Mit der neuartigen Dual-Chassis-Architektur wird die Stromversorgung des HA-6A Mk2 physisch und magnetisch von der Verstärkerschaltung getrennt, um höchstmögliche Klangreinheit zu erreichen. Die vollständig handverdrahtete Punkt-zu-Punkt-Schaltung bietet Single-Ended-Class-A-Technologie, Röhrengleichrichtung und perfekte Anpassung an den Kopfhörer.
Um feinste Klangnuancen und unverfälschten Klangfarbenreichtum auf den Kopfhörer zu zaubern, arbeiten die Endröhren im HA-6A Mk2 im Single-Ended-Class-A-Betrieb. Die Röhren vom bewährten Typus KT-88 können für noch puristischere Verstärkung im Triodenmodus betrieben werden. Mit den neu entwickelten Ausgangsübertragern stehen für Kopfhörer in einem weiten Impedanzspektrum solide Leistungen bis zu zweimal 4,5 Watt bei symmetrischer Nutzung zur Verfügung. Damit bringt der Cayin HA-6A Mk2 auch Kopfhörer mit geringem Wirkungsgrad zu dynamischen Höchstleistungen.
Als Treiberröhren zur Spannungsverstärkung dient ein Pärchen ECC82 respektive 12AU7. Die Hochvolt-Gleichrichtung wird im HA-6A Mk2 ebenfalls von Röhren übernommen, und zwar von einem Paar GZ34 respektive 5AR4 des renommierten Herstellers JJ. Die gesamte Spannungsversorgung ist in einem abgesetzten, galvanisch und mechanisch getrennten Gehäuse untergebracht. So wird eine bestmögliche Isolation und ein für Röhrenschaltungen unglaublich guter Störabstand von 104 Dezibel (A-gewichtet) erreicht. Der HA-6A Mk2 eignet sich daher auch hervorragend für den Betrieb von Kopfhörern mit hohem Kennschalldruck.
Der Cayin HA-6A Mk2 ist nicht nur Kopfhörerverstärker, sondern kann dank derCinch-Pre-Outs auch als wohlklingender Vorverstärker für Aktivlautsprecher oder Endstufen genutzt werden. Analoge Quellen können Signale sowohl asymmetrisch per Cinch-, als auch symmetrisch per XLR-Eingang zuspielen. Zwischen beiden Varianten lässt sich bequem per Schalter wechseln.
Kopfhörer können sowohl asymmetrisch als auch symmetrisch versorgt werden, und zwar sowohl über den 6,3-Millimeter-Klinkenausgang wie auch per 4,4-Millimeter-Pentaconn oder 4-Pol-XLR. VU-Meter auf der Frontseite zeigen die aktuelle Aussteuerung der beiden Kanäle an und geben dem HA-6A Mk2 einen zeitlos-technischen Look.
Der Cayin HA-6A Mk2 bietet nicht nur eine sensationell klingende Single-Ended Verstärkung, er lässt sich auch individuell auf die angeschlossenen Kopfhörer und die Wünsche des Benutzers anpassen: Verstärkungsfaktor und Innenwiderstand können dreistufig an die Impedanz des Kopfhörers angepasst werden. Somit treibt der HA-6A Mk2 Hörer von 8 bis 600 Ohm optimal an. Die Röhren bieten zwei Betriebsarten, zwischen denen jederzeit gewechselt werden kann: den dynamischeren Ultra-Linear-Betrieb (Pentode) und einen puristischen, besonders musikalischen echten Triodenbetrieb. Für weitere Klangexperimente ist ein Austausch der Endstufenröhren vorgesehen, die interne Ansteuerung kann neben der serienmäßigen KT88 sowohl 6550, KT66, als auch KT150 und kompatible Röhren versorgen.
Der Cayin HA-6A Mk2 ist ab sofort wahlweise mit silberner oder mattschwarzer Front erhältlich und wird 4.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer kosten.
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Vertrieb
Cayin Audio Distribution GmbH
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| Anschrift | An der Kreuzheck 8 61479 Glashütten-Schloßborn |
| Telefon | +49 6174 9554412 |
| Fax | +49 6174 9554424 |
| info@cayin.com | |
| Web | www.cayin.de |
Mit der Einführung des Monoblock-Verstärkers Lohengrin Reference erweitert VTL die Grenzen der Hochleistungs-Röhrenverstärkung. Der Lohengrin wurde in fünf Jahren intensiver Forschung und Optimierung entwickelt. VTLs Ziel ist es, Verstärker zu schaffen, die die Musik zum Leben erwecken und den Zuhörern die Absicht des Künstlers näherbringen.
Die VTL-Verstärker sind bekannt für ihr einzigartiges Design und beeindruckende Leistung, die harmonische Opulenz mit Benutzerfreundlichkeit verbindet. Seit langem werden VTL-Verstärker für ihre Fähigkeit geschätzt, Geschwindigkeit, Finesse und musikalische Agilität zu liefern, die normalerweise mit Verstärkern mit geringerer Leistung assoziiert werden. Mit Lohengrin werden diese oft schwer fassbaren Eigenschaften auf ein neues Leistungsniveau gehoben.
Der Lohengrin-Verstärker verfügt über eine Konfiguration mit acht Röhren und gewaltigen 400 Watt Ausgangsleistung, wofür die Treiberstufen und die Stromversorgung des noch leistungsstärkeren Siegfried-Verstärkers beibehalten wurden. Durch den Einsatz von Röhren, die einfacher anzusteuern sind als Transistoren und nicht die bei parallelen Designs üblichen Probleme mit „Stromfressern" aufweisen, erreicht der Lohengrin-Verstärker zudem die optimale Balance zwischen Leistung und Reaktionsfähigkeit. Die Technologie sorgt für eine niedrigere Ausgangsimpedanz, wodurch die erforderliche Absenkung auf die Lautsprecherlast reduziert wird und ein einfacherer, effektiverer Ausgangstransformator möglich ist.
Die präzisionsgeregelten Netzteile halten die Ausgangsröhren auch unter anspruchsvollen Lastbedingungen auf dem optimalen Arbeitspunkt. Das Design ohne Über-Ales-Gegenkopplung, die große Audiobandbreite (-1dB bei 100kHz) und der einstellbare Dämpfungsfaktor des Lohengrin bieten Leistungsfähigkeit und Flexibilität für die Anpassung an die Lautsprecherlast und die Vorlieben des Hörers.
Die Funktionselemente des Verstärkers machen die Bedienung und Kontrolle der Röhren intuitiv und sorgenfrei. Eine vollautomatische Bias-Steuerung und umfassende, mehrschichtige Fehlererkennungssysteme erhöhen die Zuverlässigkeit und vereinfachen die Kontrolle der Ausgangsröhren. Steuerungs- und Diagnoseinformationen können außerdem über eine RS232-Schnitstele abgerufen werden.
Musikalisch ist das Klangspektrum des Lohengrin über den gesamten Frequenzgang perfekt ausgewogen, die Klangbühne ist präzise und weitläufig und sorgt für erstaunlichen Realismus bei der Ortbarkeit von Stimmen und Instrumenten. Der Lohengrin offenbart mit nuancierter Schneligkeit und Realismus mikrodynamische Details - jene subtilen dynamischen Veränderungen, mit denen Musiker Schönheit und Emotionen ausdrücken. Bassinstrumente werden linear, klar und kontroliert wiedergegeben.
Getreu seiner Tradition präsentiert der Lohengrin die Kraft und Autorität des ursprünglichen Ereignisses mit Anmut und Kraft. Der Klang ist frisch, lebendig und immersiv und zieht die Zuhörer tief in die Musik hinein.
Aufbauend auf dem charakteristischen Fundament aus dynamisch ausdrucksstarkem Klang bietet Lohengrin eine außergewöhnliche Unmittelbarkeit, die den Zuhörer über die reine klangliche Genauigkeit hinaus in etwas Subtileres und Wahrhaftigeres hineinzieht: die verborgenen Absichten, schwer fassbaren Emotionen und unausgesprochenen Wahrheiten, die Musiker zu vermitteln versuchen.
Die wichtigsten Features im Überblick:
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Vertrieb
Audio Reference GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Alsterkrugchaussee 435 22335 HAMBURG |
| Telefon | +49 40 53320359 |
| Fax | +49 40 53320459 |
| Web | audio-reference.de |
Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement!
Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder auch einen Planar 8, wobei ich bei den Änderungen der Bezeichnungen über die Jahre nie ganz mitkam, ob es nun korrekt zum Beispiel P1, RP1 oder Planar 1 heißt. Jedenfalls bedürfen diese Dreher keiner weiteren Erläuterung und alle spielen in ihren jeweiligen Preisklassen immer ganz vorn mit. Umso erstaunter war ich, als Chefredakteur Dirk Sommer mich fragte, ob ich Interesse am Test einer neuen Rega Vor-/Endverstärkerkombination hätte. Regas Verstärker sind mir nicht besonders geläufig und bei den Briten rechnete ich auch nicht damit, dass sich Röhren in den Geräten befinden würden. Würde sich meine Begeisterung deshalb in Grenzen halten? I wo! Aber das hat ganz unterschiedliche Gründe, und einer davon liegt sogar außerhalb HiFi-technischer Aspekte.

Roy Gandy, Gründer und langjähriger Kopf von Rega Research, gründete das britische HiFi-Unternehmen Rega im Jahr 1973 und prägte die Marke über mehr als fünf Jahrzehnte als Ingenieur, Designer und Leiter der Firma. Er genießt in der Branche hohes Ansehen, so wurde er unter anderem mit dem „Outstanding Contribution Award“ bei den What Hi-Fi-Awards 2025 für sein Lebenswerk geehrt. Bereits im Oktober 2024 hat Gandy die Firma Rega nicht etwa an externe Investoren verkauft, sondern die volle Eigentümerschaft an einen Trust übertragen, von dem die Mitarbeitenden indirekt profitieren: 100 Prozent seiner Anteile an der Rega Research Ltd. wurden in einen Employee Ownership Trust (EOT) eingebracht, welcher das Unternehmen im Interesse aller Mitarbeitenden besitzt. Dadurch ist Rega offiziell ein mitarbeiterbeteiligtes Unternehmen geworden. Der Trust hält das Unternehmen für die Mitarbeitenden, die als „Begünstigte“ gelten (indirektes Eigentum), der tägliche Betrieb, die Firmenkultur und die Produktentwicklung sollen unverändert fortgeführt werden. Roy Gandy bleibt weiterhin Direktor und ist vor allem in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb aktiv, also im operativen Geschäft, obwohl er seine Eigentumsanteile abgegeben hat. Die Mitarbeiter profitieren finanziell über Gewinnbeteiligungen, tragen aber kein unternehmerisches Risiko. Hand aufs Herz: Kennen Sie viele Personen in ihrem eigenen Umfeld, denen Sie so ein nobles Verhalten zutrauen würden?

Zurück zu unseren Probanden. Sowohl der Vorverstärker Mercury als auch der Endverstärker Solis kosten jeweils 8450 Euro. Preislich und optisch bilden die beiden Geräte also eine Einheit und ich will nicht verhehlen, dass ich das Design dieser Kombination einfach umwerfend schön finde. Aufeinandergestapelt wie auf unserem Foto bringt die beiden Geräte knapp 40 Kilogramm auf die Waage, da braucht es schon ein stabiles Rack, gleichwohl ich beiden für meine Hörtests jeweils eine eigene Ebene spendiert habe. Haptisch sind beide Verstärker schlichtweg perfekt, die Fertigungsqualität ist superb, die Spaltmaße sind durchgehend konstant, es gibt keine scharfe Kanten an den Kühlrippen der Endstufe und selbst die Gehäuseecken sind handschmeichlerisch gerundet.

Der Vorverstärker Mercury verfügt über einen hochwertigen DAC, allerdings bin ich nicht die richtige Person, dieser Digitalsektion auf den klanglichen Zahn zu fühlen; wer mich kennt, weiß, dass ich es nicht so sehr mit der Digitalis in Sachen HiFi habe. Kurz und knapp die technischen Details: Der USB-Eingang ist galvanisch getrennt, um Störungen und Jitter zu reduzieren, die Abtastraten liegen zwischen 44,1 und 192 Kilohertz (USB) respektive zwischen 32 und 192 Kilohertz (koaxial/optisch). Alle üblichen Hi-Res-Dateien, inklusive hochauflösender PCM-Signale und DSD64, können also direkt über den Vorverstärker verarbeitet werden, ohne dass ein externer DAC nötig wäre. Der Mercury verwendet zwei parallel geschaltete Wolfson-DACs zur Verbesserung der Rauschabstände und zur Minimierung von Verzerrungen. Lediglich für ambitionierte Nutzer, die zum Beispiel DSD128, DSD256, MQA oder Sampleraten über 192 Kilohertzbenötigen, wäre ein externer High-End-DAC sinnvoll beziehungsweise notwendig.

Was mich zunächst etwas enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass der Mercury keine Phonosektion mit an Bord hat. Und dass bei den Analog-Experten von Rega! Allerdings wäre es durchaus eine Herausforderung, diese störungsfrei in ein- und demselben Gehäuse zusammen mit dem DAC unterzubringen. Insofern ist dieser Verzicht konsequent und begrüßenswert. Das im Farbton angenehme und hochauflösende Display informiert den Bediener über alle wesentlichen Funktionen und Betriebszustände, die eigentliche Bedienung des Vorverstärkers erfolgt per solider Fernbedienung, die in Sachen Übersicht und Bedienkomfort keine Wünsche oder Fragen offenlässt.


Regas Solis ist als klassischer Stereo-Endverstärker in AB-Schaltung ausgelegt und in zweierlei Hinsicht symmetrisch aufgebaut: Einerseits verfügt er über Eingänge via XLR, andererseits ist der mechanische Aufbau spiegelsymmetrisch für den linken und rechten Kanal. Leistungsmäßig ist die Endstufe eine wahre Wuchtbrumme: Die insgesamt zwölf hochstromfähigen Sanken-Transistoren liefern circa 170 Watt Ausgangsleistung an acht Ohm, ein wahrer Leistungsoverkill mit gnadenlosem Schraubstock-Dämpfungsfaktor. Dieser Verstärker dürfte auch die problematischsten Lautsprecher in den Griff bekommen mit niedrigen, abenteuerlichen Impedanzverläufen oder langhubigen, weich aufgehängten Tieftönern, die nach Kontrolle gieren. Meine anspruchslosen Hochwirkungsgrad-Lautsprecher sind damit also nicht die idealen Partner, daher aktivierte ich wieder meine alte Dynaudio Contour 1.3 MkII für die Hörsessions.

Erstaunlicherweise benötigte die Rega-Kombi bei mir eine recht lange Einspielphase von gut 40 Stunden, bis sie „voll da“ war und ich keine klanglichen Veränderungen mehr wahrnahm. Eine solche Burn-In-Phase benötigen sonst ja eher Röhrenverstärker, allerdings deutete ich diesen Umstand als Hinweis darauf, dass die Geräte wirklich brandneu waren. Wie gerade eben erwähnt, waren meine diversen Breitbänder mit ihren durchweg hohen bis sehr hohen Wirkungsgraden nicht die idealen Spielpartner für die Regas: Die britische Kombi schien irgendwie im Standgas zu tuckern und ihre technischen Qualitäten wurden nicht annähernd gefordert. Mit den stromsaufenden Dynaudios funktionierte es dagegen blendend: Tieftonkontrolle wurde für mich neu definiert. Noch nie hatte ich aus den dänischen Lautsprechern einen besseren Bassbereich gehört mit derart hartem Kick, ohne dabei, sofern auf der Tonkonserve enthalten, die federnde Leichtigkeit wirklich guter Drummer wie Taylor Hawkins oder David Grohl abzuwürgen. Insbesondere das perfekte, von kaum einem anderen Drummer erreichte Timing eines David Grohl gaben die Regas in Kombination mit den Dynaudios in unvergleichlich feiner Diktion wieder („Smells Like Teen Spirit“, Nirvana).

Auch im klassischen Metier setzte sich dieser Eindruck fort. Mit geradezu unbarmherziger Kontrolle nahm die Solis die Dynaudios in die Zange und ließ den Tieftöner weit in die untersten Oktaven hinabsteigen, von denen ich bislang vermutete, so tief im Keller kann ein solch kleiner Tiefmitteltöner doch gar keine Substanz mehr von sich geben. Weit gefehlt. Hier spielte die Solis ihre technischen Meriten, insbesondere den hohen Dämpfungsfaktor, voll aus. Bei Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985) sorgte der spielerisch leichte, federnde und sehr lebendige Tiefton für eine großartige Raumabbildung. Gleiches galt für das Album Aion (4Ad, 1990) von Dead Can Dance mit Tracks im Renaissance-Stil mit gregorianischem Gesang oder traditionellen Liedern mit altertümlichen Instrumenten wie Drehleier oder Dudelsack. Wieder überzeugte die subjektiv wieselflinke Wiedergabe durch schlackenfreie und blitzsaubere Tieftöne, welche die Rega-Kombi mit schon aufreizender Lässigkeit aus dem Ärmel zu schütteln vermochte. Gleichwohl: All diese Qualitäten, diese spielerische Leichtigkeit und die große Präzision, erstreckten sich bruchlos über das gesamte Frequenzspektrum und nicht nur auf den Tiefton.

Der aberwitzige Leistungsheadroom der Endstufe lud mich zu fiesen Spielchen ein, die ich aber nicht etwa aufgrund zu hoher Lautstärken schnell wieder sein ließ, sondern aus Sorge davor, die Box könnte den armen 13-Zentimeter-Tiefmitteltöner einfach aus der Sicke reißen und mir vor die Füße spucken. Zurück bei gemäßigteren Pegeln, spielten die Regas wieder ansatzlos, zackig und grobdynamisch vollends überzeugend. R.E.M. nahm mich mit Stücken wie „Überlin“ (Collapse into now, Warner Brothers, 2011), „Man on the Moon“, „Everybody Hurts“ oder „Nightswimming“ (Automatic for the People, Warner Brothers, 1992) mit auf eine musikalische Reise, die mir beim Hören stets zweierlei erlaubte: einerseits das Abtauchen in die Musik, andererseits das analytische Sezieren und Konzentrieren auf einzelne Töne, Instrumente oder Geräusche – wenn ich es denn wollte. Die Rega-Kombi ist keine kühle Analytikerin, sondern ein Instrument, das dem Hörer wirklich alle noch so feinen, subtilen musikalischen Ereignisse darbietet und damit ein Neuentdecken geliebter, vermeintlich wohlbekannter Stücke erlaubt.

Auch vermeintlich langweilige Mainstream-Stücke wie „Downbound Train“, „I‘m On Fire“ oder „Dancing In the Dark“ von Bruce Springsteen (Born in the U.S.A., Columbia Records, 1984) blühten förmlich neu auf: Derart frisch, munter und mit kraftvoller Stimme habe ich den alten amerikanischen Barden selten gehört, als habe er eine Flasche Supertrank von Asterix und Obelix bekommen. Das Darstellen feinster Nuancen von Beckenanschlägen, Hi-Hats oder die Wiedergabe subtiler Geräusche beim Anreißen von E-Gitarrensaiten gaben der Musik eine enorme Authentizität. Mir haben diese Mainstream-Evergreens lange nicht mehr so viel Spaß gemacht!

Wir haben es hier mit einer hochmusikalischen High-End-Kombination reinsten Wassers zu tun, die sehr nuanciert, kraftvoll und im besten Sinne neutral klingt. Sie fügt der Musik keinen Eigenklang hinzu, prägt ihr keine eigenen Fingerabdrücke oder andere Artefakte auf, sondern reicht auf eine extrem durchlässige Weise die in sie hineingesteckten Signale verstärkt durch. Wer dachte, der perfekte Verstärker – ein verstärkendes Stück Draht – sei langweilig, der höre sich Regas Mercury und Solis in Kombination an. Selten war aus meiner Sicht eine Verstärkerkombi so nah dran am „Draht“.
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Gehört mit
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| Phonovorverstärker | Pro-Ject Phono Box S2 Ultra mit Pro-Ject Accu Box S2 |
| Plattenspieler | Pro-Ject Debut PRO + Plattenpuck PRO |
| Tonabnehmer | Pro-Ject Pick it PRO |
| Lautsprecher | Dynaudio Contour 1.3 MK II, diverse DIY Vollbereichsbreitbänder: Open Baffle (Ciare CH250), Transmissionline (Seas FA22RCZ & Seas Exotic F8), Tapered Quarter Wave Tube (Tang Band W8-1772), Backloaded Horn (Fostex FE206En) |
| Zubehör | Dynamikks! Speakerlink I, Phono NF-Kabel Pro-Ject, Connect-it RCA-E |
| Möbel | Hi-Fi Racks Ltd |
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Herstellerangaben
Rega Mercury
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|---|---|
| Geräteart | Vorverstärker mit DAC |
| Netzspannung | 230V AC/50 Hz |
| Eingänge | S/PDIF – koaxial und optisch; 16–24 Bit bei 32/44,1/48/88,2/96/176,4/192kHz; USB; 16–32 Bit bei 44,1/48/88,2/96/176,4/192 kHz PCM oder DSD64 (DoP), asynchron, Stromverbrauch 0 W (<0,5 mA); 1x Line In (XLR), 4x Line In (RCA), 1x Record In (RCA) |
| Ausgänge | 1x Line Out (RCA), 1x Line Out (XLR), 1x Record Out (RCA), 1x Kopfhörerklinke 6,35mm |
| Ausstattung | Fernbedienung |
| Gehäusefarbe | Schwarz |
| Abmessungen (B x T x H) | 435 x 380 x 97mm |
| Gewicht | 14kg |
| Leistungsaufnahme | 50W |
| Preis | 8450 Euro |
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Herstellerangaben
Rega Solis
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|---|---|
| Geräteart | Endverstärker |
| Netzspannung | 230V AC/50 Hz |
| Eingänge | 1x Line (XLR), 1x Line (RCA) |
| Ausgänge | 1x Lautsprecher (4 oder 8Ohm), 4mm Bananenstecker, Kabelschuhe oder blanke Kabelenden |
| Ausgangsleistung | 2x 168Wrms (8Ohm), 2x 305Wrms (4Ohm) |
| Gehäusefarbe | Schwarz |
| Abmessungen (B x T x H) | 435 x 385 x 140mm |
| Gewicht | 24,8kg |
| Maximale Leistungsaufnahme | 500W |
| Preis | 8450 Euro |
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Vertrieb
TAD Audiovertrieb GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Hallwanger Strasse 14 83209 Prien am Chiemsee |
| Telefon | +49 8052 9573273 |
| hifi@tad-audiovertrieb.de | |
| Web | www.tad-audiovertrieb.de |
Die SE100 setzen auf ein zeitloses, quadratisches 29-Zentimeter-Gehäusedesign mit tiefem, mattem PU-„Starry“-Finish, das sowohl im Rack als auch frei im Raum äußerst hochwertig wirkt. Das hochdichte MDF-Gehäuse minimiert Resonanzen und bildet damit die Grundlage für eine neutrale und kontrollierte Wiedergabe.
Im Hochtonbereich arbeitet ein 25-Millimeter-Seidenkalotten-Tweeter mit Neodym-Antrieb, der feinste Details mit luftiger Bühne und exzellenter Auflösung bis weit über 10 Kilohertz transportiert. Instrumente und Stimmen werden klar umrissen im Raum platziert, so dass ein breites, dreidimensionales Klangbild entsteht.
Der 5,25-Zoll-Papierkonus-Tief/Mitteltöner sorgt für natürliche Mitten und einen warmen, körperhaften Grundton, der Stimmen und akustische Instrumente besonders authentisch erscheinen lässt. Dank der hervorragenden Dämpfungseigenschaften des Papierkonus spielt der SE100 kontrolliert, ohne Härten oder künstliche Betonungen.
Im Inneren der SE100 arbeitet die von Eversolo entwickelte Blackedge Core Zwei-Wege-Architektur mit audiophilen Bauteilen, die ein präzises Timing und konsistente Phasenlage sicherstellt. Das Ergebnis ist ein stimmiger, kohärenter Klang, bei dem alle Frequenzbereiche nahtlos ineinandergreifen. Die Frequenzweiche wird mit eng selektierten Bauteilen abgestimmt, unterstützt durch Messdaten aus dem hauseigenen Akustiklabor. So erreicht die SE100 einen weitgehend linearen Frequenzgang mit sauber durchgezeichnetem Bassbereich bis hinunter auf etwa 50 Hertz, wodurch sie auch ohne Subwoofer bereits erstaunlich voll klingt.
Eine hochreine, sauerstofffreie Kupfer-Schwingspule ermöglicht schnelle Impulsantworten und hohe Dynamikreserven. Ob leise, detailverliebte Jazz-Aufnahmen oder dynamische elektronische Musik: Die SE100 wechselt mühelos zwischen feinen Nuancen und kräftigen Peaks.
Die klare Geometrie und die edle Oberfläche machen die SE100 zu einem optischen Highlight, das sich harmonisch in moderne Wohn- und Arbeitsumgebungen einfügt. Die Lautsprecher lassen sich sowohl frei auf Ständern als auch in Möbeln platzieren und bleiben dabei stets elegant zurückhaltend. Ein besonderes Detail ist die Kompatibilität mit Ikea Kallax-Regalen, wodurch sich hochwertige HiFi-Wiedergabe nahtlos in modulare Wohnkonzepte integrieren lässt. Die mitgelieferte, magnetische, akustisch nahezu transparente Frontbespannung schützt die Treiber, ohne die Hochtonwiedergabe hörbar zu beeinflusse
Technische Daten
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Vertrieb
audioNEXT GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | 0201 5073950 |
| info@audionext.de | |
| Web | www.audionext.de |
Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups.
Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in Verbindung mit der auch haptisch spannenden Oberfläche sorgt dann doch wieder für eine starke Eigenständigkeit. Trotz Plastik vermittelt die Oberfläche durchaus Qualität und Wertigkeit. Final nennt sie nicht ohne Grund „shibo“, was etwas frei übersetzt rau oder texturiert bedeutet. Auch das Kopfband und die magnetisch gehaltenen Ohrpolster aus Kunstleder fühlen sich gut an und runden den positiven Ersteindruck ab.

Das auf der Innenseite der Polster groß aufgedruckte „L“ und „R“ lässt keine Missverständnisse aufkommen. Das ist jetzt keine bahnbrechende Idee und ich bin mir sicher, dass man die Seiten im Alltag ohnehin kaum verwechseln wird, aber immerhin ein kleines Detail, das zeigt, dass auch scheinbaren Nebensächlichkeiten Beachtung geschenkt wurde. Die Größenverstellung mittels des üblichen Schiebemechanismus funktioniert gut und ist robust. Der Tragekomfort der mittelgroßen, etwas härteren Ohrmuscheln ist angenehm. Der dynamische Treiber ist mit 40 Millimetern genau so groß, wie die Treiber so ziemlich aller Konkurrenzprodukte. Das Rechenzentrum des Kopfhörers ist ein Qualcomm QCC3095 System-on-a-Chip. Mal abgesehen davon, dass Qualcomm einer der global Player in Sachen Mikrochips insbesondere im Smartphonesektor)ist, sagt mir die Bezeichnung nicht viel. Ich weiß nur, dass er der aufwendigste Chip der 30xx-Reihe ist und eine verlustlose Bluetooth-Übertragung ermöglicht. Mit Qualcomms eigenem aptX- und Sonys LDAC-Codec unterstützt er neben dem eher rudimentären Bluetooth-Standard SBC und anderen die zwei wichtigsten hochauflösenden Bluetooth-Codecs.

Was mir schon auf der Messe gefallen hat, ist die Möglichkeit, nicht nur die Ohrpolster auszutauschen, sondern auch das Kopfband. Etwas überraschend, aber aus Entwicklersicht alles andere als unklug: Kopfband und Ohrmuscheln werden über USB-C verbunden. Man sollte hier aber nicht davon ausgehen, dass diese Schnittstellen auch „USB“ sprechen, es wurde sich in der Entwicklung lediglich der breit verfügbaren Hardware bedient. Ein wirklich gewichtiges Kaufargument für den UX5000 ist meiner Meinung nach der leicht zugängliche, austauschbare 700-Milliamperestunden-Akku.

Die Bedienelemente sind auf der Außenseite der rechten Ohrmuschel untergebracht. Anstatt auf eine Touch-Oberfläche und Wischgesten zu setzen, ist zur Mediensteuerung ein kleiner Joystick verbaut. Ein langer Druck auf den Stick schaltet den Kopfhörer an und ab. Ein einfacher Klick fungiert als Play/Pause und zum Annehmen und Auflegen eines Anrufs. Ein Doppelklick lehnt einen Anruf ab oder öffnet den jeweiligen Sprach-, respektive KI-Assistenten des verbundenen Endgeräts. Ein Klick nach oben oder unten dient dem Regeln der Lautstärke, und ein Klick vor oder zurück eben genau dieser Aktion in der jeweiligen Playlist. Im Gegensatz zu einer Touch-Lösung sind so kaum Fehleingaben und vor allem die Bedienung mit Handschuhen möglich. Ein zweiter einfacher Knopf dient zum Umschalten zwischen dem Noise-Cancelling- und Ambient-, respektive Pass-Through-Modus.

Der Kopfhörer kann entweder über Bluetooth oder per mitgeliefertem 3,5-Millimeter-Klinkenkabel betrieben werden. Beide Modi benötigen allerdings einen geladenen Akku. Damit arbeitet der DSP des Qualcomm-Chips und auch Noise-Cancelling ist in beiden Betriebsmodi möglich, ich sehe aber nicht wirklich den Vorteil einer Kabelverbindung. Außer unter Umständen eine geringere Latenz für Echtzeitanwendungen wie beispielsweise Gaming. Eine eigene App bietet weitere Einstellungsmöglichkeiten. Auf Wunsch kann das Noise-Cancelling hier abgestellt werden. Ich würde mir wünschen, dass dies auch über den Schalter am Kopfhörer direkt möglich ist, zumal die App auf meinem – zugegeben mit Android 10 veralteten Smartphone – nicht lauffähig ist. Um den ANC-Modus testweise abzuschalten habe ich auf das Smartphone eines Freundes zurückgegriffen. Zusätzlich bietet die App einen 10-Band-Equalizer, Multipoint Verbindungen und Firmwareupdates sind hier ebenfalls möglich. Als Tonschaffender hätte ich mir – zumindest als Option – einen parametrischen Equalizer gewünscht. Zwar ist auch mit den Oktavbändern des 10-Bänders einiges möglich, eine wirklich gezielte Anpassung aber nicht uneingeschränkt.

Grundlegend isolieren die Kopfhörer bereits mechanisch deutlich besser als ich angenommen hatte. Gute Grundvoraussetzungen für das solide agierende Active-Noise-Cancelling. Bei monotonen, rauschähnlichen Geräuschen ist es besonders effektiv. Ich würde mir wünschen, dass Gespräche noch besser gefiltert werden würden. Gerade im Bus oder Zug werden die meisten Hintergrundgeräusche gut unterdrückt und dann stechen weniger gut ausgefilterte Stimmen stärker hervor. Dafür fällt das Noise-Cancelling für meine Ohren sehr angenehm aus. Von einigen anderen ANC-Kopfhörern kenne ich eine Art unnatürliches Druckgefühl auf dem Ohren bei aktiviertem Noise-Cancelling. Das kann ich beim UX5000 nicht feststellen. Die Speerspitze des ANC machen für mich dennoch die Platzhirsche des Marktes unter sich aus. Rein klanglich dominieren für meinen Geschmack die mehr als doppelt so teureren Offerten von Apple oder Bowers & Wilkins. Wie sehr das ANC den Musikgenuss beeinflusst, lässt sich dank der Möglichkeit, die Kopfhörer gänzlich ohne zu betreiben, gut feststellen. Um es abzukürzen: in lauten Umgebungen hat das Noise-Cancelling in meinen Tests immer auch zu einem besseren musikalischen Ergebnis geführt. In sehr stillen Umgebungen kann es vorkommen, dass eingeschaltetes Noise-Cancelling ein Grundrauschen erzeugt. Aber genau in dieser Konstellation kann man es ja dankenswerterweise abschalten.

Nach dem Besprechen aller übrigen relevanten Punkte können wir uns jetzt endlich im Detail mit der akustischen Leistung befassen. Mit GoGo Penguins „Fallowfield Loops“ vom neusten Album Necessary Fictions beweist der Final für einen Bluetooth-Kopfhörer eine überraschend ausgewogene Wiedergabe. Wie bei anderen Bewerbern auch steht der Bassbereich im Vordergrund, ist dabei jedoch keinesfalls so absurd überbetont, wie es manchmal der Fall ist. Vor allem maskiert er andere Frequenzbereich nicht. Er ist gut kontrolliert, konturiert und detailreich. Es lässt sich beispielsweise wunderbar heraushören, dass im Stück zwei verschiedene Bass Drums, respektive Bass Drum Sounds eingesetzt werden. Zum Beginn des Stücks klingt die Bassdrum eher hoch gestimmt und knackig, wie es bei einer kleinen (Jazz- oder Fusion-) Bass Drum oft der Fall ist. Sobald das Stück Fahrt aufnimmt, wird die kleine Bass Drum von einer tieferen Bass Drum abgelöst. Zwei der meiner Meinung nach mindestens drei verschiedenen Snare Drums sind leicht voneinander zu unterscheiden, da sie deutlich unterschiedlich hoch gestimmt sind. Die anderen zwei liegen in ihrer Größe und Stimmung nah beieinander. Der vierte Sound gegen Ende des Stücks könnte durchaus eine der ersten drei Trommeln sein, lediglich mit gelockertem Teppich. Kurzum, mit dem UX5000 sind schon eine ganze Menge Details herauszuhören. Auch die Becken werden fein herausgearbeitet, ohne aufdringlich zu werden. Für meinen Geschmack dürfte hier zwar noch etwas mehr Hochtonglitzer im Spiel sein, aber unterbelichtet sind die Höhen dennoch auf keinen Fall. Überhaupt gefällt die Verteilung der verschiedenen Instrumente auf dem Stereopanorama. Die einzelnen Trommeln, Becken und auch der Bass und das Klavier sind klar positioniert und sehr gut voneinander differenziert. Die Bühne wird weniger tief dargestellt, als das beispielsweise mein Beyerdynamic dt 880 black edition vermag. Letzterer ist jedoch halboffen konzipiert. Auch wenn der Palma DHS-1 bewiesen hat, dass kaum Klangunterschiede zwischen offenen und geschlossenen Kopfhörern bestehen können, würde ich mal argumentieren, dass eine geschlossene Konstruktion es, besonders im unteren Preisbereich, schwerer hat, eine „luftige“ Wiedergabe zu erzeugen. Bühnentiefe hin- oder her, während der dt 880 eher etwas diffus spielt, zeichnet sich der UX5000 durch seine besonders präzise Instrumentenseparation aus. Gerade bei komplexer moderner Musik und dichten, weniger dynamischen Mischungen passt diese Präzision richtig gut ins Bild.

„The Light“ der Progressive-Metal-Band Seventh Wonder vom Album The Testament marschiert mit dem UX5000 mit einem ordentlich Schub Energie durch die Gehörgänge. Und dennoch lassen Gitarren, Synth-Flächen, Drums und Bass genügend Platz für die Stimme von Sänger Tommy Karevik. Überhaupt macht das Album auf den Kopfhörern eine Menge Spaß. Sie schaffen genau den Spagat zwischen einer guten Auflösung, die mich kein Detail vermissen lässt und einer doch gefälligen, im besten Sinne „gesoundeten“ Wiedergabe, die imperfekte Aufnahmen verzeiht.
Bei Ravels Piano Trio in A-Moll, das mich kürzlich in der Elbphilharmonie zutiefst beeindruckt hat, kommt der UX5000 an seine Grenzen. Die für mich besonders emotionale Einspielung des Florestan Trios für Hyperion (1999) wird nicht ganz mit der Dynamik und Prägnanz herausgearbeitet, die ich mir wünschen würde. Die Instrumente klingen zwar durchaus natürlich und nicht verfälscht, aber es fehlt ihnen doch etwas Lebendig- und Leichtigkeit. Selbst dieses Stück macht das Noise-Cancelling in lauten Umgebungen genießbar, auch wenn ich es nur für diesen Test außerhalb der Ruhe meiner eigenen vier Wände gehört habe. Zu Hause, in stiller Umgebung, sorgt das Abschalten des ANC nicht nur für weniger Hintergrundrauschen, sondern beschert der Wiedergabe tatsächlich etwas mehr Raum und gibt den Instrumenten zumindest einen Hauch mehr an sonst vermisster Lebendigkeit.
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Gehört mit
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| Router & Zubehör | Fritzbox 7530 (mit SBooster BOTW), Silent Angel Bonn N8 (mit Keces P3) |
| Server | PrimeCore Audio A7 |
| Reclocker | Mutec MC-3+ USB |
| DAC | Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+) |
| Pre-Amp | Violectric Pre V630 |
| Endstufe | NAD C 275BEE, IOTAVX PA3 |
| Lautsprecher | Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A |
| DAP | FiiO M11 Plus ESS (FiiO Music App, Qobuz), HiBy R6 (HiBy Music App, Qobuz) |
| Smartphone | Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 10 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp, USB Audio Player PRO) |
| Kopfhörerverstärker | iFi Micro iDSD Black Label |
| Kopfhörer | Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition |
| In-Ears & Zubehör | Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match, Final ZE8000 JDH |
| Kabel | Audioquest Diamond USB & Carbon USB, Chord Company Shawline USB, Belden, Boaacoustic Evolution BLACK.power-16, EAhibrid EAL 2000, Furutech LAN-8 NCF Plus, Glockenklang/Eupen, Sommer Epilogue |
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Herstellerangaben
FINAL UX5000
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|---|---|
| Kommunikationsmethode | Bluetooth® 5.4 |
| Frequenzbereich | 20 Hz bis 40 kHz |
| Unterstützte Codecs | SBC, AAC, aptX™, aptX™ Adaptive, LDAC™ |
| Unterstützte Profile | A2DP, AVRCP, HSP/HFP |
| Kontinuierliche Musikwiedergabezeit | ANC aktiviert: bis zu 45 Stunden, ANC deaktiviert: bis zu 65 Stunden |
| Ladezeit | Ungefähr 2 Stunden |
| Batteriekapazität | 700 mAh |
| Gewicht | 310 g |
| Preis | 250 Euro |
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Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
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|---|---|
| Anschrift | Villa Belvedere Wallufer Straße 2 D-65343 Eltville am Rhein |
| Telefon | +49 6123 9258956 |
| info@audiotra.de | |
| Web | www.audiotra.de |
Pro-Ject hat Anfang der 2000er Jahre die Box Design Mini-High-End-Audiokomponenten auf den Markt gebracht, darunter Phono-Vorverstärker, DACs, Kopfhörerverstärker und Vorverstärker. Dieser waren zwar deutlich kleiner als der klassische 44-Zentimeter-HiFi-Standard waren, verfügten aber über eine hervorragende Hardware.
Durch die Verkleinerung der Gehäuse und die Verwendung von externen Netzteilen, die negative magnetische und elektrische Einstrahlungen reduzieren, konnte Pro-Ject den Preis für die gegebene Klangqualität drastisch senken. Heute wird dieses Konzept von vielen Marken kopiert, insbesondere aus Fernost, aber auch aus Europa. Pro-Ject hat nun beschlossen, sein Programm zu erneuern und mit überlegener Hardware und Funktionen erneut Maßstäbe zu setzen. Die ersten beiden Produkte werden die Head Box S3 B und dievs Head Box DS3 B sein.
Heutzutage werden moderne Kopfhörer immer besser in ihrer Qualität und erfordern leistungsstärkere Kopfhörerverstärker. Pro-Ject hat nun neue Kopfhörerverstärker mit hervorragender Konnektivität und leistungsstarken, echten symmetrischen Schaltungen entwickelt, die in dieser Preisklasse ungewöhnlich sind. Gestützt auf umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit und sorgfältige Hörtests war es das übergeordnete Ziel, den besten Kompromiss zwischen Klangqualität und Leistung zu finden.
Es gibt viele Angebote, insbesondere aus Fernost, die enorme Leistungsdaten bieten, manchmal sogar mehr als zwei Watt an 30 Ohm. Das sieht im Datenblatt gut aus, garantiert aber nicht die beste Klangqualität. Wie bei normalen Leistungsverstärkern für Lautsprecher gilt auch hier: Die richtige Kombination sorgt für den besten Klang. Die Head Box S3 B treibt 98 Prozent aller gängigen Kopfhörer mühelos an und sorgt dabei für eine hervorragende Klangreinheit. Die Headbox DS3 B verdoppelt die Leistung des S3 auf 1,5 Watt an 30 Ohm und treibt damit auch seltene und komplexe Kopfhörer an.
Viele Kopfhörerverstärker verfügen über symmetrische Anschlüsse, was jedoch nicht bedeutet, dass die Verstärkung wirklich symmetrisch ist. Oft sind nur die Anschlüsse parallel zu den unsymmetrischen Single-Ended-Anschlüssen angeordnet. Sowohl die Head Box S3 B als auch die DS3 B sind vollständig symmetrisch ausgelegt. Während die Head Box S3 B aufgrund des Preises einige hochwertige ICs verwendet, ist die Head Box DS3 B vollständig diskret aufgebaut. Der Klang der S3 ist reichhaltig und offen, voller Details, während die DS3 mehr Wärme und Kraft hinzufügt.
Die Head Box S3 B ist ab Januar zum Preis von 400 Euro, die Head Box DS3 B für 700 Euro im Fachhandel erhältlich.
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Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
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Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream.
Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit analogen Verstärkerschaltungen hingegen schrecken mich seit den positiven Erfahrungen mit Chord Elektronics' Leistungsverstärkern schon länger nicht mehr ab. Wenn man aber beispielsweise bei Plattenproduktionen weder Kosten noch Mühen scheut, um das Signal, das in die Rille gepresst wird, durchgängig auf der analogen Ebene zu belassen, erscheint es einem nahezu als Sakrileg, es nur für den letzten Verstärkungsschritt bei der Wiedergabe ins Digitale und zurück zu wandeln. Das gilt zumindest für mich. Glücklicherweise sehen das die meisten meiner Kollegen deutlich entspannter. Bei mir kommt auch noch dazu, dass ich durch Einsteins The Preamp und The Poweramp, Audio Exklusivs Vorstufe P7 sowie WestminsterLabs Quest schon relativ verwöhnt bin. Da passiert es dann immer seltener, dass eine zum Test bestellte Vor-/Endstufen-Kombination den audiophilen Erlebnishorizont noch einmal erweitert. Das geschah zuletzt mit den beiden DarTZeels. Und auch das Riviera-Trio scheint das Zeug dazu zu haben.

Einerseits ist es mir von digitalen Endstufenmodulen abgesehen recht egal, mit welchen Bauteilen und Schaltungen ein Entwickler versucht, seine Vorstellung vom besten Klang umzusetzen. Andererseits hinterläßt die nachdrücklich vertretene Ansicht der Kollegen Helmut Baumgartner und Roland Dietl, dass für höchsten Musikgenuss Class-A-Endstufen nahezu unverzichtbar seien, auch bei mir ihre Spuren – und genau in dieser Betriebsart arbeiten Riviera Audio Laboratories' Mono-Endstufen. Doch bevor ich mich näher damit beschäftige, sollte ich Ihnen die Firma kurz vorstellen, da hier bisher noch keine Produkte des italienischen Herstellers Thema waren: Riviera Audio Laboratories wurde im Jahr 2017 von Luca Chiomenti und Silvio Delfino gegründet. Zu dieser Zeit konnten beide schon auf lange Tätigkeiten in der Audio-Industrie zurückblicken. Ihre Werdegänge werden auf der Website recht ausführlich dargestellt. Einige mir wichtig erscheinende Fakten habe ich für Sie extrahiert.

Luca Chiomenti wuchs einem Umfeld auf, in dem Musik, sowohl live als auch reproduziert, eine zentrale Rolle spielte. Daher studierte er zunächst Elektrotechnik am Polytechnikum Mailand und arbeitete dann seit Anfang der 1990er Jahre als Designer in der Audio-Industrie. Sein besonderes Interesse galt seit seiner Studienzeit den Beziehungen zwischen elektronischen respektive elektroakustischen Geräten und biologischen und neurosensorischen Systemen. Zu Anfang seiner beruflichen Tätigkeit entwickelte er ein Ruhestrom-Servoregelungsssytem für die Endstufen von Bartolomeo Aloia. Als ehemaliger Besitzer einer Referenza D100 – und natürlich der passenden Vorstufe PST 200 – kann ich übrigens nur Gutes über die Produkte dieses Herstellers sagen. Luca Chiomenti schrieb auch für einige italienische und internationale Publikationen wie etwa Fedeltà del Suono, Stereo und Sound Practices. Bei Costruire HiFi war er Chefredakteur. Nach der Gründung einer eigenen Marke zur Entwicklung und Produktion von Verstärkern, hocheffizienten Lautsprechern und handgefertigten Kabeln beriet er weitere Hersteller und Marken, bevor er 2017 beschloss, die Ergebnisse seiner Forschung einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck gründete er mit seinem Partner Silvio Delfino das Unternehmen Riviera Audio Laboratories.
Silvio Delfinos' Vaters vermittelte ihm schon in jungen Jahren die Liebe zur HiFi-Technik. In seiner Kette fanden sich Komponenten von Micro Seiki, Marantz und AR. Silvio Delfino erwarb im Alter von zwölf Jahren seine erste E-Bassgitarre und teilte seine Leidenschaft und sein Wissen mit Freunden, indem er half, ihre Stereoanlagen zusammenzustellen und aufzubauen. Die Faszination für sein Hobby ging so weit, dass er – gerade 18 Jahre alt geworden – statt sein erstes Autos zu kaufen, lieber seine Lautsprecher aufrüstete. Vier Jahre später machte er sein Hobby zum Beruf und gründete mit zwei Partnern die CSL Sound Ltd in San Diego, Kalifornien, um Sonus Faber, Cabre und Chario in den USA zu vertreiben. 1985 kehrte er nach Italien zurück und schrieb für die Magazine Stereoplay, Digital Audio Club und Suono. In letzterem war er als Kolumnist, Koordinator und Chefredakteur tätig. Danach hob er zusammen mit Gianfranco Maria Binari Fedeltà Del Suono aus der Taufe und war bis 1998 dessen Direktor. Danach war er beratend tätig – unter anderem auch für Aloia – und an der Entwicklung von Klipsch' Heritage- und Palladium-Linie beteiligt. Seit 2017 arbeitet er wieder mit Luca Chiomenti zusammen und zwar in ihrer eigenen Firma: Riviera Audio Laboratories.

Ich hatte ja anfangs schon angemerkt, dass die Riviera-Verstärker aus dem Mainstream herausragen. Dabei geht es weder um das eigenständige – und wie ich finde, sehr gelungene – Design, die hervorragende Verarbeitung noch die hohe Qualität der Bauteile und Grundschaltungen. Nein, es ist leider etwas komplizierter: Am Anfang des Riviera-Projekts definierte Luca Chiomenti, dass ein Verstärker ein Audio-Signal so originalgetreu wie möglich reproduzieren muss – und zwar für den Zuhörer und nicht für Messequipment. Das sei ein gewaltiger Unterschied. Aber dazu müsse man zuerst einmal verstehen, wie das menschliche Gehör funktioniert. Schon zu Beginn seiner Studien habe er gelernt, dass durch zahlreiche Abhandlungen belegt sei, dass beim Hören eines reinen Tons harmonische Verzerrungen im Ohr und insbesondere in der Cochlea erzeugt würden. Bei einem Pegel von 90 Dezibel betrügen die Verzerrungen der zweiten Harmonischen etwa 10 Prozent, bei Obertönen höherer Ordnung nehme der Pegel proportional zur Ordnung des Obertons ab. Das Spektrum der Obertöne hänge auch noch vom Pegel und der Frequenz des reinen Tons ab.

Um es nicht zu kompliziert zu machen: Die für Luca Chiomenti wichtigsten Erkenntnisse sind, dass das Ohr in seinem Inneren einen hohen Anteil an Harmonischen erzeuge und Ohr und Gehirn diese harmonischen Verzerrungen unterdrücke. In der Folge nähmen wir nur den reinen Klang wahr. Das gelte aber nicht nur für die vom Ohr selbst erzeugten Obertöne, sondern auch für andere harmonische Verzerrungen, wenn sie die gleiche Obertonverteilung aufwiesen. Bei einer anderen Verteilung der Harmonischen allerdings nehme das Gehör die Obertöne als unterschiedliche Töne und damit als störend wahr. Daher wirke ein Verstärker, der ein dem des menschlichen Ohr ähnelndes Verzerrungsspektrum erzeuge, sehr transparent und sauber, selbst wenn sein messbarer Wert für Totale Harmonische Verzerrungen (THD) relativ hoch sei. Das klassische Mittel, um diese Verzerrungen zu vermindern, sei die negative Rückkopplung. Doch leider reduziere sie die niedrigen harmonischen Verzerrungen viel stärker als die hohen Obertöne. Sie verzerre also das Verzerrungsspektrum, so dass es nicht mehr dem des menschlichen Ohrs entspreche. Deswegen vermeide Riviera Audio Laboratories Gegenkopplung so weit wie möglich, indem man auf Über-Alles-Gegenkopplung ganz verzichte und die lokale auf ein Minimum reduziere: Riviera-Verstärker würden nur für diejenigen Messungen optimiert, die eine echte Korrelation mit dem Hörerlebnis zeigten, ohne unnötige technische Virtuosität anzustreben.

Wem diese Zusammenfassung von Luca Chiomentis Ausführungen zu wenig detailreich erscheint, dem sei die ausführliche Version auf der Website von Riviera Audio Labs ans Herz gelegt. Dort nennt er auch die Punkte, auf die er bei der Entwicklung seiner Verstärker den höchsten Wert legte: Nach dem oben Dargestellten verwundert es nicht, dass die Optimierung – nicht Minimierung – der Amplituden- und Frequenzverzerrung oberste Priorität genießt. Luca Chiomenti betont, dass sich sein Vorgehen grundlegend von dem anderer Hersteller unterscheidet, die dem Signal künstlich erzeugte, als euphonisch geltende Verzerrungen hinzufügen. Ihm gehe es vielmehr darum, dass Restverzerrungen minimiert wurden und in ihrer Form denen des menschlichen Ohrs so nahe wie möglich kommen. Dass eine negative Gegenkopplung dabei keinesfalls hilfreich ist, hatte ich ja schon erwähnt. Um niedrige Verzerrungswerte zu erreichen, arbeiten alle Verstärkerstufen in den Riviera-Amps in Class A, da dies die Garantie für eine maximal mögliche Linearität sei. Darüber hinaus sei bei Leistungsverstärkern die Kombination von Röhren und MOSFets die beste Lösung, da die Triode in der Single-Ended-Konfiguration der beste Spannungsverstärker sei und eine Form der „natürlichen” Verzerrung biete, die der gewünschten sehr nahe komme. Insbesondere MOSFets seien die erste Wahl, wenn es um hohe Leistungen und niedrige Impedanzen gehe. Bei korrekter Ansteuerung zeigten sie ein ausgezeichnetes Verzerrungsverhalten.

Weitere Entwicklungsziele sind eine gute Open-Loop-Bandbreite, die absolute Stabilität bei jeder Last und ein angemessener Dämpfungsfaktor, den Luca Chiomenti mit Werten zwischen 15 und 30 – ähnlich wie bei sehr guten Röhrenverstärkern – beziffert. Des weiteren verzichtet er auf aktive Schutzschaltungen und widmet den Netzteilen besondere Aufmerksamkeit: In allen Riviera-Geräten gebe es immer mindestens zwei Trafos und fünf separate Stromversorgungen. Die für die Röhrensektion verfüge immer über π-Filter und sei stabilisiert. Bei der Stromversorgung von Endstufen und Vollverstärkern setze er ebenfalls auf π-Filter und viele kleine und schnelle Kondensatoren statt auf zwei große. Netztrafos werden von Hand in einem Betrieb in der Nähe der Fertigungsstätte gewickelt unter Luca Chiomentis Aufsicht gewickelt. Die Line-Ein- und Ausgangsübertrager werden nach Riviera-Spezifikationen von Lundahl hergestellt.
Nach einer solchen Menge technischer Informationen sollten wir einen Blick auf die Komponenten werfen: Der APL1 ist eine Hochpegel-Vorstufe mit drei unsymmetrischen und zwei symmetrischen Eingängen. Dazu kommt noch ein weiterer Cinch-Eingang für die Tape-Schleife. Die Schaltung ist durchgängig unsymmetrisch, hinter den XLR-Eingängen desymmetrieren Übertrager das Signal. Ausgangsseitig stehen neben dem Tape-Anschluss noch drei Anschlusspaare zur Verfügung; vor den beiden Cinch-Ausgängen liegen ebenso wie vor den XLR-Buchsen Ausgangsübertrager, da diese nach Meinung Luca Chiomentis auch dem Klang der beiden Single-Ended-Ausgänge zugute kommen. Ganz klassisch gibt es ein motorbetriebenes Drehpotentiometer – hier stammt es von Alps – und eine Balance-Regelung über Festwiderstände, die hinter den für die Verstärkung zuständigen ECC82 respektive 12AU7 liegt. Die Veränderung des Ausgangspegels ist die einzige Funktion, die auch mit der ganz aus Metall bestehenden Fernbedienung möglich ist.

Die AFM70 sind Class-A-Mono-Endstufen mit einer nominellen Leistung von 70 Watt an acht respektive 140 Watt an vier Ohm. Neben dem harten Netzschalter auf der Rückseite und der „Power“-Taste auf der Frontplatte ist der Schalter für die Wahl des Cinch- oder XLR-Eingangs das einzige Bedienelement. In meinem Hörraum stehen die Monos jeweils auf einer SSC Big Magic Base und sind über Audioquest Tornado HC mit den Hochstromausgängen des Niagara 5000 verbunden. Dafür, dass ich erst nur die AFM70 in meine Kette integriere, gibt es gleich zwei Gründe: Zum einen ist die Vorstufe so hoch, dass ich sie nicht einfach im Rack gegen die WestminsterLab Quest auswechseln kann, sondern größere Umstellungen vornehmen muss, um die APL1 unterzubringen und zum anderen bin ich wirklich neugierig, wie die Monos mit den hübschen VU-Metern klingen.
Da das Verstärkertrio bereits eingespielt ist, brauchen die AFM70 nur eine relativ kurze Zeit zum Akklimatisieren im Hörraum. Nachdem sie diesen im Leerlauf um zwei, drei Grad erwärmt haben, geht’s mit Seeing des Tord Gustavsen Trios los. Das Album gehört weder zu denen, von denen ich Stücke zum Testen verwende, noch habe ich es in letzter Zeit häufig gehört. Aber dennoch ist mir sofort klar, dass ich es nie zuvor so intensiv, klangfarbenstark und emotional ansprechend gehört habe. Die Musik fließt und ist dennoch dynamisch und rhythmisch akzentuiert. Die Instrumente werden bestens differenziert und scheinen trotzdem eng mit einander verflochten zu agieren. Da geht es nicht einfach nur um die Tiefe der imaginären Bühne – die lässt sowieso keine Wünsche offen –, sondern die Nähe des Zuhörers zum musikalischen Geschehen. Sie merken schon: Die AFM70 nehmen mit Qualitäten für sich ein, die sich den üblichen Hifi-Kriterien entziehen und nur schwer in Worte zu fassen sind. Aber das war bei den DarTZeels ja auch nicht anders.

Nach diesem ersten, ungemein positiven Eindruck hörten meine Gattin und ich am Abend den zweiten Teil einer Qobuz-Neuerwerbung, Sonus Variegata vom Jazzorchester Voralberg, auf die wir durch eine Kritik im Jazz Podium aufmerksam geworden waren, natürlich auch über die Riviera-Monos. Schon nach dem ersten Stück, merkte meine Gattin an, dass der zweite Teil des neuen Albums sie deutlich stärker anspreche, als der am Vorabend, was ja wahrscheinlich an den Verstärkern mit den warm leuchtenden Leistungsanzeigen liege. Das bestätigte zwar meine bisherigen Erfahrungen mit den Monos, machte mich aber gleichzeitig um so neugieriger darauf, wie sie mit einem der aussagekräftigen Teststücke klingen. Die sind eigentlich beim abendlichen Musikgenuss tabu, aber mir wurde eine Ausnahme erlaubt. Bei den Blechbläsern zu Beginn des ersten Satzes von Mahlers Symphonie Nr. 3 wurde unsere ungemein positive Einschätzung der AFM70 bestätigt: Die plastisch abgebildete Instrumentengruppe weit hinten auf der tiefen Bühne schien einen geradezu in den Raum zu ziehen, und Reflexionen von der gegenüberliegenden Wand des Saales waren klar und deutlich zu vernehmen.
Dann setzten die Pauken und die tiefe Trommel ein – und Enttäuschung machte sich breit. Zwar stimmte im Folgenden fast alles: Detailfülle, Durchzeichnung, Luftigkeit und tonale Ausgewogenheit. Doch der Druck, den wir von den Kesseln und Fellen gewohnt waren, baute sich nicht zu hundert Prozent auf. Dadurch wirkte die gesamte Darbietung ein wenig gebremst. Da der Musikgenuss ja nicht in Arbeit umschlagen sollte, ließen wir es damit bewenden und hörten keinen weiteren der bekannten Test-Tracks. Am nächsten Morgen starte ich dann Arild Andersens I You Look Far Enough: Bei den Pauken auf „If You Look“ vermisste ich ein wenig Energie, war aber von der plastischen Darstellung der Perkussionsinstrumente und der Positionierung der Synthesizer-Klänge weit hinten links im imaginären Raum begeistert. Auf „Svev“ und den folgenden Stücken fehlte es dem holzig-warmen Sound des Kontrabasses keinesfalls an Volumen, die Klangfarben der Instrumente umschmeichelten den Zuhörer, sprachen ihn auf der Gefühlsebene stark an. Wenn da doch nur noch ein bisschen mehr „Slam“ in der untersten Oktave gewesen wäre! Aber vielleicht war dieser Wunsch auch nur mein Luxusproblem: Viele Lautsprecher sind in diesem Frequenzbereich schon längst ausgestiegen…

Jetzt gilt es abzuwägen, worauf ich beim Test der Vorstufe am leichtesten verzichten kann: Das wäre gewiss – Achtung Spoiler! – der hervorragend klingende SOtM sMS-2000, aber der residiert im rechten der beiden Artesania-Racks, während meine Vorstufe eine Ebene im linken beansprucht. Will heißen: Die Kabel von der Vorstufe zu Endstufe könnten zu kurz sein, wenn der APL1 den Platz des SOtM einnimmt. Da bleibt nur eines: Der Melco muss dem Riviera-Vorverstärker weichen, mit der Konsequenz, dass ab sofort die Dateien nicht mehr von den Festplatten des Melco, sondern aus dem Netz von Qobuz gestreamt werden. Aber auch da gibt es ja Mahlers Symphonie Nr. 3, auch wenn sie auf diesem Weg bezogen erfahrungsgemäß ein paar Prozent schlechter klingt als vom Melco. Doch ein paar Prozent fallen jetzt nicht mehr ins Gewicht: Der APL1 verhilft den AFM70 zu meiner großen Überraschung genau zu dem, was ich bisher vermisst habe: Druck und Geschwindigkeit auch bei den tiefsten Frequenzen! Erklären kann ich mir das nicht, wohl aber hören. Nun stehen die Class-A-Monos Einsteins The Poweramp auch im extremen Tieftonbereich in so gut wie nichts mehr nach. Und die beschriebenen, begeisternden Fähigkeiten der AFM70 werden durch den Wechsel zum Riviera-Vorverstärker keinesfalls geschmälert, eher ist das Gegenteil der Fall. Hier muss man einfach zusammen hören, was zu zusammen entwickelt wurde.

Da das Verstärkertrio so gut miteinander harmoniert, verzichte ich darauf, die Vorstufe mit meinem Endverstärker auszuprobieren. Anders als die digitale Wiedergabekette wird die analoge durch die Unterbringung des Riviera-Vorverstärkers im Rack nicht beeinträchtigt, und deswegen kommt das letzte Stück in diesem Bericht von einer Schallplatte: Carla Bleys Life Goes On. Das Titelstück des Albums hatte mich ja auch schon bei der Wiedergabe über das DarTZeel-Duo sofort in seinen Bann gezogen und geradezu euphorisiert: „Zwischen den sparsamen Tönen und Akkorden des Intros entsteht Dank der darTZeels eine spannende Beziehung, Ein- und Ausschwingvorgänge und die klanglichen Färbungen der einzelnen Töne erlangen plötzlich eine Bedeutung, die zuvor nicht erkennbar war.“ Mit dem Riviera-Trio geht es mir sehr ähnlich. Auch hier ist das gewisse Etwas, dass sie von anderen High-End-Verstärkern unterscheidet, sehr schwer in Worte zu fassen – aber deutlich zu erleben.
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Gehört mit (Arbeitszimmer)
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|---|---|
| Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Einstein Aerolith |
| Tonarm | Einstein The Tonearm 12“ und 9“, AMG 12JT, Thales Simplicity II |
| Tonabnehmer | Einstein The Pickup, Lyra Olympos, DS Audio W3 |
| Phonostufe | Einstein The Turntable's Choice |
| NAS | Melco N1Z/2EX-H60 mit externem Audiaz-Linearnetzteil |
| Streamer | Auralic Aries G2.2, SOtM sMS-2000 |
| Streaming App | JPLAY for iOS 1.0.21 |
| Up-Sampler | Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos |
| D/A-Wandler | Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil |
| LAN-Switch | Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature, SOtM sNH-10G |
| 10-MHz-Clock | SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8 |
| Vorverstärker | WestminsterLab Quest |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Børresen T5 SSE |
| Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, Dragon XLR, ForceLines, Swiss Cables, Ansuz Speakz D-TC Supreme, Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2 (2x), Rossaudio Kabel, SOtM dCBL-BNC75 |
| Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, Chord Company PhonoARAY, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Degritter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P6 und SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Waversa EXT- 1 und EXT-Reference, Thixar Silent Feet 20 |
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Herstellerangaben
Riviera Audio Laboratories APL1 Vorverstärker
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|---|---|
| Schaltung | Vollröhren-Audioschaltung, rein Class A, Zero Feedback, stabilisierte Stromversorgung mit doppeltem π-Filter |
| Eingänge | 2 x XLR sym. (transformatorgekoppelt), 3 x Cinch unsym., 1 x Tape (Cinch) |
| Ausgänge | 2 x Cinch unsym. (transformatorgekoppelt), 1 x XLR sym. (transformatorgekoppelt), 1 x Tape (Cinch) |
| Verstärkung | 8dB |
| Eingangsimpedanz | 47k |
| Verwendete Röhren | 2x ECC82/12AU7 |
| Abmessungen (B/H/T) | 44/16,4/50,5cm |
| Gewicht | 21kg |
| Preis | 27.000 Euro |
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Herstellerangaben
Riviera Audio Laboratories AFM70 Mono-Endstufe
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|---|---|
| Leistung | 70W (an 8 Ohm) |
| Besonderheiten | keine Rückkopplung, rein Class A, Hybridschaltung |
| Eingänge | 1 x Cinch unsym, 1 x XLR sym. (Transformator) |
| Verstärkung | 22dB |
| Eingangsempfindlichkeit | 220mVrms für 1W an 8 Ohm (2,83Vrms); 1,87Vrms für 70W an 8Ohm (24 Vrms) |
| Eingangsimpedanz | 47k |
| Röhrenbestückung | 1x ECC82/12AU7 |
| Abmessungen (B/H/T) | 34/19,5/48,5cm |
| Gewicht | 30kg |
| Paarpreis | 60.700 Euro |
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Vertrieb
Sieveking Sound GmbH & Co KG
| |
|---|---|
| Ansprechpartner | Jan Sieveking |
| Anschrift | Plantage 20 28215 Bremen |
| Telefon | +49 421 6848930 |
| kontakt@sieveking-sound.de | |
| Web | www.sieveking-sound.de |
Manche Produkte verschwinden aus den Katalogen, andere aus dem kollektiven Gedächtnis. Und dann gibt es Modelle wie den STAX SR-009: Kopfhörer, die so deutlich Maßstäbe setzten, dass sie zum Bezugspunkt einer ganzen Gerätegeneration wurden. Der SR-009D knüpft unmittelbar an das legendäre 009er-Original an und bringt dessen Gene in die Gegenwart.
Der historische Hintergrund ist schnell erzählt: Mit seiner großen, runden Membran und festen Elektroden galt der SR-009 lange als das High-End-Referenzmodell im STAX-Portfolio. Er prägte die moderne Elektrostatik-Kopfhörerkultur und legte die Grundlage für die aktuelle Flaggschifflinie rund um SR-X9000 und SR-009S. Als mit dem neuen Topmodell die Produktion eingestellt wurde, blieb eine Lücke zurück, die viele STAX-Fans nur ungern akzeptierten. Weltweit gingen bei STAX Anfragen ein, ob und wann man den „Null-Null-Neun“ zurückbekommen könne. Die Antwort ist nun da: Der SR-009D kehrt zurück, technisch eng an das Original angelehnt, jedoch mit einigen gezielten Detailänderungen. Gehäusefarbe, Kabelmaterial und Gehäuseausführung wurden überarbeitet, gleichzeitig liegt der Preis unter dem ursprünglichen Niveau zur Markteinführung. Für viele interessierte Hörer wird der 009D damit zu einem vergleichsweise erschwinglichen Eintrittsticket in die Top-Liga der STAX-Elektrostaten.
Herzstück des Konzepts bleibt die MLER-Technologie (Multi Layer Electrode), jene Schlüsseltechnologie, die auch in den heutigen High-End-Modellen von STAX eingesetzt wird. Der SR-009 war 2011 das erste Modell, in dem MLER-Elektroden serienmäßig zum Einsatz kamen. Die Fertigung ist alles andere als trivial: Fotogeätzte Metallplatten werden unter Vakuum auf atomarer Ebene thermodiffusionsgebunden. Ziel dieser aufwendigen Prozedur ist eine besonders hohe Planarität der festen Elektrode und ein sehr kontrolliertes Resonanzverhalten. Für den Hörer führt das zu einem extrem sauberen, präzise durchgezeichneten Klangbild, das selbst bei hohen Pegeln erstaunlich entspannt bleibt. Das Schallelement arbeitet als Push-Pull-Elektrostat in offener Gehäusekonstruktion. Die großflächige, runde Membran deckt einen enormen Frequenzbereich von 5 bis 42.000 Hertz ab. Die hohe Schalldruckempfindlichkeit von 101 Dezibel und die für STAX typische Vorspannung von 580 Volt Gleichstrom spielen perfekt mit einem passenden STAX-Treiberverstärker zusammen. Die technische Finesse bleibt für den Anwender im Hintergrund, macht sich aber im Alltag durch souveräne Kontrolle und eine außergewöhnlich feine Auflösung bemerkbar.
Ein praxisrelevantes Detail, das der SR-009D von der aktuellen Modellgeneration übernimmt, ist das austauschbare Kabel. STAX setzt hier ein paralleles, sechsadriges, kapazitätsarmes Breitbandkabel aus OFC ein. Mit der abnehmbaren Ausführung steigt die Alltagstauglichkeit erheblich: Kabelbrüche lassen sich einfach beheben, ohne den Hörer selbst öffnen zu müssen, und wer mag, kann später auf hochwertige Alternativkabel upgraden. Beim Tragekomfort bleibt STAX seiner Linie treu. Die Ohrpolster bestehen an den hautberührenden Flächen aus echtem Schafsleder, während der umgebende Bereich aus Kunstleder gefertigt ist. Das Gewicht von 452 Gramm ist für einen großen, offenen Elektrostaten noch gut handhabbar, insbesondere im Zusammenspiel mit der großzügigen Polsterung und der typischen STAX-Passform. Der SR-009D ist weiterhin die günstigste Möglichkeit, in den Klangkosmos der aktuellen STAX-High-End-Modelle einzusteigen. Wer also die MLER-Technologie und die charakteristische Mischung aus Transparenz, Schnelligkeit und Luftigkeit erleben möchte, ohne direkt zum SR-X9000 greifen zu müssen, findet im 009D einen sehr attraktiven Einstiegspunkt. Gefertigt wird der SR-009D in Japan, wie gewohnt mit dem hohen Anspruch, den man mit STAX verbindet. Unterm Strich verbindet dieser Kopfhörer die Aura eines modernen Klassikers mit den praktischen Tugenden der aktuellen Generation: bewährte Technologie, erneuerte Details, ein hörbar ambitionierter Klanganspruch – und ein Preispunkt, der den Zugang zur Legende erleichtert.
Technische Daten
Der Preis beträgt 3.700 Euro. Der Stax SR-009D ist ab sofort verfügbar.
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Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
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|---|---|
| Anschrift | Villa Belvedere Wallufer Straße 2 D-65343 Eltville am Rhein |
| Telefon | +49 6123 9258956 |
| info@audiotra.de | |
| Web | www.audiotra.de |
Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen.
Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit lassen, wenn hifistatement.net das erste Magazin sein möchte, dass über die relativ preisgünstige Komponente berichtet. Dafür nehme ich gerne in Kauf, dass zwei Tests von Keces-Produkten nacheinander erscheinen – nur durch die neunteilige Vorstellung der Autoren und Fotografen unseres Magazins getrennt.

Keces nennt sein Switch „Ewave“, hat es in einem gut verarbeiteten, recht unauffälligen Gehäuse untergebracht und mit acht LAN-Ports ausgestattet. Jeder einzelne von ihnen kann durch einen Schalter auf der Frontplatte ein- und ausgeschaltet werden, um „Übersprechen zu reduzieren und die Signalintegrität aufrechtzuerhalten“, wie es in der Produktinformation heißt. Dort wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Ports 1 und 2 bis 8 von gegeneinander isolierten Stromversorgungen gespeist werden und der Port 1 vorzugsweise als „Eingang“ verwendet werden sollte. Alle Ports unterstützen Datenraten von 1000, 100 und 10 Megabit pro Sekunde. Eine Limitierung der Datenraten ist nicht möglich. Die von Robert Ross zur Verfügung gestellten Informationen zum Ewave sind übrigens umfangreicher als die zu anderen Keces-Geräten, unter anderem deshalb, weil er in seiner begleitenden E-mail recht detailliert ausführt, warum ein übliches Netzwerk-Switch für Streaming-Anwendungen nicht wirklich geeignet ist. Aber nach der Vielzahl von Tests von Switches für audiophile Zwecke an dieser Stelle kann ich auf die Wiederholung seiner Argumente verzichten, da den Lesern von hifistatement der Nutzen von Signalverteilern speziell für Audio-Anwendungen hinlänglich bekannt sein dürfte.

Um gegenseitige Störungen zwischen verschiedenen Baugruppen zu minimieren, gibt es beim Ewave unabhängige Stromversorgungen – ich gehe davon aus, dass damit verschiedene Spannungsstabilisierungen gemeint sind – nicht nur für die beiden Gruppen von Ports, sondern auch für den zentralen Chip, den Mikrocontroller und den beheizten 25-Megahertz-Quarzoszillator, der sich durch extrem niedriges Phasenrauschen auszeichnen soll. Im Gehäuse des Switch ist allerdings lediglich die Spannungsaufbereitung zu finden, die ihre Energie über eine Buchse von einem externen 12-Volt-(Stecker-)Schaltnetzteil bezieht. Das gehört zwar zum Lieferumfang, kam im Test aber nicht zur Anwendung, da ich – wie in der Bedienungsanleitung empfohlen – ein Linearnetzteil verwendete, und zwar das Keces P8. Das Layout der Leiterplatten soll nach umfangreichen Tests so optimiert worden sein, dass elektromagnetische Interferenzen und hochfrequente Störungen minimiert werden.
Darüber hinaus sorge der sogenannte Audio-Priority-Quality-of-Service für einen guten Klang. Falls Ihnen der Begriff bekannt vorkommen sollte, mag das daran liegen, dass er beim Test des mit dem Statement in High Fidelity ausgezeichneten, aber nicht mehr erhältlichen Melco S100 hier erstmals erwähnt wurde: Das ist ein Verfahren, bei dem Audiopakete im Datenstrom identifiziert und diese dann priorisiert werden, wodurch die Güte der Übertragung verbessert werden soll. Durch einen Druck auf die „Dim“-Taste lassen sich die 16 LEDs auf der Frontplatte abschalten, welche die Aktivität und die Datenrate der einzelnen Ports anzeigen: Bei der Entwicklung des Ewave hat Keces vielen Parametern Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sich auch schon bei anderen, durchweg teureren Switches als klangfördernd erwiesen haben.

Um dem Ewave das bestmögliche Umfeld zu bieten, integriere ich ihn anstelle des Ansuz Gold Signature PowerSwitch in die Kette im Hörraum. Dabei geht es natürlich nicht um einen extrem unfairen Vergleich, sondern erst einmal um ein paar Tage ununterbrochenes Einspielen. Dazu ist der Ausgang des ADOT-Medienkonverters mit dem Port 1 verbunden und der als NAS fungierende Melco und der Aries G2.2 mit den Ports 3 und 5. Die beiden letzteren habe ich ausgewählt, da die ungeraden LAN-Anschlüsse in der gleichen Ausrichtung montiert sind wie die des Ansuz, während Buchsen mit gradzahligen Nummern um 180 Grad versetzt eingebaut wurden. Bei der Benutzung der Ports 3 und 5 brauchen die nicht gerade flexiblen Digitalz D-TC Gold Signature nicht gedreht zu werden. Wenn ich für den Ewave vergleichbare Bedingungen schaffen will wie für das PowerSwitch, müssen auch die Ansuz Sortz mit umziehen, die einen nicht umbeträchtlichen Anteil zum Wohlklang meiner digitalen Wiedergabekette beitragen. Man kann natürlich trefflich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, ein relativ günstiges Switch mit Zubehör zum je nach Ausführung geringfügig höheren oder niedrigeren Preis zu tunen. Doch bevor ich zu kritischem Hören komme, lasse ich mich einmal mehr von Till Brönner und Dieter Ilgs Nightfall verzaubern: stimmungsvolle Dialoge von Trompete respektive Flügelhorn und Kontrabass, klangfarbenstark, rhythmisch ungemein spannend und hin und wieder mit ein wenig Elektronik gewürzt – ein Genuss.

Aus der Liste meiner Test-Tracks wähle ich den Beginn von Mahlers Symphonie Nr. 3 mit Mariss Jansons und bin überrascht, wie gut das Ewave viele der Qualitäten der Aufnahme rüberbringt. Ich weiß noch, dass es einer Vielzahl von Verbesserungen in der Anlage bedurfte, bevor die Reflexion der Blechbläser an der linken Wand des Saales durchgängig zu vernehmen waren. Das gelingt auch dem Keces-Switch. Wenn mich die Erinnerung nicht trügt, wirkte die Bühne in der höchsten Ausbaustufe meiner Kette allerdings noch einen Tick tiefer. Geschenkt, wenn man die Preisschilder des Ewave und des Ansuz PowerSwitch vor Augen hat. Da kann man auch leicht verschmerzen, dass ersteres ein paar Details unterschlägt – solange es bei der Energie im Tieftonbereich, bei der tonalen Stimmigkeit und bei der Emotionen weckenden Spielweise absolut nichts vermissen lässt – auch wenn bisher kein Sortz in einer der LAN-Buchsen des Keces steckt.
Wenig überraschend ist schon die Wirkung eines Sortz deutlich hörbar, vorausgesetzt natürlich, dass der Port, in dem es steckt, aktiviert wurde: Der Aufnahmeraum wirkt größer, die Differenzierung der einzelnen, leichten Schläge auf die Felle der Pauken gelingt besser, und Details wie das Atmen eines der Ausführenden wird klarer aus dem musikalischen Geschehen herausgelöst. Wenn dann – wie in meiner etatmäßigen Kette üblich – auch noch ein Sortz Signature in einem Port des Switch steckt, werden die geschilderten klanglichen Verbesserungen noch einmal größer: Das Ewave besitzt noch mehr klangliches Potential als es in nicht getuntem Zustand offenbart. Zum Aufbau einer digitalen Wiedergabekette auf sehr hohem Niveau wäre es sicherlich ein guter Weg, mit dem Erwerb des recht erschwinglichen Keces-Switch zu beginnen und es, sobald weitere Investitionen möglich sind, mit einem Linearnetzteil und in einem dritten Schritt mit LAN-Filtern wie dem English Electric EE1 Plus, dem Silent Power LAN iPurifiert Pro oder eben den Sortz aufzurüsten.

Vor weiteren Vergleichen höre ich nur zum Vergnügen eine meiner letzten Qobuz-Neuerwerbung, John Scofield und Dave Hollands Memories of Home. Von den neun Zwiegesprächen zwischen elektrischer Gitarre und Kontrabass haben es mir John Scofields ruhige Komposition „Meant To Be“ und „Mr. B“, das Dave Holland schrieb und Ray Brown widmete, besonders angetan. Im erstgenannten Stück erklingt die nur ein wenig angezerrte Gitarre von Hall umgeben nach einem Bass-Intro in höheren Lagen sehr farbstark und melodiös. Dazu passt sehr gut, dass auch der Tieftöner in einem nicht allzu großen imaginären Raum platziert wurde: zumindest für mich ein Song zum Dahinschmelzen. Mehr Groove verströmt die Gitarre über einem soliden Walking-Bass-Fundament auf „Mr. B“. Da muss man einfach mitwippen. Timing und Spielfreude des Duos lassen keine Wünsche offen. Während des gesamten Albums habe ich mir nicht einmal Gedanken über die Wiedergabekette gemacht: Die klingt mit dem Keces Ewave einfach klasse.
Nachdem ich die Sortz wieder entfernt habe, höre ich, da ich mit dem Klang des Ewave in der Anlage noch nicht wirklich vertraut bin, dreimal die ersten zwei Minuten des ersten Satzes der Symphonie Nr.15 von Schostakowitsch mit dem Duisburger Philharmonieorchester. Dann stecke ich die drei LAN- und das 12-Volt-Gleichstromkabel vom Ewave auf das SOtM-Switch SNH-10G um. Dieses ist mit dem High-End-Clock-Module sCLK-EX mit Eingang für eine Masterclock ausgestattet und steht in dieser Ausstattungsvariante aktuell mit 2.150 Euro in der Preisliste. Den höheren Preis rechtfertigt das SOtM-Switch durch eine einen Tick bessere Auflösung und eine in der Tiefe ein Stückchen größeren Bühne. Mit der tonalen Abstimmung meiner Anlage harmoniert aber das Keces-Switch besser: Damit wirkt der Hochtonbereich eine Spur geschmeidiger und gefälliger. Da geht es natürlich um Geschmacksfragen. Nicht fraglich ist meines Erachtens nach aber, dass man beide Switches vor einer Kaufentscheidung in seiner eigenen Kette gehört haben sollte.

Das Ewave zieht nun in die Anlage im Wohnzimmer um, um seine positive Wirkung allein zwischen dem 10Gtek-Medienkonverter und dem lediglich als Renderer eingesetzten Eversolo DMP-A10 zu beweisen. Es ersetzt dabei den Silent Power Lan iPurifier: Die Musiker scheinen auf einer etwas breiteren und deutlich tieferen Bühne zu spielen und wirken um einiges motivierter. Die Instrumente erklingen in kräftigeren Farben, und der Groove des Stücks „West Eats Meat“ lässt einen nicht unbeteiligt. Dabei sind die beschriebenen Verbesserungen alles andere als Marginalien: Der Keces Ewave bewährt sich auch als reines LAN-Filter.
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Gehört mit (Arbeitszimmer)
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| NAS | Melco N1Z/2EX-H60 mit externem Audiaz-Linearnetzteil |
| Streamer | Auralic Aries G2.2, SOtM sMS-2000 |
| Streaming App | JPLAY for iOS 1.0.21 |
| Up-Sampler | Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos |
| D/A-Wandler | Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil |
| LAN-Switch | Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature, SOtM sNH-10G |
| 10-MHz-Clock | SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8 |
| Vorstufe | WestminsterLabQuest |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Børresen T5 SSE |
| Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Dragon XLR, Ansuz Speakz D-TC Supreme, Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2 (2x), Rossaudio Kabel, SOtM dCBL-BNC75 |
| Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P6 und SBooster MK II, Hifi Rose Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Hifi Rose RSA720 mit Keces P8, Waversa EXT- 1 und EXT-Reference, Ansuz Sparks, Darkz Z2S und T3w, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, Thixar Silent Feet 20 |
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Gehört mit (Wohnzimmer)
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|---|---|
| Streamer | Eversolo DMP-A10 |
| Up-Sampler | Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos |
| D/A-Wandler | Chord Electronics Hugo TT2 mit Ferrum Hypsos |
| NAS | Melco N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil |
| Vorverstärker | Einstein The Preamp |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Göbel Epoque Aeon Fine |
| Kabel | Audioquest Dragon Bi-Wiring, Swiss Cables Reference (Plus), Goebel High End Lacorde Statement |
| Zubehör | Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Sieveking Quantum Noise Resonator, Silent Power Lan iPurifier, 10Gtek-Medienkonverter mit SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter |
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Herstellerangaben
Keces Ewave
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|---|---|
| Anschlüsse | 8 mal Ethernet, 10/100/1000Mbps |
| Lieferumfang | Ewave, Benutzerhandbuch, Schaltnetzteil 12V/1A |
| Abmessungen (B/H/T) | 2207220/66MM |
| Gewicht | 4kg |
| Preis | 1.500 Euro |
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Vertrieb
Robert Ross Audiophile Produkte GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Schulstraße 1 18375 Ostseebad Prerow |
| Telefon | +49 38233 455 |
| r.ross@robertross.de | |
| Web | www.robertross.de |
Wider Erwarten habe ich die Selbstdarstellungen der Kollegen mit viel Freude gelesen, da ich noch einiges Neues erfahren konnte. Selbst wenn man sich schon lange kennt, hat man vielleicht nie darüber gesprochen, wie man zu unseren Hobby gekommen ist. Doch mit meinem Text beschließen wir die Reihe. Ab sofort geht’s mit Tests weiter. Versprochen.
Ich beschäftigte mich schon während der Schulzeit mit simplen Radio- und Lautsprecherbasteleien und, sobald es die Finanzen erlaubten, mit richtigem HiFi. Während des Studiums – ich bin Deutsch- und Lateinlehrer, genoss aber auch ein Jahr lang die Elektrotechnik-Vorlesungen an der Uni Dortmund – jobbte ich in diversen HiFi-Läden des östlichen Ruhrgebietes und spielte nur zum privaten Vergnügen den Elektrobass in einer Rhythm’n’Blues-Band. Nach einer weiteren Ausbildung zum technischen Redakteur stand ich vor der Wahl, in einer Firma für technische Dokumentation in Wilhelmshaven für die Qualitätssicherung zuständig zu sein oder in Gröbenzell für HiFi Exklusiv zu schreiben. Entgegen meiner geographischen Vorliebe entschied ich mich, lieber eigene Texte über interessante Themen zu verfassen, statt die drögen technischen Werke anderer Autoren zu korrigieren, und zog 1994 nach Bayern. Am Ende des Jahres ging dann aus HiFi Exklusiv das High-End-Magazin image hifi hervor. Seit dem Heft 01/99 war ich dort als Chefredakteur tätig und produzierte seit 2002 für den Image Verlag fünf Schallplatten, wobei mich die professionelle Studiotechnik und der Klang von (Master-)Tonbändern auf Anhieb faszinierten. Durch die berufliche Beschäftigung mit den Dingen, die vor Jahren allein Gegenstand meines Hobbys waren, verloren diese ein wenig von ihrem Status als Objekte der Begierde: So rückte professionelles Aufnahmeequipment und der Umgang damit immer stärker in den Fokus. Bald darauf war ich im Besitz von fünf Studer-Bandmaschinen, zwei analogen Mischpulten, einer Auswahl recht feiner Mikrofone und der entsprechenden Peripherie. Aber all das macht nur Freude, wenn man es auch benutzt. So gründete ich mit meiner musikbegeisterten und der Tonbandtechnik zugetanen Gattin die Plattenfirma sommelier du son mit dem Ziel, völlig analog produzierte LPs auf den Markt zu bringen. Die Folge: vier LPs auf sommelier du son, acht Scheiben für Triple A, unserem Label unter dem Dach von Edel Kultur, und eine Vielzahl von Reissues aus dem MPS-Katalog, ebenfalls für Edel. Danach folgten noch einige Schallplatten für wechselnde Auftraggeber.
So Mitte 2009 waren dann Divergenzen mit den Herausgebern über die weitere Ausrichtung des Magazin für mich der Grund, image hifi den Rücken zu kehren. Einen Monat später übernahm ich die Position des Chefredakteurs bei hifistatement.net, wo ich Helmut Baumgartner wiedertraf, dessen vollsymmetrische Vorstufe ich schon zu image-Zeiten durch Vermittlung eines Kollegen ausprobieren durfte. Er sorgte für die informativen, technisch perfekten Fotos des damals im Aufbau befindlichen online-Magazins. Als ich zwei Jahre später zur Begleitung analoger Aufnahmen für Edel Kultur beim Jazz Festival in Montreux weilte, musste ich feststellen, dass der Herausgeber von hifistatement.net seine Publikation nicht weiter fortführen konnte. Ich war eine Zeit lang zwischen einem Neustart in Sachen Hifi und der Intensivierung der Tätigkeit im professionellen Audio-Bereich hin- und hergerissen. Bei einem unserer Gespräche erinnerte Helmut Baumgartner daran, wie viel Aufbauarbeit wir schon für hifistatement.net geleistet hätten: Es wäre schade, wenn diese ganz umsonst gewesen wäre – Argumente, denen ich nur zustimmen konnte. Wir beschlossen also weiterzumachen, und ich erwarb die Namensrechte am Magazin. Am 23.10.2011 war es dann soweit: Der erste Artikel in hifistatement.net unter eigener Regie erschien.
Wir können also im Oktober unser 15-jähriges Jubiläum feiern. Und solange weiter spannende Komponenten ins Haus geliefert werden und wir in diesem fantastischen Team – zu dem noch Claudia Kuhn, die sich um's Rechungswesen kümmert, und unser Webdesigner Simon Barthelt gehören – zusammenarbeiten, denkt so schnell niemand ans Aufhören!

Wenn es um Fotos in hifistatement.net geht, und zwar meist um solche von Messen, Firmenbesuchen oder Aktivitäten im Hörraum, taucht oft ein anderer Name auf als der von Helmut Baumgartner: Birgit Hammer. Meine Gattin macht aber nicht nur Aufnahmen für's Magazin, sondern erledigt auch organisatorische Aufgaben und betreut unseren Instagram-Auftritt.
Ein Leben ohne Musik ist für mich nicht vorstellbar. Schon als Kind war Musik für mich enorm wichtig, zuerst beim Zuhören, wenn meine Mutter beispielsweise schaurig-schöne Moritaten zum Besten gab, und dann beim Selbstsingen, wenn ich zu Hause oder im Chor Volks- und anderes Liedgut schmetterte. Kein Wunder also, dass Musik so für mich zu einem Lebensmittel wurde. Dabei war es nicht nur schön zu musizieren, sondern auch spannend, sich mit der Reproduktionstechnik auseinander zu setzen. Begonnen habe ich Anfang der sechziger Jahre mit der elterlichen Musiktruhe von Grundig, die mit Plattenspieler, Radio und Tonbandgerät bestückt war. Ich hörte nicht nur die vorhandenen LPs, EPs, Singles von Armstrong, Beethoven über Knef bis Porter, sondern bannte auch Songs aus dem Radio als „eigene Sendungen“ erst auf Tonbandgerät, später auf meinen eigenen Kassettenrecorder. So kam die Musik der guten Sendungen des WDR dazu, da seien exemplarisch nur Joachim Ernst Berend und Winfried Trenkler als Redakteure genannt. Dann natürlich auch Musik, die in meiner Peer-Group gehört wurde – vom Tonband oder Schallplatte – wie Uriah Heep, Birth Control und so weiter.
Als ich von meinen Eltern in eine eigene Wohnung zog, war klar, dass ich sofort eine Stereo-Anlage brauchte. So begann ich mein Erwachsenenleben mit einer kleinen Plattensammlung, einem Rotel-Verstärker und was sonst noch zur guten Musikwiedergabe nötig ist. Im Lauf der Zeit entwickelte sie sich sukzessive mit ARC-Lautsprechern und Nytech-Verstärker weiter, was sicher auch am Einfluss meines Hifi-interessierteren Freundes lag. Beim Umzug in eine gemeinsame Wohnung kam selbstverständlich auch meine Anlage mit. Bis zum heutigen Tag, fast 46 Jahre später, habe ich eine eigene Hifi-Anlage und eine eigene Plattensammlung. Falls eine Beziehung scheitert und eine neue Wohnung her muss, hat die Anschaffung einer zufriedenstellenden Anlage vielleicht nicht immer höchste Priorität...
Mit meiner Berufstätigkeit begann ich mich auch für das Fotografieren zu interessieren. Zur Erklärung: Ich bin in der Kinderbetreuung tätig gewesen. Um Kinder passgenau in ihrer Entwicklung unterstützen und Eltern über die Entwicklung des Kindes informieren zu können, ist es wichtig zu beobachten und zu dokumentieren. Dies lässt sich gut mit Fotografien machen. Mit Foto-Serien, Fotobilderbüchern kann man ebenfalls Bildungsangebote gestalten. Mich hat dabei die Sendung mit der Maus mit ihren, auch für Erwachsene, informativen Filmen – etwa: Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta? – sehr geprägt. Ein Beispiel für meine Adaption dieser Art der Darstellung finden Sie beispielsweise in der Fotostory über Sikora. Fotos von industriellen Herstellungsprozessen finde ich einfach spannend.
Als ich mit meinem Mann vor über 31 Jahren nach Gröbenzell zog – er arbeitet seit dieser Zeit als Journalist im Hifi-Bereich –, bekam ich die Gelegenheit, Musik, Hifi und Fotografieren miteinander zu verbinden. Das Magazin, für das mein Mann erst als Redakteur und später als Chefredakteur einige Jahre arbeitete, konnte anfangs nicht durchgängig einen Fotografen beschäftigen und so machte ich gemeinsam mit der Frau des damaligen Chefredakteurs die Fotos für komplette Ausgaben. Seit dieser Zeit begleite ich, wenn möglich, meinen Mann auf seinen Reportage-Reisen, zu Messen und Fertigungsorten. Dabei begeistern mich einerseits die Möglichkeit, direkt in Produktionsabläufe schauen und sie fotografieren zu können, und andererseits die vielen netten und interessanten Begegnungen in der Hifi-Szene. Zu guter Letzt gibt es dann noch etwas aus dem Bereich der Musik, das ich seit 2008 immer wieder gerne mache: Aufnahmen von Musik mit Studer-Tonbandgeräten. Jetzt sogar live für unsere Plattenfirma! Was für ein Glück.

In dieser Folge sehen Sie das Gesicht hinter dem Gesicht von hifistatement.net: Letzteres wird geprägt von Helmut Baumgartners Fotografie. Viele, selbst gedruckte Hifi-Magazine verwenden inzwischen Herstellerfotos oder gar KI-generierte Bilder. Wir setzen auch in Zukunft auf Helmut Baumgartners informative Ästhetik – und sein enormes Fachwissen.
Manchmal hat man eine Idee und äußert sie, ohne darüber nachzudenken, welche Konsequenzen sich daraus für einen selbst ergeben. Aber eigentlich hätte ich es ja ahnen können, denn schließlich bin ich mit Dirk Sommer lange genug befreundet, um zu wissen, dass, wenn ich ihm vorschlage, unser Team, Ihnen, unseren Lesern vorzustellen, er auch mich in die Pflicht nimmt. Dann kam bei mir natürlich die Frage auf, wie hat das denn eigentlich angefangen mit diesem wunderbaren Hobby Hifi? Es war einer unserer Autoren, Dr. Roland Dietl, mein drei Jahre älterer Cousin, von dem ich mit dem „Virus“ infiziert wurde und zwar nachhaltig, denn unsere Begeisterung für das Thema hält bis heute an. Allerdings musste ich damals aber auch leider sehr schnell feststellen, dass die wunderbaren Objekte der Begierde weit weg von meinen finanziellen Möglichkeiten waren. Deshalb fing ich schon gegen Ende meiner Schulzeit an, in Münchner Highend Studios zu jobben, unter anderem auch in einem Laden für Lautsprecher-Selbstbaubau, was meinen technischen Horizont in Bezug auf Hifi immens erweiterte. Auf der Highend 1982 lernte ich Klaus Renner kennen, den Herausgeber des Magazins Das Ohr. Wir wurden enge Freunde und ich schrieb dann bis zum Ende der Zeitschrift im Jahr 1991 für Das Ohr, denn nach dem viel zu frühen Tod von Klaus wurde die Veröffentlichung eingestellt. Aber es gab noch einen Menschen, der mir profundes Wissen mit auf den Weg gab, mein Großvater, ein begnadeter und genialer Feinmechaniker und Maschinenbauer. Und es kam was kommen musste, wenn man in seiner Jugend viel Zeit mit Feinmechanik verbringt und gleichzeitig die Möglichkeit hat, die damals besten Plattenspieler genauer unter die Lupe zu nehmen. Es entstanden eigene Gedanken, von denen viele Anfang der 90er im Apolyt technisch umgesetzt wurden. Meine zweite große Leidenshaft wurde dann zu meinem Beruf, die Fotografie und Highend rutschte auch aus zeitlichen Gründen etwas in den Hintergrund – bis mich 2009 Helmut Rohrwild, ein langjähriger Wegbegleiter in Sachen HIFI, kontaktierte und mir mitteilte, dass es ein neues Highend-online-Magazin namens hifistatement.net gäbe, das auf der Suche nach einem Fotografen war. Nach kurzer Überlegung, ob neben meinen Jobs für Werbung und Kataloge noch Zeit für ein weiteres Projekt wäre, sagte ich zu. Mir war zu bewusst, dass es die Chance, Beruf, Leidenschaft und Hobby zu kombinieren nicht allzu oft gibt, und ich bin bis heute froh über meine damalige Entscheidung, ich hoffe Sie auch.
Auch bevor Roland Dietl zum Team stieß, berichteten wir über – wie es damals hieß – Computer-Hifi. Aber sein Einstieg steigerte die digitale Kompetenz der Redaktion merklich – und nicht nur diese: Wenn er etwa mit Chord Electronics Digital-Spezialist Rob Watts über R. R. Cordells „Nested Feedback Loops“ spricht, gehe ich schon mal einen Tee kochen…
„Time is flying by!“ Seit mittlerweile zehn Jahren schreibe ich nun schon in loser Folge mit viel Begeisterung für Hifistatement. Seit unserem ersten Treffen verstehen Dirk Sommer und ich uns ganz ausgezeichnet. Den Kontakt hatte seinerzeit mein Cousin, unser Fotograf Helmut Baumgartner, vermittelt, der meine „HiFi“-Vergangenheit gut kannte. Von Haus aus bin ich ja Diplom-Kaufmann und verantworte in einem mittelständisch geprägten Großhandelsunternehmen für Computerbauteile die Bereiche Finanzen und Personal.
Meine „audiophile Biografie“ beginnt so richtig Anfang der 1980-er Jahre, in der Blütezeit der klassischen, analogen HiFi-Geräte und -Kultur, lange bevor die einsetzende Digitalisierung die HiFi-Landschaft nachhaltig veränderte. Als Schüler und später Student beschäftigte mich die Frage, wie man mit kleinem Budget zu einer hochwertigen HiFi-Anlage kommt. Da war Selbstbau angesagt, nicht nur Lautsprecher, sondern auch Elektronik. Ich startete mit Bauanleitungen von Magazinen wie Elrad oder Elektor. So richtig erschüttert wurde meine damalige HiFi-Welt dann, als ich Klaus Renner (Das Ohr) kennenlernte und bei ihm zu Hause zum ersten Mal eine „richtige“ High-End Anlage hören konnte. Sukzessive tauchte ich immer tiefer in die Materie ein. Ich verschlang die Artikel des französischen Magazins L’AUDIOPHILE und lernte die Bedeutung von Schaltungskonzepten, Netzteilen und Bauteilen auf den Klang kennen. Noch heute besitze ich aus dieser Zeit eine selbstgebaute Kaneda-Vorstufe mit riesigem Netzteil und exotischen Bauteilen. Später gab mir dann der brillante Entwickler Erno Borbely wertvolle Hinweise bei der Entwicklung einer eigenen Endstufe im reinen Class-A-Betrieb. Im Digital-Bereich beschäftigte mich die Frage, warum ein Titel über einen guten CD-Player abgespielt deutlich besser klang, als auf Festplatte gerippt von einem selbstgebauten PC. Noch heute heize ich gerne den Lötkolben für kleinere Projekte an und besitze einen professionellen Audio-Analyzer, mit dem ich zwischendurch so manchem Testgerät messtechnisch auf den Zahn fühle.
Bei aller Liebe zur Technik steht für mich aber immer die Musik an erster Stelle. Ich habe eine musikalische Ausbildung am Akkordeon genossen und spiele aktiv in einem Orchester, dessen Ziel es ist, anspruchsvolle Konzertmusik auf musikalisch höchstem Niveau zu präsentieren und damit das musikalische Potential des Akkordeons zu verdeutlichen. Bei hifistatement genieße ich den Luxus, die Themenbereiche betreuen zu dürfen, die mich am meisten interessieren, und das sind – eigentlich alle. Leider fehlt mir für die Beschäftigung mit Tonarmen und Tonabnehmersystemen aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit die notwendige Zeit und Muße.
Analog, digital, Streaming, alle Formen der Wiedergabe von Musik existieren bei mir friedlich nebeneinander. Das Festlegen auf eine bestimmte Form der Musikwiedergabe ist nicht mein Fall. Die Neugier ist es, die mich antreibt. Ich schaue deshalb gerne hinter die Kulissen und versuche jenseits des „Marketinggeblubbers“ die technischen Fakten zu extrahieren. Mein Ziel ist es, Ihnen, liebe Leser, zu vermitteln, wie ich den Klang einer Komponente im Kontext von unterschiedlichen Musikgenres und anderen Komponenten empfinde. Ich möchte mit meinen Berichten Anregungen geben und Interesse wecken, sich mit einer Komponente selbst zu beschäftigen. Denn eines sollte klar sein: Ein absolut richtig oder falsch, besser oder schlechter im objektiven Sinne gibt es in unserem Bereich eher nicht – zu unterschiedlich sind die individuellen Geschmäcker und Hörgewohnheiten. Doch genau das macht für mich den Reiz aus.

Ohne einen kompetenten Röhrenspezialisten ist die Redaktion eines Hifi-Magazins nicht komplett. Wir haben zum Glück Carsten Bussler, den Sie im Folgenden ein wenig näher kennenlernen können. In den letzten Jahren erweiterte er seinen Themenbereich über reine Röhrengeräte hinaus. Artikel über Streamer sollten Sie von ihm jedoch nicht erwarten.
Als Maschinenbauingenieur hatte ich von je her Probleme, Dinge zu verstehen, auf die man nicht mit dem Hammer hauen kann. Das sagte mir mein Elektrotechnik-Professor während des Studiums. Vielen Dank für die Blumen. Aber das ist nun schon über 30 Jahre her und konnte nicht verhindern, dass ich heute als freiberuflicher Ingenieur in Großinfrastrukturprojekten mithelfe, das Stromnetz in Deutschland auf dem Meer sowie an Land zu modernisieren. Stichwort: „Stromautobahnen“ durch Deutschland in Form von Erdkabeln mit Hochspannungsgleichstromübertragung auf 525-Kilovolt-Ebene.
Aus meinen Hobby HiFi und der „Frickelei“ seit Jugendtagen, also dem Bau von Lautsprechern, dem Löten von Frequenzweichen oder der Beschäftigung mit Röhrenverstärkern entstand meine Nebentätigkeit als Redakteur für Hifistatement. Meine früheren persönlichen Online-Präsenzen in Form von Blogs zu den Themen Röhren, Analoges und Hochwirkungsgrad führten letztlich zum Kontakt mit Dirk Sommer vor etwas über acht Jahren, und ich kann mein Hobby heute auf diese Weise auch beruflich ausleben.
Wer sich länger mit High Fidelity beschäftigt, merkt irgendwann, dass wir uns im Grunde viel zu sehr mit der Technik anstatt mit der Musik selbst beschäftigen. Gleichwohl ist die Technik notwendige Voraussetzung für die Musikwiedergabe und für mich viel mehr als nur ein Vehikel zur Musikreproduktion. Es geht um Haptik, um Emotionen, um Spieltrieb. Es geht um Entscheidungen. Um Vorlieben, Abneigungen und um die Bereitschaft, sich auf Dinge einzulassen, die nicht immer rational erklärbar sind, zumindest nicht unmittelbar. Meine eigene HiFi-Geschichte ist von genau diesen Momenten geprägt. Und sie führt, wenig überraschend, immer wieder zu einem zentralen Thema zurück: Röhren.
Röhrengeräte haben mich nie interessiert, weil sie angeblich „wärmer“ klingen oder nostalgische Gefühle bedienen. Im Gegenteil: Mich reizt ihre Konsequenz. Die oft radikale Reduktion auf das Wesentliche, die Klarheit der Schaltung, die Ehrlichkeit im Umgang mit dem Signal. Single Ended Trioden zum Beispiel produzieren hohen geradzahligen Klirr und verfügen über keine nennenswerte Ausgangsleistung. Objektiv gesehen nicht die besten Voraussetzungen, im Verbund mit der richtigen Lautsprecherlast sowie aufgrund psychoakustischer Effekte funktionieren solche Geräte in der Praxis jedoch hervorragend, und genau das macht sie für mich so spannend.
In meinen Berichten geht es mir deshalb nie um Superlative oder die vermeintlich perfekte Wiedergabe einer Musikkonserve. Mich interessiert, ob mich ein Gerät oder eine Kette emotional berührt, wie sie Spannung aufbaut oder weshalb ein Konzept auch jenseits von Messwertdiskussionen funktioniert. Nicht jede Röhre ist automatisch musikalisch, nicht jedes Transistorkonzept seelenlos. Entscheidend ist immer die Umsetzung. Röhren, Plattenspieler oder Hochwirkungsgrad-Lautsprecher sind für mich kein nostalgischer Selbstzweck, aber eine Vorliebe, die im besten Fall Nähe zur Musik schafft und etwas in mir auslöst, ohne den von vornherein zum Scheitern verurteilten Versuch der messtechnisch originalgetreuen Reproduktion zu unternehmen.
Am Ende schreibe ich für Leser, die selbst hören, vergleichen und (auch sich selbst) hinterfragen. Für Menschen, die wissen, dass High End kein Ziel, sondern ein Weg ist. Meine Texte sollen dabei keine Entscheidungshilfe für oder gegen ein Gerät sein, sondern die Neugier zur Auseinandersetzung damit wecken. Eine Einladung sein, genauer hinzuhören, Komponenten bewusster auszuwählen und eigenen HiFi-Spleens dabei ruhig zu vertrauen. Für mich war das der einzig richtige Weg, zufrieden Musik hören zu können. Wer irgendwann reflektiert, dass er seine Zeit hauptsächlich mit dem Sammeln von Tonträgern und dem Musikhören vor der Anlage verbringt anstatt mit der Technik, weiß, dass er angekommen ist.
