Samstag, 05 Januar 2008 03:06

Werner Kempf

geschrieben von
Vertrieb
Werner Kempf
Anschrift Hardtstrasse 2B
63843 Niedernberg
Telefon +49 6028 4390
Mobil +49 171 5075150
E-Mail germany@amphion.fi
Web www.kempf-audio.com
Samstag, 05 Januar 2008 03:03

Amphion

geschrieben von
Hersteller
Amphion
Inhaber Anssi Hyvönen
Telefon +358 17 2882 100
E-Mail anssi@amphion.fi

Der finnische Hersteller Amphion Loudspeakers kündigt die Regallautsprecher Helium410, Helium510, Argon0 und Argon1 mit neu gestalteten Gehäusen an. Die beiden Helium-Modelle nutzen auch neue, hochwertigere Bauteile.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_18-01-05_amphion_helium_410.jpg

Die größte Gehäusemodifikation bei den kleinsten Helium- und Argon-Modellen ist die Neupositionierung des Bassreflexrohrs. Es befindet sich jetzt direkt hinter dem Woofer. Das neue Design soll die Basswiedergabe und auch die Klarheit des Mitteltöners verbessern.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_18-01-05_amphion_helium_510_1.jpg

Darüber hinaus bekamen Helium410 und Helium510 einen neuen Hochtöner, der laut Hersteller im Vergleich zu dem alten einen noch saubereren und breiteren Hörbereich bietet. Auf diese Weise werde der dreidimensionale Klang von Amphion auf ein neues Level gebracht, was im gesamten Raum in einem Stereo-Lautsprecher-Setup oder einer kompletten Heimkino-Installation für Detailreichtum und exquisite Musikwiedergabe sorge. Mit diesen Änderungen rückten die preisgünstigsten Amphion Einstiegs- Lautsprecher Helium410 und Helium510 ihren teureren Geschwistern hinsichtlich Bauteilen und Klangqualität näher.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_18-01-05_amphion_helium_510_2.jpg

Über diese Verbesserungen hinaus warten die Helium410 und Argon510 Regallautsprecher nunmehr mit einem neuen Design ihres Bass-Gitters auf. Es wurde an die Gitter aller anderen Amphion-Modelle angepasst, um eine noch bessere visuelle Wirkung zu erzielen.

Alle neu gestalteten Modelle sind bereits verfügbar und versandbereit. Die Preise bleiben unverändert.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_18-01-05_amphion_argon_1.jpg

Hersteller
Amphion
Inhaber Anssi Hyvönen
Telefon +358 17 2882 100
E-Mail anssi@amphion.fi

Vertrieb
Werner Kempf
Anschrift Hardtstrasse 2B
63843 Niedernberg
Telefon +49 6028 4390
Mobil +49 171 5075150
E-Mail germany@amphion.fi
Web www.kempf-audio.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/18-01-05_amphion
Freitag, 05 Januar 2018 00:24

Norddeutsche HiFi-Tage 2018

geschrieben von

In nicht einmal einem Monat beginnt eine der interessantesten Hifi-Messen für Endverbraucher: die Norddeutschen HiFi-Tage. Sie begannen als Ausstellung eines engagierten Fachhändlers und begründeten die Tradition regelmäßig am selben Ort stattfindender Regionalmessen.

Natürlich werden wir Sie noch ausführlich über die dort vertretenen Marken, weitere Veranstaltungsdetails und die von uns für die Messe geplanten Aktivitäten informieren. Hifistatement wird dort nämlich wie im Vorjahr mit einem eigenen Raum vertreten sein. Jetzt möchten wir aber Ivonne Borchert-Lima zu Wort kommen lassen, die schon vor Jahren von ihrem Vater Wolfang Borchert die Messeorganisation übernommen hat – und zwar so erfolgreich, dass sie im Herbst 2018 auch erstmal eine Regionalmesse im Süden veranstaltet: Die findet in Stuttgart statt und heißt – man konnte es ahnen – die Süddeutschen HiFi-Tage. Doch sehen nun Ivonnes kurzes Video zur Ankündigung der Norddeutschen HiFi-Tagen Anfang Februar.

Informationen
Norddeutsche HiFi-Tage 2018
Datum 3. - 4. Februar 2018
Öffnungszeiten 10 - 18 Uhr
Ort Holiday Inn
Billwerder Neuer Deich 14
20539 Hamburg
www.hi-hamburg.de
Web www.hifitage.de
Eintritt frei

b_850_0_16777215_10_images_content_events_18-01-04_ndht_banner.jpg

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/18-01-04_ndht
Mittwoch, 03 Januar 2018 01:01

AUDEZE präsentiert Reveal


Seit dem Spätsommer 2017 gibt es für Anwender des Musikdatenbankprogramms roon spezielle Softwarevoreinstellungen für alle AUDEZE-Kopfhörermodelle. Nun stellt AUDEZE mit Reveal eine weitere Software vor.

Reveal ist ein Plugin, das von AUDEZE entwickelt wurde und speziell auf die AUDEZE-Kopfhörermodelle abgestimmte Filter-Presets anwendet. Dies bietet dem Hörer ein Erlebnis, welches dem entspricht, das man von hochwertigen Studiomonitoren in einem akustisch behandelten Raum (ohne störende Raumreflexionen und Hall) hört. Die Presets sind nicht dazu gedacht, Probleme zu beheben, sondern das Hörerlebnis zu verbessern. Es ist zu erwarten, dass einige Benutzer AUDEZE Kopfhörer ohne DSP-Presets bevorzugen, während andere die Raumklang-Kalibrierung nutzen werden.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_18-01-03_audeze_DAW2.png

Für professionelle Anwendungen kann Reveal das Mischen und/oder Mastering an nahezu jedem Ort ermöglichen und gleichzeitig sicherstellen, dass das Ergebnis in fast jedes System übersetzt werden kann. Für das einfach praktizierte Hörvergnügen gibt Reveal dem Nutzer die Möglichkeit der Anpassung an den eigenen Geschmack.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_18-01-03_audeze_DAW3.png

Das Reveal Plugin ist kostenlos für macOS (10.10 und höher) und Windows (7 und höher) erhältlich und kompatibel mit den meisten Digital Audio Workstations (DAWs) oder Wiedergabesoftware, die AU, VST oder AAX Plugins unterstützten. Kompatible DAWs sind ProTools, Logic, Ableton Live, Digital Performer, REAPER und andere.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_18-01-03_audeze_MusicPlayer3.png

Kompatible Audio-Wiedergabesoftware beinhaltet JRiver, Audirvana Plus, Pure Music, VOX, Foobar2000 und andere. Die Filter des Reveal Plugins sind für alle gängigen Samplefrequenzen (44,1 kHz - 768 kHz) ausgelegt, so dass kein Resampling notwendig ist. Reveal ist dank seiner intuitiven Benutzeroberfläche extrem einfach zu bedienen. Das Reveal Plugin verwendet keine Verräumlichung, Reflexionen oder Crossfeed. Es ist transparent und unauffällig gestaltet.

Die Softwarevoreinstellungen für alle AUDEZE-Kopfhörermodelle unter Roon finden sie hier.

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/18-01-03_audeze
Dienstag, 02 Januar 2018 08:58

Mytek Manhattan II – Netzwerk- und Phono-Modul

geschrieben von

Über den Mytek Manhattan DAC II und seine klanglichen Qualitäten hat Dirk Sommer bereits ausführlich berichtet . Mit der seit kurzem erhältlichen Roon-Ready-Netzwerkkarte und dem Phono-Einschub für MC- und MM-Tonabnehmer lässt sich der Manhattan II zu einer kompletten digitalen und analogen Schaltzentrale ausbauen.

Das ist Grund genug sich mit den Erweiterungen zu beschäftigen und eine gute Gelegenheit, unserem mit anderen Projekten beschäftigten Chefredakteur den „geliebten“ Manhattan II zu entführen. Die beiden Erweiterungskarten waren bereits bei Erscheinen des Manhattan II angekündigt, sind aber erst jetzt verfügbar. Es handelt sich dabei nicht um klassische Steckkarten, die von außen in einen entsprechenden Karten-Slot am Gerät eingeschoben werden, sondern um Module/Platinen, zu deren Einbau eine Öffnung des Geräts erforderlich ist. Die Module werden dann an den dafür vorgesehenen Plätzen eingesetzt, festgeschraubt und über die vorbereiteten Kabel mit der Hauptplatine verbunden. Hört sich kompliziert an, ist aber mit den beiden gut gemachten Anleitungen in der Praxis kein allzu großes Problem.

Der Manhattan II voll bestückt von innen: links oben das Netzwerk-Modul (grüne Platine) und rechts oben das Phono-Modul
Der Manhattan II voll bestückt von innen: links oben das Netzwerk-Modul (grüne Platine) und rechts oben das Phono-Modul

Beginnen wir mit der Netzwerkkarte. Der eine oder andere von Ihnen wird sich fragen, für was eine Netzwerkkarte eigentlich gut sein soll. Diese Frage ist eng verbunden mit dem Grundproblem, wie unsere – auf einem irgendwie gearteten Computer – gespeicherte Musik überhaupt zu unserem DAC kommt. Zwei völlig unterschiedliche Möglichkeiten sind, entweder eine USB- oder eine Ethernet-Verbindung einzusetzen. Beide Verbindungsarten haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. So ist die USB-Verbindung auf wenige Meter Länge begrenzt, wohingegen über Ethernet auch Entfernungen über 10 Meter problemlos überbrückt werden können. Der Computer mit den Musikdaten kann deshalb bei einer Ethernet-Verbindung auch weiter entfernt von der HiFi-Anlage stehen, beispielsweise in einem anderen Raum. Darüber hinaus sagt man der USB-Verbindung nach, dass mit ihr wesentlich mehr der von einem PC verursachten Störgeräusche zum DAC übertragen werden als über Ethernet. Ethernet sei deshalb die bessere Strategie bei einem Computer mit hohen Störgeräuschen und umgekehrt USB bei einem Störgeräusch-optimierten Rechner. Ein Vorteil einer Ethernet-Verbindung sei auch, dass die Daten intern von der Netzwerkkarte in aller Regel nicht über USB, sondern über eine im I2S-Format ausgeführte Schnittstelle an die Wandler-Einheit weitergeleitet werden, der eine wesentlich höhere Datenübertragungsqualität nachgesagt wird. Nach meinen Erfahrungen kommt es, wie fast immer, auf die im Einzelfall tatsächlich umgesetzte Lösung an. Ein gutes USB Set-up kann einer schlechten Ethernet-Lösung klanglich überlegen sein und umgekehrt. Pauschale Aussagen sind deshalb seriös nicht möglich, wie wir gleich sehen werden.

Der Manhattan II im Betriebsmodus Phono MC mit aktiviertem Übertrager (X) und einer gewählten Eingangsimpedanz von 100 Ohm
Der Manhattan II im Betriebsmodus Phono MC mit aktiviertem Übertrager (X) und einer gewählten Eingangsimpedanz von 100 Ohm


Schauen wir uns also die Netzwerkkarte näher an. Sie empfängt PCM-Dateien bis 24 bit/192kHz, DSD-Dateien in native DSD64 und DoP64 sowie MQA-Dateien. Die Verbindung mit dem heimischen Netzwerk erfolgt ausschließlich per Kabel über den RJ45 Ethernet-Anschluss, Wi-Fi ist nicht vorgesehen. Netzwerkseitig werden derzeit die Protokolle DLNA/UPnP und ROON unterstützt. Zusätzlich verfügt die Karte über einen USB-Eingang zum direkten Anschluss eines USB-Speichergeräts, wie Stick oder Festplatte. Für die Netzwerkkarte greift Mytek auf die Technologie von conversdigital aus Südkorea zurück. Deshalb werden als Control App für Android Geräte ‘mconnectControl’ und für iPhone und iPad ‘mconnectControl HD’ aus dem Hause conversdigital empfohlen, die kostenlos zur Verfügung stehen. Grundsätzlich funktionieren natürlich auch andere Control Apps, die den DLNA/UPnP-Standard unterstützen. Allerdings ist hier die Auswahl an brauchbaren Apps für meinen Geschmack sehr beschränkt, da zwischenzeitlich immer mehr Hersteller auf eigene, geschlossene Lösungen setzen.

Es stehen zwei unterschiedliche RIAA-Kennlinien zur Auswahl – hier wurde die Variante RIAA+ gewählt
Es stehen zwei unterschiedliche RIAA-Kennlinien zur Auswahl – hier wurde die Variante RIAA+ gewählt

Bevor ich fortfahre, noch ein paar grundsätzliche Anmerkungen zum Thema Netzwerkaufbau. Es erstaunt mich immer wieder, wenn ich sehe, wie wenig Aufmerksamkeit selbst in sehr teuren Anlagen dem Audio-Netzwerk geschenkt wird. Das Netzwerk ist gerade bei Streaming-Lösungen integraler Bestandteil der Anlage. Wenn alles lieblos zusammengestöpselt wird, über das gleiche Netzwerk parallel im Internet gesurft wird und auch noch Filme geladen werden, dann braucht man sich nicht wundern, dass die Musikwiedergabe über die teuren High-End-Geräte klanglich nur bedingt den Erwartungen entspricht. Im Idealfall ist das Audio-Netzwerk vom übrigen Netzwerk getrennt, die angeschlossenen Geräte sind über hochwertige Kabel am besten über einen optimierten Switch miteinander verbunden und die kleinen Schaltnetzteile durch Linear-Netzteile ersetzt.

Aus den gerade genannten Gründen betreibe ich ein separates Audio-Netzwerk mit einem Aqvox SE Switch als zentralen Verteilerpunkt. Über den Switch sind Musikserver, mein mit AudiophileOptimizer getunter Laptop sowie ein WiFi-Acces-Point für die kabellose Steuerung über Tablet oder Smartphone miteinander verbunden. Die Musik kommt entweder vom Musikserver oder von einem separaten, direkt an den Sony angeschlossenen USB-Laufwerk. Auf beiden Geräten läuft MinimServer, als Renderer kommt JPLAY zum Einsatz und gesteuert wird über die App Kazoo von Linn.


Das Netzwerk-Modul ist über das breite schwarze Flachbandkabel mit der Digital-Sektion auf der Hauptplatine verbunden
Das Netzwerk-Modul ist über das breite schwarze Flachbandkabel mit der Digital-Sektion auf der Hauptplatine verbunden

Da ich in letzter Zeit viele unterschiedliche DACs über USB in meine Anlage integriert hatte, habe ich meinen Hörtest mit dieser Verbindungsart begonnen. Wie schon beim Brooklyn DAC+ , entspricht auch beim Manhattan II nach kurzem Probieren die Filtereinstellung SRMP (Slow Roll-off, Minimum Phase) am besten meinen klanglichen Vorstellungen. Beim „Intermezzo from Goyescas“ von Enrique Granados mit dem New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Rafael Frübeck des Burgos (Decca Legacy Volume One - FIM UHD) besticht der Manhattan II im Vergleich zu dem kürzlich getesteten Brooklyn DAC+ aus gleichem Hause mit einem nochmals größeren, vor allem aber besser ausdifferenzierten Raum und mit volleren Klangfarben. Sie wissen inzwischen, dass gerade letzteres eine mir persönlich besonders wichtige Eigenschaft ist. Und genau hier liegt für mich der große Unterschied. Der Manhattan II fasziniert mich dermaßen, dass ich darüber meinen Testauftrag erst einmal nach hinten schiebe, bevor ich auf den Netzwerk-Betrieb umstelle.

Das Netzwerk-Modul im Detail
Das Netzwerk-Modul im Detail

Nachdem ich den Manhattan II mit dem Aqvox Switch verbunden habe, wird dieser problemlos in meinem Netzwerk erkannt und es kann losgehen. Als Controller App verwende ich zunächst, wie von Mytek empfohlen, ‘mconnectControl HD’ auf meinem iPad. Einen Vorteil der Netzwerkkarte gegenüber USB kann ich in klanglicher Hinsicht aber nicht so richtig erkennen. Im Gegenteil: Ich bevorzuge in meiner Konstellation die USB-Verbindung. Beim „Intermezzo from Goyescas“ klingt es in der Netzwerk-Variante weniger räumlich und insbesondere nicht so transparent, wodurch gerade die Bläser wieder deutlich diffuser im Raum stehen. Schleife ich dann noch in den USB-Signalweg meine beiden kaskadierten Re-Clocker MC-3+ von Mutec ein, dann profitiert der Manhattan II so deutlich von der Aufbereitung des Signals im Zeitbereich und der galvanischen Trennung, dass sich die beschriebenen Effekte nochmals verstärken.


Nun bin ich auf das Zusammenspiel mit Roon besonders gespannt. Bei Roon ist die strikte Trennung der drei Bestandteile Core, Control App und Output (Endpoint) Grundlage des Systems. Dieses Konzept hat den Vorteil, dass die grafikintensive Control App mit der Bedienungsoberfläche auf einem separaten Gerät läuft und der zentrale Roon Computer von den aufwendigen Grafikoperationen entlastet wird. Der auf einem weiteren Gerät installierte Endpoint wiederum kann sich ausschließlich auf die Audio-Wiedergabe konzentrieren und wird weder von den Grafikoperationen der Control App noch den Verwaltungsaufgaben des Roon Core beeinträchtigt. Der Transport der Audio-Daten erfolgt über das Roon eigene Netzwerkprotokoll RAAT (Roon Advanced Audio Transport), das Rückrat des Roon-Systems.

Das Phono-Modul im Detail. Alle Schaltvorgänge erfolgen über die direkt auf der Platine montierten Relais
Das Phono-Modul im Detail. Alle Schaltvorgänge erfolgen über die direkt auf der Platine montierten Relais

Vor diesem Hintergrund sieht mein Roon Set-up wie folgt aus: Auf dem Laptop ist das Software-Paket Roon Server mit dem Roon Core installiert, der über das Netzwerk auf meine Musiksammlung auf dem getrennten Server zugreift. Diese Konzeption war ursprünglich aus der Not heraus geboren, da auf meinem Musikserver mit dem schon älteren Betriebssystem Windows Home Server Roon nicht installiert werden kann, hat sich dann aber zu meiner Überraschung sehr gut bewährt. Mit anderen Programmen, wie beispielsweise JRiver, hatte ich immer den Eindruck, dass es klanglich besser ist, die Verwaltungssoftware auf dem gleichen Gerät zu installieren, auf dem auch die Musikdaten liegen und gerade nicht über das Netzwerk darauf zuzugreifen. Die Control App Roon Remote zur Steuerung der Musikwiedergabe läuft auf meinem MacBook Pro 13“ und zusätzlich auf meinem iPhone 6, die beide über WLAN mit meinem Netzwerk verbunden sind. Die Netzwerkkarte des Manhattan II fungiert in dieser Konstellation als Roon Endpoint.

Jetzt zeigt sich wieder, wie kompliziert das Thema Netzwerk ist. Mit Roon klingt es deutlich anders – die gerade noch festgestellten klanglichen Einschränkungen sind verschwunden. Im „Intermezzo from Goyescas“ werden die Streichereinsätze zu Beginn und in der Mitte wieder mit der bekannten Strahlkraft gezeichnet und die Bläser erklingen hinsichtlich ihrer Größe und Platzierung im Orchester wesentlich klarer umrissen. Bei „Galicia Flamenco“ mit Gino D‘ Auri (Flamenco Passion FIM XRCD) gewinnen die Instrumente ihre Substanz zurück und bei „El Baile De Luis Alonso“ von Giminez mit dem National Orchestra of Spain unter der Leitung von Rafael Frühbeck de Burgos (Music of Spain - Rafael Frühbeck De Burgos Conducts the National Orchestra of Spain – HDTT 24/192) sind die vielen Details der farbenfrohen Orchestrierung besser hörbar. Sie werden jetzt sicherlich die überaus berechtigte Frage stellen, wie es sein kann, dass der Manhattan II über Roon besser klingt. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren, ich denke aber, dass das Netzwerk-Protokoll RAAT an diesem Ergebnis einen nicht unerheblichen Anteil hat und gut mit dem Netzwerk-Modul harmoniert. Kein Zweifel – Manhattan II mit Netzwerkkarte und Roon sind eine gelungene Kombination.


Doch nun zum analogen Teil des Manhattan II. Das gewohnte Einstellungs-Menü des Manhattan II wird bei Bestückung mit der Phono-Karte um einige Einstellungsmöglichkeiten erweitert. Wählen wir den Eingang ANLG2 aus, wird dessen Name in PHONO geändert und wir können jetzt zwischen LINE IN, PHONO MM und PHONO MC auswählen. Entscheiden wir uns für PHONO MC, haben wir zusätzlich die Möglichkeit, zwischen einer Verstärkung der winzigen Signale unseres Tonabnehmers per Übertrager oder Halbleiterschaltung zu wählen. In beiden Fällen stehen uns als Eingangsimpedanz ein Kiloohm, 500 Ohm und 100 Ohm zur Verfügung; damit müsste man in den meisten Fällen zurechtkommen. Einzig eine Anpassung des Verstärkungsfaktors direkt im Phono-Teil hätte ich mir noch gewünscht.

Das Phono-Modul ist mit Distanzbolzen direkt über dem Analog-Teil der Hauptplatine montiert. Auf der Unterseite der Platine sind die MC-Übertrager zu erkennen
Das Phono-Modul ist mit Distanzbolzen direkt über dem Analog-Teil der Hauptplatine montiert. Auf der Unterseite der Platine sind die MC-Übertrager zu erkennen

Ich gebe gerne zu, ich war ziemlich skeptisch, was den Einbau eines Phonoverstärkers in einen DAC und der möglichen Einstreuung von Störgeräuschen aus dem Digital-Teil in die hochempfindliche Verstärkerstufe betrifft. Hat man doch schon bei vielen, auch sehr hochwertigen externen Phono-Stufen mit Brumm und Einstrahlungen, wie „Radio Eriwan“, zu kämpfen. Bei Mytek ist man sich dieser Problematik sehr wohl bewusst. Wenn die Netzwerk- und die Phono-Karte gleichzeitig installiert sind, wird im Phono-Betrieb die Netzwerkkarte abgeschaltet, um Verunreinigungen des zarten Phonosignals durch das Netzwerkmodul von Haus aus zu vermeiden. Wird von Phono- wieder auf Netzwerk-Betrieb umgeschaltet, dauert es deshalb einen kleinen Moment, bis die Netzwerkkarte wieder hochgefahren ist. Mich interessieren jetzt natürlich brennend die klanglichen Qualitäten des Phono-Moduls. Zunächst einmal kann ich, was mögliche Störgeräusche angeht, Entwarnung geben. Auch bei voll aufgezogenem Lautstärkeregler ist aus den Lautsprechern außer leichtem Rauschen nichts zu hören; keinerlei Brummen oder Einstreuungen im Hochtonbereich sind festzustellen. Damit bin ich beruhigt und einem ausführlichen Hörtest steht nichts im Wege.

Ein vom mir gern gehörtes Album ist Preludios e Intermedios (ALHAMBRA - ALTO (AA006), 1997) mit seiner schönen Sammlung verschiedener Vor- und Zwischenspiele aus den Federn bekannter und weniger bekannter, spanischer Komponisten. Die Räumlichkeit dieser Aufnahme ist superb. Und genau an dieser Stelle kann der Manhattan II auch über das Phono-Modul bestechen. Die Staffelung des großen Orchesters ist in ihrer Tiefe und Breite beeindruckend und der Klang löst sich wunderbar von den Lautsprechern. Hinzu kommt auch hier die anspringende dynamische Wiedergabe, die fast schon ein Markenzeichen der Geräte von Mytek ist und die dem Charakter der Stücke perfekt entgegenkommt. Beide Eigenschaften zusammen verhelfen dem Manhattan II zu einem ganz eigenen Klangabdruck. Dabei macht der Manhattan II kleinste Details hörbar, ohne analytisch oder gar hart zu klingen. Der Wechsel von der Verstärkung per Halbleiterschaltung auf Übertrager bringt bei dieser Aufnahme noch etwas rundere Klangfarben und wirkt in meiner Anlage sogar insgesamt stimmiger. Damit wir uns aber richtig verstehen: warmer, röhrenähnlicher Sound ist nicht die Sache des Manhattan II. Im Violinkonzert Nr. 3 von Wolfgang Amadeus Mozart besitzt die Solovioline von Iona Brown (Wolfgang Amadeus Mozart: Violinkonzert Nr. 3 & 4:, Iona Brown – Decca 6.42407) dafür Strahlkraft, Geschmeidigkeit und Intensität zugleich. Mit so manch anderer Phonostufe wird diese Aufnahme zur Qual.


Bei installiertem Phono-Modul wird der Analog-Eingang 2 zum Phono-Eingang. Rechts die Buchsen-Kombination für Ethernet und zur Aufnahme eines USB-Sticks
Bei installiertem Phono-Modul wird der Analog-Eingang 2 zum Phono-Eingang. Rechts die Buchsen-Kombination für Ethernet und zur Aufnahme eines USB-Sticks

Auf dem Plattenteller dreht sich jetzt „High Voltage“ mit dem Count Basie Orchestra in der von Edel aufwendig remasterten und in der audiophilen Reissue-Edition AAA wiederveröffentlichten Fassung (Edel Triple A Series / MPS / 0211545MSW). Die Basie-Band spielt wie immer brillant und bei den Bläsereinsätzen zeigt der Manhattan II, was er in Sachen Dynamik drauf hat. Und deshalb gleich noch ein Reissue aus der Triple-A-Serie von Edel: Dizzy Gillespie „Reunion Big Band 20th an 30th Anniversary“ (Edel Triple A Series / MPS / 0211546MSW). Diese Platte bietet mitreißenden Big Band-Swing in perfekter Aufnahmequalität. Mit dem Manhattan II stört keine zu spitze Trompete und die räumliche Staffelung der Musiker ist einfach Klasse. Da muss sich das Phono-Modul auch vor weit teureren, separaten Phono-Stufen nicht verstecken.

STATEMENT

Mit den Erweiterungsmodulen für Netzwerk und Phono wird der Manhattan II zu einer kompletten digitalen und analogen Schaltzentrale. Das Schöne daran ist: ganz gleich, ob digital oder analog, der Manhattan II besticht in jeder Konstellation seinem ganz eigenen Klangcharakter bestehend aus mitreißender Dynamik und stupender Räumlichkeit.
Gehört mit
Computer Intel Core i5 2,5 GHz, 6 GB RAM, Windows 10 mit AudiophileOptimizer 2.0, G-Technology 4 TB G| USB-C Laufwerk mit HDPLEX 200W Linear-Netzteil, Intel Atom 1,6 GHz, 2 GB RAM, Windows Home Server
Software MinimServer, JPlay 6.2, Roon
Reclocker 2 x Mutec MC 3+ USB kaskadiert
D/A-Wandler Mytek Brooklyn DAC+, PS Audio DirectStream DAC
Plattenspieler Platine Verdier
Tonarm Souther TRIBEAM
Tonabnehmer Clearaudio Veritas
Vorstufe Omtec Anturion
Endstufe Omtec CA 25
Lautsprecher Outsider Jota mit Velodyne Subwoofer Management System SMS-1
Kabel Van den Hul, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable
Herstellerangaben
Mytek Manhattan II – Netzwerk- und Phono-Modul
Netzwerk-Modul  
Digital-Eingänge UTP RJ45 10/100Mbps socket (“verkabelte” Netzwerkverbindung), PCM bis 24 bit/192 kHz, DSD 64 (native und DoP) und MQA
Netzwerk-Protokolle Roon [User Interface: Roon Server], DLNA/UpnP [User Inteface: Mconnect Control & Player App oder jede andere UpnP-Controller App]
Streaming-Dienste TIDAL [User Interface: Mconnect Control & Player App], Qobuz [User Interface: Mconnect Player App], Deezer [User Interface: Mconnect Control App]
Preis 995,00 Euro

Phono-Modul
 
MM Eingangsimpedanz 47 kOhm; Verstärkung 49,1dB (f = 1kHz, RIAA)
MC Solid State Eingangsimpedanz 1 kOhm, 500 Ohm, 100 Ohm; 68,2dB (f = 1kHz, RIAA)
MC mit Übertrager Eingangsimpedanz 1 kOhm, 500 Ohm, 100 Ohm; 68,2dB (f = 1kHz, RIAA)
Preis 1.495,00 Euro

Hersteller
Mytek Digital
Anschrift 148 India Street 1FL
Brooklyn, NY 11222
USA
Telefon +1 347 384 2687
E-Mail highend@mytekdigital.com
Web www.mytekdigital.com

Vertrieb
HEM Electronics Marcin Hamerla
Anschrift Aleje Jerozolimskie 475
05-800 Pruszków
Poland
Telefon +48 22 823 7238
E-Mail europe@mytekdigital.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/18-01-02_mytek
Freitag, 29 Dezember 2017 00:32

Sonoma Acoustics Model One

Das erste Produkt der US-amerikanischen/britischen Firma Sonoma-Acoustics mit Sitz in Boulder (Colorado) und Henley-in-Arden (England) ist das neuartige elektrostatische Kopfhörersystem M1, bestehend aus einem Kopfhörer mit HPEL-Wandlertechnologie und einer Energizer & DAC-Einheit für den Anschluss digitaler und analoger Quellen.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-12-29_sonama_Sonoma-1.jpg

Das M1-System wurde für die heutigen High-Resolution Audio-Formate entwickelt. Jedes Detail des Systems wurde so konzipiert, dass es ein neues Niveau an Leistung und Klangqualität bietet. Der Kopfhörer basiert auf dem neuartigen, von Warwick Audio Technologies LTD entwickelten, hochpräzisen elektrostatischen Schichtwandler HPEL (High Precision Electrostatic Laminate). Dieses patentierte System besteht aus vielen kleinen Zellen, die parallel betrieben werden und die Töne, ohne dass sie ein Statoren-Gitter durchlaufen, direkt an das Ohr weitergeben. Das leichte Material sorgt für einen bis zu 60 Kilohertz erweiterten linearen Frequenzgang und bietet eine bis dato unerreichte Leistung bei der Transientenwiedergabe sowie eine sehr hohe Serienkonstanz und Paargleichheit zwischen den Schallwandlern (< ±0,8 Dezibel Differenz). Weitere Merkmale des Kopfhörers sind das Magnesiumgehäuse, die handgefertigten Ohrpolster und das Kopfband aus Cabretta-Schafsfell sowie eine flexible Konstruktion des Kopfbügels aus Nylon12. In Summe ergibt dies ein Gewicht von nur 303 Gramm (ohne Kabel), was lange unbeschwerte Hörsessions ermöglicht.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-12-29_sonama_Sonoma-2.jpg

Die Energizer & DAC-Einheit wurde zusammen mit dem Kopfhörer entwickelt. Es kommt ein Hochspannungverstärker in Form eines leistungsstarken, diskreten single-ended FET Class-A-Verstärker mit sehr geringer Verzerrung und großer Bandbreite zum Einsatz, der optimal auf den HPEL abgestimmt ist. Der Verstärker wurde so konzipiert und optimiert, dass er die inhärente kapazitive Last eines elektrostatischen Wandlers kompensiert, und die Class-A Endstufe wird mit einem hohen Vorspannungspegel zugunsten einer exzellenten Anstiegsgeschwindigkeit betrieben.

Der Verstärker stellt folgende Eingänge zur Verfügung:

  • USB 2.0 (digital - akzeptiert alle Hi-Res Audio-Formate bis zu 32-bit/384 kHz PCM und DSD über DoP (DSD64/DSD128))
  • koaxial S/PDIF (digital - akzeptiert alle PCM-Formate bis zu 24-bit/192 kHz)
  • High-Level-Cinch-Buchsen (analog - akzeptiert maximales Signal von 2,1 V (eff))
  • Low-Pegel 3,5 mm Stereo Klinke (analog - akzeptiert maximales Signal von 850 mV (eff))

Alle Signale werden digital mit einer benutzerdefinierten 64-Bit-Festpunktarithmetik mit doppelter Präzision und hoher Performance in einem Custom Multicore-XMOS-Prozessor verarbeitet. Der integrierte DSP optimiert sowohl Amplituden als auch das Phasenverhalten und berücksichtigt zusätzlich die besondere Kennlinie des HPEL Schallwandlers. Für die Digital- zu Analog-Wandlung werden zwei ESS Sabre Reference Stereo-DAC-Chips in einem speziellen Monomodus verwendet, um einen gemessenen Signal-Rausch-Abstand von 129 dB (SNR) zu liefern.
Weitere Merkmale sind der Einsatz eines AKM 32‑bit/384 kHz Premium ADC und Crystek Ultra-Low Phase-Noise Oscillators sowie eines externen Low-Noise Netzteils zur Stromversorgung der Elektronik im geschirmten, CNC-gefrästen Aluminiumgehäuse.

Das Sonoma Acoustics M1 System ist ab sofort erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt 5.695 Euro.

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/17-12-29_sonama
Donnerstag, 28 Dezember 2017 19:01

Blue Amp Model 42 MK III

geschrieben von

It wouldn’t be very much surprising if you, albeit being a proven aficionado of analogue playback techniques, haven’t yet come across a company named Blue Amp – although they have been offering very well-reputed phono preamps for about 20 years now. On the one hand, this fine piece of electronics is a rare product of luxury, on the other hand, Blue Amp does without any kind of marketing.

Blue Amp mirrors Rolf Becker’s passion for music and its ways of analogue playback. As a certified radio and TV technician, besides being an engineer for bio-medical technology as well, he, of course, designs his phono amps all by himself, and he doesn’t outsource the manufacturing for reasons of quality either. The enclosures obviously are purchased from third parties, but Rolf Becker equips and solders the circuit boards himself by hand. Such a close proximity to one’s own product is extremely rare to find in times normally tied to high volumes and sales figures, especially because the highly professional manufacturing of the Blue Amps is effected in addition to a demanding full-time job in a different field, and thus practically files under leasure enjoyment. Anyone who has ever spoken to Rolf Becker about his products or even about analogue music reproduction is going to be – like me – firmly convinced, that engaging himself in these matters really is a matter of heart to him. However, notwithstanding the fun side of things there are a few issues that Rolf Becker is not even willing to discuss: his phono preamps are exclusively designed to work with moving-coil cartridges and feature balanced inputs only. This philosophy already applies to the Model Blue MK II, the entry-level model priced at 2.400 euros. The Model Surzur, which on the website is recommended as the intermediate model, builds the bridge to Blue Amp’s best-choice model which has been available since the beginning of the year in the MKIII version, also equipped with balanced connections on the output section.

The simple, elegant exterior of Model 42 does not carve out all the efforts it has been built with
The simple, elegant exterior of Model 42 does not carve out all the efforts it has been built with

Let us briefly recall the symmetry aspect: When we first met, Rolf Becker not only brought along a 42 – at time an MK II version – but also a single moving coil cartridge and a complete Thorens turntable escorted by lots of long cables, which he used to vividly and convincingly demonstrate to me the advantages of a balanced signal processing. And with his little, educationally valuable spectacle, he really would have made me convinced of the immense advantages of the balanced amplification of sensitive signals - if I hadn’t been it for decades! Hum problems, radio interferences in the audio system and short clicks when operating power switches of, for example, lamps near the turntable are things of the past within my audio system, since I chose the balanced version of Einstein's The Turntable's Choice to take over the amplification. Moreover, an MC cartridge is one of the few genuine balanced source components. However, in contrast to an un-balanced circuitry, a balanced one requires double the number of components and a considerably higher grade of selection – for only when both circuit branches are largely identical, an effective common-mode rejection and thus electrical noise suppression can be achieved. Opposed to this, of course, there are the aforementioned sonic advantages. To be honest, Rolf Becker’s commitment to balanced signal processing charged an open door with me.

All settings are subtly displayed on the front panel. This allows the Blue Amp to be operated safely and comfortably even without looking at the labeling of the switches
All settings are subtly displayed on the front panel. This allows the Blue Amp to be operated safely and comfortably even without looking at the labeling of the switches

His proposal, to delay the test of the 42 until one of the first models of the updated MK III series would be available, I also immediately agreed to. In the autumn of last year, I spent a few days in Alsace and at the neighbouring Kaiserstuhl, and took the opportunity for a stop-over at Rolf Becker: the small workshop turned out to be a real manufactory. The production of larger series would not be possible here, but that is not intended either. However, what is really remarkable is his fleet of measuring instruments. Rolf Becker is one of the designers who both listen and measure: the workshop and the listening room are only separated by a door. And after listening to only one or two songs, it becomes clear that the lover of panel speakers, despite putting a different emphasis on particular hifi criteria than me, made his audio chain deliver a very transparent sound, capable of meticulously showing even very small changes in the system. In addition, I could also give a brief listen to the prototype of an interesting new development, of which I am only allowed to say that it doesn’t belong to the world of phono pre-amplifiers.


Are you familiar with The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, the first of five parts of Douglas Adams’ four-volume trilogy? In this amusing science-fiction parody, the computer "Deep Thought" calculated the number 42 as result to the question for “Life, the Universe and Everything". Does Rolf Becker therefore consider his phono preamp as the answer to the question for the best way to amplify phono signals, to obtain the maximum level of euphony, and everything else? If yes, then happily with a twinkle in his eye, as the chosen product name reveals: Douglas Adams made the computer do its calculation so mushrooming long that no one could remember the exact wording of the question to the answer 42...

When we talk about symmetry, then clearly without letting the eyes twinkle around. In the end that leads to the fact, that all Blue Amp models have to get along without a ground terminal. Well, the static charging of records and turntables can also be carried off via a respective terminal at the preamplifier, if available. Upon request, Rolf Becker also manufactures his own cables to connect tonearm and phono preamp – by avoiding any shielding, which in his opinion would lead to an increase of the capacitance in the signal conductors and thus to an albeit slight impairment of the cartridge’s already vulnerable output signal. In order to go through my own experience – and perhaps to show that even without all the usual noble cabling my audio chain is capable of playing very good music – he supplied a self-made cable with his 42, though equipped with a five-pole SME respectively DIN connector. But both my Thales Simplicity II and my Acoustical Systems Aquilar, that I already had set up for a review, have got an end-to-end wiring. And the Black Beauty on the Kronos Pro provides its signals via RCA plugs. So, there is no choice rather than pointing this out as an alternative to the extremely high-priced cables offered by the respective manufacturers, and perhaps writing a little supplement later on, in case when the SME V takes operation over again, the 42 will still be with me.

Balanced inputs are also available with the smallest Blue Amp phono stage. However, the model 42 uses balanced outputs as well
Balanced inputs are also available with the smallest Blue Amp phono stage. However, the model 42 uses balanced outputs as well

As animated discussions with Rolf Becker can get – and not just about music and hi-fi – as reserved he comports himself when it comes to reveal constructive details of his amplifiers. It is not even a matter of priority that he wants to protect his know-how against imitators. Upon my first query I got the slangy response: "The amplifiers should not be judged by their technology, they should allow you listening to nice La-La." Translated into marketing compatible words, this reads as follows: "My amplifiers should not catch attention for their own sake, but solely and exclusively offer musical enjoyment.” In the end it was my Westphalian insistence, to avoid the term “stubbornness” here, that made me succeed in obtaining a ten-year old product information, in which Rolf Becker attested his 42 a high channel separation through the implementation of a double mono concept, and revealed that four reference voltage sources provide highest temperature stability, while the auxiliary functions are fed by an independent power supply, the relay contacts run a self-cleaning sequence each time the power is switched on, the outputs feature a time delay after switch-on and the input section of the amplifier is protected against static charge.

In the case of the capacity-compensated output stage, the designer becomes quite a bit more talkative. With his measuring station, he is able to demonstrate that a square-wave signal remains a perfect square-wave signal, if capacitors are connected in parallel up to a capacity of 40 nanofarads. And that means that even a high-capacitance cable connected to the output doesn’t have a negative effect either on the signal behaviour or the sound. His amplifiers therefore don’t need any special cables to show their advantages.


The power supply board of Model 42 with mains filter and two encapsulated power transformers
The power supply board of Model 42 with mains filter and two encapsulated power transformers

Rolf Becker attaches great importance to the channel balance of the input impedances. It is, as he points out, irrelevant whether the absolute value is exactly 500 or 504 ohms. Instead, it’s more important for him that the values ​​of the two channels differ a maximum in the parts-per-thousand range. To achieve this, he selects even the highly praised Vishay resistors meticulously using a very high-quality Hewlett-Packard measuring bridge. This requires, according to the designer, a lot of time, good nerves and a few grading boxes with many compartments. But also in regards of the further processing of the selected components, a manually assembled Blue Amp clearly differs from a mass fabricated product. On the one hand, instead of SMD components wired ones are used, as these are exposed to a significantly less thermal stress during soldering. On the other hand, Rolf Becker bends the connecting wires of the components manually on a bending gauge. The thereof resulting larger radius reduces the mechanical load on the wires at the contact caps of the component body. This necessarily doesn’t lead to better sound, but significantly increases the life expectancy of the Blue Amp phono stages. Now one starts realizing where the price of a Model 42 comes from.

When I exchanged Einstein’s The Turntable’s Choice against the brand-new Blue Amp in my system, I was satisfied with the results, but by no means euphoric: it performed at least on the same level as the Einstein, which by the way is about to be replaced by a newer model later this year, but did not show any noticeable improvements. Of course, the 42 remained active to accumulate hours of operation, as it also did when I first approached the monumental Kronos Pro turntable with its two counter-rotating platters. And day-by-day it increasingly impressed me with its enormously open, extremely dynamic and generous spatial performance. But, unnoticeably, I had almost forgotten which part the Blue Amp had been playing within this ultimate sonic enjoyment. I only got aware of it when I switched back to LaGrange, Thales Simplicity II and Einstein's The Pickup, realizing that the gradually burning-in Model 42 had significantly been enriching my analogue pleasures of the past weeks.

The power supply circuit board is separated by a thick aluminum plate from the two boards for signal processing and those carrying the controller section
The power supply circuit board is separated by a thick aluminum plate from the two boards for signal processing and those carrying the controller section

Therefore, the 42 well asserted its place in my system by the time when Dietrich Brakemeier mounted the Acoustical Systems Aquilar on the more distant of the LaGrange’s two tonearm bases. Then, on two consecutive evenings, my wife and I listened to LaGrange, Aquilla and Lyra Etna while playing some familiar records such as Eddie Gomez and Jeremy Steig's Music For Flute & Double Bass or Egberto Gismonti's Sanfona. My wife particularly got impressed with the resolution skills of this combination: some of the musical details she never had heard in this clarity before. As far as I’m concerned, I was especially fascinated by the stirring dynamics of this trio, which, despite peak performing in the aforementioned disciplines, played immensely coherent and like a unified whole. A more detailed analysis of the 42’s tremendous abilities however, can only be conducted by a more systematic approach, enriched with one or the other comparison. Up to this point two or more unknown factors had been in the game, and I also had missed to optimize the playback quality by matching the impedances: The above mentioned set-ups allowed to discover so much new even with well-known records, that I – at least within the framework of a relaxed listening – lost the tought about further improvements.


The signal processing circuit board – here to be seen the one of the left channel - is equipped with components of highest quality from i.e. Vishay and Mundorf
The signal processing circuit board – here to be seen the one of the left channel - is equipped with components of highest quality from i.e. Vishay and Mundorf

Well, I admit that after its set-up, I would have wanted the Aquilar with a little more pressure in the lower frequency range, but this could have also resulted from the fact that the Etna hadn’t been able to collect more than a few hours of operation so far. But that’s not the real reason. However, a little more impact in the lows is only the click of a switch away: with 100 instead of 500 ohms of load the Etna acts a good deal more sonorous, tonally more colourful and also more voluminous. Awesome! Actually, I could have come earlier to that conclusion, as with Einstein's The Turntable's Choice the Lyras feel most comfortable loaded at 85 ohms. The Einstein rounds up and fills the upper mids sightly more than the 42, plays dynamically with a lot more pressure, but lacks a bit of fine detail and lets the musicians play on a minimally smaller stage – all that without taking away the irresistible drive from Jack DeJohnette's Special Edition’s title track on Tin Can Alley. Emotionally both phono preamps are one hundred percent convincing, but if you take mere hi-fi criteria as a reference, then the Blue Amp takes the lead: It combines the musical enthusiasm so characteristic for this piece of music with a touch more fine detail and airiness. In the case of "Maracatu" from Egberto Gismonti’s Sanfona, it’s rather a question of definition: on this track the 42 brightly shines with its enormous resolution abilities and the openly breathing spatial imaging. That's why I again tried the 500 ohms loading, which offers a shade better performance regarding the aforementioned criteria, but also entails a slightly cooler sound. For me 500 ohms seem to be the ideal choice for the Etna. Einstein's The Pickup, which was developed in cooperation with Ortofon, also works splendidly well with the 42: this combo captivates you with its filigree style of playing and its broad spatial imaging. Even more of that you get at 845 ohms, where The Pickup in fact loses a bit of pressure in the lows as well, but that it can handle with more ease than, for example, the Etna, since Einstein's cartridges offer a more powerful low/mid frequency band and richer tonal colours. At this point it has become really difficult to opt for one of these two load impedances.

Wondering how Rolf Becker came across 845 ohms? It is exactly 845 ohms that Jan Allaerts demands for his cartridges. For a long time I was thrilled by his MC 2 Finish, but then I was increasingly disturbed by its extremely low output voltage, which certainly doesn’t correspond to the value listed in the respective product information, and which also drives most phono amps to the limits of their performance. But before I swap one of the carefully adjusted cartridges for the MC 2 Finish, and then reassemble everything back again, I prefer to luxuriate in the widths of the sonic stage where the London Symphony Orchestra, conducted by Jean Martinon, performs Schostakowitsch's The Golden Age (Reissue of LSC 2322): it is simply magnificient, how wide and deep the spatial image is, that Etna, Aquilar and Blue Amp are able to draw into the listening room. What an abundance of detail, what a lack of coolness or harshness – but, this really can be enjoyed only under very exceptional circumstances. Virtually unique!

The naked Vishay Z-Foil resistors rank among the best the component market has to offer. For Model 42 they are selected by hand
The naked Vishay Z-Foil resistors rank among the best the component market has to offer. For Model 42 they are selected by hand

STATEMENT

We should be glad that they are still around: components that are conceived and built by a single person, or, more precisely, a person of conviction, who entirely identifies himself with his product. Even more impressive is, that this first-class product has been designed for longevity and excels through best craftmanship. But the most impressive thing is: how much emotion paired with finest detail – even involving the recording room - the Model 42 is able to elaborate out of vulnerable phono signals. Luxury has its price.
Listened with
Turntable Brinkmann LaGrange with tube power supply, Kronos Pro
Tonearms Thales Simplicity II, Acoustical Systems Aquilar, Kronos Black Beauty
Cartridges Lyra Etna, Einstein The Pickup
Phono preamp Einstein The Turntable‘s Choice (balanced)
Preamp Einstein The Preamp
Power amp Ayon Epsilon with KT150 tubes
Loudspeakers LumenWhite DiamondLight Monitors
Cables HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S, Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Wild, Swiss Cables Reference Plus
Accessories PS Power Plant, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS wall sockets, Acapella bases, Acoustic System feet and resonators, Artesania Audio Esoteryc, Harmonix Real Focus, b-fly bases and feet
Manufacturer's Specifications (additions implemented by the author)
Blue Amp Model 42 MKIII
Input 1 x balanced (XLR)
Output 1 x balanced (XLR)
Output impedance 20 ohms (cable capacitance compensated)
Gain 58, 64 or 70dB
Input impedance 100, 500 or 845 ohms
Special features Mono switch, phase reversal switch, mains phase detecting indicator light
Dimensions (W/H/D) 155/120/320mm
Weight 5kg
Price 13600 Euros
Manufacturer
BLUE AMP
Address Vogesenstraße 6
79276 Reute
GERMANY
Phone +49 7641 9543296
Fax +49 7641 9543297
Email mail@blueamp.de
Web www.blueamp.de

Weitere Informationen

  • Flags
    Deutsch English|
  • Imagefolder tests/16-02-29_blueamp
Mittwoch, 27 Dezember 2017 01:01

NAD C 338 und Dynaudio Emit M 10

geschrieben von

Eine neue Generation von Verstärkern bei NAD und die aktuelle Einstiegsreihe bei Lautsprechern von Dynaudio legten es nahe, sich mal mit den jeweils kleinsten Modellen in Kombination zu beschäftigen.

Als ich vor inzwischen drei Jahren schon mal eine Kombination aus NAD-Verstärker + CD-Player und Dynaudio-Lautsprechern im Test hatte, war das eine ganz klassische Kombination im Einsteigersegment. Aus der Idee heraus zu sehen, was sich in der Zwischenzeit getan hat, landete bei mir mit dem NAD C 338 diesmal der kleinste Vertreter einer modernen Generation Online-Streamer/Verstärker und – als klassische Vertreter ihrer Zunft – ein Pärchen Dynaudio Emit M 10 Lautsprecher, die den Einstieg beim dänischen Lautsprecherhersteller markieren, der übrigens gerade sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert hat.

Obwohl gerade mal drei Jahre her, hat sich einiges getan. Streaming-Media ist in aller Munde, und klassische Quellen werden von vielen Musikliebhabern weniger oder gar nicht mehr genutzt. Als Gegenbewegung kann man das inzwischen dauerhafte Revival der LP als erlebbaren Datenträger ansehen. Dem trägt der NAD C 338 durch seinen MM-Phonoeingang Rechnung, verzichtet dafür aber sogar auf einen USB-Anschluss. Der PC als Medium wird damit ganz ausgeklammert. Zwar hat der Verstärker weiterhin zwei analoge Hochpegel- und jeweils zwei optische und koaxiale Digitaleingänge, doch das wirklich Besondere ist die Vorbereitung für – auf Google© chromecast basierende – Streamingdienste wie Tidal und Spotify. Hier ist gegen eine monatliche Grundgebühr der Zugriff auf ein breites Musikangebot gegeben, inzwischen auch auf nicht datenreduzierte Formate. Wer nicht zahlen will, bekommt immerhin noch Zugriff auf einen der unzähligen Internetradio-Anbieter mit allerdings meistens datenreduzierten Formaten.

Moderner netzwerkfähiger Streamingclient trifft auf klassisches passives Lautsprecherdesign
Moderner netzwerkfähiger Streamingclient trifft auf klassisches passives Lautsprecherdesign

Die Steuerung ist über die beigelegte Fernbedienung, oder – wesentlich komfortabler – über eine App für Android- und Apple-Smartphones möglich. Weckt man den NAD aus dem Standby, sucht er als erstes die Verbindung zum nächsten Netzwerk und signalisiert dies über dauerhaftes Blinken der blauen Betriebsleuchtdiode. Hart vom Netz trennt man den Verstärker über einen kleinen Wippschalter auf der Rückseite. Um die Verbindung zwischen dem C 338 und dem heimischen Netzwerk herzustellen, muss man die Google© Home App installieren und den Schritten der gut verständlichen Bedienungsanleitung folgen. Nicht vergessen, vorher die Netzwerkantennen hinten am Gerät einzustecken, sonst geht gar nichts. Ist die Verbindung etabliert, kann man vom gewählten Musikanbieter direkt aus dem Internet an den NAD streamen. Alternativ kann auch über UPnP von einem lokalen Server aus Musik an den C 338 weitergereicht werden.

Unverzichtbar bei der neuen Gerätegeneration ist die Fernbedienung. Lautstärkeregelung und Quellenwahl mit einem beherzten Dreh am Regler sind heute nicht mehr möglich. Dafür gehören verdreckt krachende Potentiometer und Umschalter der Vergangenheit an. Gut so
Unverzichtbar bei der neuen Gerätegeneration ist die Fernbedienung. Lautstärkeregelung und Quellenwahl mit einem beherzten Dreh am Regler sind heute nicht mehr möglich. Dafür gehören verdreckt krachende Potentiometer und Umschalter der Vergangenheit an. Gut so


Dafür, dass der Verstärker laut NAD in „Hybrid Digitaltechnologie“ ausgeführt ist, ist er ganz schön undigital. Eine analoge Vorstufe sitzt vor dem Class-D-Endstufenmodul von Hypex. Dieses arbeitet mit Pulsweitenmodulation und ist damit eben auch noch ein Analogverstärker. Die Lautstärkeregelung erfolgt über einen Controller, hier muss fleißig gekurbelt werden oder man nimmt die Fernbedienung. Laut wird es erst auf den letzten Metern, dafür dann aber richtig. Egal, immerhin Bluetooth geht digital, es ist ein Wandler mit einer Auflösung bis zu 24 Bit/192 Kilohertz verbaut und eben die angesprochene Vorbereitung für das Streamen. Die Anzeige informiert über die jeweils gewählte Quelle und ob man den Bassboost eingeschaltet hat, der kleinen Lautsprechern im Tieftonbereich auf die Sprünge helfen soll. Wem das nicht reicht, kann über einen Subwoofer-Ausgang eine aktive Bassunterstützung ergänzen. Das ausgegebene Monosignal wird über 200 Hertz getrennt, einen schaltbaren Hochpassfilter für die Lautsprecherausgänge gibt es nicht.

Die digitalen und analogen Anschlüsse des NAD C 338 sind etwas wahllos angeordnet, auch die Bezeichnung nicht ganz stringent. Aber man wechselt ja auch nicht jeden Tag den Zuspieler, und Bluetooth geht ja auch ohne Kabel
Die digitalen und analogen Anschlüsse des NAD C 338 sind etwas wahllos angeordnet, auch die Bezeichnung nicht ganz stringent. Aber man wechselt ja auch nicht jeden Tag den Zuspieler, und Bluetooth geht ja auch ohne Kabel

NAD mach gar keinen Hehl daraus, das angesprochene Endstufenmodul beim holländischen Spezialisten Hypex dazuzukaufen. Dieses soll bei nominell eher niedriger Dauerausgangsleistung von 50 Watt pro Kanal an vier und acht Ohm dank eines sehr leistungsfähigen Netzteils kurzzeitig Spitzen bis zu 200 Watt raushauen können.

Gegen so viel Modernität wirken die Dynaudio irgendwie old school und anachronistisch. Ein kleiner Kasten mit Hoch- und Tiefmitteltöner auf der Vorderseite und Bassreflexrohr hinten. Mit einer Größe von 170 mal 292 mal 240 Millimetern (Breite mal Höhe mal Tiefe) ist die Emit M 10 sehr kompakt geraten, die Bestückung für die Gehäusegröße eher üppig. Ein 28-Millimeter-Gewebekalotten-Hochtöner und ein 15-Zentimeter-MSP (Magnesium-Silikat-Polymer) Tiefmitteltöner teilen sich den Platz auf der Vorderseite.

Trotz unscheinbaren Trafos gibt es dank Class-D ordentlich Dampf. Auffällig die diversen Hochfrequenzdrosseln, um hochfrequente Artefakte zu filtern. Sogar direkt an den Lautsprecherausgängen findet sich eine. Eine kompromisslose Umsetzung
Trotz unscheinbaren Trafos gibt es dank Class-D ordentlich Dampf. Auffällig die diversen Hochfrequenzdrosseln, um hochfrequente Artefakte zu filtern. Sogar direkt an den Lautsprecherausgängen findet sich eine. Eine kompromisslose Umsetzung


Obwohl bei einem Preis von 610 Euro für das Paar natürlich gespart werden musste, erinnern die Emit M 10 an ihre größeren Geschwister aus alten Zeiten. Hier kommt nämlich die für Dynaudio traditionelle Weiche mit einer flachen Trennung zwischen Hoch- und Tieftöner mit einer Flankensteilheit von sechs Dezibel pro Oktave zum Einsatz, geglättet wird über Widerstände. Dass davon diesmal nicht ganz so verschwenderisch viele eingesetzt wurden, bezeugt der für Dynaudioverhältnisse noch ganz manierliche Wirkungsgrad von 86 Dezibel Schalldruck bei 2,83 Volt in einem Meter Abstand.

Die Verarbeitung des in weißer oder schwarzer Seidenmattlackierung erhältlichen Gehäuses ist makellos, im Gegensatz zur letzten Generation der Excite ist hier zumindest der Hochtöner komplett bündig eingelassen. Der Sparzwang zeigt sich dann doch noch bei den billig wirkenden Terminals für den Lautsprecheranschluss. Aber machen wir uns nichts vor, auch mit den fummeligen Drehknöpfchen kriegt man einen genauso guten Kontakt hin wie mit teureren, nur etwas mühsamer. Und wer Bananenstecker benutzt, der wird dies nicht mal bemerken. Schön auch die Abwesenheit von Bi-Wiring-Terminals. Da kommt man nicht auf die Idee, an dieser Stelle Geld für doppelte Kabel zu verbrennen, das an anderer Stelle in der Kette viel nutzbringender unterzubringen wäre.

Tiefmitteltonchassis der Dynaudio konventioneller Bauart, aber mit einer Membran aus Magnesium-Silikat-Polymer und großer Schwingspule
Tiefmitteltonchassis der Dynaudio konventioneller Bauart, aber mit einer Membran aus Magnesium-Silikat-Polymer und großer Schwingspule

Der optional erhältliche Ständer Dynaudio Stand 3X aus Aluminium ist hervorragend verarbeitet, stabil und sieht auch noch schick aus. Er unterstützt die kleinen Dynaudio im Gegensatz zu billigen Holzständern außerordentlich und ist mit einem Preis von 245 Euro nicht teuer und damit ein sehr empfehlenswertes Zubehör.

Die beiden Probanden werden erst einmal unabhängig voneinander gehört und anschließend als Kombination. Zuerst durfte die Dynaudio auf den Ständern Platz nehmen. Mit dem Abstand zur Wand kann man den Füllegrad steuern, mit dem Anwinkeln die Hochtondosis. In meinem Raum standen sie nach einigen Versuchen frei mit nur leichtem Einwinkeln in Richtung Hörplatz. Wobei das Nuancen sind, die im Hochtonbereich ein Indiz dafür sind, dass die Entwickler bei Dynaudio das Abstrahlverhalten gut im Griff haben.


Die 28-Millimeter-Gewebekalotte bringt den Glanz der alten Tage zurück. Zum Ausgleich von Laufzeitunterschieden ist der Hochtöner etwas zurückversetzt zum Tiefmitteltöner montiert
Die 28-Millimeter-Gewebekalotte bringt den Glanz der alten Tage zurück. Zum Ausgleich von Laufzeitunterschieden ist der Hochtöner etwas zurückversetzt zum Tiefmitteltöner montiert

Und so machen die Dynaudio Emit M 10 ihrer Tradition alle Ehre. Fein aufgelöst, klar, offen und plastisch mit realistischer Stimmwiedergabe und überzeugender Raumabbildung verleugnen sie ihre Preisklasse erfolgreich. Im Hoch- und Mitteltonbereich erinnern sie tatsächlich eher an alte Modelle der Contour Reihe aus vergangenen Tagen. Der Bass kann da erwartungsgemäß nicht ganz mithalten. Sauber, durchhörbar und mit viel Ausdruck und auch ohne die oft gern eingesetzte Dickbauchigkeit, um mehr Volumen vorzutäuschen, klingt das ganz wunderbar. Rhythmisch auch auf der Sonnenseite fehlt es halt an schierer Masse und Tiefgang in den unteren Registern. Mich hat das nicht gestört, zumal die Abbildungsgröße nicht darunter leidet und auch große Bühnen glaubhaft vermittelt werden. Auch Fein- – sowieso – und Grobdynamik waren im Rahmen der physikalischen Gegebenheiten auf hohem Niveau. Ok, wer nur Dub Step und Drum `n` Bass hört kommt vielleicht nicht wirklich auf seine Kosten, aber was die Kleinen an Druck und Lautstärke absondern können, ist erstaunlich. Und obwohl die inzwischen nicht mehr erhältlichen Excite X14 hier wesentlich mehr Rabbatz gemacht haben, ziehe ich die feinere und substanziellere Emit vor. Die beigelegten Stopfen für den Bassreflexkanal habe ich allerdings gar nicht erst ausgepackt.

Wie schlägt sich der NAD C 338? Ganz anders. Ich vergesse immer, dass man Wattzahlen, die aus Class-D-Modulen extrahiert werden, nicht eins zu eins mit denen aus herkömmlichen Verstärkern gleichsetzen kann. Komplett kontrolliert schiebt der nominell gar nicht so potente Verstärker an und lässt Bässe pulsen und treiben, dass es eine Freude ist. Den Bassboost kann man getrost ignorieren, den kann man vielleicht gebrauchen, wenn dem angeschlossenen Lautsprecher der Tieftöner ausgebaut worden ist, sonst nicht.

Formschön und stabil ist der optionale Ständer Dynaudio Stand 3X
Formschön und stabil ist der optionale Ständer Dynaudio Stand 3X

Diese Energie ist unerwartet, zumal dabei auch kaum Information untergeht. Wie schon öfter beobachtet bei ähnlich konzipierte Geräten, scheint im Tiefbass etwas zu fehlen. Ich kann mich da auch täuschen, vielleicht ist das alles einfach nur sauberer und eben kontrollierter als gewohnt. Erst bei satten Dynamiksprüngen deutet sich eine Grenze an, diese geht der C 338 – gerade bei hohen Lautstärken – nicht ganz so gern mit. Die Abbildung gerät dem NAD sehr weiträumig und auch in der Tiefe präzise. Allerdings ist er kein Feingeist, der Details fein aufdröselt und strahlen lässt, sondern geht erdverbundener zu Werke, auch in Sachen Feindynamik gehört das letzte Wort nicht ihm. Bei zeitgenössischem, stark komprimierten Material, das heutzutage ja gang und gäbe ist, machte er dagegen eine richtig gute Figur, rang ihm die eine oder andere Feininformation ab und brachte hier auch die richtige Hochtondosis ins Spiel. Im Hinblick auf die aufgeklärte und technikaffine Zielgruppe, die auch gern mal Streams mit 128 Kilobit/Sekunde übers Internetradio hört, ist er mit dieser klanglichen Ausrichtung nur konsequent.


Die Stopfen zum Verschließen der Bassreflexrohre benötigt man nur bei der Aufstellung im Bücherregal, ansonsten profitieren die Emit M 10 eher von wandnaher Aufstellung
Die Stopfen zum Verschließen der Bassreflexrohre benötigt man nur bei der Aufstellung im Bücherregal, ansonsten profitieren die Emit M 10 eher von wandnaher Aufstellung

Die Klangunterschiede zwischen den einzelnen Digitaleingängen sind vernachlässigbar – wobei Bluetooth etwas abfällt – und auch der direkte Vergleich zwischen CD-Player und internem Wandler lässt keine reproduzierbaren Unterschiede erkennen. High-Res-Files konnte ich aufgrund des nicht vorhandenen USB-Eingangs nicht testen, mein PC hat keinen optischen Digitalausgang. Paradoxerweise klang der C 338 über den Phonoeingang offener, klarer mit mehr Gefühl und Akkuratesse als über die restlichen Quellen. Allerdings sollte man einen lauten MM-Tonabnehmer – Goldring aus der G-Serie, Rega-MM-Systeme oder DJ-Abtaster – verwenden, sonst ist wenig Pegelreserve vorhanden.

Was passiert, wenn man die beiden unterschiedlichen Charaktere miteinander kombiniert? Fast nur Gutes. Der NAD füllt die unteren Register der Emit M 10 auf und forciert eine Basswiedergabe, die man den Lautsprechern kaum zutrauen würde. Dies geht zwar nicht endlos laut, aber bis dahin macht das schon Spaß. In der Kombination ist auch plötzlich mehr Glanz in den höheren Lagen da, die räumliche Information des Verstärkers wird sehr realistisch übersetzt. Die Dynaudio domestiziert den NAD in dem Maße, wie er sie anschiebt. Eine gelungene Mischung. Trotzdem driften bei diesen Vergleich die Klangvorstellungen schon weiter auseinander als noch vor ein paar Jahren. Die Emit 10 mit der Rückbesinnung auf alte Tugenden schreit geradezu nach vielfach teurerem Equipment, um wirklich zu zeigen, welche Reserven und Feinheiten in ihr stecken. Der NAD ist moderner als fast alle seine Konkurrenten und lässt die Kluft zwischen klassischen Hifi und Online-Medien kleiner werden. Dazu passt auch, dass er mit modernen Produktionen überzeugender klingt.

STATEMENT

Als jeweils sehr unterschiedlich ausbalancierte und für verschiedene Zielgruppen gedachte Geräte schaffen es NAD C 338 und Dynaudio Emit 10 im Verbund, ihre jeweilige guten Eigenschaften zu ergänzen und Schwächen das anderen auszumerzen. Die Dynaudio entpuppt sich dabei als handfeste Überraschung.
Gehört mit
Analoglaufwerk Technics SL-151/II
Tonarme Roksan Tabriz
Tonabnehmer Audio Technica AT-33 PTG/II
Phonopre ifi iPhono
PC Acer Espire, I3 CPU 1.70 GHz, 8 GB RAM
Interface Audioquest Jitterbug
Software Foobar2000
CD-Laufwerk Denon DCD-1290
Wandler Phonosophie DAC1
Verstärker Creek 5350 SE, Muse 20x
Lautsprecher Spendor A5, Reogers Studio 1/1p
Kopfhörer Beyerdynamik DT880 (250 Ohm)
Kabel TaraLabs, RG142, Vovox, Sommer, Oehlbach, Baumarkt, Funk-Tonstudiotechnik, Supra Cable, Audioquest
Herstellerangaben
NAD C 338
Ausgangsleistung 4 und 8 Ohm >50 Watt, 20Hz bis 20Khz

Dynamische Leistung IHF 150 W/4Ohm, 90 W/8Ohm
Kanaltrennung 1 kHz 85 dB 10 kHz 70 dB
Dämpfungsfaktor > 200
THD 0,01 %
IMD 0,01 %
Standby Lesitungsaufnahme < 0,5 W
Preis 700 Euro
Herstellerangaben
Dynaudio Emit M 10
Empfindlichkeit (2.83 V/1 m) 86 dB
IEC Langzeitbelastbarkeit > 150 W
Impedanz (nominal) 6 Ohm
Frequenzbereich (± 3 dB) 50 Hz – 23 kHz
Gewicht 5,6 Kg
Abmessungen (B x H x T) 170 x 292 x 240 mm
Preis 610 Euro

Vertrieb
NAD bei Dynaudio International GmbH
Anschrift Ohepark 2
21224 Rosengarten
Germany
Telefon +49 4108 41800
Fax +49 4108 418010
Web www.dynaudio.com
Web www.nad.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/17-12-27_nad
Dienstag, 26 Dezember 2017 01:01

Metaxas & Sins GQT

Statt Bildern mit den üblichen Weihnachtsmotiven schickte Kostas Metaxas Hifistatement erste Ansichten seines Portable Recording Device No.1, eines Spulen-Tonbandgerätes mit dem Namen George Quellet Tribute.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-12-26_metaxas_untitled-1389.jpg

Dazu sollte man vielleicht ergänzen, dass George Quellet die legendären Stellavox-Tonbandmaschienen sowie den mobilen Mischer AMI 48 entwickelte, und Kostas Metaxas selbst zahlreiche Aufnahmen mit Stellavox-Recordern gemacht hat. Sein George Quellet Tribute oder kurz GQT soll während der High End im nächsten Mai offiziell vorgestellt werden.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-12-26_metaxas_untitled-1390.jpg

b_850_0_16777215_10_images_content_news_17-12-26_metaxas_untitled-1391.jpg

Hersteller
Metaxas & Sins BV
Anschrift Overschiestraat 184
1062XK Amsterdam
THE NETHERLANDS
Telefon +44 7937 029312
E-Mail metaxas@metaxas.com
Web metaxas.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/17-12-26_metaxas
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen