Gehäuse ziert die aufwendig gearbeitete, dezente Front

Das model blue MKII findet sich auf dieser „Kurve der audiophilen Glückseligkeit“, wie Rolf Becker seine Grafik taufte, bei bedenklichen 64 Prozent. Wenn Sie noch zusätzlich gut 2000 Euro für das Netzteil-Upgrade investieren, klettern Sie auf immerhin 69 Prozent. Ist doch toll, so viel Geld auszugeben und gerade mal zwei Drittel vom perfekten Glück zu erheischen. Das bin ich eigentlich von der Werbung anderes gewohnt, die mir das Blaue vom Himmel verspricht. Wurde ich da jemals enttäuscht?


Rolf Becker an seinem Messplatz – zu seinem Messgeräte-Park gehört auch ein Analyzer von Audio Precision
Rolf Becker an seinem Messplatz – zu seinem Messgeräte-Park gehört auch ein Analyzer von Audio Precision

Rolf Becker, den ich auf dem AAA-Forum 2017 in Krefeld kennenlernte, ist ein Mensch mit Humor. Mit diesem Wissen sollte man auch seine „Kurve der audiophilen Glückseligkeit“ betrachten. Von Haus aus ist er Ingenieur, ausgestattet mit entsprechenden Bewertungs-Maßstäben, die jedoch ausschließlich einem Zweck dienen: der bestmöglichen Qualität bei der Wiedergabe von Musik von der Schallplatte. Deshalb sollte man auch die Aufrichtigkeit schätzen, mit der er auf diese Weise Marketing betreibt. Ich habe natürlich auch gleich nachgeschaut, wie viel die 100-Prozent-Lösung kostet. Das model 42 MKIII liegt aktuell bei 13600 Euro. Da erscheint der Preis von 2640 Euro für das model blue MKII nicht nur bescheiden, sondern fast als Schnäppchen, da mir hier für zwanzig Prozent des Preises bereits annähernd zwei Drittel der möglichen audiophilen Glückseligkeit in Aussicht gestellt werden. Rolf Becker möchte die sympathisch offenherzige Ranking-Darstellung seiner Blue-Amp-Geräte anders verstanden wissen. Spätestens nach einem persönlichen Gespräch mit ihm wird klar, worauf es ihm wirklich ankommt. Die richtigere Fragestellung lautet demnach: Welchen Eindruck hinterlässt ein Blue Amp für 2640 Euro oder mit dem Netzteil-Upgrade für insgesamt 4950 Euro, wenn ich ihn gehört habe? Welches Qualitäts-Niveau erreicht damit die eigene Audio-Kette?

Beim Blick auf die Rückseite der Phono-Stufe ist klar zu sehen: symmetrisch geht’s rein, der Ausgang ist asymmetrisch
Beim Blick auf die Rückseite der Phono-Stufe ist klar zu sehen: symmetrisch geht’s rein, der Ausgang ist asymmetrisch

Mit dieser Herangehensweise widme ich mich dann auch dem model blue MKII zuerst in der Version mit dem Standard-Netzteil, das ein Gehäuse aus Kunststoff besitzt und im Netzkabel integriert ist. Es ist beileibe keine billige Lösung, sondern wird unter der Typenbezeichnung S 5310 im Hause Blue Amp gefertigt. Ein mehr als fünf Millimeter starkes, transparentes Kabel von etwa 1,3 Meter Länge lässt das dichte, silbrige Abschirm-Geflecht erkennen und bildet die Strom-Leitung zur Phono-Stufe. An der wird der acht-polige Stecker per Verschraubung sicher arretiert. Im Unterschied zum Upgrade-Netzteil model ps 300 hat das Basis-Netzteil keinen Netzschalter. In meinem Falle wird es über die MudrAkustik Max Netzleiste ein- oder ausgeschaltet. Eine halbe Stunde, so sagt Rolf Becker, sollte man dem model blue MKII schon geben, bevor klanglich Maximales möglich ist. Das ist im Vergleich zu anderen Geräten nicht lange. Mein Plinius Koru braucht da erheblich mehr Vorlauf – den lässt man am besten immer am Netz. Das schadet dem Blue Amp bei dessen geringem Ruhestrom-Bedarf selbstverständlich auch nicht. Die Verpackung der beiden Blue Amp Komponenten, der Vorstufe und des neuen, einige Wochen später bei mir angelieferten Edel-Netzteils, ist übrigens ein solider Koffer aus Kunststoff, nicht protzig, aber hochwertig und bestens zum Transport geeignet, wenn man mal eben einem Freund in dessen Anlage den Blue Amp vorführen möchte.

Bei Bedarf liefert Rolf Becker hochwertige Adapter von Cinch auf XLR für den symmetrischen Eingang
Bei Bedarf liefert Rolf Becker hochwertige Adapter von Cinch auf XLR für den symmetrischen Eingang


Rolf Becker ist ein vehementer Verfechter des Konzepts der symmetrischen Aufbereitung des Phono-Signals. Mit Phono ist im Hause Blue Amp vorrangig ein MC-Tonabnehmer gemeint. Aber unser model blue bietet, wie auch das größere model surzur MKII, eine Option für Moving-Magnet-Tonabnehmer. Dieses MM-Extra kostet beim model blue 80 Euro Aufpreis. Dafür wird auf keine andere Ausstattung verzichtet. Zur Sicherheit, man weiß ja nie, was künftig so in der heimischen Hifi-Anlage noch auftaucht, ist dies bestimmt eine vernünftige Investition. Will man seinen Tonabnehmer elektrisch anpassen, so ist dazu der sehr passgenaue Geräte-Deckel zu öffnen. Hier finden sich bei der MC-Version zwei Jumper. Kanalgetrennt kann man zwischen den vier Eingangs-Impedanzen 100 und 500 Ohm, ein oder 47 Kiloohm wählen. In der MM-Ausführung wählt man mit einem dritten Jumper die Kapazität von 440 Picofarad bei MM und 220 Picofarad bei MC. Mit dem vierten Jumper wird der Verstärkungsfaktor eingestellt: 40 Dezibel für Moving-Magnet oder 60 Dezibel für Moving-Coil. Jeder Blue Amp ist eingangsseitig mit symmetrischen XLR-Anschlüssen ausgestattet. Besitzt man, wie ich, ein durchgehendes Phono-Kabel mit Cinch-Steckern, liefert Rolf Becker zum Test gern hochwertige Adapter auf XLR. Dabei soll die Cinch-Verbindung keinen Kontakt zur Masse haben, also nur den Plus- und Minus-Signalweg führen. Sinnvoller ist selbstverständlich eine Umrüstung auf XLR-Stecker, sobald ein Blue Amp dauerhaft integriert wird.

Per Jumper lässt sich der model blue MKII optimal auf den Tonabnehmer anpassen
Per Jumper lässt sich der model blue MKII optimal auf den Tonabnehmer anpassen

Kritiker des symmetrischen Aufbaus gibt es durchaus, denn dieser bringt einen hohen Aufwand mit sich, der sich logischerweise im Preis niederschlagen muss: Symmetrie bedeutet stets die doppelte Ausführung der Signalverarbeitung. Zudem ist die Präzision der Bauteile in den parallelen Verstärker-Zügen extrem wichtig. Die Ausgangsstufe des Blue Amp ist nicht symmetrisch Das macht Sinn, weil die entscheidenden Vorteile beim Stör-Abstand in der symmetrischen Eingangstufe erzielt werden. Alles darüber hinaus, wie eine symmetrische RIAA-Entzerrung, wäre viel zu aufwändig und – außer der bei der Verwendung von hochselektierten Bauteilen – auch risikobehaftet, da Abweichungen bei den Bauteilen zu hörbaren Ungleichheiten führen. Für den Aufwand bei der symmetrischen Eingangstufe erhält man hingegen einen klar nachvollziehbaren Gegenwert. Die Abschirmung um die Signal führenden Leiter wird überflüssig und damit entfällt jede daraus resultierende Kapazität. Bei einem Besuch im Hause Blue Amp führte Rolf Becker mir überzeugend vor, weshalb für ihn ausschließlich die symmetrische Erstverarbeitung des Phono-Signals audiophil zielführend ist. Idealerweise verwendet man nach seiner Auffassung ein nicht abgeschirmtes, verdrilltes Kabel vom Tonarm zur Phono-Stufe. Das ist einfach zu machen, wenn der Plattenspieler einen gängigen SME-Norm-Anschluss bietet. Das passende Kabel erhält man bei Blue Amp in beinahe beliebiger Länge. Das kann für viele ein Aufstellungs-Problem beim Plattenspieler lösen. Denn eine verdrillte Phono-Leitung in Verbindung mit einem symmetrischen Eingang ist nahezu immun gegen Brumm durch Störfelder, auch bei größeren Längen. Das ist gerade wegen der RIAA-Entzerrung von Vorteil, weil diese das Signal bei der Netzfrequenz von 50 Hertz nach Norm um 20 Dezibel anhebt. Jeder noch so kleine Brummanteil im Signal wäre da hörbar.

In seinem Hörraum demonstrierte mir Rolf Becker mit unterschiedlichen Verkabelungen die Vorteile seiner symmetrischen Schaltung
In seinem Hörraum demonstrierte mir Rolf Becker mit unterschiedlichen Verkabelungen die Vorteile seiner symmetrischen Schaltung

Wirklich frappierend war für mich eine Demonstration im Hörraum in Reute: Nachdem Rolf Becker mir über die Phonostufe model surzur einige schöne Musikstücke mit symmetrischer Verbindung zu Gehör gebracht hatte, schaltete er am Eingang der suzur ein XLR-Zwischenstück in den Signalweg, in dem einer der beiden symmetrischen Leiter mit Masse verbunden wurde. Dies führte zu einer gravierenden Verschlechterung des Klanges: Die Räumlichkeit fiel deutlich zusammen und auch mit der Durchsichtigkeit und dem Erleben von Feinheiten ging es bergab. Schon zuvor hatte ich in meiner heimischen Anlage die Vorzüge der Symmetrie erfahren. Dazu verglich ich das model blue MKII mit meinem Plinius Koru, der bei weit aufgedrehtem Pegelsteller am Vorverstärker Störgeräusche von sich gab. Der Blue Amp blieb bei gleicher Position und darüber hinaus mucksmäuschenstill. Ein weiterer Vorteil der symmetrischen Auslegung der Eingangstufe soll mit dem technischen Konzept von Rolf Becker einhergehen. Musikalisch orientiert, wie Rolf Becker nun einmal ist, erfahre ich nichts über den technischen Hintergrund sondern erhalte dazu dazu per E-Mail folgende Beschreibung: „...leise Signale, wie Cembalo, Saiteninstrumente, Triangel, Klavier et cetera sind dadurch wesentlich präsenter, attraktiver fürs Ohr – und der Klang (und auch die Räumlichkeit) werden dadurch wesentlich intensiver wahrgenommen – und dann kommen bei mir Kommentare an wie „Herr Becker, wie machen sie das nur ...“ - und auf dieses Ergebnis kommt es mir an.“


Der Blick in die Phono-Stufe zeigt nur einen Teil des entscheidenden Aufwandes
Der Blick in die Phono-Stufe zeigt nur einen Teil des entscheidenden Aufwandes

Erwähnen will ich hier den Aufwand, den Rolf Becker betreibt, um Präzision und Langlebigkeit seiner Geräte zu gewährleisten. Da wäre zu Beispiel das Biegen der Bauteile-Anschlussdrähte auf einer Biege-Lehre zu nennen. Diese zeitaufwändige Prozedur steigert wegen der geringen mechanischen Belastung der Bauteile die Lebenserwartung. Als Ingenieur weiß Rolf Becker genau um die Auswirkungen von Bauteil-Toleranzen. In seiner Fertigung wird mit aufwändigem Mess-Equipment hochgradig selektiert. Im vergangenen Jahr hat er viel Geld aufgewendet, um messtechnisch auf dem bestmöglichen Stand zu sein. Zum Beweis seiner Akribie teilte er mir die Eingangs-Impedanz-Werte der Test-Phono-Stufe mit: Bei der Einstellung 47 Kiloohm beträgt der reale Wert links 47,33 und rechts 47,35 Kiloohm, bei nominell einem Kiloohm sind es links 996,71 und rechts 996,43 Ohm. Beim Sollwert von 500 Ohm misst man links 504,77 Ohm und rechts 504,70 Ohm. Wählt man 100 Ohm, arbeitet der Tonabnehmer links auf exakt 99,79 Ohm und rechts auf den identischen Wert. Die minimale Abweichung vom Sollwert liegt also unter einem Prozent. Das ist prima, hat aber praktisch keinerlei Bedeutung, weil der Tonabnehmer nicht derart sensibel auf die Abschluss-Impedanzen reagiert. Deutlich relevanter ist vielmehr die Gleichheit der beiden Kanäle. Diese Präzision ist typisch für die Kreationen von Rolf Becker, und zwar im gesamten schaltungstechnischen Aufbau. So ist auch die Abweichung der Ausgangsspannungen bezogen auf ein Kilohertz und einen Pegel von 1000 Millivolt mit maximal nur einem einzigen Millivolt ein überragender Wert. Alle Blue-Amp-Phono-Vorverstärker besitzen eine kapazitätskompensierte Ausgangsstufe. Mit einer speziellen Schaltung treibt der Blue Amp das angeschlossene Kabel derart, dass dessen übliche Kapazität – bis 1000 Picofarad – unerheblich bleibt und den Klang nicht beeinflusst.

Außerordentlich wichtig ist die Gleichheit der Bauteile in den parallelen Signal-Wegen. Hier sieht man, neben dem geöffneten model ps 300, eine Sammlung bereits ausgemessener, selektierter und gepaarter EMZ-Kondensatoren für das model blue MKII
Außerordentlich wichtig ist die Gleichheit der Bauteile in den parallelen Signal-Wegen. Hier sieht man, neben dem geöffneten model ps 300, eine Sammlung bereits ausgemessener, selektierter und gepaarter EMZ-Kondensatoren für das model blue MKII

Die handwerkliche Einzelanfertigung eines jeden Blue Amp dient der musikalischen Qualität, der Präzision, der Gleichheit der Verstärkerzüge und der Langlebigkeit. Verglichen mit Hochtemperatur-Lötbädern von mehreren Hundert Grad Celsius bei automatisierter Fertigung erhöht das manuelle Verlöten die Langzeit-Stabilität. Hier wirken kurzzeitig erheblich geringere Temperaturen auf die Bauteile ein. Diese schonende und sorgsame Fertigung, so Rolf Becker, sei auch ein Grund dafür, dass es nur einen einzigen Geräte-Defekt in der gesamten Blue Amp Historie gibt. Und der geschah durch eine starke elektrostatische Aufladung, also durch Fremdeinwirkung. Dennoch sind seitdem alle Blue Amp durch eine Schutzschaltung gegen so generierte Überspannungen gefeit. Mit Blick auf den technischen und handwerklichen Aufwand ist eine Phono-Stufe aus dem Hause Blue Amp sozusagen „Wenn Schon Nicht Für Immer Dann Wenigstens Für Ewig“ (Ulla Meinecke 1983) gemacht.

Das Netzteil model ps 300 hat die gleichen Proportionen wie die Phono-Stufe, jedoch an den Kanten der massiven Frontplatte einen anderen Schliff
Das Netzteil model ps 300 hat die gleichen Proportionen wie die Phono-Stufe, jedoch an den Kanten der massiven Frontplatte einen anderen Schliff


Der erste und auch die weiteren Hör-Eindrücke mit dem model blue MKII in der Standard-Version bleiben ohne Auffälligkeiten. Ich genieße meine Schallplatten, freue mich über die Schönheit der Musik und fühle mich wohl. Bitte verstehen Sie dies als großes Lob. Im Grunde ist auch zum model blue MKII mit dem Basis-Netzteil nicht mehr zu sagen. Denn weitere Aussagen erklären bestenfalls diesen angenehmen und zufriedenen Zustand, in den mich meine Anlage mit dem kleinsten Blue Amp versetzt. Diese Phono-Stufe vermittelt Musik, ohne selber auffällig zu werden. Sie hinterlässt keinen für mich erkennbaren klanglichen Fingerabdruck. Demnach ist auch das Klangbild schwer zu beschreiben, um nicht zu sagen unbeschreiblich. Wie war das nochmal mit den 63 Prozent? Gemessen an meinem geliebten Plinius ist der Klang leicht wärmer aber mindestens so transparent, das Bühnenbild etwas offener, homogen und klar strukturiert. Damit beschreibe ich aber eher den Klang des Plinius, da diese Unterschiede nur im direkten Vergleich hörbar sind und den Charakter des Neuseeländers ausmachen. Wie sieht es aus mit musikalischen Details? Kann sein, dass es sie gibt; vielmehr erlebe ich die Musik mit dem Blue Amp ganzheitlich. Ich muss auf einzelne Instrumente oder Stimmen hören wollen, um sie als Einzel-Bestandteil wahrzunehmen. Wenn ich dies möchte, ist der Lauf eines Instruments bei entsprechend guter Aufnahme klar zu erkennen und ich kann ihm mit Leichtigkeit folgen. Das wird überaus deutlich bei orchestraler Musik wie der Also Sprach Zarathustra Einspielung mit Zubin Mehta und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, Decca SXL 6379. Klar, konturiert und homogen musiziert das Orchester, warme Klangfarben passen zu der präzisen Darstellung vordergründiger Instrumente. Ermüdungsfreies Zuhören bringt der Blue Amp in Einklang mit Freude am Detail und spannender Inszenierung. Diese Fähigkeit ist hohe Kunst. Die Synthese aus hervorragender Feinzeichnung, realistischen Klangfarben bei glaubwürdiger Raumordnung und ermüdungsfreiem Hören ist das Maximal-Ziel, das eine Audio-Komponente meiner Auffassung nach erreichen kann. Der model blue MKII vermittelt dieses Gefühl, weil ich nichts vermisse und weil das Musikhören mit ihm Spaß macht und mich mitnimmt.

Der musikalische Fluss und die authentischen Abbildungen von Instrumenten und Stimmen imponieren auch bei Talking Timbuktu von Ali Farka Touré mit Ry Cooder vom Label World Circuit Records. Da ist jedes Instrument, jeder Ton ein farbiger Pinselstrich eines schönen Klang-Gemäldes. Bestechend ist auch bei diesem Album, wie die Musik griffig und konturiert auf der imaginären Bühne inszeniert wird. Dazu scheint sie zu fließen und der Rhythmus überträgt sich auf den Hörer. Der model blue MKII strengt nicht an. Ebenso schön ist, dass er spritzig und lebendig daher kommt. So macht er es seinem Besitzer leicht, in die Musik einzutauchen. Da kann es bei einer guten Aufnahme passieren, dass man die Musiker direkt vor sich spürt. So geht es mir bei Hans Theessink Live at Jazzland, sommelier du son sds 0016-1. Die Blues-Gitarre und der Sänger selber scheinen greifbar, fast hautnah. Auch schroffe Gitarren-Riffs geraten nie nervig, aber mit gebotener dynamischer Aggressivität. Nichts stört diesen Auftritt, weil sich keinerlei Artefakte in die Musik einmischen.

Auf der Rückseite des großen Netzteils befindet sich der harte Netzschalter
Auf der Rückseite des großen Netzteils befindet sich der harte Netzschalter

Inzwischen ist das neue Netzteil model ps 300 eingetroffen und hat sich in meinem Stromnetz akklimatisieren können. Rolf Becker hat das model ps 300 entwickelt, um seinen beiden Phono-Stufen model blue MKII und model surzur MK II seitens der Stromversorgung noch mehr Potenz zu verleihen. Optisch unterscheidet sich die Front leicht von der beider Phono-Stufen, und zwar durch den seitlichen Schliff. Dies ist zum einen der Kostenstelle geschuldet, hat aber auch einen fast schon pädagogischen Hintergrund: Denn durch die minimal ungleiche Optik ist man nicht geneigt, die beiden Einheiten übereinander zu stellen. Eine etwas entfernte Positionierung ist nicht von Nachteil und im Hinblick auf perfekten Geräuschspannungs-Abstand ratsam. Das normale Netzteil unseres model blue MKII stellt zweimal 24 Volt Spannung zur Verfügung, aus denen in der Phono-Stufe die benötigten Soll-Spannungen generiert werden. Das model ps 300 liefert in vierfacher Ausführung, also für beide Kanäle jeweils für beide symmetrischen Wege, die richtige Spannung bedarfsgerecht an den Phonoverstärker. Das model ps 300 ist ganz und gar zweikanalig aufgebaut. Demzufolge finden sich zwei Torradial-Transformatoren im Ganz-Metall-Gehäuse. Wie auch die neuste Version der aufwändigsten Phono-Stufe model 42 MK III besitzt das neue Upgrade-Netzteil einen Netz-Phasen-Indikator auf der Rückseite. Grün besagt: Die Trafo-Primärwicklung wird in der optimalen Richtung durchflossen. Rot bedeutet das Gegenteil. Benutzt man einen Trenntrafo in der Stromzuführung, wie ich mit der MudrAkustik Max, zeigt die LED die Ampelfarben gleichzeitig, egal wie der Netzstecker in der Stromleiste eingesteckt ist. Die galvanische Trennung sorgt hier für identische Verhältnisse in beiden Stecker-Positionen. Die LED-Anzeige vermittelt das sichere Gefühl, dass in Sachen Stromzufuhr alles korrekt ist. Das Innenleben des model ps 300 strotzt vor hervorragenden, üppig dimensionierten Bauteilen. Unser Foto gewährt da Einblick. Rolf Becker hält sich bezüglich technischer Informationen gänzlich bedeckt. Recht hat er mit seiner Auffassung, es komme auch hier auf den Klanggewinn und in puncto Technik auf solide Fertigungsqualität sowie maximale Langlebigkeit an. Also widme ich mich auch gleich und gern wieder dem Hören.

Der Blick in das model ps 300 macht Kennern Freude, denn man sieht reichlich hochwertiges Material
Der Blick in das model ps 300 macht Kennern Freude, denn man sieht reichlich hochwertiges Material


Es mag nach dem obigen Lob auf die Version mit dem einfachen Netzteil verwundern, aber ich konnte sofort eine Veränderung wahrnehmen. Das Gute ist, diese positive Veränderung bezieht sich auf etwas, was ich vorher nicht vermisste. Die Klarheit und Abwesenheit von klanglichen Merkmalen, die dem fehlenden Eigenklang des einfachen model blue MKII zuzuschreiben sind, habe ich als angenehm empfunden. Er inszenierte stets eine als sehr natürlich und authentisch empfundene musikalische Darbietung. Das bezieht sich in erster Linie auf die offene und konturierte, stabile Raum-Zeichnung und die glaubwürdigen Klangfarben. Aber auch dynamisch ließ das Grundmodell nichts anbrennen. Feindynamisch imponierte er mit Auflösung und Tiefe. Diese Aspekte sind homogene Bestandteile seiner Musikalität. Die Ruhe, mit der die Standard-Version musiziert, hebt das model ps 300 aber nun auf ein neues, faszinierendes Niveau. Nehmen wir Hans Theessinks Live-Auftritt. Geradezu befreit von jeglicher Umgebung bleiben da nur der Sänger und sein Instrument. Nichts anderes stört. Ich muss zugeben, dass ich mich an dieser Stelle fragte, was jetzt wohl das Top-Modell von Rolf Becker noch mehr könnte. Schließlich befinden wir uns ja bei nur 69 Prozent auf seiner persönlichen „Kurve der audiophilen Glückseligkeit“. Die sechs Prozent mehr gegenüber dem einfachen Netzteil mögen nicht viel erscheinen. Sie sind es auch nicht. Aber sie können subjektiv den entscheidenden Unterschied machen. Das Übel ist, dass diesem relativ unauffälligen, musikalischem Mehr ein hoher Suchtfaktor anhaftet. Er begründet sich in der Authentizität der Darbietung. Sie ist nicht nur hörbar, sondern spürbar in der gesamten Befindlichkeit des Zuhörers. Sie werden das model ps 300 wohl nicht vermissen, wenn sie es nicht erlebt haben. Aber sobald Sie sich darauf einlassen, dürfte es schwer werden, den Schritt zurück zu machen. Der Katalog an von mir gehörten Plattenalben ist umfangreich. Der Feingeist, den der Blue Amp mit dem großen Netzteil zweifelsfrei besitzt, wird Jazz- oder Klassik-Hörern möglicherweise besonders gefallen. Aber auch bei harten, elektronischen Rock-Klängen zeigt die Kombi keinerlei Schwächen. Es mag sein, dass eine etwas fetzigere Gangart, beispielsweise die meines Plinius Koru, in diesen Genres einen hohen Spaß-Faktor besitzt, den auch der Blue Amp nicht toppt. Aber sobald es feinfühlig wird und die Vision einer Bühne ins Spiel kommt, sticht der Trumpf des Blue Amp. Mit dem großen Netzteil kann er auch im Bass mit noch mehr Kontur glänzen, da sich dieser in der gesteigerten räumlichen Offenheit noch differenzierter, konturenreicher und präziser abzeichnet. Die Überlegenheit des Blue Amp liegt in seiner Unauffälligkeit und seiner musikalischen Korrektheit. Dies gilt für beide Ausführungen. Das große Netzteil macht es noch besser und überzeugender. Die Darbietungen gewinnen, vor allem bei orchestraler Musik, an Schwerelosigkeit. Es erschließt sich letztlich jede Art von Musik dem Hörer noch selbstverständlicher.

Dieses Duo musiziert gemeinsam hervorragend
Dieses Duo musiziert gemeinsam hervorragend

STATEMENT

Der Blue Amp model blue MKII begeistert in beiden Netzteil-Versionen durch musikalische Ehrlichkeit in Einklang mit angenehmer Reinheit, die unangestrengtes Hörvergnügen garantiert. Die neutrale Darbietung jeden Musikstils und der Fertigungs-Aufwand machen die Blue Amps zu lebenslangen Begleitern.
Gehört mit
Plattenspieler Brinkmann Bardo mit Musical Life Conductor 10 Zoll
Tonabnehmer Audio Technica ART 9
Phono-Vorstufe Plinius Koru
Vorverstärker Audio-gd Master 9
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Air Tight ATM-3 oder Spectral DMA-100
Lautsprecher Triangle Grand Concert
Zubehör Inakustik Black&White NF-1302, Audio-gd NF Cinch und XLR, QED Genesis Silver Spiral LS mit Enacom LS, Shunyata Andromeda LS mit Enacom LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Raum-Absorber, Levin Design Vinyl-Bürste
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis
Herstellerangaben (vom Autor ergänzt)
Blue Amp model blue MKII
Eingang 1 x symmetrisch (XLR)
Ausgang 1 x unsymmetrisch (RCA)
Ausgangsimpedanz  
Verstärkung 54 dB, 60 db
Eingangsimpedanz 100, 500, 1k, 47k Ohm
Abmessungen (B/H/T) 147 x 63 x 225 mm
Gewicht 1720 Gramm
Preis 2640 Euro
Optional 80 Euro Aufpreis für MM
Preisminderung bei Bestellung mit model ps 300: 200 Euro
Herstellerangaben (vom Autor ergänzt)
Blue Amp model ps 300
Besonderheiten Netzphasen-Anzeige
Abmessungen (B/H/T) 147 x 63 x 220 mm
Gewicht 2000 Gramm
Preis 2290 Euro
Aufpreis Front wie model blue: 250 Euro

Hersteller
BLUE AMP
Anschrift Vogesenstraße 6
D-79276 Reute
Telefon +49 7641 9543296
Fax +49 7641 9543297
E-Mail mail@blueamp.de
Web www.blueamp.de

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Dienstag, 13 März 2018 00:54

Meters Music Bluetooth-Kopfhörer OV-1 B

Der bereits seit Herbst 2017 erhältliche Meters OV-1 ist jetzt auch als Bluetooth-Version verfügbar. Meters Music setzt hierbei auf den AptX-HD-Standard zur Signalübertragung, der klanglich mit dem Niveau der kabelgebundenen Version mithalten soll. Natürlich ist auch ein Betrieb am mitgelieferten Kabel ganz ohne Bluetooth möglich
 
Mit dem OV-1 B lässt sich Musik so erleben, wie es professionelle Musiker bevorzugen - und kann dabei auch noch stylisch aussehen. Der faltbare Reisekopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung besitzt an der Außenseite der Treiber analoge VU-Meter, die voll funktionsfähig sind. Sie finden sich in dieser Form auch in den berühmten Bassgitarrenverstärkern von Ashdown Engineering, der Mutterfirma von Meters Music. 

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Das Kopfband des OV-1 B sowie die ohrumschließen Polster sind aus hautfreundlichem Kunstleder gefertigt, die Halterung der Ohrmuscheln bestehen aus Vollmetall. Durch die Verwendung von Metall im Inneren des Kopfbandes kann der Anpressdruck der Ohrpolster durch einfaches Aufbiegen reduziert werden.

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Im OV-1 B befindet sich ein fest verbauter Akku, der im Bluetooth-Betrieb mit aktiver Geräuschunterdrückung circa 10 Stunden hält. Wer über das beiliegende Kopfhörerkabel hört und die Geräuschunterdrückung nutzt kommt auf etwa 18 Stunden Dauerbetrieb. Bei durchschnittlichem Gebrauch hat der Akku eine voraussichtliche Lebenserwartung von 10 Jahren. 

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Mit den Schiebeschaltern auf den Ohrmuscheln des OV-1 B lassen sich die Betriebsmodi auswählen. Man kann zwischen Bluetooth mit und ohne Geräuschunterdrückung und kabelgebundenem Klang mit und ohne Geräuschunterdrückung wählen. Das Active Noise Cancelling ist mit 82 Prozent Unterdrückung sehr effizient.

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Im Lieferumfang des OV-1 B sind ein USB-Ladekabel, ein Anschlusskabel mit integriertem Mikrofon zur Verwendung mit Android-Mobiltelefonen inklusive eines Adapters für große Klinke-Anschlüsse und eine Transporttasche mit Reißverschluss enthalten.

Herstellerangaben
Meters Music Bluetooth-Kopfhörer OV-1 B
Typ geschlossen, dynamisch, geräuschreduzierend
Treiber 40 mm Kalotte, integriertes Mikrofon zur Geräuschunterdrückung
Belastbarkeit 1000 mW
Impedanz 32 Ohm bei 1 kHz
Empfindlichkeit 94 dB / mW
Frequenzgang 20 Hz - 20 kHz
Kabel 1,2 m
Stecker 3,5 mm vergoldet, mit Adapter auf 6,3 mm Klinke
USB-Ladekabel 0,65 m
Gewicht 380 g
Ausführungen Black, Tan, Rose
Preis 350 Euro

Vertrieb
Sieveking Sound GmbH & Co KG
Ansprechpartner Jan Sieveking
Anschrift Plantage 20
28215 Bremen
Telefon +49 421 6848930
E-Mail kontakt@sieveking-sound.de
Web www.sieveking-sound.de

Weitere Informationen

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Freitag, 09 März 2018 01:01

Audioquest Beetle

geschrieben von

Der Name des Audioquest erinnert an den gleichnamigen, zeitlosen Automobilklassiker. Während der mit Sicherheit auch bei Ihnen erinnerungsträchtige Namensvetter aus der Automobilbranche das Tor zu Reiseabenteuern aufstieß, bietet der erschwingliche, vielseitig einsetzbare Audioquest Beetle den Einstieg in die Welt der DACs.

In der Vergangenheit wurden an dieser Stelle bereits die sehr erfolgreichen DragonFlyDACs getestet, nun folgt der große Bruder in Käferform für den Heimgebrauch. Eine Anspielung auf Kafkas Gregor Samsa verkneife ich mir – zu spät. Im Gegensatz zum monströsen Gregor ist der Beetle etwas kleiner als handtellergroß, schwarz, unauffällig, auf der Rückseite ausgestattet mit je einer micro-USB-, Toslinkeingangs- und einer 3,5-Millimeter-Klinkenausgangsbuchse. Auf der Vorderseite ist eine Status-LED eingelassen. Neben dem gravierten Käfer-Logo und dem Audioquest-Schriftzug auf der Oberseite und vier kleinen Gummifüßchen auf der Unterseite gibt es nicht mehr zu sehen, das ist auch gut so, denn schließlich geht es ums Hören. Dennoch ist der Beetle optisch gelungen, hat weder scharfe Kanten noch unschöne Spaltmaße und muss sich auf dem Schreibtisch oder dem HiFi-Möbel nicht unbedingt verstecken. Übrigens weckt er durch seine Formgebung tatsächlich Erinnerungen an einen Käfer, auch an den gleichnamigen Automobilklassiker. Zum Lieferumfang gehören neben dem Gerät selbst noch ein analoges linear geregeltes Netzteil, falls der DAC nicht über USB mit Strom versorgt wird und eine leider nur in Englisch vorliegende Bedienungsanleitung.

Audioquest lieferte uns den Beetle mit USB- und NF-Kabeln der Einsteigerklasse, sie gehören aber nicht zum Lieferumfang des Wandlers
Audioquest lieferte uns den Beetle mit USB- und NF-Kabeln der Einsteigerklasse, sie gehören aber nicht zum Lieferumfang des Wandlers

Für den Datentransfer über USB und Bluetooth kommt Streamlength, eine asynchrone Übertragungstechnik von Wavelength Audio, zum Einsatz, das Ergebnis der bereits etablierten Zusammenarbeit Audioquests mit Gordon Rankin. Dabei übernimmt nicht der Computer die Taktung des übertragenen Signals, sondern der DAC selbst, somit wird Jitter effektiv reduziert. Die maximale Abtastrate liegt bei 96 Kilohertz, die Bit-Tiefe bei 24 Bit. Das Herzstück des Beetles ist der inzwischen bestens bekannte Digital/Analog-Wandler-Chip ESS Sabre ES9010. Der hochwertigste Wandler, der sich bisher in meinem Besitz befindet, ist hingegen der AKM AK4490EN. Er werkelt in meinem mobilen High-Res-Player FiiO X5 III, der mich unterwegs gemeinsam mit den fantastischen Vision Ears VE6 X2 dauerhaft begleitet. Auch zu Hause ist der FiiO, noch vor dem PC, mein meist genutzter Zuspieler. Sowohl der ESS- als auch der AKM-Chip sind hochwertig und im Hi-Fi Bereich weit verbreitet. Wie stark sich die Soundsignatur der Chips in zwei Geräten mit unterschiedlichen Konzepten – der Beetle hauptsächlich als Upgrade für heimische Zuspieler gedacht, der FiiO die preiswerte Allzweckwaffe für Unterwegs – unterscheiden, wird sich im Hörvergleich zeigen.

Der Beetle bezieht seine Signale nicht nur über die Micro-USB-Buchse und den TosLink-Anschluss, sondern auch per Bluetooth
Der Beetle bezieht seine Signale nicht nur über die Micro-USB-Buchse und den TosLink-Anschluss, sondern auch per Bluetooth


Wahnsinnig neugierig auf den Klang des DACs, möchte ich den Beetle zu allererst per USB füttern. Der Anschluss an den PC per USB ist denkbar unkompliziert, ich nutze dazu das Audioquest Pearl USB-Kabel. Mein Windows 7 erkennt den Beetle sofort als Audioschnittstelle „Lautsprecher“, wie den Audioeinstellungen in der Systemsteuerung zu entnehmen ist. Hier gilt es noch ein paar Konfigurationen vorzunehmen: ich setze den Beetle als Standardgerät, deaktiviere in den Eigenschaften sämtliche Erweiterungen und stelle die Samplerate respektive Samplingtiefe ein. Zur Auswahl stehen 44,1 Kilohertz, 48 Kilohertz oder 96 Kilohertz (unter Windows 7), ab Windows 8 werden auch 88,2 Kilohertz bei jeweils 24 Bit unterstützt. Je nach Quelle sollte man sich für das entsprechende Format entscheiden. Für Daten mit größerer oder nicht unterstützter Samplingrate empfiehlt es sich, ganze Teiler in den Voreinstellungen zu wählen. Analog zur getroffenen Auswahl gibt die Status-LED in vier verschiedenen Farben eine optische Rückmeldung. Das ganze Prozedere ist in der Bedienungsanleitung nebst einem kurzen Infotext zu Samplingrate und -tiefe ausführlich beschrieben. Durch die intuitive Handhabung benötigt man die Anleitung nicht, die Hintergrundinformationen sind mitunter dennoch interessant, sofern man denn des Englischen mächtig ist. Zu guter Letzt stellt der Beetle erfolgreich seine Verbindungswilligkeit auch auf einem geliehenen Windows-10-Rechner unter Beweis. Da ich privat aktuell am liebsten noch Windows 7 nutze, werde ich die Hörtests auf diesem Betriebssystem durchführen.

Nebenbei bemerkt bewahrt einen der Beetle nicht vor etwaigen Masseschleifen, die bei einigen PC-Netzteilen durchaus auftreten können. Meistens sind diese nur bei hohen Pegeln der an den DAC angeschlossenen Verstärker auffällig. Bei stationären Rechnern bleibt einem zum Glück noch die Möglichkeit, den Beetle über Lichtleiterkabel per S/PDIF zu verbinden und somit das Problem zu umgehen. Bei Laptops ist mitunter nicht immer eine Toslink-Buchse verfügbar. Im Fall meines ThinkPads T410 gibt es bei angeschlossenem Netzteil ein minimales Störgeräusch auf den Lautsprechern, ohne Netzteil natürlich keines. Für den aufstrebenden High-End-Aspiranten sind dies schon erschwerende Umstände, die einen am perfekten Klanggenuss hindern.

Die Farbe der LED signalisiert, welche Abtastrate das verarbeitete Signal hat
Die Farbe der LED signalisiert, welche Abtastrate das verarbeitete Signal hat

Endlich fehlt nur noch die Verbindung per Audioquest Tower Miniklinke-Cinch-Kabel zum Verstärker. Traditionell dauert die Suche nach dem ersten geeigneten Song aus der Musikbibliothek etwas länger. Letztendlich entscheide ich mich für „Fuga Hirundinum“ aus der Birds Requiem Suite des ebenfalls Birds Requiem betitelten Albums von Dhafer Youssef, als CD-Rip im FLAC-Format. Ein wunderschönes, sphärisches Stück, das auf den richtigen Komponenten geradezu aufblüht, vor allem wenn im Mittelteil der Bass über das auf der Oud gespielte, von zarten Klavierläufen begleite, Leitmotiv improvisiert. Oud, das Paradeinstrument des tunesischen Bandleaders, ist das orientalische Äquivalent zur Laute.

Die Musikauswahl scheint dem Beetle zu gefallen, nach den ersten Klängen wird klar, dass er für seine Preisklasse sehr offen zu spielen vermag. Die Trennung der Instrumente ist eindrucksvoll, gleichzeitig musizieren sie sehr homogen miteinander. Der Kontrabass klingt knackig und direkt, die Oud erhält einen runden, warmen Charakter mit viel Körper, die Anschläge des Klaviers einen wohlausgewogenen Hochtonanteil mit leichtem Glanz.


Der direkte Vergleich zum FiiO drängt sich geradezu auf. Schnell umstecken, Pegel anpassen und Song nochmal starten, diesmal direkt vom FiiO über die hauseigene Music App. Im Direktvergleich spielt der portable Player im Tieftonbereich etwas wärmer, um nicht zu sagen fetter, dafür etwas weniger tief, trocken und präzise. Die Tiefmitten haben ebenfalls eine leichte Färbung und die Höhen sind nicht ganz so brillant wie beim Beetle. Diese Eindrücke sind allerdings nur Nuancen, denn was wirklich auffällt, ist die schönere Detailauflösung des Beetle. Auch die Tiefenstaffelung der Instrumente gefällt mir beim Käfer besser. Hinsichtlich der Dynamik bewegen sich beide Geräte auf einem sehr ähnlichen Niveau.

Das Netzteil des Beetle ist kein Schaltnetzteil, sondern rein analog
Das Netzteil des Beetle ist kein Schaltnetzteil, sondern rein analog

Der Eindruck bestätigt sich auch beim nächsten, ebenfalls als CD-Rip im FLAC-Format vorliegenden, Song „Is My Love Enough?“ der White Lies vom Album Friends. Die Synth-Sounds zu Beginn des Stückes erhalten viel Raum, die Stimme hebt sich elegant ab, der verwendetet Reverb glänzt schön nach. Im Allgemeinen scheinen sich die Instrumente besser von den Lautsprechern zu lösen als mit dem FiiO. Besonders zu erwähnen ist die wirklich exzellente Detailauflösung des recht weit in den Vordergrund gemischten Hi-Hats, das dem Song den richtigen Biss gibt, ohne aufdringlich zu werden.

Jetzt will ich es wissen und verpasse dem kleinen Insekt die volle Dröhnung mit dem epischen Albumfinale The Holographic Principle – A Profound Understanding Of Reality der niederländischen Symphonic Metal Band Epica von ihrem letzten Studioalbum The Holographic Principle als High-Res Download in 96/24. Genretypisch wird hier alles geboten: Nebst E-Gitarren, E-Bass und Schlagzeug finden sich Klavier, Chor und Orchester – echt und nicht aus der Samplekonserve – ergänzt durch die Mezzosopranistin Simone Simons und Mark Jansen, zuständig für den rauen Gesang. Zugegeben, diese Art Musik – insbesondere Marks Gesang – muss man mögen, aber musikalisch ist das ganze durchaus anspruchsvoll, zumal sehr komprimiert gemischt eine echte Herausforderung der anderen Art an die Wiedergabekette. Komprimiert klingt nach audiophilen Maßstäben vordergründig ziemlich unschön, aber ein derartig facettenreiches Album so kompakt zu mastern, das bedarf in meinen Augen allerdings einiger Expertise. Die exakte Reproduktion der Aufnahme, ohne dass Instrumente komplett im Metal-Bombast untergehen, ist nicht unbedingt eine leichte Aufgabe für die Kette. Es zeigt sich dasselbe Bild respektive derselbe Klangeindruck wie bisher. Zunächst von einem Männerchor mit Streicherunterstützung eröffnet, wird die Komposition schnell durch Klavier, Bass und Schlagzeug ergänzt und auch, wenn das erste Mal die volle Besetzung einsetzt, hilft das breite Stereopanorama, die präzise Auflösung und die gute Tiefenstaffelung des Beetles dem Mix ungemein. Vor allem die Stimmen gehen nicht unter und werden schön herausgearbeitet. Klar geht all das noch hochwertiger und auch der Rest meiner Hi-Fi Ausstattung ist bei weitem nicht High-End. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es hier um eine Investition von etwa 200 Euro geht und gerade in dieser Preisklasse ist es schwierig bis unmöglich, einen ernstzunehmenden Mitbewerber zu finden. Denn zum wirklich sehr gefälligen Klang gesellen sich noch einige weitere Zuspielmöglichkeiten.


Audioquest hält das Tower NF- und das Pearl USB-Kabel für geeignete Spielpartner des Beetle
Audioquest hält das Tower NF- und das Pearl USB-Kabel für geeignete Spielpartner des Beetle

Für mich nicht sonderlich interessant ist die Bluetooth-Unterstützung. Seit jeher bin ich es gewohnt, für gute Soundqualität Kabel zu legen, was bei mir in den meisten Fällen sogar schneller gelingt als die Suche und Verbindung über den Bluetooth-Manager am Smartphone oder anderen Geräten. Wenn man beim Musikhören gerne umherläuft und dabei unbedingt seinen Zuspieler in der Tasche haben möchte, ist die kabellose Verbindung natürlich hilfreich. Um sich mit einem zweiten Gerät einzuloggen, muss die Verbindung mit dem ersten Gerät zunächst getrennt werden, ansonsten kommt der Beetle schon mal durcheinander. Der verwendete Chip unterstützt Bluetooth 4.0 A2DP 2.6. Die versprochene Update-Fähigkeit suche ich in der, von Audioquest zur Verfügung gestellten Desktop Device Manager App, vergeblich. Einen anderen Gerätenamen kann ich dort auch nicht vergeben. Theoretisch möglich ist eine maximale Datenrate von 384 Kilobit pro Sekunde bei 48 Kilohertz. Für ein unkomprimiertes 24-Bit-PCM codiertes Signal bei einer Abtastung von 48 Kilohertz wäre jedoch eine Bandbreite von 2.304 Kilobit pro Sekunde notwendig. Anhand dieses einfachen Exempels darf sich jeder seinen Teil denken und entscheiden, ob er der komprimierenden Bluetooth-Verbindung eine Chance geben möchte oder nicht.

Bei einer weiteren Verbindungsart muss nochmal der FiiO zum Vergleich herhalten, da der Beetle auch via OTG-Adapter mit dem Smartphone verbunden werden kann und sich somit in direkte Konkurrenz zum portablen Player begibt. Zugegeben, für die mobile Nutzung ist der Beetle dann doch etwas zu groß. Der Spezialist für diesen Zweck ist ohnehin der DragonFlyDAC aus selbem Hause, dennoch konnte ich nicht widerstehen, meinem Smartphone, zumindest probeweise, dieses genial simple Soundupgrade zu gönnen.

Der Beetle wird mit einer Bedienungsanleitung in Englisch geliefert.
Der Beetle wird mit einer Bedienungsanleitung in Englisch geliefert.

Audioquest empfiehlt die USB-Audio-Player-PRO-App von eXtream Software Development, ich habe mich für den Onkyo-HF-Player entschieden. Auch diese App unterstützt den Beetle, erkennt ihn zwar erst beim zweiten Anlauf und führt zu einem überraschenden Lautstärkesprung, dafür funktioniert die Verbindung danach stabil.


Mit meinen Vision Ears V6 X2 kann ich mich nochmal vom bisher gemachten Klangeindruck überzeugen. Der hörbare Unterschied fällt in dieser Kombination geringer aus und diesmal gefällt mir der etwas kompaktere, wenn auch minimal schlechter auflösende Klang des FiiO an den In-Ears besser, obwohl das Grundrauschen an der Smartphone/DAC-Kombi etwas geringer ausfällt. Massiv stört mich die wenig fein abgestufte Lautstärkeregelung des Android Devices, allerdings gibt es nichts, was man mit einer entsprechenden App aus dem Playstore nicht hinbiegen könnte. Auf der anderen Seite bin ich kein großer Fan solcher hingefrickelten Lösungen, denn derartige Apps überschreiben die 15 Lautstärkeschritte von Android und warnen teilweise explizit davor, dass Android die gesetzten Lautstärken unter Umständen wiederum überraschend überschreiben könnte. Mit etwaigen Lautstärkesprüngen möchte ich mir nicht meine In-Ears zerschießen und schon gar nicht meine Ohren. Um das Smartphone aber zum hochwertigen Zuspieler an der Hi-Fi Kette zu machen, ist Audioquests Beetle hingegen der Clou! Auch wenn man den Klang seines Fernsehers, Blu-Ray-Players, der Spielekonsole, praktisch allem, was einen S/PDIF-Ausgang besitzt, aufwerten möchte, ist der Beetle zur Stelle. Darüber hinaus gewinnen viele Geräte durch den Bluetooth-Chip an Konnektivität.

STATEMENT

Am liebsten möchte ich den kleinen Krabbler gar nicht wieder abgeben. Aufwartend mit einem offenen Klangbild, erstaunlicher Feinauflösung und einem sehr natürlich anmutenden Frequenzverlauf, hat es mir der Beetle angetan. Er sei jedem empfohlen, der einen soliden DAC ohne viel Schnickschnack zu einem fairen Preis sucht.
Gehört mit
Computer ThinkPad T410, Intel i5-560M @ 2,66GHz, 8GB, Windows 7 Professional SP1 (foobar2000)
Smartphone Motorola X 2nd Gen, 32GB, Android 6.0 (Onkyo HF Player)
High-Res Player FiiO X5 III (FiiO Music App)
In-Ears Vision Ears VE6 X2
Vollverstärker Pioneer A-878
Lautsprecher Magnat Quantum 807
Kabel Audioquest USB & OptiLink Pearl, Audioquest Tower
Herstellerangaben
Audioquest Beetle
Optischer Eingang 24 bit/96 kHz
Asynchrones Bluetooth upgradefähige Software
Asynchroner USB-Eingang 24 bit/96 kHz
Analoger Ausgang 3,5 mm
Sonstiges Mikrocontroller der Mikrochip-MX-Serie
ESS9010 DAC (Minimalphasenfilterung)
Bitperfekte digitale 64-Bit-Lautstärkeregelung (nur USB und Bluetooth)
Ausgabespannung 1,35 V
Preis 200 Euro

Vertrieb
AudioQuest BV
Anschrift Hoge Bergen 10
4704RH Roosendaal
Niederlande
Telefon 0800 181 5284 (kostenlos)
E-Mail rdrees@audioquest.nl
Web www.audioquest.nl

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Donnerstag, 08 März 2018 07:47

AUDEZE LCD-2 classic

Als AUDEZE 2008/9 den LCD-2 vorstellte, war die kalifornische Firma ein wichtiger Impulsgeber für die bis heute anhaltende, rasante Entwicklung im Kopfhörermarkt. Zahlreiche Patente und Neuentwicklungen beweisen, dass das Thema Musikgenuss mit Kopfhörern noch lange nicht ausgereizt ist.

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Nun – nach fast 10 Jahren – gibt es mit dem AUDEZE LCD-2 classic eine moderne Neuauflage des damaligen Trendsetters mit ähnlicher Klangsignatur, aber fertigungstechnisch auf heutigem Niveau. Ihm fehlen, wie dem damaligen Modell, die Fazor-Elemente. Das Holz ist einem Rahmen aus schwarzem Spezial-Nylon in identischer Formgebung – insbesondere an den Audiobuchsen – gewichen. Das neue Kopfband und die insgesamt leichtere, sehr gut sitzende Konstruktion sowie der Preis, machen den AUDEZE LCD-2 classic zu einem potentiellen Favoriten im professionellen wie privaten Umfeld.

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Als Sonderserie fehlt dem LCD-2 classic der Transportkoffer im Lieferumfang. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt 900 Euro. Der LCD-2 classic kann ab sofort über die audioNEXT Handelspartner bezogen werden. Die Lieferung erfolgt solange der Vorrat reicht.

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Herstellerangaben
AUDEZE LCD-2 classic
Stil ohrumschließend, offene Bauart
Transducer-Typ magnetostatisch
Magnetische Struktur proprietäre Magnetanordnung
Magnettyp Neodym N50
Membrantyp ultra-dünne Folie
Membrandurchmesser 106 mm
Maximale Belastbarkeit 15W
Maximaler Schalldruckpegel >130dB
Frequenzbereich 10 Hz - 50 kHz
Klirrfaktor < 0,1 % bei 100 dB
Impedanz 70 Ohm
Empfindlichkeit 101 dB/1mW
Leistungsbedarf > 100mW

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Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

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Dienstag, 06 März 2018 06:34

HIFIMAN Sundara

Für die Benennung des Sundara hat sich das Unternehmen HIFIMAN wie schon beim Flaggschiff Susvara des Sanskrit bedient. Dort steht das Wort für „Anmut“ oder auch „Schönheit“ – Begriffe, die hervorragend zur Klangqualität des neuen Kopfhörermodells passen.

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Firmenchef Dr. Fang Bian setzt bei seinem neuen Magnetostaten auf Membranen, die gegenüber dem Erfolgsmodell HE-400 noch einmal um 80 Prozent dünner sind. Damit erreicht er eine gelungene Kombination aus Detailfülle und Samtigkeit. Die Treiber arbeiten im Bereich von 6 bis zu 75.000 Hertz. Gleichzeitig ist es gelungen, den Kennschalldruckpegel auf 94 Dezibel zu steigern. Mit einer stabilen Impedanz von 37 Ohm kann der Sundara jetzt problemlos mit dem Telefon oder mobilen Musikspieler der Wahl kombiniert werden.

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Eine neue Kopfband-Konstruktion sorgt für guten Komfort. Die Ohrmuschel selbst und auch deren Halterung sind nun nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus Aluminium. Trotzdem konnte das Gewicht bei nur 372 Gramm gehalten werden. Die Anschlusskabel bleiben abnehmbar und sind mit 3,5-Millimeter-Klinke-Steckern auf der Hörerseite versehen. Die Länge von 1,5 Meter ist für den mobilen und Schreibtischeinsatz gewählt. Ein Adapter zur Verwendung an Kopfhörerausgängen mit großer Klinke liegt bei.

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Bei den neuen Ohrpolstern hat sich HIFIMAN am Vorbild des HE1000 V2 orientiert und diese sind nun auf der dem Ohr zugewandten Seite mit Polyester bestückt um auch lange Hörsessions entspannt zu genießen. Das Kopfband selber und der Außenteil der Ohrpolster sind aus Kunstleder gefertigt. Wem ältere HIFIMAN-Modelle schlichtweg zu groß waren, der wird sich über die neue Kopfband-Konstruktion mit erweitertem Einstellbereich freuen.

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Herstellerangaben
HIFIMAN Sundara
Frequenzgang 6 Hz bis 75 kHz
Impedanz 37 Ω
Kennschalldruck 94 dB/W/m
Gewicht ohne Kabel ca. 372 g
Lieferung in Aufbewahrungskarton
Preis 500 Euro

Vertrieb
Sieveking Sound GmbH & Co KG
Ansprechpartner Jan Sieveking
Anschrift Plantage 20
28215 Bremen
Telefon +49 421 6848930
E-Mail kontakt@sieveking-sound.de
Web www.sieveking-sound.de

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Montag, 05 März 2018 01:01

Audia Flight FLS1 und FLS4

geschrieben von

„Audia Flights sind auf dem Weg mit Schenker …“ Spätestens bei dieser Nachricht hätte mir klar sein müssen, dass der Begriff „klein“ sehr relativ sein kann. Aber als mir Anfang des Jahres die kleine, brandneue Vor-/Endstufenkombination FLS1 und FLS4 zum Test avisiert wurde, hatte ich mir darüber keine großen Gedanken gemacht.

Die endgültige Gewissheit kam dann beim Verladen der Geräte in mein Auto und dem anschließenden Transport in meinen Hörraum. Eigentlich hätte ich es ja besser wissen müssen, haben sich doch meine Kollegen bei Hifistatement in jüngster Zeit mehrmals mit den Geräten der italienischen Nobelschmiede Audia Flight beschäftigt und von dem dort üblichen, außerordentlich hohen Materialeinsatz berichtet. Audia Flight bietet aktuell drei Produktlinien an. Am unteren Ende rangiert die kleine Serie Flight 3, die derzeit nur aus dem Vollverstärker FL3S mit bescheidenen 16,5 Kilogramm Lebendgewicht besteht. Unter dem Namen Strumento firmieren die großen Modelle von Audia Flight. Groß im wahrsten Sinne des Wortes, bringt doch schon die Hochpegelvorstufe Strumento No. 1 satte 28 Kilogramm auf die Waage, die dazugehörige Stereo-Endstufe wiegt dezente 90 Kilogramm und die Mono-Endstufe kommt mit satten 95 Kilogramm daher, natürlich pro Gerät! Knapp unterhalb der Strumento-Linie ist nun die neue FLS-Reihe platziert, die aktuell aus dem Vorverstärker FLS1, der Stereo-Endstufe FLS4 sowie dem Vollverstärker FLS10 besteht und die bisherige Classic-Serie mit Ausnahme der Phono-Vorstufe ersetzt.

Die kleine Vor- und Endstufe mit dem Audia Flight typischen, markanten Design
Die kleine Vor- und Endstufe mit dem Audia Flight typischen, markanten Design

Gerade für ihre Strumento-Serie haben die Entwickler von Audia Flight durchweg hervorragende Kritiken erhalten. Was ist da naheliegender, als den Versuch zu starten, die musikalischen Qualitäten der Top-Geräte zu einem erschwinglicheren Preis zu erreichen – also im Idealfall aus den „Strumentos“ kleine "Strumentinos" zu machen. Hört sich in der Theorie leichter an, als es praktisch tatsächlich ist und erfordert unterschiedliche Maßnahmen bei Vor- und Endstufe.

Als Tester ist man natürlich versucht, nach den Stellen zu suchen, an denen vermeintlich oder tatsächlich gespart wurde. Doch das ist bei den beiden FLS gar nicht so einfach. Bereits auf den ersten Blick ist zu erkennen, wie eng – zumindest optisch – die Verwandtschaft zwischen den Vorstufen FLS1 und Strumento No. 1 sowie den Stereo-Endstufen FLS4 und Strumento No. 4 ist. Wie bei den Strumento-Verstärkern werden die FLS-Chassis aus hochwertigen Aluminiumteilen gefertigt, die nach dem Bearbeiten noch aufwändig manuell poliert werden. Die massive Front enthält die Audia-typische, geschwungene Öffnung, in der das große Display sitzt und auf dem in blauer Schrift alle Betriebszustände gut lesbar angezeigt werden. Ein Unterschied zu den Top-Geräten ist an dieser Stelle nicht auszumachen. Also geht die Suche weiter.


Die FLS1 besitzt einen äußerst leistungsfähigen Kopfhörerausgang, der auch mit schwierigen Fällen zurechtkommt
Die FLS1 besitzt einen äußerst leistungsfähigen Kopfhörerausgang, der auch mit schwierigen Fällen zurechtkommt

Ein erster, nicht klang-relevanter Unterschied ist bei den Ein- und Ausgängen der Vorstufen zu erkennen. Die FLS1 hat drei unsymmetrische RCA- und zwei symmetrische XLR- Eingänge, während die große Vorstufe fünf symmetrische XLR- Eingänge bietet, von denen zwei auf RCA unsymmetrisch umgeschaltet werden können. Bei beiden Geräten wiederum kann jeder Eingang individuell benannt und um +/- 6 Dezibel im Pegel angepasst werden. Das ist wirklich praktisch, wenn unterschiedlich laute Quellen verwendet werden. Nicht verwendete Eingänge lassen sich bei der FLS1 sogar komplett abschalten. Ausgangsseitig gibt es bei der FLS1 einen RCA- und einen XLR-Vorstufenausgang, die beide gleichzeitig benutzt werden können. Auf den weiteren XLR-Ausgang der großen Vorstufe wurde verzichtet. Des Weiteren steht ein RCA-Tape-Out zu Verfügung. Einen großen Teil des Platzes auf der Rückwand nehmen zwei Abdeckplatten ein, hinter denen sich Steckplätze für Erweiterungskarten befinden. Eine Phono-Platine für MM- und MC-Tonabnehmer und eine D/A-Wandler-Platine sind laut Vertrieb in Arbeit. Wer möchte, kann seine Vorstufe somit später noch aufrüsten.

Klare und übersichtliche Anordnung der Bedienungselemente bei der Vorstufe
Klare und übersichtliche Anordnung der Bedienungselemente bei der Vorstufe

Wie die große Strumento No. 1 setzt auch die FLS1 auf mehrere getrennte Stromversorgungen in Form von großzügig dimensionierten Ringkerntransformatoren, die von den übrigen Schaltungsteilen abgekapselt sind. Alle Schaltungen sind vollständig diskret und symmetrisch im Doppel-Mono-Aufbau ausgeführt. Der auffälligste Unterschied zur großen Strumento ist der Verzicht auf eine Lautstärkeregelung mit relaisgeschalteten Einzelwiderständen. Stattdessen kommt in der FLS1 eine IC-basierte Lösung mit einem integrierten Baustein aus der Edelserie Muses des Chip-Spezialisten New Japan Radio zum Einsatz. In der Strumento No. 1 ist zwar ebenfalls zusätzlich eine elektronische Lautstärkeregelung vorhanden, wird dort aber nur für schnelle Lautstärkeänderungen verwendet und anschließend wieder aus dem Signalweg geschaltet. Eine Sparmaßnahme kann ich in der Verwendung des Muses Chips allerdings nicht so richtig erkennen, da dieser Baustein extrem hochwertig ist und auch in anderen Top-Vorverstärkern dieser Welt für die Pegelregelung eingesetzt wird. Die damit realisierte Lautstärkeregelung hat eine Spreizung von insgesamt 100 dB, die mit einer Auflösung von 0,5 Dezibel arbeitet und gleichzeitig die Balance-Einstellung übernimmt. Der damit einhergehende Bedienungskomfort ist bestechend. Nach Betätigen des Ausschaltknopfes wird die eingestellte Lautstärkeposition gespeichert und dann die Lautstärkereglung schrittweise heruntergefahren, so dass keine Geräusche des Ausschaltvorgangs an angeschlossene Endstufen und Lautsprecher weitergegeben werden. Beim Einschalten fährt die Lautstärke dann wieder sukzessive auf jene Einstellungen hoch, die beim Ausschalten gespeichert wurden. Mit der beiliegenden, natürlich massiven Aluminium-Fernbedienung können alle Funktionen des Geräts bequem vom Hörplatz aus gesteuert werden.

Mit der soliden Aluminium-Fernbedienung lassen sich alle Funktionen der Vorstufe steuern
Mit der soliden Aluminium-Fernbedienung lassen sich alle Funktionen der Vorstufe steuern


Ein Feature haben die Entwickler der FLS1 spendiert, das die große Strumento No. 1 nicht besitzt: einen Kopfhörerausgang. Dieser Ausgang kann nicht nur zwischen High Gain und Low Gain umgeschaltet werden, sondern er liefert, wenn es sein muss, satte zwölf Watt an acht Ohm! Damit sollte auch der stromhungrigste Kopfhörer zur Höchstleistung angetrieben werden können.

Fünf Eingänge, zwei davon symmetrisch, zwei Ausgänge, einmal symmetrisch und einmal unsymmetrisch, und zusätzlich ein unsymmetrischer REC Out; die RCA- und XLR-Caps stammen aus dem Zubehörprogramm von Sieveking
Fünf Eingänge, zwei davon symmetrisch, zwei Ausgänge, einmal symmetrisch und einmal unsymmetrisch, und zusätzlich ein unsymmetrischer REC Out; die RCA- und XLR-Caps stammen aus dem Zubehörprogramm von Sieveking

Kostentreiber bei einer Endstufe sind in erster Linie die verfügbare Ausgangsleistung, der verwendete Betriebsmodus der Ausgangsstufe – Class A, AB, B oder D – und daraus abgeleitet die Größe der Kühlkörper und des Netzteils. Die Ausgangsleistung der FLS4 steht mit 200 Watt an acht Ohm und 380 Watt an vier Ohm der größeren Schwester kaum nach. Allerdings dürfte der reine Class-A-Betrieb nicht ganz so weit gehen wie bei der Strumento No. 4 mit ihren immerhin 25 Watt. Dementsprechend fällt bei der FLS4 alles etwas kleiner aus, aber das Konzept ist das Gleiche: konsequenter Doppel-Monoaufbau, wobei jede Endstufe voll-symmetrisch ausgeführt ist.

Die Endstufe mit dem großen blauen Display
Die Endstufe mit dem großen blauen Display

Das Herz einer jeden Endstufe ist zweifelsohne das Netzteil. Bei der FLS4 ist das ein vergossener und doppelt geschirmter Zwei-Kilowatt-Ringkerntrafo mit getrennten Spannungsabgriffen für den linken und rechten Kanal. Für die Ausgangsstufe erfolgt die anschließende Siebung mit einer Gesamtkapazität von 288.000 Mikrofarad, aufgebaut aus 16 Kondensatoren mit niedrigem Scheinwiderstand und einer Kapazität von je 18 000 Mikrofarad. Die Ausgangsstufe besteht aus insgesamt 32 Leistungstransistoren. Das Schaltungs-Design der Kleinsignalstufe für die Spannungsverstärkung ist nach dem Transimpedanz-Konzept mit lokaler Stromgegenkopplung aufgebaut und arbeitet vollständig im Class-A-Betrieb. Die gesamte Schaltung ist in ein kleines Metallgehäuse eingebaut und komplett mit Epoxidharz vergossen. Damit soll dieser empfindliche Schaltungsteil thermisch stabilisiert und von äußeren Einflüssen abgeschirmt werden. Für diesen Schaltungsteil stehen nochmal weitere Siebkapazitäten von insgesamt 18.000 Mikrofarad zur Verfügung. Daran anschließend werden die Versorgungen für die Eingangs- und Treiberstufe zusätzlich noch getrennt voneinander elektronisch stabilisiert.


Das Anschlussfeld der Endstufe mit RCA- und XLR-Eingängen, einem XLR-Ausgang für das Durchschleifen des Signals zu einer weiteren Endstufe und soliden Bi-Wiring-Terminals für den Anschluss der Lautsprecher
Das Anschlussfeld der Endstufe mit RCA- und XLR-Eingängen, einem XLR-Ausgang für das Durchschleifen des Signals zu einer weiteren Endstufe und soliden Bi-Wiring-Terminals für den Anschluss der Lautsprecher

Die gesamte Endstufe wird von einem Mikroprozessor gesteuert und überwacht. Im Signalweg selbst befindet sich keine Sicherung. Der Prozessor regelt die Einschaltstromverzögerung und lässt das Gerät sanft hochfahren. Die Endstufe erreicht nach etwa zwanzig Minuten ihre typische Betriebstemperatur und ist dann auch klanglich voll da. Es spricht für die Konsequenz der Entwickler, dass auch diese Schaltungsteile von einem eigenen Netzteil mit einem kleinen Zusatz-Trafo mit 15 Watt versorgt werden, um jede Störung der Audioschaltkreise auszuschließen. Insgesamt finden sich zwölf Stromversorgungen in der FLS4. Damit sollen die einzelnen Schaltungsteile vollständig entkoppelt und gegenseitige Beeinflussung vermieden werden. Der bei der Stromversorgung getriebene Aufwand spricht für sich.

Klassischer, vollsymmetrischer Doppel-Monoaufbau der Endstufe mit dem gewaltigen Ringkerntrafo in der Mitte
Klassischer, vollsymmetrischer Doppel-Monoaufbau der Endstufe mit dem gewaltigen Ringkerntrafo in der Mitte

Die FLS4 lässt sich sowohl per RCA- als auch per XLR-Kabel ansteuern. Wer möchte, kann bei symmetrischem Betrieb die Endstufen auch problemlos für Bi-Amping verwenden, da zusätzlich noch XLR-Ausgänge zu Verfügung stehen und das Vorstufen-Signal so einfach zu einer weiteren Endstufe durchgeschleift werden kann. Ein doppeltes Set an Lautsprecherterminals erlaubt einfaches Bi-Wiring. Jede Endstufe ist vollständig symmetrisch aufgebaut, weshalb die Minus-Terminals niemals zusätzlich geerdet werden dürfen. Mehr noch als die Vorstufe FLS1 ist die Endstufe für mein Empfinden eine nahezu identische kleine Schwester der großen Strumento No. 4.

Die Eingangssektion der Endstufe mit den vergossenen Modulen
Die Eingangssektion der Endstufe mit den vergossenen Modulen


Für den Hörtest habe ich zunächst nur die Endstufe in meine Anlage eingebaut und mit meinem Jota-System verbunden, bei dem die beiden Säulen im Tief-Mitteltonbereich ohne irgendeine Begrenzung nach unten betrieben werden. Bei der Wahl des Netzkabels habe ich der Erfahrung von Jan Sieveking vertraut und das mitgelieferte, 1,5 Meter lange Cardas Clear Power verwendet. Als Vorverstärker habe ich meine Omtec Anturion an die unsymmetrischen Eingänge der FLS4 angeschlossen. Meine Befürchtung, dass die FLS4 nur bei symmetrischer Ansteuerung ihr volles Leistungspotential würde ausspielen können, erwies sich in der Praxis als unbegründet.

Die Kondensatoren für den Leistungsteil sitzen direkt bei den Ausgangstransistoren
Die Kondensatoren für den Leistungsteil sitzen direkt bei den Ausgangstransistoren

Bereits nach wenigen Takten des Pop-Albums Rumors von Fleetwood Mac (Fleetwood Mac: Rumors 24bit/96kHz) wird klar, wie gut die FLS4 meine Jotas im Tief-Mitteltonbereich im Griff haben. Gerade dieser Bereich ist bei den Jotas zwar sehr sauber und exakt, aber prinzipbedingt auch recht schlank. Und genau in diesem Bereich gibt die Endstufe meinen Jotas mehr Fülle, ohne dass das zu Lasten von Präzision und Schnelligkeit geht. Auf Dee Dee Bridgewaters Album Memphis...Yes, I'm Ready grooven Jackie Clark am Bass und James „Bishop“ Sexton am Schlagzeug mit einem ordentlichen Schuss Funk durch meinen Hörraum. Ich bin erstaunt, was da mit der FLS4 in punkto Kraft und Dynamik geht. Das Schöne daran ist: Die FLS4 ist kein Muskelprotz, der vor Kraft kaum laufen kann, sondern sie versteht es, gerade auch mit ihrer Feinauflösung und Geschmeidigkeit zu überzeugen. So gelingt der FLS4 die Abbildung von Orchester und Sologitarre im „Quintetto No. 4 in Re Maggiore „Fandango“ per Corda e Chitarra, (G. 448) von Luigi Boccherini (Luigi Boccherini: Fandango, Sinfonie & La Musica Notturna Di Madrid: Le Concert Des Nations, Jordi Savall) wirklich hervorragend und macht das Wechselspiel zwischen Solist und Orchester in den feinsten Nuancen hörbar.

Auf dem großen Ringkerntrafo sitzt Huckepack die separate Spannungsversorgung für die Non-Audio-Schaltungsteile
Auf dem großen Ringkerntrafo sitzt Huckepack die separate Spannungsversorgung für die Non-Audio-Schaltungsteile

Nach diesem gelungen Auftritt war ich auf die Vorstufe FLS1 im Zusammenspiel mit der FLS4 gespannt. Auf der Netzseite kam ein weiteres Cardas Clear Power zum Einsatz und die Verbindung zwischen Vor- und Endstufe erfolgte nun vollsymmetrisch über das ganz hervorragende CARDAS Clear interconnect rev 1, ebenfalls eine Empfehlung von Jan Sieveking. Von einer guten Vorstufe erwarte ich, dass sich damit das Klangbild vollständig von den Lautsprechern löst. Dabei ist für mich nicht die räumliche Tiefe allein wichtig, sondern noch mehr die Art und Weise, wie die Musik gerade auch direkt hinter den Lautsprechern wiedergegeben wird und die Lautsprecher dabei völlig zu verschwinden scheinen. Ein zugegebener Maßen hoher Anspruch.


Die Vorstufe von innen: voll-diskreter Aufbau mit vergossenen Schaltungsmodulen
Die Vorstufe von innen: voll-diskreter Aufbau mit vergossenen Schaltungsmodulen

In meinem gerne verwendeten Teststück, dem „Intermezzo from Goyescas“ von Enrique Granados mit dem New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Rafael Frübeck des Burgos (Decca Legacy Volume One - FIM UHD), zeigt sich die FLS1 sofort von ihrer besten Seite. Klangfarbenstark, rhythmisch und dynamisch kraftvoll, aber stets mit der gewissen Portion Feingeist, die das Stück so eindrucksvoll macht. Genauso, wie ich es mir wünsche, löst sich das Klangbild in beindruckender Weise von den Lautsprechern. Das Orchester bleibt zu jeder Zeit klar gestaffelt und dennoch unglaublich geschlossen, wobei kleinste Details hörbar werden. Die Streichereinsätze haben eine Strahlkraft und Intensität, die einfach ergreifend ist. Hinzu kommt ein musikalischer Fluss in der Wiedergabe, der mir richtig imponiert. So muss es sein!

Die Ringkerntrafos sind gekapselt, um Einstreuungen in die empfindlichen Schaltungsteile zu vermeiden
Die Ringkerntrafos sind gekapselt, um Einstreuungen in die empfindlichen Schaltungsteile zu vermeiden

Hören wir als nächstes in Soltis Venice, das seit kurzem als exzellentes Reissue von Analogue Productions auch als SACD (Solti & Orchestra Of The Royal Opera House, Covent Garden: VENICE - CAPC 23130 SA) erhältlich ist. Die Originalaufnahme hat unter Sammlern ob ihrer klanglichen Qualitäten und nicht zuletzt auch wegen der ratternden U-Bahn im vierten Stück Legendenstatus. Der Klang der Streicher im „Vorspiel zum ersten Akt von La Traviata“ ist mit den beiden Audio Flights einfach hinreißend: herrlich rund und voll ohne jegliche Härte mit einer Kraft und Intensität, die man in dieser Form nicht oft zu hören bekommt.

Die Siebkondensatoren des Netzteils werden mechanisch beruhigt und gleichzeitig vor Einstreuungen abgeschirmt
Die Siebkondensatoren des Netzteils werden mechanisch beruhigt und gleichzeitig vor Einstreuungen abgeschirmt


Genauso mitreißend gelingt die Wiedergabe des Stücks „Tanz der Stunden“ von Ponchielli, eine Balletteinlage aus dem dritten Akt der Oper La Gioconda. In einem fein abgestimmten Farbenspiel melodischer und instrumentaler Einfälle charakterisiert und illustriert Ponchielli hier die Stunden des Tages und das unaufhaltsame Verrinnen der Zeit. Das Stück beginnt im pianissimo mit der Morgendämmerung, schwillt kräftig an zur Mittagszeit, erliegt der Abenddämmerung bis schließlich die Stunden der Nacht in einem brillanten Finale wieder von den Tagesstunden vertrieben werden. Auch hier löst sich das Klangbild zu jeder Zeit, ganz gleich ob an den lauten oder leisen Stellen, in bestechender Weise von den Lautsprechern. Am meisten beeindruckt mich aber, mit welcher inneren Kraft und Intensität die beiden Audia Flights im furiosen Finale zu Werke gehen. Hier können FLS1 und FLS4 zusammen ihre exquisiten dynamischen Fähigkeiten voll ausspielen. Damit entsteht bei mir subjektiv der Eindruck, dass das Gespann einfach lauter spielt als ich es sonst gewohnt bin.

STATEMENT

Obwohl in der internen Familienhierarchie von Audia Flight nur die „Kleinen“, kommen Vorstufe FLS1 und Endstufe FLS4 klanglich zusammen ganz groß raus. Exzellente Verarbeitungsqualität und große Vielseitigkeit runden den ungemein positiven Eindruck ab.
Gehört mit
Computer Intel Core i5 2,5 GHz, 6 GB RAM, Windows 10 mit AudiophileOptimizer 2.0, G-Technology 4 TB G| USB-C Laufwerk mit HDPLEX 200W Linear-Netzteil, Intel Xeon E3-1225 3,2 GHz, 4 GB RAM, Windows Server 2012R2 mit AudiophileOptimizer 2.0, JPLAY USB Card, HDPLEX 200W Linear-Netzteil
Software MinimServer, JPlay 6.2, Roon
Reclocker 2 x Mutec MC 3+ USB kaskadiert
D/A-Wandler PS Audio DirectStream DAC, M2Tech Young
Plattenspieler Platine Verdier
Tonarm Souther TRIBEAM
Tonabnehmer Clearaudio Veritas
Vorstufe Phono Erno Borbely
Vorstufe Erno Borbely, Omtec Anturion
Endstufe Omtec CA 25
Lautsprecher Outsider Jota mit Velodyne Subwoofer Management System SMS-1
Kabel Van den Hul, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable
Herstellerangaben
FLS1 Vorverstärker
Eingänge 3 Paar unsymmetrisch RCA, 2 Paar symmetrisch XLR
Ausgänge 1 Paar unsymmetrisch RCA, 1 Paar symmetrisch XLR, 1 Paar unsymmetrisch RCA – Tape out
Verstärkung -90 dB bis +10 dB
Leistungsaufnahme 50 W (Maximum), Stand-by < 1 W
Gewicht 11 kg
Abmessungen 450 x 120 x 380 mm (BxHxT)
Preis 6.000 Euro
Herstellerangaben
FLS4 Stereo-Endstufe
Eingänge 1 Paar unsymmetrisch RCA, 1 Paar symmetrisch XLR
Ausgangsleistung 200 W an 8 Ω, 380 W an 4 Ω
Verstärkung 29 dB
Leistungsaufnahme 820 W (Maximum), Leerlauf ohne Signal 170 W, Stand-by < 1 W
Gewicht 34 kg
Abmessungen 450 x 177 x 440 mm (BxHxT)
Preis 7.500 Euro

Hersteller
AUDIA FLIGHT
Anschrift Via Alfio Flores, 7
00053 Civitavecchia (RM)
Italien
Telefon +39 0766 561403
E-Mail info@audia.it
Web www.audia.it
Vertrieb
Sieveking Sound GmbH & Co KG
Ansprechpartner Jan Sieveking
Anschrift Plantage 20
28215 Bremen
Telefon +49 421 6848930
E-Mail kontakt@sieveking-sound.de
Web www.sieveking-sound.de

Weitere Informationen

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