Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität?
Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung, und zwar der integrierte Digital/Analog-Wandler des Deluxe. Der 400 Euro günstigere BT kommt ohne ihn daher, ist aber mit dem Bluetooth-Empfänger des Deluxe ausgestattet, auf den der noch einmal 100 Euro günstigere HP-10 auch verzichtet. Man mag sich fragen: Wozu ein Bluetooth-Empfänger in einem hochwertigen Kopfhörerverstärker? Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, diesen im Kopfhörerbetrieb zu nutzen. Nur: Der HP-10 ist in allen drei Varianten auch ein Vorverstärker mit symmetrischem XLR- und asymmetrischen Cinch-Ausgängen. Da kann ein Bluetooth-Eingang genau richtig sein, will man beispielsweise anlässlich einer Party mal vom Smartphone etwas über die Anlage zu Gehör bringen. Oder doch per Kopfhörer? Ja, wenn der TV- oder Video-Ton über Bluetooth ausgegeben wird. Dann vermittelt der Deluxe ein enorm detailreiches und vor allem räumlich spektakuläres Klanggeschehen. Dank Bluetooth aptx geschieht dies ohne Zeitverzögerung lippensynchron. Eingänge in Cinch und XLR ermöglichen auch das Durchschleifen des Musiksignals. So kann der HP-10 zum Beispiel hinter einem D/A-Wandler oder einem Phono-Vorverstärker als reiner Kopfhörer-Verstärker angeschlossen sein und das Signal von ihm zu einem Verstärker oder Vorverstärker weitergeleitet werden. Das ist erfreulich praxisgerecht, bedarf aber einer gleichartiger Verbindung: Man kann nicht von XLR auf Cinch oder umgekehrt durchschleifen.

Der HP-10 deluxe ein Kopfhörerverstärker besonderer Art, der sich von sämtlichen Mitbewerbern unterscheidet. Denn die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig und keineswegs Spielerei. Im Benutzerhandbuch – erfreulicherweise auch deutschsprachig – finden sich für sehr viele Kopfhörer Einstell-Empfehlungen. So ist der Benutzer nicht gleich überfordert. Selbstverständlich kann man jeden Kopfhörer auch ohne Nutzung der Optimierungen, also sozusagen den HP-10 pur hören. Es stehen vier Ausgänge zur Verfügung. Dies sind zwei unsymmetrische als 6,3- und 3,5-Millimeter-Klinke, sowie zwei symmetrische als XLR 4-Pin oder 4,4-Millimeter-Pentaconn. Die werden mittels der Fernbedienung oder am 6 mal 4,5 Zentimeter großen Touch-Display ausgewählt. Mehrere Kopfhörer gleichzeitig lassen sich nicht betreiben. Die Bedienung ist ebenso übersichtlich wie intuitiv und erfreulicherweise nicht in tiefen Menüs verschachtelt. Ein längerer Druck auf der Pegelsteller an der Front lässt ihn als Ein/Aus-Schalter agieren. Nach dem Hochfahren des HP-10 zeigt das Display die aktuellen Einstellungen. Durch kurzes Drücken und anschließendes Drehen des Lautstärkestellers erreicht man weitere Fenster wie „Options“ für die Auswahl der Helligkeit des Displays und die Zeitwahl für automatisches Abschalten. Das Fenster „Device Information“ gibt Auskunft über Seriennummer und Firmware, ein weiteres erlaubt den Reset auf die Werkseinstellungen. Zwischen den im Display angebotenen Einstellungen wählt man stets durch Wischen und Antippen, zum Beispiel bei der Wahl des Einganges oder Ausganges. Auch hat man auf der Studio Ebene die Wahl zwischen Stereo, Mono, nur Links, nur Rechts und Stereo seitenverkehrt, was manchmal zu Kontrollzwecken sehr dienlich sein kann. Das alles ist leicht getan, da auch die Fernbedienung eine begrüßenswerte, weil komfortable Alternative ist, da sie sämtliche ebenfalls Funktionen bietet. Die vom Benutzer gewählten Einstellungen der Studio-Ebene – drei sind möglich – lassen sich als Profil abspeichern und individuell benennen. Die Firmware meines Testgerätes war veraltet. Das Update erfolgt über die spezielle Service USB-Schnittstelle vom Windows oder Apple Computer. Dies bekommt man per E-mail aus Florenz umgehend zugeschickt, sobald man auf der Website ein Formular ausgefüllt und abgesendet hat. Alles nicht kompliziert und funktionierte sogar zwischen Weihnachten und Neujahr!

Der HP-10 deluxe kostet eine Stange Geld. Dafür bekommt man schon optisch einen beträchtlichen Gegenwert. Mein HP-10 ist schwarz und macht mit seinem dekorativ gestalteten Gehäuse einen wertvollen Eindruck. Auch die Bedienung über den runden Multi-Funktional-Schalter lässt Solidität spüren. Das Gold-Note-Logo wurde ansprechend integriert: einmal klein aber auffällig als goldene Plakette auf der Front und deutlich größer, aber dezent oben im Gehäuse. Hier erkennt man dann auch gut den mit einem Speer bewaffneten Bläser eines Cornu.
Beim Test habe ich einen Fehler gemacht. Aus purer Neugierde habe ich als erste Aktion den HP-10 deluxe mit dem optional erhältlichen und hier zum Testumfang gehörenden externen Netzteil Gold Note PSU-10 Evo betrieben, um auszuprobieren, was das Duo aus meinem betagten Denon AH-D2000 herausholen kann. Um gleich voll einzusteigen, wählte ich ein Preset eines aktuellen Denon-Kopfhörers aus der Vorschlagsliste. Was ich hörte war weit mehr, als ich jemals mit meinem D2000 im Urlaub oder über den Antelope Zodiac plus erlebt habe: Die gesteigerte Energie, mehr Volumen, schönere Klangfarben, verbesserte Detailstrukturen beeindruckten mich gleich mächtig. Jetzt bekam ich richtig Lust auf die Beschäftigung mit dem Gold-Note-Duo, erlebte dann aber gleich darauf einen Rückschlag, als ich den HP-10 deluxe ohne das externe PSU-10 Evo spielen ließ. Dieser Wechsel ist technisch ganz einfach möglich. Das zum Lieferumfang gehörende achtpolige Verbindungskabel zur Stromversorgung kann angeschlossen bleiben. Es ist übrigens sympathisch lang, so dass das Netzteil nicht direkt neben oder gar auf oder unter dem HP-10 platziert werden muss. Ein wenig Abstand kann mögliche Einstreuungen noch besser verhindern. Im Test standen die beiden einen Zentimeter auseinander auf der Acapella Basis, und es war kein Störsignal zu hören. Wenn beide Geräte eine eigene Leitung ans Stromnetz haben, braucht man nur den harten Netzschalter auf der Rückseite des PSU auf „Aus“ zu stellen. Nach einem Neustart läuft dann der HP-10 mit seiner eigenen Stromversorgung, die bei externer Stromspeisung ungenutzt bleibt. Der Zugewinn durch das PSU-10 Evo ist derart groß, dass ich mich nur wegen meiner Test-Disziplin zwang, ohne dieses zu hören. Das speziell für den HP-10 zur noch saubereren und stabileren Stromversorgung entwickelte PSU-10 Evo kostet 1.200 Euro, bietet dafür aber auch ein ebenso üppiges wie interessantes Innenleben, bei dem die drei Trafos sofort auffallen.

Ich habe in Florenz nachgefragt und erfuhr von Giovanni Rialti: „Die PSU-10 EVO verwendet ein Dual-Choke-Induktivfiltersystem in Kombination mit einer hochwertigen linearen Regelung und isoliert den HP-10 von Störungen, Ripple und Schwankungen aus dem Stromnetz. Das Ergebnis ist ein niedrigeres Grundrauschen und eine bessere Fähigkeit, Mikrodetails und feine musikalische Nuancen hörbar zu machen. Im Inneren befinden sich mehrere getrennte Transformatorwicklungen/Versorgungszweige, die jeweils unterschiedliche Bereiche des HP-10 speisen (analog, digital, Steuerung). Diese Trennung reduziert gegenseitige Beeinflussungen zwischen den Stufen und erhöht die wahrgenommene Dynamik sowie die Natürlichkeit – auch mit anspruchsvollen Kopfhörern. Mit angeschlossener PSU-10 EVO verfügt der HP-10 über eine größere Energiereserve und eine bessere Reaktion auf Transienten. Das führt zu mehr Autorität, Kontrolle und Stabilität, auch bei Kopfhörern mit geringer Empfindlichkeit und komplexen Lasten. Mit PSU-10 EVO bleibt die Leistung des HP-10 sowohl bei niedrigen Lautstärken (Details bleiben erhalten, Hintergrund wirkt „schwärzer“) als auch bei hohen Pegeln (weniger Verzerrung, mehr Kontrolle und keine Hörermüdung) auf höchstem Niveau. Die PSU-10 EVO ist ein integraler Bestandteil des modularen Gold Note Konzepts: sie macht den HP-10 skalierbar und bereit für künftige, noch anspruchsvollere Kopfhörer und gewährleistet stets sein volles Potenzial.“ Äußerlich besitzt das Netzteil das gleiche Gehäuse und die gleichen Proportionen wie der HP-10. Durch die dekorativ gestalteten Kühl-Schlitze schimmern jedoch keine roten LEDs wie beim HP-10. Die in die Front eingelassene LED zur Betriebsanzeige strahlt hier dezent blau statt grün beim Kopfhörerverstärker.

Der HP-10 ist ein durch und durch analog und doppelt mono aufgebauter Clas-A-Verstärker. Allein das Digitalteil ist davon ausgenommen. Dessen einziger Eingang ist ein USB-C, an den ich abwechselnd den Eversolo T8 oder den Antipodes Oladra angeschlossen habe. Diese digitale Sektion erledigt ihr Arbeit musikalisch auf hohem Niveau. Allerdings ist ein hochwertiger externe D/A-Wandler, wenn dieser bereits vorhanden sein sollte, möglicherweise die bessere Wahl. Jedenfalls spielte der HP-10 zusammen mit meine Holo Audio DAC für gut 6000 Euro oder auch mit der Plinius Phonostufe nochmals deutlich besser als mit dem integrierten DAC. Man sollte aber fair bleiben. Von einem integrierten D/A-Wandler für 400 Euro mit einem AKM AK4493 Chip darf man nicht die letzte Perfektion erwarten, und gemessen an seinem Preis, will ich dem integrierten Wandler im Deluxe ein dickes Kompliment machen. Wenn nicht das Bessere des Guten Feind ist, kann man mit ihm sehr gut leben und genüsslich in Musik schwelgen. Die Lautstärke wird analog über ein Festwiderstandsnetzwerk in Ein-Dezibel-Schritten geregelt. Für sehr viele gängige Kopfhörer finden sich Preset-Empfehlungen auf der Website. Dazu zählt auch die Wahl des Verstärkungsfaktors. In der höchsten Stufe kann der HP-10 bis zu zehn Volt bereitstellen. Da sollte ganz sicher auch für Leistungsfresser ausreichen.

Zuerst kombinierte ich den HP-10 allein imit meinem Oladra und dem Holo-D/A-Wandler – zweifach verbunden mit einem PAD Elementa per XLR und einen Wireworld Eclipse per Cinch. Ich hörte mich mit dem Final D7000 auf den HP-10 ein ohne eine der unter „Studio“ angebotenen Optionen zu nutzen. Für die ersten Vergleiche suchte ich die beiden ersten Titel, „Rusalka“ und die „Rheinnixen“, aus Fairy Tales von Regula Mühlemann mit den Chaarts Chamber Artists, weil die wunderschöne Stimme und die vielfältige, feine Instrumentierung dieser gelungenen Sony-Einspielung auch mehrfach hintereinander gehört ein Genuss sind. Pur, ohne eine Option in Studio zu aktivieren, klingt die Musik auffallend klar und sauber, keine Tonlage bevorzugend, präzise, konturenscharf und subjektiv extrem neutral. Das kann schon gefallen, wirkt aber relativ sachlich und auch ein wenig emotionsarm, sobald man das Studio-Profil aus der Vorschlagsliste für den Final 7000 erlebt. Für den werden drei Optionen zugeschaltet. Insgesamt sieht das Angebot wie folgt aus:
Es gibt vier Crossfeed-Alternativen. Hierbei wird das Stereosignal unterschiedlich gegen Mono gemischt, um von der für Kopfhörer typischen im Kopf-Lokalisation losukommen und das Musikgeschehen etwas mehr nach vorn zu holen. Die vier Abstufungen scheinen mir hier sehr gut gewählt, auch wenn sie nicht die Perspektive wie beim Lautsprecher-Hören simulieren können. Dies wird man, so meine Überzeugung, möglicherweise irgendwann mit weiterentwickelter Immersive-Technologie erreichen. Mit Crossfeed, wohl dosiert eingesetzt, wird die Darbietung homogener und stimmiger. Zusätzlich dazu kann man eine von drei verschiedene Harman-Kurven hinzufügen. Dazu schreibt Gold Note: „Die drei Harman-Modi H,M und L sind keine einfachen Klangregler oder grundlegenden Equalizer, sondern ausgefeilte analoge Optimierungen, mit denen sich jeder auf dem Markt erhältliche Kopfhörer feinabstimmen lässt. Basierend auf strengen wissenschaftlichen Untersuchungen zur menschlichen Frequenzwahrnehmung verbessern diese Einstellungen die Klangbalance und die Klangfarbenpräzision, ohne den charakteristischen Klang des Kopfhörers zu verändern.“ In der abgebildeten Grafik, können sie die Wirkung der Kurven auf den Frequenzgang sehen. Die drei Harman-Kurven lassen sich miteinander kombinieren, woraus sich sieben (H, M, L, H+M, H+L, M+L, H+M+L) unterschiedliche Möglichkeiten ergeben. Die Auswahl des Dämpfunsfaktors „Low“ oder „High“ wirkt sich auf das Einschwingverhalten der Treiber aus und darf ebenfalls nach Gusto gewählt werden, wobei der höhere Dämpfungsfaktor die Präzision im Bass steigert und der niedrigere ein etwas wärmeres Klangbild generieren kann. Dann haben wir noch den hoch interessanten „Super Flat Mode“, der einen absolut linearen Frequenzgang in den obersten Tonlagen gewährleisten soll, da er dem üblichen Höhenabfall entgegenwirkt. Weiterhin lässt sich unter „Studio“ die Phase um 180 Grad drehen.

Der Vorschlag für den Final D700 lautet Crossfeed 1, Harman H plus M. Der Dämpfungsfaktor bleibt auf der Grundeinstellung High. Dadurch gewinnt das Klangbild beachtlich an Farbe und Energie. Man muss beim Umschalten jedoch berücksichtigen, dass durch die Veränderungen sich auch die subjektive Lautstärke-Wahrnehmung ändert. Zweifelsfrei verbessern die Feinjustierungen die Musikalität, auch weil Regula Mühlemanns Gesang nun deutlich körperhafter erscheint und ihre Stimme besser fokussiert leicht nach vorn rückt. Schaltet man zurück, kommt einem das Klangbild regelrecht farb- und beinahe leblos vor. Man kann diese Profile jederzeit der gehörten Musik ein wenig anpassen, wie beispielsweise Crossfeed bei übermäßiger links/rechts Stereophonie intensivieren bis es gefällt. Oder was ich immer mal wieder gern zugeschaltet habe, war das Super Flat, weil dann vor allem bei Live-Aufnahmen die Atmosphäre der Location noch besser vermittelt wird. Mit dem hochwertigen Final D7000 gelang dies alles hervorragend und optimierte den Hörgenuss erheblich. Auch wenn die einzelnen Einstellungen für sich allein sehr fein agieren, bewirkt die richtige Kombination dann doch einen erstaunlichen Gewinn an musikalischer Qualität und steigert das Hörvergnügen enorm. Es gibt sicher andere exzellente Kopfhörerverstärker, die, möglicherweise dank Röhren, ein Schwelgen in der Musik erlauben. Der Gold Note HP-10 bleibt schon ohne Zusatznetzteil stets ehrlich und lullt niemals ein, sondern überzeugt durch feinsinnige musikalische Stimmigkeit, die emotional berührt. Wenn ich nun das asymmetrische Kabel des Final D7000 gegen ein gleichartiges symmetrisches tausche, gewinnt die Ordnung noch ein wenig an Exaktheit. Dadurch bekommen Stimme und Instrumente einen Hauch mehr Raum, der Bass tönt sauberer und alles klingt beschwingter. Jetzt schalte ich das PSU-10 EVO dazu erlebe eine sauberere, standfestere Darbietung mit verfeinerter Dynamik und artikulierterem Bass. Auch die hohen Tonlagen klingen eine Spur feiner. Alles erscheint jetzt noch ein wenig lebendiger und authentischer. Dem oben genannten Zitat von Giovanni Rialti schließe ich mich hinsichtlich der Klangvorteile gerne an. Er übertreibt nicht.

Wenn ich meinen Denon AH-D7200 und den Hedd D1 an den Antelope Zodic Plus anschließe, vermitteln die ein sehr unterschiedliches Hörerlebnis. Der Hedd spielt relativ nah, beinahe direkt am Ohr, der Denon deutlich weiter entfernt. Beides ist schön, aber eben anders: Mal gefällt der eine besser, mal der andere. Beim Anfang des ersten Satzes von Mahlers Symphony No.3 mit Mariss Jansons und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks macht das jedoch einen gewaltigen Unterschied. Der Denon staffelt erheblich differenzierter im Raum, während der Hedd, etwas überspitzt formuliert, schon fast aufdringlich wirkt. Am Gold Note wird dieser Unterschied bereits ohne jegliche Filter zu Gunsten des Hedd geringer. Durch entsprechende Wahl der Harman Kurven in Verbindung mit Crossfeed 1 verschwindet er beinahe gänzlich, und der D1 spielt frei, unaufdringlich und mit der ihm eigenen Klangfarbenpracht, die besonders bei Einzelinstrumenten oder Gesang geradezu betört.
Die beiden unterschiedlichen analogen Verbindungen vom D/A-Wandler zum HP-10, also XLR und Cinch, klingen unterschiedlich. Das Purist Audio XLR wärmer, das Wireworld in den Mitten vergleichsweise etwas zurückhaltend. Die geeignete Wahl der Harman Kurven gleicht auch dies weitgehend aus und führt zu einer Abstimmung, die meinen Hörvorstellungen perfekt entspricht. Nach diesen Versuchen bin ich überzeugt, dass mit dem HP-10 selbst mit nicht allzu kostspieligen Kopfhörern wie dem D1 und dem AH-D7200 fantastische Klangerlebnisse möglich sind. Da drängt sich der Gedanke auf, ob man nicht zuerst in diesen Gold Note investieren sollte, bevor man einige Tausender für einen noch höherwertigen Kopfhörer ausgibt. Das PSU-10 EVO ist das Tüpfelchen auf dem i, ein deutliches und süchtig machendes. Mit seinen Optimierungsmöglichkeiten ist aber der HP-10 deluxe auch ohne dies bereits ein technisches Werkzeug für musikalischen Hochgenuss.

|
Gehört mit
|
|
|---|---|
| Musik-Server/Player | Antipodes Oladra G4 mit Roon Server oder Eversolo T8 |
| Netzwerk | Ansuz Acoustics PowerSwitch A2 mit Darkz-Resonance-Control C2T, Digitalz Ethernet Cable A2 |
| Digital/Analog-wandler | HoloAudio May Ketsuné Edition oder Antelope Zodiac plus |
| Plattenspieler | Brinkmann Bardo mit Performance-Netzteil, Tonarm Musical Life Conductor 10“, Audio-Technica AT-ART 20 |
| Phono-Vorstufe | Plinius Koru |
| Kopfhörer | Denon AH-D2000, Denon AH-D7200, Final DX-6000, Final D-7000, Hedd D1, RHA T20 In-Ear |
| Zubehör | Audioquest Diamond USB, Habst USB Ultra-3 und DIII AES/EBU, JIB Boaacoustic Silver Digital Krypton AES/EBU und Evolution Black S/PDIF, Wireworld Eclipse 8 Silver Cinch, Purist Audio Design Elementa Advance XLR, Audioquest Niagara 5000, Hurricane HC und Source Netzkabel, MudraAkustik Netzkabel, AHP Reinkupfer Sicherungen, Synergistic Research Quantum OrangeSicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Levin Design Vinylbürste |
| Geräte-Erdung | Huesmann Double-Earth-Conductor Copper Edition |
| Möbel | Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis, Acapella Basis |
|
Herstellerangaben
Gold Note HP-10 deluxe
|
|
|---|---|
| Kopfhörerverstärker | Klasse-A Dual/Mono |
| Frequenzgang | 20Hz-20kHz ± 0.3dB |
| THD | 0,015% bei 1kHz |
| Signal-Rausch-Verhältnis | 110dB |
| D/A-Wandler | AKM AK4493 |
| Bluetooth | 5.1 HD aptX |
| Crossfield | einstellbar: Vollspektrum oder Bässe, Mitten, Höhen |
| Analoger Equalizer | Harman Kurven und Superflat |
| Dämpfungsfaktor | einstellbar hoch oder niedrig |
| Phase | einstellbar 0 / 180 Grad |
| Infrarot-Empfänger | für multifunktionale Fernbedienungen |
| Kopfhörer-Ausgänge | 3,5mm Klinke unsymmetrisch; 6,3mm Klinke unsymmetrisch; 4,4mm Klinke symmetrisch; 4-Pin XLR symmetrisch |
| Line-Ausgänge | 1 x unsymmetrisch RCA; 1 x symmetrisch XLR |
| Analog-Eingänge | 1 x unsymmetrisch RCA ( 5Vrms maximal ); 1 x symmetrisch XLR ( 8 Vrms maximal ) |
| Digitaleingänge | USB-C bis zu DSD512, PCM 768kHz, Bluetooth 5.1 HD aptX |
| Kopfhörer-Ausgangsleistung | 10 Watt maximal |
| Netzspannungen | 100-240V, 50/60Hz |
| Leistungsaufnahme | maximal 25W |
| Sicherung | 3,15 AMP T |
| Fernbedienung | inklusive |
| Gehäuseausführungen | schwarz, golden, oder silber eloxiertes Aluminium mit gebürsteter Oberfläche |
| Abmessungen (B/T/H) | 20 x 260 x 80mm |
| Gewicht | 3,5kg |
| Preise | HP-10 deluxe 2.390 Euro, HP-10 BT 1.990 Euro, HP-10 1.890 Euro |
|
Herstellerangaben
Gold Note PSU-10 Evo
|
|
|---|---|
| Technisches Merkmal | Vier-Schienen Audio-Netzteil |
| Spannungsregler | zwei ultra-rauscharme Spannungsregler |
| Maximale Schwankung der Ausgangsspannung | 0,05% |
| Leistungs-Rauschunterdrückung | >80dB |
| Reaktionszeit bei voller Leistung | <2,5µsec |
| Netzspannungen | 100-120V / 220-240V mit automatischer Erkennung, 50/60Hz |
| Gehäuseausführungen | schwarz, gold, oder silber eloxiertes Aluminium mit gebürsteter Oberfläche |
| Abmessungen (B/T/H) | 20 x 260 x 80mm |
| Preis | 1.190 Euro |
|
Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
|
|
|---|---|
| Anschrift | Villa Belvedere Wallufer Straße 2 D-65343 Eltville am Rhein |
| Telefon | +49 6123 9258956 |
| info@audiotra.de | |
| Web | www.audiotra.de |
HighresAudio ist nach Tidal und Qobuz der dritte integrierte Streaming-Dienst in JPLAY und bietet verlustfreie Audioqualität mit bis zu 24 Bit/192 Kilohertz, kuratierte Entdeckungen und Zugriff auf HighresAudio VirtualVault. Die neue Integration ist ab sofort in der neuesten Version der JPLAY-App verfügbar.
Mit HighresAudio in JPLAY erhalten Audiophile Zugang zu einem Streaming-Dienst, der sich auf Studioqualität und verlustfreie Wiedergabe mit bis zu 24 Bit/192 Kilohertz konzentriert, einschließlich vollständig analysierter und verifizierter 24-Bit-Studio-Master. HighresAudio ist bekannt für strenge Qualitätsstandards und einen Katalog, der für Hörer entwickelt wurde, die Wert auf Authentizität und Klangtreue legen, einschließlich kuratierter Wiedergabelisten, Albumbeschreibungen und Künstlerbiografien.
Die wichtigsten Vorteile für JPLAY-Nutzer
Über HighresAudio
HighresAudio ist ein Musikshop, der ausschließlich hochauflösende 24-Bit-Downloads zum Kauf und Streaming per Abonnement von Aufnahmen mit der höchstmöglichen Abtastrate anbietet und alle Musikgenres abdeckt. Mit mehr als einer Million Titeln im Angebot bietet HighresAudio eine breite Palette an Musik für Hi-Fi-Enthusiasten und Musikliebhaber, die Wert auf Klangqualität legen und diese zu schätzen wissen. HighresAudio wurde von einem Team erfahrener, visionärer und begeisterter Musikexperten und Toningenieure in Deutschland gegründet. Das Team nutzt die technologischen Fortschritte in der Musikindustrie, um Musikliebhabern auf der Suche nach einem authentischen Hörerlebnis zu helfen. HighresAudio entwickelt auch innovative Dienste und Anwendungen und schafft damit neue Geschäftsmodelle und Möglichkeiten für Künstler, Labels und Hersteller von digitalen Audioprodukten.
Verfügbarkeit von HighresAudio
HRA-Streaming ist in mehreren europäischen Märkten verfügbar, darunter: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Niederlande, Italien, Irland, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Norwegen, Schweiz. (Die Verfügbarkeit kann je nach Gebiet und Lizenzierung variieren.)
Die HighresAudio-Integration ist ab sofort in der neuesten Version von JPLAY verfügbar. Aktualisieren Sie die App, melden Sie sich bei Ihrem HighresAudio-Konto an und starten Sie das Streaming. Für den Zugriff auf Streaming-Inhalte ist ein HighresAudio-Abonnement erforderlich. Die JPLAY-App ist in 15 Sprachen verfügbar. Weitere Informationen unter jplay.app.
Zum zweiten Mal finden die Norddeutschen HiFi-Tage im Le Méridien statt. Zentral gelegen, leicht zu erreichen und mit modernen Räumlichkeiten ausgestattet, erweist sich das Hotel abermals als sehr angenehmer Austragungsort für die HiFi-Tage. Auch das zweite Jahr in Folge am gleichen Ort ließ bei mir keine Langeweile aufkommen.
Dieses Jahr hat mir das Gleichgewicht aus preisgünstigen und High-End-Systemen sehr gut gefallen. Viele der Aussteller haben sich Mühe gegeben, Abwechslung zu bieten und andere Konfigurationen, Marken und Produkte in den Fokus gerückt als noch im Jahr zuvor. So empfand ich die Messe, obwohl sich der Standort nicht, wie es für die HiFi-Tage in den letzten Jahren ja öfters der Fall war, verändert hat als frisch, unverbraucht und spannend. Ich hatte das Gefühl, dass noch mehr Aussteller geschlossene Vorführungen anboten. Genauso wie es Birgit Hammer-Sommer für den ersten Bericht schwergefallen ist, alle gewünschten Fotos zu schießen, machten auch mir die Vorführungen das Redakteursleben nicht leichter. Zumal bei einem Besuch aller Räume kaum die Zeit bleibt, allen Vorführungen meine vollumfängliche Aufmerksamkeit zu schenken. Für die Besucher jedoch war das intensive Erleben der Lieblingsmarke oder potenzieller neuer Komponenten auf diese Weise ein Segen. Diese Art der Vorführungen sorgte insgesamt für eine weniger hektische Messe. Zumindest schien es mir so, als herrschte trotz wirklich gut besuchtem Samstag weniger aufgeregtes Gedränge. Insgesamt war die Stimmung sichtlich gut.
Wie auf Hotelmessen üblich, waren eher weniger Hörräume akustisch optimiert. Überraschenderweise gab es dennoch kaum akustische Totalausfälle. Die Norddeutschen HiFi-Tage sind damit genau das Pendant, das Veranstaltungen wie die High End brauchen. Natürlich ist das Portfolio auf der High End um ein Vielfaches breiter, aber letztendlich wird dort ein Duell der Giganten ausgetragen. „Normale“ bezahlbare Systeme wie auf den HiFi-Tagen sind dort kaum mehr zu finden. Und genau das macht den Charme von Lokalmessen aus. So langsam scheint das Bewusstsein zu erwachsen, dass es nicht nur um die aufwendigste Technik, sondern auch ein Lebensgefühl geht, das nicht exklusiv sein muss. Gerade junge Marken und Gesichter der Branche scheinen sich darauf zurückzubesinnen. Um Musik geht es natürlich auch, obwohl gerade die Auswahl dieser auf Messen erschreckenderweise manchmal am uninspiriertesten ist – irgendetwas muss an dieser Messe ja noch zu verbessern sein. Wenn sich die Norddeutschen HiFi-Tage auch in den nächsten Jahren ähnlich lebhaft und abwechslungsreich präsentieren, kommen gute Zeiten auf uns zu.
Bei Lyravox gab es gleich zwei auf den ersten Blick nicht ersichtliche Premieren. Zum einen spielt der Karlson Mini Tower Monolith (42.000 Euro) das erste Mal überhaupt offiziell im Norddeutschen Raum. Auf der High End des letzten Jahres war er nur zu sehen, nicht zu hören. Für viele Besucher war es folglich ein Erstkontakt mit dem Dreiwege-Lautsprecher aus Kunststein. Für mich, der den Monolith schon recht früh in der Entwicklung hören konnte, gab es dennoch eine Überraschung: Der Karlson Mini Tower ist mit einem neuen Hochtöner ausgestattet: Optisch kaum, klanglich hingegen durchaus feststellbar. Accuton hat ein neues Membranmaterial entwickelt und auf den Namen Crystalid getauft. Es soll eine Härte von 7 auf der Härteskala nach Mohs aufweisen und somit härter als jedes zu verarbeitende Metall sein. Außerdem ist die Masse mit 2,4 Gramm pro Kubikzentimeter deutlich geringer als die Masse des sonst von Accuton verarbeiteten Keramikmaterials Al²O³. Obwohl der Hochtöner seinem Keramikpendant zum Verwechseln ähnlich sieht, sind neben dem Membranmaterial auch die Sicke, Aufhängung und Polplatten verändert. Außerdem hat der Hochtöner jetzt ein etwa 10 Zentimeter tiefes, auf Simulationen basierendes Rückvolumen. Es handelt sich folglich kaum um eine Weiterentwicklung des bisherigen Keramikmodells, sondern viel eher um eine Neuentwicklung. Lyrvox ist von diesem neuen Modell und Material derart überzeugt, dass es zukünftig die bisher üblichen Cell-Keramikhochtöner in allen Modellen ersetzen wird. Der Grad an unaufdringlicher Auflösung und Transparenz in dieser Kette wurde mit schwebender Leichtigkeit, fast beiläufig erreicht. Die Lautsprecher ließen die Musik sprechen, so dass Götz von Laffert in der Vorführung gar nicht speziell für das System geeignete Test-Tracks aussuchte, sondern einfach Seite für Seite spannende Platten laufen ließ. Der Bauer DPS 3 in aktueller Ausführung – für dieses Produktjahr wurde unter anderem das Lager erneuert und ist dank Modularität auch für bisherige DPS 3 nachrüstbar – für 9.700 Euro und Lyravox‘ eigener Phono-Vorverstärker LyraGroove (ab 17.600 Euro) haben sicher ihr übriges zu dieser wunderbaren Vorführung beigetragen. Hier ging es einfach nur um Musikgenuss – nicht mehr und nicht weniger.
Auch bei Audio Reference nahm man sich Zeit für geschlossene Vorführungen. Die Impedanz der Wilson Audios Alexx V beträgt in einigen Bereichen nur ein Ohm. Für VTLs Lohengrin mit acht HT88 stellte dies kein Problem dar. Im geräumigen Hörraum war nicht nur die High-End Anlage mit dCS Rossini APEX Player und SME Model 35 zu sehen. Wie schon im letzten Jahr war das mit Velodyne und Perlisten ausgestattete Heimkino zu erleben. In einer weiteren Kette spielte eine Wilson Sabrina V (ab etwa 37.000 Euro) und SME Synergy Diamond Series (etwa 35.000 Euro) mit dem besonderen, glänzenden Gehäuseschliff, dCS- und Dan D’Agostino- Elektronik.
Wie üblich ging es bei Auer durch die Tapetentür in den akustisch durchoptimierten Hörraum. Es spielte die Versura V4 (etwa 45.000 Euro) mit großem Basschassis in der Gehäuseseite. Im Vorraum war die V2 (etwa 40.000 Euro) zu sehen, die grundlegend auf die gleichen Treibergene setzt, jedoch ohne das Basschassis in der Seite. Die mächtige Sockelplatte aus der CNC-Fräse untermalt die Verarbeitungsqualität.
Wie homogen Raumdesign und Audio miteinander verschmelzen können, bewies HiFi-Blogger und Showroom-Betreiber Dimi Vesos auf eindrückliche Art und Weise. Inneneinrichtung, Deko und Licht von HKLIVING setzten Akzente. Die angenehme Atmosphäre lud viele Besucher zum Verweilen ein. Das interessante Markenportfolio und Dimis sympathische Art waren daran sicher auch nicht unbeteiligt. Jedenfalls bot sich hier einer der Räume, in dem nicht nur die Anlage detailverliebt kuratiert war. Die futuristisch anmutenden Refyn Lautsprecher (16.000 Euro Paarpreis) vom Schweizer Spezialisten Rowen sind allein schon optisch Inbegriff einer modernen Lautsprecherinterpretation – nicht zuletzt durch den eigens entwickelten Linear Motion Transformer II, der für den Mittel-/Hochton zuständig ist. Für die Netzwerkkomponenten in Natursteingehäusen zeichnet der junge Entwickler von Paradin verantwortlich. Er möchte ein stabiles Markenportfolio etablieren und arbeitet aktuell an einem DAC.
Bei Eternal Arts ließ ich mich von Lutz van der Marels Begeisterung für Tonbandtechnik anstecken. Während in der Vorführung eine Tascam SM900 an einem Jubiläums-Röhren-Vollverstärker OTL MkIII zu werke ging, wurden Otari MX-5050, Akai GX-646, Technics RS-1500 US und Revox A700 ausgestellt. Alle Maschinen wurden von Lutz repariert, gewartet und justiert. Bei der Technics mussten einige Elkos und die Bremse ersetzt werden. Die Revox benötigte einige neue Anzeigen. Die Ersatzteilversorgung bei Revox ist glücklicherweise sehr gut, jedoch müssen ehemals analoge Anzeigen heute meist durch digitale ersetzt werden. Die Otari benötigte lediglich eine Wartung und Justage. Jede Maschine hat ihre Spezialitäten: Informationen hierzu sind den Aufstellern auf den Fotos zu entnehmen. Der Messschrieb gibt Aufschluss über die Frequenzgänge nach der Justage. Ich sprach mit Lutz darüber, dass es nur noch wenige Spezialisten für Tonbandgeräte gibt und das Wissen droht, nach und verloren zu gehen. Vielleicht doch ein gutes Hobby? Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, sich mit Tonbandgeräten zu befassen, dann sind die Kollegen von Eternal Arts genau die richtigen Ansprechpartner: Für die Wartung ihrer Maschine, den Kauf einer neuen alten Maschine und für Röhren sowieso.
Die Lautsprecher von Harzsch fielen schon letztes Jahr durch Understatement auf. Die interessante Treiberkombination aus Beryllium-Hochtöner von SB Acoustics und Accuton-Keramik-Tiefmitteltöner muss man erst einmal so im Griff haben wie Oliver Harzsch. Passiv beschaltet spielten sie im Hörraum nämlich herausragend. Das Zweiwege-Modell Orchestra kostet 12.000 Euro pro Paar. Das mittlere Modell Symphony mit zwei Tiefmitteltönern kostet 22.000 Euro und das Topmodell Concert 30.000 Euro.
Dass das Preisgefälle zwischen der Acapella La Campanella (etwa 30.000 Euro) und dem MSB Premier DAC (30.000 Euro) zu den Monoendstufen Energèia Reference (etwa 260.000 Euro) nahezu den Faktor 10 betrug, lag schlicht und ergreifend daran, dass eine kleinere Endstufe sich noch in Entwicklung befindet. Wenn sie fertig ist, wird sie im ebenfalls ausgestellten Gehäuse Platz finden.
Die Resonanzbodenlautsprecher Symann Sounboards von Klavierbauer Michael Symann fallen auf jeder Messe auf. Dieses Jahr wurde mir neuerlich bewusst, wie faszinierend anders ihre Wiedergabe ausfällt. Instrumente erhalten eine greifbare, organische Komponente, die man in dieser Form von keinem anderem Audiosystem geboten bekommt. In jedem Lautsprecher sind insgesamt 6 Aktuatoren, jeweils drei untereinander auf der Vorder- und Rückseite, verbaut, die den Resonanzboden zum Schwingen anregen. Durch einen Materialverlauf von 9 bis 6 Millimeter und verschiedene Rippenkonstruktionen stimmt Michael Symann die Lautsprecher in Handarbeit ab. Über 10 Kilohertz unterstützt ein AMT mit vorgeschaltetem Kondensator. Das große, vorgeführte Modell DBS-170 kostet 19.000 Euro, ein kleineres Modell DBS-136 14.000 Euro.
Markus Schönrock zeigt den SonicThrone. In dem bequemen Sessel sind 11 Lautsprecher verbaut. Markus und sein Kompagnon Norbert Reinhard haben dabei Treiber gewählt, deren Qualitäten sie aus dem konventionellen Lautsprecherbau kennen und lieben. Für den SonicThrone sollten keine Kompromisse gemacht werden. Da alle Lautsprecher sehr nah um den Hörer platziert sind, spielen Raumeinflüsse kaum eine Rolle. Außerdem wird deutlich weniger Schall in den Raum emittiert als bei einer herkömmlichen Stereoanalage – ideal für Hörsessions am Abend, ohne die Familie, Nachbarn oder andere unfreiwillige Mithörer zu strapazieren. Die Bedienung über den Lautstärkeregler an der Armlehne ist intuitiv und klug programmiert. Es lassen sich außerdem verschiedene Hörsettings abrufen und die Intensität des unter 45 Hertz agierenden Shakers in der Rückenlehne anpassen. Dank des DSP-Kerns des SonicThrones kann nicht nur eine Abstimmung auf den eigenen Geschmack erfolgen, sondern es können beispielsweise auch Hörschwächen ausgeglichen werden. In dem auf der Messe gezeigten Grund-Setting, für das alle Treiber mit einem komplexen Mikrofonarray aufeinander abgestimmt wurden, konnte der SonicThrone bei mir Eindruck machen. Der „Early Bird“ Preis für die Lederausführung samt aller Elektronik und integriertem Streamer beträgt 15.000 Euro. So ist der SonicThrone sofort startklar. Eine HDMI-Buchse für die Gaming- oder Kinoeinbindung verlangt 350 Euro Aufpreis. Ein passender Fußhocker ist ebenfalls gegen einen Aufpreis erhältlich.
Zu Alders & Lange lockte mich die klare, ansprechende Formsprache und die Freude, eine Marke gefunden zu haben, die ich selbst noch überhaupt nicht kannte. Wie der Name schon sagt, ist die kleine Manufaktur ein Herzensprojekt von Martin Alders und Heiko Lange. Bisher umfasst das Portfolio mit dem Headman einen Kopfhörerverstärker mit einem Einstiegspreis von 6.250 Euro und die Vinyl-Engine ab 3.750 Euro. Beide Geräte können in verschiedensten Ausführungen gefertigt werden, der Kopfhörerverstärker beispielsweise mit oder ohne Equalizer. Beim Phono-Pre kann man wählen, ob man die Load-, Mode- und Gain-Einstellungen lieber auf der Front-, Rück- oder Unterseite hätte. Vertriebsleiter Daniel Jennen zeigte mir ein Phonoboard und wie es über einen Steckplatz mit verschiedenen Eingangs-Modulen erweitert werden könnte. Außerdem zeigt er die Phono-Einstellvariante mit Mikroschaltern auf der Unterseite.
Progessive Audios Extreme I sind seit 2014 ein Aushängeschild der Marke. Dieses Jahr haben sie ein Update erfahren. Vollaktiv kosten sie 8.800 Euro und überraschten mich im Hörraum mit extrem tiefer, präziser Basswiedergabe, die nicht künstlich antrainiert oder erzwungen, sondern homogen und natürlich klang. Generell spielte das System ungemein geschmeidig. Dass Ralf Koenens Power Station dabei eine zentrale Rolle spielte, ist alles andere als unplausibel. Erhältlich in 1 (10.000 Euro) und 3 Kilowatt (14.000 Euro) Ausführung stellt das Gerät an den acht Ausgängen 230 Volt mit einer Toleranz von nur ±2 Millivolt zur Verfügung.
Die Audio Group Denmark zeigte Børresens neues Bass Module BM3 (etwa 18.000 Euro) zusammen mit Børresen T5 SSE (etwa 230.000 Euro). Die Lautsprecher und Bass Modules mit ihren vier DCC8 Neo Chassis und analoger Weiche verschmolzen zu einer Einheit ohne jeglichen hörbaren Übergang.
Die Kombination aus gradliniger Elektronik von LinnenberG und J.Sikoras ASPIRE mit dem ausdrucksstarken Schwung der aufwendig gefrästen YG-Lautsprecher im Raum von LEN Hifi machte allein optisch etwas her. Zu sehen waren LinnnenberG Audio VS 30 PRE DAC (19.800 Euro), PS 30 Phono (13.400 Euro) und ES 30 Mono (38.000 Euro) mit dem Einstieg in die Welt von J.Sikora (7.750 Euro) und den YG Acoustics (Carmel 37.500 Euro).
Bei PS Audio spielten Pre, DAC und SACD Transport zu je knapp 10.000 Euro aus der neuen PGM Signature Reihe an Aspen FR10 (10.000 Euro). Der Vorverstärker war bereits bei Kollege Roland Dietl im Test: eine der Anlagen im gehobenen mittleren Preisbereich, die nicht wirklich weniger Aufsehen als High-End-Offerten erregte.
Nachdem die Topmodelle p10.2 und p9.2 bei Phonar zu Special Editions veredelt wurden, war jetzt die p4.2 dran. Inhaber Kai Henningsen und sein Team beweisen dabei mal wieder ein feines Händchen in der Teileauswahl. Als Hochtöner spielt in der p4.2SE einer der neuen Textreme-Hochtöner von Scan Speak in einer Custom Edition. Die noch etwas aufwendigere Ausführung D3004/666000 habe ich als eines der ersten Serienmodelle in Deutschland schon vor einiger Zeit gehört. Als gebührende Ablösung für das bisherige Beryllium-Flaggschiff der Illuminator-Reihe ist er zweifelsohne wie schon sein Vorgänger einer der besten Hochtöner auf diesem Planeten. Er bietet dieselbe hohe Auflösung wie der Beryllium-Tweeter bisher, klingt dabei aber deutlich organischer und sogar noch einen Hauch plastischer. Im Direktvergleich fiel erstmalig auf, dass der Beryllium-Membran eine leichte Härte anhaftet, die so sonst nie sonderlich unangenehm aufgefallen ist. Textreme ist folglich ein hochgradig leistungsfähiges Hochtönermaterial, doch bisher noch nicht in vielen Lautsprechern zu finden: Bei Phonar in der p4.2SE schon. Und das bereits für einen Paarpreis von 4.900 Euro. Auch wenn nicht der ganz „große“ Illuminator zum Einsatz kommt, sind die Textreme-Gene klar hörbar und machen bereits in dieser Konfiguration einen wirklich besonderen Lautsprecher. WBT-nextgen-Terminals und eine Anpassung sowohl für die Höhen als auch wandnahe Aufstellung gehören ebenfalls zur Ausstattung der p4.2SE. Der etwas unter dem Radar laufende Lautsprecher ist für mich so eines der imposantesten Produkte der Messe – nicht zuletzt durch sein meiner Meinung nach ungemein faires Preisschild.
Starke Sound hat es sich zur erklärten Aufgabe gemacht, Bluetooth-Boxen-Besitzer eine Stereoanlage schmackhaft zu machen. In einer Kooperation mit Eversolo wird ein Bundle bestehend aus Starke Beta5 Lautsprechern und Eversolo Play für 1.215 Euro angeboten, die CD-Edition des Play kostet 105 Euro Aufpreis. Im Play ist dann schon ein DSP-Preset hinterlegt, um das Zusammenspiel aus AiO-Verstärker und Lautsprechern weiter zu optimieren. Starke Sound entwickelt alle Treiber selbst und bietet ein umfassendes Portfolio aus Lautsprechern – auf der Messe war noch der Halo M1 für 6.000 Euro zu sehen –, Subwoofern und Verstärkern.
Dass bei Jan Sieveking Liebe zum Detail großgeschrieben wird, war mir beim Blick auf die Anlage klar. Über den Sinn und Unsinn von Kabel-Liftern lässt sich vortrefflich streiten, aber der aufgeräumte, schon fast skulpturale Look, den Jan und sein Team so erzielte, machten die Anlage zum Kernstück des Raumes. Und wieder habe ich ein besonderes Auge für die Formsprache der Komponenten: Der Schwung des Quadraspire X-Reference Racks (pro Ebene 2.050 Euro), verschmolz mit dem tw-acoustic Raven AC New (20.000 Euro), Tonarm Raven 12.9 (6.000 Euro), kontrastiert durch die kantige tw-acoustic Phonovorstufe RPS 100 (17.700 Euro), Vorverstärker Strumento No. 1 Evo (24.0000 Euro) und Endverstärker Strumento No. 4 (28.000 Euro) von Audio Flight. Als Tonabnehmersystem kam ein Kagami ENA zum Einsatz. Es soll laut Jan sonisch in die Fußstapfen des legendären Lyra Olympos treten. Kogami fertigt nur fünf ENA pro Monat zu einem Stückpreis von 8.800 Euro. Vervollständigt wird das System durch die Marten Mingus Quintet 2 SE (Paar ab 84.000 Euro), Jorma Statement Verkabelung und eine Cardas Nautilus Netzleiste (2.400 Euro) samt Stromverkabelung. Die günstigste Komponente des Systems ist mit 120 Euro das Uberlight Flex: Es sorgt für genügend Licht am Plattenteller.
Der Hörraum von IAD war ein schönes Beispiel für die Abwechslung, die die Messe bietet. Im Gegensatz zum letzten Jahr standen ganz andere Marken und Komponenten im Fokus. Will Tremblett beweist bei seinen Zavfino-Laufwerken stets ein besonderes Feingefühl für Materialmix und Farbgebung. So auch beim Zavfino ZV11X mit Crossbow TZ-1 12“ Tonarm (zusammen 15.000 Euro). Die verschiedenen Farbtöne des massiven Aluminiums in Verbindung mit der Leder-Slipmat sind ein Blickfang. Als Vorverstärker arbeitete ein Soulnote E-2 Version 2 (8.500 Euro). Als Digitalquelle wurde eine Quad Platina Streamer/DAC Kombi (3.600 Euro) mit ESS ES9038PRO eingesetzt. Quads ESL 2912X Elektrostaten (17.000 Euro) wurden von einem Soulnote A-2 Version 2 Vollverstärker (8.500 Euro) angetrieben.
AP-Elektroakustik feierte auf den Norddeutschen HiFi-Tagen Premiere. Hinter dem Kürzel stecken Andreas Suciu und Peter Neumann. Ihr passiver Monitor 30P verfügt über eigens entwickelte Chassis – was ich bei einer derart kleinen, aufstrebenden Firma für bemerkenswert erachte. Ein 220-Millimeter-Tieftöner arbeitet in Downfire-Konfiguration, ein 180-Millimeter-Treiber als Tiefmitteltöner und ein 55-Millimeter-Konushochtöner strahlen konventionell nach vorne ab. Das Paar kostet 9.400 Euro, die Standfüße 400 Euro Aufpreis. Auf Wunsch kann der 30P um das aktive Bassmodul 20A (9.000 Euro) erweitert werden. Es arbeitet als Downfire-Upfire-Konzept und ist somit Impulskompensiert.
Raidho zeigte, wie bereits letztes Jahr, einen großen Querschnitt durch das Markenportfolio zu dem auch Scansonic HD gehört. Ein Scansonic HD Lautsprecher wird wohl schon bald bei uns im Test sein. In der von Morten Nielsen, der inzwischen CEO des Mutterkonzerns Dantax Radio A/S ist, moderierten Vorführung spielte zunächst Scansonics M30.2 (3.500 Euro pro Paar) an einer Weltpremiere, dem von Andy Moore vorgeführten Leema Acoustics iD85. Der Class-AB-Vollverstärker leistet 85 Watt pro Kanal und verfügt über einen internen DAC. Er wird 2.500 Euro kosten. Raidhos mächtige TD3.10 (ab 120.000 Euro) schloss die Vorführung eindrucksvoll. Ein Leema Tucana II Integrated betrieb die Lautsprecher gemeinsam mit einem Leema Hydra II in Bi-Amping-Konfiguration.
Sonoro ist eine weitere Marke, die versucht, die monetäre Einstiegshürde in ernst zu nehmendes HiFi so niedrig wie möglich zu setzen. In angenehmer Hörraumatmosphäre wurden ebenfalls geschlossene Vorführungen abgehalten. Für ihre Signature-Reihe ist Sonoro eine Kooperation mit dem Fink Team eingegangen. Hinter der Entwicklung stecken folglich echt HiFi-Veteranen. Die Orchestra Shaped Signature kostet 3.000 Euro und spielte in der Vorführung gemeinsam mit Sonoros Maestro Quantum Verstärker (2.000 Euro) offen, leichtfüßig und zugänglich. Ein Gesamtsystem für gerade so unter 5.000 Euro, das sich definitiv nicht vor der Konkurrenz verstecken muss.
Audionostrum zeigte die große Triton (ab 22.000 Euro pro Paar) und kleinere Saturn Pandora (15.000 Euro proPaar) mit passenden Ständern (4.900 Euro pro Paar). In der Saturn Pandora ist das besondere, von Audionostrum entwickelte, Orbital Driver System verbaut. Ein Mittel-/Hochtöner ist in einem Horn untergebracht. Von vorne, aus gegenüberliegender Richtung spielt ein (Ultra-)Hochtöner in das Horn. So soll ein besonders natürlicher Mittelhochtonbereich entstehen. Trotz hoher Präsentationslautstärke blieb die Saturn Pandora entspannt und anstrengungsfrei.
Abschließend noch einige weitere Fotos interessanter Produkte und Vorführungen mit Bildunterschriften:










Für die erste Messe des Jahres waren zwei Berichte geplant: einer von unserem Röhrenspezialisten Carsten Bussler und danach der von Finn Corvin Gallowsky. Aber die Grippewelle fordert ihren Tribut, weshalb wir beim ersten Artikel umdisponieren mussten: Meine Gattin und ich haben fast alle Räume der Ausstellung besucht und das Gesehene dokumentiert.
Dafür, dass wir Ihnen nicht aus allen Zimmer Impressionen liefern können, gibt es gleich zwei Gründe: Zum einen fand heuer eine Vielzahl von geschlossenen Vorführungen statt. Die Vorträge der Aussteller oder externer Moderatoren wurden vom Publikum gerne angenommen, verhinderten aber den freien Zugang zu den Objekten der Begierde. Zum anderen war die Messe trotz des in Hamburg erstmals erhobenen, nicht unbeträchtlichen Eintritts besonders am Samstag nahezu gleich gut besucht wie im Vorjahr, mit der Folge, dass man wegen des Andrangs an Interessierten in einigen Räumen keinen Platz zum Fotografieren hatte.
Zusätzlich zur eigentlichen Veranstaltung gab es zumindest für die Presse auch schon im Vorfeld Termine. So hatte Audio Reference bereits am Freitag in seine Geschäftsräume eingeladen, wo der dCS Varèse seine akustische Deutschland-Premiere feierte. Die Streamer/Wandler-Kombination in fünf separaten Gehäusen war im Vergleich zum dCS Vivaldi zu hören, der im Test derart beeindruckte, dass er mit einem Statement in High Fidelity-Award ausgezeichnet wurde. Mehr zum Vergleich der beiden Digital-Boliden in nicht allzu ferner Zukunft an dieser Stelle. In den Ausstellungsräumen auf der Messe waren dann vorab erstmals die Serienversionen der VTL-Lohengrin-Monos und einige Produkte von SME zu hören, die neu ins Portfolio aufgenommen wurden. Doch nun unsere Eindrücke von den Norddeutschen Hifi-Tagen 2026.
Der Momentum Z Monoblock-Verstärker wurde anlässlich des 15-jährigen Firmenjubiläums entwickelt und verbessert alle Aspekte der Momentum-Plattform. Er liefert 500 Watt an 8 Ω, 1.000 Watt an 4 Ω und 2.000 Watt an 2 Ω mit außergewöhnlicher Kontrolle, Geschwindigkeit und musikalischer Bandbreite.
Mit einem integrierten RJ45-Ethernet-Anschluss bietet der Momentum Z einen Einblick in die Leistungs- und Serviceparameter, die das softwarebasierte Steuerungssystem optimiert. Über jeden Webbrowser können Benutzer die Leistungsdaten des Verstärkers einsehen, darunter Betriebsspannungen, Temperatur, Vorspannung, Gleichstromversatz, 12-Volt-Triggerstatus und mehr – alles wird kontinuierlich überwacht und auf verbundenen Geräten über das Heimnetzwerk angezeigt. Über dasselbe Dashboard lassen sich auch die Einstellungen des Frontpanels steuern, um eine personalisierte Benutzererfahrung zu ermöglichen.
Ein charakteristisches Merkmal der Dan D'Agostino Master Audio Momentum-Verstärker ist die unverwechselbare Verwendung von massiven Kupferkühlkörpern – eine Entscheidung, die sowohl auf der technischen Leistung als auch auf der optischen Ästhetik basiert. Kupfer bietet eine fast doppelt so hohe Wärmeleitfähigkeit wie Aluminium, wodurch die Wärme schneller und gleichmäßiger von den aktiven Bauteilen abgeleitet werden kann. Diese überlegene thermische Effizienz erhöht nicht nur die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, sondern gewährleistet auch optimale Betriebsbedingungen für die kritischen Schaltkreise des Verstärkers und sorgt so für klangliche Stabilität selbst unter höchsten Belastungen. Über seine technischen Vorteile hinaus ist das geformte Kupferdesign zu einem ikonischen ästhetischen Markenzeichen der D’Agostino-Verstärker geworden – ein Symbol für das Bekenntnis des Unternehmens zu kompromisslosen Materialien, sorgfältiger Handwerkskunst und der nahtlosen Verbindung von Form und Funktion.
Der Momentum Z ist der erste Verstärker von D’Agostino, der eine auf Junction Field-Effect Transistors (JFET) basierende Eingangsstufe verwendet. Ganz vorne im Verstärker, wo das empfindliche Musiksignal zum ersten Mal in den Schaltkreis eintritt, ist die Wahl des Bauteils entscheidend. JFETs eignen sich hervorragend für diese Aufgabe, da sie eine extrem hohe Eingangsimpedanz und ein außergewöhnlich geringes Rauschen bieten, wodurch jede Nuance des Quellsignals erhalten bleibt. Aus technischer Sicht arbeiten JFETs so, dass sie eine gleichmäßige, lineare Übertragungscharakteristik mit natürlicher Lastbehandlung bieten. Dieses Design minimiert Verzerrungen und sorgt dafür, dass musikalische Details im Mikrobereich unverfälscht und ohne Verfärbungen in die Verstärkerstufen gelangen. Die Vorteile liegen auf der Hand: ein ruhigerer Hintergrund, der subtile räumliche Details offenbart, eine natürlichere Präsenz im Mitteltonbereich, die Gesang und akustische Instrumente zum Leben erweckt, und ein Gefühl der Offenheit, das die Klangbühne verbessert. Durch den Einsatz von JFETs in der Eingangsstufe erreicht der Verstärker eine großartige Balance zwischen technischer Präzision und musikalischer Wärme, so dass Aufnahmen sowohl mit Genauigkeit als auch mit emotionaler Wirkung erlebt werden können.
Die vollständig im analogen Bereich arbeitende Ultrahochgeschwindigkeits-Steuerstufe liefert eine sofortige und immense Stromkapazität, während das softwarebasierte Steuerungssystem die Vorspannung und andere Betriebsparameter kontinuierlich in Echtzeit überwacht und so absolute Stabilität und musikalische Kohärenz gewährleistet. Der firmeneigene Kinetic Drive Regulator bringt einen bedeutenden Fortschritt sowohl in der technischen Präzision als auch in der klanglichen Verfeinerung und vereint diese Fortschritte in einer einzigen, elegant ausgeführten Architektur.
Durch die Kombination der feinen Modulationseigenschaften von MOSFETs und der hohen Strombelastbarkeit von Bipolartransistoren ist der Momentum Z immun gegen Wechselstromschwankungen und die leistungsmindernden Aspekte, die Lautsprecher bei der normalen Wiedergabe von Musik über Verstärker mit sich bringen. Der Kinetic Drive Regulator sorgt dafür, dass das Musiksignal rein bleibt und nicht durch äußere Einflüsse beeinträchtigt wird, die die viszerale Wirkung und den Realismus zerstören, die den modernen Musikmedien von heute innewohnen. Im Gegensatz zu ungeregelten Architekturen, bei denen die Spannung je nach Musikbedarf und eingehenden Wechselstromschwankungen schwanken kann, sorgt der Momentum Z unter allen Betriebsbedingungen für konstante, extrem stabile Spannung. Diese Stabilität gewährleistet, dass die Ausgangsstufe einen saubereren, wellenfreien Strom erhält, wodurch Rauschen, Verzerrungen und Leitungsstörungen drastisch reduziert werden. Die Vorteile sind sowohl messbar als auch hörbar.
Das Ergebnis ist ein Verstärker, der superschnell, dynamisch und stabil ist. Tiefe Frequenzen gewinnen an Gewicht und Definition mit Tonhöhe und Autorität. Mittlere Frequenzen, von Gesang bis zu Streichern, fließen mit natürlicher Klarheit, während die Höhen weich und dennoch ausgedehnt bleiben, frei von der Rauigkeit, die oft durch weniger ausgefeilte Stromkreise verursacht wird. Da der Verstärker unmittelbar sauberen Strom liefern kann, wenn die Musik dies erfordert, bleiben komplexe Passagen auch bei höheren Lautstärken oder schwierigen Lautsprecherlasten klar und lebendig.
Letztendlich geht das Momentum Z-Netzteil über die Rolle einer herkömmlichen Energiequelle hinaus und fungiert stattdessen als streng regulierte, dynamisch reagierende Plattform für musikalische Genauigkeit. Durch den Einsatz fortschrittlicher Halbleiter und innovative Schaltungsentwicklung erreicht es ein in seiner Klasse unübertroffenes Gleichgewicht zwischen technischer Präzision und ausdrucksstarker Musikalität – Klang mit Präzision, Tiefe und müheloser Autorität.
Der Dan D'Agostino Momentum Z wird ab März des Jahres für 75.000 Euro pro Stück erhältlich sein.
|
Vertrieb
Audio Reference GmbH
|
|
|---|---|
| Anschrift | Alsterkrugchaussee 435 22335 HAMBURG |
| Telefon | +49 40 53320359 |
| Fax | +49 40 53320459 |
| Web | audio-reference.de |
Im letzten Jahr erwies sich die Wahl des neuen Veranstaltungsortes für die Norddeutschen Hifi-Tage, das Hotel Le Méridien Hamburg, An der Alster 52, und die des Zeitpunkts – am angestammten Termin am ersten Februar-Wochenende – als Glücksgriff, wie der Zuspruch von Ausstellern und Besuchern bewies. Anders als damals wird aber nun Eintritt erhoben.
Bei den Süddeutschen Hifi-Tagen im letzten Jahr lagen die Preise noch bei 10 respektive 15 Euro für das Tages- und Zweitages-Ticket. Für die Hamburger Ausstellung hat der Veranstalter die Preis angehoben: Dort sind 15 beziehungsweise 20 Euro zu entrichten. Für Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung gibt es deutliche Ermäßigungen. Es wird interessant sein, wie sich diese Neuerung auf die Besucherzahlen auswirken wird. Für alle, die mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr anreisen, ist die Lage des Hotels ideal: Der Hauptbahnhof ist gerade einmal 800 Meter entfernt. Für Auto-Nutzer bieten Ivonne Borchert-Lima und ihr Team einen halbstündlich verkehrenden Shuttle-Service zwischen dem Messehotel und dem Parkplatz auf dem Heiligengeistfeld an: Im letzten Jahr betrug die Parkgebühr fünf Euro und der Transfer zum Hotel war kostenlos. Aktuelle Angaben sind auf der Website nicht zu finden.
Hier noch die Liste der ausgestellten Marken: A&L, Aavik, Acapella, Accuphase, ACCUSTIC ARTS, AIR TIGHT, Analysis Plus, Ansuz, AP Elektroakustik, Aries Cerat, ASCENDO, ATE, ATOLL, Audes, Audia Flight, AudioNostrum, Audio Note, Audio Offensive, Audio Reference, Audiofels, Audiophil FAST, AUDREAL, Auer Acoustics , Avantgarde Acoustic, AVM, Axmann Audio, Axxess, AYON, Backes & Müller, Bassocontinuo, Bauer Audio DPS, beaudioful, Benchmark, Børresen, Boulder Amplifiers, Braun, Bryston, C.E.C., Canton, Cardas Audio, CHARIO, Crystal Cable, Cube Audio, Dan D'Agostino, David Laboga, dCS, Dimi Vesos, EINSTEIN AUDIO, ELAC, ELECTRIC AUDIO, Esprit, EternalArts, Fenn Music, Fezz Audio, Final, Fischer & Fischer, Furutech, GAUDER AKUSTIK, GGNTKT, grell, Grimm Audio, Harman Karbon, Harzsch, Hegel, HIFIMAN, HIFI-ZEILE, HKLIVING, HOLBORNE, Horch House, Horns, Innuos, J.Sikora, JL Audio, Kaiser KAWERO, KEF, Kleeny, KOETSU, Lampizator, Lansche Audio, LEN Hifi, Linnenberg, Loutd, LUNA CABLES, Luxman, Lyravox, MAGNEPAN, Magnetar, Manger, MAPU Speakers, Marten, Mavis, Mola Mola, Mozzaik Audio, MSB, Mudra Akustik, MUSICAL FIDELITY, Nessie Vinylcare, nextgen™,Nordost, NuPrime, PADIS, Perlisten Audio, PHASEMATION, Phonar, PHONOSOPHIE, PLATINE VERDIER, PMC, POWERGRIP, Progressive Audio, PS Audio, Pylon Audio, QUAD, Quadraspire, Qualio, Raidho Acustics, Reed, Revox, Riviera Audio Laboratories, Rogers HiFi, Rowen, RÜBENBURG AUDIO, Scansonic, Schüring High End, Sennheiser, Silberstatic, Skyanalog, SonicThrone® Audio Sessel, sonoro, Sonox, SORANE, Soulnote, Soundsmith, SPL, Staltmanis LAB, Starke sound, STUdo, SUPRA Cable, Swiss HD SYMANN Soundboards, Symphonic Line, Thales, ThivanLabs 218, Thorens 229, ToneTool 220, Transrotor, TRIANGLE, TW-Acustic. UberLight Flex, Velodyne Acoustics, Vitus, Vivid Audio, Voxativ, VPI Industries, VTL, WB Manufacture, WBT, Western, Wilson Audio, WireWorld, WISSELING HIGH END, Workshop Quadrophonie, YG Acoustics, Zavfino.
Für Hifistatement werden Birgit Hammer-Sommer. Carsten Bussler, Finn Corvin Gallowsky und ich vor Ort sein und zeitnah über die Messe berichten.
Informationen
Hotel Le Méridien Hamburg
An der Alster 52,
20099 Hamburg
Tel: +49- (0)40-21000
info@lemeridienhamburg.com
Öffnungszeiten
Sa von 10-18 Uhr
So von 10-16 Uhr
Eintrittspreise
Tagesticket Samstag: 15,00 €
Zweitage Ticket: 20,00 €
Schüler U18: 5,00 €
Studenten: 5,00 €
Mensch mit Behinderung: 5,00 €
Mit dem Transistor-Vollverstärker Virtus I4S und dem D/A-Wandler Verto D4S erweitert Canor sein Portfolio um die neue Foundation-Line, die moderne Ausstattung mit hochwertiger Analog- und Digitaltechnik verbindet. Beide Geräte setzen auf diskrete Schaltungen, eine klare Formensprache mit großflächigen Glasfronten sowie komfortable Touch-Bedienung.
„Viele Musikfreunde suchen heute Geräte, die sich intuitiv bedienen lassen und trotzdem ernsthafte High-End-Technik bieten. Genau hier setzen Verto D4S und Virtus I4S an: moderne Touch-Oberflächen, praxisgerechte Ausstattung und ein Klang, der weit über die Preisklasse hinausreicht – ganz im Sinne des seit Jahren anerkannt hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses von Canor.“
Martin Klaassen, Geschäftsführer IDC Klaassen International Distribution
Der Verto D4S ist der leistungsstarke Digital-Analog-Wandler in der neuen Foundation-Line. Im Inneren arbeiten zwei ESS Sabre 9038 DAC-Chips in Dual-Mono-Konfiguration für hohen Dynamikumfang und äußerst geringes Grundrauschen. Die analoge Ausgangsstufe ist vollständig diskret aufgebaut – auf Operationsverstärker im Signalweg verzichtet Canor konsequent. Der Wandler bietet eine breite Palette an digitalen Eingängen, darunter USB, AES/EBU, Koax, zwei optische Eingänge sowie einen dedizierten TV-Eingang. Zusätzlich stehen je ein XLR- und Cinch-Eingang sowie entsprechende symmetrische und unsymmetrische Ausgänge zur Verfügung. Damit lässt sich der Verto D4S flexibel in unterschiedlichste Ketten integrieren – vom klassischen CD-Transport über Streaming-Bridges bis hin zum Fernseher im Wohnzimmer. PCM-Signale verarbeitet der Verto D4S mit Abtastraten bis 768 Kilohertz, DSD wird sowohl als DoP bis maximal DSD256 als auch nativ bis DSD512 unterstützt. Acht wählbare Digitalfilter ermöglichen eine Anpassung an persönliche Klangvorlieben. Ein besonderes Ausstattungsmerkmal ist das 18 Zentimeter breite, hochauflösende Farb-Touchdisplay über die gesamte Frontbreite. Es zeigt alle Betriebsparameter klar und übersichtlich an und ermöglicht eine äußerst komfortable, moderne Bedienung direkt am Gerät. Für eine saubere Stromversorgung sorgt ein lineares Netzteil mit getrennten Spannungsreglern für digitale und analoge Sektionen, um gegenseitige Einstreuungen zu minimieren und einen stabilen Betrieb zu gewährleisten.
Technische Eckdaten Verto D4S (Auswahl)
Der Virtus I4S ist ein eleganter Transistor-Vollverstärker in der neuen Foundation-Line, der gleich mehrere Funktionen in einem Gehäuse vereint: Vollverstärker, Kopfhörerverstärker und Phono-Vorverstärker. Alle Verstärkerstufen arbeiten in Class-AB-Technik und sind in vollständig diskreter Bauweise realisiert. Die Ausgangsleistung beträgt zweimal 120 Watt an vier Ohm respektive zweimal 75 Watt an acht Ohm – genug Reserven auch für leistungshungrige Lautsprecher. Für den Plattenspieler steht eine integrierte Phonostufe für MM- und MC-Systeme mit umschaltbarer Verstärkung (40/46 Dezibel für MM, 60/66 Dezibel für MC) zur Verfügung. Bei den Anschlüssen bietet der Virtus I4S zwei Cinch-Eingänge, einen symmetrischen XLR-Eingang sowie einen Phono-Cinch-Eingang. Ein variabler Cinch-Ausgang erleichtert die Einbindung eines Subwoofers oder einer externen Endstufe. Für Kopfhörer ist eine 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse an der Front integriert. Herzstück des Bedienkonzepts ist ein 45 Millimeter großer runder Touchscreen, der in den zentralen Drehknopf eingelassen ist und einen schnellen Zugriff auf alle Funktionen und Einstellungen ermöglicht. Speziell entwickelte Kühlkörper mit Heatpipe-Technologie sorgen für stabile Betriebstemperaturen. Das Gehäuse aus Aluminium, Stahl und Glas gewährleistet eine hohe mechanische Stabilität, wirksame Abschirmung und prägt die klare visuelle Identität des Verstärkers.
Technische Eckdaten Virtus I4S (Auswahl)
Sowohl der Verto D4S als auch der Virtus I4S folgen einem gemeinsamen Design-Konzept mit breiter Front, großem Display beziehungsweise Touch-Drehgeber und klaren Linien. Die Kombination aus Glas, Aluminium und Stahl unterstreicht den hochwertigen Anspruch der neuen Slim-Line und sorgt zugleich für eine robuste, resonanzarme Konstruktion. Beide Geräte werden in den drei Farbvarianten Silber, Schwarz und Bronze erhältlich sein und lassen sich so optisch harmonisch in verschiedene Wohn- und Anlagenkonzepte integrieren.
Der Canor Verto D4S und der Virtus I4S werden ab Anfang Februar 2026 über den autorisierten Importeur IDC Klaassen International Distribution & Consulting im Fachhandel in Deutschland, der Schweiz und den Benelux-Ländern erhältlich sein.
Die Preise
|
Vertrieb
IDC Klaassen International Distribution & Consulting oHG
|
|
|---|---|
| Anschrift | Am Brambusch 22 44536 Lünen |
| Telefon | +49 231 22178822 |
| info@mkidc.eu | |
| Web | www.idc-klaassen.com |
Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken.
Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der Däne als solcher sympathisch und die dänische Lebensphilosophie mit ihrer ansteckenden Feierlaune, zum Beispiel bei großen Sportevents oder Festivals (Roskilde), kommt mir grundsätzlich entgegen.
Inzwischen bin ich zwar nicht mehr so häufig bei den nordischen Nachbarn, die man von meiner Heimat Hamburg in rund zwei Stunden erreicht. Doch meine Zuneigung für das Land ist im Verlauf der Jahre eher noch größer geworden. Aus gutem Grund: Dänemark ist in meinen Augen ein echtes Hifi-Paradies. Dieses flache Land mit seinen windschiefen Bäumen, in dem gerade mal sechs Millionen Menschen leben, hat so viele hervorragende Hifi-Manufakturen, wie kaum ein anderes dieser Größe. Damit Sie wissen, was ich meine, hier eine kleine, unvollständige Auswahl von renommierten Herstellern: Ansuz, Audiovector, Aavik, Axxess, bergmann, Børresen, Dali, Gryphon, Ortofon, Raidho. Hifi aus Dänemark ist ein echtes Gütesiegel.

Zu diesen außergewöhnlichen Herstellern gehört auch Hans-Ole Vitus aus dem beschaulichen Ort Herning. Der ist rund 300 Kilometer von der Metropole Kopenhagen entfernt und befindet sich in Mitteljütland. Vor rund 30 Jahren hat er mit dem Bau von hochklassigen Verstärkern begonnen. Die ersten verkaufte er an Freunde, dann gründete der passionierte Schlagzeuger – „Ich mag gern richtig hart draufhauen“ – 1995 das Unternehmen Vitus Audio. Sohn Alexander war bereits als Junior ständig in der Werkstatt und begann früh Platinen zu bestücken und SMD-Bauteile zu löten. Mit Anfang 20 gründete Alexander seine eigene Firma AVM TEC und stellte kurze Zeit später seinen ersten Alluxity-Verstärker vor. Da ich bisher nichts mit Alluxity-Verstärkern zu tun hatte, war ich sehr gespannt, als Dirk Sommer mich mit der Aufgabe betraute, den Alluxity Int One mkII für hifistatement zu testen.
Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht: Bereits beim Auspacken des Verstärkers wurde klar, dass hier ein echtes Schmuckstück angeliefert wurde. Ich platzierte den schicken Dänen zuerst einmal völlig freistehend auf dem Tisch, damit ich ihn von allen Seiten begutachten konnte. Wer ein Faible für schlichtes skandinavisches Design hat, der kann sich an dem schwarzen Gehäuse inklusive des fünf Zoll großen Touchscreens mit 800 mal 480 Pixeln, über das der Verstärker alternativ per Fernbedienung bedient wird, gar nicht sattsehen. Das Gerät bringt stattliche 17,5 Kilogramm auf die Waage. Warum es so schwer ist, das verrate ich später. Neben der sauberen Verarbeitung fällt direkt der eingefräste Namenszug auf der Oberseite ins Auge. Die sauber angephasten Kanten sowie die jeweils sechs ovalen „Lüftungsschächte“ auf jeder Seite sind echte Augenschmeichler. Schon optisch und haptisch sorgt der Alluxity für Emotionen.

Genau das Schaffen von Emotionen gehört zur Philosophie des dänischen Hifi-Produzenten. In der Entwicklungsphase eines Produktes gibt es unzählige Sitzungen, in denen der Familienrat mit Mutter Britta (sie ist ursprünglich Modedesignerin), Sohn Alexander und Vater Hans-Ole über das Design diskutieren. Dass die klangliche Qualität überzeugen muss, ist selbstverständlich. Aber auch der optische Eindruck soll die Kundschaft ansprechen. Das Ziel von Alluxity ist, Audiogeräte anzubieten, die sich optimal in den Wohnraum einfügen, ohne ihn zu dominieren und die ein perfektes Hörerlebnis bieten. Da nicht jeder auf das gängige Schwarz steht, werden die Geräte in weiteren Farben wie Weiß, Mitternachtsblau, Titangrau und Titanorange angeboten. Natürlich werden auch Sonderwünsche erfüllt.

Der Blick auf die Rückseite überraschte mich ein wenig. Nicht, dass es dort unaufgeräumt wirkte oder weniger Qualität geboten wurde. Was mich erstaunte, war die übersichtliche Anzahl von Anschlussmöglichkeiten. Das dürfte man wohl dänischen Purismus nennen. Neben drei Cinch-Anschlüssen gibt es zwei XLR-Eingänge. Alle Buchsen stammen von Furutech. An der linken und rechten Außenseite befinden sich die kernigen Schraubanschlüsse für die Lautsprecherkabel. Der Netzanschluss liegt in der Mitte und darüber befindet sich eine Buchse fürs Netzwerkkabel, über die Firmware-Updates vorgenommen werden können.
Um etwas mehr über den Probanden aus erster Hand zu erfahren, bat ich den Chef von Alluxity, Alexander Vitus Mogensen, per Mail um ein Interview. Es dauerte nicht lange, da erhielt ich eine Antwort. Allerdings nicht von Alluxity-Gründer Alexander, sondern von seinem Vater Hans-Ole, dem Kopf von Vitus Audio. Der sagte mir ein Interview zu und ich war äußerst gespannt zu erfahren, warum er mein Gesprächspartner sein würde. So groß wie die Neugier war meine Überraschung, als Vater Vitus mir erzählte, dass sein Sohn nicht mehr in der Firma aktiv ist und sich stattdessen beruflich neu orientieren würde. „Ich habe die Firmenanteile meines Sohnes übernommen und bin seit dem 1. Januar 2026 alleiniger Inhaber von Vitus Audio und Alluxity“, erklärte er. Somit sei die Marke Alluxity nun in die AVA Group integriert.

Auf die Qualität habe die Veränderung selbstverständlich keine Auswirkungen, betont Hans-Ole Vitus. Einzig der Markenname ist leicht modifiziert – Alluxity by AVA heißt es nun. Wirft man einen Blick auf die Bilder unseres Fotografen Helmut Baumgartner, dann wird schnell klar, warum Der CEO der AVA Group die Alluxity-Serie „den kleinen Bruder von Vitus Audio“ nennt. Schon beim Gehäuse wird deutlich, dass bei der Entwicklung und Herstellung keine Kompromisse eingegangen wurden. Der Int One mkII ist aus einem Alublock gefräst und die verbauten Platinen, auf der sich reichlich SMD-Bauteile befinden, werden in der eigenen Produktionshalle gefertigt. Die beiden diskret aufgebauten Monosektionen werden von einem eigens für den Alluxity hergestellten Ringkerntransformator gespeist. Für den guten Klang hat sich Alexander Mogensen gemeinsam mit seinem Vater für die bereits bei Vitus überzeugenden Leistungstransistoren der Marke Sanken entschieden. Der kraftvolle Vollverstärker beginnt im Class-A- und geht dann über in den Class-A/B-Betrieb. Leider gibt es keinen Phono- oder Digitaleinschub. Aber dafür ist das knappe Alu-Kleid zu eng. Schade.
Was ist anders gegenüber dem Vorgänger Int One? Der mkII verfügt über einen neu gestalteten Vorverstärkerzug, der nun komplett symmetrisch arbeitet, wodurch der Vollverstärker von Eingang bis Ausgang vollständig symmetrisch ist. Das Upgrade soll für geringeres Rauschen, eine höhere Auflösung sowie eine bessere Bandbreite sorgen und es bietet eine um sechs Dezibel höhere Gesamtverstärkung. Zudem wurde die Anzahl der Lautstärkestufen deutlich erhöht, um Schritte von eine Dezibel im Bereich von minus 79 bis plus 13 Dezibel zu ermöglichen. Dadurch kann die Feinabstimmung der Musikwiedergabepegel präziser geregelt werden als beim Vorgänger.

Hören wir einmal rein, wie sich der kompakte Int One mkII in seiner Kernkompetenz schlägt, der Wiedergabe von Musik. Ich fühle ihm gleich mit einer meiner beliebtesten Platten auf den Zahn. Rickie Lee Jones gleichnamiges Debütalbum aus dem Jahr 1979 war schon als Erstausgabe klanglich gelungen. Seitdem gab es durchaus gute Reissues, von denen ich einige besitze. Die One-Step-Ausgabe von Mobile Fidelity (MFSL 2-45010) ist jedoch ein ganz anderes Kaliber. Das Remastering von Krieg Wunderlich stellt alle Versionen, die ich kenne, in den Schatten. Ich lege die 45-er Scheibe auf den Plattenteller des LaGrange und erhöhe leicht den Lautstärkepegel über den Touchscreen. Und sofort kommt alles, was ich so schätze an der Aufnahme: Steve Gadds groovende Beats und die scharf angerissenen Saiten von Gitarrist Buzzy Feiten. Da fehlt nichts. Kontrollierter Bass, trockene Bassdrum, detailgenaue Instrumente und eine großartige Dynamik. Jones‘ Stimme, die manchmal ein wenig piepsig wirkt, kommt wunderbar erwachsen daher. Das nenne ich mal einen guten Einstieg des Int One mk II.
Mir geht es häufig so, dass mich das Hören einer Platte, direkt zu einer anderen führt. Also ziehe ich gleich noch einen Dauerbrenner aus dem Regal, der eigentlich nicht für den Test vorgesehen war. Dire Straits‘ „Sultans of Swing“ vom Album Dire Straits von 1978 ist einfach ein Gute-Laune-Song – wenn die Anlage es hergibt. Meine englische Vertigo-Pressung macht mit dem smarten Dänen richtig Spaß. Das Fingerpicking von Mark Knopfler springt mich über die Consensus-Lautsprecher geradezu an und der Klang seiner Fender Stratocaster ist crisp und so, wie ich es von weit größeren – und teureren – Anlagen kenne. Ich bemerke, wie der treibende Rhythmus die Kontrolle meiner Füße übernimmt – ich „muss“ im Takt mitswingen.

Mal sehen, ob der dänische Beau auch Jazz kann. Ben Websters Saxofonspiel gehört für mich zum feinsten im Jazz. Seine Balladen sind einfühlsam und sorgen stets für eine wohlige Atmosphäre. Ob der Alluxity sensibel genug ist? Ich spiele die 1957 auf Verve erschienene Platte Soulville als Reissue von Analogue Productions und bin beeindruckt. Man spürt den kraftvollen Ton hautnah, erlebt die deutlich vernehmbaren Anblasgeräusche. Keine Verfärbungen oder tonale Ungenauigkeiten, stattdessen bietet der Int One mkII eine warme Klangfülle, die mich zwischendurch an den Klang von Röhren erinnert. Als Oscar Peterson seine Finger über die Tasten gleiten lässt, schwingen die angeschlagenen Saiten mit viel Timbre aus. Das erweckt Emotionen, wie ich sie mir beim Musikhören wünsche.
Der englische Singer-Songwriter Fink hat mit engen Freunden wie Bassist Tim Lefebvre (David Bowie) und Drummer Earl Harvin (Jeff Beck) das Album „The Lowswing Sessions“ im Berliner Tritonus Studio eingespielt. Alles wurde live auf Tape im Studio aufgenommen und dann davon die Lackfolie geschnitten. Fink adaptiert unter anderem Lieblingssongs wie „What Difference Does It Make“ von The Smiths oder Muddy Waters‘ „You Got To Take Sick And Die” und der Alluxity transportiert die dichte Atmosphäre der rein analogen Aufnahmesession unmittelbar in meinen Hörraum. Man merkt der Aufnahme an, dass dort Brüder im Geiste zusammenspielen – die Musik hat einen wunderbaren Fluss. Dabei zeigt der Däne auch, dass er richtig tief in den Bass-Keller hinabsteigen kann. Ein guter Freund, mit dem ich die Platte hörte, merkte an, dass es zu viel des Basses auf der Scheibe sei. Auch davon lässt sich der Int One mkII nicht aus der Ruhe bringen und fällt nicht ins Nervige.

Ich könnte noch eine Menge Beispiele bringen, bei denen mich der Alluxity Int One mkII mit seinen musikalischen Fähigkeiten überzeugt hat. Ganz gleich, ob große Orchester oder wummernde Electronic Beats, glockenklare Gesangsstimmen oder vielschichtige Percussionorgien. Der Vollverstärker ist ein Allrounder, der jede Art von Musik in hervorragender Klangqualität spielt. Er hat keine erkennbaren Schwächen, liefert einen sauberen und schnellen Bass, und seine Mitten und Höhen sind feinsinnig und ausdrucksstark. Er glänzt mit hoher Detailgenauigkeit und musikalischer Tiefe. Hans-Ole Vitus ließ im Gespräch irgendwann fallen: „Die Marke Alluxity wird jetzt in die Vitus Audio-Familie integriert. Das ist der erste Schritt.“ Dann fügte er hinzu: „Wir haben noch einiges vor mit der Alluxity-Serie.“ Was genau, das hat er sich nicht entlocken lassen. Das werden wir dann in einem weiteren Test erforschen. Ich freue mich drauf.
|
Gehört mit
|
|
|---|---|
| Plattenspieler | brinkmann LaGrange mit beheiztem Tellerlager |
| Tonarm | TW-Acustic Raven 10.5, brinkmann 12.1, Schwietzer 12.1 |
| Tonabnehmer | Kondo IO-M, Fuuga, brinkmann EMT ti |
| Phonostufe | brinkmann Edison MK II |
| Übertrager | Consolidated Audio Silber |
| NAS | QNAP TS-473 |
| Streamer/DA-Wandler | brinkmann Nyqvist |
| LAN-Switch | Aqvox Switch SE |
| Vorstufe | brinkmann Marconi mk II |
| Endstufen | brinkmann Mono |
| Lautsprecher | Consensus Conspiracy |
| Kabel | Kondo Theme LS-41, HMS Suprema, HMS Grand Finale Jubilee, Cardas Clear Beyond, Kondo KSL-LPz, Breuer, Aqvox LAN Edge |
| Zubehör | Copulare Rack, Acapella Fondato Silenzio, HMS Energia 4/3, Prime Mini 5, AHP-Klangmodul IV G, Furutech Wandsteckdose, Synergistic Research Active Ground Block SE, Plattenwaschmaschine Levar Amano |
|
Herstellerangaben
Alluxity Int One mkII
|
|
|---|---|
| Geräteart | Stereo Vollverstärker |
| Ausgangsleistung | 200W (8 Ohm), 400W (4 Ohm), 800W (2 Ohm) |
| Analoge Eingänge | 3 x Cinch, 2 x XLR |
| Ausgänge | 1 x Cinch-Vorverstärkerausgang |
| Leistungsaufnahme | <50W (ohne Last) |
| Eingangsimpedanz | 10kΩ |
| Ausgangsimpedanz | 75mΩ |
| Eingangsempfindlichkeit | 2/4Vrms (RCA/XLR) |
| Frequenzgang | 0 - 800kHz |
| Rauschabstand | >100dB |
| Über alles Verzerrungen (THD) | >0,01% |
| Lautstärke | -79dB bis +13dB |
| Abmessungen B x H x T | 435 x 105 x 335 mm |
| Preis | 10.450 Euro – Schwarz, Weiß, Mitternachtsblau; 11.450 Euro – Titanorange, Titangrau |
|
Vertrieb
Audio Offensive Hifi-Vertrieb
|
|
|---|---|
| Anschrift | Inhaber: Uwe Heile Münchener Str. 5 14612 Falkensee |
| Telefon | +49 3322 2131655 |
| Mobil | +49 172 3844155 |
| info@audio-offensive.de | |
| Web | www.audio-offensive.de |
Austrian Audio präsentiert The Arranger, einen High-End-Kopfhörer, der den perfekten Einstieg in die Welt des audiophilen Hörgenusses ermöglicht. Der Arranger wurde für anspruchsvolle Musikliebhaber und Profis gleichermaßen entwickelt und vereint außergewöhnliche Akustik mit einem robusten und zugleich eleganten Design.
Das Herzstück des Arranger ist ein 44-Millimeter-Hochleistungstreiber mit einer diamantähnlichen Kohlenstoff verstärkten Membran (DLC). Diese fortschrittliche Konstruktion bietet überragende Stabilität und Präzision ohne unnötiges Gewicht. Der Treiber wird von Austrian Audios patentiertem Ringmagnetsystem angetrieben, das den Luftstrom optimiert und eine perfekt kontrollierte Membranbewegung für eine originalgetreue Klangwiedergabe gewährleistet.
Der Arranger wurde mit Blick auf Vielseitigkeit entwickelt und unterstützt symmetrische Eingänge über einen 4-poligen Stecker. Er ist kompatibel mit dem mitgelieferten Standard-TRS-Kabel sowie mit optionalen symmetrischen Kabeln, die entweder mit Pentaconn- oder 5-poligen XLR-Steckern ausgestattet sind. Das faltbare Design verbessert die Tragbarkeit und ermöglicht es den Nutzern, kompromisslose Klangqualität überallhin mitzunehmen.
The Arranger
The Arranger ist für knapp 1.000 Euro erhältlich
|
Vertrieb
Audio Tuning Vertriebs GmbH
|
|
|---|---|
| Anschrift | Margaretenstraße 98 1050 Vienna/Austria |
| Headquarter | Wirtschaftspark A5 Wilfersdorf Analogweg 1 2130 Mistelbach/Austria |
|
Vertrieb
Markus Wierl GmbH
|
|
|---|---|
| Ansprechpartner | Markus Wierl |
| Anschrift | Wacholderweg 10 86836 Klosterlechfeld |
| Telefon | +49 151 22316655 |
| info@audio-freak.de | |
| Web | audio-freak.de |
Vor kurzem erwähnte ich Dirk Sommer gegenüber, dass ich nach wie vor Interesse an einem Bass-Array-Test in meinem Hörraum samt Bericht hätte. Sofort fiel der Name Markus Wierl, er ist Spezialist für Trinnov und ihr WaveForming für Bass-Arrays. Aus einem Test in den eigenen vier Wänden wurde zunächst ein Besuch beim selbsternannten Audio Freak.
Vorab habe ich mich mit Markus telefonisch ausgetauscht, um herauszufinden, was wir gemeinsam unternehmen möchten. Für einen ersten Bericht hat er mich in seinen Hörraum in Klosterlechfeld eingeladen. Dort betreibt er ein High-End-System auf Basis von Trinnov, meroVinger und Acousence. Wenn alles wie geplant klappt, möchten wir für einen zweiten Bericht auch in meinem Hörraum Trinnovs WaveForming einsetzen.

Wie so oft in unserer Szene wurde für Markus die eigene Leidenschaft zum Beruf. Noch als Endkunde hat er seinen Hörraum auf Basis von einem Trinnov Raumkorrektur- und AV-Prozessor eingerichtet. Auf dem Weg zum Optimum hat er sich immer weiter in die Materie eingearbeitet und ist inzwischen nicht nur Spezialist für Trinnov. Ein echter „Audio Freak“ eben. Unter diesem Namen agiert er als Berater und Händler für verschiedenste HiFi- und Heimkinomarken. Außerdem ist er Mitgründer und inzwischen alleiniger Besitzer von MK Analogue, einem Hersteller von Phono-Komponenten.
In Markus' Hörraum spielt ein 7.11.6-System. Für alle, die sonst nur im Stereoumfeld unterwegs sind, übersetze ich mal. Die 7 schlüsselt sich in einen Center-Lautsprecher, zwei Hauptlautsprecher vorne links und rechts und vier weitere Lautsprecher, jeweils links und rechts neben (Surround) und hinter (Back-Surround) dem Hörplatz auf. Hinter der 11 verbirgt sich die entsprechende, gewaltige Anzahl an Subwoofern. Vier in den Ecken, vier an der vorderen Wand und drei an der hinteren Wand. Die 6 steht für zwei Reihen aus drei Lautsprechern links und rechts an der Decke. Damit ist das System, dessen Herzstück ein Trinnov Altitude 32 Audio-Video-Prozessor mit mächtigem DSP ist, in der Lage, sämtliche modernen Mehrkanalformate wie Atmos, DTS:X Pro und Auro-3D zu dekodieren und wiederzugeben. All das ist in das moderne, von Holz geprägte Ambiente des akustisch optimierten Hörraums integriert. Wenn man in einem derart durchdachten und perfektionierten Setup überhaupt von einem Fokus sprechen kann, dann gilt er dem Haupt-Stereosystem, unterstützt von 11 Subwoofern und der Raumeinmess-Technologie von Trinnov.


Alle eingesetzten Lautsprecher stammen vom Münchener Hersteller meroVinger, teilweise als Sonderanfertigungen. Die Hauptlautsprecher MELO-DI sind in sich schon etwas Besonderes. Sechs Tangband-Breitbandchassis agieren in einem nach hinten offenen Open Baffle Gehäuse. Für den Hochton ist ein Mundorf AMT verantwortlich. Alle Breitbänder sind durch ihren vertikalen Versatz passend auf einen Referenz-Treiber und den Hochtöner verzögert und somit hinsichtlich Phasengang und Impulsantwort optimiert. Dank eines individuell in der Höhe angepassten Standfußes wird der Referenz-Treiber dann auf die im Hörraum vorherrschende Ohrhöhe positioniert. Der MELO-DI sieht einen aktiven Betrieb mit einer externen DSP-Weiche vor und wird somit auf jeden Hörraum optimiert eingemessen. Bei Markus übernimmt dies der Trinnov Altitude. Bis zu 24 Kanälen kann der Audioprozessor der Altitude bei 192 Kilohertz auf 64-Bit-Float rechnen – gewaltig. In Sachen Korrektur-Algorithmik gehört Trinnov ohnehin zu den Marktführern. Das sind ideale Ausgangsvoraussetzungen. Die internen Digital-Analog-Wandler allerdings sind aus audiophiler Sicht weniger ideal. Deshalb nutzt Markus für die Digital-Analog-Wandlung der Hauptkanäle einen audiophilen, externen Acousence multi-dac (13.000 Euro). In der bei Markus eingesetzten Konfiguration bietet er vier DAC-Pfade und einen ADC-Pfad. Die Digital-Analog-Wandler Pfade versorgen jeweils einen der vier Endverstärker-Wege eines Acousence pow-amps (13.000 Euro). So verfügen jeweils das Breitband-Array und der Hochtöner der Hauptlautsprecher über einen eigenen DAC- und einen eigenen Endstufen-Pfad. Die Trinnov-Elektronik agiert für die Hauptlautsprecher folglich als Schaltzentrale und Rechenkern. Dabei übernimmt sie die Funktion einer aktiven Frequenzweiche, regelt die Vorentzerrung und sorgt für die gesamte akustische Korrektur der Lautsprecher und das nahtlose Zusammenspiel mit dem Bass-Array. Als Zuspieler kann jede erdenkliche Quelle dienen. Analoge Quellen werden intern digitalisiert. Für das AMG Viella Laufwerk nutzt Markus anstatt des internen Trinnov-Wandlers den hochwertigen ADC-Weg des Acousence multi-dac. Digitale Quellen wie Audioserver mit USB-Ausgang können mit Formatwandler passend auf AES/EBU oder S/PDIF umgesetzt werden. Alle Altitudegeräte sind außerdem Roon-Endpoints. Lautsprecher, DACs (sofern sie über einen andere Digitaleingang als USB verfügen), ADCs für analoge Quellen und Endstufen können vollkommen frei gewählt werden – jede erdenkliche Konfiguration in jedweder Preis- und Qualitätsklasse ist möglich.

Jetzt fragen Sie als Besitzer einer wunderbaren Stereoanlage ohne Mehrkanal-Ambitionen sicherlich und zu Recht: Weshalb dann überhaupt Trinnov? Es gibt sehr wohl einen gewichtigen Grund, weshalb Sie Trinnov doch interessieren könnte, nach der Vorführung bei Markus würde ich sogar sagen „sollte“. Damit kommen wir zum Kern dieses Berichts: Trinnov WaveForming. Mit dieser Technologie kann am Hörplatz ein vollständig linearer Bass (bei Markus ± 0,9 Dezibel auf einem Hörplatzbereich von 1,6 Metern) ohne jeglichen Einbruch bis 120 Hertz realisiert werden. In einem rechteckigen Hörraum ohne Dachschräge mit entsprechend dimensioniertem WaveForming-Array dürften sogar noch bessere Werte über einen weiteren Bereich erzielt werden. Ein Zustand wie er in wohl keinem Hörraum ohne Bass-Array vorherrscht. Seitdem Trinnov den Altitude CI veröffentlicht hat, ist ein Einstieg in diese Technologie kostengünstiger als bisher möglich. Der Altitude CI bietet in seiner Grundkonfiguration acht Rechenkanäle und kostet 9.500 Euro. Seine acht Rechenkanäle können frei den acht Analogausgängen oder 32 Digitalausgängen zugewiesen werden. Mittels Softwarelizenz können bis zu 32 Rechenkanäle freigeschaltet werden. Ein Paar kostet 1.071 Euro. Somit bezahlt man nur für die Kanäle, die man in seinem Setup auch wirklich benötigt. Wann man mit wie vielen Paaren erweitern möchte, steht einem dabei vollkommen frei.

Damit WaveForming nicht nur eine leere Marketinghülse bleibt, möchte ich Ihnen die physikalische Grundlage gerne in eigenen Worten näherbringen. Im Gegensatz zu manch anderen „Technologien“ basiert WaveForming nämlich auf handfester, effektiver Physik. Modernem Bassmanagement wie Trinnovs WaveForming liegen zwei Kernprinzipien zu Grunde. Die Kontrolle von Raummoden, respektive Reflexionen und die Formung der Wellenfront. In Kombination ein mächtiges Akustikwerkzeug. In Sachen Raummoden sind die meisten Leser, so denke ich, gut informiert. Lassen sie mich trotzdem noch einmal zusammenfassen. Die Ausbreitung von Schall lässt sich am besten über eine Cosinuswelle veranschaulichen. Direkt am Lautsprecher ist der Schalldruck maximal und die Welle somit ebenfalls maximal positiv. Im Freifeld –wenn keine Reflexionen vorhanden sind, beispielsweise draußen auf einer weiten, freien Fläche – kann sich die Welle ungestört ausbreiten. In unseren Hörräumen allerdings, trifft sie unweigerlich auf eine Wand. An dieser wird sie zur gegenüberliegenden Wand reflektiert, von dort wieder zurück. Das geht so lange weiter, bis die Energie der Schallwelle komplett von den Wänden transmittiert und absorbiert, also in Wärme umgewandelt wurde. So entsteht die charakteristische, frequenzabhängige Nachhallzeit eines Raums: RT60. Sie beschreibt, wie lange es dauert, bis ein Schallereignis um 60 Dezibel abgefallen ist. RT30, RT20 oder RT15 sind vergleichbar, aber nicht pauschal dasselbe wie RT60. Das würde hier aber zu weit führen. Markus erklärt Ihnen sicherlich gerne den Unterschied. Meist werden die Werte für die Nachhallzeit bei Frequenzen in Oktavabstand (also einer Verdopplung respektive Halbierung von einer Frequenz zur nächsten) angegeben. Üblich sind 125, 250, 500, 1.000, 2.000, 4.000 und 8.000 Hertz. Anhand der Nachhallzeit lässt sich folglich ablesen wie „trocken“ ein Raum klingt.

Wenn ganzzahlige Vielfache der halben Wellenlänge einer Frequenz genau einer Raumdimension entsprechen, entsteht eine stehende Welle, auch Eigenfrequenz oder Raummode genannt. Passt beispielsweise eine halbe Wellenlänge genau in die längste Raumdimension, wird sie von beiden Wänden gleichphasig reflektiert und überlagert sich perfekt. Es entsteht die tiefste Eigenfrequenz des Raumes. An beiden Wänden herrscht ein Schalldruckmaximum, in der Mitte zwischen den beiden Wänden ein Minimum, respektive Stille. Stimmt die einfache Wellenlänge genau mit dem Wandabstand überein, entstehen Maxima an den Wänden und in der Mitte zwischen beiden Wänden. Zwischen den Maxima entstehen wiederum Minima. Bei Frequenzvielfachen werden die Muster aus Überhöhungen und Auslöschungen komplexer, außerdem bilden sich in jeder Raumdimension verschiedenste Moden. Möchten Sie dies für ihren Hörraum nachrechen, finden sich im Internet unter dem Stichwort Raummodenrechner tolle Werkzeuge. Im Bereich tiefer Frequenzen bis ungefähr 300 Hertz treten Raummoden in recht weiten Frequenzabständen und besonders starker Intensität auf, weshalb sie dort, je nachdem wo im Wellenberg oder -tal man gerade sitzt, besonders störend als Dröhnen oder „Basslöcher“ wahrgenommen werden. Bei höheren Frequenzen treten viele Eigenfrequenzen eng beieinanderliegend auf und werden deshalb nicht mehr individuell als störend wahrgenommen.

Das Reflexionsverhalten im hohen Frequenzbereich ist extrem komplex, jedoch gut durch raumakustische Maßnahmen zu kontrollieren. Auch für tiefe Frequenzen ist das durchaus möglich, nur benötigt man sehr viel Absorberfläche oder viele spezifisch abgestimmte Platten- oder Helmholtzresonatoren. Deshalb wird Raummoden im Bassbereich oft mit einem klassischem (Double-)Bass-Array begegnet. Mindestens zwei Subwoofer an der Frontwand stehen mindestens zwei Subwoofern an der Rückwand gegenüber. Indem die Subwoofer an der Rückwand, genau dann, wenn das Signal der Frontsubwoofer die Rückwand erreicht, das gleiche Signal 180° phasengedreht und mit passendem Pegel ausgeben, addiert sich dieses zu dem von der Wand reflektierten Signal des vorderen Subwoofers und löscht es nahezu vollständig aus. Geht man von einer hundertprozentigen Auslöschung (was in der Praxis wohl nie ganz erreicht werden kann) aus, wandert das Nutzsignal nur einmal durch den Raum und wird nie reflektiert.
Tiefe Frequenzen strahlen, das wissen Sie sicher, kugelförmig ab. Platziert man jedoch mehrere Subwoofer nebeneinander, kann man ihre kugelförmige Abstrahlung auf der Horizontalen bündeln und eine Zylinderwelle erzeugen. Aus diesem Grund findet man bei Großkonzerten eine Reihe von Subwoofern, die nebeneinander vor der gesamten Bühnenbreite stehen. Ihre Schalleistung wird so auf die Zuschauerfläche konzentriert. Verzögert man einige der Subwoofer gezielt, entweder durch ein Delay oder mechanisch, durch das Aufstellen der Subwoofer in einem Bogen statt einer gerade Linie, kann noch präziser gesteuert werden, wie der Schalldruck auf der horizontalen Ebene verteilt sein soll. Es ist technisch dann sogar möglich, das Schalldruckmaximum außermittig zu verschieben. Genau diesen Effekt nutzt Trinnovs Cylindrical WaveForming, wofür mindestens zwei Subwoofer in festen Abständen nebeneinander an gegenüberliegenden Wänden (oder vier Subwoofer in den Ecken) benötigt werden. Das gleiche (Line-)Array-Prinzip setzt übrigens auch das Breitbandarray der meroVinger Hauptlautsprecher ein, allerdings in vertikaler Ebene (wobei es aufgrund der zu hohen Frequenzen hin zunehmenden Richtwirkung weniger effektiv ist). Doch zurück zum Bass: Fügt man Subwoofer auf vertikaler Ebene hinzu, kann die Welle auch vertikal „gesteuert“ werden. Da so eine möglichst homogene ebene Welle erzeugt wird, nennt Trinnov diesen Betriebsmodus Planar WaveForming. Hierzu sind mindestens 5 Subwoofer notwendig. Wie die Aufstellung im Detail aussehen muss, können Sie auf Trinnovs Website nachlesen oder mit dem „Waveforming Design Tool“ selbst ermitteln. Noch besser natürlich: Sie verlassen sich auf Markus' Expertise.

Damit die beschriebenen Mechanismen ideal ineinandergreifen, müssen alle Subwoofer an verschiedene Positionen im Raum gemessen werden. Passenderweise ist auch Trinnovs Messmikro eine Art Array. Die Version für die Altitude 32 besitzt einen Mehrpol-XLR-Stecker und kostet 840 Euro. Das Messmikro für die CI ist mit einem modernem Ethercon-Anschluss ausgestattet und kostet 950 Euro. Dank mehrerer Mikrofonkapseln in bestimmter Anordnung vereint in einem Gehäuse, ist es in der Lage, Richtungen und Entfernungen aufzulösen. Anhand der Messungen werden dann nicht nur die benötigten Delays und Pegel der einzelnen Subwoofer berechnet, sondern auch spezifische Korrekturfilter, um jeden einzelnen Subwoofer so anzusteuern, wie es für eine homogene Bassverteilung im Raum nötig ist. Das führt nicht nur am Haupthörplatz zu einem sehr linearen Frequenzgang ohne jeglichen Einbruch. Da beim Planar WaveForming die Reflexionsflächen des Raumes im Bassbereich quasi „abgeschaltet“ werden, kann der Nachhall über Trinnovs Software gesteuert werden. Das ist sehr beeindruckend – bereits in der Theorie – in der Praxis in Markus' Hörraum überragend! Dass Trinnovs Mess-Algorithmen dabei nicht nur im Bassbereich effektiv agieren, zeigt sich an den Hauptlautsprechern. Die Breitbänder sind lediglich händisch über zwei Shelving-Filter gezähmt, jedwede weitere Optimierung übernimmt Trinnovs Korrektur-Algorithmus auf Grundlage einer von Markus definierten Target-Kurve im Frequenz- und Phasenbereich, somit folglich auch im Impulsbereich! Sie bestimmten, wie ihr System klingen soll, Markus entwirft die passende Referenzkurve und Trinnov macht den Rest. Der Einsatz eines Bass-Arrays hat zusätzlich den Vorteil, dass die Hauptlautsprecher im tiefen Frequenzbereich entlastet werden und so höhere Frequenzen deutlich profitieren können. Doch wie klingt es denn nun?

Es ist fair vorauszuschicken, dass ich selten die Gelegenheit habe, auf einer derart großzügigen Stereobreite in einem vollkommen der Musikwiedergabe gewidmetem Raum zu hören. Dieses Erlebnis an sich wäre schon beeindruckend. Mit dem, was Trinnov zusätzlich leistet, gerät es höchst außergewöhnlich. Eine ähnlich kontrollierte Wiedergabe im gesamten Frequenzbereich habe ich noch nicht erlebt. Angefangen beim Bassbereich, der unmittelbar dem folgt, was das Musikstück vorgibt. Bei 11 Subs könnte man auf die Idee kommen, dass ihr Zusammenspiel etwas verwischt und ungenau wirkt, aber dank Trinnovs Algorithmen ist das Gegenteil der Fall. Alle 11 Bässe agieren wie ein einziges, schnelles, druckvolles und hochpräzises Chassis. Auch wenn man am Sitzplatz hin- und herrückt, ändert sich daran nichts. Die Homogenität, die das WaveForming verspricht, wird auch eingelöst. Verlangt das Musikstück nach einem weichen, rollenden Bass, wird dies bedient. Ist eine impulsive Attacke gefragt, wird diese anstandslos geliefert – sie beginnt brachial und unvermittelt und endet ganz genau dann, wenn sie es soll. An diese Art der Bassreproduktionen muss ich mich kurz gewöhnen. Nach einiger Zeit wird mir aber klar, dass es das erste Mal überhaupt ist, dass ich wirklich vollumfänglich beurteilen kann, wie der Bassbereich verschiedenster Instrumente in Aufnahmen ausfällt. Das verhältnismäßig lange Ausklingen von Basswellen in üblichen Räumen verhindert eine derart feine Unterscheidung von „weichen“ und „harten“, respektive trockenen Bässen, weil es normalerweise nie ganz trocken wird. Es fehlt einfach die Trennschärfe, die ich in Markus' Raum erleben kann. Gleichzeitig sorgen die 11 gemeinsam agierenden Subwoofer für eine überragende Souveränität. Selbst bei hohen Lautstärken wirkt es so, als würde der Pegel mit Leichtigkeit und ohne jegliche Anstrengung erreicht. Ähnliches gilt auch für die Hauptlautsprecher und mir leuchtet plötzlich ein, weshalb Markus Lautsprecher mit einem Chassis-Array einsetzt. Die einzeln betrachtet kleinen Chassis ermöglichen eine schnelle Ansprache und somit eine gleichermaßen spielfreudige, ansatzlose und agile Wiedergabe. Die in Summe große Membranfläche wiederum sorgt für die Mühelosigkeit bei hohen Pegeln.

Markus und ich hören uns durch verschiedenste Musikstile. Von audiophilen bis hin zu durchschnittlichen Produktionen. Da wir beide eine Leidenschaft für Metal teilen, kommt auch dieses Genre nicht zu kurz. Markus' System verfügt über die Fähigkeit, auch durchschnittliche Aufnahmen ungewöhnlich spielfreudig wiederzugeben. Eine Abstufung zu sehr gelungenen Aufnahmen ist deutlich erkennbar, aber das System deklassiert nichts. Das werte ich als Indiz dafür, dass Linearität eine wichtige, wenn nicht die Grundvoraussetzung für diese Fähigkeit ist – diese Frage versuche ich selbst noch immer vollumfänglich und abschließend zu beantworten. Den Anfang macht Leprous „Have You Ever?“ vom Album Aphelion, das in meinen Hörbeschreibungen immer mal wieder auftaucht. Der tiefe Synth, der das Stück eröffnet, ist für mich ein guter Grundindikator. Die Reproduktion dieses Musikstücks überrascht mich gleich mehrfach. Die großzügige räumliche Komponente, die das System in Tiefe und Breite herausarbeitet, kannte ich bei dem Stück bisher nicht. Die verschiedenen Synths, Drums, Stimme, Gitarren, Effekte, alles ist eindeutig positioniert, klar und feingliedrig voneinander abgegrenzt und doch wird man von der Energie des Stücks überrollt und mitgerissen. Die Instrumente haben gleichzeitig einen kleinen, präzisen Kern und eine enorme Ausdehnung. Sie beanspruchen regelrecht „Fläche“ für sich. Besonders der Synth beeindruckt in dieser Hinsicht. Haben Sie mal eine Lasershow gesehen und können sich das charakteristische Wabern von Bühnennebel in einem breiten, durch den Raum fahrenden Laserstrahl vorstellen? So wirkte der Synth für mich: klar und deutlich vom Laser umrissen, aber in sich beweglich wabernd und changierend. Die Frequenzauflösung im Bassbereich des Stücks konnte ich ebenfalls noch nie so genau analysieren. Der Synth geht weniger tief, als es auf den meisten Systemen wirkt. Bei der Aufnahme der Bass Drum wurde die Tiefstbassenergie im Studio sauber eingefangen und geht noch deutlich tiefer in den Frequenzkeller als der Synth. Gleichzeitig wird die Bass Drum trotz ihres enormen Tiefgangs so impulsgetreu reproduziert, wie ich es sonst eigentlich nur von meinem eigenen Schlagzeug im Proberaum kenne. Auf den meisten Systemen sind diese feinen Unterscheidung kaum differenzierbar, zumal dort Synth und Bass Drum oft ineinander verschwimmen. Klarer voneinander abgegrenzt und eigenständiger als auf Markus' System habe ich sie noch nicht hören können.

In Shaun Martins „Introduction“ vom Album 7Summers ist die Unterscheidbarkeit von Bassinstrumenten gleichermaßen hoch. Während der E-Bass sehr weich und sanft rollend herausgearbeitet wird, hat die Bass Drum eine blitzschnelle Ansprache und wird dem Begriff „Kick Drum“ vollumfänglich gerecht. Im Vergleich zur Bass Drum von Leprous Drummer Baard Kolstad ist die Trommel von Robert "Sput" Searight auf dieser Aufnahme höher gestimmt und ihr Kessel klingt etwas kleiner als die 22-Zoll-Varianter, die Baard spielt. Das lässt sich zwar auch auf anderen Systemen gut heraushören, aber hier hatte ich das Gefühl, die Kessel regelrecht vor mir in ihrer individuellen Größe zu sehen. Ich bin inzwischen nicht mehr sonderlich leicht zu begeistern, aber nahezu alle Test-Tracks zwangen mich unmittelbar zu einem Lächeln. Dass Hedegaards „Ratchets“, ein Messeliebling und somit auf vielen verschiedene Systemen gehört, in Markus' Hörraum eines der breitesten auslöste, versteht sich von selbst. Wir fahren nahe an Club-Lautstärke und nach den Bassschlägen schwingt einfach nichts, überhaupt nichts nach.

Bei orchestraler Musik zahlt sich die Linearität des Systems aus. Einzelne Instrumente des Ensembles klingen natürlich, glaubhaft und charakterstark. Die Unbeschwertheit der Wiedergabe und die räumlichen Darstellung tut ihr Übriges. Wie bisher werden Instrumente unheimlich gut voneinander getrennt. Auch im großorchestralen Kontext sind die Instrumentengruppen in ihrer Ausdehnung und die einzelnen Instrumente innerhalb der Gruppe, sofern die Aufnahme dies zulässt, klar definiert. Sie werden sauber in Breite und auf einer großzügigen virtuellen Bühnentiefe gestaffelt. Zwischen den einzelnen Ebenen, die Instrumente oder Instrumentengruppen in ihrer räumlichen Platzierung einnehmen, herrscht allerdings etwas weniger „Luft“ als ich es von einigen anderen High-End-Systemen kenne. Und obwohl ich übergreifende Detailaufösung alles andere als vermisse, habe ich auch hier schon Systeme gehört, die noch mehr bieten. Allerdings spielten in diesen Systemen dann meist Stereo-DACs, die mit nur zwei Kanälen mindestens so viel kosteten, wie der bei Markus wandelnde Acousence multi-dac mit seinen vier DAC- und zwei ADC-Pfaden. Auch die eingesetzten Endstufen waren meist empfindlich teurer. Ich bin mir sehr sicher, dass auch im „Audio-Freak“-System noch mehr ginge, wenn man an diesen Stellschrauben drehen würde.

Dass das gebotene Niveau nichtsdestotrotz bereits sehr, sehr hoch ist, möchte ich abschließend an einem Stück illustrieren, dass Ihnen und mir von Messen bestens bekannt ist: „Mother Mary“ von Francine Thirteen. Zugegeben, auf Messen sind die Hörbedingungen nie optimal, trotzdem habe ich das Stück so dort noch nirgendwo gehört. Auch nicht auf Systemen, für die eine siebenstellig Summe fällig wird. Mit jedem Element, das im Stückaufbau dazu kommt, wird das Staunen größer. Der tickende Effekt gleich zu Beginn läuft unglaublich stabil und bruchlos auf dem weiten Stereopanorama hin und her und erinnert an den „Laser-Effekt“ des Synths in „Have You Ever?“. Dann, urgewaltig, aus dem Nichts der erste Impuls des Stücks, gefolgt von mehreren, verschiedenen Wiederholungen, die langsam abklingen. Die höher klingenden Wiederholungen, die sich hauptsächlich auf dem linken Kanal abspielen, bewegen sich während des Ausschwingens räumlich von der Lautsprecherebene weit in den Raum hinein auf den Hörplatz zu! Zur Erinnerung: Wir hören nach wie vor Stereo. Der Einschlag der ersten zwei Hauptimpulse des Stücks ist bereits eindrucksvoll, doch dann folgt gemeinsam mit dem dritten darunterliegend der eigentliche Bass. Wie beides gleichzeitig mit unterschiedlichem Charakter – der Impuls knackig, minutiös explosiv und der Bass grollend, tief und energiegeladen im Raum stehend – reproduziert wird, ist einfach nur noch abartig krass. Eine andere Beschreibung als dieser (positive) moderne Ausdruck, zu dem ich sonst nur verbal, aber nicht unbedingt in Schriftform greife, fällt mir einfach nicht mehr ein. Dass dieses Spektakel aufrechterhalten wird, während die Stimme der Sängerin weit hinter der Lausprecherebene steht und von einem Reverb umgeben ist, das sich in alle Richtungen wie eine holografische Kugel ausdehnt, gibt mir den Rest. Die Leichtigkeit, Ansatzlosigkeit und Dynamikfähigkeit über den gesamten Frequenzbereich sind zutiefst beeindruckend.

Zum Tagesabschluss hören wir noch Platte. Der AMG Viella (15.400 Euro), entkoppelt über Steinplatte und Magaudio Resonance-Absorber (1.700 Euro), spielt mit Korfaudio TA-CF10 (5.200 Euro) Arm und The Goldbug (3.000 Euro) Tonabnehmer an Phonovorstufe MK Analogue MM-PH-AMP (5.000 Euro) mit Übertrager MK Analogue SUT-1L (3.300 Euro). Wie eingangs bereits erwähnt, wird die aufwändige analoge Kette vom Acousence digitalgewandelt. Die besondere Qualität der Plattenwiedergabe büßt durch die Wandlung nichts an Anziehungskraft und Faszination ein. Genau so habe ich es schon oft erlebt, wenn Analoges für ein digital betriebenes System aufbereitet wird.
Ich möchte außerdem nicht unerwähnt lassen, auch wenn dies nicht unbedingt der Fokus des Magazins ist, dass die Mehrkanalwiedergabe, sei es von Musik oder Filmen ebenfalls seinesgleichen gesucht hat. Mit Pure Audio Streaming zeigte mir Markus beispielsweise eine wachsende Plattform für Mehrkanal-Audio. Dune: Part One von Denis Villeneuve konnte mich ebenfalls mitreißen. Die Mischung aus brachialer Kraft und Souveränität mit Leichtigkeit und anstrengungsfreiem, fein aufgelösten Hochton, machte die erste Begegnung mit einem Sandwurm in der Wüste Arrakis wirklich immersiv. Das wunderbar differenzierte HDR-Bild eines modernen DLP-Projektors auf einer Edel-Leinwand beweist, dass Markus nicht nur im Stereobereich, sondern auch für Mehrkanal-Kino keine halben Sachen macht. Mit diesem Hörraum hat er in vielerlei Hinsicht eine Referenz geschaffen.
Wenn Sie neugierig geworden sind, kontaktieren Sie Markus gerne telefonisch oder per E-Mail. Für einen tieferen Einstieg in das Thema finden sich auf seiner Webseite oder seinem Youtube-Kanal viele Ressourcen. Außerdem können Sie ihn auf den anstehenden Norddeutschen HiFi-Tage persönlich treffen. Dort wird er für eine Reportage für seinen Youtube-Kanal vor Ort sein. Später im Jahr können Sie ihm auf der Finest Audio Show Cologne begegnen. Wenn alles wie geplant läuft, dort auch mit einer Vorführung.
|
Vertrieb
Markus Wierl GmbH
|
|
|---|---|
| Ansprechpartner | Markus Wierl |
| Anschrift | Wacholderweg 10 86836 Klosterlechfeld |
| Telefon | +49 151 22316655 |
| info@audio-freak.de | |
| Web | audio-freak.de |
Mit der neuartigen Dual-Chassis-Architektur wird die Stromversorgung des HA-6A Mk2 physisch und magnetisch von der Verstärkerschaltung getrennt, um höchstmögliche Klangreinheit zu erreichen. Die vollständig handverdrahtete Punkt-zu-Punkt-Schaltung bietet Single-Ended-Class-A-Technologie, Röhrengleichrichtung und perfekte Anpassung an den Kopfhörer.
Um feinste Klangnuancen und unverfälschten Klangfarbenreichtum auf den Kopfhörer zu zaubern, arbeiten die Endröhren im HA-6A Mk2 im Single-Ended-Class-A-Betrieb. Die Röhren vom bewährten Typus KT-88 können für noch puristischere Verstärkung im Triodenmodus betrieben werden. Mit den neu entwickelten Ausgangsübertragern stehen für Kopfhörer in einem weiten Impedanzspektrum solide Leistungen bis zu zweimal 4,5 Watt bei symmetrischer Nutzung zur Verfügung. Damit bringt der Cayin HA-6A Mk2 auch Kopfhörer mit geringem Wirkungsgrad zu dynamischen Höchstleistungen.
Als Treiberröhren zur Spannungsverstärkung dient ein Pärchen ECC82 respektive 12AU7. Die Hochvolt-Gleichrichtung wird im HA-6A Mk2 ebenfalls von Röhren übernommen, und zwar von einem Paar GZ34 respektive 5AR4 des renommierten Herstellers JJ. Die gesamte Spannungsversorgung ist in einem abgesetzten, galvanisch und mechanisch getrennten Gehäuse untergebracht. So wird eine bestmögliche Isolation und ein für Röhrenschaltungen unglaublich guter Störabstand von 104 Dezibel (A-gewichtet) erreicht. Der HA-6A Mk2 eignet sich daher auch hervorragend für den Betrieb von Kopfhörern mit hohem Kennschalldruck.
Der Cayin HA-6A Mk2 ist nicht nur Kopfhörerverstärker, sondern kann dank derCinch-Pre-Outs auch als wohlklingender Vorverstärker für Aktivlautsprecher oder Endstufen genutzt werden. Analoge Quellen können Signale sowohl asymmetrisch per Cinch-, als auch symmetrisch per XLR-Eingang zuspielen. Zwischen beiden Varianten lässt sich bequem per Schalter wechseln.
Kopfhörer können sowohl asymmetrisch als auch symmetrisch versorgt werden, und zwar sowohl über den 6,3-Millimeter-Klinkenausgang wie auch per 4,4-Millimeter-Pentaconn oder 4-Pol-XLR. VU-Meter auf der Frontseite zeigen die aktuelle Aussteuerung der beiden Kanäle an und geben dem HA-6A Mk2 einen zeitlos-technischen Look.
Der Cayin HA-6A Mk2 bietet nicht nur eine sensationell klingende Single-Ended Verstärkung, er lässt sich auch individuell auf die angeschlossenen Kopfhörer und die Wünsche des Benutzers anpassen: Verstärkungsfaktor und Innenwiderstand können dreistufig an die Impedanz des Kopfhörers angepasst werden. Somit treibt der HA-6A Mk2 Hörer von 8 bis 600 Ohm optimal an. Die Röhren bieten zwei Betriebsarten, zwischen denen jederzeit gewechselt werden kann: den dynamischeren Ultra-Linear-Betrieb (Pentode) und einen puristischen, besonders musikalischen echten Triodenbetrieb. Für weitere Klangexperimente ist ein Austausch der Endstufenröhren vorgesehen, die interne Ansteuerung kann neben der serienmäßigen KT88 sowohl 6550, KT66, als auch KT150 und kompatible Röhren versorgen.
Der Cayin HA-6A Mk2 ist ab sofort wahlweise mit silberner oder mattschwarzer Front erhältlich und wird 4.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer kosten.
|
Vertrieb
Cayin Audio Distribution GmbH
|
|
|---|---|
| Anschrift | An der Kreuzheck 8 61479 Glashütten-Schloßborn |
| Telefon | +49 6174 9554412 |
| Fax | +49 6174 9554424 |
| info@cayin.com | |
| Web | www.cayin.de |
Mit der Einführung des Monoblock-Verstärkers Lohengrin Reference erweitert VTL die Grenzen der Hochleistungs-Röhrenverstärkung. Der Lohengrin wurde in fünf Jahren intensiver Forschung und Optimierung entwickelt. VTLs Ziel ist es, Verstärker zu schaffen, die die Musik zum Leben erwecken und den Zuhörern die Absicht des Künstlers näherbringen.
Die VTL-Verstärker sind bekannt für ihr einzigartiges Design und beeindruckende Leistung, die harmonische Opulenz mit Benutzerfreundlichkeit verbindet. Seit langem werden VTL-Verstärker für ihre Fähigkeit geschätzt, Geschwindigkeit, Finesse und musikalische Agilität zu liefern, die normalerweise mit Verstärkern mit geringerer Leistung assoziiert werden. Mit Lohengrin werden diese oft schwer fassbaren Eigenschaften auf ein neues Leistungsniveau gehoben.
Der Lohengrin-Verstärker verfügt über eine Konfiguration mit acht Röhren und gewaltigen 400 Watt Ausgangsleistung, wofür die Treiberstufen und die Stromversorgung des noch leistungsstärkeren Siegfried-Verstärkers beibehalten wurden. Durch den Einsatz von Röhren, die einfacher anzusteuern sind als Transistoren und nicht die bei parallelen Designs üblichen Probleme mit „Stromfressern" aufweisen, erreicht der Lohengrin-Verstärker zudem die optimale Balance zwischen Leistung und Reaktionsfähigkeit. Die Technologie sorgt für eine niedrigere Ausgangsimpedanz, wodurch die erforderliche Absenkung auf die Lautsprecherlast reduziert wird und ein einfacherer, effektiverer Ausgangstransformator möglich ist.
Die präzisionsgeregelten Netzteile halten die Ausgangsröhren auch unter anspruchsvollen Lastbedingungen auf dem optimalen Arbeitspunkt. Das Design ohne Über-Ales-Gegenkopplung, die große Audiobandbreite (-1dB bei 100kHz) und der einstellbare Dämpfungsfaktor des Lohengrin bieten Leistungsfähigkeit und Flexibilität für die Anpassung an die Lautsprecherlast und die Vorlieben des Hörers.
Die Funktionselemente des Verstärkers machen die Bedienung und Kontrolle der Röhren intuitiv und sorgenfrei. Eine vollautomatische Bias-Steuerung und umfassende, mehrschichtige Fehlererkennungssysteme erhöhen die Zuverlässigkeit und vereinfachen die Kontrolle der Ausgangsröhren. Steuerungs- und Diagnoseinformationen können außerdem über eine RS232-Schnitstele abgerufen werden.
Musikalisch ist das Klangspektrum des Lohengrin über den gesamten Frequenzgang perfekt ausgewogen, die Klangbühne ist präzise und weitläufig und sorgt für erstaunlichen Realismus bei der Ortbarkeit von Stimmen und Instrumenten. Der Lohengrin offenbart mit nuancierter Schneligkeit und Realismus mikrodynamische Details - jene subtilen dynamischen Veränderungen, mit denen Musiker Schönheit und Emotionen ausdrücken. Bassinstrumente werden linear, klar und kontroliert wiedergegeben.
Getreu seiner Tradition präsentiert der Lohengrin die Kraft und Autorität des ursprünglichen Ereignisses mit Anmut und Kraft. Der Klang ist frisch, lebendig und immersiv und zieht die Zuhörer tief in die Musik hinein.
Aufbauend auf dem charakteristischen Fundament aus dynamisch ausdrucksstarkem Klang bietet Lohengrin eine außergewöhnliche Unmittelbarkeit, die den Zuhörer über die reine klangliche Genauigkeit hinaus in etwas Subtileres und Wahrhaftigeres hineinzieht: die verborgenen Absichten, schwer fassbaren Emotionen und unausgesprochenen Wahrheiten, die Musiker zu vermitteln versuchen.
Die wichtigsten Features im Überblick:
|
Vertrieb
Audio Reference GmbH
|
|
|---|---|
| Anschrift | Alsterkrugchaussee 435 22335 HAMBURG |
| Telefon | +49 40 53320359 |
| Fax | +49 40 53320459 |
| Web | audio-reference.de |
Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement!
Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder auch einen Planar 8, wobei ich bei den Änderungen der Bezeichnungen über die Jahre nie ganz mitkam, ob es nun korrekt zum Beispiel P1, RP1 oder Planar 1 heißt. Jedenfalls bedürfen diese Dreher keiner weiteren Erläuterung und alle spielen in ihren jeweiligen Preisklassen immer ganz vorn mit. Umso erstaunter war ich, als Chefredakteur Dirk Sommer mich fragte, ob ich Interesse am Test einer neuen Rega Vor-/Endverstärkerkombination hätte. Regas Verstärker sind mir nicht besonders geläufig und bei den Briten rechnete ich auch nicht damit, dass sich Röhren in den Geräten befinden würden. Würde sich meine Begeisterung deshalb in Grenzen halten? I wo! Aber das hat ganz unterschiedliche Gründe, und einer davon liegt sogar außerhalb HiFi-technischer Aspekte.

Roy Gandy, Gründer und langjähriger Kopf von Rega Research, gründete das britische HiFi-Unternehmen Rega im Jahr 1973 und prägte die Marke über mehr als fünf Jahrzehnte als Ingenieur, Designer und Leiter der Firma. Er genießt in der Branche hohes Ansehen, so wurde er unter anderem mit dem „Outstanding Contribution Award“ bei den What Hi-Fi-Awards 2025 für sein Lebenswerk geehrt. Bereits im Oktober 2024 hat Gandy die Firma Rega nicht etwa an externe Investoren verkauft, sondern die volle Eigentümerschaft an einen Trust übertragen, von dem die Mitarbeitenden indirekt profitieren: 100 Prozent seiner Anteile an der Rega Research Ltd. wurden in einen Employee Ownership Trust (EOT) eingebracht, welcher das Unternehmen im Interesse aller Mitarbeitenden besitzt. Dadurch ist Rega offiziell ein mitarbeiterbeteiligtes Unternehmen geworden. Der Trust hält das Unternehmen für die Mitarbeitenden, die als „Begünstigte“ gelten (indirektes Eigentum), der tägliche Betrieb, die Firmenkultur und die Produktentwicklung sollen unverändert fortgeführt werden. Roy Gandy bleibt weiterhin Direktor und ist vor allem in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb aktiv, also im operativen Geschäft, obwohl er seine Eigentumsanteile abgegeben hat. Die Mitarbeiter profitieren finanziell über Gewinnbeteiligungen, tragen aber kein unternehmerisches Risiko. Hand aufs Herz: Kennen Sie viele Personen in ihrem eigenen Umfeld, denen Sie so ein nobles Verhalten zutrauen würden?

Zurück zu unseren Probanden. Sowohl der Vorverstärker Mercury als auch der Endverstärker Solis kosten jeweils 8450 Euro. Preislich und optisch bilden die beiden Geräte also eine Einheit und ich will nicht verhehlen, dass ich das Design dieser Kombination einfach umwerfend schön finde. Aufeinandergestapelt wie auf unserem Foto bringen die Geräte knapp 40 Kilogramm auf die Waage, da braucht es schon ein stabiles Rack, gleichwohl ich beiden für meine Hörtests jeweils eine eigene Ebene spendiert habe. Haptisch sind die Verstärker schlichtweg perfekt, die Fertigungsqualität ist superb, die Spaltmaße sind durchgehend konstant, es gibt keine scharfen Kanten an den Kühlrippen der Endstufe und selbst die Gehäuseecken sind handschmeichlerisch gerundet.

Der Vorverstärker Mercury verfügt über einen hochwertigen DAC, allerdings bin ich nicht die richtige Person, dieser Digitalsektion auf den klanglichen Zahn zu fühlen; wer mich kennt, weiß, dass ich es nicht so sehr mit der Digitalis in Sachen HiFi habe. Kurz und knapp die technischen Details: Der USB-Eingang ist galvanisch getrennt, um Störungen und Jitter zu reduzieren, die Abtastraten liegen zwischen 44,1 und 192 Kilohertz (USB) respektive zwischen 32 und 192 Kilohertz (koaxial/optisch). Alle üblichen Hi-Res-Dateien, inklusive hochauflösender PCM-Signale und DSD64, können also direkt über den Vorverstärker verarbeitet werden, ohne dass ein externer DAC nötig wäre. Der Mercury verwendet zwei parallel geschaltete Wolfson-DACs zur Verbesserung der Rauschabstände und zur Minimierung von Verzerrungen. Lediglich für ambitionierte Nutzer, die zum Beispiel DSD128, DSD256, MQA oder Sampleraten über 192 Kilohertzbenötigen, wäre ein externer High-End-DAC sinnvoll beziehungsweise notwendig.

Was mich zunächst etwas enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass der Mercury keine Phonosektion mit an Bord hat. Und dass bei den Analog-Experten von Rega! Allerdings wäre es durchaus eine Herausforderung, diese störungsfrei in ein- und demselben Gehäuse zusammen mit dem DAC unterzubringen. Insofern ist dieser Verzicht konsequent und begrüßenswert. Das im Farbton angenehme und hochauflösende Display informiert den Bediener über alle wesentlichen Funktionen und Betriebszustände, die eigentliche Bedienung des Vorverstärkers erfolgt per solider Fernbedienung, die in Sachen Übersicht und Bedienkomfort keine Wünsche oder Fragen offenlässt.


Regas Solis ist als klassischer Stereo-Endverstärker in AB-Schaltung ausgelegt und in zweierlei Hinsicht symmetrisch aufgebaut: Einerseits verfügt er über Eingänge via XLR, andererseits ist der mechanische Aufbau spiegelsymmetrisch für den linken und rechten Kanal. Leistungsmäßig ist die Endstufe eine wahre Wuchtbrumme: Die insgesamt zwölf hochstromfähigen Sanken-Transistoren liefern circa 170 Watt Ausgangsleistung an acht Ohm, ein wahrer Leistungsoverkill mit gnadenlosem Schraubstock-Dämpfungsfaktor. Dieser Verstärker dürfte auch die problematischsten Lautsprecher in den Griff bekommen mit niedrigen, abenteuerlichen Impedanzverläufen oder langhubigen, weich aufgehängten Tieftönern, die nach Kontrolle gieren. Meine anspruchslosen Hochwirkungsgrad-Lautsprecher sind damit also nicht die idealen Partner, daher aktivierte ich wieder meine alte Dynaudio Contour 1.3 MkII für die Hörsessions.

Erstaunlicherweise benötigte die Rega-Kombi bei mir eine recht lange Einspielphase von gut 40 Stunden, bis sie „voll da“ war und ich keine klanglichen Veränderungen mehr wahrnahm. Eine solche Burn-In-Phase benötigen sonst ja eher Röhrenverstärker, allerdings deutete ich diesen Umstand als Hinweis darauf, dass die Geräte wirklich brandneu waren. Wie gerade eben erwähnt, waren meine diversen Breitbänder mit ihren durchweg hohen bis sehr hohen Wirkungsgraden nicht die idealen Spielpartner für die Regas: Die britische Kombi schien irgendwie im Standgas zu tuckern und ihre technischen Qualitäten wurden nicht annähernd gefordert. Mit den stromsaufenden Dynaudios funktionierte es dagegen blendend: Tieftonkontrolle wurde für mich neu definiert. Noch nie hatte ich aus den dänischen Lautsprechern einen besseren Bassbereich gehört mit derart hartem Kick, ohne dabei, sofern auf der Tonkonserve enthalten, die federnde Leichtigkeit wirklich guter Drummer wie Taylor Hawkins oder David Grohl abzuwürgen. Insbesondere das perfekte, von kaum einem anderen Drummer erreichte Timing eines David Grohl gaben die Regas in Kombination mit den Dynaudios in unvergleichlich feiner Diktion wieder („Smells Like Teen Spirit“, Nirvana).

Auch im klassischen Metier setzte sich dieser Eindruck fort. Mit geradezu unbarmherziger Kontrolle nahm die Solis die Dynaudios in die Zange und ließ den Tieftöner weit in die untersten Oktaven hinabsteigen, von denen ich bislang vermutete, so tief im Keller kann ein solch kleiner Tiefmitteltöner doch gar keine Substanz mehr von sich geben. Weit gefehlt. Hier spielte die Solis ihre technischen Meriten, insbesondere den hohen Dämpfungsfaktor, voll aus. Bei Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985) sorgte der spielerisch leichte, federnde und sehr lebendige Tiefton für eine großartige Raumabbildung. Gleiches galt für das Album Aion (4Ad, 1990) von Dead Can Dance mit Tracks im Renaissance-Stil mit gregorianischem Gesang oder traditionellen Liedern mit altertümlichen Instrumenten wie Drehleier oder Dudelsack. Wieder überzeugte die subjektiv wieselflinke Wiedergabe durch schlackenfreie und blitzsaubere Tieftöne, welche die Rega-Kombi mit schon aufreizender Lässigkeit aus dem Ärmel zu schütteln vermochte. Gleichwohl: All diese Qualitäten, diese spielerische Leichtigkeit und die große Präzision, erstreckten sich bruchlos über das gesamte Frequenzspektrum und nicht nur auf den Tiefton.

Der aberwitzige Leistungsheadroom der Endstufe lud mich zu fiesen Spielchen ein, die ich aber nicht etwa aufgrund zu hoher Lautstärken schnell wieder sein ließ, sondern aus Sorge davor, die Box könnte den armen 13-Zentimeter-Tiefmitteltöner einfach aus der Sicke reißen und mir vor die Füße spucken. Zurück bei gemäßigteren Pegeln, spielten die Regas wieder ansatzlos, zackig und grobdynamisch vollends überzeugend. R.E.M. nahm mich mit Stücken wie „Überlin“ (Collapse into now, Warner Brothers, 2011), „Man on the Moon“, „Everybody Hurts“ oder „Nightswimming“ (Automatic for the People, Warner Brothers, 1992) mit auf eine musikalische Reise, die mir beim Hören stets zweierlei erlaubte: einerseits das Abtauchen in die Musik, andererseits das analytische Sezieren und Konzentrieren auf einzelne Töne, Instrumente oder Geräusche – wenn ich es denn wollte. Die Rega-Kombi ist keine kühle Analytikerin, sondern ein Instrument, das dem Hörer wirklich alle noch so feinen, subtilen musikalischen Ereignisse darbietet und damit ein Neuentdecken geliebter, vermeintlich wohlbekannter Stücke erlaubt.

Auch vermeintlich langweilige Mainstream-Stücke wie „Downbound Train“, „I‘m On Fire“ oder „Dancing In the Dark“ von Bruce Springsteen (Born in the U.S.A., Columbia Records, 1984) blühten förmlich neu auf: Derart frisch, munter und mit kraftvoller Stimme habe ich den alten amerikanischen Barden selten gehört, als habe er eine Flasche Supertrank von Asterix und Obelix bekommen. Das Darstellen feinster Nuancen von Beckenanschlägen, Hi-Hats oder die Wiedergabe subtiler Geräusche beim Anreißen von E-Gitarrensaiten gaben der Musik eine enorme Authentizität. Mir haben diese Mainstream-Evergreens lange nicht mehr so viel Spaß gemacht!

Wir haben es hier mit einer hochmusikalischen High-End-Kombination reinsten Wassers zu tun, die sehr nuanciert, kraftvoll und im besten Sinne neutral klingt. Sie fügt der Musik keinen Eigenklang hinzu, prägt ihr keine eigenen Fingerabdrücke oder andere Artefakte auf, sondern reicht auf eine extrem durchlässige Weise die in sie hineingesteckten Signale verstärkt durch. Wer dachte, der perfekte Verstärker – ein verstärkendes Stück Draht – sei langweilig, der höre sich Regas Mercury und Solis in Kombination an. Selten war aus meiner Sicht eine Verstärkerkombi so nah dran am „Draht“.
|
Gehört mit
|
|
|---|---|
| Phonovorverstärker | Pro-Ject Phono Box S2 Ultra mit Pro-Ject Accu Box S2 |
| Plattenspieler | Pro-Ject Debut PRO + Plattenpuck PRO |
| Tonabnehmer | Pro-Ject Pick it PRO |
| Lautsprecher | Dynaudio Contour 1.3 MK II, diverse DIY Vollbereichsbreitbänder: Open Baffle (Ciare CH250), Transmissionline (Seas FA22RCZ & Seas Exotic F8), Tapered Quarter Wave Tube (Tang Band W8-1772), Backloaded Horn (Fostex FE206En) |
| Zubehör | Dynamikks! Speakerlink I, Phono NF-Kabel Pro-Ject, Connect-it RCA-E |
| Möbel | Hi-Fi Racks Ltd |
|
Herstellerangaben
Rega Mercury
|
|
|---|---|
| Geräteart | Vorverstärker mit DAC |
| Netzspannung | 230V AC/50 Hz |
| Eingänge | S/PDIF – koaxial und optisch; 16–24 Bit bei 32/44,1/48/88,2/96/176,4/192kHz; USB; 16–32 Bit bei 44,1/48/88,2/96/176,4/192 kHz PCM oder DSD64 (DoP), asynchron, Stromverbrauch 0 W (<0,5 mA); 1x Line In (XLR), 4x Line In (RCA), 1x Record In (RCA) |
| Ausgänge | 1x Line Out (RCA), 1x Line Out (XLR), 1x Record Out (RCA), 1x Kopfhörerklinke 6,35mm |
| Ausstattung | Fernbedienung |
| Gehäusefarbe | Schwarz |
| Abmessungen (B x T x H) | 435 x 380 x 97mm |
| Gewicht | 14kg |
| Leistungsaufnahme | 50W |
| Preis | 8450 Euro |
|
Herstellerangaben
Rega Solis
|
|
|---|---|
| Geräteart | Endverstärker |
| Netzspannung | 230V AC/50 Hz |
| Eingänge | 1x Line (XLR), 1x Line (RCA) |
| Ausgänge | 1x Lautsprecher (4 oder 8Ohm), 4mm Bananenstecker, Kabelschuhe oder blanke Kabelenden |
| Ausgangsleistung | 2x 168Wrms (8Ohm), 2x 305Wrms (4Ohm) |
| Gehäusefarbe | Schwarz |
| Abmessungen (B x T x H) | 435 x 385 x 140mm |
| Gewicht | 24,8kg |
| Maximale Leistungsaufnahme | 500W |
| Preis | 8450 Euro |
|
Vertrieb
TAD Audiovertrieb GmbH
|
|
|---|---|
| Anschrift | Hallwanger Strasse 14 83209 Prien am Chiemsee |
| Telefon | +49 8052 9573273 |
| hifi@tad-audiovertrieb.de | |
| Web | www.tad-audiovertrieb.de |