Wie üblich nehme ich Sie ohne weitere Umschweife mit auf den zweiten Teil meines Messerundgangs. Die zu Beginn des ersten Teils gestellte Frage ist zum Messeende beantwortet worden. Alle Hersteller waren in der Pandemiezeit unglaublich produktiv. Bei so vielen Neuheiten haben wir selbst mit drei Redakteuren das ein oder andere übersehen.

Im Vertriebsraum von WOD treffe ich praktischerweise wie alljährlich auch gleich auf Johnnie Bergmann und seine Plattenspieler. Dieses Jahr hat er den Plattenspieler Galder (20.000 Euro) und den Tonarm Odin (8.300 Euro) in einer 24-Karat-Gold Version dabei, die teurer ist als der in Klammern angegebene Preis für das normale Modell. Des kleineren und neueren Modells Modi (8.750 Euro) mit dem Tonarm Thor (5.600 Euro) wird sich Kollege Wolfgang Kemper bald in einem Test annehmen. Außerdem zeigt Johnnie eine Stainless Steel Edition des Galders, die zusammen mit Elektronik von Ypsilon, Thrax, Weiss und iFi an den neuen Hornlautsprechern Cessaro GAIA I (19.800 Euro inklusive Ständern) spielt. Der Plattenteller ist beim Edelstahl-Modell mit 35 Kilogramm deutlich schwerer als der 12 Kilogramm schwere Aluminiumplattenteller des normalen Galders. Edelstahl ist bei Johnnie gerade ein beliebtes Material, so soll es im Laufe des Jahres auch in größerem Umfang in einer Signature Edition des Galder kommen. Ob dies vorerst nur ein Arbeitstitel ist und in welchem Umfang Edelstahl zum Einsatz kommt, wird sich zeigen. Gold scheint allerdings stärker in Mode zu sein, denn iFi stellt in der Vitrine im Eingang ihren neuen kleinsten Wandler GO bar auch in einer goldenen, auf 1.000 Exemplare limitierten 10th-Anniversary-Edition aus. Die iFi iDefender+ und iSilencer+ sind praktische, preisgünstige und trotzdem unbezahlbare Helfer bei unerwünschten Störungen in der Kette. Daniel Weiss rüstet den DAC501 und DAC502 jetzt mit vier Kanälen aus und hat einige Ideen, wie man die zwei zusätzlichen Kanäle einsetzen kann, ist unter der Firmenmailadresse aber auch offen für diesbezügliche Ideen und Wünsche. Der vierkanalige DAC501 kostet 11.000 Euro, der DAC 502 12.200 Euro. Es werden sowohl beide XLR- und beide RCA-Ausgänge genutzt. Somit sind ältere DAC501 und DAC502 mit einem Zusatzboard und neuer Software updatebar. Auf Cessaro treffe ich gemeinsam mit leuchtender Elektronik von Alieno auch in einem anderen Hörraum. Hier spielt die große Alpha III.

 

Im Vorführraum von 3H steht Lyngdorf im Mittelpunkt. Lyngdorf versteht sich auf möglichst unauffällige Systemlösungen, auch im Mehrkanalbereich, mit dementsprechend wenig tiefen Lautsprechern oder nahezu gänzlich unsichtbaren Einbaulautsprechern. Das im Vorführraum spielenden System besteht aus dem All-In-One Streamingverstärker TDAI-1120 für 2.100 Euro, den Lautsprechern MH-2 für einen Paarpreis von 1.100 Euro, zwei Subwoofern BW-2 für zusammen 2.700 Euro, einem CS-1 Centerlautsprecher für 1.300 Euro und dem Möbelstück Clic furniture 240 für 3.530 Euro. Daraus ergibt sich ein Gesamtpreis von etwa 10.700 Euro. Kauft man die Komplettlösung, spart man über 1.000 Euro. Für besonders große Räume gibt es eine besonders aufwendige und dementsprechend teurere Linienstrahler-Serie. Im Lyngdorf-Raum dominiert skandinavischer Look, weiter hinten im angeschlossenen Raum von Steinway Lyngdorf herrscht eher die edle, gedämpfte Raumatmosphäre einer 5-Sterne-Suite. Die Preise der Produkte werden hier dann erwartungsgemäß nicht mehr angegeben. Im Nebenraum bietet fast jede Marke des 3H-Portfolios ein neues Produkt. The Chord Company präsentiert ihre erste Netzleiste PowerHAUS in einer Studio- (2.300 Euro) und Masters-Ausführung (2.600 Euro). Mit dem N10/2 stellt Melco die zweite Generation ihres Flaggschiff-Servers vor. Der Einstiegspreis für die HDD-Variante beträgt 8.500 Euro. Außerdem finden sich verschiedenste Lautsprecher der Marke Spendor in der Ausstellung. Der kleine A2 wusste mir im Test sehr zu gefallen.

 

Bei dem japanischen Kophörerhersteller final audio design bin ich zur Pressekonferenz geladen. Nach einem Videogruß des in Japan schwer beschäftigten CEOs folgt ein kleiner virtueller Firmenrundgang, der einen Eindruck davon vermittelt, wie intensiv bei final in verschiedensten Bereichen rund um Kopfhörer geforscht wird. Beeindruckt hat mich das Genelec-Lautsprecher-Setup zur Erforschung von immersivem Kopfhörer-Audio und HRTF. Sales- und Marketing-Direktor Satoshi Yamamoto und sein Kollege Khaw Tee Kun enthüllten eine limitierte Special-Edition ihres Topmodells D8000 samt Tragekoffer. Preislich wird diese Version bei 4.300 Euro liegen. Viel interessanter ist für mich die Ankündigung eines neuen Wireless In-Ears aus der ZE-Serie. Bisher habe ich Wireless In-Ears abgelehnt, aber was die beiden Japaner über die Entwicklung des ZE8000 berichtet haben, hat mein Interesse so weit geweckt, dass ich den wahrscheinlich zwischen 250 und 400 Euro kostenden In-Ear für einen Test angefragt habe. Um einige der interessantesten Features zu nennen: Der ZE8000 wird ein DSP-basierter Hörer sein. In der Entwicklung macht es Sinn, sich bei der akustischen Abstimmung auf eine bestimmte Abhörlautstärke festzulegen. Damit der Nutzer maximal von dieser Abstimmung profitiert, gleicht der DSP den Frequenzgang bei leiseren und lauteren Lautstärken als die Entwicklungsreferenzlautstärke so an, dass er möglichst nah an der Referenzabstimmung liegt. Der DSP wird wohl außerdem FIR-Filter für ein individuelles Tuning zur Verfügung stellen. Für die von mir oft bemängelte grobe Lautstärkerasterung von Android- oder Apple-Devices hat final auch eine Lösung gefunden. Es wurde empirisch eine mittlere Hörlautstärke ermittelt und die Lautstärkeschritte werden um diese Lautstärke herum gruppiert, um mehr aus der groben Systemrasterung der Abspielgeräte herauszuholen. Bei der Entwicklung des Noise Cancelling stand die Audioqualität und nicht die maximale Geräuschunterdrückung im Vordergrund. Damit der Hörer trotzdem gut genug isoliert, verfügt er über spezielle Ohstöpsel, die auch den äußeren Bereich des Gehörgangs verschließen sollen. Nutzer, die sich durch die Isolation zu stark von der Außenwelt abgeschnitten fühlen, beispielsweise bei der Teilnahme am Straßenverkehr, können einen Ambient Modus nutzen, bei dem die Umgebungsgeräusche dem Musiksignal beigemischt werden. Im firmeneigenen Kopfhörertestraum könnte Kunden mittels einer Hightech-Messung der individuellen Gehörgangresonanzen ein angepasstes Hörprofil für die ZE8000 erstellt werden. Da dieses Verfahren kompliziert und nicht ganz leicht durchzuführen ist, von hochspezialisiertem und teuren Messequipment mal abgesehen, werden Internationale Kunden bei ihren Händlern nicht in den Genuss dieses Verfahrens kommen. Eventuell lässt sich auf der Grundlage eines beim Händler genommenen 3D-Scans des Innenohrs eine Annäherung berechnen. Das klingt eher nach Zukunftsmusik und etwas sehr ambitioniert, aber nicht weniger spannend und vielversprechend. Der Vortrag ließ deutlich erkennen, dass man bei final große Freude an Forschung und Entwicklung hat und dem Kunden ein persönliches Audio-Erlebniskonzept bieten möchte.


 

Oliver Göbel stellt endlich seinen lang ersehnten 18-Zoll-Subwoofer Divin Sovereign mit DSP vor. Aus 2.500 Watt und rückenschädigenden 145 Kilogramm produziert der Referenz-Subwoofer unglaubliche 10 Hertz und spielt am oberen Frequenzende bis 200 Hertz. Der genaue Frequenzbereich ist abhängig von den DSP-Einstellungen. Neben einem jeweils in Trennfrequenz und Flankensteilheit einstellbaren Tiefpass- und Subsonicfilter, stehen fünf parametrische Korrekturfilter zur Verfügung. Passend zu den ausgestellten Divin Marquis, den „kleinen“ Lautsprechern der Divin-Serie, ist der Subwoofer weiß lackiert und kostet in dieser Konfiguration mit schwarzen Aluminiumteilen 30.700 Euro. Auf Kundenwunsch bietet Göbel jegliche andere farbliche Ausführung. Da jetzt auch die Divin-Serie über einen Subwoofer verfügt, fühlt sie sich für mich abgeschlossen an. Ob sich Oliver jetzt einer neuen Serie zuwenden wird? Wenn es einem an Ideen, technischer Expertise und Erfindergeist nicht mangelt, dann ihm.

 

Michael Mudra weiß in der Vorführung sowohl die Vorzüge von Mudra Stromfiltern als auch die Qualitäten der SPL-Elektronik und der Lautsprecher von Fischer & Fischer hervorzuheben. Die Zweiwegestandlautsprecher SN/SL 270 gibt es jetzt beide wahlweise auch mit AMT-Hochtöner statt Kalotte. In Naturschieferausführung (SN) kostet die AMT-Version je Paar 8.950 Euro, die Kalottenausführung 6.800 Euro. Die geschliffene und lackierte SL 270AMT kostet 10.400 Euro, die normale SL 270 8.300 Euro.

 

Für diese HIGH END wurde mit der Monolith-Serie bei Einstein ein System der Superlative entwickelt. Nicht, dass die üblichen Serien bei Einstein Grund zur Beanstandung bieten würden, aber mit dieser Serie wollte man einen Qualitätsstandard schaffen, der für Einstein nach eigener Aussage nicht mehr zu übertreffen ist. Die Monoendstufen The Silver Bullet OTL erschienen Volker Bohlmeier zumindest vorerst nicht mehr verbesserbar, weshalb sie den Antrieb für die gewaltigen mehrteiligen, teilaktiven Megalith-Lausprecher darstellen. Um das aktiv angetriebene Basschassis miteinzubinden, ist die gesamte Verkabelung von Endstufe und Lautsprecher über eine Weiche samt Aktivelektronik im eigenen Gehäuse realisiert. Mit den Reglern auf der Oberseite der Frequenzweiche können Hochton und Superhochtonpegel je nach Geschmack eingestellt werden. Lautsprecher und Endstufen kommen der 200.000 Euro Marke schon sehr nahe. Der Plattenspieler Aerolith kostet um die 60.000 Euro. Die Spindel ist aufwendig gelagert und praktisch wartungsfrei. Der Motor benötigt 5 Newton, um den 25 Kilogramm schweren Teller in Rotation zu versetzen und einen Moment, bis sich die Drehzahl stabilisiert hat. Dann kann er dank des hochwertigen Lagers die Kraft wieder reduzieren. In die Tonarmaufnahme können Sockel aus Messing, Honduras Palisander oder Grenadill eingelegt werden, was jeweils den Klang beeinflusst. Hier gibt es kein besser oder schlechter, der Geschmack entscheidet. Die Spindel, mit der der VTA an der Tonarmhalterung eingestellt werden kann, wurde der CNC-Frästechnik entliehen und ist dementsprechend genau. Das im Eingangsbereich spielende System erscheint im Gegensatz zur Monolith Serie geradezu normal. Dabei vergisst man, dass auch dieses System bereits auf sehr hohem Niveau spielt.

 

Die Racks von Falkenohr sind mir in einer der Messehallen durch ihre massive Optik aufgefallen. Racks findet man auf der HIGH END zwar in jeder Preisklasse und nahezu jeder Bauweise, etwas ähnlich Mächtiges findet sich jedoch kaum. Bei näherer Betrachtung beeindruckt mich der betriebene Produktionsaufwand. Ein Großteil der Bauteile beispielsweise sind unheimlich präzise gefertigt – CNC sei Dank. Der Konstruktion liegen folgende Annahmen zugrunde: Ein gutes Rack sollte nach Falkenohrs Ansicht Vibrationen möglichst effektiv vermeiden und unvermeidbare Vibrationen ableiten, außerdem elektromagnetische Felder vermindern. Erreicht wird dies durch die hohe Masse und Steifigkeit von Sandwich-Böden aus drei lagen MDF und zwei Lagen Aluminium, die mit Einschraubhülsen versehen werden. Zur Ableitung von Mikrovibrationen und induzierten Spannungen wird je Regalboden immer nur eine der vier Verbindungen zu den Füßen mit anodisierten Aluminiumhülsen versehen. Die anderen drei Verbindungen werden mittels einer speziellen Plastikhülse bedämpft verbunden. So können bis zu vier Regalböden vollständig voneinander entkoppelt werden. Ein Rack ähnlich dem ausgestellten bringt etwa 150 bis 200 Kilogramm auf die Waage und kostet um die 11.000 Euro. Eine Base wiegt gut 50 Kilogramm und kostet 4.500 Euro. Die Funktionsweise der Racks wird an einem Acryl-Modell veranschaulicht.

 

Bei Markus Höffner hat sich seit unserer ersten Begegnung auf der HIGH END 2018 einiges getan. Er hat die Zeit seitdem genutzt und mit dem H10 eine kleinere, erschwinglichere Serie als seine eher auffälligen und kostenintensiveren H1 geschaffen. Die H10 gibt es in zwei Wegen, mit Passivmembran oder als Dreiwegesystem H10+: vollaktiv oder teilaktiv. In letzterem Fall wird nur der Tieftontreiber mit einem integrierten Verstärker und DSP angesteuert. Tiefmittel- und Hochtöner sind klassisch passiv. Auch auf dem Messestand ohne Hörkabine lassen sich die Qualitäten der Lautsprecher ausmachen.

 

ATR hat gefühlt fast eine gesamte Halle gemietet und mit Abstand den größten Stand auf der HIGH END. Neben Marken wie ATC, Cabasse, final, Plixir und Waversa finden sich überdurchschnittlich viele Hersteller von Plattenspielern in ihrem Portfolio. Bei ATR befinde ich mich sozusagen im Plattenspielerhimmel. Begonnen bei Helmut Thieles TT01 samt genialen Tonarm TA01, der bei Dirk Sommer zum Test zu Besuch war. Inklusive Tonabnehmer Ortofon Verismo kostet das Trio 26.000 Euro. Der sympathisch Entwickler steht zwar Modell neben seinem Plattenspieler, aber nicht zum Verkauf. Der ebenfalls allein durch seine Optik Eindruck schindende zavfino Copperhead X aus Kalifornien ist ab 5.400 Euro zu haben, der ZV8 X ab 6.000 Euro. Der Aeshna Tonarm kostet in Aluminiumausführung 1.000 Euro, in Carbon 1.300 Euro. Wolfgang Epting lässt 2015 mit Perpetuum Ebner eine Traditionsmarke wieder aufleben. Er berichtet mir, dass St. Georgen als der Inbegriff für Plattenspieler und Perpetuum Ebner stand und er stolz darauf ist, dieses Erbe in seiner Heimat weiterführen zu können. Die Marke steht, in Zusammenarbeit mit ATR, für individuell für den Kunden gestaltete, hochwertige, im Schwarzwald produzierte Laufwerke. Verschiedenste Farb- und Furnierkombinationen sind möglich. Bei den günstigeren Modellen, kostet eine individuelle RAL-Farbe 300 Euro Aufpreis, bei den höherpreisigen Modellen sind RAL-Individualisierungen im Preis inbegriffen. Wolfgang wünscht sich ganz im Sinne einer traditionsreichen, lokalen Manufaktur direkten Kontakt zum Kunden. Zögern Sie also nicht, an ihn und sein Team mit ihren Wünschen heranzutreten. Wenn seine Mitarbeiter auch nur einen kleinen Funken seiner Begeisterung teilen, dürfen Sie sich nicht nur auf Hörgenuss freuen, sondern der Spaß geht schon mit der Bestellung los. Der PE 1010 MKII ist bereits für 2.450 Euro zu haben. Auch der sichtbar aufwendigere PE 4040 MKII ist mit 4.750 Euro noch erschwinglich. Das Topmodell PE 7070 kostet dann je nach gewünschtem Tonabnehmer ab 7.500 Euro. Deutlich günstiger, aber von der Stange sind Plattenspieler und andere Komponenten bei Pro-Ject. Dennoch sind die Komponenten nicht billig produziert. Für den Nachfolger des S2-CD-Players beispielsweise wurde gezielt nach einem neuen, reinen CD-Laufwerk gesucht, was inzwischen nicht mehr ganz einfach ist. Für das gefundene Laufwerk musste das Gehäuse der CD Box S3 (400 Euro) vergrößert werden. Der S2-Tuner wurde in S3-Auflage um DAB+ ergänzt. Die neue Phono Box DS3 B (600 Euro) ist jetzt symmetrisch ausgeführt. Ein RPM 12 und Signature 12.2 sind als Konzeptmodelle ausgestellt. Preislich werden diese Spieler auf den fünfstelligen Bereich zusteuern. Der Debut PRO S stellt mit seinem S-Form-Arm lediglich eine Alternative, kein Update, zum normalen Debut PRO dar. Den Pro-Ject-Metallica-Plattenspieler für 1.300 Euro will ich ihnen ebenfalls nicht vorenthalten. Er wird sicher seine Anhänger finden. Wenige Stunden vorher unterhielt ich mich mit Kollege Marras Grünwalds über meine wenig ausgeprägte Metallica-Verbundenheit. Obwohl sie als stilbildend gelten, kann ich der Band abgesehen vom Erstlingswerk kaum etwas abgewinnen. Eingefleischte Metallica-Fans müssen den Plattenspieler jetzt allein schon aus Trotz kaufen. Lautsprecher der Schweizer Edelmarke Stenheim gehören ebenfalls zum ATR-Portfolio. Alumine THREE (34.000 Euro pro Paar) und Alumine TWO (12.500 Euro pro Paar) sind am ATR-Stand ausgestellt. Im Hörraum im Atrium spielen Ultime Two, die preislich stark auf sie 200.000 Euro zugehen an DarTZeel Elektronik.


 

Auch Audio Physic stellt Lautsprecher in ähnlichen Preissphären vor. Die gewaltigen Medeos sind auf 10 Paare weltweit limitiert. Im Mitteltöner wird eine dünne Plastikmembran, gestützt von einem 3D-gedruckten, organisch wirkenden Netz, eingesetzt.

 

Deutlich erschwinglicher geht es glücklicherweise bei Innuos zu. Im September kommen der neue Netzwerkspieler PULSEmini (1.000 Euro), der normale PULSE (2.600 Euro) und der PULSAR (5.500 Euro), für den auf der HIGH END noch kein Anschauungsmodell verfügbar war.

 

Auch B.audio möchte an der Preisschraube drehen. Der B.audio Streamer/DAC/Preamp/Server B.dpr EX kostet zwar 16.900 Euro, eine erschwinglichere Serie ist allerdings in Planung. Cédric und Sébastien Bermann möchten den deutschen Markt weiter erschließen, dabei aber niemals aus den Augen verlieren, dass B.audio ein kleines, aber feines Familienunternehmen ist.

 

Boaacoustic aus Berlin hat jetzt auch reine Silberkabel im Portfolio. Das Argentum SILVER.xlr-15 kostet pro Paar und Meter 2.200 Euro, das SILVER.rca 1.800 Euro, das SILVER.power-16 1.700 Euro für einen Meter und das SILVER.sonic-16 Lautsprecherkabel 4.000 Euro je Paar in zwei Meter Länge. Das Digital Xeno-CB USB-Kabel, das „nur“ versilbert ist, gibt es jetzt auch mit USB-C auf USB-B-Stecker. Es kostet pro Stück 285 Euro bei 0,5 Meter Länge.

 

Der Hersteller Viborg aus China erarbeitet sich langsam einen Namen mit hochwertig verarbeiteten, aber dennoch preiswerten Steckern und Buchsen.

 

Die World of Headphone area ist an den ersten zwei Fachbesuchertage eher ruhig. Am Samstag wird es sofort schlagartig voll und bleibt bis Sonntagabend durchgehend gut besucht. Dementsprechend wird die World of Headphones sicher auch von der HIGH END Society als Erfolg gewertet werden. Die Word of Headphones wird überwiegend vom Headphone.shop und Astell & Kern dominiert. Feliks-Audio aus Polen zeigt eindrucksvolle Röhren-Kopfhörerverstärker. Ebenfalls aus Polen kommen die In-Ears von Custom Art. Der italienische Kopfhörerhersteller Spirit Torino ist auch mit von der Partie. Ebenso geben sich EarMen aus Chicago und ein neuer Hersteller, der Kopfhörer für Metalheads baut, die Ehre.

 

Zwischen hochwertigen und etablierten Marken wie RME, Campfire Audio oder Inear tummeln sich außerdem, zumeist im unteren Preissegment, viele chinesische Firmen. Die meisten dieser Firmen wie Topping, SMSL oder Moondrop, die inzwischen zu etablierten Größen des chinesischen HiFi-Sektors gehören, werden von einem sehr jungen und freundlichen Team bei Leiyin Audio präsentiert. Hier gibt es zwar viel zu hören und sehen, aber eher in einer etwas chaotischen, scheinbar unorganisierten Manier. Für viele chinesische Hersteller scheint Masse statt Klasse die Devise zu sein, die Produktzyklen sind meist recht kurz und die Produktvielfalt verwirrend. Dafür findet jeder mit ein bisschen Suchen unter Umständen aber auch genau das eine passende Gerät. Für den Hersteller Aune sortiert ein deutscher Vertrieb das Chaos.

 

RME zeigen ihren ADI-2 DAC Pro FS mit AKM-Chip und den ADI-2 DAC, der aufgrund der AKM-Chipknappheit auf ESS-Chip entwickelt wurde. Inear ist nach wie vor Stolz auf den großartigen Prophile 8, den es nicht mehr nur als Universal, sondern auch angepassten IEM gibt. Inear produziert außerdem die überwiegend limitierte Zeitgeist-Serie für den Headphone.shop.

 

Campfire Audio präsentiert den Trifecta. Was passiert, wenn man gleich drei der aufwendigsten dynamischen Treiber ohne jegliches Crossover in einen IEM packt, kann man hier hören. Mein erster Gedanke ist: Das kann eigentlich gar nicht funktionieren. Meine Ohren belehren mich eines Besseren. Klangfarbenpracht und lautsprecherverdächtiger Schub zeichnen den auf 333 Stück limitierten IEM aus. Kenneth Ball, Gründer und Präsident von Campfire Audio, erklärt mir, dass sie selbst etwas überrascht waren, wie gut die verrückte Idee funktioniert hat. Fasziniert hat sie vor allem, wie sehr sich der Frequenzverlauf aller nachgemessenen Trifecta gleicht. Bisher soll ein Trifecta 3.375 Dollar kosten. Auf einen Preis von 3.333 Euro nach Umrechnungskurs und Mehrwertsteuer zu kommen, wäre passend, aber leider rechnerisch unmöglich. In Europa wird der Trifecta wohl deutlich teurer werden.

 

Warwick Acoustics präsentieren ihren Ausnahme-Elektrostaten APERIO in einer auf 50 Exemplare limitierten Black-Edition. Auch wenn 36.000 Euro nicht unbedingt Ihre Preisklasse ist, hören Sie sich den APERIO doch auf der nächsten Messe mal an – eine Erfahrung, die es in jedem Fall wert ist, gemacht zu werden.

 

Bei Audiodomain/AudioNEXT sind ebenfalls eine ganze Menge spannender Marken versammelt. Angefangen bei den Netzwerkplayern und All-In-One-Lösungen von HiFi Rose, deren schlichtes, letztendlich aus einem riesigen Display bestehendes Design für mich zu den modernsten und funktionalsten überhaupt zählt. Zumindest auf den ersten Blick. Ob der Eindruck im Alltag bestehen bleibt, kann ich bald in einem Test des Rose RS250 (2.200 Euro) feststellen. Das mutige Design des ersten Vollverstärkers von Rose, dem RA180 (6.500 Euro) gefällt mir ebenfalls unglaublich gut. Das Markenportfolio von audiodomain erstreckt sich außerdem über mobiles Audio, beispielsweise von Lotoo bis hin zu Kopfhörern von Dan Clark. Dass der geschlossene Kopfhörer Dan Clark Audio Stealth (4.100 Euro) einer der besten geschlossenen Kopfhörer überhaupt ist, hat Dirk Sommer bereits in seinem Test festgestellt. Gleichzeitig hat er ihm einen hohen Anspruch an den Verstärker attestiert. Gemeinsam mit dem vorgestellten Zähl HM1 Kopfhörerverstärker spielt der Stealth absolut faszinierend und ungebremst. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn mit Michael Zähl durfte sich ein absoluter Analogfachmann an einem aus der Pro-Audio-Welt entsprungenen Class-A-Kopfhörerverstärker austoben. Wahlweise kann ein „Servo“-Modus zugeschaltet werden. Der Amp läuft dann nach wie vor im Class-A-Design, allerdings mit Gegenkopplung. Der HM1 mit einem Preis von 8.000 Euro ist aufgrund der nur 50 in Deutschland gefertigten Exemplare pro Jahr hochexklusiv. Er verfügt über zwei Eingänge mit umschaltbaren symmetrischen und unsymmetrischen Anschlüssen. Beide Eingänge sind mit jeweils einem Lautstärkeregler auf der Front genau einzupegeln. Dies prädestiniert den HM1 als Vergleichswerkzeug für verschiedene Quellgeräte, Mischungen und Ähnliches. Die Shelving-Filter für Tiefen und Höhen und die Möglichkeit, Signale auch in Mono oder leicht größerer Betonung der Seiteninformation abzuhören, lassen auf seine Tonstudiogene schließen. Ein geregelter Line Out steht ebenfalls zur Verfügung. Ein Traum von Kopfhörerverstärker, dessen Preis zwar hoch aber gerechtfertigt ist. Mit dem kleinen Dongle-DAC Lotoo PAW S2 (300 Euro), dem Dan Clark Audio AEON 2 NOIRE (1.000 Euro) und einem Portento Kopfhörerkabel (222Euro) zum Gesamtpreis von 1.522 Euro liefert Audiodomain einen Beitrag zur Sounds Clever Aktion. Ein SPL Phonitor XE, der genauso wie der Zähl HM1 Studiogene besitzt und den Stealth ebenfalls gut im Griff hat, ist mit 2.250 Euro ungleich erschwinglicher.

 

Im Kopfhörerbereich ist das Highlight für mich eindeutig der Bändchen-Kopfhörer RAAL-requisite SR1a nach dem von RAAL Earfield getauften Prinzip. Das Bändchen sitzt eher vor als auf den Ohren und stellt für den Bändchentreiber so eine vollkommen andere Arbeitsumgebung her. Beim Design scheiden sich sicher die Geister, für mich persönlich gehört der SR1a zu den schönsten Kopfhörern überhaupt, sofern man bei seinem industriellen Carbon-Look überhaupt von schön sprechen kann. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so viel Hörspaß mit einem Kopfhörer hatte. Unglaubliche viele Details, Luftigkeit, aber auch eine ungeahnte Direktheit und Punch vereinen sich zum ultimativen Kopfhörererlebnis. Der einzige Nachteil ist das vollkommen offene Konzept des SR1a. Damit das Bändchen adäquat angetrieben wird, benötigt man eine Art Transformatorbox, die an jeden (Kopfhörer-)Verstärker angeschlossen werden kann. Alex Radisavljevic empfiehlt mir einen Kopfhörerverstärker mit mindestens vier bis sechs Watt, gerne auch mehr Leistung. Zusätzlich benötigt man zwei kleine XLR- oder RCA-Adapter, die vor dem genutzten Verstärker in den Kabelweg geklemmt werden müssen, um den Frequenzgang für den SR1a passend zu machen. Wir sprechen hier von einer moderaten Anpassung mittels eines einzigen Filters. Mit ihm fällt der Frequenzgang von 2.000 bis 200 Hertz um 4,5 Dezibel. Samt Trafobox und einem Koffer kostet der SR1a 3.900 Euro. Alternativ bietet RAAL-requisite auch einen eigens für den Bändchen-Kopfhörer entwickelten Verstärker, in diesem Fall kann man natürlich auf die Trafobox und Entzerrung verzichten. Es verwundert mich nicht, dass der Kopfhörer von vielen Tonschaffenden verwendet wird.

 

Aufgrund der überwältigenden Masse an neuen Produkten auf der diesjährigen HIGH END, sind detaillierte Kopfhörer- und In-Ear-Betrachtungen etwas zu kurz gekommen. Dies sollte sich mit meinem Besuch der CanJam London im Juli jedoch relativieren. Bis dahin zehre ich von der durch die HIGH END neu beflügelte HiFi-Leidenschaft. Ich hoffe es geht Ihnen ähnlich.

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/22-05-27_highend
  • Social Introtext Wie üblich nehme ich Sie ohne weitere Umschweife mit auf den zweiten Teil meines Messerundgangs. Die zu Beginn des ersten Teils gestellte Frage ist zum Messeende beantwortet worden. Alle Hersteller waren in der Pandemiezeit unglaublich produktiv. Bei so vielen Neuheiten haben wir selbst mit drei Redakteuren das ein oder andere übersehen.

So hätte ich vielleicht besser nicht beginnen sollen. Der erste der vier Tage auf der Highend gestaltete sich als ein Erlebnis mit Gegensätzen. Für den Donnerstag hatte ich mir das obere Atrium 4.2 vorgenommen, einen sehr umfangreichen Bereich, wo sich viele klangvolle Namen präsentierten und Menschen, auf die zu treffen ich mich freute.

Genau dies war der Grund, weshalb ich gleich hier startete. Was ich jedoch nicht bedacht hatte: Hier zeigten sehr viele Aussteller höllisch kostspielige Komponenten, so dass ich mich nach wenigen Vorführungen fragte, wem ich das eigentlich nahebringen will. Geräte mit fantastischer Optik, Haptik und wohl auch oft mit herausragender Musikalität gab es hier zu bestaunen. Doch die jeweilige Antwort auf meine Frage nach dem Preis frustrierte. So ist ein Teil dieser beeindruckenden Anlagen-Konfigurationen eher interessant für Millionäre. Aber das muss man nicht so sehen. Wo hat man schließlich sonst auf dieser Welt die Gelegenheit, so viele so opulente Setups zu erleben und die auch noch zu vergleichen. Das Top-Modell von Audiaz, die Opera, kostet auch deshalb so viel, weil sie als Mitteltöner den weltgrößten Diamantlautsprecher mit 90 Millimeter Durchmesser und 13 Karat besitzt. Die Cadenza für ab 30000 Euro – 8000 Euro Aufpreis für den optionalen Diamanthochtöner – aus der Rosenheimer Manufaktur kennen Sie ja möglicherweise aus dem Test von Dirk Sommer.

 

Eines war schnell klar: Die Verantwortlichen gaben sich hörbar Mühe, ihre Meisterstücke adäquat zu inszenieren. Sie wissen, das ist unter Messebedingungen nicht einfach, zumal man die Anlagen so ausrichtet, dass sie auf eine unüblich große Hörerschar möglichst gleichermaßen Eindruck machen. Das gelang in erfreulicher Weise oft wirklich gut, so dass auch auf seitlichen Hörplätzen das Wesentliche der Darbietung zu genießen war. Eine weitere Erklärung für die hochpreisigen Konstellationen ist der durchaus nachvollziehbare Hang zum Gigantismus, zu dem man schnell neigen kann, weil man ja sein Bestes zeigen möchte und preiswerte Modelle nur am Rande präsentierte. Im Verlauf des Tages wechselten viele Aussteller aber auch immer wieder ihre Lautsprecher und führten auch kleinere Modelle vor, so zum Beispiel Raidho: Neben den gigantischen TD6 Statement Lautsprechern für 210.000 Euro mit über zwei Meter Höhe fanden die kleinen neuen Modelle, die X1t Super Mini Monitor für 5800 Euro pro Paar und die etwas größeren X1.6 für 7300 Euro beim Fachpublikum sehr viel Zustimmung.

 

Ein subjektiv gewichtiger Beweggrund für die Wahl von Atrium 4.2 war die Präsentation von Antipodes Audio zusammen mit Lyravox, die gleich in zwei Räumen stattfand und deren Highlight für mich das Zusammentreffen mit Antipodes Audio Mastermind und Inhaber Mark Jenkins sowie Mark Cole war. Dazu kam die Vorstellung des neuen Musikserver-Players Oladra, der Ende dieses Jahres bei uns zu haben sein wird. Wer meine jüngsten Testberichte kennt, mag bemerkt haben, dass ich inzwischen begeisterter Besitzer eines Antipodes Musikservers bin. So erfuhr ich von Mark Jenkins einiges über die Besonderheiten des neuen Oladra, der in einer gänzlich anderen Optik daherkommt als die etablierten Geräte dieser Marke. Der Oladra ist bereits bestellbar und wird 7500 Euro mehr kosten als das aktuelle Flaggschiff K50, das übrigens im Programm bleiben soll. Gefreut habe ich mich über Mark Jenkins` Ansinnen, in nicht allzu ferner Zukunft auch das Angebot nach unten zu erweitern, so dass Antipodes erschwinglicher wird. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich der neue Oladra im Vergleich zum K50 musikalisch zeigen wird. Hier also Bilder des Oladra mit Lyravox-Lautsprechern, eine Kombinaion, die mir in beiden Vorführungen dank angenehmer transparenter Musikalität sehr gefiel. Lyravox bietet in allen Modellen, hier sind es Karla und Karl II, die Fähigkeit, raumakustische Tücken weitgehend unwirksam zu machen. Das zahlte sich hier genauso aus wie in manchem Wohnraum.

 

Hier nun einige Fotos von Super-Anlagen, zuerst die Prachtstücke von Engström:

 

Thrax Audio aus Bulgarien gibt es hierzulande bei WOD:

 

Lyravox mit britischem Umfeld:

 

Tuneaudio Hörner mit der neuesten Digitalelektronik von Rockna und Transformatic Audio aus Serbien:

 

Credo:

 

Wadax mit Audio Research und Wilson Benesch Eminence:

 

Den Kalista gibt es wahlweise als CD-Transport oder mit intergriertem D/A-Wandler:

 

Alsyvox Audio Design Vollbereichs-Bändchen-Lautsprechern wurden mit Musik versorgt vom aktuell weltweit angesehenen Taiko Audio Server aus den Niederlanden:

 

Imposantes aus Italien: Viva

 

DCS mit Wilson Audio:

 

Aries Cerat:

 

Dazwischen fanden sich immer wieder bemerkenswerte, nicht so kostspielige Geräte wie hier CD-Transport, D/A-Wandler und Server-DAC von Métronome:

 

Stein Music:

 


Als ich den Rundgang begann, startete ich beim HVH Vertrieb von Dietmar Hölper, der nicht nur die Komponenten von Dusan Klimo an den Atohm Lautsprechern aus Frankreich vorführte. Dort waren auch gleich zwei der insgesamt sieben Anlagen der Soundsclever-Iniative der High End Society zu erleben, Anlagen die weniger als 5000 Euro kosten mussten. Eine vom im Preis nicht eingerechneten Smartphone gesteuerte Soundsclever-Kombination mit Indiana line Diva 552 Lautsprechern und dem Pier Audio MS-380SE Hybridverstärker kostete 2332 Euro und ließ sich vergleichen mit der Kombination für 4450 Euro, in der ein Pier Audio MS-580 Hybridverstärker die Kompaktlautsprecher Diva 262 bediente. Tonquelle war hier eine Pier Audio CD-880SE für 1799 Euro. Atohm hatte eine eigene Präsentation und demonstrierte neben dem Lautsprecher-Portfolio den Verstärker RS3700 für 3500 Euro, der zuschaltbare Anpassungen an einzelne Atohm Lautsprecher der GT-Linie ermöglicht – eine eindrucksvolle Vorführung.

 

In der Präsentation von Air Tight, Wolf von Langa und Primary Control waren als Neuheiten die kompakten Serendipity zu hören. Der neue Air-Tight-Hchpegel-Vorverstärker ATC-7 mit einer sinnvollen Klangregelung bildete die Zentrale:

 

Nebenan im Raum von EAE-Yoshino gab es zwar nichts Neues, jedoch konnte man den EAR p12 Preamp, den EAR 861 Poweramp und den EAR Acute CD-Player von Tim de Paravicini an Living-Voice-DBX-R4-Lautsprechern erleben. Living Voice führte im eigenen Raum die OBX-RW4 vor und ließ das ganz große Besteck der Vorjahre zuhause:

 

Die Horns Overture für 25.000 Euro liefen an einem Qualiton-Vorverstärker und einem Maximus-Audio-Lab-Musik-Server für 13.000 Euro. Deren Server Palette startet bei 6900 Euro mit dem Modell Mini. Qualiton aus Ungarn zeigte seine Modelle auch in der Halle 4.

 

Levin Design präsentierte seine zwei Lautsprecher-Modelle sowie einen zweiteiligen Kopfhörerverstärker für ab 2950 Euro, je nach optischer Ausführung. Rike Audio stellte die Röhren-Elektronik und präsentierte den Joy-TT-1-Signature-Plattenspieler mit imposantem Tonarm für 6800 Euro. Die Version mit POM-Teller und zusätzlichen Masse-Elementen an der Unterseite kostet 5800 Euro, hat aber nicht diesen massiven Alu-Teller des Signature. Als Phonostufe lief die Katharina Phono I von Rike Audio.

 

Ondacustica aus Verona stellte zwei Modelle vor, die skulpturenhafte Carla Reference und die neue Yvonne. Bei uns sind diese über CM-Audio Flöter zu bekommen

 

Als deutscher Repräsentant der angesehenen Purist-Audio-Design-Kabel zeigte WBS diese musikalisch ansprechend mit der Neptun-Linie an Lautsprechern von Joseph Audio und Doshi Elektronik

 

Eine wirklich schöne Vorführung erlebte ich im freundlich gestalteten Ambiente von AperturA aus Frankreich, vertrieben bei uns von Jan Sieveking. Hier spielte die Forté, die mit ihrem Wirkungsgrad von mehr als 93 Dezibel zur Kombination mit Röhrenverstärkern bestens geeignet sein soll. Wie auch bei der von mir in Hifistatement getesteten, größeren AperturA Edena Evolution hat die Forté das wirkungsvolle Fünf-Spike-Ständerkonzept mit dem zentralen Spike unter der Mitte des Gehäuses. Das Paar Forté soll etwa 7500 Euro kosten, wenn es bald in Serie geht. Neu ist auch die zweiwegige Stela, ein Bassreflex-Konzept für 4600 Euro, die hier in einer chicen grün-metallic Lackierung zu sehen war.

 

Die High-End Company aus der Schweiz zeigte mit der Marke Totem Acoustic preisgünstige Lautsprecher und beteiligte sich auch an Soundsclever, indem sie drei All-in-one-Lautsprecher, kompakt bis Standbox vorführten, die per Bluetooth vom Tablet mit Musik versorgt wurden. Diese Totem-Modelle beinhalten alles weitere und benötigen nur einen Stromanschluss. Frontal besitzen die drei Modelle einen Eingangswahlschalter, der mit unterschiedlich farbiger Beleuchtung die Quelle anzeigt. Dies bietet einen sehr preisgünstigen Einstieg, wenn man vom Smartphone nicht allein per Kopfhörer hören möchte.

 

Außerplanmäßig zeigte übrigens auch Innuos ein Soundclever -System, das ich mir anhörte, obwohl es nicht in meinem Zuständigkeitsbereich lag. Es war abseits der Hauptvorführung – Vergleich bisheriger Innuos Statement gegen neuen Innuos Statement – aufgebaut, wurde aber mehrmals am Tage sorgfältig in Szene gesetzt und genoss in seiner stark gedämmten Umgebung zwar eine sehr gut Platzierung, hatte aber hinsichtlich der möglichen Lautstärke seine Grenzen. Man führte mir Gregory Porter vor, und er und sein Ensemble klangen bei gemäßigtem Pegel mit dem neuen Innuos Mini mit dem PS-Audio-Sprout-Verstärker im Quadraspire-Rack über die kleinen KEFs so richtig gut.

 

Bei Yamaha war man stolz auf den bald zu erwartenden R-N2000A Netzwerk-Receiver mit HDMI-ARC für TV und einer Raumkorrektur-Möglichkeit, auf die auch manuell Einfluss genommen werden kann. Er liefert 190 Watt an vier Ohm und wird voraussichtlich um die 3500 Euro kosten. Zu hören war der R-N2000A über die Yamaha N-S2000-Lautsprecher, einem drei-Wege-System mit Membranen aus einem Zylon/Fichte-Verbundmaterial.

 

Der Bacch-SP- oder SP-dio-Purifier soll den Sweetspot in der heimischen Anlage vergrößern, so dass auch mehrere Hörer das Gefühl haben, auf einem der besten Plätze zu sitzen.

 

Im Raum von Teac und Esoteric durfte man sich über neue preiswerte Komponenten freuen. Zwischen dem unteren und dem mittleren Gerät können sie die Reference 500 Dämmplatte erkennen. Sie ist zweiteilig und auf die Gehäuse dieser Größe maßgeschneidert und abgestimmt. Ihr Zweck ist die Resonanzminimierung. Wer deutlich tiefer ins Portemonnaie langt, hat sicher Spaß am Esoteric-Plattenspieler, der hier als Prototyp zu sehen ist. Er hat eine separate Stromversorgung und wird rein magnetisch angetrieben. An der Stellschraube darf das Drehmoment je nach Musik und Geschmack verändert werden. Mit von der Partie waren Lautsprecher von Zingali Acoustics aus Italien.

 

Auch bei Davis Acoustics aus Troyes in der Champagne erlebte ich eine angenehme Vorführung durch Président Oliver Visan persönlich. Die Davis gibt es schon ab 1500 Euro fürs Paar.

 


Soundspace Systems aus Berlin setzte das Topmodell Aidoni mit Plattenspieler und Tonarm von J.Sikora und Vitus Elektronik in Szene, zeigte aber auch die erschwinglichere Robin, die bei Hifistatement von Dirk Sommer getestet wurde. Firmeninhaber Dr. Michael Plessmann entwickelt neben seine Lautsprechern auch Stromfilter, die er allerdings nur direkt verkauft und den Bedürfnissen des Kunden anpasst. Dieses kostet 3000 Euro.

 

Das beliebte Zubehör von IsoAcoustics wird um die Aperta-Sub-Basis für Subwoofer erweitert. Sie kostet 1799 Euro.

 

Fasziniert hat mich eine musikalische Demonstration bei Siltech und CrystalCable. Es geht um das Upgrade des Lautsprechers Minissimo. IAH-Chef Edwin Rynveld demonstrierte mir die Minissimo, die hier mit einem neuen Buffer-Netzwerk betrieben wird. In der Serie soll es in einem zur Minissimo passenden Ständer praktisch unsichtbar integriert werden. Es bedarf eines Stromanschlusses, da ein Verstärker den ungewollten Rückkräften der Chassis und Membranbewegungen entgegenwirkt. Das Hörerlebnis war erstaunlich, und ich hoffe, dass ich eines Tages die Gelegenheit haben werde, die normale Minissimo gegen die mit dieser neuen Weiche zu vergleichen. Selbstverständlich gibt es auch neue Kabel bei den beiden IAH-Marken CrystalCable und Siltech.

 

Auralic hatte in diesem Jahr keine neuen Produkte, was ja auch ein Indiz für hochwertige Ware sein kann. Man führte die vier digitalen Komponenten der Toplinie vor: Streaming Transport Aries G2.1, die Reference Master Clock Leo GX1, den Upsampling Processor Sirius G2.1 und den Streaming DAC Vega G2.1.

 

MSB stellte drei verschieden Digital Directors vor: den Premier, den Reference und als Topmodell den Select Digital Director. Deren Aufgabe ist es, vor einem MSB-Digital-Analog-Wandler das digitale Signal aufzubereiten. Der Director wird über die optischen Schnittstellen MSB-ProISL mit dem MSB-DAC verbunden. Dieser muss erheblich weniger Prozessorleistung aufbringen, da er ein optimiertes digitales Signal zugeführt bekommt. So sollen die Directoren den Klang deutlich verbessern. Die Eingänge und Ausgänge der Directors sind als modulare Einschübe konstruiert. Weiterhin konnte man das Innenleben von MSB-Komponenten bestaunen. Dann weiß man auch, woher die Preise kommen.

 

Gefallen hat mir die Darbietung des kostspieligen Setups bei Gershman Acoustics aus Kanada. Das Flaggschiff Posh für 129.000 Dollar bezog das Musiksignal von den neuen Lampizator-Geräten Gulfstream und Horizon, VAC-Komponenten besorgten die Verstärkung. Die gerade nicht musizierende Grand Avant Garde von Gershman kostet vergleichsweise bescheidene 17000 Dollar.

 

Dagegen waren die Preise der meisten Neuheiten bei IAD ein erfreulicher Kontrast. Die Neuauflage der legendären Mission 770 war zu bestaunen. Es gab Neues von Wharfedale und Castle. Luxman-Boliden waren im Einsatz und vom Streaming-Spezialisten Lumin konnte man die neue kleine Bridge U2 mini hören und sich den aufwändigen Lumin P1 mit integriertem Wandler genauer anschauen. IAD vertreibt auch Wilson Benesch, von denen nicht nur imposante Lautsprecher stammen, sondern ein neuer Plattenspieler, den ich Ihnen in meinem nächsten Bericht vorstellen werde.

 

Odeon aus Haltern am See präsentierte seine dritte Generation:

 

Auch Scansonic war sehr hörenswert. Das breite Sortiment bietet verschiedene Designs bei erfreulichen Preisen:

 

Zusammen mit Diapason zeigte Van den Hul auch Besonderes. Auf der großen Diapason erkennt man den zufällig im Design perfekt passenden Van den Hul Extender, ein im Paar 5000 Euro kostendes Gerät mit externem Netzteil, das einerseits als Schumann-Raumresonanzgenerator fungiert, und zwar mit mehreren Vielfachen der Grundfrequenz von 7,83 Hertz. Zudem, und hierum geht es laut A.J.van den Hul im Extender in erster Linie, strahlt der Extender mit rotem Licht physikalisch Signale, nicht aber das Musiksignal ab, die dem Klang dienlich sein sollen. Der Extender muss ausdrücklich nicht in Ohrhöhe platziert werden. Die Diapason Karis Olive Wave für etwa 12.000 Euro sind mit ihrer Oberfläche wunderschöne Objekte. Der Van den Hul Tonabnehmer Colibri Gran Cru Elite ist brandneu und bislang das einzige Exemplar.

 

Dem Lautsprecher-Set von Grimm Audio dient der MU1 als Signallieferant:

 

Egglestonworks mit Innuos und Doshi Elektronik:

 

Voxativ aus Berlin mit dem neue 9.88 Modular-Lautsprechersystem und neuem AC-4NP-Breitbandtreiber und dem Voxativ-T805-Single-Ended-Class-A Vollverstärker:

 

Burmester mit YG Acoustic Lautsprechern. Letztere spielten gerade alleine, da sie nur eine Tonquelle benötigen, alles andere ist integriert, wie bei Totem Acoustic aber in einer höheren Liga:

 

Auch bei Heco und Magnat gab es gute Musik:

 

Zellaton verwendet die legendären Podszus-Görlich Chassis:

 

Zwei Italiener, die gut miteinander musizieren: Audia Flight und Albedo:

 

In meinem zweiten Bericht erzähle ich Ihnen dann von meinen Erlebnissen in der Halle 4, der Hifideluxe und dem Super-Plattenspieler von Wilson Benesch.

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/22-05-25_highend
  • Social Introtext So hätte ich vielleicht besser nicht beginnen sollen. Der erste der vier Tage auf der Highend gestaltete sich als ein Erlebnis mit Gegensätzen. Für den Donnerstag hatte ich mir das obere Atrium 4.2 vorgenommen, einen sehr umfangreichen Bereich, wo sich viele klangvolle Namen präsentierten und Menschen, auf die zu treffen ich mich freute.

Als ich voller Vorfreude auf der Pressekonferenz mit Alan Parsons Platz nahm, konnte ich ein Gespräch hinter mir belauschen und fing gleich zu schmunzeln an, als es um Seniorenausweise und den Besuch einer Herzklinik ging. Doch der erste Eindruck sollte mich täuschen, denn die HIGH END begrüßte ihr Publikum als innovativer und moderner Gastgeber.

Schon auf der Fahrt zur HIGH END mit meinen Kollegen Dirk Sommer, Wolfgang Kemper, Finn Corvin Gallowsky und Wojciech Pacuła vom Partnermagazin High Fidelity Poland kam Festival-Stimmung auf. Ich lauschte den Erinnerungen über die letzten Messen und legte mir einen Schlachtplan zurecht, wen ich zuerst in meinem Hoheitsgebiet Atrium 3.1 und Halle 2 heimsuchen werde. Nach der Aufzugfahrt aus der Tiefgarage ins Messecenter folgt gleich das erste kleine Highlight für jeden Science-Fiction-Fanatiker: Doc Browns und Marty McFlys Time-Machine in Form des Delorian blickt mir entgegen: „Back to the Future“ – ein schönes Motto umgesetzt von den dänischen Lautsprechergurus Dynaudio.

 

Noch schnell ein letzter Orientierungscheck und dann begebe ich mich schon auf die Suche nach Raum K1A/B, um an der offiziellen Pressekonferenz der HIGH END SOCIETY teilzunehmen. Nach dem ersten Teil der Konferenz bemerkt man die elektrisierte Stimmung im Saal, als der neue Markenbotschafter der HIGH END Alan Parsons drei Reihen vor mir Platz genommen hat und jeder anwesende Pressevertreter ehrfürchtig darauf wartet, dass der Musiker und Produzent aus Willesden, London sich zum Rednerpult aufschwingt und uns über seine Weltanschauung der Klangkunst berichtet. Nach dieser kurzen Exkursion zum Pressetermin möchte ich Sie auf den Artikel meines Kollegen Finn Corvin Gallowsky verweisen, der Ihnen die vielen Einzelheiten in seinem Messerundgang Teil 1 (hier ein Link zu https://www.hifistatement.net/event/item/3319-high-end-2022-messerundgang-mit-finn-corvin-gallowsky-teil-1) schildert.

Nun mache ich mich auf zum Atrium 3.1, wo mich namhafte Vertriebe und Hersteller von Audio Reference bis hin zu T&A erwarten. Ich entschließe mich gleich mal für einen Besuch bei Transrotor von Jochen Räke und lasse mir die neuen mit Acryl-Chassis ausgestatteten Strato nero respektive Strato bianco vorführen. Die beiden Plattendreher sind mit Ihren 40 Kilogramm nicht gerade leicht. Dafür erhält man schon für 20.000 Euro die Vollausstattung. Auf den mit Blumen geschmückten Racks stehen daneben der Massimo Nero mit einem Unkostenbeitrag für das Laufwerk von 4.500 Euro und der Max Nero für 2.800 Euro. Weiterhin gibt es einen neuen Tonarm (TRA 9 S) und nach langem Warten auch die 12 Zoll-Variante der Transrotor Tonarme. Erhältlich sind die neuen Tonarme in den Farben mattschwarz, gold, chrom und ruthenium, welche mir persönlich am besten gefällt.

 

Weiter geht es gleich nebenan zu Chord Electronics. Die britische Edelschmiede aus der Nähe von Stonehenge beglückt uns mit dem neuen Preamp Ultima Pre 3. Die neu entwickelte Vorstufe soll aufgrund der verzerrungsarmen Netzteile ein besonders geringes Rauschen ermöglichen. Ausgestattet ist die Vorstufe mit fünf analogen Eingängen, davon drei unsymmetrisch und zwei symmetrisch. Geplant sind die ersten Auslieferungen des in den Farben Agent Silver und Jet Black erhältlichen Preamps für Juni 2022. Da ich gerade mit Azubi Finn allein im Vorführraum bin, genehmige ich mir sofort eine Vorführung unter etwas mehr Volume und erfreue mich an den martialischen Klängen von Carl Orffs „Carmina Burana“.

 

Bei Technics gibt es die Neuauflage des berühmten MKII nun in sechs weiteren Farben. Der SL-1200 MK7 L sorgt mit den Versionen Weiß, Beige, Gelb, Rot, Blau und Dunkelgrün für ein wenig mehr Abwechslung an den DJ-Pulten in Clubs und Discotheken. Die bunten Plattendreher kommen für knapp 1.000 Euro ohne Tonabnehmer, dafür ist hier eine individuelle Aufrüstung jederzeit möglich.

 

Ein Highlight der HIGH END ist für mich die Ausstellung bei Audio Reference. Der Vertrieb aus Hamburg hat zahlreiche namhafte Marken wie Wilson Audio, Meridian Audio und ganz brandaktuell die Strippen von Nordost in seinem Portfolio. Dies ist von Mansour Mamaghani und seinem Team ein sehr guter Schachzug da man nun eine Alternative zu Audioquest, In-akustik oder Chord Cable anbieten kann. Beindruckend ist auch die Präsentation der neuen Wilson Audio Chronosonic 4 Seasons. Die Four Seasons Edition ist eine Laudatio an die vier Jahreszeiten und die damit einhergehenden Veränderungen in der Natur. Bestückt sind die Superlautsprecher mit einem 25,4 Zentimeter Rear Firing Tweeter, einem 2,54 Zentimeter Hochtöner, einem 10,16 Zentimeter Mitteltöner, zwei 17,78 Zentimeter Mitteltönern und zwei Woofern mit der Größe von 26,67 Zentimetern und 31,75 Zentimetern. Auch das Gewicht mit 310,71 Kilogramm imponiert. Neben den beindruckenden Speakern aus Utah gibt es eine weitere Premiere zu entdecken: Die Relentless-Serie von Dan D'Agostino aus Arizona wird erweitert um einen streamingfähigen Vorverstärker und einen Monoblock. Beide neuen Komponenten sind etwas kleiner was nicht heißen soll klein, sondern wohnzimmertauglich. Die Verarbeitung ist auf höchstem Niveau, die Kombination mit den 4 Seasons ist vorzüglich, lediglich einen separaten Hörraum hätte ich mir hierbei für die Präsentation gewünscht. Als Audioquelle dient unter anderem der neue VPI Titan. Der Plattendreher ist mit einem Reibradantrieb und Flywheel ausgestattet und kann auf Wunsch mit dem Tonarm 3d Reference veredelt werden. Mit seinem konisch geformten Rohr aus dem 3D-Drucker und Innenverkabelung von Nordost ist dieses Upgrade nochmals ein Pluspunkt im Kampf gegen ungewünschte Resonanzen. Preislich liegt der Edeldreher ohne Tonabnehmer bei knapp 60.000 Euro. Beobachtet man das dicht gedrängte Publikum im Ausstellungsraum fällt sofort das breite Interesse an den neu im Programm aufgenommenen Lautsprechersystemen von Perlisten auf. Die brandneue S-Serie ist die weltweit einzige Lausprecher-Baureihe, die nach THX Dominus Spezifikationen für Heimkinos zertifiziert ist. Dies ist möglich, da der Perlisten auf innovative und einzigartige Technologien setzt. Darunter die Directivity Pattern Control und TeXtreme Carbon Fiber. Preislich bewegen sich die S-Serie zwischen 3.800 Euro für die S4s bis hin zum Flaggschiff S7t Custom Finish für knapp 10.000 Euro. Bei Miller & Kreisel wird die Serie mit den neuen Subwoofern X10+, X12+ und X15x erweitert. Die unverbindlichen Preisempfehlungen inklusive Mehrwertsteuer betragen 4.950 Euro für den X10+, 5.500 Euro für den X12+ sowie 6.600 Euro für den X15+. Mit an Bord ist Vicoustic aus Portugal die neben mobilen Audioräumen – ja, eine Schallkammer wäre für mich als Familienvater wirklich eine lohnenswerte Anschaffung - auch Optimierungsmöglichkeiten für zuhause in Form von Absorbern und Diffusoren bieten. Hier ist Customizing durch das Aufdrucken eigener Fotos möglich. Eine weitere Premiere ist die Vorstellung von zwei neuen Subwoofersystemen der hauseigenen Marke Velodyne Acoustics. Im Preisbereich von 1.000 und 2.000 Euro geben sich der VIQ mit App-Steuerung und der Deep Wave die Ehre.


 

Nach so vielen Premieren schlendere ich erstmal zu dem Showroom von T+A. Bei der Präsentation der Solitaire S 540 schallt mir „Holding On“ von Gregory Porter entgegen. Die beiden 80 Kilogramm schweren 3-Wege-Standlautsprecher überzeugen sofort mit ihrer Räumlichkeit und vor allem der Natürlichkeit der Stimmwiedergabe.

 

Bei AVM wird nicht nur bei den Produkten Design großgeschrieben. Ich finde mich in einem perfekt gestalteten Showroom wieder – ja, das Auge hört mit.
Es finden sich einige Neuigkeiten wie die beiden Phono-Vorstufen Evolution 3.3 mit Transistorschaltung und 5.3 als Röhrenversion. Beide unterstützen MM und MC-Systeme. Für die 3.3 sind 3.900 Euro veranschlagt und die 5.3 ist für 5.500 Euro erhältlich. Der Ovation CS 8.3 erscheint in der überarbeiteten Black Edition All-In-One. Im Vergleich zur „Normaloversion“ befindet sich eine neue Röhre im Preamp und die Verkabelung wurde verbessert. 15.000 Euro muss der Kunde für den Streaming-CD-Receiver auf die Ladentheke legen. 2.000 Euro mehr als für den Vorgänger. Ein richtiger Eyecatcher ist die Evolution 3.3 Serie in der Cellini Chrom Ausführung. Beide CD-Receiver bringen es auf Leistungsstarke 2x 350 Watt. Für den Transistoraufbau CS 3.3 fallen 8.300 Euro, für den CS 5.3 mit Röhre in der Vorstufe 9.800 Euro an. Die Plattenspielermodelle R 2.3 und R 5.3 wurden beide überarbeitet. Das beliebte Feature der blauen Beleuchtung des Plattentellers lässt sich jetzt dimmen und auch je nach Gusto die Farbe wechseln. Auf der Basis des R 2.3 wurde nun der R 30.3 entwickelt. Dieser stellt im Grunde eine vereinfachte Version des 2.3 dar und ist für den Endverbraucher für knapp 3.000 Euro erhältlich.

 

Nach der Informationsflut bei AVM gehe ich in den nächsten Showroom und freue mich auf die Vorführung des DALI Flaggschiffes Kore. Die beiden 150 Kilogramm Schwergewichte überzeugen mich sofort mit Ihrer Leichtigkeit und mit äußerster Präzision. Die DALI Kore wurde laut dem Design Manager Mads Ullits mit dem Hintergedanken mehr Teile vor Ort in Dänemark zu fertigen von Grund auf neu entwickelt. Preislich findet sich das Pärchen mit dem 34 Kilogramm schweren Sockel aus zementbasiertem Harzverbundstoff bei knapp 80.000 Euro wieder.

 

Ein optisches Highlight im Atrium 3.1 sind klar die Speaker von Burmester. Der BC 150 überzeugt nicht nur im Art-déco-Stil, sondern auch mit technischen Daten wie einer Nennbelastbarkeit von 400 Watt und einem Übertragungsbereich von 34 bis 20.000 Hertz. Zu haben ist das Pärchen für gerade einmal 98.000 Euro.
Neben dem Boxenpärchen findet sich bei Burmester der neue Endverstärker 218 im Programm. Dieser befeuert als Monoblock das BC 150 Pärchen und ist für 34.000 Euro erhältlich.

 

Bei TAD steht die Weltpremiere der neuen REFERENCE an. Daneben werden im Atrium 3.1 die Lautsprecher Evolution E1TX für einen Paarpreis von 25.000 Euro sowie der 2-Kanal-Verstärker M1000 und der SACD-Spieler D10000mk2 für jeweils 17.000 Euro vorgestellt.

 

Ebenfalls im Atrium 3.1 zu finden sind CANTON mit seinem 50-jährigen Jubiläum, In-Akustik und Octave mit seinem überarbeiteten Class A Verstärker V70.

 

Weiter geht es für mich ein Stockwerk tiefer in Halle 2. Klarer Platzhirsch ist hier die Plattenspielerschmiede clearaudio aus Erlangen. Neben der Präsentation des 350 Kilogramm schweren Statement und dem 60 Kilogramm schweren Master Innovation ist hier fast die ganze Produktlinie aufgebaut. Als Neuheit wird die Phono-Vorstufe Blance Reference Phono für 7.900 Euro präsentiert. Diese besitzt ein ausgelagertes Netzteil und zwei voneinander unabhängige Verstärkerzüge die mit symmetrischen und unsymmetrischen Anschlüssen bestückt sind. Als neuer Tonarm kommt der Profiler auf den Markt. Der mit einem Preis von 1.900 Euro doppelt gelagerte Tonarm ist in schwarz und silber erhältlich.

 

Weitere Highlights aus Halle zwei sind der bei AMG komplett überarbeitet Giro MKII Plattenspieler und die neue Herangehensweise bei der Entwicklung von Membranen der dänischen Lautsprechermanufaktur AMBITIOUS Audio Design.

 

Mit weiteren Impressionen aus Halle 2 verabschiede ich mich, wünsche Ihnen viel Freude bei den folgenden Berichten meiner Kollegen Wolfgang Kemper und Finn Corvin Gallowsky und freue mich schon auf ein Wiedersehen auf der HIGH END 2023.

 

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/22-05-23_highend
  • Social Introtext Als ich voller Vorfreude auf der Pressekonferenz mit Alan Parsons Platz nahm, konnte ich ein Gespräch hinter mir belauschen und fing gleich zu schmunzeln an, als es um Seniorenausweise und den Besuch einer Herzklinik ging. Doch der erste Eindruck sollte mich täuschen, denn die HIGH END begrüßte ihr Publikum als innovativer und moderner Gastgeber.

Nach zwei Jahren Pause steht endlich wieder die HIGH END an. Die Vorfreude ist groß. Ich bin gespannt, ob die Hersteller es trotz Lockdowns und Homeoffice geschafft haben, ihre Produktentwicklung weiter voran zu treiben und mit spannenden Neuerungen aufwarten können. Außerdem freue ich mich auf ein Wiedersehen mit der gesamten HiFi-Szene.

In diesem Jahr ist die HIFISTATEMENT Redaktion nicht ganz so üppig auf der Messe vertreten wie zuletzt im Jahr 2019. Für Wolfgang Kemper und mich ist die HIGH END schon ein alter Hut, für unseren neuen Kollegen Dave Marras Grünwalds eine Premiere. Zumindest als Berichterstatter von HIFISTATEMENT. Sie können sich also auf einen frischen Messeblickwinkel in seinem Bericht freuen.

Wie auch schon 2019 findet dieses Jahr die hifideluxe im Hotel Marriott analog zur HIGH END statt. Diese kleinere Messe erreicht man am besten mit dem kostenlosen Shuttle-Service direkt von der HIGH END und zurück. Über die hifideluxe wird Wolfgang Kemper berichten.

Mein Territorium ist dieses Jahr ausschließlich die HIGH END mit den Hallen 1 und 3 und dem Atrium 4.1. Anders als in den Vorjahren werden Fachbesuchern und Presse mit Donnerstag und Freitag gleich zwei Tage offeriert, bevor dann am Samstag und Sonntag die Messe auch für alle anderen Interessierten die Tore öffnet. Schon am Donnerstag ist es beachtlich voll. Ein toller Neustart nach einer so langen Pause. Dennoch bleibt genügend Luft, um an den Ständen etwas länger zu verweilen, sich Neuheiten erklären zu lassen und ohne große Staus auch mal etwas genauer hinzuhören. Nach kurzer Zeit fühlt es sich für mich an, als hätte die HIGH END nie eine zweijährige Pause erfahren. Zumal kaum jemand eine Maske trägt. Bei einer Außentemperatur, die an der 30er Marke kratzt, nicht weiter verwunderlich. Die Atrien wirken eher voll, obwohl man noch entspannt durch die Gänge kommt. Ohne Gedrängel war dies 2019 unmöglich. In den Hallen wirkt der Publikumsverkehr für mich deutlich beruhigter als sonst. Dennoch wird auf der Presse Konferenz der High End Society vermeldet, es hätten sich 4.000 Fachbesucher aus 77 Ländern und 350 Journalisten aus 33 Ländern angemeldet. Dieses Jahr verteilen sich diese aber eben auf zwei Tage und mischen sich nicht bereits am Freitag mit dem Rest des Publikums, was die entspannter wirkende Atmosphäre erklären würde. Die Rückmeldungen der Austeller sind dementsprechend positiv und obwohl es etwas ruhiger zugeht als üblich, habe ich niemanden gefunden, der am ersten Tag nicht schon gut beschäftigt gewesen ist.

Eine Sektion in Halle 1 hat sich gänzlich Kopfhörern, ihrer Peripherie und mobilem HiFi verschrieben. Schön, dass es hierfür einen Bereich gibt, in dem die verschiedenen Hersteller zusammengefasst werden. Wenn man sich speziell für Kopfhörer und mobiles HiFi interessiert, muss man nicht nach versprengten Herstelleraußenposten in verschiedensten Messeecken suchen. Dennoch vermisse ich die Canjam Europe, die 2018 in fußläufiger Entfernung gemeinsam mit der HIGH END abgehalten wurde. Hier wurde mehr Vielfalt geboten und die naturgegebene Ruhe einer reinen Kopfhörermesse ist etwas anderes als ein Kopfhörertest im üblichen Messelärm. Noch immer ist mobiles HiFi in Europa nicht so eingeschlagen wie in Asien. Trotzdem werde ich ihnen die World of Headphones getaufte Sektion in Halle 1 in meinem zweiten Artikel mit Freuden näherbringen. In diesem ersten Artikel möchte ich Ihnen einen ersten Querschnitt durch neue Produkte wohlbekannter Hersteller, (zumindest für mich) gänzlich neue Hersteller respektive Firmen und einige meiner persönlichen Highlights näherbringen.


Zwei Themen nehme ich dieses Jahr verstärkt wahr. Sie dominieren zwar bei weitem nicht die Messe, aber sind dennoch auffällig. Zum einen ist dies die nach wie vor immer weiter zunehmende Verbreitung von Aktivlautsprechersystemen, Einbaulautsprechern und All-In-One-Zuspielern. HiFi wird langsam immer „unsichtbarer“. Die Zeit der unübersehbaren Stereoanlage samt eines riesigen Stapels Komponenten scheint langsam abzulaufen. Sicher nicht unauffällig ist hingegen das zweite, materialintensive Gesprächsthema: Immersive Audio. Während ersterer Trend eigentlich nichts Neues mehr ist, fristet Immersive Audio noch immer ein Nischendasein. Zurecht, wie der ein oder anderen Leser jetzt vielleicht heimlich denken mag. Im (Heim-)Kinobereich sind objektbasierte Formate wie Dolby Atmos, DTS:X Pro oder auch Auro-3D, welches erst in voller Ausbaustufe AuroMax objektbasiert arbeiten kann, nicht mehr ungewöhnlich. Vorausgesetzt man hat den nötigen Platz, das nötige Kleingeld und vor allem das nötige Knowhow. Im HiFi-Bereich hingegen ist Mehrkanalaudio geradezu verpönt. Um festzustellen, ob nun zu Recht oder nicht, mangelt es auf der HIGH END an geeigneten Systemen.

Für mich beginnt die diesjährige Messe mit der Presse Konferenz der HIGH END Society. Als PR-Managerin der Society gebührt Claudia Kazner die Ehre die Pressekonferenz zu eröffnen. Vorstandsvorsitzender Jürgen Timm berichtet anschließend über Erfolge einiger Mitgliedsmarken. Beispielsweise die Auszeichnung WBTs mit dem Deutschen Innovationspreis 2021 oder das Erschließen von 3D-Druckverfahren bei der Firma Audio Physic. Stefan Dreischärf, Geschäftsführer der HIGH END Society Service GmbH, welche für die HIGH END Messe verantwortlich ist, bedankt sich bei seinem Team und kündigt, begleitet von frenetischem Jubel der Dolmetscherin auf dem Kopfhörer meines Sitznachbarns, Alan Parsons an. Mr. Parsons freut sich sichtlich darüber Steven Wilson, dessen Album The Raven That Refused to Sing (And Other Stories) er co-produzierte, als Markenbotschafter der HIGH END abzulösen. Er berichtet von seinen Anfängen mit digitaler Aufnahmetechnik in Form eines Sony PCM-3324 24-Track-Recorders mit 16 Bit. Nach Jahrzehnten der Digitaltechnik sei der Wunsch nach analoger Haptik wieder gestiegen, weshalb er sich kürzlich eine 32-Kanal Rupert Neve Konsole zugelegt habe. Ein System zur Wiedergabe und Bearbeitung von Material im Dolby-Atmos-Format werde in zwei Wochen trotzdem in seinem Studio eingerichtet. Er zeigt sich außerdem von der Möglichkeit begeistert, dank des Internets auch aus der Ferne Aufnahmen machen und überwachen zu können. Auf Nachfrage eines Pressekollegen erklärt Alan, dass er auf dem legendären Beatles-Konzert am 30. Januar 1969 sehr wohl anwesend war und verweist auf Peter Jacksons Dokumentarfilm The Beatles: Get Back, der sich genau mit diesem Ereignis befasst. Augenzwinkernd merkt er an, dass man ihn in dem Film sogar sehen könne, wenn man sich nur durch 9 Stunden Archivmaterial wühlt. Er äußert sich außerdem zum für ihn offensichtlichen Unterschied eines Tonschaffenden und eines Endverbrauchers. Während der Endverbraucher sein Audioequipment dazu nutzt, Musik zu hören, nutzt ein Tonschaffender Musik, um sein Equipment zu hören. Diese Gesetzmäßigkeit scheint sich für den Audiophilen durchaus zu verqueren. Manchmal bedaure ich jedoch, dass dies mitunter soweit geht, dass Musik zu einem reinen Testobjekt wird. Für den Loudness War hat Alan Parsons eine pragmatische Lösung parat: „Ist die Musik zu leise produziert, dreh lauter. Ist sie zu laut, dreh einfach wieder runter.“ Alles in allem ist das Treffen mit Alan Parsons humorvoll, kurzweilig und eine gute Einstimmung auf die Messe. Da viele Pressevertreter Alan Parsons danach persönlich im Gespräch begegnen wollen, gerät der Fototermin mit dem Vorstand der HIGH END Society etwas chaotisch. Ähnliches kann man von der Organisation der Messe hingegen zu keinem Moment behaupten.

 

Beim dänischen Traditionshersteller Dynaudio bin ich zur Presskonferenz geladen, auf der die neue Aktivlautsprecherserie Focus vorgestellt wird. Sie umfasst den Zweiwege-Regallautsprecher Focus 10, den Zweieinhalbwege-Standlautsprecher Focus 20 und den Dreiwege-Standlautsprecher Focus 30. In jedem Modell wird der Hochton mit 110 Watt angetrieben. Der Tiefmitteltöner darf je nach Modell aus einmal oder zweimal 280 Watt schöpfen. Die Chassis sind allesamt sehr hochwertig, der Tieftöner sogar der hochwertigste aus dem gesamten Dynaudio Line-Up. Auch der Hochtöner erhielt viele Anleihen aus der Topserie Confidence. Dynaudio ist mit einem aktiven HiFi-Speaker etwas spät dran, dafür ist das Produkt aber wirklich bis ins kleinste Detail fertig entwickelt. Die Streamingtechnik basiert auf der WiSA-Plattform und wurde offen gestaltet, sodass die Lautsprecher auch mit anderen WiSA-Komponenten harmonieren, vorausgesetzt, diese wurden nicht herstellerseitig individualisiert. Dies ermöglicht Streaming von bis zu 96 Kilohertz bei 24 Bit und nur 2,6 Millisekunden Latenz. Die Latenz zwischen den Lautsprechern beträgt dabei etwa eine Mikrosekunde. Da die Lautsprecher DSP-basiert konstruiert sind, ermöglichst dies einige interessante Features. Eins davon ist die automatische Erkennung des montierten Lautsprechergitters, dessen akustische Auswirkung durch eine Anpassung im DSP eliminiert wird. Außerdem sind die Lautsprecher für die Einmesssoftware Dirac Live vorbereitet. Ein passendes Mikrofon und die Lizenz dafür müssen separat erworben werden, so zahlen nur die Kunden hierfür, die diese Funktion auch wirklich nutzen möchten. Der typische, bewährte Dynaudio-Sound, mit vielleicht etwas mehr Attack und Vehemenz als gewohnt, konnte mich in der Präsentation überzeugen. Der Focus 10 wird für einen Paarpreis von 5.000 Euro, der Focus 30 für 7.500 Euro und der Focus 50 für 10.000 Euro erhältlich sein.

 


Audioquest erweiterte seine Mythical Creatures Reihe um XLR- und RCA-Verbindungskabel. Pro Meter und Paar werden folgende Preise fällig: ThunderBird XLR 3.900 Euro, RCA 2.900 Euro. FireBird XLR 6.900 Euro, RCA 5.500. Dragon XLR 11.900 Euro, RCA 9.500 Euro. Mitunter dank des ursprünglich für die Stromkabel der Storm-Serie entwickelten ZERO-Tech-Features dürften Garth Powell und sein Team unmittelbar an die Qualitäten der anderen Mythical Creatures aus dem Audioquest-Portfolio anknüpfen. Diese Kabel gehören zum Besten, was die Branche zu bieten hat.

 

Das Fink Team bewegt sich mit einer Neuinterpretation des Epos ES 14 aus den Neunzigern zurück in die Zukunft. Da der originale Epos älter als ich ist, erklären mir die Kollegen von Fink dankenswerterweise, dass er in den Neunzigern ein angesagtes Teil war. Ihr epos ES14N soll ungefähr 4.000 Euro pro Paar kosten und ich bin mir sicher, dass nicht nur Marty McFly ziemlich darauf abfahren wird… wenn er dann mal wieder aus der Vergangenheit anreist.

 

>Der Vorführraum bei Nagra war nicht nur voll, sondern rund um die Uhr geradezu überfüllt. Nicht weiter verwunderlich, es ist schließlich ganz und gar nicht alltäglich, dass Nagra einen Plattenspieler präsentiert. Ohne Frage haben sehr viele Analogfans sehnsüchtig auf diesen Tag gewartet. Dass das Laufwerk und der Tonarm etwas Besonderes sind, verstehe sogar ich Digital Native sofort. Vom komplexen Antriebssystem, über die Möglichkeit zur Geschwindigkeitskalibrierung und damit dem bewussten Verzicht auf eine aktive Geschwindigkeitskontrolle, einen 6,5 Kilogramm schweren Plattenteller aus Exium AM, einer Raumfahrt-Legierung, eine antistatischen Methacrylat-Scheibe, die das Innenleben offenlegt, bis zu einem Tonarm aus Kohlefaser, nichts an diesem Plattenspieler lässt auch nur geringste Zweifel darüber aufkommen, dass er dem Nagra-Anspruch gerecht werden kann. Der Referenz-70-Geburtstags-Plattenspieler ist ein großartiges Geschenk an die HiFi-Welt. Die Vorführung von Nagra-Technik an Wilson Audio Lautsprechern ist natürlich ein weiterer Publikumsmagnet. Ich wäre auch schon mit einem kleinen Nagra Seven Recorder glücklich, welcher auf dem Stand in einer Jubiläumsversion mit einem Audeze Kopfhörer vorgeführt wird.

 

Angelockt von den Ionenhochtönern der gewaltigen Lansche-Lautsprecher, komme ich in den gemeinsamen Hörraum von Lansche, Synästec und Dyrholm Audio. Der riesige, 130 Kilogramm schwere, Endstufenblock Saxum von Synästec ist nicht minder beindruckend als die Lautsprecher. Alleine diese zwei Komponenten kosten zusammen bereits mehr als 200.000 Euro. Gemeinsam mit den Kabeln der Firma Dyrholm Audio aus Dänemark ist hier ein unglaublich gut harmonierendes System geschaffen worden. Für mich eine der beeindruckendsten Präsentationen der HIGH END. So beispielweise auch die Phonovorstufe Igniculus von Synästec, die, geschickt hinter einer Abdeckung verborgen, neben einer Auswahl verschiedener Korrekturkurven viele andere Einstellungsmöglichkeiten bietet. Oder die nur auf Bestellung gefertigten Dyrholm Kabel aus der X-Serie, bei denen die Leiter einzeln mit Baumwolle isoliert werden, was das Kabel sehr dick, aber ungewöhnlich leicht macht. Alle drei Hersteller einzeln betrachtet sind bereits faszinierend und ich könnte viel mehr schreiben als für einen Messebericht angemessen wäre, gemeinsam in einem System allerdings sind sie überragend. Dieses System spielt absolut ausgewogen, lupenrein und wunderschön. Eine Anlage, bei der nicht nur das Preisschild High-End ist, sondern auch ihr Klang.

 

Mit der Evo Serie bietet auch Cambridge Audio eine All-In-One Lösung. Neu auf der HIGH END ist die zweite Auflage des Direktantrieb-Plattenspielers Alva TT mit einigen neuen Features. Beispielsweise kann die Elektronik der Bluetooth-Schnittstelle beim V2 vollkommen umgangen werden, wenn man sie nicht nutzen möchte. Außerdem kann der interne Vorverstärker ebenfalls umgangen werden, um später einen hochwertigeren Preamp nachzurüsten oder den internen Vorverstärker eines Vollverstärkers zu nutzen. Für 2.000 Euro erhält man den Alva TT V2 mit einem Cambridge Audio Alva MC Tonabnehmer. Der halb so teure, ebenfalls neue Alva ST mit Riemenantrieb verfügt über einen einfacheren MM-Tonabnehmer, seine Drehzahl wird allerdings immerhin optisch kontrolliert und korrigiert.


 

Gryphon Apex: Ein weiteres schönes Monster von Endstufe auf der HIGH END. 220 Kilogramm exklusives Endgame für 190.000 Euro. Die Auspackanleitung hat übrigens das Ausmaß einer IKEA-Aufbauanleitung.

 

Ich bin ganz ehrlich, so richtig meins ist das ausgefallene Design von mbl nicht. Die Vorführung lockt mich jedoch durch eine frische Musikauswahl an. Außerdem herrscht für ein Audiosystem dieser Preisklasse eine sehr entspannte Atmosphäre im Hörraum. Jeder Beteiligte weiß, dass hier nichts mehr bewiesen werden muss. Andere high-end Hersteller wirken auf mich diesbezüglich durchaus verbissener. Das ausgestellte Radialstrahler System 101 X-Treme MkII verfügt über einen verbesserten Subwoofer und kostet mal eben eine viertel Million Euro - ohne Peripherie versteht sich. Für das gesamte Setup inklusive 1621 A CD Transport (24.200 Euro), 1611 F DAC (24.800), 6010 D Preamp (23.400 Euro) und gleich vier 9008 A Endstufen (je 25.400 Euro) werden dann 424.100 Euro fällig.

 

Mit Naturalacoustic aus Tirol treffe ich im Vorführraum der Wiener Lautsprecher Manufaktur eine junge Firma, die sich auf Raumakustiklösungen aus Naturprodukten spezialisiert hat. In einem übertechnisierten Umfeld fallen ihre Absorber und Diffusoren durch ein stilvolles Understatement auf. Gerade die Diffusoren aus Echtholz und Betonplatten beweisen, wie gut beide Welten optisch zusammenpassen können. Die etwa 35 Kilogramm schweren Diffusoren sind anhand von vor der Messe durchgeführten Messungen vor Ort genau auf den Raum angepasst. Eine gleichermaßen individuelle Lösung bietet Naturalacoustic auch für die akustische Verbesserung ihres Hörraums.

 

WBT präsentiert auf der HIGH END unter anderem den neuen verriegelbaren Cinchstecker WBT-0120. Auf den ersten Blick sieht er schräg aus, das eher unkonventionelle Design hilft aber beim Kabelmanagement und schont die Gerätebuchsen, durch Vermeiden von zu großen Kräften durch kleine Radien und bewahrt das Kabel vor Knicken.

 

Als Nächstes übernimmt einer meiner beiden Kollegen mit seinem Messebericht, bevor dann in einigen Tagen der zweite Teil meines Berichts folgt. Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Lesespaß und illustres Stöbern in Helmut Baumgartners Fotos.

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/22-05-21_highend
  • Social Introtext Nach zwei Jahren Pause steht endlich wieder die HIGH END an. Die Vorfreude ist groß. Ich bin gespannt, ob die Hersteller es trotz Lockdowns und Homeoffice geschafft haben, ihre Produktentwicklung weiter voran zu treiben und mit spannenden Neuerungen aufwarten können. Außerdem freue ich mich auf ein Wiedersehen mit der gesamten HiFi-Szene.

Diese HIGH END unterscheidet sich. Vor allem die Zahl der Fachbesucher am ersten Messetag liegt gefühlt unter dem Niveau voriger Jahre - in Coronazeiten keine Überraschung. So hatte es Helmut Baumgartner etwas leichter an die Geräte heranzukommen und fotografierte heute alles was ihm interessant erschien.

Seine Bilder sind unkommentiert und sollen Sie, liebe Leser und Leserinnen, erst einmal einstimmen. Die Kollegen Dave Marras Grünwalds, Finn Corvin Gallowsky und Wolfgang Kemper werden Sie in den nächsten Tagen ebenfalls mit ihren Fotos aber auch mit Wortbeiträgen und über ihre persönlichen Klangerlebnisse informieren. Für heute wünschen wir viel Vergnügen mit diesem umfangreichen Überblick über eine große Zahl von Einzelkomponenten und Anlagen-Konfigurationen.

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/22-05-19_highend
  • Social Introtext Diese HIGH END unterscheidet sich. Vor allem die Zahl der Fachbesucher am ersten Messetag liegt gefühlt unter dem Niveau voriger Jahre - in Coronazeiten keine Überraschung. So hatte es Helmut Baumgartner etwas leichter an die Geräte heranzukommen und fotografierte heute alles was ihm interessant erschien.
Dienstag, 17 Mai 2022 01:41

Die HIGH END 2022 beginnt

geschrieben von

Am Donnerstag startet die HIGH END 2022 nach zwei Jahren Zwangspause in München. Nicht nur die internationale Branche wird sich vom 19. bis 22. Mai im Münchener MOC versammeln und sich endlich wieder austauschen können. Auch zahlreiche Musikliebhaber und HiFi-Fans haben am Messewochenende zwei Tage Zeit, die weltweit führende Audiomesse in vollen Zügen zu genießen.

Besucher und Besucherinnen sind herzlich eingeladen, sich von innovativen Produktpräsentationen, außergewöhnlichen Klangerlebnissen und überraschenden Neuentwicklungen inspirieren zu lassen. Hifistatement wird Ihnen wieder ausführlich in Bildern und Worten berichten.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_22-05-17_highend_HighEnd_2019_loudspeaker_3.jpg

Mit der Start-Up-Area hat der Veranstalter HIGH END SOCIETY Service GmbH eine Bühne für aufstrebende Newcomer der Audio-Branche entwickelt. Junge Unternehmen präsentieren auf einem vom Veranstalter bereitgestellten Gemeinschaftsstand ihre Ideen. Aus den Bewerbungen, die für die diesjährige HIGH END eingereicht wurden, hat der Veranstalter acht vielversprechende Newcomer ausgewählt, die unter anderem akustische Spiegel, ästhetische Lautsprecher und modern designte Plattenspieler präsentieren.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_22-05-17_highend_HE22_PM3-startup.jpg

Für diejenigen, die den Einstieg in die hochwertige Unterhaltungselektronik suchen, bietet das Label Soundsclever wieder eine hilfreiche Orientierung in der HiFi-Welt. Die Initiative der HIGH END SOCIETY zeichnet komplette, spielfähige Audio-Systeme aus, die eine beachtliche Klangperformance für weniger als 5.000 Euro bieten. Verschiedene Produzenten und Vertriebsfirmen stellen unterschiedliche Anlagen zusammen, die sie auf der HIGH END unter dem Label Soundsclever präsentieren. Die Lösungen reichen von strikt digital bis anspruchsvoll analog und bilden damit in spannender Vielfalt ab, was die Branche zu bieten hat.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_22-05-17_highend_HE22_PM3-soundsclever.jpg

Kopfhörer haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu nicht mehr wegzudenkenden Zeitgenossen entwickelt. Ob in den eigenen vier Wänden oder als ständiger Begleiter unterwegs, ob als In-Ear oder als kabelloses Modell mit großen Hörmuscheln, für den Genuss von mobilem Sound bietet der Markt unzählige Varianten hochtechnisierter Kopfhörer. Störungsfreies Hören mithilfe von Noise-Cancelling ist heute ein wichtiges Kriterium für viele Nutzer, ebenso wie der Tragekomfort und eine ansprechende Optik. Auf der HIGH END 2022 können Besucher und Besucherinnen in der „World of Headphones“ direkt vor Ort zahlreiche unterschiedliche Modelle ausprobieren und miteinander vergleichen. Auf einer farblich gekennzeichneten Sonderausstellungsfläche präsentieren sowohl bekannte Firmen als auch kleinere Marken die ganze Welt der Kopfhörer.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_22-05-17_highend_HE22_PM3-headphones.jpg

Die HIGH END SOCIETY Service GmbH hatte Alan Parsons bereits 2020 als Testimonial gewonnen und setzt die Zusammenarbeit in diesem Jahr fort, nachdem die HIGH END zum ersten Mal seit ihrem Bestehen nicht stattfinden konnte. „Für die Idee, die Symbiose zwischen Musik und Technik als Markenbotschafter zu untermauern, zeigte sich Alan Parsons damals sofort begeistert“, berichtet Stefan Dreischärf, Geschäftsführer des Messeveranstalters. „Parsons ist prädestiniert dafür, die Botschaft der HIGH END in die Welt zu tragen,“ so der Messechef. Das diesjährige Motto der Audiomesse lautet nicht umsonst „The Magic of Music“. Mit seiner exzellenten Aufnahmetechnik zaubert er die Magie seiner Kompositionen in die Wohnzimmer und sorgt damit auf einzigartige Weise für musikalischen Hörgenuss der Extraklasse. In der Musikbranche gilt der britische Ausnahmekünstler als wahrer Meister des guten Tons und ist mit seinen Kompositionen seit Jahrzehnten international erfolgreich. Alan Parsons wird im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz am Eröffnungstag der HIGH END den akkreditierten Medienvertretern Rede und Antwort stehen. Besucher und Fans, die eine Eintrittskarte für die HIGH END erworben haben, dürfen sich am Samstag, dem 21. Mai 2022 auf eine Autogrammstunde mit dem Weltstar freuen.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_22-05-17_highend_HE22_AlanParsons_PM_download4.jpg

Die HIGH END – die international renommierte Audio-Messe – gibt unangefochten den guten Ton der erstklassigen Musikwiedergabe an. Seit vier Jahrzehnten ist sie Impulsgeber für Produzenten, Verkäufer und Konsumenten hochwertiger Unterhaltungselektronik. An vier Tagen im Mai kommt in München die Fachwelt zusammen, wenn Hunderte Aussteller aus rund 40 Ländern ihre Neuheiten in den Hallen und Atrien des MOC präsentieren.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_22-05-17_highend_HighEnd_2019_loudspeaker2.jpg

Ach übrigens: Parallel zur HighEnd findet wieder die Hifideluxe statt. Informationen finden Sie hier.

Information
HIGH END 2022
Datum 19. bis 22. Mai 2022
Öffnungszeiten Do, Fr: 10 bis 18 Uhr nur Fachbesucher
Sa: 10 bis 18 Uhr
So: 10 bis 16 Uhr
Ort MOC München
Lilienthalallee 40
80939 München
Veranstalter HIGH END SOCIETY Service GmbH
Vorm Eichholz 2g
42119 Wuppertal
Telefon: +49 202 702022
E-Mail: info@highendsociety.de
Web: www.highendsociety.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/22-05-17_highend
  • Social Introtext Am Donnerstag startet die HIGH END 2022 nach zwei Jahren Zwangspause in München. Nicht nur die internationale Branche wird sich vom 19. bis 22. Mai im Münchener MOC versammeln und sich endlich wieder austauschen können. Auch zahlreiche Musikliebhaber und HiFi-Fans haben am Messewochenende zwei Tage Zeit, die weltweit führende Audiomesse in vollen Zügen zu genießen.
Montag, 16 Mai 2022 08:05

AperionAudio Novus T6 Tower

geschrieben von

Schon die alten Babylonier versuchten sich daran, einen beindruckenden Turm zu bauen, um in höhere und fast göttliche Sphären zu gelangen. Ob AperionAudio mit der Novus T6 Tower einen eher kleinen, aber feinen „Tower of Power“ erschaffen konnten, gilt es im nachfolgenden Test herauszufinden.

Seit 1999 im Business, warten die Amerikaner aus Portland, Oregon als erster Lautsprecher-Direktvertrieb der USA mit immer wieder neuen und innovativen Konzepten auf. Neben den Lautsprecherserien Verus III und Novus ist das Produktportfolio vom Super-Tweeter über Subwoofer bis hin zum Einbaulautsprecher sehr breit gestreut. Selbst eine Akustikgitarre und ein Stereo-Vollverstärker finden Musikverrückten dort. Da ich schon gute Erfahrungen mit den Bookshelf-Speakern Verus III machte und diese inzwischen meinen Hörraum tagtäglich mit feinen Klängen versorgen, war ich sehr gespannt auf Aperions knapp über einen Meter hohe Standlautsprecher Novus T6 Tower. Für den europäischen Markt übernahm Berhold Daubner mit seinen Hifipiloten aus Eisingen den Direktvertrieb und gewährt eine Garantie von fünf Jahren.

Der Anruf meiner Frau versetzte mich sofort in Alarmbereitschaft: „Was hast du denn da wieder bestellt? Da sind heute zwei einen-Meter-zwanzig große Pakete angeliefert worden und versperren unseren Wohnungseingang!“ Schnell machte ich mich auf den Weg nach Hause, um die neuen Testkandidaten ihrer Paketummantelung zu entledigen und meine gutgelaunte Partnerin nicht weiter in den Angriffsmodus zu versetzen. Die von Schaumstoffringen über einem dünnen weißen Filzmantel geschützten Speaker hieve ich aus Ihrer Verpackung und freue mich über die vormontierten Füße. Versehen sind diese mit Filzgleitern, wahlweiße können diese aber auch gegen die mitgelieferten höhenverstellbaren Spikes ausgetauscht werden. Da wir schon bald in eine neue Wohnung ziehen und mein bisheriger Vermieter wohl den alten Fußboden rausreißen wird, widmete ich mich der Frage. wie weit sich wohl die Spikes in den Laminatboden hineinbohren würden. Als weiteres Zubehör liegen ein Inbusschlüssel, weiße Baumwollhandschuhe, ein schwarzes Putztuch und die obligatorische Bedienungsanleitung bei, verpackt in einem weißen Briefumschlag mit Logo.

Das Topmodell der Novus-Serie weist über der Reflexöffnung eine D’Appolito-Anordnung der drei Chassis auf
Das Topmodell der Novus-Serie weist über der Reflexöffnung eine D’Appolito-Anordnung der drei Chassis auf


Die beiden Tower mit den Maßen von 220 Millimeter Breite, 1058 Millimeter Höhe und 280 Millimeter Tiefe gefallen mir optisch auf Anhieb sehr gut, das Design meines weißmatten Pärchens passt perfekt in den Aufenthaltsraum jedes Sternenzerstörers, auf Wunsch auch in schwarz matt – je nachdem für welche Seite der Macht man sich eben entscheidet. Alle Kanten sind perfekt abgerundet, das dickwandige MDF-Gehäuse wirkt wie aus einem Guss und bringt 16 Kilogramm auf die Waage. Hier übertrumpft die Novus T6 Ihre Vorgängerin um fast vier Kilogramm und weist auch in der Höhe stolze zehn Zentimeter mehr auf. Die stabile Bauform sorgt für weniger Gehäuseresonanzen, was sich positiv auf den Klang auswirken dürfte. Das Finish der weißmatten Lackierung ist einwandfrei, nirgendwo entdecke ich kleine Lackfehler. Auch lassen sich die weißen Flächen leicht reinigen – dies musste ich nämlich ausprobieren, nachdem sich meine eineinhalbjährige Tochter mit Ihrem neuen Lieblingsspielzeug daran machte, die neuesten Hieroglyphen aufzutragen, und ich ihr in alter Darth Vader Manier mit meinem Lichtschwert den blauen Kuli aus der Hand entriss.

Beim innovativen Design der Novus T6 Tower fällt besonders die senkrechte Bassreflexöffnung auf
Beim innovativen Design der Novus T6 Tower fällt besonders die senkrechte Bassreflexöffnung auf

Um weiteren Schaden durch meine Erbin vorzubeugen, hole ich vorsichtshalber beide magnetische Frontabdeckungen hervor – und bin begeistert. Perfekter Halt, ohne sichtbare Bohrungen schützen die Abdeckungen das Zwei-Wege-System vor Staub und kleinen Fingern. Ein innovatives Highlight ist der schlitzförmige mittige Bassreflexkanal. Der circa einen Zentimeter breite und 27 Zentimeter lange vertikalen Reflex-Port soll Strömungsgeräusche reduzieren und das Abstrahlverhalten im Bassbereich optimieren. Das Topmodell der Novus-Serie weist über der Reflexöffnung eine D’Appolito-Anordnung der drei Chassis auf: Zwischen den beiden 16,5-Zentimeter-Tiefmitteltönern mit Aramid-Gewebe-Membranen befindet sich hinter einem perforierten Schutzgitter der 25 Millimeter messende Kalotten-Tweeter aus Naturseide. AperionAudio hebt hervor, dass der Kalottenhochtöner der Novus Serie über einen Neodymiumantrieb verfügt, die Schwingspule mit Ferrofluid gekühlt wird, und der Frequenzgang bis 30 Kilohertz reicht. Der Hochtöner ist ein wenig näher am oberen Tiefmitteltöner positioniert und übergibt seine Arbeit unterhalb von 2.300 Hertz an seine beiden größeren Geschwister.

Der Hochtöner aus empfindlicher deutscher Naturseide befindet sich zum Schutz hinter einem Gitter
Der Hochtöner aus empfindlicher deutscher Naturseide befindet sich zum Schutz hinter einem Gitter

Wie bereits erwähnt bestehen die Konusse der beiden Tief/Mitteltöner aus einem Aramid-Gewebe, für das die Bezeichnung Kevlar geläufiger sein dürfte. Hierdurch sollen sie sehr leicht, aber zugleich auch sehr fest und extrem belastbar sein. Sie ermöglichen der Novus T6 selbst bei hohen Lautstärken eine hohe Feinauflösung und Impulstreue bis in einen Bereich von 32 Hertz. Beide Tiefmitteltöner mit jeweils vier Schrauben am Gehäuse befestigt. Für eine makellose Optik sorgen flexible Gummiblenden in Hexagon-Form.

Die Membran des Tiefmitteltöners besteht aus einem Aramid-Gewebe, im Volksmund auch als Kevlar bekannt
Die Membran des Tiefmitteltöners besteht aus einem Aramid-Gewebe, im Volksmund auch als Kevlar bekannt


Das Single-Wiring-Terminal mit seinen vergoldeten Anschlüssen erlaubt die Verwendung von Bananensteckern oder Kabelschuhen. Darüber befindet sich eine Steckbrücke für das „Aperion Room Tuning“. Hier hat der Hörer die Möglichkeit, den Hochtonfrequenzgang an die räumlichen Gegebenheiten und die persönlichen Präferenzen anzupassen. Wird die Brücke entfernt senkt sich der Hochtonanteil um drei Dezibel. Mit diesem Feature hatte ich schon bei der Verus III gute Erfahrungen gemacht. Für den Stereobetrieb wird eine parallele Aufstellung empfohlen. Ich persönlich bevorzuge nach einigen Experimente eine leicht auf meinen Hörplatz angewinkelte Aufstellung. AperionAudio gibt die Einspielzeit für das mit einem Preis von 1.700 Euro erschwingliche Speaker-Pärchen mit 50 bis 100 Stunden an.

Hinter der Dämmung lassen sich die Kammern für die Luftzirkulation zur effizienteren Basswiedergabe erahnen
Hinter der Dämmung lassen sich die Kammern für die Luftzirkulation zur effizienteren Basswiedergabe erahnen

Ich starte meinen Test mit der 2005 in Stuttgart aufgezeichneten Live-Aufnahme Friedemann The Concert: Schon der erste Track „The Samurai Who Decided To Die“ fesselt mich. Die Interaktion von Saxophon, Gitarre und Xylophon lässt mich sofort vergessen, dass ich in meinem Wohnzimmer sitze. Ich schließe die Augen und genieße die sehr gute Räumlichkeit. Bei „Blow With The Wind“ sticht besonders das Saxofon-Solo hervor, jede einzelne Phrasierung ist detailliert und klar. Ja, so macht Live-Musik daheim Spaß! Nachdem kleinen Ausflug in die Klangwelten Friedemanns benötige ich ein wenig Abwechslung. Aus den Tiefen meiner Vinyl-Sammlung krame ich den 1991 erschienenen Klassiker Dangerous des King of Pop hervor. Und los geht es mit „Who is It“. Bei dieser R&B Ballade faszinieren vor allem die Querflöten- und Celloklänge. Die stark akzentuierten Drumcomputer-Beats hallen klar und trocken durch mein Wohnzimmer. Lediglich MJs Gesang ist mir bei den Zischlauten etwas zu höhenlastig und ich teste das „Aperion Room Tuning“ aus. Sofort verbessert sich der Sound merklich, es herrscht Harmonie. Schon bei meinen Verus III nutze ich diese Anpassungsmöglichkeit gern – vor allem bei Stücken mit härteren Gitarrenriffs. Und so folgt gleich einer der wenigen Jackson-Songs mit raumfüllenden Gitarrenparts – vorgetragen von Guns N‘ Roses Saitenfiedler Slash. Und auch hier überzeugt mich die Möglichkeit der Höhenanpassung sofort – dennoch gebe ich meinen beiden Bookshelfs den Vorzug bei der Darstellung des mitreißenden Gitarrensolos – hier kommt ein wenig mehr Wärme im Mittenbereich zur Geltung.

Wahlweise können an den vormontierten Auslegern Spikes oder Gummifüße befestigt werden
Wahlweise können an den vormontierten Auslegern Spikes oder Gummifüße befestigt werden

Doch bevor ich das Genre wechsle, noch ein dritter Song von Jacko. Bei dem vor allem durch das Musikvideo mit Basketball-Goat Michael Jordan bekannte „Jam“ war mir die Darstellung der tieferen Frequenzen wichtig. Die Novus T6 überzeugen mit druckvoller und sehr sauberer Wiedergabe. Bassfetischisten werden sich noch die Unterstützung eines zusätzlichen Subwoofers wünschen, doch hier wurde klar Wert auf Definition und Sauberkeit gelegt. Mit ordentlich Druck und viel Raum erfreuen die Abperion nicht nur mein Gehör, sondern auch meine Nachbarn. Aber sei’s drum, der Umzug steht bevor und unser zukünftiger neuer Nachbar ist fast 90 und schwerhörig – ein Traum.


Der Tiefmitteltöner findet mit vier Schrauben festen Halt am Gehäuse. Für die natlose Optik sorgt eine Gummiabdeckung
Der Tiefmitteltöner findet mit vier Schrauben festen Halt am Gehäuse. Für die natlose Optik sorgt eine Gummiabdeckung

Ich wechsele zur Klassik. Camille Saint-Saens „Danse Macabre, Op. 40“ zieht mich mit seinem Wechselspiel zwischen Solovioline und den opulenten Bläsern in seinen Bann. Durch die herausragende Präsenz und Räumlichkeit der schmalen Zwillingstürme wandelt sich mein Wohnzimmer in einen Konzertsaal und ich bekomme Lust, wieder ein klassisches Konzert zu besuchen. Natürlich darf schon wegen des futuristischen Looks der Speaker John Williams „Star Wars Theme“ nicht fehlen. Egal ob dunkle oder helle Seite, die Novus Tower haben Macht. Opulente Orchesterkompositionen werden bis ins letzte Detail klar vorgetragen – keine Selbstverständlichkeit für Speaker in diesem Preissegment.

Magnetische Boxengitter mit perfektem Halt geben dem innovativen Design der Standlautsprecher ein wenig Neutralität
Magnetische Boxengitter mit perfektem Halt geben dem innovativen Design der Standlautsprecher ein wenig Neutralität

Es folgt das instrumentale Werk Audio der Performance-Künstler Blue Man Group. Und ja, wer Wert auf Rhythmik legt, vorgetragen auf unterschiedlichsten Instrumenten, wird hier nicht enttäuscht. Aperions Standlautsprecher finden hier den perfekten Groove. Die perkussive Kulisse animiert zum Mitwippen und Kopfnicken. Nach dem Eintauchen in die Instrumentalwelt entscheide ich für einen weiteren Stilwechsel und hole Greta van Fleets Longplayer Anthem Of The Peaceful Army hervor. Schon nach den ersten Takten von „Age of Man“ entferne ich die Steckbrücke des Anschlussterminals. Durch die Hochtonanpassung verringert sich leicht der Pegel, die Brillanz und Auflösung bleibt erhalten. Der Mitteltonbereich wirkt offener, vor allem die Darstellung von Gitarre und Gesang profitiert von diesem praktischen Feature.

Aperion Room Tuning: Mit dem Jumper kann der Hochtonanteil des Tweeters um drei Dezibel abgesenkt werden
Aperion Room Tuning: Mit dem Jumper kann der Hochtonanteil des Tweeters um drei Dezibel abgesenkt werden


Bei elektronischen Beats des französischen Elektronica-Duos Justice überzeugen die Aperions mit ihrer neutralen und ausgewogenen Abstimmung – und zwar schon vom ersten Track „Genesis“ an. Auch höhere Lautstärkepegel nehmen die Speaker völlig unbeeindruckt hin. Nur wer sein Wohnzimmer in eine Diskothek verwandeln möchte, tut gut daran für eine Investition von 700 Euro den passenden Subwoofer Bravus II 10D in sein System einzugliedern.

Blick hinter das Anschlussterminal: Die Frequenzweiche ist hochwertig verarbeitet mit Bauteilen aus Eigenproduktion
Blick hinter das Anschlussterminal: Die Frequenzweiche ist hochwertig verarbeitet mit Bauteilen aus Eigenproduktion

Zu guter Letzt noch „Dancing in the Dark“, vorgetragen von Anthony Dominick Benedetto, besser bekannt unter seinem Bühnennamen Tony Bennett. Der 19-fache amerikanische Grammy-Gewinner singt in einer Textzeile „We can face the music together“ und genau dies kann ich mit dem Lautsprecherpärchen aus Portland in hervorragender Qualität. Die Synergie von Vibrafon, Jazzdrums und Mr. Bennets unverwechselbare Stimme ist sonor und ehrlich. Emotion pur.

STATEMENT

Audiophiler Spaß zum fairen Preis. Die schlanken „Tower of Power“ glänzen mit Ihrer natürlichen Abstimmung und zeigen Ihre Stärken besonder bei der Raumabbildung. Innovatives Design und Top-Verarbeitung lassen Aperions Novus T6 Tower zum Eyecatcher für jedes Wohnzimmer werden.
Gehört mit
Phonostufe NAD PP2
Endstufe DENON PMA-535 R
Plattenspieler Technics 1210-SL MKII mit Tonabnehmer Ortofon Blue MM
CD-Laufwerk DENON DCD-735
DA-Wandler Cambridge Audio DacMagic
Computer Acer Aspire ES 15,6‟, 1,10 GHz Intel Pentium N4200, 8 GB, Microsoft Windows 10 Home, Version 10.0.19043
Audioplayer Foobar2000 v.1.6.8
Kabel Chord Company Clearway Series: Speaker Kabel, Stereo RCA Kabel, in-akustik 00404007, Mogami 2313, Micromega MyCable Speaker Kabel
Herstellerangaben
Aperion Audio Novus T6 Tower
Lautsprecher-Typ 2-Wege Standlautsprecher
Konstruktionsprinzip Bassreflex
Hochtöner 1 x 25mm Kalotte mit Membran aus Naturseide
Tieftöner 2 x 165mm Tiefmitteltöner aus Aramid-Gewebe
Frequenzgang (+/- 3dB) 32-30.000Hz
Trennfrequenzen 2.800Hz
Impedanz 4 - 8 Ohm
Wirkungsgrad 89dB (2,83V / 1m)
Abdeckung Schwarz (magnetisch)
Anschlüsse vergoldet
Einstellungsmöglichkeiten Hochtöner (2-fach anpassbar)
Abmessungen 220/1058/280mm (inkl. Standfüße)
Gewicht 16,4kg
Farbe Schwarz Hochglanz, Kirsche Furnier
Herstellergarantie 60 Monate
Einspielzeit 50 bis 100 Stunden
Paarreis 1.700 Euro

Vertrieb
HifiPilot GmbH
Anschrift Höhenstr. 7
75239 Eisingen
Telefon +49 7232 3640155
E-Mail kontakt@hifipilot.de 
Web www.hifipilot.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/22-05-16_aperion
  • Social Introtext Schon die alten Babylonier versuchten sich daran, einen beindruckenden Turm zu bauen, um in höhere und fast göttliche Sphären zu gelangen. Ob AperionAudio mit der Novus T6 Tower einen eher kleinen, aber feinen „Tower of Power“ erschaffen konnten, gilt es im nachfolgenden Test herauszufinden.
Freitag, 13 Mai 2022 07:05

Ein Besuch bei Siltech

geschrieben von

Schon vor knapp zwei Jahren hatte mich Werner Kempf, der in Deutschland die Geschicke von Siltech und Crystal Cable lenkt, zu einem Besuch nach Elst in den Niederlanden eingeladen. In der Zeit, in der Reisen wirklich keinen Spaß machte, kam noch der ein oder andere Grund für einen Ausflug zu den Kabelspezialisten hinzu. Ende März war es dann soweit.

Damit war es fast genau 17 Jahre her, dass ich Gabi und Edwin Rynveld erstmals an ihrem Firmensitz begegnete. Meine Kollegin, die damals in einem gedruckten Magazin über den Besuch berichtete, machte sich nicht nur darüber Gedanken, welchen Stellenwert Kabel in einer Anlage haben könnten, sondern stellte auch Überlegungen an, ob das damalige Top-Lautsprecherkabel zum Meterpreis von 3600 Euro als Statussymbol tauge. Zumindest in High-End-Zirkeln zweifelt heute niemand mehr am immensen Einfluss der Verbindungen auf den Klang einer Kette, und man nimmt inzwischen noch deutlich höhere Preise recht ungerührt zur Kenntnis. Kabel sind als wichtiger Bestandteil einer Anlage rundum akzeptiert, und das sieht man auch an der Entwicklung von Siltech: Während Gabi und Edwin Rynveld 2005 zwölf Mitarbeiter beschäftigten, sind es heute über 40.

Hier werden verschiedene Adern zur gewünschten Geometrie verseilt

Zwar residiert die Firma noch immer im gleichen Gebäude, aber das große Lager hinter der Produktionshalle und die Räume der Marketing-Abteilung in der ersten Etage gab es damals nicht, wenn ich mich richtig erinnere. Siltech- und Crystal Cable sind heute auf allen wichtigen Hifi-Märkten vertreten, dürften in diesem Jahr einen Gesamtumsatz von zehn Millionen erreichen und haben weltweit 50 Vertriebe. Daraus resultiert, dass in normalen Jahren mindestens 25 Messe- oder Distributorenbesuche mit einer Dauer von jeweils vier bis fünf Tagen zu absolvieren sind. Früher haben Gabi und Edwin Rynveld diese Aufgabe oft gemeinsam übernommen. Aber seit einiger Zeit engagieren sich auch die Söhne Viktor und Peter in der Firma: Als Betriebsleiter und Marktingexperte teilen sich die beiden die repräsentativen Aufgaben und die Besuche internationaler Messen mit ihren Eltern.

Wie die Kabelzuführung erkennen lässt, in ein Kabel mit vier Adern eine eher einfache Variante
Wie die Kabelzuführung erkennen lässt, in ein Kabel mit vier Adern eine eher einfache Variante

Für mich wäre es natürlich auch schon vor einiger Zeit spannend gewesen zu sehen, was sich bei einem renommierten Hersteller in über 15 Jahren getan hat, aber meines Erachtens nach macht eine Fülle an Hintergrundinformationen jetzt mehr Sinn, wo Sie bereits einen Eindruck von der hohen Qualität der Produkte von Siltech bekommen haben. Und dafür haben Wolfgang Kempers Berichte über drei unterschiedliche USB-Kabel und über NF-Kabel verschiedener Preisklassen mit Sicherheit gesorgt. Der Kollege war vom Klang seiner Testobjekte jedenfalls in beiden Fällen so angetan, dass er mindestens eines aus dem Testfeld erworben hat.


Nach der Zuführung werden die einzelnen Adern verdrillt
Nach der Zuführung werden die einzelnen Adern verdrillt

Darüber hinaus hatte Wojciech Pacuła, der Chefredakteur unseres polnischen Partnermagazins Highfidelity.pl, Siltechs Classic-Legend-880-Kabelserie mit dem Statement in High Fidelity│Polish Edition 2021 ausgezeichnet. Da auch im letzten Jahr keine Messe in Warschau stattfand, gab es lange keine Gelegenheit, den Preis zu übergeben. Was lag also näher, als den geplanten Firmenbesuch mit der Verleihung des Awards zu kombinieren? So hatten der Kollege und ich nicht nur die Gelegenheit, uns mal wieder zu sehen, sondern wir konnten uns den Firmenbericht auch teilen, was besonders bei einem Hersteller mit zwei Marken naheliegend erscheint. Wojciech Pacuła führte ein Interview mit Gabi Rynveld, das im Juni erscheinen und dann kurz darauf an dieser Stelle in Deutsch verfügbar sein wird.

Diese Maschine aus deutscher Produktion schneidet das Kabel präzise auf die gewünschte Länge
Diese Maschine aus deutscher Produktion schneidet das Kabel präzise auf die gewünschte Länge

In der Zwischenzeit standen mir Edwin Rynveld und sein Sohn Victor im Besprechungsraum Rede und Antwort. Edwin Rynveld machte schon in früher Jugend selbst – klassische – Musik, und zwar so gut, dass er bereits im zarten Alter von 17 Jahren im Radioorchester mitwirkte. Als er aber die Überzeugung gewann, dass er trotz allen Übens zwar ein wirklich guter, aber kein herausragender Musiker werden würde, machte er die Musik zu seinem Hobby und schreibt bis heute in seiner Freizeit Symphonien. In Sachen Beruf entschied er sich für ein Studium der Elektrotechnik. Nach dessen erfolgreichem Abschuss arbeitete er für Philips, Exxon und Shell. Während der gesamten Zeit beschäftigte er sich auch mit Hifi: zum privaten Musikgenuss ebenso wie bei der Modifikation und Reparatur von Geräten.

Hier erfolgt die genaue Messung
Hier erfolgt die genaue Messung

1992 bot sich ihm dann die Möglichkeit, Siltech zu erwerben, eine Firma, die neun Jahre zuvor gegründet wurde. Als Ingenieur wollte er auf bestes Mess-Equipment natürlich nicht verzichten, konnte nach dem Kauf der Firma aber nicht unbeschränkt in teure Gerätschaften investieren. Da kamen ihm seine guten Kontakte zu Philips zugute: Der Konzern lagerte einige Entwicklungsabteilungen aus den Niederlanden aus, obwohl man gerade feinste Messgeräte dafür erstanden hatte. Edwin Rynveld nutzte die Chance, die teilweise noch Original-verpackten Gerätschaften zu einem Bruchteil ihres Nennpreises zu kaufen. Seine Firma verfügte also praktisch von Beginn an über Messmöglichkeiten, die auch heute nicht jedem der überaus zahlreichen Kabelhersteller zur Verfügung stehen. So hatte er beispielsweise schon früh die Möglichkeit, die schwachen Magnetfelder zu messen, die etwa ein Strom durchflossenes Lautsprecherkabel umgeben, und sie durch eine spezielle Geometrie seines Kabels zu minimieren.


Hier wird geschnitten
Hier wird geschnitten

2006 gründeten Gabi und Edwin Rynveld eine Holding, die International Audio Holding oder kurz IAH, unter deren Dach Siltech und Crystal Cable nun operieren. Die beiden sind zwei der vier Gesellschafter, aber die Anteile sind so verteilt, dass alle Entscheidungen weiterhin in der Familie bleiben. Während eines kurzen Intermezzos mit einem von außen kommenden Geschäftsführer vor etwa zwei Jahren nahm Gabi ein Sabbatical. Seit Anfang 2021 ist sie aber wieder mit an Bord und unterstützt das PR-, Marketing- und Vertriebsteam, wie auch Hifistatement berichtete. Letztlich hat sich durch die Gründung der Holding also gut wie nichts geändert: Siltech bleibt Siltech und Crystal Cable bleibt Crystal Cable.

Hier entsteht ein Endstück für ein Crystal-Cable-Lautsprecherkabel mit Bananensteckern
Hier entsteht ein Endstück für ein Crystal-Cable-Lautsprecherkabel mit Bananensteckern

Was mich beim Lesen des Berichts meiner Kollegin aus dem Jahr 2005 überraschte: Heute gibt es gegen hochfrequente Einstreuungen bestens geschützte – das heißt aber nicht unbedingt geschirmte – Kabel, Filter wie beispielsweise die von Waversa, Erdungssyteme wie das von Synergistic und Abschussstecker wie die der Chord Company oder die von Ansuz. Aber Edwin Rynveld hat sich mit dem Thema Hochfrequenzstörungen schon vor 17 Jahren intensiv auseinandergesetzt. Er entwickelte seine Kabel schon damals aufgrund von Hörtest und Messungen.

Das Lautsprecherkabel an der Teststation
Das Lautsprecherkabel an der Teststation

Trotz des Firmennamens Siltech – kurz für Silver Technology – bestehen die Leiter nicht aller Kabel aus hochreinem Silber. Da gibt es erst einmal die Explorer-Serie für Einsteiger in die Siltech-Welt mit Leitern aus Kupfer hoher Reinheit. Edwin Rynvelds Untersuchungen in Sachen Metallurgie haben gezeigt, dass Silber mit einem kleinen Goldanteil in Sachen Langlebigkeit und Leitfähigkeit große Vorteile gegenüber Reinsilber besitzt – monokristallines Silber einmal ausgenommen. Dass der Firmenchef in Sachen Legierungen noch immer Verbesserungsmöglichkeiten sieht, belegt die Tatsache, dass in der ausgezeichneten Classic-Legend-Serie ein Silber-Gold-Gemisch der bereits neunten Generation verwendet wird. Mehr Informationen zu Siltechs wohl einzigartiger Leitertechnologie finden sie übrigens in den oben erwähnten Tests des Kollegen Kemper.


Es geht nicht einfach um eine Durchgangsmessung: Der Monitor zeigt eine Vielzahl von Messwerten an
Es geht nicht einfach um eine Durchgangsmessung: Der Monitor zeigt eine Vielzahl von Messwerten an

Gegen Ende unseres Gesprächs betonte Edwin Rynveld, dass Siltech und Crystal Cable nicht ausschließlich Kabelhersteller seien, auch wenn auf diese Produkte etwa 85 Prozent des Umsatzes entfielen. Crystal Cable habe eine Lautsprecherserie beginnend mit den aus Glas gefertigten großen Arabesque bis hin zu den Minissiomo im Portfolio. Bei Siltech gebe es die SAGA-Verstärker-Linie mit einem Vorverstärker und einer Endstufe, bei der die Spannungs- und Stromverstärkung in getrennten Gehäusen stattfinde.

Wenn die Messwerte in der Norm liegen, erhält das Kabel seinen NFC-Tag
Wenn die Messwerte in der Norm liegen, erhält das Kabel seinen NFC-Tag

Im Hörraum konnten wir dann das monumentale Symphony-Lautsprecher-System sehen und mit Abstrichen auch hören. Der Grund für letzteres: Edwin Rynveld und seine Entwicklungsingenieure überarbeiteten leider gerade zum Zeitpunkt unseres Besuchs die Frequenzweiche der Symphony. Deren vier riesige Tieftöner strahlen nach vorn und zu den Seiten ab und arbeiten in einem offenen Gehäuse. Darüber hinaus gibt es noch einen Tiefmitteltöner, drei Mitteltöner sowie eine Kalotte plus Diamant-Hochtöner. Ein Doppelbändchen rundet das Hochton-Ensemble ab: Es lässt dem Kunden die Wahl zwischen Bändchen und Diamant-Membran. Eine passive Weiche für diese Anzahl von Wegen verbunden mit den von den Lautsprechern generierten Gegen-Elektromotorischen-Kräften wäre einen beträchtliche Belastung für jede Endstufe.

Dem Kabel wird ein Pass ausgestellt, der auch auf die Siltech-Apps im App Store und bei Google Play verweist
Dem Kabel wird ein Pass ausgestellt, der auch auf die Siltech-Apps im App Store und bei Google Play verweist

Das Entstehen von Gegen-EMK verhindert Edwin Rynveld dadurch, dass er hinter jeden Ausgang der passiven Weiche einen Buffer-(End)-Verstärker mit einer Verstärkung von eins schaltet: Ein wohl einzigartiges Konzept, das in perfektem Zustand zu hören, gewiss einen zweiten Besuch in Elst wert wäre. Aber auch wenn ich hier nur die ersten Eindrücke – ein gewaltiger Bass, allerfeinste Auflösung und eine raumgreifende imaginäre Bühne – schildern kann, dürfte klar geworden sein, dass sich Edwin Rynveld nicht mit Standardlösung zufrieden gibt – was man ja auch an seiner Verstärkerkombination sehen kann, bei der er großen Aufwand treibt, um die Röhren- und Transistorschaltung gegen Spannungsschwankungen und Schmutz aus dem Netz zu immunisieren. Ich sollte hier nicht weiter ins Detail gehen. Vielleicht ergibt sich ja mal ein Test des SAGA-Trios.


Ein Netzkabel von Crystal Connect wird eingebrannt
Ein Netzkabel von Crystal Connect wird eingebrannt

Am nächsten Morgen besichtigten wir dann die Produktionshalle, in der die Kabel gefertigt werden. Das Herzstück ist für mich die Maschine, die in einem Nebenraum untergebracht ist, und Adern verschiedener oder auch gleiche Durchmesser verseilt. Hier wird die Kabelgeometrie festgelegt. Dann gibt es noch eine Maschine, die Kabel von der Rolle präzise auf die benötigten Längen schneidet. Statt einer kryogenen Behandlung werden die Kabel kurzfristig durch einen großen Stromdurchfluss erwärmt. Aber auch diese Art von Einbrenn-Prozedur wird größtenteils in Handarbeit vorgenommen – wie die gesamte Konfektionierung.

Dazu werden die beiden Leiter durch diesen Abschluss am Stecker verbunden
Dazu werden die beiden Leiter durch diesen Abschluss am Stecker verbunden

Nach der Fertigstellung und Prüfung erhalten die Kabel einen NFC-Tag. Mit diesem extrem flachen Chip mit Near-Field-Communication-Technologie kann die Siltech-App auf einem Smartphone mit dem Kabel Kontakt aufnehmen, so dass dessen Besitzer beispielsweise sicher sein kann, dass er keine Produktkopie erworben hat. Schon vor 17 Jahren bezifferte Edwin Rynveld den Schaden, der seiner Firma durch Produktpiraterie entsteht, auf etwa zwei Millionen Dollar. Der ist natürlich analog zum Umsatz mit „echten“ Siltech-Kabeln gewachsen. Mindestens ebenso schwer wie der finanzielle Verlust wiegt die Rufschädigung durch Billigkabel mit Siltech-Aufdruck. Beiden wirken die an den Kabeln befestigen Tags und die App entgegen, mit auch eine Registrierung zur Erlangung der Garantie möglich ist. Ist das Kabel soweit gediehen, kommt es in eine angemessene Verpackung. Hier mit Holzboxen und Bling Bling Eindruck zu schinden, haben Siltech und Crystal Cable zum Glück nicht nötig. Da werden die Einnahmen lieber in weitere Forschung investiert.

Das Kabel muss längere Zeit knapp 24 Ampere bei 50.1 Hertz aushalten
Das Kabel muss längere Zeit knapp 24 Ampere bei 50.1 Hertz aushalten

Direkt neben der Fertigungshalle liegt Edwin Rynvelds Büro, das er sich mit seinen beiden Entwicklungsingenieuren teilt, Hier findet man neben dem schon erwähnten hochwertigen Messpark auch den neuesten Audio Precision Audio-Analyzer und eine Kopfhörermessstation desselben Herstellers. Man darf gespannt sein, was in dieser Richtung von Siltech respektive Crystal Cable noch zu erwarten ist. Als Wojciech Pacuła zum Flughafen und ich zur Rückreise aufbrachen, waren wir uns einig, dass die Zeit für den Besuch viel zu kurz war, selbst wenn wir uns die Arbeit teilen. Einige spannende Themen konnten wir nur streifen und der größte Teil von Edwin Rynvelds Ideen für kommende Projekte müssen leider noch unter Verschluss bleiben.


Das sind noch nicht einmal alle Teile, aus denen ein Triple-Crown-Lautsprecherkabel besteht
Das sind noch nicht einmal alle Teile, aus denen ein Triple-Crown-Lautsprecherkabel besteht

Ein Triple Crown kurz vor der Vollendung
Ein Triple Crown kurz vor der Vollendung

Die Funktion des NFC-Tags des Triple Crown wird geprüft
Die Funktion des NFC-Tags des Triple Crown wird geprüft

Ein kleiner Teil der Produktionshalle
Ein kleiner Teil der Produktionshalle

Hier ist die Marketing- und Vertriebsabteilung zuhause
Hier ist die Marketing- und Vertriebsabteilung zuhause

Das Lager: eine audiophile Edel-Metal-Wertanlage
Das Lager: eine audiophile Edel-Metal-Wertanlage


Die Siltech Symphony im Hörraum
Die Siltech Symphony im Hörraum

Das Bassmodul der Symphony
Das Bassmodul der Symphony

Der Tiefmittteltöner in seinem Gehäuse
Der Tiefmittteltöner in seinem Gehäuse

Dieser Mittelhochton-Einheit fehlen noch die Bändchen-Lautsprecher
Dieser Mittelhochton-Einheit fehlen noch die Bändchen-Lautsprecher

Ein Detailfoto der SAGA-Vorstufe
Ein Detailfoto der SAGA-Vorstufe

Der SAGA-Stromverstärker
Der SAGA-Stromverstärker


Die Audio-Precision-Mess-Einheit für Kopfhörer
Die Audio-Precision-Mess-Einheit für Kopfhörer

Edwin Rynveld in seinem Entwicklungslabor
Edwin Rynveld in seinem Entwicklungslabor

Das Team von Siltech und Crystal Cable, urlaubs- und pandemiebedingt nicht in voller Stärke mit Gaby Rynveld (8. von rechts), Edwin Rynfeld (ganz links), Viktor de Leeuw (ganz rechts) und Werner Kempf (vierter von rechts)
Das Team von Siltech und Crystal Cable, urlaubs- und pandemiebedingt nicht in voller Stärke mit Gaby Rynveld (8. von rechts), Edwin Rynfeld (ganz links), Viktor de Leeuw (ganz rechts) und Werner Kempf (vierter von rechts)

Vertrieb
International Audio Holding BV
Anschrift Edisonweg 8
6662 NW Elst
The Netherlands
Web my-iah.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder boulevard/22-05-13_siltech
  • Social Introtext Schon vor knapp zwei Jahren hatte mich Werner Kempf, der in Deutschland die Geschicke von Siltech und Crystal Cable lenkt, zu einem Besuch nach Elst in den Niederlanden eingeladen. In der Zeit, in der Reisen wirklich keinen Spaß machte, kam noch der ein oder andere Grund für einen Ausflug zu den Kabelspezialisten hinzu. Ende März war es dann soweit.
Donnerstag, 12 Mai 2022 00:03

Statements in High Fidelity | German Edition 2022

geschrieben von

Vor zwei Monaten konnten der Kollege Wojciech Pacuła und ich wie berichtet den letzten der beiden Statements in High Fidelity│Polish Edition 2021 an Gabi und Edwin von der Kley für die Siltech-Classic-Legend-Kabelserie übergeben. Für die German Edition 2022 sieht es ebenfalls gut aus: Wir werden die Preisträger während der High End treffen können.

Nachdem einige Preise Pandemie-bedingt nicht persönlich übergeben, sondern nur verschickt werden und Zusammenkünfte zwischen den Ausgezeichneten, dem Kollegen und mir nur mehr virtuell stattfinden konnten, scheinen sich die Verhältnisse nun wieder ein wenig zu normalisieren. Während bisher unter anderem auch ein Resonanz-Synchronizer, ein audiophiles LAN-Switch und ein Linerarnetzteil prämiert wurden, kehrt diesmal auch bei den Gerätegattung mehr Normalität ein: Unsere Wahl, die wir wie immer ohne vorherige Abstimmung getroffen haben, fiel auf eine Vorstufe sowie einen Lautsprecher.

b_850_0_16777215_10_images_content_boulevard_22-05-12_sihf_3Y8A0590.jpg

Über Wojciech Pacułas intensive Beschäftigung mit dem Soulnote P-3 SE war an dieser Stelle ja schon zu lesen. Er würdigt ausführlich dessen Verarbeitungsqualität und eigenständigen Klangcharakter sowie die teils ungewöhnlichen technische Lösung Hideki Katos und kommt zu folgendem Resümee: „Der P-3 Special Edition ist ein Vorverstärker der Spitzenklasse, der zu den wenigen Geräten dieser Art gehört, die wirklich das „Herz“ der Anlage sind und sich dabei wohlfühlen. Er verdeckt nichts, ist hoch auflösend und hat dabei auch schöne Klangfarben, die an die der besten Röhrenvorverstärker erinnern. Seine Konstruktion ist bemerkenswert in ihrem Wunsch, jedes Detail zu „umarmen“, und sein Aussehen ist in der Tat sehr cool. Das ist High-End zu einem exzellenten Preis.“

b_850_0_16777215_10_images_content_boulevard_22-05-12_sihf_31-10-2021_Borresen-05-SE_008.jpg

Dass die Børresen 05 Silver Supreme Edition mein aktueller Lautsprecher-Favorit ist, dürfte ja schon im Bericht darüber angeklungen sein. Aber in Sachen Award sind sie nur ein totum pro parte: Polplatten und -Kerne aus Eisen waren, solange es dynamische Lautsprecher gibt, ein – scheinbar – unverzichtbares Element in jedem Antrieb. Aber Michael Børresen beweist mit dem eisenlosen Magnetantrieb in seinen Chassis – „iron less motor system“ wird er in der amerikanischen Patentschrift genannt –, dass es auch ohne Eisen geht. Dadurch kann die Induktivität des Treibers um rund den Faktor zehn gesenkt werden: Dynamische Verzerrungen werden signifikant reduziert und die Impulsantwort des eisenlosen Chassis dramatisch verbessert. Eine weitere Reduktion der Induktivität bewirken die massiven Kupfer- respektive Silberringe in der Silver Supreme Edition zwischen den Magneten. Der Award für die Børresen 05 ist daher als eine Auszeichung für den eisenlosen Magnetantrieb zu verstehen.

Wenn alles klappt wie geplant, sollten die Statements in High Fidelity│German Edition 2022 schon ab Donnerstagmittag in den Ausstellungsräumen der Preisträger bei der kommenden High End zu sehen sein werden.

Herzlichen Glückwunsch den Preisträgern!

b_850_0_16777215_10_images_content_boulevard_22-05-12_sihf_IMG_8329.jpg

Die bisherigen Statements in High Fidelity:

2021 POLISH EDITION

Siltech Classic Legend Kabelserie
Thiele TA01

2021 GERMAN EDITION

Ferrum Hypsos
RCM Audio Big Phono

2020 POLISH EDITION

Ayon CD-35 II HF Edition
Transrotor TRA 9

2020 GERMAN EDITION

Gryphon ETHOS
Melco S100

2019 POLISH EDITION

Nordost QPOINT
Audioquest NIAGARA 1000, 5000, 7000, TORNADO, THUNDER, NRG-Z3

Weitere Informationen

  • Flags
    Deutsch English|
  • Imagefolder boulevard/22-05-12_sihf
  • Social Introtext Vor zwei Monaten konnten der Kollege Wojciech Pacuła und ich wie berichtet den letzten der beiden Statements in High Fidelity│Polish Edition 2021 an Gabi und Edwin von der Kley für die Siltech-Classic-Legend-Kabelserie übergeben. Für die German Edition 2022 sieht es ebenfalls gut aus: Wir werden die Preisträger während der High End treffen können.
Donnerstag, 12 Mai 2022 00:01

Statements in High Fidelity | German Edition 2022

geschrieben von

Two months ago, as reported, colleague Wojciech Pacuła and I were able to hand over the last of the two Statements in High Fidelity│Polish Edition 2021 to Gabi and Edwin von der Kley for the Siltech Classic Legend cable series. Things are also looking good for the German Edition 2022: We will be able to meet the award winners during the High End in Munich.

After some awards were not handed over personally due to the pandemic, but only sent out, and meetings between the award winners, the colleague and myself could only take place virtually, things now seem to be getting back to normal a bit. While so far among other things also a resonance synchronizer, an audiophile LAN switch and a linerar power supply were awarded, this time more normality returns also with the equipment categories: Our choice, which we made without prior consulting each other as usual, fell on a preamp as well as a loudspeaker.

b_850_0_16777215_10_images_content_boulevard_22-05-12_sihf_3Y8A0590.jpg

You have already read about Wojciech Pacuła's intense involvement with the Soulnote P-3 here. He appreciates in detail its quality of workmanship and distinctive sound character as well as the partly unusual technical solutions of Hideki Kato and comes to the following conclusion: "The P-3 Special Edition is a top class preamplifier, which belongs to the few devices of this kind, which are really the "heart" of the system and feels comfortable with it. It doesn't obscure anything, is highly resolving, while also having beautiful timbres reminiscent of those of the best tube preamps. Its construction is remarkable in its desire to "embrace" every detail, and its looks are very cool indeed. This is high-end at an excellent price."

b_850_0_16777215_10_images_content_boulevard_22-05-12_sihf_31-10-2021_Borresen-05-SE_008.jpg

That the Børresen 05 Silver Supreme Edition is my current loudspeaker favorite has already been mentioned in the review. But in terms of the award they are only a totum pro parte: Pole plates and cores made of iron were, as long as there are dynamic speakers, a - seemingly - indispensable element in every drive unit. But Michael Børresen proves with his patented iron less motor system in his driver units that they are not. This allows the inductance of the driver to be reduced by a factor of around ten: Dynamic distortion is significantly reduced and the impulse response of the ironless drive unit is dramatically improved. A further reduction in inductance is achieved by the solid copper- or silver rings in the Silver Supreme Edition between the magnets. The award for the Børresen 05 is therefore to be understood as a honor for the ironless magnet drive

If everything works out as planned, the Statements in High Fidelity│German Edition 2022 should be on display in the award winners' showrooms at the upcoming High End as early as noon on Thursday.

Congratulations to the award winners!

b_850_0_16777215_10_images_content_boulevard_22-05-12_sihf_IMG_8329.jpg

The previous Statements in High Fidelity:

2021 POLISH EDITION

Siltech Classic Legend Kabelserie
Thiele TA01

2021 GERMAN EDITION

Ferrum Hypsos
RCM Audio Big Phono

2020 POLISH EDITION

Ayon CD-35 II HF Edition
Transrotor TRA 9

2020 GERMAN EDITION

Gryphon ETHOS
Melco S100

2019 POLISH EDITION

Nordost QPOINT
Audioquest NIAGARA 1000, 5000, 7000, TORNADO, THUNDER, NRG-Z3

Weitere Informationen

  • Flags
    Deutsch English|
  • Imagefolder boulevard/22-05-12_sihf
  • Social Introtext Two months ago, as reported, colleague Wojciech Pacuła and I were able to hand over the last of the two Statements in High Fidelity│Polish Edition 2021 to Gabi and Edwin von der Kley for the Siltech Classic Legend cable series. Things are also looking good for the German Edition 2022: We will be able to meet the award winners during the High End in Munich.
Seite 1 von 147

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.