Montag, 28 März 2022 00:01

Cayin N8ii: HiRes-Musik to go

Cayin präsentiert mit dem N8ii einen mobilen HiRes-Player für die anspruchsvollste Musikwiedergabe on the go und auf Reisen. Neben der kompromisslosen Ausstattung und Klangabstimmung, glänzt diese mobile HiRes-Maschine durch eine Röhren-Ausgangsstufe, sowie durch erstmalig in einem portablen HiRes-Produkt eingesetzte ROHM-BD34301EKV-Chips.

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Der N8ii HiRes-Player begeistert mit mobilem Sound in bisher kaum erreichter Klangqualität. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der von Cayin konsequent verfolgte Einsatz hochwertigster Röhrentechnik. Herausragend ist hier vor allem die Röhren-Ausgangsstufe. In ihr arbeiten zwei sparsame, extrem kompakte Nutube-Röhren 6P1 vom Musikinstrumentenbauer Korg. Angesteuert werden beide Röhren von zwei ROHM-BD34301EKV-Chipsätzen, die im N8ii Weltpremiere in einem portablen High End-Produkt feiern. Um das Leistungsmaximum zu erreichen, wird jeder Chip hier im Monomodus betrieben. Zwei Tiefpass-Antialiasing-Filter (PCM-Modus) und drei DSD-Filter stehen zur Feinabstimmung der Klangsignatur zur Verfügung. Die beiden KORG-Nutube-6P1-Röhren werden in einem vollständig symmetrischen Schaltkreis eingesetzt. Dieser wiederum sorgt mit einer Ausgangsleistung von bis zu 1200mW an16Ω für den von Cayin bekannten natürlichen und warmen Klang.

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Die Klangsignatur lässt sich aber auch frei bestimmen. Sie haben die Wahl zwischen Class-A-Modus oder Class-B-Modus. Die gewünschte Abstimmung wählen Sie über das Pulldown-Menü. So lässt sich der Sound ganz einfach an die verwenden Kopfhörer oder den eigenen Musikgeschmack anpassen. Der Class-A-Modus steht für geringe Verzerrung bei zugleich optimalen Wiedergabebedingungen. Der Klang lässt sich als seidig weich, warm und voll beschreiben. Ideal für Musik mit vielen Details, Schmelz und anspruchsvoller Makro-Dynamik. Bevorzugen Sie die druckvollere, punchigere Wiedergabe, wählen Sie den Class-B-Modus. Dieser zeichnet sich durch eine höhere Effizienz und Dynamik aus. Jetzt spielt der N8ii sauber, straff und kernig: die ideale Wahl für Musikstücke mit hohem Dynamikumfang.

Der N8ii punktet mit einer HiRes-Fähigkeit bis PCM 768 und DSD512. Digitale Daten werden per USB-C oder Mini-HDMI (I2S) zugeliefert. Hinzu kommen Bluetooth-Streaming bis 192 Kilohertz/24 Bit, symmetrische (4,4mm) und unsymmetrische (3,5mm) Kopfhörer-Ausgänge und eine analoge Audio-Schnittstelle, dank derer der N8ii auch als HiRes-DAC in nahezu jedes HiFi-System integriert werden kann. Der Home-Button des Cayin-HiRes-Spezialisten informiert darüber, welche Datenrate gerade anliegt, indem er in verschiedenen Farben leuchtet. Darüber hinaus lässt sich der N8ii auch als hochwertige analoge Quelle für Aktivlautsprecher und tragbare/Desktop-Verstärker einsetzen.

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Für die eigene Musiksammlung stellt der N8ii einen internen Speicherplatz von 128 Gigabyte bereit. Dank des seitlich eingelassenen Slots kann dieser mittels einer optional erhältlichen TF-Card auf bis zu 1 TB erweitert werden. Selbstverständlich lässt sich der Cain HiRes-Player aber auch in das heimische WLAN integrieren, was ihn dann dazu befähigt, Musik von freigegebenen Speichern oder von Online-Musikdiensten wie Tidal, Qobuz oder Spotify zu streamen. Darüber hinaus ist der Röhren-HiRes-Player aber auch in der Lage, Musik direkt über angeschlossene USB-Massenspeicher wiederzugeben. Der fest integrierte 10.000mAh-Akku verspricht überdies eine durchgängige Musikwiedergabe von bis zu 11 Stunden (unsymmetrisch) bzw. 10 Stunden (symmetrisch). So lässt sich selbst der Flug an die Ostküste der USA oder die Zugfahrt von Hamburg nach Wien durchgängig musikalisch begleiten.

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Alle Informationen zur gerade wiedergegebenen Musik inklusive Cover-Darstellung, zu Batteriestand, Lautstärke, zur anliegenden Datenrate und zu allen weiteren wichtigen Informationen lassen sich über den 5 Zoll messende AMOLED-Touch-Bildschirm ablesen. Wichtige Befehle wie Play, Pause, Skip und das schnelle Vorspulen werden hier mit nur einem Fingertipp in Auftrag gegeben. Alternativ sind diese Einstellungen aber auch über die bündig in die Seitenwange des N8ii eingelassenen Buttons möglich. Die Lautstärkeregelung erfolgt bequem über den goldfarbenen Drehregler in der Gehäuseoberseite. Dieser ist vom Gehäuse so eingefasst, dass eine ungewollte Änderung des Pegels fast unmöglich ist. Eine weitere Besonderheit: Der CNC-gefertigte Aluminium-Body verfügt über eine isolierte, vollständig gedämpfte Kammer für die Einbindung der Nutube-Röhren. Eine flexible Platine minimiert die Übertragung von Stößen auf und von der Hauptplatine. Um Mikrofonie-Effekte zu eliminieren verfügt der Cayin darüber hinaus über eine exklusiv entwickelte Vorrichtung zur Dämpfung mechanischer Erschütterungen.

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Zum Lieferumfang des Cayin N8ii gehört auch umfangreiches Zubehör. Neben einem hochwertigen USB-C-Kabel liegen dem HiRes-Player zudem je ein 4,4mm-auf 2,5mm- und 3,5mm-auf-2,5mm-Klinkenadapter bei. Dazu kommt eine Echtleder-Hülle, die den N8ii unterwegs vor Kratzern und unschönen Fingerabdrücken schützt. Ein transparenter Schutz für das Display, eine Bedienungsanleitung und zwei Hi-Res-Sticker runden das Zubehörpaket ab. Neue Firmware-Versionen sind zudem kostenlos über diesen Link verfügbar: https://cayin.com/downloads/

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Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 3.680 Euro. Bis zum 19.04.2022 ist der N8ii im Cayin-Shop zum Einführungspreis von 3.500 Euro zu haben.

Vertrieb
Cayin Audio Distribution GmbH
Anschrift An der Kreuzheck 8
61479 Glashütten-Schloßborn
Telefon +49 6174 9554412
Fax +49 6174 9554424
E-Mail info@cayin.com
Web www.cayin.de

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Freitag, 25 März 2022 01:36

Wie wird das Analoge digital – 2.0

geschrieben von

Das Thema beschäftigt mich und die Kollegen nun schon eine Weile. Vor etwas mehr als zwei Jahren gab es dazu zwei Downloads – allerdings nur im DSD-Format. Dann wurden diese Dateien zu allem Überfluss auch noch auf dem Server beschädigt. Da von Leserseite aber immer mal wieder Nachfragen dazu kommen, gibt es hier neue Files und diesmal auch in PCM.

Die Frage in der Überschrift treibt uns aber schon viel länger um: Um zu klären, wie groß der Einfluss des verwendeten A/D-Wandlers auf die Qualität eines Files ist, produzierte ich als ersten Schritt drei Varianten ein und desselben Songs zum Download, die mit Wandlern aus recht unterschiedlichen Preisklassen vom selben Mastertape erstellt wurden. 2019 berichtete Roland Dietl dann über die aktuelle Version des Audiophile Optimizers und kurz darauf über die Kombination des neuen Optimizers mit Windows Server. Die Wiedergabe von Audio-Dateien profitierte ganz beträchtlich von dieser Betriebssystemvariante.

Von unten nach oben: der Mytek-A/D-Wandler, der aktive Neumann-Pegelsteller, der Tascam 3000 und das Notebook mit der Sonoma-Software
Von unten nach oben: der Mytek-A/D-Wandler, der aktive Neumann-Pegelsteller, der Tascam 3000 und das Notebook mit der Sonoma-Software

Um irgendeine Windows-Variante kam ich nicht herum, als ich Ihnen einen Song von Michel Godards Album Soyeusement in drei verschiedenen DSD-Formaten zum kostenlosen Download anbieten wollte: Damals übernahm Playback Designs' Pinot die A/D-Wandlung. Aus dem von ihm erzeugten Datenstrom macht das ebenfalls von den amerikanisch/deutschen Digitalspezialisten bereitgestellte Programm Sonoma dann ein File. Wie mir Bert Gerlach, einer der Entwickler, mitteilte, läuft sein Programm ausschließlich auf Windows-Rechnern. Da hilft weder Boot Camp noch Parallels auf einem Mac.

Bei PCM-Aufnahmen wird das Signal aus dem Mytek nicht nur zum Computer, sondern auch zum Tascam geschickt, um dessen Peak-Hold-Funktion nutzen zu können
Bei PCM-Aufnahmen wird das Signal aus dem Mytek nicht nur zum Computer, sondern auch zum Tascam geschickt, um dessen Peak-Hold-Funktion nutzen zu können

Zuerst nutzte ich das kleine Programm nur auf meinem extra für diese Anwendung erworbenen Notebook mit i7-Prozessor unter Windows 10, doch dann spielte unser Digital-Audio-Spezialist Roland Dietl auf einer speziellen Partition auch Windows Server auf. In Kombination mit dem Audiophile Optimizer sind dann, wie ein Blick auf die aktiven Tasks zeigt, mehr als 50 Prozent weniger Programme im Hintergrund als bei Windows 10 aktiv – was klanglich doch auch der Generierung von Musik-Files zugute kommen sollte. Gedacht, getan: Zur Demonstration in unserem Raum bei den letzen Norddeutschen Hifi-Tagen digitalisierte ich dann einen Song von Soyeusement: „Villa Erba“. Bei der ersten Variante wurde das Notebook über sein Schaltnetzteil gespeist und Sonoma lief unter Windows. Die zweite Version unterschied sich in Sachen Stromversorgung nicht, das Aufnahmeprogramm arbeitete nun aber unter Windows Server mit dem Audiophile Optimizer. Der war auch bei der dritten Aufnahme mit von der Partie, die Energie kam nun aber nicht aus einem Schaltnetzteil, sondern aus einem PowerAdd mit 23.000 Milliampere-Stunden. Um es dem Notebook nicht zu leicht zu machen, entschied ich mich für DSD-Files mit 11,3 Megahertz.

Für die Aufzeichnung der Dreier-Varianten wurde das Zenbook von diesem PowerAdd gespeist
Für die Aufzeichnung der Dreier-Varianten wurde das Zenbook von diesem PowerAdd gespeist

Über das Profi-Equipment in unserem Vorführraum konnte ich einige subtile, aber im High-End-Bereich keinesfalls zu vernachlässigende Unterschiede zwischen den drei Varianten wahrnehmen. Unsere Besucher/Leser bewerteten die Differenzen übrigens sehr unterschiedlich: Das reichte von „minimal anders, aber nicht eindeutig zu beschreiben“ bis zu „klarer, als ich mir vorstellen konnte“. Den größten Eindruck machten die Unterschiede übrigens auf einen zuerst sehr skeptischen Kollegen aus dem Pro-Bereich mit eigenem Studio.

Das Sonoma-Programm ermöglicht auch die Einstellung der Samplerate des Mytek Brooklyn ADC
Das Sonoma-Programm ermöglicht auch die Einstellung der Samplerate des Mytek Brooklyn ADC

Die – wie erwähnt – inzwischen beschädigten Versionen von „Villa Erba“ hatte ich mit Playback Designs' Pinot erstellt, der inzwischen wieder beim Hersteller ist. Für die hier herunterladbaren Stücke wandelte ich „Pane Caiente“, ebenfalls vom Album Soyeusement, direkt vom Mastertape mit einem Mytek Brooklyn ADC, der von einen einem SBooster MKII mit zwölf Volt Gleichstrom versorgt wird, in einen Datenstrom. Aus dem erstellte das Asus Zenbook mit Windows 10 respektive Windows Server die entsprechenden Files. Für die dritte Variante übernahm dann ein Akku die Speisung des Notebooks. Sie haben die Wahl zwischen jeweils drei Versionen in PCM mit 192 Kilohertz, DSD mit 2,8 Megahertz und 11,3 Megahertz. Viel Spaß beim Vergleichen!

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PS: Immer mal wieder werden wir gefragt, ob man die Musik-Dateien nur auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen.

Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen. Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft´s.

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  • Social Introtext Das Thema beschäftigt mich und die Kollegen nun schon eine Weile. Vor etwas mehr als zwei Jahren gab es dazu zwei Downloads – allerdings nur im DSD-Format. Dann wurden diese Dateien zu allem Überfluss auch noch auf dem Server beschädigt. Da von Leserseite aber immer mal wieder Nachfragen dazu kommen, gibt es hier neue Files und diesmal auch in PCM.

Die deutschstämmige Marke Millennium Audio Vision ist seit über 20 Jahren auf die Herstellung hochwertiger und effektiver Zubehöre für Audioprodukte spezialisiert. Neu im Sortiment sind verschiedene Öle und Fette, die ganz speziell auf die Erfordernisse hochpräziser Plattenspieler und deren Lager zugeschnitten sind.

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Die Neuheiten im Einzelnen:

  • Synthetisches Plattenspieler-Öl auf Silikonbasis (PTFE): 10ml lang haltendes Schmieröl mit Syncolon® für ultra-geringe Reibung. Sorgt bei den empfindlichen Tellerlagern für einen gleichmäßigen, oxidationsstabilen und materialschonenden Longlife-Schmierfilm. Hochtemperaturstabil bis 285°C. Geeignet für alle Tellerlager inkl. Sinterlager.
  • Synthetisches Plattenspieler-Lagerfett auf Silikonbasis (PTFE): 3ml lang haltendes Schmierfett mit Syncolon® speziell für Invertierte Plattentellerlager. Temperaturstabil bis 190°C.
  • Lithium-Tellerlager-Schmierfett: 3ml lang haltendes Schmiermittel für invertierte Plattentellerlager. Temperaturstabil bis 150°C.

Die neuen Spezial-Fette und -Öle von Millennium Audio Vision sind ab sofort zum Stückpreis von je knapp 20 Euro im autorisierten Fachhandel oder über Audio Reference direkt erhältlich. Hier bekommen Sie auch die nötige Fachberatung, welches der Mittel für Ihren Plattenspieler am besten geeignet ist.

Vertrieb
Audio Reference GmbH
Anschrift Alsterkrugchaussee 435
22335 HAMBURG
Telefon +49 40 53320359
Fax +49 40 53320459
Web audio-reference.de

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Dienstag, 22 März 2022 06:09

Cayin CS-805A

geschrieben von

Cayin erweiterte kürzlich seine Vollverstärker-Palette um ein sehr besonderes Modell. Der CS-805A nutzt die wohl berühmteste aller Leistungsröhren, die legendäre 300B, in der Treiberstufe und umgeht so ihre Schwäche. Denn die 2 x 50 Watt werden aus einem Paar 805A generiert. Ist dies ein musikalisch überzeugender Weg?

Manchmal kann es von Vorteil sein, nicht zu den Ersten zu gehören. Ich hatte dieses Glück. Obwohl mir bekannt war, dass Cayin einen weiteren Vollverstärker mit deutlich mehr Leistung als den ähnlich konzipierten CS-845A auf den Markt bringt, in dem eine 300B nicht als Leistungsröhre sondern als Treiber fungiert, rief ich den deutschen Importeur und Cayin-Namensgeber Thomas Deyerling erst im November an. Er hatte nur noch ein Exemplar zur Verfügung und benötigte dieses für Vorführungen bei seinen Händlern. Dafür hatte ich als ehemaliger Vertriebsmann natürlich viel Verständnis, und wir planten eine Lieferung des CS-805A für den Februar. Und das war gut so. Denn die ersten Exemplare, von denen einige an die schnelleren Kollegen der Fachpresse gingen, besaßen einen Serienfehler, der Leistungsminderung und gleichzeitig hohe Verzerrungen mit sich brachte. So was sollte nicht, kann aber mal passieren und ist inzwischen längst abgestellt. Die Printmedien mit den entsprechenden negativen Testergebnissen landeten aber leider bei ihren Lesern – schade. Ich bekam also einen CS-805A so, wie er sein sollte.

Klassisch schön und elegant: die Cayin CS-805A
Klassisch schön und elegant: die Cayin CS-805A

Bei der Bestellung hatte ich, euphorisiert von diesem spannenden technischen Konzept, völlig unbeachtet gelassen, dass der Verstärker schon ohne Verpackung stattliche 38 Kilogramm wiegt. Die mussten von der Palette, die der freundliche Spediteur gegen ein angemessenes Trinkgeld zusammen mit mir ins Erdgeschoss gewuchtet hatte, nun zum Hören in die erste Etage. Das macht ein betagter Audiophiler nicht mal so eben nebenbei – aber es gelang, und der Cayin durfte sich erst einmal für einen Tag akklimatisieren ohne an den Strom angeschlossen zu sein. Das wurde er tags darauf, und zwar ohne jegliche Filterung, um dadurch mögliche Limitierungen zu vermeiden.

Die 805A liefert 50 Watt im Single-Ended-Betrieb. Die 300B arbeitet als Treiberröhre
Die 805A liefert 50 Watt im Single-Ended-Betrieb. Die 300B arbeitet als Treiberröhre


Das Konzept, eine wohlklingende 300B als Treiberröhre einzusetzen, wandte Cayin bereits vor einigen Jahren beim CS-845A an, der seine 2 x 24 Watt aus einem Paar 845A Leistungsröhren entwickelt, die ihm seinen Namen gaben. Analog dazu taufen nun zwei 805A, die doppelt so viel Leistung an den wahlweise nutzbaren Vier- oder Acht-Ohm-Ausgängen der mächtigen Ausgangstransformatoren zur Verfügung stellen, den neuen CS-805A. Diese Leistungsröhre ist eine speziell für die Hifi-Anwendung veränderte 805. Bei der 805A wird die Anode über Pin 3 beheizt statt über eine Anodenkappe wie bei der 805 Senderöhre. Die erste Stufe des Röhrentrios besetzt ein Paar 6SN7 Doppeltrioden zur Spannungverstärkung. Alle Röhren tragen den Cayin-Schriftzug. Die 300B mit ihrem geschätzten Klangcharakter liefert, das ist bekannt, als Leistungsröhre nur wenige Watt. Als Treiberröhre für die 805A soll sie ihre bemerkenswerte Musikalität mit ins Spiel bringen.

Links unten der Schalter und das Potentiometer für die Ruhestrom-Einstellung, oben rechts das Poti zur Minimierung des Brumms
Links unten der Schalter und das Potentiometer für die Ruhestrom-Einstellung, oben rechts das Poti zur Minimierung des Brumms

Den Abschluss des Single-Ended-Class A-Konzepts bilden aufwändige EI-Ausgangstransformatoren. Die sind in ihren Gehäusen mit Quarzsand und Epoxydharz vergossen und so zur mechanischen Stille verdammt. Die große Dimensionierung der Ausgangstrafos dient dem Zweck, auf gar keinen Fall in die Sättigung zu geraten. Cayin hat ja gerade bei Transformatoren einen ausgezeichneten Ruf, sie sind eine Kernkompetenz des chinesischen Herstellers. Auch der gewaltige Netztrafo ist in gleicher Weise in seinem Gehäuse fest vergossen und so großzügig dimensioniert, dass ihm der hohe Class-A-Ruhestrom keinerlei Probleme bereitet. Der Nachteil dieses vielversprechenden Setups ist der Stromverbrauch. Stattliche 450 Watt dürften manch Umweltbewussten verschrecken. Wer so denkt, sollte sich diesen Cayin Vollverstärker besser gar nicht erst anhören. Sonst könnten gute Vorsätze und Lebensmaxime ins Wanken geraten. Wer also hier weiterlesen möchte, dem beschreibe ich gern die Ausstattung: Alles für den Spielbetrieb lässt sich über die mitgelieferte Fernbedienung aus Metall bedienen. Nur Einschalten muss man am Verstärker selber. Die Fernbedienung erlaubt das Wählen zwischen zwei Gegenkopplungsstufen per NFB (Negative Feedback)-Taste. Am Gerät leuchtet dann entsprechend die 0dB oder die -3dB LED. 0dB bedeutet, der Vollverstärker arbeitet ohne Gegenkopplung. Die -3dB bewirken eine Gegenkopplungsänderung, die sich auf das Klangbild mehr oder weniger deutlich auswirkt. Cayin schreibt im Manual dazu dies: „Bei 0dB zeigt der Cayin CS-805A einen offenen, flüssigen Klang mit viel Details, während die Wiedergabe bei -3 dB sanft, präzise und kontrolliert erscheint.“ Da die Gegenkopplung im Zusammenspiel mit dem Impedanzverlauf des angeschlossenen Lautsprechers zu betrachten ist, bestimmt dieser die Art der Veränderung mit. Anders gesagt, das Ausprobieren in der eigenen Anlage macht hier Sinn. Was klanglich besser gefällt, auch durchaus vom Musikgenre abhängig, ist leicht über die Fernbedienung auszuwählen. Es klickt vernehmlich ein Relais und die Wahl ist vollzogen.

Das Zeigerinstrument zur Justage des Ruhestroms
Das Zeigerinstrument zur Justage des Ruhestroms

Auch per Relais lassen sich am Gerät oder mittels der Fernbedienung die vier Linear-Eingänge umschalten, von denen einer mit Pre-In bezeichnet ist und den CS-805A praktisch zum Endverstärker macht, weil er die Lautstärkeregelung umgeht. Seine Eingangsempfindlichkeit ist mit 1300 Millivolt unempfindlicher als die der drei im Pegel regelbaren mit 300 Millivolt. Die Eingangsimpedanz ist bei allen vier Eingängen mit 100 Kiloohm auf der sicheren Seite. Das motorisch gesteuerte blaue Alps Potentiometer RK-27 ist bekannt für seinen kanalgleichen Lauf und tut am zentral montierten Lautstärker-Stellknopf seinen Dienst. Dessen Leuchtbalken blinkt nach Betätigen des harten Netzschalters links auf der Frontplatte so lange, bis der CS-805A durchschaltet und der Musikgenuss beginnen kann. Nach etwa zwanzig Stunden Einspielzeit hatte ich übrigens stets das Gefühl, dass dieser Cayin-Verstärker sofort oder zumindest sehr schnell voll da ist. Die Geduld, die mir zum Beispiel meine Air-Tight-Endstufen abverlangen, bis sie hörbar stimmig klingen, muss, wie mir scheint, beim Cayin nicht aufgebracht werden. Er versetzt den Hörer mit seinem einnehmenden Charakter sogleich in Entspannung und lässt ihn die Musik genießen.


Der Vollverstärker verfügt über drei Line-Eingänge. Auch ein weniger empfindlicher Endstufeneingang ist wählbar. Ganz nach Wahl arbeitet der CS-805A ohne oder mit drei Dezibel negativem Feedback
Der Vollverstärker verfügt über drei Line-Eingänge. Auch ein weniger empfindlicher Endstufeneingang ist wählbar. Ganz nach Wahl arbeitet der CS-805A ohne oder mit drei Dezibel negativem Feedback

Rückseitig findet man vier Paar vergoldete Cinch-Eingangsbuchsen, was heutzutage mehr als genug ist. Die drei hochwertigen Lautsprecherklemmen pro Kanal erlauben den Anschluss an den Vier- oder den Acht-Ohm-Wicklungspunkt der Ausgangstrafos. Beinahe hätte ich es vergessen: Auch ein Klinken-Kopfhörer-Anschluss an der massiven Frontplatte erlaubt den Genuss des ganzen Röhren-Konzepts über Kopfhörer. Laut Stefan Noll, dem technischen Mastermind bei Cayin in Deutschland, wird dieser nicht durch eine spezielle, eigene interne Schaltung versorgt, sondern stehe praktisch alternativ zum Lautsprecheranschluss zur Verfügung. Röhrenverstärker benötigen eine BIAS-Einstellmöglichkeit für die optimale Ansteuerung der Leistungsröhren. Ein großes, rundes Zeigerinstrument und gut bedienbar angeordnete Kippschalter ermöglichen die präzise, kanalgetrennte Justierung. Zur Feineinstellung benötigt man lediglich einen Schraubendreher. In gleicher Weise wird auch das mit „HUM BAL“ beschriftete Potentiometer bedient. Mit seiner Hilfe ist das bei dieser Schaltung typische Brummen zu minimieren, was mit der signalführenden, direkt geheizten Kathode der 805A zu tun hat. Diesen Abgleich solle man, so Stefan Noll, stets im Wechsel mit der Bias-Optimierung vornehmen, da beides sich gegenseitig beeinflusst. Mein Test-Verstärker kam sauber justiert bei mir an. Die Bias stimmte exakt und ein Brummen konnte ich nicht wahrnehmen. Beides blieb auch während der Wochen, die der Cayin bei mir verbrachte, unverändert so.

Die mächtigen, vergossenen Trafos fertigt Cayin selbst
Die mächtigen, vergossenen Trafos fertigt Cayin selbst

Der solide Käfig zum Schutz vor Berührung des optisch attraktiven Röhren-Arrangements – besonders die Leistungsröhren strahlen ihr magisch rotgelbes Glühen in den Raum – ist in entsprechende Halterungen eingesetzt und leicht abnehmbar. Schaut man in das Innere des CS-805A, so beeindruckt die üppige Bestückung mit hochwertigen Bauteilen. Die Röhren-Halterungen sind aus Porzellan, und für das Netzteil wurde sichtbar Aufwand getrieben. Eine Vielzahl von Kondensatoren lassen darauf schließen, dass man sich bei der Auswahl ihrer Größe und Kombination viel Mühe gegeben hat, um Schnelligkeit, Speichervolumen und eine stetig stabile Versorgung in Einklang zu bringen. Die freie Punktverdrahtung im Inneren erwartet ein Kenner der Marke Cayin und findet sie auch. Der Aufbau lässt hinsichtlich Ausführung und Materialeinsatz das Herz des Fachmannes höherschlagen und korrespondiert angemessen mit der äußeren Ästhetik dieses Verstärkers. Seine Schönheit gewinnt der CS-805A durch seine schon klassische, schlichte und massive Alu-Front, die sich unterhalb des imposanten und vielversprechenden Röhrenensembles eher vornehm zurückhaltend ausnimmt. Die drei mächtigen Trafo-Türme lassen ungebremste Musik erwarten. Genau so ist es dann auch.

Vier Paar Cinch-Eingänge, Lautsprecher-Terminals mit Vier- und Acht-Ohm-Anzapfungen der Übertrager und eine Netzbuchse: Die Rückseite des CS-805A gibt keine Rätsel auf
Vier Paar Cinch-Eingänge, Lautsprecher-Terminals mit Vier- und Acht-Ohm-Anzapfungen der Übertrager und eine Netzbuchse: Die Rückseite des CS-805A gibt keine Rätsel auf


Als ich den Verstärker erstmals in Betrieb nahm, eigentlich nur um zu prüfen, ob alles korrekt verkabelt ist und funktioniert, – im Wadia CD-Laufwerk befand sich The Well von Jennifer Warnes – war ich überrascht. Soviel Geschmeidigkeit und Klangfarbenpracht, auf der tiefen Bühne wohlgeordnet, hatte ich nicht erwartet und mit meinen „ehrlich“ klingenden Air Tight Monos so auch noch nicht erlebt. Der Lautsprecher-Spielpartner ist die Analysis Audio Epsilon, ein Planar/Bändchen-Konzept mit gutmütigem Impedanzverlauf bei nominal fünf Ohm und einem nicht gerade hohen Wirkungsgrad von 86 Dezibel. Die 50 Watt des Cayin reichen in meiner Audio-Kette im gut 20 Quadratmeter großen Hörraum völlig aus. Meine Air Tights liefern im Trioden-Betrieb auch nur 55 Watt und beheizen meinen Hörraum übrigens deutlich intensiver als es der CS-805A macht. Ich habe nicht das Gefühl, dass der CS-805A bei großen Lautstärken auch nur ansatzweise in Bedrängnis gerät. Egal, ob bei niedrigem Pegel oder weit aufgedreht, seine Musikalität stellt er immer in gleicher Weise betörend zur Schau. Betörend oder auch charmant scheint mir die passende Charakterisierung, weil dieser Cayin mir jede Art von Musik emotional vermittelt. Ich bin sofort dabei, höre hin, glaube das Wesen des Stückes zu verstehen oder bin von der Schönheit der Musik hingerissen. Meine Ehefrau kam vor ein paar Tagen mit Kaffee und Kuchen in den Hörraum. Sie ist an audiophilen Klängen nach unserer Definition nicht interessiert, liebt aber die Texte vornehmlich französischsprachiger Chansoniers wie Jaques Brel oder Charles Aznavour. Weil wir einige Abende zuvor, ich glaube es war in Arte TV, gemeinsam eine Reportage über das Leben von Salvatore Adamo gesehen hatten, wählte ich willkürlich ein Best Of-Album auf Qobuz. Adamos Gesang klang für mich so glaubwürdig, klar und fein artikuliert, die Instrumentierung bei den meisten Liedern zwar eher hintergründig und wenig plastisch, dass ich noch lange den teils beeindruckenden Texten Adamos gelauscht habe, nachdem meine Gattin längst wieder davongeschwebt war. Zuvor sprach sie ihre Anerkennung für die hervorragende Verständlichkeit aus und freute sich darüber, dass Adamos Stimme „wie echt“ klang.

Mehrere kleine Platinen und viel Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung
Mehrere kleine Platinen und viel Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung

Kürzlich beschäftigte ich mich an dieser Stelle mit dem hervorragend klingenden Soundastic Reference Vollverstärker, der mit 6500 Euro etwa gleich teuer ist wie der Cayin. Von diesem war ich damals ebenfalls sehr angetan und wäre es heute sicher auch noch. Aber zwischen beiden Vollverstärkern liegen Welten, wenn man sie charakterisieren soll. Musikalisch Freude bereiten sie beide. Sie sind wie zwei Musikinstrumente, sagen wir eine Klavier und ein Saxophon. Beide faszinieren auf ihre Art. Der Cayin CS-805A ist der wohlklingende, schmeichelhafte. Er arbeitet ebenfalls die Nuancen des musikalischen Geschehens fein säuberlich aus, ordnet sie aber anders in das Ganzheitliche ein. In diesem Falle möchte ich mal von Röhrenklang sprechen, wenn ich so das gewisse Etwas an Wärme und Atmosphäre beschreiben darf. Das Klangbild des Soundastic ist ebenfalls fesselnd, ich möchte es eher als etwas sachlicher bezeichnen. Der Soundastic klingt sehr akkurat und aufgeräumt – das hat ebenfalls seinen Reiz. Der Cayin fasziniert. Es ist egal, ob ich mit diesem Verstärker kleine Klassik-Ensembles genieße oder Musiker wie Led Zeppelin auf die ausladende Bühne lasse. Er macht weniger den Eindruck des Sezierenden. Dennoch klingt er schön und lässt gleichzeitig hinsichtlich Feinzeichnung meine Erwartungen niemals unerfüllt – ganz im Gegenteil. Die virtuelle Bühne gestaltet er tief und ordnet die Instrumente oder Stimmen nicht allein tief räumlich hinter, sondern auch ein klein wenig mehr vor den Lautsprechern an, so dass das Gefühl der Nähe ausgeprägter ist. Ordnung und Konturenschärfe sind hier allemal gegeben. Jedes Instrument hat genug eigenen Raum, um körperlich zu wirken. Ob ich den CS-805A nun betörend oder charmant nenne, einher geht dieser Charakter mit einer frappierenden Durchleuchtung der Musik. Vor allem bei den Becken eines Schlagzeugs ist dies auffällig. Gegen den Cayin haben die dreimal so kostspieligen Air Tight ATM-3 in Sachen Feinzeichnung, Nachschwingen und Plastizität keine Chance. Das Metall wirkt da geradezu stumpf und blass. Die Art des Musizierens des CS-805A bringt umgehend Entspannung mit sich, das bewusste Lauschen in die Musik hinein strengt dabei überhaupt nicht an.

Kondensatoren von RealCap und Nichicon sowie ein motorbetriebenes blaues Alps-Poti: gute Bauteile, wohin man blickt
Kondensatoren von RealCap und Nichicon sowie ein motorbetriebenes blaues Alps-Poti: gute Bauteile, wohin man blickt


Ein Beispiel: Es gibt dieses schöne Live-Album der leider jung verstorbenen norwegischen Jazz-Sängerin Radka Toneff, aufgenommen ein Jahr vor ihrem Tod im Onkel Pö: Live in Hamburg. Das Vinyl-Doppellbum möchte ich hier gern empfehlen (Odin Records), gehört habe ich es beim Test von Qobuz in CD-Qualität. Vom ersten bis zum letzten Song werden Sie angetan sein von der ausdrucksstarken Stimme und den Interpretationen, wie etwa Bob Dylans „Just Like a Woman“. Das Klangbild zerfällt nie in Details, gleichwohl ist die Atmosphäre des Raumes spürbar, und ihre hochkarätige Begleitung Steve Dobrogosz am Klavier, Arild Andersen am Bass und Alex Riel am Schlagzeug umgibt sie unprätentiös und doch so, dass man jedem Einzelnen von ihnen lauschen will. Kraftvoll, ja beinahe aufschreckend vermittelt der Cayin ihre Stimme beim „Bulgarian Folksong“. Radka Toneffs Vater Toni stammt aus Bulgarien. Das Lied geht über in „Fire“, dessen Schlagzeugsolo am Ende der Cayin mit authentischen Klangfarben und Nachschwingen der Trommeln packend darbietet, obwohl hier bei großer Lautstärke die Planar/Bändchen-Lautsprecher letztlich dynamisch nicht mithalten können. Sie limitieren hier und nicht der Cayin.

STATEMENT

Cayin hat im CS-805A reichlich Leistung mit der Musikalität einer 300B-Röhre in Einklang gebracht. Der beachtliche materielle Aufwand dieses Vollverstärkers lässt ihn beinahe preisgünstig erscheinen. Dies gilt noch mehr für sein wunderschönes Klangbild, das in einzigartiger Weise Wohlklang mit Feinzeichnung gekonnt verknüpft. Dieser Vollverstärker vermittelt Glücksgefühle und Hörvergnügen.
Gehört mit
CD-Laufwerk Wadia WT 3200
Computer Dell i7 mit Windows 10 Pro, AudiophileOptimizer 3.0, Audirvana Studio für Windows und Qobuz
Reclocker Mutec M-3+ Smartclock USB
DA-Wandler Sonic Frontiers SFD-1, Antelope Zodiac Plus
Vorverstärker Audio-gd Master 9
Endstufe AirTight ATM-3
Lautsprecher Analysis-Audio Epsylon
Zubehör Siltech Royal Signature Golden Universal II USB, Siltech Classic Legend 680i Cinch und XLR, DH Labs D-750, QED Genesis Silver Spiral LS, MudraAkustik Max Netzleiste und Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Audioquest Fog Lifters
Herstellerangaben
Vollverstärker Cayin CS-805A
Vollverstärker Cayin CS-805A
Ausgangsleistung an 4 und 8 Ohm 2 x 50 Watt
Frequenzgang 20 Hz bis 35 kHz (-3dB)
Klirrfaktor 0.5% (1 W / 1 kHz; 5% unter Nennleistung)
Geräuschspannungsabstand 93dB
Eingangsimpedanz 100 kΩ
Eingangsempfindlichkeit 300 mV, 1300 mV (Pre-In)
Röhrenbestückung 2 x 6SN7, 2 x 300B, 2 x 805A
Ausgangsimpedanzen 4Ω, 8Ω
Eingänge Line 1, Line 2, Line 3, Pre-In
Gehäusefarbe Silber oder Schwarz
Ausstattung Kopfhörerausgang auf der Front
Maximale Leistungsaufnahme 450 W
Arbeitsbedingungen Temperatur: 0 ° C ~ 40 ° C Feuchtigkeit: 20% ~ 80%
Abmessungen (B/T/H) 420 mm x 240 mm x 389 mm
Gewicht 38 kg ohne Verpackung
Garantie 2 Jahre; bei Registrierung 3 Jahre
Zubehör Fernbedienung für alle Funktionen
Preis 6.400 Euro

Vertrieb
Cayin Audio Distribution GmbH
Anschrift An der Kreuzheck 8
61479 Glashütten-Schloßborn
Telefon +49 6174 9554412
Fax +49 6174 9554424
E-Mail info@cayin.com
Web www.cayin.de

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Cayin erweiterte kürzlich seine Vollverstärker-Palette um ein sehr besonderes Modell. Der CS-805A nutzt die wohl berühmteste aller Leistungsröhren, die legendäre 300B, in der Treiberstufe und umgeht so ihre Schwäche. Denn die 2 x 50 Watt werden aus einem Paar 805A generiert. Ist dies ein musikalisch überzeugender Weg?
Montag, 21 März 2022 00:31

Silent Angel: Streaming in Vollendung

Die innovativen Geräte von Silent Angel wurden mit dem Ziel entwickelt, auch beim Streaming hochaufgelöster Audiodateien den Klang der besten analogen HiFi-Komponenten zu gewährleisten.

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Music Streaming wird für modernen HiFi-Genuss immer wichtiger. Dabei hat Silent Angel diesen Trend nicht nur frühzeitig erkannt, sondern gleich mit dem ersten Produkt, dem Switch Bonn N8, für großes Aufsehen gesorgt. Das eher unscheinbare Gerät ist auf aktuelle Bandbreiten abgestimmt und optimiert für beste Audio- und Videowiedergabe. Seit dieser Produktvorstellung hat sich das Portfolio überaus schnell weiterentwickelt. Passend hierzu und in Anbetracht der zunehmenden Verfügbarkeit von High-Resolution-Inhalten hat sich das ehrgeizige Entwicklerteam um Firmengründer Dr. Eric Jian Huang, der einen Teil seines Studiums im Rheinland verbracht hat, zum Ziel gesetzt, die Klangqualität von CD deutlich zu übertreffen. Bei der akribischen Suche nach jener echten Musikalität und Emotionalität, wie sie üblicherweise mit hochwertiger Analogtechnik assoziiert wird, stellte sich schnell heraus, dass herkömmliche Computer für die Bereitstellung audiophiler Inhalte nur bedingt geeignet sind – zu viele Prozesse laufen gleichzeitig ab und beeinträchtigen die Übertragung der sensiblen Audiodaten. Zudem verfügen Computer über eine unzureichende Abschirmung von Störsignalen. So wurde schnell klar, dass moderne Musik-Streaming-Umgebungen ganz neue technologische Ansätze benötigen. Das Ergebnis ist eine eigenständige Produktpalette aus Streamern, Musikservern und Accessoires, die dem Firmenmotto in beispielhafter Weise Rechnung tragen: Komponenten von Silent Angel sollen den Menschen durch großartige Technologien zu einem genussvolleren Leben verhelfen.

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Konsequent auf audiophile Musikübertragung ausgelegt verfügen die Musik-Streamer Munich M1 und Munich M1T von Silent Angel über leistungsfähige ARM Cortex-A72 Prozessoren mit vier Prozessorkernen und einer Taktrate von 1,5 Gigahertz, die sich zusammen mit 32 Gigabyte Flashrom-Speicher ausschließlich um Audio-Verarbeitung kümmern. Das speziell auf HiFi-Anwendungen optimierte Gehäuselayout sorgt mit seinem speziell entwickelten Kühlkörper für eine Betriebstemperatur von lediglich 20 Grad und kommt dabei ganz ohne störende Lüfter aus. Darüber hinaus filtert ein hocheffizienter EMI-Absorber elektronische Interferenzen und gewährleistet eine akkurate Übertragung hochauflösender Audiodaten – für eine emotional erlebbare Klang-Faszination, die den Zuhörer alle digitalen Technologien vergessen lässt.

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Mit ihrer umfangreichen Schnittstellen-Ausstattung integrieren sich die Music Streamer Munich M1 und Munich M1T von Silent Angel nahtlos in anspruchsvolle Audioanlagen aller Größen. Die digitalen Ausgänge im AES/EBU-, I2S- und S/PDIF-Format unterstützen Sampleraten von bis zu 384 Kilohertz sowie DSD128 während die USB-Schnittstelle sogar Files von 768 Kilohertz PCM sowie DSD 256 übertragen kann. Ein weiterer USB-Port steht für externe Speichermedien bereit, gleichzeitig stellt der 1000-Mbps-Ethernet-Port eine zuverlässige Verbindung mit High-Performance NAS-Laufwerken sowie Routern und Audio Switches sicher. Zudem sind die beiden Streamer mit den M-IO und M-LINK-Anschlüssen für zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten bestens gerüstet. Während Munich M1T speziell für die Verwendung mit hochwertigen externen DACs ausgelegt ist, verfügt der Munich M1 zusätzlich über einen kraftvollen Kopfhörerverstärker sowie hochwertige analoge Ausgänge und lässt sich auch mit analogen Verstärkern oder Aktivlautsprechern betreiben.

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Der Music Streamer Bremen B1 macht die überragende Klangqualität von Silent Angel auch Musikliebhabern verfügbar, die gleichzeitig auf drahtlosen Komfort Wert legen. Über WiFi oder Bluetooth verbindet er sich mit Zuspielgeräten aller Art und die VitOS Light App für iOS und Android macht die Steuerung zum Kinderspiel. Über den integrierten Ethernet-Port lässt sich das Gerät darüber hinaus mit Routern oder NAS-Laufwerken verbinden. Auch der Bremen B1 verfügt über einen leistungsstarken 1,2-Gigahertz-ARM-Cortex-A7-Audio-Prozessor, ein kraftvolles, lüfterloses Netzteil sowie EMI-Absorber, die eine Beeinträchtigung der wertvollen Audiodaten durch hochfrequente Störungen effektiv verhindern. Der Music Streamer Bremen B1 ist sowohl mit analogen RCA-Ausgängen als auch mit digitalen Schnittstellen im AES/EBU-, I2S- und S/PDIF-Format ausgestattet und verbindet sich damit nahtlos mit analogen Spielpartnern und externen DACs.

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Jede audiophile Komponente kann nur so gut sein wie ihre Stromversorgung und das lineare Netzteil Forester F1 bringt die hochwertigen Streamer von Silent Angel zur klanglichen Höchstform. Symmetrisch angeordnete hochleistungsfähige Ringkerntransformatoren, eine Spannungs-Stabilisierung mit MOSFET-Transistoren sowie effiziente EMI-Abschirmung stellen eine akkurate und stabile Spannungsversorgung ohne jegliche Verunreinigungen sicher und sorgen damit für ein faszinierend aufgeräumtes Klangbild, das stundenlangen Musikgenuss ohne Ermüdungserscheinungen ermöglicht. Angetrieben von ihrer Leidenschaft für besten Klang schenkten die Entwickler von Silent Angel auch den Zuleitungskabeln vom Forester-Netzteil zu den Endgeräten gesteigerte Aufmerksamkeit: Die DC-Kabel der Bastei Serie glänzen mit goldbeschichteten Steckern, einer effektiven Abschirmung aus hochreinem Kupfer, Teflon-Isolatoren sowie einer edlen Baumwoll-Ummantelung. Mit Light Orange und Snowy White sind zwei verschiedene Kabeltypen erhältlich, die sich durch das verwendete Leitermaterial unterscheiden und subtile Klangunterschiede aufweisen. So findet jeder HiFi-Liebhaber das passende High-End-Kabel für den persönlichen Geschmack und die individuellen Anforderungen.

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Die Music Streamer Munich M1, Music M1T, Bremen B1 sowie das Netzteil Forester F1 und die DC-Kabelserie Bastei von Silent Angel sind ab sofort im Fachhandel erhältlich. Die unverbindlichen Preisempfehlungen inklusive Mehrwertsteuer betragen jeweils:

  • Munich M1: Ab 1.000 Euro
  • Munich M1T: Ab 700 Euro
  • Bremen B1: 550 Euro
  • Forester F1: 470 Euro
  • Bastei Light Orange: Ab 70 Euro
  • Bastei Snowy White: Ab 140 Euro

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Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
Anschrift Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
Telefon 02161/61783-0
Web www.iad-audio.de
E-Mail service@iad-gmbh.de

Weitere Informationen

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Freitag, 18 März 2022 00:01

iFi xDSD Gryphon

geschrieben von

Das Urmodell des xDSD habe ich während eines iFi-Events anlässlich der High End 2018 kennengelernt und anschließend getestet. Etwa vier Jahre später erfährt der xDSD eine umfassende Modellpflege und erhält den Beinamen Gryphon. Ob dem portablen Kopfhörerverstärker/DAC tatsächlich Flügel gewachsen sind und er sich über seine Mitbewerber aufschwingt?

Das Segment portabler Kopfhörerverstärker/DAC-Kombos des Herstellers iFi steht nie still. Der GO blu und bereits die zweite Generation des hip-dac stellen den Einstieg dar. An dieser Stelle befand sich mal der nicht mehr produzierte nano iDSD in zwei Generationen. Das Flaggschiff war lange Zeit der micro iDSD, welcher inzwischen in der dritten Generation vorliegt, bis seine Vormachtstellung als leistungsstärkster portabler Kopfhörerverstärker vor kurzem vom iDSD Diablo abgelöst wurde. Der erste xDSD war für mich deutlich unter dem damals aktuellen micro iDSD Black Label positioniert und auch das Preisschild beurkundete diese Einordnung. Der micro iDSD Black Label galt, auch herstellerübergreifend, als vielseitigster portabler Kopfhörerverstärker überhaupt. Der xDSD war der Spezialist für In-Ears. Der neue xDSD Gryphon jedoch macht dem aktuellen micro iDSD Signature das Leben schwer. Er hat dermaßen an Features und Vielseitigkeit zugelegt, dass sich der teurere micro iDSD Signature wirklich in Acht nehmen muss.

Die matte Oberfläche zieht nicht mehr magisch Fingerabdrücke an
Die matte Oberfläche zieht nicht mehr magisch Fingerabdrücke an

Zunächst zu den harten Fakten. Das Gehäuse ähnelt dem des Vorgängers stark, ist jedoch etwa drei Zentimeter länger geworden. Außerdem ist das Oberflächenfinish nicht mehr glänzend, sondern matt und somit deutlich resistenter gegen Fingerabdrücke. Der Gryphon hat eine symmetrische Doppel-Mono-Schaltung und folgerichtig einen 4,4-Pentaconn-Anschluss erhalten. Seine Leistung wächst damit im symmetrischen Betrieb auf 1.000 Milliwatt bei 32 Ohm und einem Signal-Rausch-Verhältnis von 116 A-bewerteten Dezibel. Mit dieser Leistung dürfte er eine Vielzahl ausgewachsener Kopfhörer ausreichend antreiben können. Sein Kerngeschäft bleibt aber der Betrieb von In-Ears. Für sie verfügt der neue xDSD nach wie vor über einen mit nur einem Verstärker pro Seite angetriebenen 3,5-Millimeter Anschluss. Die Erklärung hierfür ist simpel: Zwar bietet eine symmetrische Verstärkung verschiedene Vorteile: mehr Leistung, meist etwas mehr Dynamik und weniger Crosstalk und Verzerrungen, aber leider auch mehr Grundrauschen. Empfindliche In-Ears können mit der Mehrleistung meist eher wenig anfangen und besonders das Grundrauschen tritt besonders stark in den Vordergrund, deshalb sind sie mit einer konventionellen Schaltung oft besser bedient. Damit der Vorteil von weniger Crosstalk auch ohne symmetrische Schaltung genutzt werden kann, hat iFi bereits für den Vorgänger die S-Balanced-Technologie entwickelt. Dabei wird jedem Kanal eine eigene Masseleitung vom Verstärker zur verbauten 3,5-Millimeter TRRS-Buchse zur Verfügung gestellt. Nutzt der In-Ear einen regulären 3,5-Millimeter TRS-Stecker, endet der Vorteil hier dann auch schon wieder. Lässt man sich aber ein Kabel mit einem leider sehr seltenen 3,5-Millimeter-TRRS-Stecker anfertigen, gelangen beide Masseleitungen auch bis unmittelbar an die Treiber und man profitiert von so wenig Crosstalk wie möglich. Die Unterschiede sind mit Sicherheit nicht weltbewegend, aber iFi ist eine der wenigen Marken, die überhaupt soweit denkt und Schaltung und Anschlüsse entsprechend optimiert. Und darum geht es bei HiFi doch meistens: Um das Optimum. Beim Erreichen desselbigen hilft der festverbaute iEMatch ebenfalls enorm. Bei Kopfhörerbesitzern dürfte dieses Feature Stirnrunzeln auslösen. Für die Besitzer insbesondere sehr empfindlicher In-Ears stellt ein iEMatch jedoch einen Segen dar. Mittels eines Schalters auf der Unterseite des Kopfhörerverstärkers wird eine Dämpfung entweder auf den 3,5 oder 4,4 Millimeter Ausgang geschaltet. Viele In-Ears werden so überhaupt erst rauschfrei oder zumindest in einem sinnvollen Lautstärkeregelbereich nutzbar. Diese Funktion war bisher dem iDSD vorbehalten und am alten xDSD kam man mit einigen In-Ear-Modellen nicht umhin, einen externen iEMatch zu betreiben.

Der iEMatch ist für den Betrieb hochempfindlicher In-Ears unabdingbar und endlich auch im xDSD fest verbaut
Der iEMatch ist für den Betrieb hochempfindlicher In-Ears unabdingbar und endlich auch im xDSD fest verbaut


Als Wandler kommt iFi-typisch natürlich wieder ein Burr-Brown-Chip zum Einsatz. Die möglichen Samplerates muss ich gar nicht erst aufführen, denn der xDSD Gryphon verarbeitet grundsätzlich alle erdenklichen PCM- und DSD-Formate plus MQA. Die offensichtlichste Neuerung des Gryphon im Vergleich zum Vorgänger ist das Display. Bei der Ankündigung des Gryphons befand ich ein Display als vollkommen überflüssig, schließlich kam der Vorgänger auch ohne Display gut aus. Während des Tests musste ich mir dann aber eingestehen, dass ich das Display deutlich öfter nutze, als ich vermutet hätte. Sei es zur Überprüfung der Samplerate und Lautstärke oder zum komfortablen Vornehmen von Einstellungen im Menü.

Das schlichte Display stellt einen Mehrwert dar und informiert übersichtlich über die wichtigsten Eckpunkte wie Samplingrate, Lautstärke und Akkustand. Es ist darauf optimiert, nicht unangenehm in den Audioschaltkreis einzustreuen
Das schlichte Display stellt einen Mehrwert dar und informiert übersichtlich über die wichtigsten Eckpunkte wie Samplingrate, Lautstärke und Akkustand. Es ist darauf optimiert, nicht unangenehm in den Audioschaltkreis einzustreuen

Zusätzlich zu den Anschlüssen für Kopfhörer, stellt der Gryphon auch zwei geregelte Line-Outs in Pentaconn und 3,5-Millimiter Ausführung zur Verfügung. Die Buchsen dienen gleichzeitig als Line-In, wenn man das Gerät in den Line-In-Modus schaltet. Außerdem steht eine S/PDIF-Buchse als Eingang bereit, für die ein kleiner Adapter von normalem Toslink auf 3,5-Millimeter notwendig ist. Die Stromversorgung ist wie inzwischen üblich bei iFi getrennt vom Audiodatenstrom. Deshalb verfügt der Gryphon über gleich zwei USB-C Anschlüsse: einer für Daten, der andere für das Aufladen des internen Akkus. Die Akkulaufzeit ist durchaus passabel und mein High-Res-Player und xDSD haben in Kombination länger durchgehalten als der Player alleine. Kabellos sind dank neuster Bluetooth-Standards sogar Bitrates bis 96 Kilohertz möglich. Schlussendlich dürfen die altbekannten analogen XSpace- und XBass-Schaltungen nicht fehlen. Letztere bietet die Möglichkeit nicht nur die Bässe, sondern auch die Bässe und/oder den Präsenzbereich anzuheben. Nach dieser ewig langen Liste an Features dürfte klar geworden sein, warum die Luft für den micro iDSD dünn wird. Der Funktionsumfang des xDSD Gryphon ist stellenweise sogar größer, einen symmetrischen Line-Out etwa sucht man beim iDSD vergeblich.

USB-C, getrennt für die Stromversorgung und den Datenstrom, S/PDIF-Eingang, und symmetrischer und unsymmetrischer Kombi-Line-In und -Out. An Anschlüssen fehlt es dem kleinen Wandler/Kopfhörerverstärker nicht
USB-C, getrennt für die Stromversorgung und den Datenstrom, S/PDIF-Eingang, und symmetrischer und unsymmetrischer Kombi-Line-In und -Out. An Anschlüssen fehlt es dem kleinen Wandler/Kopfhörerverstärker nicht

Für eine erste Annäherung teste ich die Bluetooth-Funktion des Gryphon. Dank LDAC unterstützt die Bluetoothschnittstelle bis zu 96 Kilohertz Samplingrate. Das klingt erstmal gut, wenn man dann aber liest, dass die Datenrate maximal lediglich 990 Kilobits pro Sekunde beträgt, ist der Zwiespalt groß. Bei 16 Bit und 44,1 Kilohertz benötigt ein unkomprimiertes PCM-Signal eine Bandbreite von etwa 706 Kilobit pro Kanal und Sekunde, bei 24 Bit und 96 Kilohertz hingegen schon etwa 2.300 Kilobit pro Kanal. Eine Unterstützung von 96 Kilohertz hilft mir folglich wenig, wenn trotzdem komprimiert übertragen werden muss. Immerhin kann LDAC theoretisch CD-Qualität verlustfrei übertragen. Somit stellt LDAC dennoch eine eindeutige Verbesserung dar und um unterwegs etwas komfortabler Musik hören zu können, geht die kabellose Verbindung schon in Ordnung. Im Bluetooth-Betrieb ist die Softwarelautstärke des Zuspielers mit der Lautstärkeregelung des Gryphon gekoppelt. Bei der groben Android-Rasterung macht das auf dem Smartphone trotzdem nur bedingt Spaß. Mit der 100-stufigen Lautstärkeregelung meines HiBy R6 lässt sich der Gryphon ferngesteuert deutlich präziser regeln. Außerdem bin ich direkt auf den integrierten IE-Match angewiesen. Das Bluetooth-Funksignal mischt sich zirpend und grummelnd ins Grundrauschen. Meine leider besonders anfälligen Vision Ears VE6 legen dies gnadenlos offen. Mit den weniger empfindlichen Etymotic ER4SR oder meinen neuen Vision Ears VE7 ist Grundrauschen und Bluetoothgezirpe nur noch wahrzunehmen, wenn man weiß, dass es da ist und man sich in sehr ruhiger Hörumgebung befindet. Mit aktivem IE-Match ist es jedoch auf allen drei In-Ears verschwunden. So soll es sein – wunderbar. Wenn die Bluetooth-Schnittstelle nicht verwendet wird, schweigt sie übrigens auch ohne iEMatch gänzlich.


Zum Lieferumfang gehören sowohl ein USB-C-Kabel zum Betrieb an Android-Phones oder -Playern, als auch ein Lightning Kabel für die Apple-Fraktion. Das dritte Kabel dient dem Anschluss an den PC
Zum Lieferumfang gehören sowohl ein USB-C-Kabel zum Betrieb an Android-Phones oder -Playern, als auch ein Lightning Kabel für die Apple-Fraktion. Das dritte Kabel dient dem Anschluss an den PC

Ich schalte in den USB-Modus um und verbinde den Gryphon über das beiliegende USB-C-Kabel mit meinem HiBy R6. Dank der hervorragenden Software des HiBy-Players, spielt dieser aus der hauseigenen App alle Dateien ohne Umschweife in nativer Auflösung. Ich bleibe zunächst beim VE6, da ich ihn in- und auswendig kenne, und lasse den IE-Match aktiv. Wie auch schon im Test des originalen xDSD beginne ich mit Peter Gabriel. Allerdings diesmal mit seinem Album Up und dem Song „More than This“. Typisch für Gabriel ist das Album eher kunstvoll-kreativ abgemischt. Seine Stimme beispielsweise eher trocken und direkt. Die meisten Instrumente stark verfremdet. Für Auflockerung der dichten Struktur des Songs sorgen verschiedene, im Stereopanorama verteilte Shaker und andere Percussioninstrumente, spärlich gesäte Klavierakkorde und die locker gezupfte Melodie der Mandoline. Das Ganze ist nicht unbedingt zugängliches Material. Der Gryphon verleiht dem Musikstück jedoch genügend Entfaltungsspielraum, um es zumindest akustisch zugänglicher zu gestalten. Man merkt ihm sogar trotz der dichten Produktion des Stücks echte Spielfreude an. Sowohl Detailreproduktion als auch Auflösung sind auf sehr hohem Niveau. Die Wiedergabe wirkt dadurch dynamisch und trotz der recht statischen Abmischung abwechslungsreich. Die Charakteristika der Aufnahme sind exakt nachzuvollziehen. Die verschiedenen elektronischen störgeräuschähnlichen Effekte wirken etwas flach und unverrückbar im Stereobild positioniert, die wenigen mit stärkerem Reverb versehenen Instrumente hingegen verfügen über eine deutlich wahrnehmbare Raumkomponente. Dank der ausgewogenen Gesamtabstimmung des Gryphon gilt meine ungeteilte Aufmerksamkeit seiner hohen Auflösungsfähigkeit. Mein micro iDSD Black Label ist da anders unterwegs. Mit ihm wird beispielsweise Gabriels Stimme etwas mehr Nachdruck verliehen. Im Direktvergleich mit dem Gryphon wirkt es jedoch etwas gekünstelt und aufgesetzt. Der micro iDSD wirkt dadurch vordergründig etwas spannender, der Gryphon reproduziert jedoch viel wertungsfreier und in meinen Ohren richtiger. Ähnlich verhält es sich mit dem ur-xDSD. In meiner Erinnerung spielte er zwar ebenfalls äußerst transparent und musikalisch, aber durch eine minimal wärmere Abstimmung erschien er weniger agil und reaktionsfreudig.

Der 3,5-Millimeter Klinkenausgang ist speziell für In-Ears optimiert, für leistungshungrigere In-Ears oder Kopfhörer kann auch der symmetrische Pentaconn-Ausgang genutzt werden
Der 3,5-Millimeter Klinkenausgang ist speziell für In-Ears optimiert, für leistungshungrigere In-Ears oder Kopfhörer kann auch der symmetrische Pentaconn-Ausgang genutzt werden

Agil ist wohl das richtige Stichwort für meine Etymotic ER4SR und Emerson, Lake & Palmer mit „Take a Pebble“ vom Album Emerson, Lake & Palmer. Dieses Stück streame ich aus der Qobuz-App. Die Samplerate des HiBy ist dabei nicht wie üblich bei Android auf 48 Kilohertz begrenzt, sondern wird vom Gryphon als 96 Kilohertz angezeigt – immerhin. Mehr scheint aus der Qobuz-App in dieser Konstellation nicht zu gehen, denn eigentlich ist das Album auch in 192 Kilohertz verfügbar. Das 12-minütige Prog-Machwerk ist weit davon entfernt, eine fehlerfreie Aufnahme zu sein, hier und da wurden die Preamps im Studio deutlich übersteuert. Was diese Aufnahme jedoch auszeichnet, ist die schlichte Retro-Eleganz, mit der die verschiedenen Instrumente aufgenommen wurden: nicht viel Beiwerk, nur simple, aber solide Mikrofonierung und ein gutes Pfund Reverb. Durch die präzise Produktion ohne exzessiven Gebrauch von Equalizern und den Verzicht auf massenhaftes Double-Tracking verfügt die Aufnahme über schnelle Transienten und wirkt trotz des Alters von über 50 Jahren knackig und beachtlich luftig. Hier sind noch echte, unverfälschte Instrumente und vor allem Musiker zu hören, die große Passagen am Stück einspielten, was der Authentizität nochmals zuträglich ist. Auch der ER4SR und der Gryphon sind ein gutes Paar. Trotz neutraler und ausgewogener Abstimmung des Kopfhörerverstärkers spielt der Etymotic weder emotionslos noch kalt. Die Stimme von Sänger Greg Lake wird gut definiert herausgearbeitet. Tiefe Klaviersaiten verfügen über einen warmen Kern, während die hohen Saiten metallisch durchdringend daherkommen. In den übersteuerten Passagen lässt sich der Übergang von der Sättigung in die Übersteuerung deutlich nachvollziehen. Der durch das Reverb geschaffene Raumeindruck und die Bühnentiefe wird großzügig und mit einer einladenden Offenheit abgebildet, ohne dabei zu zerfasern. Dies ist eine Fähigkeit des Gryphons, die hervorsticht. Auf die Reproduktion von Rauminformationen versteht er sich aufs Feinste. Prinzipiell verrichtet der Gryphon alle akustischen Disziplinen, sei es der Frequenzverlauf, Detailreproduktion oder Impulsakkuratesse, in einem perfekten Verhältnis. In keinem Bereich gibt es etwas zu beanstanden. Welchen In-Ear man dabei betreibt, ist vollkommen unerheblich. Man kann sich darauf verlassen, dass er sein Optimum an Klang entfaltet.

Links der XSpace- und XBass+-Umschalter, der einen länger gedrückt gehalten ins Menü führt und rechts der Quellenwahlschalter
Links der XSpace- und XBass+-Umschalter, der einen länger gedrückt gehalten ins Menü führt und rechts der Quellenwahlschalter


Abschließend teste ich den symmetrischen Ausgang des Kopfhörerverstärkers mit meinem Sennheiser HD800s und Max Richters „On the Nature of Daylight“ in der Orchesterversion des Albums The Blue Notebooks. Der HD800s ist ähnlich wie der Etymotic ER4SR mit sehr zurückhaltendem Bass und eher hell abgestimmt. Erneut stört sich die Kopfhörerabstimmung aber nicht an der ebenfalls neutralen Klangcharakteristik des Gryphon. Die Aufnahme klingt genauso angenehm weich, leicht verhangen und doch unnachgiebig, wie ich sie kenne. Die eher zaghaften Dynamiken werden eindrücklich und ebenso feinfühlig wiedergegeben. Die tonalen Überlagerungen zwischen den verschiedenen Stimmen, die dem Stück seine schwebende Vehemenz verleihen, kommen voll zur Geltung. Ganz so souverän wie der iDSD Diablo hat der Gryphon den HD800s dann aber doch nicht im Griff. Die Höhen wirken etwas hart und es fehlt die überbordende Leichtigkeit des Diablo. Leistung ist jedoch genügend vorhanden, um auch Aufnahmen mit geringem Maximalpegel noch ausreichend und mit ein bisschen Headroom zu reproduzieren. Dreht man den Lautstärkeregler weiter als 0 Dezibel auf, bietet der kleine Verstärker für den Notfall im Turbomodus noch sechs Dezibel mehr. Der Gryphon kann folglich nicht nur jeden erdenklichen In-Ear perfekt bedienen, sondern die meisten Kopfhörer auf hohem Niveau gleich mit.

Der Lautstärkeregler ist nur ein Encoder, der über digitale Werte eine analoge Lautstärkeregelung ansteuert
Der Lautstärkeregler ist nur ein Encoder, der über digitale Werte eine analoge Lautstärkeregelung ansteuert

STATEMENT

Der xDSD Gryphon ist DER portable Kopfhörerverstärker/DAC für den In-Ear Besitzer. Makelloser Klang, unerreichter Funktionsumfang, Optimierung bis ins kleinste Detail und Anpassungsfähig an jeden erdenklichen In-Ear zeichnen ihn aus. Dank seines symmetrischen Verstärkerschaltkreises kann er ebenfalls eine Vielzahl von ausgewachsenen Kopfhörern problemlos antreiben. Die neue Version des xDSD bedient sich technisch in vielen Punkten am portablen Flaggschiff iDSD Diablo, und das hört man auch. Der xDSD Gryphon fühlt sich vollumfänglich fertig entwickelt an. Was soll da noch kommen?
Gehört mit
Computer ThinkPad 470s, Intel i5-6300U @ 2,4GHz, 12GB DDR4-RAM @ 2400MHz, Windows 10 (Roon, foobar2000)
Router & Zubehör Fritzbox 7530, Netgear ProSAFE GS108 (mit Keces P3)
Server Melco N1 AH 60/2
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE, IOTAVX PA3
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP HiBy R6 (HiBy Music App, BubbleUPnP, Qobuz)
Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 9 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp)
Kopfhörerverstärker iFi Micro iDSD Black Label
Kopfhörer Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match
Kabel Boaacoustic, Sommer, Intona, Furutech, Audioquest, Belden, Glockenklang/Eupen
Herstellerangaben
iFi xDSD Gryphpon
DA-Wandler Burr-Brown
Audio Formate USB DSD 512/256/128/64, Octa/Quad/Double/Single-Speed
PCM 768/384/352.8/192/176.4/96/88.2/48/44.1 kHz
DXD 768/705.6/384/352.8 kHz, Double/Single-Speed DXD
MQA (Decoder) 384/352.8 kHz
Bluetooth Bis zu 96 kHz
Ausgang Kopfhörerausgang & Line-Out jeweils: 1x 3,5 mm TRS (unsymmetrisch), 1x 4,4mm Pentaconn (symmetrisch)
Signal-Rausch-Verhältnis Kopfhörerausgang:
< 115 dB(A) @ 0dbFS (unsymmetrisch)
< 116 dB(A) @ 0dbFS (symmetrisch)
Line-Out:
< 110 dB(A) @ 0dbFS (unsymmetrisch)
< 110 dB(A) @ 0dbFS (symmetrisch)
Verzerrung Kopfhörerausgang:
< 0.005% (1V @ 16Ω)
Line-Out:
<0.015% @ 0dBFS (unsymmetrisch)
<0.007% @ 0dBFS (symmetrisch)
Ausgangsimpedanz Kopfhörerausgang:
<1 Ohm (unsymmetrisch & symmetrisch)
Line-Out:
≤100Ω (unsymmetrisch)
≤200Ω (symmetrisch)
Ausgangsspannung Kopfhörerausgang:
>320mW @ 32Ω (unsymmetrisch)
>40mW @ 300Ω (unsymmetrisch)
>3.5V max. @ 600Ω (unsymmetrisch)
>1000mW @ 32Ω (symmetrisch)
>74mW @ 600Ω (symmetrisch)
>6.7V max. @ 600Ω (symmetrisch)
Line-Out:
3.5V max. (variabel) (unsymmetrisch)
6.7V max. (variabel) (symmetrisch)
Gewicht 215 g
Abmessungen 123(L) x 75(B) x 19(H) mm
Preis 600 Euro

Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
Anschrift Westendstr. 1a

61130 Nidderau
Telefon +49 6187 900077
E-Mail info@wodaudio.de
Web www.wodaudio.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/22-03-18_ifi
  • Social Introtext Das Urmodell des xDSD habe ich während eines iFi-Events anlässlich der High End 2018 kennengelernt und anschließend getestet. Etwa vier Jahre später erfährt der xDSD eine umfassende Modellpflege und erhält den Beinamen Gryphon. Ob dem portablen Kopfhörerverstärker/DAC tatsächlich Flügel gewachsen sind und er sich über seine Mitbewerber aufschwingt?
Donnerstag, 17 März 2022 07:48

Pro-Ject CD Box S3 und CD Box DS3

Mit den beiden neuen CD-Playern CD Box S3 und CD Box DS3 macht Pro-Ject allen CD-Liebhabern eine echte Freude. Und wie es bei Pro-Ject Tradition ist, bieten die neuen CD Player ein unübertroffenes Preis-Leistungsverhältnis, eine einfache Bedienung, kombiniert mit einer tollen Haptik.

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Die CD Box S3 ist Pro-Jects erstes Produkt der neuen S3-Linie. Nicht nur das Schaltungsdesign wurde überarbeitet, auch das Gehäuse wurde deutlich verändert und die CD Box S3 stellt das neue S3-Format vor. Neben dem neuen Aluminiumgehäuse verfügt sie über ein 3,9-Zentimer-Display mit Farbumkehrfunktion, das Ihnen alle relevanten Informationen zum Genuss Ihrer CDs anzeigt. Steuern Sie den CD-Player ganz einfach mit den Tasten an der Vorderseite oder mit der mitgelieferten Fernbedienung.

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Die CD Box DS3 stellt Pro-Jects neue DS3-Linie vor. Sie können sie problemlos mit Ihren bestehenden DS2-Produk-ten kombinieren, da das Gehäuse selbst gleich bleibt. Für die neue CD Box DS3 haben wir die besten Funktionen der Vorgänger ausgewählt, um Ihnen den perfekten CD-Player mit allen Funktionen zu bieten, die Sie wirklich brauchen. Steuern Sie den CD-Player ganz einfach mit den Tasten auf der Vorderseite oder mit der mitgelieferten Fernbedienung und das Dot-Matrix-Display zeigt Ihnen alle relevanten Informationen, die Sie zum Genießen Ihrer Lieblings-CDs benötigen.

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Besondere Eigenschaften:

  • Slot-in-Laufwerke, optimiert für die Wiedergabe von CDs nach Red-Book-Standard
  • Traditionell unübertroffenes Preis-Leistungsverhältnis
  • Einfache Bedienung
  • Sieht gut aus, fühlt sich toll an

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Preisübersicht:

  • CD Box S3: 400 Euro
  • CD Box DS3: 700 Euro
  • CD Box DS3 Holz-Seitenwangen in Eukal

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Ab sofort beim Pro-Ject-Fachhändler erhältlich.

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Vertrieb
ATR - Audio Trade
Anschrift Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
Schenkendorfstraße 29
D-45472 Mülheim an der Ruhr
Telefon +49 208 882660
E-Mail email@audiotra.de
Web www.audiotra.de

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Mittwoch, 16 März 2022 00:01

Chord PowerHAUS

Chord Company hat sein 38-jähriges Know-how in der Kabelherstellung zum ersten Mal auf die Energieverteilung übertragen. Der Kabelspezialist aus Wiltshire bringt seine PowerHAUS-Verteiler auf den Markt, die eine kompromisslose Synthese aus Design-kompetenz, Einsatzvielfalt und hoher Fertigungsqualität darstellen.

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Das „HAUS“ in PowerHAUS steht für: Hybrid Aray Unfiltered Supply.

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Gerne verwendet die Chord Company auch die Analogie zum Bauhaus-Stil, weil das Design der Stromleisten auf das Wesentliche beschränkt ist. Die Sechswege-PowerHAUS-Verteiler, die auf einem Chord-eigenen Design basieren, gibt es in zwei Leistungsstufen: dem S6 (Studio) und dem Flaggschiff M6 (Master). Sie sind das Ergebnis einer der längsten Produktentwicklungsphasen, die das Unternehmen jemals hatte. Ursprünglich begonnen hatte das Projekt bereits im Jahre 2003.

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Die in Großbritannien entwickelten und gefertigten Leisten profitieren von einer einzigartigen Version der schon bewährten ARAY-Technologien (TunedAray & SuperAray), die aus den verschiedenen Kabelserien bereits bekannt sind. Für die PowerHAUS-Leisten wurde diese Technologie speziell für die Stromverteilung weiterentwickelt und mündete in der MainsAray-Technologie. Jede im PowerHAUS verwendete Komponente ist von höchster Qualität und alle Komponenten sind für ihren jeweiligen Zweck speziell angefertigt. Beide Stromleisten, PowerHAUS M6 als auch PowerHAUS S6, verzichten auf aktive Filter, leuchtende Anzeigen und Schaltkontakte, die die Klangqualität verringern und/oder verschlechtern. Ihre solide Aluminiumkonstruktion minimiert gleichzeitig die Auswirkungen von Mikrofonieeffekten.

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Langfristige Untersuchungen und Tests der Chord Company haben gezeigt, dass die klanglich beste Verkabelungskonfiguration KEINE sternförmige Verdrahtung darstellt. Stattdessen bevorzugt die Chord Company in ihrem Design drei strikt isolierte und parallel verlaufende Stromschienen aus massivem Kupfer. Die konsequente physische Trennung der Erdungsschiene von der Phase und des Nullleiters brachte bei den Tests weitere Zugewinne in der Klangqualität. Das Flaggschiff M6 bietet die beste Gesamtperformance und verwendet drei parallel (NICHT in Reihe) geschaltete Hybrid-MainsARAYs. Die S6 besitzt viele der Grundfunktionen des M6, allerdings in einer geringeren Ausbaustufe. Die PowerHAUS-Blöcke profitieren von speziell ausgewählten Chord Company typischen Kabeln. Die Anschlußbuchsen wurden nach ihrer Zuverlässigkeit und klanglichen Perfor-mance ausgewählt. Der leistungsstarke 16-Ampere-Kaltgeräteanschluss ermöglicht den Einsatz der PowerHAUS-Verteiler selbst an anspruchsvollsten Musik- und Heimkino-systeme.

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Hauptmerkmale:

  • Handgefertigt in England
  • Minimales Design und Verzicht unnötiger Komponenten
  • Entwickelt unter Verwendung eines optimalen Materialmix aus 40 Jahren Erfahrung in der HiFi-Industrie
  • Einzigartige Chord Company ARAY-Technologie zur Minimierung von HF- und Erdungsgeräuschen
  • Robustes Aluminiumgehäuse und hochbelastbarer 16A-Netzeingang
  • CE-Kennzeichnung

Technische Daten:

  • Ausgangsbuchse: 6 x UK oder Euro (C-13)
  • Zuleitung: 16 Ampere (C-19-Ausführung)
  • Steckplätze: 13 Ampere (UK) /16 Ampere (EU)
  • Nennleistung und/oder Stromstärke: max. 16A
  • Versorgungsspannung: 100v-250v
  • Frequenz: 50/60 Hz
  • Lieferbar ab Mitte März 2022

Verkaufspreise:

  • PowerHAUS S6: 1.300 Euro
  • PowerHAUS M6: 2.560 Euro

Vertrieb
DREI H Vertriebs GmbH
Anschrift Mika Dauphin
Kedenburgstraße 44
Haus D / 1. OG
22041 Hamburg
E-Mail mika.dauphin@drei-h.biz
Telefon +49 40 37507515

Weitere Informationen

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Donnerstag, 14 März 2002 22:27

Audiovertrieb Andrejs Staltmanis

geschrieben von
Vertrieb
Audiovertrieb Andrejs Staltmanis
Anschrift An der Meerwiese 23a
D-48157 Münster
Telefon +49 177 3506640
E-Mail info@ultraudio.de
Dienstag, 15 März 2022 00:01

Reed Muse 1C mit Model 5T

geschrieben von

Wenn HiFi-Guru Andrejs Staltmanis mit Gerätschaften zum Testen um die Kurve kommt, kann man sich auf etwas Besonderes gefasst machen. Dieses Mal schießt er den Vogel ab, denn der Reibrad-Plattenspieler Reed Muse 1C zusammen mit dem Linear-Tonarm Reed Model 5T sind nicht weniger als eine klangliche und technische Offenbarung.

Der eine oder andere mag sich an den White-Smoke-Audio-Vollverstärker mit seinem Torsionsfeld erinnern, der auf Staltmanis´ Kappe geht. Jedenfalls würde auch dieser Plattenspieler kein langweiliges Gerät werden, das war mir schon nach unserem ersten Telefonat klar. Irgendwann im Herbst 2021, irgendwo in Norddeutschland traf ich mich also mit Andrejs Staltmanis zur Übergabe eines Plattenspielers, den ich testen sollte. Wir hatten vereinbart, dass er mir den Dreher samt Tonarm und Zubehör bei einer sich bietenden Gelegenheit draußen von Auto zu Auto übergab. Ein persönliches Treffen samt Aufbau durch den Fachmann bei mir zu Hause musste ich aufgrund vulnerabler Personen im unmittelbaren familiären Umfeld leider ablehnen – Corona lässt grüßen. Hätte ich allerdings gewusst, was auf mich zukam, ich hätte wohl einen Weg gefunden, dass er doch alles bei mir aufgebaut und persönlich justiert hätte. Eine erste Ahnung dieses Plattenspieler-Wahnsinns bekam ich spätestens bei der Übergabe der Kartons. Flugs war nämlich der nicht gerade kleine Kofferraum meines Autos ziemlich voll mit einem sehr großen und schweren Karton und einem weiteren von mittlerer Größe.

Der Reibrad-Plattenspieler Reed Muse 1C und der Linear-Tonarm Reed Model 5T kosten 12600 Euro respektive 15600 Euro, diese Kombi richtet sich damit an erfahrene HiFi-Connaisseure
Der Reibrad-Plattenspieler Reed Muse 1C und der Linear-Tonarm Reed Model 5T kosten 12600 Euro respektive 15600 Euro, diese Kombi richtet sich damit an erfahrene HiFi-Connaisseure

Schon gleich bei unserer Übergabe erläuterte Herr Staltmanis mir anhand der Justierhilfe, einer Art linealförmiger Schablone, das Prinzip der Ausrichtung des Tonarms und erklärte, dass es im Grunde sehr einfach sei, den Tonarm korrekt einzustellen. Nach dem Aufstecken des einen Endes auf die Plattentellermitte müssten lediglich zwei Bohrungen, eine in der Justierschablone und eine in der Headshell, lotrecht in Deckung gebracht werden. Klang ja nicht weiter dramatisch und ist es letztlich auch nicht.

Fast ein Kinderspiel: Mithilfe der Justierschablone wird die korrekte Ausrichtung des Tonarms überprüft
Fast ein Kinderspiel: Mithilfe der Justierschablone wird die korrekte Ausrichtung des Tonarms überprüft

Zuhause angekommen schaffte ich zunächst einmal ordentlich Platz auf und neben meinem HiFi-Rack für das weitere Handling. Das Gehäuse des Plattenspielers ist knapp einen halben Meter breit und mit seinen 15 Kilogramm Gewicht schon eine ziemliche Wuchtbrumme. Die Besonderheit dieses feinen Maschinenbaus – genau, Maschinenbau! – ist sicherlich die Antriebseinheit mit ihren beiden synchronisierten Reibrad-Antrieben mit geregeltem Anpressdruck. Der enorme hier betriebene Aufwand erschließt sich einem zunächst gar nicht unbedingt beim bloßen Draufschauen auf diese Baugruppe von oben, wenn man die Transportsicherungen löst. Dazu lohnt es sich, die ganze Einheit herauszumontieren, um einfach mal einen Blick von allen Seiten zu ermöglichen, und genau das hat Andrejs Staltmanis für uns während der Fotosession gemacht. Und da Bilder mehr als tausend Worte sagen, folgen jetzt gleich vier Bilder zur Erläuterung der Antriebstechnik.


Die Antriebseinheit mit den beiden Reibrädern, die durch die beiden roten Kunststoffwinkel sowie die mit roten Punkten auf den Köpfen markierten Schrauben für den Transport gesichert ist
Die Antriebseinheit mit den beiden Reibrädern, die durch die beiden roten Kunststoffwinkel sowie die mit roten Punkten auf den Köpfen markierten Schrauben für den Transport gesichert ist

Die nackte Antriebseinheit in ihrer vollen Pracht mit den beiden exakt gegenüber liegenden Reibrädern
Die nackte Antriebseinheit in ihrer vollen Pracht mit den beiden exakt gegenüber liegenden Reibrädern

Von unten gut zu erkennen sind die beiden Aufhängungen der Reibradmotoren mit ihren Drehachsen
Von unten gut zu erkennen sind die beiden Aufhängungen der Reibradmotoren mit ihren Drehachsen

Die beiden Reibräder bauen erst nach dem Einschalten ihren Druck auf den Plattenteller auf, was mit einem deutlich wahrnehmbaren Klackgeräusch verbunden ist, wenn die Motoren an den Subteller gedrückt werden
Die beiden Reibräder bauen erst nach dem Einschalten ihren Druck auf den Plattenteller auf, was mit einem deutlich wahrnehmbaren Klackgeräusch verbunden ist, wenn die Motoren an den Subteller gedrückt werden

Nach dem Auflegen des schweren Plattentellers samt Matte und exakt horizontaler Ausrichtung mittels der schraubbaren Gewindefüße ist der eigentliche Dreher im Grunde fertig aufgebaut. Mitgeliefert wird natürlich das obligatorische, aufwendige Netzteil für die Zwölf-Volt-DC-Versorgung der Motoreinheit. Optional bietet Vertriebler Staltmanis einen separat erhältlichen Bausatz für ein noch größeres Netzteil an, das mir auch zur Verfügung stand und über das er auf Kundenwunsch gerne nähere Auskünfte gibt.

Nun kommen wir zum eigentlichen Schmankerl, dem Tonarm Reed Model 5T. Meines Wissens ist dessen Technik zur linearen, Laser gesteuerten Nachführung des Arms, so dass dieser den Tonabnehmer quasi immer tangential in der Plattenrille führt, weltweit einzigartig. Im Vergleich zu typischen Tangentialtonarmen, bei denen üblicherweise der Tonarm auf einem zum Tonarm senkrechten Führungsrohr läuft (beispielsweise per Luftkissen), ist der Reed Model 5T grundsätzlich ein rotierender Tonarm. Allerdings einer, bei dem die ganze Tonarmeinheit per separatem Motor minimal so auf einem Teilkreisstück bewegt wird, dass der Tonabnehmer ohne tangentialen Spurfehlwinkel in der Plattenrille geführt wird. Die exakte Position des Arms wird kontinuierlich mithilfe eines auf der Armaufhängung montierten Laserpointers überwacht und gesteuert. Was kompliziert klingt, ist für den Anwender in der Praxis wirklich sehr einfach, auch die Kalibrierung geschieht per einfachem Knopfdruck. Sobald sich der Laserpunkt nach der Armausrichtung auf der exakt mittigen Position der am Tonarmblock montierten Messskala mit integrierter Sensorik befindet, wird der Nullpunkt per Knopfdruck bestätigt und das System „weiß“, wo es sich befindet.


Der huckepack auf der Tonarmaufhängung sitzende Laser…
Der huckepack auf der Tonarmaufhängung sitzende Laser…

…strahlt auf die an den Tonarmblock montierte Messskala. So wird die korrekte Tonarmposition überwacht und der Tonarm über den Regelkreis exakt gesteuert
…strahlt auf die an den Tonarmblock montierte Messskala. So wird die korrekte Tonarmposition überwacht und der Tonarm über den Regelkreis exakt gesteuert

Eine weitere Besonderheit ist das zum Tonarm Reed Model 5T gehörige Akkunetzteil Reed Source 12V. Es nuckelt so lange am Netz, bis die Akkus vollständig geladen sind, denn genau genommen handelt es sich um zwei Akkupakete, die sich im Inneren befinden. Es wird nur dann Leistung an den beiden Ausgängen bereitgestellt, wenn mindestens ein Akkublock vollständig geladen ist, der entsprechende Status wird durch kleine LED-Anzeigen auf der Gehäusevorderseite sichtbar. Da sich zwei 12 Volt-Ausgänge auf der Rückseite befinden, könnte man grundsätzlich auf die Idee kommen, auch den Plattenspieler per Akku zu versorgen. Das ist allerdings keinesfalls zu empfehlen, da der Dreher zu viel Leistung zieht und einfach stabilere Versorgungsverhältnisse benötigt als das Akkunetzteil bieten kann. Dieses ist für die Artefakt-freie Versorgung des Tonarms optimiert, um den Tonarmmotor und den Laser zu versorgen.

Das Akkunetzteil Reed Source 12V ist für die Versorgung des Tonarms Model 5T optimiert und sollte nicht für den Antrieb des Plattenspielers verwendet werden, obwohl das technisch möglich wäre
Das Akkunetzteil Reed Source 12V ist für die Versorgung des Tonarms Model 5T optimiert und sollte nicht für den Antrieb des Plattenspielers verwendet werden, obwohl das technisch möglich wäre

Die Montage, Justierung und Kalibrierung des Tonarms hat mir offen gestanden Einiges abverlangt, und ich habe diverse Male mit Andrejs Staltmanis telefonieren, chatten und Bilder beziehungsweise kurze Videos per WhatsApp austauschen müssen, bis alles so lief wie es sollte. Einerseits ist der Aufbau dank der guten, derzeit ausschließlich auf Englisch verfügbaren Anleitungen zwar kein Hexenwerk, und man lernt das Gerät und seine Funktionsweise einfach sehr gut kennen und verstehen. Andererseits muss man sich auch nicht gleich als Fünfdäumling fühlen, wenn man hier und da mal ein wenig länger grübeln und fummeln muss. Wer also die Möglichkeit hat, dem empfehle ich, sich das gesamte Setup liefern und aufbauen zu lassen. Immerhin erwirbt der stolze Besitzer ein Gerät ungefähr im Gegenwert eines VW Golf der Einstiegsklasse: Der Reibrad-Plattenspieler Reed Muse 1C kostet 12600 Euro, der Linear-Tonarm Reed Model 5T inklusive Akkunetzteil Reed Source 12V schlägt zusätzlich mit 15600 Euro ins Kontor. Das ist übrigens ein Vielfaches dessen, was ich zuvor jemals preislich an anderen Plattenspielern zum Testen bei mir hatte. Beim Aufbau kannte ich den Preis noch gar nicht und war entsprechend locker und unvoreingenommen zu Werke gegangen. Gut so! Denn hätte ich zu diesem Zeitpunkt den Preis schon gekannt, wären meine Hände ab und zu womöglich doch ein wenig feuchter und zittriger gewesen.

Links auf dem Tonarmblock die beiden Steckanschlüssen für die Tonabnehmerkabel und die Versorgung des Lasers, rechts die Cinch-Anschlüsse, die Erdungsklemme sowie der separate Ein-/Ausschalter für die Tonarmeinheit
Links auf dem Tonarmblock die beiden Steckanschlüssen für die Tonabnehmerkabel und die Versorgung des Lasers, rechts die Cinch-Anschlüsse, die Erdungsklemme sowie der separate Ein-/Ausschalter für die Tonarmeinheit


Apropos ruhige Hand: Was jetzt noch fehlte für einen ersten Testlauf war natürlich ein Tonabnehmer, den ich montieren musste. Ich liebe das ja wie Zahnschmerzen. Das liegt unter anderem daran, dass mir aufgrund einer Unachtsamkeit vor längerer Zeit mal mein privates Clearaudio Charisma V2 für 1500 Euro in die ewigen Tonabnehmerjagdgründe entschwunden ist. Daraus habe ich gelernt und mir für Test- und Montagezwecke ein billiges AudioTechnica AT 91/NB für zwoundzwanzigfuffzich angeschafft. Genau, richtig gelesen: Für die ersten Einspielvorgänge mit meiner Testplatte zur Überprüfung aller Einstellungen sowie für die ersten Musikscheiben habe ich tatsächlich einen Tonabnehmer auf diesem Plattenspielerschlachtschiff verwendet, der weniger als ein Promille desselben kostet!

Hier wartet nur noch ein Tonabnehmer auf die Montage: Für den Besitzer ergibt sich ein weites Spielfeld verwendbarer Systeme, deren Qualitäten auf diesem Setup wie mit einer akustischen Lupe offenbar werden
Hier wartet nur noch ein Tonabnehmer auf die Montage: Für den Besitzer ergibt sich ein weites Spielfeld verwendbarer Systeme, deren Qualitäten auf diesem Setup wie mit einer akustischen Lupe offenbar werden

Vertriebler Andrejs Staltmanis ist bezüglich der Verwendung eines geeigneten Tonabnehmers allerdings selbst ziemlich tiefenentspannt: Natürlich könne man zum Ausreizen des vollen Potenzials einen Pickup für 15000 Euro dranschnallen, aber der Klassiker Denon DL 103 für etwas über 300 Euro tut es auch! Nachdem ich sicher war, dass alle Einstellungen stimmten, tauschte ich schließlich das AudioTechnica gegen mein Clearaudio Charisma V2, das ich danach neu kennenlernen durfte, soviel schon vorab. Ach ja: Ein guter, neugieriger und Tonabnehmer-montagetechnisch äußerst versierter Freund brachte zumindest für einen Tag sein Koetsu Black mit, das er natürlich selbst und auf eigene Gefahr montiert hat. Er wollte sein System bei der sich bietenden Gelegenheit auf diesem Setup mal ausreizen und hören, was geht. Übrigens: Diverse Headshells und passende Gegengewichte für alle Tonabnehmer sind bei Reed selbstverständlich im Lieferumfang mit enthalten.

Der Stoff, aus dem Plattenspielerträume sind: Den technisch perfekt ausgereiften Reibradantrieb habe ich als wesentlichen Garanten des kraftvollen und dynamischen Tieftons des Reed identifiziert
Der Stoff, aus dem Plattenspielerträume sind: Den technisch perfekt ausgereiften Reibradantrieb habe ich als wesentlichen Garanten des kraftvollen und dynamischen Tieftons des Reed identifiziert

Die ausgeklügelte Elektromechanik der Antriebseinheit sucht Ihresgleichen und perfektioniert die Technik seiner Ahnen Garrard und Co.
Die ausgeklügelte Elektromechanik der Antriebseinheit sucht Ihresgleichen und perfektioniert die Technik seiner Ahnen Garrard und Co.

Was mir nach den ersten Tönen unmittelbar auffiel, war eine außerordentlich ausgeprägt wahrnehmbare „Leichtigkeit“. Die Musik war einfach „da“, sie schien mir irgendwie präsenter zu sein, als ob jemand eine Art Kontrast hochgeregelt hätte, so dass der Hintergrund schwärzer, leiser wurde und sich die davor erstrahlende Musik heller und bunter hervorhob. Unangestrengt. Lässig. Schnell. Sauber. Federleicht. Feindynamisch subtil. Diese simple Aufzählung von Attributen ist einfach das, was auf der ersten Seite meines Schmierblatts für Notizen zu den Höreindrücken als Spiegelpunktaufzählung geschrieben stand. Hinter „schnell“ hatte ich übrigens zwei Ausrufezeichen gesetzt. Die Reed-Kombi überzeugte mich unabhängig vom aufgelegten Musikmaterial mit einer leichtfüßigen, völlig unangestrengten Dynamik und einer subjektiv wahrgenommenen „Schnelligkeit“, obwohl die Musik ja nicht auf höherer Drehzahl lief. Ich hatte die Reed-Kombi immerhin circa drei Monate zum Testen bei mir und konnte ihr in Ruhe auf den Zahn fühlen. Und mir wurde schließlich die Ursache für diesen Effekt gewahr: Mein Gehör beziehungsweise mein die Musiksignale verarbeitendes Gehirn sind durch fehlerbehaftet wiedergebende HiFi-Komponenten falsch konditioniert. Es sind ja durchaus nicht nur falsch ausgelegte Bassreflexlautsprecher für hinterherhumpelnde Tieftöne verantwortlich, auch andere Komponenten sind zu teilweise haarsträubenden Fehlern in der Lage. Jedenfalls habe ich den Reibradantrieb des Reed-Drehers als Grund dafür identifiziert, dass diese Musikmaschine diesen stoischen Tieftondurchzug, dieses im wahrsten Sinne des Wortes brutale Drehmoment an den Tag legt, was zu einem substanziellen Schub im ganzen Frequenzspektrum führt.


Der schwere Plattenteller des Reed Muse 1C steht dank des Antriebs mächtig unter Dampf
Der schwere Plattenteller des Reed Muse 1C steht dank des Antriebs mächtig unter Dampf

Ein wenig schmunzeln musste ich bei meinem Gedanken schon, der mit irgendwann in den Sinn kam: Wieso um Himmels willen nennt ein Hersteller ein solches Laufwerk „Muse“? Mir drängt sich da eher Thors Dampfhammer auf. Aber das klingt in den Ohren von Marketingleuten wahrscheinlich viel zu martialisch. Sei´s drum. Denn bei aller brutaler Kraft: Der Reed Muse 1C ist ja durchaus ein absoluter Feingeist. Er hat seine schiere Power eben gut unter Kontrolle.

Ach je, Sie wollen von mir jetzt bestimmt konkrete Musikbeispiele hören? Ich habe es befürchtet. Na gut. Wenn also Udo Lindenberg auf dem Album Stärker als die Zeit (Warner, 2016) „Durch die schweren Zeiten“ singt und einem vor emotionaler Ergriffenheit eine Träne aus dem Auge rinnt, dann kann eine Komponente irgendwie nicht so viel verkehrt gemacht haben – sondern wahrscheinlich einfach alles richtig.

STATEMENT

Der weltweit einzigartige Linear-Tonarm Reed Model 5T sowie der Reibrad-Plattenspieler Reed Muse 1C bilden sowohl in elektromechanischer als auch in maschinenbautechnischer Hinsicht eine Musikmaschine für Vinyl, bei der es mir schwerfällt zu glauben, dass es klanglich überhaupt noch besser geht. Mit ungemeiner, von mir zuvor so noch nie gehörter Leichtigkeit und Offenheit spielt dieses Setup in einer eigenen klanglichen Liga. Aufgrund der sehr hohen Neutralität völlig frei von Artefakten fällt es mir schwer, überhaupt irgendein Charaktermerkmal hervorzuheben, doch wenn, dann würde ich diesen extrem kraftvollen, kontrollierten Tieftondurchzug nennen. Ein Plattenspielertraum.
Gehört mit
Vollverstärker Almarro A205A MkII
Tonabnehmer AudioTechnica AT 91/NB, Clearaudio Charisma V2
Phono-Vorstufe Paltauf Phono-200
Lautsprecher Dynamikks! Model 12
Zubehör Dynamikks! Speakerlink I, Audio Note AN-S Interconnect Pure Silver NF-Kabel
Möbel Hi-Fi Racks Ltd, Rega Wandhalterung für Rega Planar 8
Herstellerangaben
Reed Muse 1C
Geräteart Plattenspieler
Gehäusefarbe schwarz (moonlit black)
Antrieb Reibrad, 2 DC Motoren
Geschwindigkeiten 16 2/3, 33, 45, 78 Umdrehungen pro Minute
Geschwindigkeitsstabilisierung Quarzbasis-Phasenregelkreis (PLL)
Max. Geschwindigkeitsabweichung +/- 0,03%
Rumpel-Lärm-Verhältnis >75dB
Spannung DC 12V via 100-240V AC Adapter, Reed Source 12V
Genauigkeit Neigungsmesser 1mm pro Meter
Geeignete Tonarme effektive Länge von 215mm bis 315mm
Abmessungen (L x B x H) 305 x 485 x 140 mm
Gewicht 15kg
Preis 12600 Euro
Herstellerangaben
Reed Model 5T
Geräteart linear geführter Tonarm, Laser gesteuert
Farbe schwarz, stahlfarben, Cocobolo Holz
Länge 191,7mm
Rotationsradius 61,5mm
Montageabstand 251mm
Offset Winkel 0 Grad
Überhang 0mm
Tracking Fehler +/-5 Bogenminuten
Effektive Masse 16 Gramm (Cocobolo Holzrohr)
Höhenverstellung 28-48mm
VTA +/- 0,2mm
Azimut +/-8 Grad
Auflagekraft (Bereich) 10-30mN (Tonabnehmer 5,5g-19,5g / 4,0g-25,0g)
Antrieb Linearmotor mit begrenztem Rotationsquerschnitt und Drehmoment
Spannung 9,5V DC – 14V DC via Batterieversorgung, Reed Source 12V oder 100-240V AC Adapter
Verkabelung Cardas, Van den Hul 33AWGx4 Finewire C37+Cryo, Cu, 125cm, KLEI Stecker
Abmessungen: (L x B x H) 330 x 150 x 150 mm
Gewicht 3kg
Preis 15600 Euro

Vertrieb
Audiovertrieb Andrejs Staltmanis
Anschrift An der Meerwiese 23a
D-48157 Münster
Telefon +49 177 3506640
E-Mail info@ultraudio.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/22-03-15_reed
  • Social Introtext Wenn HiFi-Guru Andrejs Staltmanis mit Gerätschaften zum Testen um die Kurve kommt, kann man sich auf etwas Besonderes gefasst machen. Dieses Mal schießt er den Vogel ab, denn der Reibrad-Plattenspieler Reed Muse 1C zusammen mit dem Linear-Tonarm Reed Model 5T sind nicht weniger als eine klangliche und technische Offenbarung.

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