Klangbibliothek.

How Deep Is The Ocean

Tonabnehmer Vertere XtraX
Tonarm SME V
Verkabelung Forceline
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (1000 Ohm)
Musik „How Deep Is The Ocean“
Downloadgröße 112,7mb
Recorder Nagra VI
 

Klangbibliothek.

Griff

Tonabnehmer Vertere XtraX
Tonarm SME V
Verkabelung Forceline
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (1000 Ohm)
Musik „Griff“
Downloadgröße 157,2mb
Recorder Nagra VI
 

Klangbibliothek.

Duet

Tonabnehmer Vertere XtraX
Tonarm SME V
Verkabelung Forceline
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (1000 Ohm)
Musik „Duet“
Downloadgröße 129,4mb
Recorder Nagra VI
 
Freitag, 28 Februar 2025 04:02

Die Klangbibliothek 2.5 wächst (2)

Ich befürchte, Tonabnehmer mit sehr ausgewogen Leistungen in allen Hifi-Disziplinen wie das Vertere XtraX haben es in der Klangbibliothek schwer. Abtaster mit einem herausragenden Klangmerkmal dürften sich da leichter profilieren, denn dieses sollte sich auch in digitalen Wiedergabeketten mit nicht ganz so hoher Auflösung problemlos erkennen lassen.

Nicht nur deshalb stellt sich für mich wieder die Frage, ob die Aufnahmen für die Klangbibliothek nicht demnächst lieber mit 192 Kilohertz gemacht werden sollten, einer Abtastrate die heute – anders als zu den Anfängen dieser Reihe – gewiß niemand mehr ausschließt. Andererseits besäßen die über 100 bisherigen Files dann nur noch eine begrenzte Aussagekraft. Außerdem ist bei einer Kette mit stimmigen digitalen Zweig der Unterschied zwischen Aufnahmen mit 96 Kilohertz und solchen mit dem Doppeltem nicht so ungeheuer groß. Über E-Mails mit ihrer Meinung in dieser Sache würde ich mich freuen.

Empfehlen kann ich Ihnen einen Vergleich des Vertere XtraX mit dem Wilson Benesch Tesselate, dem Ortofon Diamond und dem Lyra Atlas. Diese gehen in eine klanglich ähnliche Richtung, unterscheiden sich jedoch in Nuancen und dem Maße, wie sehr sie ihrem Ideal nahekommen, Musik möglichst ohne irgendeine Färbung wiederzugeben. Viel Spaß mit den drei vertrauten Songs in der Version mit Vertere XtraX!

b_850_0_16777215_10_images_content_basics_25-02-28_klangbibliothek_content.jpg

Zur Klangbibliothek...

Weitere Informationen

  • Imagefolder basics/25-02-28_klangbibliothek
  • Social Introtext Ich befürchte, Tonabnehmer mit sehr ausgewogen Leistungen in allen Hifi-Disziplinen wie das Vertere XtraX haben es in der Klangbibliothek schwer. Abtaster mit einem herausragenden Klangmerkmal dürften sich da leichter profilieren, denn dieses sollte sich auch in digitalen Wiedergabeketten mit nicht ganz so hoher Auflösung problemlos erkennen lassen.
Donnerstag, 27 Februar 2025 10:40

FiiO S15: Fullsize Desktop-Audio-Streamer

Auf der CES 2025 angekündigt und nun ist er schon da: Der Desktop-Audio-Streamer ist der erste All-In-One-Medienstreamer im Vollformat von FiiO, der nicht nur lokale und LAN-Wiedergabe ermöglicht, sondern auch Netzwerk-Streaming und Apps durch das offene Android 12 integriert. Zu zudem glänzt der S15 mit einem 7,84-Zoll Farbdisplay.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-27_fiio_FiiO_S15_18.jpg

Der FiiO S15 ist ein technisches Schwergewicht, denn in diesem Desktop-Audio-Streamer stecken besonders hochwertige Audio-Komponenten, damit jede Listening Session zum Konzert wird. In Sachen D/A-Wandler setzt FiiO auf die AKM-Flaggschiff-DAC-Kombination AK4191+AK4499EX, die sich bereits beim FiiO M23 bestens bewährt hat. Diese D/A-Wandler-Kombo liefert saubere Hintergründe und bessere Auflösung, da der digitale und analoge Teil vollständig getrennt werden. Durch den veränderten und verbesserten Signal-Rausch-Abstand wird störendes Rauschen reduziert.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-27_fiio_FiiO_S15_20.jpg

Damit die perfekte Ergänzung des eigene HiFi-System gelingt, zeigt der FiiO S15 mit seiner Vielfalt an Abspielmöglichkeiten, was einen Media-Streamer ausmacht. Freunde von Speichermedien genießen Musik mit der lokalen Wiedergabe, die eine Bandbreite an lokalen Speichermedien von USB-Sticks über microSD-Karten bis hin zu tragbaren Festplatten unterstützt. Wer lieber den eigenen NAS/LAN/Cloud-Server nutzen will, genießt über die LAN-Wiedergabe bequem jede neue und alte Playlist. Daneben bietet der FiiO S15 Medien-Streamer auch die Möglichkeit des Netzwerk-Streamings: Über Roon Ready*, Apple Airplay, DLNA und Bluetooth geht Musikstreaming in höchster Audioqualität kinderleicht! Soll es lieber Spotify, Amazon Music oder Google Play sein? Mit dem FiiO S15 ist Musik-Streaming nahezu grenzenlos. Ausgestattet mit einem offenen Android 12 System sind die gängigen Dienste der großen Musikanbieter mit dabei, aber auch zahlreiche andere Android-Apps werden unterstützt.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-27_fiio_FiiO_S15_8.jpg

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-27_fiio_FiiO_S15_6.jpg

FiiO vereint nicht nur technische Meisterleistungen im neuen S15, sondern er steht auch für ausgeklügeltes Design ohne Hindernisse: Musikhören soll zum Genuss und nicht zum Frust werden. Durch seine Standardbreite von 430 Millimeter passt der FiiO S15 in alle bestehenden Systeme und kann ohne Probleme integriert werden. Der 7,84 Zoll große Farbbildschirm des Medien-Streamers ist gut lesbar und nutzerfreundlich. Die Bedienung der Oberfläche des FiiO OS ist intuitiv gestaltet, und die Bedienung des Gerätes über Touch, die Companion App oder auch die Bluetooth-Fernbedienung geht leicht von der Hand.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-27_fiio_FiiO_S15_3.jpg

Die Daten des FiiO S15 im Überblick:

  • Media-Streamer /Local-Playback / Decoder / Vorverstärker
  • Flaggschiff AKM DAC-Kombination AK4191+AK4499EX
  • Femtosekunden-Quarzoszillator mit extrem niedrigem Phasenrauschen
  • Android12+ angepasstes Querformat-Display
  • Snapdragon 660 + Qualcomm QCC5125 + XMOS 16-Core XU316
  • Lineares 35-Watt-Netzteil mit geringem Rauschen
  • 7,84-Zoll-Farbbildschirm in Automobilqualität und vollständig symmetrische analoge Audioarchitektur
  • HDMI/ARC-Dekodierung
  • Unterstützt WiFi 2.4GHz/5GHz
  • Tidal Connect wird nicht unterstützt

Der FiiO S15 ist ab sofort für 1.100 Euro erhältlich.

Vertrieb
NT Global Distribution GmbH
Anschrift Geschäftsführer: Nils Makossa
Waller Heerstr. 104
28219 Bremen
Deutschland
Web www.nt-global.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/25-02-27_fiio
Mittwoch, 26 Februar 2025 03:49

Wharfedale Aston Limited Edition

Mit ihrer auf nur 500 Paare limitierten Produktion richtet sich die Wharfedale Aston an wahre Kenner und Sammler. Exklusiv in Großbritannien gefertigt, steht sie für höchste Verarbeitungsqualität und akustische Exzellenz.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-26_wharfedale_ASTON-Lifestyle-4.jpg

Die neue Wharfedale Aston verkörpert die Essenz britischer Hi-Fi-Tradition. Entwickelt von Peter Comeau, Wharfedales Director of Acoustic Design, ist sie das erste „Signature“-Modell der Heritage-Serie. Als Signature-Produkt wurde die Aston ohne kommerzielle Vorgaben entwickelt, mit kompromisslosem Fokus auf klangliche Perfektion, feinste Materialauswahl und höchste Fertigungsqualität – eine wahre Hommage an die Geschichte des britischen Lautsprecherbaus. Mit ihrem zeitlosen Design, handgefertigten Echtholzfurnieren und präziser Klangabstimmung ist die Wharfedale Aston mehr als nur ein Lautsprecher – sie ist eine Hommage an die Geschichte des britischen Lautsprecherbaus.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-26_wharfedale_ASTON-Artistic-Walnut-1.jpg

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-26_wharfedale_ASTON-Artistic-Walnut-3.jpg

Das Design der Aston bleibt klassischen Wharfedale Ikonen treu, während die Technik auf dem neuesten Stand ist. Das hochwertige Gehäuse mit Echtholzfurnier wird mit modernen Dämpfungstechniken optimiert, um unerwünschte Resonanzen zu minimieren und eine perfekte Balance zwischen Vintage-Optik und technischer Präzision zu schaffen. Die speziell für die Aston entwickelten Carbonfaser-Tieftöner sorgen für eine herausragende Klangpräzision, während die neue 25-Millimeter-Weichkalotte feinste Details in den Höhen ermöglicht. Die nahtlose Integration dieser Treiber wird durch eine audiophile Frequenzweiche mit handverlesenen Bauteilen sichergestellt.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-26_wharfedale_Aston-Assembly-2.jpg

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-26_wharfedale_Aston-Bass-Unit-2.jpg

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-26_wharfedale_Aston-Treble-Unit-2.jpg

Um die klangliche Performance voll auszuschöpfen, wird jedes Lautsprecherpaar mit maßgefertigten Ständern geliefert. Diese wurden speziell für die Aston entwickelt und bestehen aus hochkarbonhaltigem britischem Stahl. Die Ständer sorgen nicht nur für eine perfekte Platzierung und akustische Präzision, sondern fügen sich nahtlos in das Design der Lautsprecher ein. Dank der optimalen Entkopplung durch die Ständer entfaltet die Aston ihr volles Klangpotenzial und liefert eine noch präzisere und räumlichere Wiedergabe.

Technische Highlights

  • 150-Millimeter-Tief-/Mitteltöner mit Carbonfaser-Konus für straffe, dynamische Bässe
  • 25-Millimeter-Hochtöner mit Weichkalotte für fein aufgelöste Höhen
  • Optimierte Frequenzweiche mit hochwertigen Luftspulen und Polypropylen-Kondensatoren
  • Doppel-Bassreflexsystem für erweiterte Basswiedergabe bis 44 Hertz
  • Handgefertigtes Gehäuse mit Echtholzfurnier in zeitloser Eleganz
  • Inklusive maßgeschneiderter Lautsprecherständer für maximale klangliche Performance

Die Wharfedale Aston ist ab Mitte März 2025 im Fachhandel erhältlich. Der Preis pro Paar inklusive Ständer beträgt 2.700 Euro. Weitere Informationen gibt es hier

Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
Anschrift Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
Telefon 02161/61783-0
Web www.iad-audio.de
E-Mail hifi@iad-gmbh.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/25-02-26_wharfedale
Dienstag, 25 Februar 2025 00:36

Vertere XtraX

Meine ersten Moving-Coil-Tonabnehmer waren EMTs, die aus der Tondose ausgebaut wurden. Dann folgte das ein oder andere Roksan Shiraz, eine von Touraj Moghaddam veredelte EMT-Variante. Inzwischen gründete er Vertere und entwickelt und produziert Plattenspieler, Tonarme, Systeme und Phonostufen. Hier geht es um das Topmodell der Tonabnehmer.

Das Roksan Shiraz bestand aus einem klassischen EMT-Generator, der mit drei Edelstahlschrauben in einem sehr reduzierten Aluminiumgehäuse mit wenig parallelen Flächen fixiert war, um es weniger anfällig für Resonanzen zu machen. Wenn man die Konstruktion noch vor Augen hat, fühlt man sich beim Vertere XtraX sofort daran erinnert: Auf jeder Seite des weitgehend geschlossenen, im Rot mit leichtem Violett-Anklang – oder vielleicht besser: deep purple – eloxierten Gehäuse entdeckt man zwei dieser charakteristischen Edelstahl-Madenschrauben. Deren Funktion ist hier zwar nicht zu erkennen, aber während eines kurzen Zoom-Gesprächs bestätigte Touraj Moghaddam meine Vermutung: Auch hier fixieren die kleinen Schrauben den Generator im aus dem Vollen gefrästen Aluminiumgehäuse. Allerdings stammt der „Motor“ des Tonabnehmers diesmal nicht aus Deutschland, sondern aus Japan, und zwar von der Excel Sound Cooperation, die unter anderem auch die Hana-Tonabnehmer herstellt. Der nackte Abtastdiamant habe einen „Micro-Elliptical“-Schliff, denn Fine-Line- oder Shiabata-Diamanten brächten im Vergleich zum mikro-elliptischen keinerlei Vorteil, wenn es um die Laufgeräusche in der Rille gehe, erläutert der Entwickler. Hierbei komme es vor allem auf die Qualität der Politur des Diamanten ab, und in dieser Disziplin sei Excel einfach führend. Auch beim Material für den Nadelträger setzt Vertere nicht auf Exotisches: Zwei ineinander gesteckte Aluminiumröhrchen unterschiedlicher Legierungen und Durchmesser bedämpften sich beim XtraX nach dem Prinzip des Constraint Layer Dampings gegenseitig. Bei Vertere heißt das „telescopic cantilever“.

Der Nadelträger besteht aus zwei ineinander gesteckten Aluminiumröhrchen, die sich gegenseitig bedämpfen
Der Nadelträger besteht aus zwei ineinander gesteckten Aluminiumröhrchen, die sich gegenseitig bedämpfen

Besondere Aufmerksamkeit hat Touraj Moghaddam auch der Oberseite des Gehäuses geschenkt: Bei üblichen Tonarmen stehen nur die beiden Ringe um die Befestigungslöcher mit dem Headshell in Kontakt, für Vertere-Arme ist eine Justage-Hilfe integriert. Der Magnet sei ein Sobarium-Cobalt-Typ. Um in Kombination damit die gewünschte recht kräftige Ausgangsspannung von 0,45 Millivolt bei einer Schnelle von fünf Zentimetern pro Sekunde zu erreichen, seien mehrere Schichten recht dünnen Drahts auf den kreuzförmigen Spulenträger aus Eisen gewickelt worden. Diese Form des Spulenträgers ziehe er einem quadratischen vor, da bei einem Kreuz die Interaktion der beiden Kanäle geringer sei. Der Innenwiderstand der Spule beträgt 40 Ohm, als Last werden 850 bis 1.500 Ohm empfohlen – also deutlich mehr als nach der bewährten Faustformel, die das zehn- bis zwanzigfache des Innenwiderstands empfiehlt. Touraj Moghaddam erklärt seinen Vorschlag damit, dass der Frequenzgang des XtraX so ausgewogen sei, dass es keiner Bedämpfung irgendeines Anstiegs im Präsens- oder Hochtonbereich bedürfe. Da sei es einfach nicht nötig, einen auch noch so kleinen Teil der Ausgangsspannung zugunsten der Linearität zu opfern. Mit den Widerstandssteckern von Einsteins The Turntable's Choice sind maximal 500 Ohm zu erreichen. Da ich in den letzten Jahrzehnten nie versucht war, einen höheren Wert zu verwenden, müsste ich mich beim Hersteller vergewissern, ob die Eingangsimpedanz, der symmetrischen Phonostufe, wie ich glaube, ohne Abschlussstecker wirklich bei einem Kiloohm liegt. Aber ich bin viel zu neugierig, um das vom deutschen Vertrieb Beat Audio bereits eingespielte Vertere nicht umgehend am der Phonostufe mit dem 500-Ohm-Stecker zu hören.

Da das XtraX über elf Gramm wiegt, und die Nadelnachgiebigkeit bei 12 Mikrometern pro Millinewton liegt, sollte der Arm nicht allzu schwer sein, wenn man eine Resonanzfrequenz von etwa 10 Hertz zu erreichen möchte. Mein AMG 12JT ist vom DS Audio W3 belegt und ich möchte dem XtraX nicht den SME V zumuten. Daher wähle ich für das Vertere den Thiele TA01 aus. Beim Akklimatisieren im Hörraum mit der traditionell ersten Scheibe, Art Farmer und Jim Halls Big Blues, scheint das ohrenscheinlich eine gute Wahl zu sein: Die Bass Drum kommt mit so viel Druck, dass man meint, das Fell schwingen zu sehen. Die Transienten bei den Einsätzen von Gitarre und Flügelhorn wirken recht realistisch, der Bass treibt sonor knarzend und das Vibraphon steuert perlende Klänge bei. Und damit erfüllt das XtraX schon einmal meine Erwartungen. Wer wie ich lange Jahre mit Begeisterung Roksans Darius-Lautsprecher und – wie oben erwähnt – das Shiraz gehört hat, setzt einfach voraus, dass sich ein Produkt aus den Händen von Touraj Moghaddam durch Spielfreude, rhythmische Intensität und Emotionalität auszeichnet. Nach meinen Erfahrungen mit der Darius und ihrem eher laxen Umgang mit tonaler Stimmigkeit hat mich jedoch überrascht wie ausgewogen und homogen das XtraX zu Werke geht. Der EMT-Generator hat ja einen recht ausgeprägten Charakter und daher eine Vielzahl von Fans. Da rangiert Spaß an der Musik vor extrem hoher Auflösung und Liebe zum letzten Detail.

Der Generator wird von vier Madenschrauben im Aluminiumgehäuse fixiert
Der Generator wird von vier Madenschrauben im Aluminiumgehäuse fixiert


Ich habe mir – leider? – angewöhnt, Tonabnehmer in Schubladen einzusortieren: Da wären einmal die lässigen, spaßorientierten Exemplare wie besagtes EMT, das Lyra Etna oder etwa das Ortofon Verismo, in einer zweiten die Systeme, die es mit dem Begriff High Fidelity sehr ernst nehmen und dem Klang keinen oder nur einen winzigen eigenen Stempel aufdrücken wie beispielsweise das Lyra Atlas, das Ortofon Diamond und das Wilson Benesch Tessellate Ti-S. Im dritten Schubfach liegen dann die leichte Fehler verzeihenden, einen Hauch zur Euphonie neigenden Abtaster wie das Lyra Olympos und das Transrotor Tamino aka My Sonic Lab. Wenn der erste Eindruck nicht täuscht, wäre es vorschnell, dass XtraX zur ersten Gruppe zu zählen.

Da ich mir jetzt sicher bin, dass Einsteins The Turntable's Choice ohne Widerstandsstecker eine Eingangsimpedanz von einem Kiloohm besitzt, probiere ich diese einmal aus, nicht jedoch ohne vorher noch zweimal kurz den Beginn des ersten Satzes von Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 gehört zu haben, während das XtraX noch auf eine Last von 500 Ohm arbeitet. Schon jetzt es platziert es die Duisburger Philharmoniker unter Jonathan Darlington auf einer breiten und überraschend tiefen Bühne. Die Übertragung der digitalen HighRes-Aufnahme auf die LP ist Acousence in Kooperation mit Acapella ganz hervorragend gelungen. Das wird umso klarer, wenn die Phonostufe von den Widerstandssteckern befreit ist und das Vertere eine Last von 1.000 Ohm „sieht“: Die Instrumente respektive Instrumentengruppen werden noch schärfer fokussiert und scheinen einen minimal größeren Abstand voneinander zu haben. Als Folge wirkt die imaginäre Bühne so, als würde sie sich noch ein Stück tiefer in den Raum zu erstrecken. Auch hat die höhere Abschlussimpedanz keinen negativen Einfluss auf die zuvor schon stimmige Tonalität des XtraX.

Der Diamant hat einen „Micro-Elliptical“-Schliff und soll extrem fein poliert worden sein. Mehrere Lagen Kupferdraht wurden auf den kreuzförmigen Spulenträger aufgebracht
Der Diamant hat einen „Micro-Elliptical“-Schliff und soll extrem fein poliert worden sein. Mehrere Lagen Kupferdraht wurden auf den kreuzförmigen Spulenträger aufgebracht

Aber ich möchte die Entscheidung für die ohmsche Last nicht von einer einzigen Scheibe abhängig machen. Zu den LPs, die mir geholfen haben, meine Kette mit Shiraz und Darius zu optimieren, gehörte damals Muddy Waters Folk Singer, beileibe kein audiophiler Meilenstein, aber dennoch so populär, dass sich Mobile Fidelity und Classic Records des Albums angenommen haben. Ich spiele „Good Morning School Girl“ von einem Reissue, das in Gelsenkirchen auf Röhrenequipment gemastert, in Abbey Road auf Lackfolie überspielt und von Einstein vertrieben wurde. Als ich den Song jetzt nach Jahrzehnten über meine aktuelle Kette inklusive XtraX höre, muss ich meine bisherige Einschätzung doch revidieren: Was damals auch wegen des ganz nach rechts gemischten Schlagzeugs verdächtig nach Ping-Pong-Stereophonie klang, wirkt nun wie eine gelungene Aufnahme von akustischen Instrumenten in einer recht halligen Umgebung. Das hat nichts Künstliches, sondern klingt stimmig und organisch – auch wenn ich vermute, dass die im Studio eingefangenen Signale in einem der damals gern verwendeten Hallräume veredelt wurden. Wie dem auch sei, so realitätsnah, stimmig, rhythmisch überzeugend und differenziert habe ich das Stück bisher nicht erlebt. Dynamisch und in puncto Groove ändert sich nichts, wenn das XtraX wieder mit 500 Ohm abgeschlossen wird. Doch büßt die Wiedergabe ein wenig ihrer Luftigkeit ein: Der Raum wirkt in der Höhe beschränkt und der Hall bleibt einen Tick stärker an das jeweilige Instrument gebunden. Der Eindruck, dass alle vier Musiker ohne Trennwände im selben Studio spielen, ist dadurch deutlich weniger stark ausgeprägt. Also werden die Widerstandsstecker wieder aus den Buchsen der Einstein-Phonostufe entfernt. Und dabei bleibt es auch.

Natürlich habe ich das XtraX auch mit einigen Neuerwerbung gehört, so auch mit Wolfgang Muthspiels vor rund sieben Jahren aufgenommenem Album Angular Blues. Zusammen mit Scott Colley am Kontrabass und Brian Blade am Schlagzeug verwöhnt Muthspiel den Hörer mit immer melodiösen und eingängigen, ja teils geradezu kontemplativen Klängen. Mein Favorit sind „Hüttengriffe“, eine entspannte akustische Schwelgerei in Harmonien. Schon nach kürzester Zeit vergesse ich dank des runden, warmen Sound des Basses und des zurückgenommenen Rhythmus', dass ich meine Aufmerksamkeit eigentlich auf das Vertere richten wollte. Das erweist sich hier als total uneiteler Diener der Musik, enthält sich jeglicher Klangfärbung und Auffälligkeit und macht diese fantastische Scheibe damit zu einem ungeheuer intensiven Erlebnis.

Das XtraX mit dem Zubehör zur Montage: Beim Headshell des Thiele TA01 konnten weder die Unterlegscheiben noch die mit der Hand anzudrehenden Schrauben verwendet werden
Das XtraX mit dem Zubehör zur Montage: Beim Headshell des Thiele TA01 konnten weder die Unterlegscheiben noch die mit der Hand anzudrehenden Schrauben verwendet werden


Wolfgang Muthspiels Album war für mich und das XtraX ja eher ein wenig Entspannung, deshalb muss es sich jetzt etwas größeren Anforderungen stellen. Auf dem Teller des LaGrange liegt Jonas Hellborgs Elegant Punk und die Nadel senkt sich in die Einlaufrille vor „Drone“: Die Frequenzen in der Regionen, in die kein Kontra- oder viersaitiger E-Bass hinunterreicht, bringt das Vertere sehr kontrolliert und sauber rüber. Den ein oder anderen Impulse auf „Little Wing“ allerdings haben deutlich teurere Abtaster mit Saphir- oder Diamant-Nadelträger, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, einen Tick knackiger rübergebracht. Dafür verwöhnt das XtraX selbst bei dieser schon extrem malträtierenden Scheibe mit niedrigen Laufgeräuschen in der Rille. Ob es daran liegt, dass der Hall im imaginären Raum so klar zu hören ist? Die tieffrequente Impulsfolge auf „It's The Pits, Slight Return“ meistert das Vertere mit Bravour: Das Klangbild wird perfekt durchgezeichnet, da gibt es kein noch so winziges Nachschwingen: absolut überzeugend!

Recht lange habe ich „Asturias“ vom Reissue der Decca SXL 6355, Albéniz – Frühbeck de Burgos, Suite Española, nicht mehr aufgelegt, was ich hiermit nachhole: Anfangs sorgen die Streicher für Tempo, drängend doch ohne Schärfe und Nervosität. Dann setzen die Pauken rhythmische Akzente, bevor die ungemein prägnanten Bläsersätze die Luft zerschneiden. Oft sind sie nur als kraftvolle Impulse wahrzunehmen, aber dem XtraX gelingt es, dabei auch die Farbigkeit des Blechs zur Geltung zu bringen. Gegen Schluss des wilden Crescendos sind die unterschiedlichen Standort der Großen Trommel und der Pauken weit hinten auf der Bühne zu verorten. Das Vertere begeistert mit seiner gelungenen Mischung aus Dynamik, Tieftonenergie, Raumdarstellung, Feinzeichnung und Detailfreudigkeit: Es stellt die Musik in den Vordergrund und nicht irgendeine seiner Fähigkeiten.

Viel Aufmerksamkeit widmet Vertere auch dem Nadelschutz
Viel Aufmerksamkeit widmet Vertere auch dem Nadelschutz

In welche Schublade passt das XtraX denn nun am besten? Da seiner ausgeprägten Spielfreude vergleichbar beeindruckende Leistungen in allen anderen Bereichen gegenüberstehen, kommt für mich nur die Numero zwei in Frage: Das Vertere leistet sich nirgendwo eine Schwäche und reproduziert zuverlässig die Informationen, die es aus der Rille liest.

STATEMENT

Das XtraX zeigt keinen ausgeprägten Charakter – und das ist gut so. Es agiert in allen Disziplinen auf sehr hohem Niveau. Schon nach ein paar Takten vergisst man seinen Anteil der ungemein homogenen und stimmigen Wiedergabe und taucht rundum zufrieden in die Musik ein. So soll es sein!
Gehört mit
Laufwerk Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm AMG 12JT, Thales Simplicity II, Thiele TA01
Tonabnehmer DS Audio DS-W3, Lyra Etna und Olympos SL
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (sym), DS Audio DS-W3
Vorstufe WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen 05 SSE
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Dragon XLR, ForceLines, Ansuz Speakz D-TC Supreme und Mainz D2
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Acapella Basis. Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, PowerBox D-TC SUPREME, Degritter MK II
Herstellerangaben
Vertere XtraX
Generatortyp Moving Coil
Ausgangsspannung 0,45mV (bei 5 cm/Sek.)
Frequenzgang 10Hz – 45kHz
Spulenimpedanz 40Ω pro Kanal
Empfohlenes Auflagekraft 2,05g (1,90- 2,10g)
Empfohlene Last 850Ω - 1,5kΩ. 0 - 470pF (max.)
Nadelträger Aluminium, Teleskop-Konstruktion
Magnettyp Samarium-Kobalt
Abstand Gewinde / Nadel ≈ 7,8 mm
Diamantschliff Nude Micro Elliptical (7,5 x 15,5µm)
Dynamische Nachgiebigkeit 12 x 10-6 cm/dyne (@100Hz)
Kanalgleichheit >1dB
Kanaltrennung >28dB
Generatorbefestigung Vierpunktkontakt mit Edelstahl-Spike-Schrauben
Gewicht 11,2g
Preis 7.000 Euro

Vertrieb
Beat Audio GmbH
Anschrift Hainbuchenweg 12
21224 Rosengarten
Deutschland
Telefon +49 4105 6750500
Telefax +49 4105 6750509
E-Mail info@beat-audio.de
Web www.beat-audio.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/25-02-25_vertere
  • Social Introtext Meine ersten Moving-Coil-Tonabnehmer waren EMTs, die aus der Tondose ausgebaut wurden. Dann folgte das ein oder andere Roksan Shiraz, eine von Touraj Moghaddam veredelte EMT-Variante. Inzwischen gründete er Vertere und entwickelt und produziert Plattenspieler, Tonarme, Systeme und Phonostufen. Hier geht es um das Topmodell der Tonabnehmer.

KS Digital präsentiert mit dem neuen C55-Reference einen digitalen Aktivmonitor mit breitem Einsatzbereich und kompakten Maßen. Studioprofis werden die präzise Abbildung dank des Koaxialchassis ebenso zu schätzen wissen wie die Neutralität und das zeitrichtige Impulsverhalten.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-24_ks_KSDigital_C55-Studio-1.jpg

Wie alle Aktivmonitore von KS Digital ist auch der C55-Reference mit der exklusiven KSD-FIRTech-Digitaltechnologie ausgestattet. Diese ermöglicht nicht nur eine zeitrichtige Auslegung aller Frequenzweichen- und Equalizerfilter, sondern wird auch für eine perfekte Impulswiedergabe genutzt. Dafür wird jedes Exemplar der C55-Reference bei KS Digital im Werk vermessen und mit einer invertierten Korrekturkurve im Frequenz- und Zeitbereich versehen. So ist garantiert, dass jedes beliebige Paar C55-Reference ein perfektes Stereopaar ohne hörbare Abweichungen bilden, was insbesondere der Ortung und Raumabbildung zugutekommt.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-24_ks_KSDigital_C55-White-Horiz3.jpg

Eingangssignale nimmt der C55-Reference analog über symmetrische XLR-Anschlüsse entgegen. Die interne Signalverarbeitung erfolgt ausschließlich nach einer hochwertigen Wandlung digital mit einer Samplingfrequenz von 192 Kilohertz und 24 Bit. Mit Schallwandmaßen von 20 mal 40 Zentimetern bewegt sich der C55-Reference noch in der Größenklasse von Kompaktmonitoren. Dank seiner großzügigen Membranfläche, 350 Watt Gesamtleistung (RMS) pro Lautsprecher und 35 Hertz unterer Grenzfrequenz erreicht er aber mühelos die dynamischen Anforderungen an einen größeren Hauptmonitor.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-24_ks_KSDigital_C55-CherryVert.jpg

Alle ortungsrelevanten Frequenzen werden aus einem koaxialen Treiber wiedergegeben. Diese Punktschallquelle, bestehend aus einer 1-Zoll-Gewebekalotte mit Neodym-Antrieb und einem 5,5-Zoll-Tiefmitteltöner mit exklusivem Fiberglaskonus, sorgt für eine punktgenaue und räumlich präzise Abbildung. Ein zusätzlicher reiner Basslautsprecher entlastet den Koaxialtreiber und sorgt für einen erweiterten Tieftonbereich und erstaunliche Dynamikreserven. Ein rückwärtiger Bassreflexport erweitert den Tiefgang nach unten, wurde aber stark bedämpft ausgeführt, um den trockenen, präzisen Basscharakter konsistent zu halten.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-24_ks_KSDigital_C55-Cherry2.jpg

Der C55-Reference kann stehend wie liegend betrieben werden. Durch den Einsatz eines Punktstrahlers ändert sich der Klangcharakter durch die Ausrichtung nicht. Das beleuchtete KSD-Logo mit Anzeige der Funktionsbereitschaft und des Limiters lässt sich entsprechend drehen. Auch beim Hörabstand ist der C55-Reference dank seiner Punktstrahler-Technologie flexibler als dezidierte Nahfeldmonitore: Er erlaubt im Nahfeldbetrieb eine zuverlässige Beurteilung der Raumabbildung aller Aufnahmen und setzt sich dennoch bei größeren Hörentfernungen hervorragend durch.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_25-02-24_ks_KSDigital_C55-back.jpg

Die internen DSPs erlauben eine sehr flexible Nutzung von sechs vollparametrischen Equalizern plus zwei Shelving-Filtern zur Anpassung an Raum und Hörpräferenzen. So kann der C55-Reference problemlos auch wandnah, in der Ecke oder auf der Meterbridge verwendet werden, ohne dass es zu Klangfärbungen kommt, die später den Mix negativ beeinflussen. Der C55-Reference wird mit schwarzer, weißer oder kirschfarbener Frontplatte angeboten. Der Korpus ist jeweils mattschwarz. Der C55-Reference ist kompatibel mit dem KS-Digital-eigenen System zur Wand- und Deckenmontage, das als Zubehör erworben werden kann. Eine Fernbedienung für Lautstärke und Programmierung der internen EQ-Filter ist ebenfalls optional erhältlich.

Die aktiven Studiomonitore KS Digital C55-Reference sind ab sofort verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 4.000 Euro pro Paar. Das Modell ist auch einzeln, wahlweise für linke und rechte Aufstellung, für 2.000 Euro pro Stück erhältlich.

Hersteller
Backes&Müller/KS Digital
Ansprechpartner Johannes Siegler
Telefon +49 681 844 932 10
E-Mail js@ksdigital.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/25-02-24_ks
Mittwoch, 23 Februar 2005 22:11

Backes&Müller/KS Digital

Hersteller
Backes&Müller/KS Digital
Ansprechpartner Johannes Siegler
Telefon +49 681 844 932 10
E-Mail js@ksdigital.de
Freitag, 21 Februar 2025 00:33

English Electric EE1 Plus

Schon wieder ein Netzwerk-Isolator von English Electric? Vor erst einer Woche stellte ich hier den EE1 vor, nun geht es um die Plus-Version. Ja, zweimal English Electric nacheinander, weil wir gern aktuell sind: Die Chord Company wird den EE1 Plus auf der am 21.02. beginnenden Bristol Hifi Show präsentieren. Gleichzeitig geht dieser Artikel online.

Das konnte natürlich nur klappen, weil Mika Dauphin, dessen Drei-H-Vertrieb hierzulande die Produkte der Chord Company – und damit auch die von English Electric – unter seine Fittiche genommen hat, uns sein allererstes Exemplar überließ, Patrick Mitchell, Chords Export Sales Manager, einige technische Details preisgab, noch bevor eine offizielle Pressemitteilung in Deutsch veröffentlicht wurde, und wir diesmal auf Fotos aus unserem Studio verzichten. Der EE1 Plus ist doppelt so teuer wie die einfache Variante. Er wird mit dem gleichen C-stream Digital-Streaming-Kabel geliefert und besitzt ein aus dem Vollen herausgearbeitetes Aluminiumgehäuse, das auf zwei schwingungsdämpfenden Füßen ruht. Wie zu erwarten befindet sich im Plus die gleiche kleine Platine wie im EE1 mit einem Übertrager, der Ein- und Ausgang galvanisch trennt, und einigen passiven Bauteilen zur weiteren Filterung von hochfrequenten Störungen.

Auch der EE1 Plus wird mit einem 75 Zentimeter langen C-stream Digital-Streaming-Kabel geliefert
Auch der EE1 Plus wird mit einem 75 Zentimeter langen C-stream Digital-Streaming-Kabel geliefert

Darüber hinaus wurde in das Aluminiumgehäuse eine recht breite Rinne gefräst, die über Kabel mit der Platine in Verbindung steht, deren Inhalt aber nicht zu erkennen ist, da er vergossen wurde. Laut Patrick Mitchell befinden sich darin Spulen und Kabel wie sie auch in Chords GroundARAYs zum Einsatz kommen. Letztere hatten mich bei einem Test derart überzeugt, dass ich ein Pärchen für die Anlage im Wohnzimmer erworben habe. Die Spulen und Kabel im GroundARAY und im EE1 Plus seien recht anfällig für Mikrofonie, erklärte der Sales Manger, was der Grund dafür gewesen sein, sie komplett zu vergießen. Auch die beiden relativ aufwendigen Füße und das recht schwere Gehäuse dienten dazu, Vibrationen von den passiven Bauelementen fernzuhalten. Das gelinge sogar noch effektiver, wenn man die Schrauben der Füße um etwa eine Viertelumdrehung lockere. Zudem sei natürlich eine stabile Standfläche hilfreich.

Die kleine Platine im Inneren entspricht der des EE1. Die GroundARAYs in der ausgefrästen Rinne Plus wurden zum Schutz vor Mikrofonie vergossen
Die kleine Platine im Inneren entspricht der des EE1. Die GroundARAYs in der ausgefrästen Rinne Plus wurden zum Schutz vor Mikrofonie vergossen


Da es in den Artesania-Racks recht eng zugeht, werde ich mich später um eine klangfördernde Aufstellung kümmern und schleife den EE1 Plus erst einmal anstelle des Waversa Isolators zwischen Ansuz PowerSwitch und dem Auralic Aries G2.2 in meine Kette ein, um ihm eine zweitägige Einspielzeit zu gönnen. Während ich die ersten Zeilen dieses Artikel tippe, läuft New Folks, ein Duo-Album mit Bassist Martin Wind und Philip Catherine an der E-Gitarre: Warme Bass-Sounds, eine ungemein klare, nur leicht angezerrte Gitarre, leises Mitsingen oder -summen Catherines sowie jede Menge Spielfreude und ein packender Groove sorgen dafür, dass ich alle feinsinnigen Dialoge dieses musikalisch wie klanglich überzeugenden Albums anhöre. Wenn Sie nicht so viel Zeit haben, hier ein Anspieltipp: „Blues In The Closet“.

Bei der „Polka“ aus Schostakowitschs Ballet The Age Of Gold mit dem London Symphony Orchestra unter Jean Martinon fühlt man sich einem Orchester auf einer großen und vor allem tiefen Bühne gegenüber, das dank der originellen Instrumentierung in vielfältigen, eher silbrigen Klangfarben erstrahlt. Das Stück spricht einen mit seiner Fröhlichkeit auch rhythmisch sofort an. Die Präzision der Akzentuierung nimmt allerdings minimal ab, wenn statt des Plus der „einfache“ EE1 die Signalaufbereitung vor dem Aries übernimmt. Der günstigere Isolator lässt auch den Aufnahmeraum einen Tick kleiner wirken. Schon dieses eine File macht deutlich, dass der EE1 Plus hochfrequente Verunreinigungen und Rauschen noch stärker unterdrückt als der Isolator ohne GroundARAY. Natürlich bringt auch der Wechsel vom English Electric Plus zum Waversa Isolator-EXT1 leichte klangliche Veränderungen mit sich, die sich aber nur schwer in Worte fassen lassen, doch letztlich keinen Qualitätsunterschied darstellen. Gefühlsmäßig tendiere ich bei diesem Stück dennoch eher zum EXT1 – wohl weil mir die Wiedergabe mit diesem im Signalweg schon seit langem vertraut ist.

Zwei Drähte verbinden die Platine mit den GroundARAYs
Zwei Drähte verbinden die Platine mit den GroundARAYs

Gut, dass ich noch einmal Patrice Herals „Improvisation“ auf Michel Godards Le Concert Des Parfums gehört habe, eigentlich nur, um meine bisherige Einschätzung zu bestätigen. Um so überraschter bin ich, als die Ausmaße des Refektorium des Klosters von Noirlac, in dem Patrice Herals Trommeln und Perkussionsinstrumente aufgenommen wurden, noch ein Stückchen beeindruckender wirken, wenn der EE1 Plus statt des Waversas im Spiel ist. Bei diesem Track ist der Plus eindeutig der Isolator meiner Wahl. Dabei hing er wegen der beengten Platzverhältnisse hinter dem Aries und des starren Ansuz Digitalz D-TC Gold Signature mehr in der Luft, als dass er einen soliden Stand gehabt hätte. Den findet er zwischen Adot-Medienkonverter und Ansuz PowerSwitch, nachdem ich den aktiven Synergistic Research Ground Block SE abgebaut habe.

Wenn die Schrauben der Füße ein wenig gelockert werden, soll's noch besser klingen
Wenn die Schrauben der Füße ein wenig gelockert werden, soll's noch besser klingen


Vor mehr als 20 Jahren war Jonas Hellborgs Solo-CD The Silent Live nicht nur eine meiner Lieblingsscheiben, sondern auch bei Tests immer wieder im Einsatz. Dann habe ich sie irgendwann mal gerippt, das File aber nur sehr selten gespielt. Da sich meine Kette in der Zwischenzeit deutlich weiterentwickelt hat, bin ich von „Wounded Knee“ ziemlich angetan: Mit dem Waversa vor dem Aries strotzt die Bassgitarre nur so vor Druck. Dennoch ist das Klangbild extrem durchsichtig und der virtuelle Raum erscheint wohldefiniert und glaubwürdig groß. Die Transienten der hart angerissenen Saiten wirken ungemein realistisch. Mit dem nun korrekt aufgestellten EE1 Plus zwischen Adot und dem Ansuz Switch scheint Jonas Hellborg plötzlich ein bisschen mehr Spass an seinem Tun zu haben und das Tempo minimal angezogen zu haben. Der gesamte Track hat an Intensität gewonnen. Die Steigerung durch denn zusätzlichen EE1 Plus im Signalweg ist dabei deutlich größer als etwa der Unterschied zwischen dem English Electric Plus und dem Waversa EXT1, wenn sie abwechselnd an derselben Stelle der Wiedergabekette eingeschleift werden. Vor dem Ansuz PowerSwitch möchte ich den zusätzlichen EE1 Plus nicht mehr missen! Eigentlich bin ich mit der aktuellen Konfiguration rundum zufrieden – hätte Patrick Mitchell nicht gesagt, dass das leichte Lockern der Füße zu noch zu mehr Wohlklang führen würde. Auch wenn es noch so unwahrscheinlich erscheinen mag und ich mich damit dem Verdacht der Voodoo-Gläubigkeit aussetze: Ich habe danach eine Veränderung wahrgenommen, und zwar zum Besseren. Dabei lasse ich es jetzt besser bewenden…

Der EE1 im Vergleich zum EE1 Plus
Der EE1 im Vergleich zum EE1 Plus

STATEMENT

Der English Electric EE1 ist gut, der EE1 Plus eindeutig besser. Daher ist er in hochauflösenden Ketten der Isolator der Wahl!
Gehört mit (Hörraum)
NAS Melco N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil
Streaming Bridge Auralic G1
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature
10-MHz-Clock SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8
Vorverstärker WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen 05 SSE
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, Dragon XLR, Swiss Cables, Ansuz Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD, Harmonix Room Tuning Disks, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P6 und SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, Thixar Silent Feet 20, Waversa WLAN-Isolator-EXT-1 (2x)
Herstellerangaben
English Electric EE1
Preis 800 Euro inkl. 0,75m C-stream Digital-Streaming-Kabel

Vertrieb
DREI H Vertriebs GmbH
Anschrift Mika Dauphin
Kedenburgstraße 44
Haus D / 1. OG
22041 Hamburg
E-Mail mika.dauphin@drei-h.biz
Telefon +49 40 37507515

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/25-02-21_ee1
  • Social Introtext Schon wieder ein Netzwerk-Isolator von English Electric? Vor erst einer Woche stellte ich hier den EE1 vor, nun geht es um die Plus-Version. Ja, zweimal English Electric nacheinander, weil wir gern aktuell sind: Die Chord Company wird den EE1 Plus auf der am 21.02. beginnenden Bristol Hifi Show präsentieren. Gleichzeitig geht dieser Artikel online.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.